Jeden Monat Dividende - L&G Global Quality Dividends ETF

  • Dieser ETF wurde vor einiger Zeit von cshim Forum vorgestellt.

    Hi, mir gefällt dieses neue Produkt, was hier vorgestellt wird:

    https://aktiengram.de/global-quality-dividends-etf/

    Er hat viele schöne Eigenschaften:

    • Keine Tech oder US Klumpen (wie etwa beim Fidelity Global Quality Income, der sehr ähnlich zum MSCI World ist)
    • Monatliche Ausschüttung. Meines Wissens der erste Aktien ETF, der das macht.
    • Ca. 3,5% Dividendenrendite
    • Fokus auf Dividenden Wachstum
    • Qualitätsfilter, z.B. nur Unternehmen, die ihre Dividende seit 10 Jahren nicht gesenkt haben.
    • Die alternative Gewichtung (Equal Weight) tut einem sonst marktkapitalisierungsgewichteten Portfolio vielleicht ganz gut.
    • Auch Small Caps sind enthalten

    Das soll natürlich keine Empfehlung sein, denn Achtung: der ETF ist sehr jung und klein.

    Unten in dem Link findest du weitere beliebte ETF mit Dividenden Fokus.

    Hat sich schon jemand mit der genauen Funktionsweise dieses ETF beschäftigt? Bei ,,gewöhnlichen" ausschüttenden ETFs wird nur 2-4 Mal pro Jahr ausgeschüttet und die Regeln sind meist ähnlich:

    • Die Dividenden der im ETF enthaltenen Unternehmen werden sofort in Aktien reinvestiert
    • Am Stichtag werden Aktien im Wert der Dividenden aus den letzten z.B. 3 Monaten verkauft
    • Der Anteilspreis sinkt entsprechend
    • Am Auszahlungstag wird der Betrag ausgezahlt.

    Da die Unternehmen in unterschiedlicher Höhe und zu unterschiedlichen Monaten ausschütten, ergeben sich jedes Mal deutlich unterschiedliche Auszahlungsbeträge.

    Bei diesem ETF soll allerdings monatlich ausgeschüttet werden und . . .

    Zitat von L&G
    • Die ausschüttende Anteilsklasse des Fonds soll einen stabilen monatlichen Ertrag bieten und strebt zu diesem Zweck eine konstante Ausschüttung pro Anteil an, die sich nach der voraussichtlichen Rendite des Portfolios richtet.

    Bedeutet das, dass der ETF nicht nur die Dividenden der Unternehmen ausschüttet, sondern, dass ein Gesamtertrag (Dividenden+Kurswachstum) geschätzt wird und dieser ausgeschüttet wird? :/

    https://fundcentres.landg.com/de/de/adviser-…lity-Dividends/

  • Grundsätzlich spricht nichts dagegen, monatlich statt quartalsweise auszuschütten. Vorausgesetzt, es werden tatsächlich nur die Dividenden ausgeschüttet und nicht die Substanz.

    Dieser Unterschied wird in allen Darstellungen, die ich kenne, nicht erwähnt, ist jedoch elementar: Im ersten Fall handelt es sich um einen dauerhaften, monatlichen Geldstrom, der langfristig mit der Inflation wächst und sich automatisch an die Marktlage anpasst (in schwachen Phasen geringer, in starken entsprechend höher). Im zweiten Fall hingegen führt die Ausschüttung über kurz oder lang zu einem Rückgang des Portfoliowerts. Insbesondere in schwachen Marktphasen könnte das Management gezwungen sein, die Entnahmerate zu erhöhen, was den Substanzverzehr zusätzlich beschleunigt.

  • Finanztip hat den ETF ,,bewertet“. Ziemlich fundiert finde ich. Fazit: Finger weg!


    Finanztip:


    Mittlerweile gibt’s eine noch einfachere Variante: ETFs, die tatsächlich jeden Monat ausschütten. Seit Mitte Januar macht das z. B. der L&G Global Quality Dividends ETF (ISIN: IE0005AJA0P1). Er kostet 0,29 %pro Jahr (TER) und investiert in rund 900 Unternehmen.

