Gold mit Rabatt kaufen. TGI AG (Warnung)

  • Hier mal eine besonders perfide Masche. Es gibt zwar zahlreiche (Ver-)Warnungen (Stiftung Warentest, Verbraucherzentralen, Finanzmarktaufsicht), aber immer noch kein Strafverfahren. Wie kann das sein? :/

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  • Beim Anlegerschutz sind uns die USA deutlich voraus. Wir bewegen uns hierzulande in einem bemerkenswerten Rechtsraum: Im Finanzsektor können Menschen mit höchst dubiosen Konstruktionen schamlos ausgeplündert werden, aber wehe du trennst deinen Biomüll falsch. Dann wirst du gleich an die Wand gestellt.

  • Hier mal eine besonders perfide Masche. Es gibt zwar zahlreiche (Ver-)Warnungen (Stiftung Warentest, Verbraucherzentralen, Finanzmarktaufsicht), aber immer noch kein Strafverfahren. Wie kann das sein? :/

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    Welche Straftat steht hier denn deines Erachtens im Raum?

    Der Straftatbestand des Betruges ist zwar auch dann erfüllt, wenn man gegen Geldzahlung zwar einen Anspruch in gleicher Höhe erhält, der aber realiter wertlos ist. Das ist aber nicht automatisch der Fall, nur weil die Durchsetzung im Zweifel schwierig sein kann (z.B.: im Ausland), schließlich ist das das stets bestehende Insolvenz- und Rechtsdurchsetzungsrisiko.

    Anders: Der Betrugstatbestand schützt nicht pauschal vor schlechten Geschäften oder einer schlechten Schuldnerwahl. Im Zivilrecht ist schon historisch Eigenverantwortung groß geschrieben worden. Verbraucherschutz usw. sind eher neuere, zuvorderst unionsrechtlich getriebene Entwicklungen.

  • Welche Straftat steht hier denn deines Erachtens im Raum?

    Der Straftatbestand des Betruges ist zwar auch dann erfüllt, wenn man gegen Geldzahlung zwar einen Anspruch in gleicher Höhe erhält, der aber realiter wertlos ist. Das ist aber nicht automatisch der Fall, nur weil die Durchsetzung im Zweifel schwierig sein kann (z.B.: im Ausland), schließlich ist das das stets bestehende Insolvenz- und Rechtsdurchsetzungsrisiko.

    Anders: Der Betrugstatbestand schützt nicht pauschal vor schlechten Geschäften oder einer schlechten Schuldnerwahl. Im Zivilrecht ist schon historisch Eigenverantwortung groß geschrieben worden. Verbraucherschutz usw. sind eher neuere, zuvorderst unionsrechtlich getriebene Entwicklungen.

    Pocher ist Deutscher und das Unternehmen aus Lichtenstein. Die Aussage ,,Bei uns kaufen Sie Gold mit 70% Rabatt" ist Irreführung. Wenn du sowas in den USA bewirbst, gehst du in den Bau. Punkt. Bei uns gibt es gegen ,,Anlegerabzocke" keine klaren Regeln. Das ist es ja was ich bemängele.

    Und ,,Eigenverantwortung in Deutschland" ist ja wohl ein Witz, oder? Hast du schon mal ein Haus gebaut? Kannst' froh sein, wenn sie dir nicht vorschreiben welche Farben deine Unterhosen auf der Wäscheleine haben dürfen....

    Nochmal: In diesem Land ist alles zu Tode geregelt. Nur nicht die Finanzindustrie. Da wird abgezockt wie im Wilden Westen. Ohne rechtliche Konsequenz.

  • Pocher ist Deutscher und das Unternehmen aus Lichtenstein. Die Aussage ,,Bei uns kaufen Sie Gold mit 70% Rabatt" ist Irreführung. Wenn du sowas in den USA bewirbst, gehst du in den Bau. Punkt. Bei uns gibt es gegen ,,Anlegerabzocke" keine klaren Regeln. Das ist es ja was ich bemängele.

    Die Aussage "Gold mit 70% Rabatt" mag eine Irreführung iSd UWG sein und damit eine unzulässige Wettbewerbstaktik, wogegen andere Wettbewerber entsprechend vorgehen können.

