Wie reagieren auf die Einführung einer "Gesundheitsabgabe"?

  • Hier ein kleiner Auszug aus den SPD-Parteitagbeschlüssen...zum Schmunzeln:

    600 Mio. Verwahrzinsen hat die Rentenkasse 2017-2023 gezahlt. Und die SPD kommt so daher...

    Und die Kapitalmarktanlagen, die unsere Atommüllentsorgung finanzieren oder die Altersvorsorge der bösen Beamten auf Bundesebene und in einigen Ländern maßgeblich stützen sollen, und die gerne auch von der SPD vorneweg so eingeführt wurden, wie steht die SPD eigentlich dann jetzt dazu?

  • Was ist das für ein Staat, der verhindern will, dass seine Bürger abhauen?

    Erinnere mich beispielsweise - auch aufgrund eigener Verwandtschaft, Bekanntschaften und Sportfreunden dort - an einen Staat, der ziemlich in der geographischen Nähe zur BRD lag und auch ein ähnliches Kürzel hatte ... Da hatte sich die Obrigkeit zu diesem Zweck eine stark befestigte und bewachte Mauer ("Antifaschistischer Schutzwall" - im offiziellen Politik-Sprech) ausgedacht und auf eigene Bürger (präziser Untertanen) "wie Hasen schießen" lassen, die dem eigenen Land den Rücken kehren und dabei diese Mauer überwinden wollten ...

    Apropos

    seine Bürger

    Aus meiner Sicht ist der Grundgedanke des mündigen Bürgers und ebensolchen Verbrauchers aus Sicht der Politik - insbesondere auch der EU-Politik - schon lange ziemlich erodiert und wurde durch das politische Leitbild des vulnerablen, stets zu (be)schützenden (auch vor sich selbst), zu leitenden, zu lenkenden usw. "Bürgers" ersetzt.

    Es ist ja inzwischen die Übergriffigkeit der EU, die nervt.

    Immerhin ist es diesem Konstrukt EU gelungen - gegen alles, was die EU-Verträge dazu ursprünglich normiert hatten - die Eurozone immer mehr in eine Haftungs-, Schulden- und Transferunion zu verwandeln.

    Vor dem Hintergrund kann sich der "Bürger" im Kontext mit all den Rettungsschirmen, Rettungstöpfen, Bürgschaften, in die EZB-Bilanz verklappten Anleihenkäufen, den Target-2-Salden etc. pp. zumindest noch als "Bürge" für fremde Verbindlichkeiten sehen.

  • Wenn das SPD-Bashing so weitergeht, trete ich da noch ein.

    Gerade kommt Frau Warken um die Ecke:

    Jetzt soll der Unfug mit den Stützen-Bezieherinnen plötzlich doch raus aus der KV…

    Warken will gesetzlich Versicherte nicht mehr für Bürgergeldempfänger zahlen lassen
    Sind Bürgergeldempfänger krank, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen. CDU-Gesundheitsministerin Warken will das künftig zur Staatsaufgabe machen. Der…
    www.spiegel.de
  • Das wäre tatsächlich erfreulich und würde die Klage der Krankenversicherungen gegenstandslos machen. Natürlich muss das für alle Aufgaben gelten, die man an die Sozialkassen ohne ausreichende Finanzierung überträgt. Da muss die Gemeinschaft dafür aufkommen incl. Beamten, Selbständigen, privat Versicherten und/oder Angehörigen der Kammerberufe. Es ist absolut nicht einzusehen, warum gerade die einkommensschwächsten dies alleine zahlen müssen.

  • Um nur dies als eines Deiner Beispiel aufzugreifen ...

    Also grob zusammengefasst die Position:

    Wir haben nicht genug Wohnraum, also machen wir die Schaffung und Vermietung teurer und unattraktiver.

    Mir scheint, daß sich Dir die Genialität dieses SPD-Vorschlags noch ganz nicht erschlossen hat (oder wie es so manch andere Protagonisten hier formulieren würde: "Du hast nicht verstanden, daß bei rein rationaler Vorgehensweise" ...).