    Wichtig: Genau wie die drei ETFs aus unserer Podcast-Strategie gehört er nicht zu unseren Empfehlungen. Denn der ETF hat gleich mehrere Haken:

    • Unzureichende Streuung: Der L&G-ETF enthält nur gut 950 Unternehmen. Damit ist er deutlich schlechter gestreut als ein ETF auf die weltweiten Standard-Indizes: MSCI Worldund FTSE Developed enthalten ca. 1.300 bzw. 2.000 Aktien aus Industrieländern. Beim MSCI ACWI und FTSE All-World sind auch Schwellenländer enthalten und damit ca. 2.500 bzw. 4.000 Unternehmen. Der MSCI ACWI IMI ergänzt noch Small Caps und kommt so auf ca. 8.000 verschiedene Aktien
    • Verschobene Branchenaufteilung: Wie viele Dividenden-ETFs, weicht der L&G auch von der Aufteilung der Branchen klassischer Welt-ETFs ab. Denn Unternehmen mit hohen Dividendenzahlungen kommen oft aus der Finanzbranche oder der klassischen Industrie. Du hast also ein höheres Klumpenrisiko
    • Zu kurze Historie: Der ETF ist noch kein Jahr am Markt. Aussagekräftige Performance-Daten fehlen also noch. Deshalb bewerten wir solche neuen Produkte überhaupt erst nach mehreren Jahren
    • Geringes Fondsvolumen: Mit nur gut 120 Mio. € ist der ETF noch ziemlich klein. Das kann langfristig ein Risiko sein, dass der ETF mit einem anderen verschmolzen oder ganz geschlossen wird. In beiden Fällen kann Abgeltungssteuer anfallen, also Deinen Zinseszinseffekt schmälern
    • Unklare Nachhaltigkeitskriterien: Der ETF wird teilweise als "nachhaltig" vermarktet. Die Auswahl der Unternehmen nach ESG-Kriterien ist aber wenig transparent. Das zeigt sich auch daran, dass der Fonds keinen klaren Nachhaltigkeitsfokus im Namen trägt

    Warum Du besser keine Dividenden-Strategie fährst

    Unabhängig von diesem neuen ETF gilt bei Finanztip die Devise: Eine Dividenden-Strategie lohnt sich für Deinen langfristigen Vermögensaubau in aller Regel nicht besonders. Denn Dividenden haben entscheidende Nachteile:

    1. Dividenden sind kein Zusatzgewinn

    Dividenden können sich wie ein Geschenk anfühlen und beim Einstieg in ETFs motivieren: Du siehst sofort auf dem Konto, dass Deine Geldanlage etwas abwirft. Bei jeder Ausschüttung sinkt aber auch der Kurs. Sie sind also kein Zusatzgewinn und fehlen dann an anderer Stelle.

    Entscheidend ist die Gesamtrendite. Deshalb solltest Du Erträge reinvestieren. So nutzt Du den Zinseszinseffekt optimal – zumindest bis Dein Steuerfreibetrag (1.000 €/Jahr) ausgeschöpft ist. Denn darüber hinaus fällt Abgeltungssteuer an. Und die solltest Du möglichst spät zahlen, sodass auch diese Summe den Zinseszinseffekt verstärkt.

    Ein thesaurierender = automatisch wiederanlegender ETF macht diese „Steuerstundung“ besser. Hier fällt nur die Steuer auf die Vorabpauschale an.

    2. Hohe Dividenden können täuschen

    Unternehmen, die regelmäßig viel ausschütten, investieren oft weniger in ihr eigenes Wachstum. Das kann langfristig ihre Entwicklung bremsen und damit den Kurs drücken. Eine hohe Dividende kann sogar ein Warnsignal sein: Schwächelt das Unternehmen bereits und will nur seine Investoren bei Laune halten?