    Sie stellt aber bislang nicht ersichtlich eien Täuschung da, die einen Irrtum erzeugt. Ebenso wenig ergibt sich das für mich daraus, dass man sich einer Werbeperson bedient, die aus Deutschland kommt. Dürfte damit auch kein Deutscher mehr Werbung für österreichische oder schweizer Unternehmen machen bzw. anders herum?

    Die Voraussetzung eines strafrechtlichen Betruges ist zuerst, dass es überhaupt eine zumindest durch schlüssiges Verhalten gegebenene Täuschung gegeben haben muss, die einen Irrtum erzeugt oder aufrechterhält. Unterstellt, dass man dafür das Werben mit Herrn P. ausreichen lässt, bräuchte man immer noch einen Vermögensschaden. Solange man aber für Preis X, eine entsprechende Menge Gold erwirbt und ggf. einwilligt diese dort zu belassen für eine gewisse Zeit. Dann liegt darin kein Vermögensschaden oder eine Vermögensminderung. Schließlich ist ebens viel Wert aus dem Vermögen des Erwerbers abgeflossen - als Bar- oder wahrscheinlicher Buchgeld - wie er in Form werthaltigen Goldes erworben hat.

    Im Insolvenzfall besteht an entsprechend physisch verwahrtem Gold grundsätzlich auch ein Aussonderungsrecht, sodass man sein Gold erhalten kann. Beim Hinzutreten weiterer Umstände kann ggf. eine Untreue in Betracht kommen, wenn das treuhänderische Verwahrungsverhältnis missbraucht wird.

  • Liechtenstein……

    Das ist ein kleiner Unterschied..

    Ist es das? Würden die US-Behörden vor solchen Spitzfindigkeiten zurückschrecken? Der Chef dieser Bande ist Österreicher, es arbeiten mehrere Deutsche dort und Pocher bewirbt den Schwindel. Wenn es vernünftige Gesetze gäbe, würde man die sofort einbuchten. Die agieren hier in Deutschland frei. Es gäbe auch einen ganz anderen Druck auf Liechtenstein, wenn sich die Einstellung zu Finanzschwindel ändern würde. Momentan ist es so, dass Abzocke im Finanzbereich beim Gesetzgeber nicht gerade Fokus ist. Ganz im Gegenteil.

  • Die Aussage "Gold mit 70% Rabatt" mag eine Irreführung iSd UWG sein und damit eine unzulässige Wettbewerbstaktik, wogegen andere Wettbewerber entsprechend vorgehen können.

    Du hast das Problem noch immer nicht verstanden: Die Gesetzgebung in diesem Land ist im Bereich der Abzocke in der Finanzindustrie unzureichend. Genau darin liegt der Kern des Problems. Gegen das Unternehmen existieren zahlreiche Warnungen wegen des Verdachts auf ein Ponzi-System. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) Liechtenstein weist ausdrücklich darauf hin, dass TGI über keine aufsichtsrechtliche Bewilligung oder Registrierung bei der FMA verfügt. Der Geschäftsführer ist in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verwickelt.

    Wie kann es also sein, dass eine solche Firma und ihre Verantwortlichen in Deutschland immer noch unbehelligt agieren können? Wäre sowas in den USA überhaupt möglich? Dass dies bei uns möglich ist, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis politischer Untätigkeit und juristischer Grauzonen.

  • TGI AG. Ich hatte tatsächlich einen Bekannten, der wollte mich letztes Jahr für diese Art des Goldhandels gewinnen. Hat mir haufenweise Videos gesendet, die ich mir ansehen sollte. Alle meine Einwände wurden "entkräftet". Schön einstudiert, würde ich heute sagen. Wie zum Beispiel: "TGI AG ist richtiger Goldhandel. Nur besser!" Oder: "In den USA wäre die Stiftung Warentest schon pleite wegen immenser Schadenersatzforderungen..." Und: "Ich kaufe Gold mit 72% - 108% Rabatt und warte dafür drei Jahre auf die Lieferung. Während dieser Zeit kann TGI mehrfach aus Geld Gold und aus Gold Geld machen und mir aus dem Handelsgewinn 2% monatlich zahlen ..." Seit einiger Zeit höre ich nichts mehr von ihm. Gefunden dazu habe ich noch: " ...Die Finanzmarktaufsicht (FMA) Liechtenstein hat ihre Warnung vor der TGI AG (Vaduz) im Jahr 2025/2026 erneut bekräftigt. Die Behörde weist darauf hin, dass das Unternehmen über keine aufsichtsrechtliche Bewilligung verfügt. Auch wenn die TGI AG argumentiert, sie brauche als "reiner Goldhändler" keine Lizenz, sehen Rechtsexperten in dem Rabattmodell oft ein einlagenähnliches Geschäft, das eigentlich streng reguliert sein müsste…"