    Um es zu veranschaulichen:

    Preise sollen zwar Signale insbesondere auch Knappheitssignale setzen und senden, um via mehr Angebot eine gestiegene Nachfrage zu bedienen und dieser gerecht zu werden, was dann in der Folge preisdämpfend wirkt (oder umgekehrt bei sinkenden Preise ebenso für eine zur geringeren Nachfrage dann passendem Angebot sorgen) ... Aber: Angenommen die SPD hält aufgrund einer das Angebot deutlich übersteigenden Nachfrage den sich daraus am Markt bildenden Bananenpreis für zu teuer ("überteuert" sozusagen - das ist so was Ähnliches wie "überreich" ...) - dann bietet sich eine Preisgrenze bzw. ein Preisdeckel für Bananen an. Damit ist zwar noch keine einzige Banane (Angebot) mehr produziert (die künstliche Preisgrenze wird eher das Gegenteil bewirken, sprich den Anreiz für mehr Angebot reduzieren) - aber zu dem künstlich niedrig festgelegten Preis kann so die Nachfrage noch zusätzlich gesteigert werden ... und die Anfragen bei Mietangeboten samt den Schlangen bei Besichtigungen ...

    Besonderen und ganz speziellen "Charme" entfaltet dieser Ansatz übrigens, wenn zuvor seitens der Politik selbst mit diversen Aktionen, Unterlassungen und Maßnahmen die Verteuerung des Bananenpreises stark befördert wurde und zwar sowohl die Angebotsseite als auch die Nachfrageseite betreffend ...

    Dieser Ansatz künstlicher Preisdeckel hat ja auch schon in der Vergangenheit beim Thema "Wohnungen und Mieten" perfekt funktioniert. Dieser neue Deckel wird - wie vorherige Deckel - ebenfalls seine wundersamen "Wirkungen" entfalten ... bestenfalls leicht zeitverzögert mit "Depotwirkung" (würde wohl der Mediziner sagen).


    Fast wäre ich geneigt, der genialen Frau Hubig (SPD) - meines Wissens Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz - im Rahmen der seit sehr vielen Jahren laufenden Interventionsspirale diese Thematik betreffend auch gleich einen prophylaktischen bundesweiten Preisdeckel für Stellplätze, TG-Plätze und Garagen zu empfehlen ... (falls noh nicht implementiert - in Berlin soll es das schon geben ...). In einem Objekt in dem ich selbst einige Apartments und Wohnungen vermiete, wurde jüngst eine 1-ZKBB-Wohnung erstaunlich günstig angeboten - am Ende des Inserats betrug die monatliche Miete für den damit verbundenen TG-Platz aber 300 € ... Klingt harmloser als es ist, da die Stadt dem Motto folgend "Autos raus" auch in der Gegend die Parkmöglichkeiten in praxi gen Null eingedampft hatte. Ohne TG-Platz läßt sich da kaum bis gar nicht mehr wohnen. So man denn ein Auto hat - was schon berufsbedingt und aufgrund des Umstands (präziser Zustands) des ÖPNV auf viele Menschen in dem Objekt zutrifft.


    Apropos Bananen: Nicht alle Bananenrepubliken (oder auf dem Weg zu einer solchen befindliche Staaten) haben leider auch das dazu passende Wetter ...


    Dir weiter viel Erfolg mit Deinen privaten Finanzen !

  • ... Aber: Angenommen die SPD hält aufgrund einer das Angebot deutlich übersteigenden Nachfrage den sich daraus am Markt bildenden Bananenpreis für zu teuer ("überteuert" sozusagen...

    Das erinnert mich irgend wie an Diskussionen über zu hohe Aktienkurse, wo man nicht mehr einsteigen soll. Vielleicht hat die SPD da auch noch einen Vorschlag.

    Ach, und wenn die schon einmal dabei sind, können die auch gleich prüfen, ob der US-Anteil im MSCI World zu hoch ist und ggf. entsprechend senken.