    3. Dividenden bringen falsche Sicherheit

    Außerdem kannst Du Dich auf Dein monatliches Zusatzeinkommen nicht verlassen. Denn anders als z. B. Festgeld- oder Aktionszinsen beim Tagesgeld sind Dividenden nicht fix. Die Unternehmen können jederzeit entscheiden, weniger auszuschütten.

  • Sachargumente sehe ich allerdings eher unter den mit 1. bis 3. nummerierten Argumenten gegen eine (reine) Dividendenstrategie, als in den als Spiegelstrich bezeichneten "Haken" des L&G. Dinge wie "unklare Nachhaltigkeitskriterien" oder "zu kurze Historie" muss man halt auch als Nachteil sehen wollen, damit das funktioniert. Und wenn man die 900 Titel als "unzureichende Streuung" ansehen will, möchte ich schon ganz gerne mal eine ähnliche Betrachtung z.B. des MSCI World Ex USA mit seinen 767 Titeln lesen.

  • Und wenn man die 900 Titel als "unzureichende Streuung" ansehen will, möchte ich schon ganz gerne mal eine ähnliche Betrachtung z.B. des MSCI World Ex USA mit seinen 767 Titeln lesen.

    Der ist ja auch nur (bedingt) sinnvoll in Kombination mit einem MSCI USA oder S&P 500 . Das grundlegende Problem besteht darin, dass ein Dividendenfokus systematisch viele Unternehmen ausschließt oder ganze Sektoren nur gering gewichtet.

    Berücksichtigt man, dass ein großer Teil der langfristigen Equity Prämie auf relativ wenige Unternehmen bzw. Branchen zurückzuführen ist, erscheint diese Einschränkung durchaus relevant (=riskant).

    Damit entsteht das Risiko, dass man über längere Zeiträume hinweg ausgerechnet jene Wachstumsphasen und Sektoren verpasst, die die Gesamtmarktrendite wesentlich geprägt haben. Im Extremfall könnte man über ein oder zwei Jahrzehnte hinweg genu die entscheidenden Branchen untergewichtet oder gar nicht im Portfolio haben. Nur weil sie nicht zum Dividendenfilter passen.

  • Finanztip hat den ETF ,,bewertet“. Ziemlich fundiert finde ich. Fazit: Finger weg!

    Ich habe den Artikel bei FT auch gelesen.

    Grundsätzlich stimme ich FT und dir zu. Für den „normal“ interessierten DIY Anleger nicht das geeignete Produkt.

    Hier im FT Forum sind die aktiven Mitglieder in meinen Augen schon eher in der Lage abzuschätzen, ob sie in so ein Produkt investieren möchten und mit welchen Argumenten.

    Insofern: ich sehe für mich auch keine Veranlassung, da Geld reinzustecken; würde auf der anderen Seite aber jedem hier seinen Spaß und die Investmentidee lassen, dennoch in den ETF zu investieren.

  • Ich finde die Hinweise von Finanztip gut.
    Gruselig ist aber die dauernde Erwähnung des sattsam bekannten, überteuerten Amundi-ETF mit Luxemburger Domizil.

    Dann bitte konsequent auf die Konkurrenz von SPDR setzten.

    Schön wäre es, wenn die Redaktion zumindest den Mrd-schweren Amundi Prime All Country World als Alternative für ganz Mutige erwähnen würde.

  • Ich gebe der Redaktion von Finanztip.de recht, dass der Fonds für den langfristigen Vermögensaufbau nicht geeignet ist. Da ich mich aber so langsam der Entsparphase nähere, war ein strategischer Umbau meines Portfolios anzugehen und genau dafür habe ich u.a. in diesen ETF investiert und bespare ihn und andere auch noch weiter, solange dies finanziell möglich ist. Eine Berücksichtigung von anderen Lebensphasen würde ich mir bei der Bewertung von ETF und überhaupt allen Vermögensfragen, mit denen sich Finanztip auseinandersetzt, oftmals wünschen.

    • Denn Unternehmen mit hohen Dividendenzahlungen kommen oft aus der Finanzbranche oder der klassischen Industrie. Du hast also ein höheres Klumpenrisiko

    Eher wohl ein anderes als den Tech-Klumpen im MSCI World.