  • Was ich nicht verstehe. Die Masche läuft doch schon seit Jahren. Offenbar stehen jeden Tag ein paar neue Idioten auf.
    https://datum.at/die-goldgraeber/

    Ich sehe das Problem hier:

    Zitat

    Das Landesgericht für Strafsachen Wien hat Katarina KALTENEGGER und Helmut

    KALTENEGGER von der wider sie durch die Zentrale Staatsanwaltschaft zur

    Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption (WKStA) erhobenen

    Anklage freigesprochen. Der Freispruch erfolgte, weil weder in objektiver, noch in

    subjektiver Hinsicht ein Schuldbeweis vorlag. Der Freispruch ist rechtskräftig.

    Wenn selbst für ein derart plumpes und offensichtliches Ponzi-System keine tragfähige rechtliche Grundlage für eine Verurteilung existiert, dann ist nicht der Betrüger das eigentliche Problem, sondern die Gesetzgebung. Und dabei reden wir noch von einem „kleinen Fisch“.

    Was tagtäglich bei Sparkassen, Banken und durch die Drückerkolonnen der Strukturvertriebe unters Volk gebracht wird, ist in seiner Wirkung kaum weniger schädlich. Nur eben besser verpackt, juristisch abgesichert und gesellschaftlich akzeptiert. Kriminell? Vielleicht nicht. Aber systematisch ausbeuterisch allemal. Der geprellte Kunde steht auch hier regelmäßig mit leeren Händen da. Formal korrekt beraten, praktisch ruiniert. Und dann wird das Ganze mit dem Totschlagargument „Eigenverantwortung“ abgeräumt.

    Schön und gut. Ich bin auch für Eigenverantwortung. Dann aber bitte konsequent. Dann sollte der Gesetzgeber auch den Mut haben, den restlichen Regulierungs- und Bevormundungszirkus in nahezu allen Lebensbereichen gleich mit abzuschaffen. Alles andere ist nichts weiter als Heuchelei mit Paragrafen.

  • Die erste Regel beim Goldkauf lautet: "Auf Gold gibt es keinen Rabatt." Wer so etwas anbietet, will betrügen.

    Diese Nummer hier ist alt. PIM Gold lässt grüßen. Man lässt sich Geld für Gold überweisen, das gar nicht existiert. Bei PIM Gold sind seinerzeit 10.000 Anleger den Betrügern auf dem Leim gegangen, 3 Tonnen Gold zu einem aktuellen Marktpreis von ca. 420 Mio. EUR existierten nicht. Der Betrug ist auch nur aufgeflogen, weil ein geschasster Mitarbeiter ausgepackt hat. Die Leute, die auf solche Ponzi-Nummern hereinfallen, werden wohl nicht weniger.

    Das Ganze, auch bei dieser Firma aus Liechtenstein, ist und bleibt Anlagebetrug. Es gibt keine Möglichkeit, auf diese Art und Weise legal Geld zu verdienen.

  • Mir fällt bei solchen Geschichten immer der Satz ein:

    Gier frisst Hirn

    Kein Mitleid.... außer, es werden Ältere regelrecht ausgenommen. Der Enkeltrick ist ja nun wirklich weit verbreitet und in den Medien besprochen. Trotzdem steht bald jeden Tag in der Zeitung, das wieder ein Senior/-in darauf hereingefallen ist.

    Hier trifft es aber wohl eher Jüngere, auch gutsituierte, die einfach den Ranzen nicht voll genug kriegen.