  • Wenn das so kommt und die Regierung damit ein klares Zeichen setzt das sparsames Leben und sich was aufbauen nicht mehr lohnt und auch nicht gewünscht ist…

    Dann pass ich mich gern an, kündige meinen Job und leb vom Sozialstaat, soll der mir dann halt alles in den Allerwertesten schieben.

  • und wenn das nicht so kommt hast du dich jetzt die ganze Zeit umsonst aufgeregt.

    Das ist nicht gut für deinen Blutdruck.

    Erstmal abwarten, das kommt sowieso anders.

    Tja,

    Leider habe ich eine andere Erfahrung mit meiner bAV gemacht.

    Da ich seit vielen Jahrzehnten privat vorgesorgt habe, kurz vor dem Ruhestand stehe und es aus der Erfahrung heraus vermutlich wieder keinen Bestandsschutz bei der Gesundheitsabgabe gibt, würde ich gerne wissen welche Optionen ihr für die bisherigen Anlagen seht bevor dort ein staatlich verordneter dauerhafter Gewinneinbruch von knapp 20% eintritt.
    Für mich wären damit die Gewinne bei Aktien/ETF seit 1988 damit auf einen Schlag entsprechend weniger.


    Das ist ein Gewinneinbruch auf Niveau eines Börsencrash, mit dem Unterschied das man bei Einführung den Zeitpunkt vorhersagen kann.
    Für mich in absoluten Zahlen ein größerer Einbruch als die Dot.Com-Blase und der Finanzcrash.

    Also, ohne das Politikbashing (das ich nachvollziehen kann und emotional mitmache), wie mit einem so vorhersagbaren "politischen Vorsorgecrash" umgehen um den Schaden möglichst möglichst gering zu halten?

    Mit 60 dann doch noch in die private Krankenversicherung wechseln?
    Ich bin relativ gesund, aber war mein Leben lang bisher freiwillig versichert.
    Wenn ich das richtig verstehe wäre ich dann mit Renteneintritt trotzdem automatisch Pflichtmitglied in der Krankenversicherung der Rentner, oder?

    Alles vorher verkaufen?
    Steuer wird fällig, aber abgabenfrei. Und dann?
    Neu einsteigen?
    ... ?

  • Zu deiner ersten Frage: Ja, das glaubt er und das könnte auch so kommen.

    Nehmen wir an: Du sparst seit 2010 in einen ETF und gehst 2030 in Rente. Der ETF wird verkauft und in Anleihen umgetauscht (Risiko herausnehmen).

    300.000 Euro hast du eingezahlt, 700.000 Euro hast du an Gewinnen mitgenommen. Du rechnest aktuell mit rund 185.000 Euro an Steuern, es bleiben also noch rund 815.000 Euro Kapital zur Deckung deiner Rentenlücke übrig.

    Wenn du aber auf deine Kursgewinne 185.000 Euro Steuern + 101.000 Euro Krankenversicherung zahlen musst, dann fehlen dir außerplanmäßig mehr als 100.000 Euro.

    Das sind zwischen 400 und 500 Euro pro Monat weniger, je nachdem wie lange man den Entnahmezeitraum geplant hat.

    -> Ja, um das Problem zu umgehen, müsste man kurz vor Einführung das Depot glattziehen/umschichten. Leider werden das dann zu diesem Zeitpunkt alle machen wollen.

  • Habe ich Dich richtig verstanden? Du glaubst, dass die Gewinne seit 1988 rückwirkend besteuert werden sollen und möchtest deshalb jetzt verkaufen, ohne dass das geringste beschlossen ist?

    Hallo,

    Ja, die Gewinne seit 1988 würden dann mit Abgaben belastet => anders als bei Steuern kein "Bestandsschutz".

    Nein, Nicht jetzt sofort verkaufen.
    Aber, zügig sobald es beschlossen wird.
    In der Hoffnung das es dann nicht "ab sofort" gilt.

    Und ich möchte nicht erst dann anfangen hektisch die Optionen zu erörtern.