    1. Dividenden sind kein Zusatzgewinn

    Dividenden können sich wie ein Geschenk anfühlen und beim Einstieg in ETFs motivieren: Du siehst sofort auf dem Konto, dass Deine Geldanlage etwas abwirft. Bei jeder Ausschüttung sinkt aber auch der Kurs. Sie sind also kein Zusatzgewinn und fehlen dann an anderer Stelle.

    Dieses Argument verstehe ich nach wie vor nicht.

    Unternehmen zahlen Dividenden und zwar unabhängig davon, ob Blackrock die Aktien hält und einen ETF daraus bastelt oder ob ich die Aktien halte. Der jeweilige Aktienkurs sinkt bei Dividendenzahlung in beiden Fällen.

    Interessant wird es bei der Frage, ob man die Dividenden wieder anlegt. Wenn die Antwort "ja" ist, ist der einzige Unterschied noch die Besteuerung.

  • Dieses Argument verstehe ich nach wie vor nicht.

    Das Argument ist stichhaltig. Viele Investoren betrachten eine Ausschüttung als „Extrageld“ oder als Bonus. Das ist jedoch schlicht falsch. Sowohl bei Einzelwerten als auch bei ausschüttenden ETFs. Und selbst wenn man versteht, dass es sich ökonomisch um ein „linke Tasche, rechte Tasche“-Spiel handelt und keinen wirtschaftlichen Unterschied zu einem Teilverkauf gibt, bleibt häufig das intuitive Gefühl bestehen, dass ein Teilverkauf, der extern geschieht, etwas anderes sei (ja, vor jeder Ausschüttung verkauft der ETF Aktien).

    Das Problem dividendenstarker Unternehmen ist folgendes: Wenn selbst das Management eines Unternehmens der Ansicht ist, dass es besser ist, Gewinne auszuschütten, statt sie im Unternehmen zu reinvestieren, warum sollte ein Anleger dann gezielt diesem Unternehmen Kapital zur Verfügung stellen? Genau hier entsteht ein logisches Spannungsfeld, das sich langfristig ziemlich deutlich in einer schlechteren risikoadjustierten Rendite niederschlägt.

    Ausschüttende ETFs sind per se nicht schlecht, da sie sowohl steuerliche als auch operative Vorteile haben können (z. B. im Kontext der Vorabpauschale). Dennoch würde ich persönlich nie einen Dividendenfokus wählen, sondern auf einen marktbreiten ETF setzen. Verkäufe lassen sich jederzeit selbst steuern. Wer möchte genau in dem Umfang, der der Ausschüttung eines Dividenden-ETFs entspricht und bei Bedarf auch automatisiert über einen Entnahmeplan. Es besteht daher kein struktureller Vorteil darin, die Auszahlung über dividendenstarke Titel abzubilden. Im Gegenteil: Es ist konzeptionell unnötig umständlich.

  • Das Problem dividendenstarker Unternehmen ist folgendes: Wenn selbst das Management eines Unternehmens der Ansicht ist, dass es besser ist, Gewinne auszuschütten, statt sie im Unternehmen zu reinvestieren, warum sollte ein Anleger dann gezielt diesem Unternehmen Kapital zur Verfügung stellen?

    Naja…meine Familie ist schon sehr lange in größerem Stil an der Allianz und der Münchner Rück beteiligt.

    Deshalb darf ich hier darauf hinweisen, dass deine Aussage auf den ersten Blick logisch wirkt aber ein zentrales Prinzip der Kapitalallokation verkennt:

    Dividendenzahlungen aus Gewinnen sind kein Zeichen mangelnder Qualität, sondern häufig Ausdruck von Kapitaldisziplin.

    Du unterstellst implizit, dass Reinvestition im Unternehmen grundsätzlich die beste Verwendung von Kapital sei. Genau das ist aber empirisch und theoretisch keineswegs selbstverständlich. Ein Unternehmen sollte Gewinne nur dann reinvestieren, wenn es nachhaltig Renditen oberhalb seiner Kapitalkosten erzielen kann. Sobald zusätzliche Investitionen nur noch mittelmäßige oder gar wertvernichtende Renditen erzeugen, ist Ausschüttung ökonomisch rationaler.

    Gerade Versicherer sind dafür klassische Beispiele. Diese Unternehmen operieren in reifen, hochregulierten Märkten mit enormen Skaleneffekten, starken Marken, konservativer Bilanzkultur und sehr hoher Kapitalrendite auf das tatsächlich benötigte Eigenkapital. Die entscheidende Fähigkeit liegt dort nicht im permanenten aggressiven Reinvestieren, sondern im disziplinierten Wirtschaften, im Risikomanagement und in der effizienten Kapitalallokation über Zyklen hinweg.

    Wenn solche Unternehmen überschüssiges Kapital ausschütten, bedeutet das nicht, dass sie nicht wüssten wie das Geld zu investieren wäre.

    Aus Sicht einer langfristigen Eigentümer:in ist genau das attraktiv.

    Denn das eigentliche Problem vieler wachstumsorientierter Unternehmen ist nicht zu wenig Reinvestition, sondern zu viel davon. Insbesondere zu sinkenden Grenzerträgen. Die Wirtschaftsgeschichte ist voll von Konzernen, die enorme Cashflows intern gebunden und anschließend durch schlechte Akquisitionen, Überkapazitäten oder strategische Modezyklen vernichtet haben. Beispiele kennst du ja genügend.

    Ein dividendenstarkes Unternehmen mit hoher Kapitaldisziplin kann deshalb langfristig durchaus bessere risikoadjustierte Renditen liefern als ein Unternehmen, das jeden Euro zwingend reinvestieren muss, um seine Bewertung zu rechtfertigen.

    Hinzu kommt ein weiterer Punkt, den viele rein theoretische Diskussionen ausblenden: Für generationenübergreifende Investoren (etwa Familienstiftungen) sind planbare Ausschüttungsströme selbst ein Teil der Renditequalität.

    Die Vorstellung, hohe Ausschüttungen seien automatisch ein Zeichen fehlender Opportunitäten, stammt letztlich aus einem sehr venture-capital-geprägten Wachstumsverständnis. Für reife Qualitätsunternehmen gilt häufig das Gegenteil: Gerade die Fähigkeit, nicht jedem Wachstumsimpuls hinterherzulaufen, ist Ausdruck unternehmerischer Stärke.

    Der Markt überschätzt oft Wachstum und unterschätzt Kapitaldisziplin. Langfristige Eigentümer lernen meist das Gegenteil.

    Und jetzt vergleichen wir mal die Allianz mit Chubb.

    Da war wohl fit vor zwei Jahren ganz geheim eingestiegen. Mit Sondererlaubnis von verschiedenen Aufsichtsbehörden.
    Die „formal“ Schweizer Versicherung schüttet vier mal im Jahr eine kleine Quartals Dividende aus.

    Was ist jetzt die bessere Firma? Nach deiner Theorie Chubb.

    Unabhängig davon, dass sich die Allianz im Börsenkurs sogar stärker entwickelt hat, bringen die Dividendenzahlungen der drei Jahre insgesamt ein zusätzliches Plus von 17 %. Bei Chubb sind es nur 3 Prozent.

    Meine Dividenden investiere ich konsequent in ETFs, nachdem ich bei den Einzeltiteln radial einen Kehraus veranstaltet habe.

    Während die Dividende der minderjährigen Kinder sofort am Dienstag konsequent in ETF auf den FTSE All-World investiert wurde, überlege ich gerade noch, ob ich nicht in den ausschüttenden Kommer-ETF oder wieder in den MSCI World und EM Ex China investiere. Meinen erwachsenen Kinder rede ich da nicht rein.

  • ...Eine Berücksichtigung von anderen Lebensphasen würde ich mir bei der Bewertung von ETF und überhaupt allen Vermögensfragen, mit denen sich Finanztip auseinandersetzt, oftmals wünschen.

    Es gibt aber keine Lebensphase, in der man mehr Risiko ohne zu erwartenden Mehrwert benötigt. Es sei denn man betrachtet eine Phase der geistigen Umnachtung als Lebensphase.

    ...

    Unternehmen zahlen Dividenden und zwar unabhängig davon, ob Blackrock die Aktien hält und einen ETF daraus bastelt oder ob ich die Aktien halte. Der jeweilige Aktienkurs sinkt bei Dividendenzahlung in beiden Fällen.

    Es geht nicht um Dividenden, sondern um den gezielten Fokus auf derartige Unternehmen und damit um einen freiwilligen Verzicht auf Diversifikation.

    Wenn ich Amazon und Allianz vergleiche, dann werde ich bei Allianz direkt für den Unternehmenserfolg belohnt, ohne Anteile zu verkaufen. Bei Amazon dagegen müsste ich Anteile verkaufen, wobei der Kurs trotz hoher Gewinne noch sinkt.

    Das ist aber ein unsinniger, nichtssagender Vergleich.

    Kurse schwanken nun einmal. Das ist bei Unternehmen, die Dividenden zahlen so und bei anderen auch.

  • Tomarcy

    Du schreibst viele Worte, die am Kern vorbeigehen. Außerdem vermischst du Einzelwerte und Index-Anlage. Die Datenlage ist eindeutig: Unternehmen mit hohen Ausschüttungen erzielen risikoadjustiert keine bessere Rendite als der breite Markt. Im Gegenteil. Hohe Ausschüttungen sind nachweislich keine Faktorprämie.

    Das lässt sich auch sachlogisch erklären (siehe meinen Beitrag oben). Entscheidend ist ausschließlich die risikoadjustierte Gesamtrendite nach Kosten und Steuern. Nicht Ausschüttungshöhe, nicht persönliche Präferenzen und auch keine theoretischen Vorstellungen darüber, wie Unternehmen operieren sollten.

    Der breite Markt rentiert besser. Der Buyback-Index ebenfalls. Und zwar deutlich und risikoadjustiert. Punkt.


    P.S. Eine Diskussion über den Sinn und Unsinn von Einzelaktien ist mit mittlerweile zu primitiv. Ich beteilige mich daran nicht mehr.

  • P.S. Eine Diskussion über den Sinn und Unsinn von Einzelaktien ist mit mittlerweile zu primitiv. Ich beteilige mich daran nicht mehr.

    Die führt hier keiner. Es geht hier um Dividenden und Dividenden-ETF.
    Von Einzelaktien sollte man die Finger lassen. Ausnahme ist eine kleine Spielwiese bei Trade Republic oder so, wo man mit kleinem Geld ausprobieren kann, dass es nichts bringt.

  • Und der ewige Kampf geht in die nächste Runde...

    Es ist faszinierend, welche emotionale Wirkung Ausschüttungen auf Menschen haben. Selbst finanzliterierte Anleger sind davor nicht gefeit. Und sobald die Ausschüttung monatlich kommt, setzt bei vielen jede Rationalität aus.Ich glaube inzwischen, dagegen kann man kaum argumentieren. das passiert auf einer fast schon biologischen Ebene.

    Vorstellen könnte ich mir einen Monatsausschütter höchstens bei Menschen, die wirklich keinerlei Finanzwissen haben und bei denen die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich jemals damit beschäftigen, praktisch null ist. Dann kann man die höheren Rsilken und strukturellen Nachteile vielleicht in Kauf nehmen, um die Person vor sich selbst zu schützen.

    Aber bei Nutzern, die hier im Forum aktiv sind? Das ist absurd. Wirklich jeder Experte rät davon ab. Inklusive Finanztip, also sogar der Betreiber dieses Forums. Und diese Experten werden ja bei allen andern Themen zitiert. Dur beim Dividendenfokus liegen alle falsch? Also nur bei diesem einen Thema haben die Finanzpornografen recht und alle rationalen Experten sind auf dem Holzweg? Wie wahrscheinlich ist das? :/

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