Emerging Markets ETF nachhaltig gegen nicht nachhaltig wechseln?

  • Bin seit ca 5 J. in einem nachhaltigen Emerging Markets ETF investiert...der war damals etwa gleichauf, teils sogar besser in der Performance wie die konventionellen.

    Aber jetzt bewegt er sich seit geraumer Zeit immer parallel eher auf halbem Niveau...wäre ich jetzt in einem normalen EM ETF investiert gewesen, wären die Rendite in 5 J. etwa doppelt so hoch.

    Hat jemand Ahnung, ob es aufgrund von Rohstoffthematik, Geopolitik oder anderes sehr wahrscheinlich ist, dass sich dieser Trend noch jahrelang fortsetzt, also dass der konventionelle besser performt, bzw dass die Kluft noch größer wird?

    Hab nur noch ca 10 Jahre bis zur Rente und der Vermögensaufbau wäre bei mir jetzt essentiell...wäre es sinnvoll den nachhaltigen zu verkaufen und einen normalen Emerging Markets zu kaufen? Schon klar, dass es keine Garantien gibt...aber es geht ja um Wahrscheinlichkeiten.

  • Das lässt sich nicht voraussagen. Hab selbst als Ergänzung einen nachhaltigen EM, weil ich davon ausgehe, dass es ohne Nachhaltigkeitsausrichtung keine Zukunft gibt.

    Kurzfristig auf Rendite schauen, da ist man nicht gut beraten.

    Wenn du noch keinen ACWI oder FTSE All WORLD besparst - das wäre die Basis fürs Altersdepot. Man sagt, dazu um die 10% EM, wenn einem die knapp 10% in den genannten ETF nicht reichen.

  • Bin seit ca 5 J. in einem nachhaltigen Emerging Markets ETF investiert...der war damals etwa gleichauf, teils sogar besser in der Performance wie die konventionellen.

    Aber jetzt bewegt er sich seit geraumer Zeit immer parallel eher auf halbem Niveau...wäre ich jetzt in einem normalen EM ETF investiert gewesen, wären die Rendite in 5 J. etwa doppelt so hoch.

    Hat jemand Ahnung, ob es aufgrund von Rohstoffthematik, Geopolitik oder anderes sehr wahrscheinlich ist, dass sich dieser Trend noch jahrelang fortsetzt, also dass der konventionelle besser performt, bzw dass die Kluft noch größer wird?

    Hab nur noch ca 10 Jahre bis zur Rente und der Vermögensaufbau wäre bei mir jetzt essentiell...wäre es sinnvoll den nachhaltigen zu verkaufen und einen normalen Emerging Markets zu kaufen? Schon klar, dass es keine Garantien gibt...aber es geht ja um Wahrscheinlichkeiten.

    Welcher ETF ist es denn und welchen "normalen" hast du zum Vergleich herangezogen? Ich halte den LU2109787049.

  • also dass der konventionelle besser performt, bzw dass die Kluft noch größer wird?

    Traust Du Dich schon "nur" die Fortgang des China-Taiwan Konfliktes in den kommenden Jahern vorher zu sagen? Das sind immerhn 45% zu 48% dem im jeweiligen iShars ETF enthaltenen Länder.

    Am Ende musst Du Dir wohl den Nachhaltigkeits-Filter ansehen und selber entschieden, was in Zukunft aus den knapp 80% der Firmen wird, die z.B. beim "iShares MSCI EM SRI UCITS ETF" aus dem "iShares MSCI EM UCITS ETF" fallen. U.U. werden sie irgendwann in den SRI INdex aufgenommen, wenn sie dafür mal nachhaltig genug sind.

    Dass beide mit 15% bzw. 12% bzw. 15% einen ziemlischen Klumpen mit TSMC im Index haben ist Dir sich er auch bewusst, wenn der EM ETF einen signifikanten Antreil Deiner Altersvorsorge darstellt.

  • Ich kenne das... Ich bin seit einigen Jahren (geringfügig) im MSCI Europe SRI investiert, der die letzten Jahre noch mehr Abstand zu seinem non-SRI Pendant genommen hat als die EM. Ich will ihn bald verkaufen.

    Ich denke es liegt vor allem an den Rüstungsunternehmen, die die letzten Jahren die Rendite antrieben.

    Wie es in 10 Jahren aussieht, weiß natürlich niemand. Aber ein interessanter Aspekt war ein Video des Aktienrebells, worin er argumentierte, dass Defense Aktien die Volatilität etwas senken könnten, bzw. eine Art Absicherung gegen schlechte Zeiten sein könnten (wenn alles schlecht läuft wegen Krieg, laufen zumindest die Rüstungsaktien).

    Ich hatte meinen Emerging ESG Screened ETF bereits 2023 gegen einen normalen getauscht. Nicht wegen schlechter Rendite, sondern weil ich FOMO hatte, nicht überall dabei zu sein. Bis heute liefen die aber sehr ähnlich.

  • Schon klar, dass es keine Garantien gibt...aber es geht ja um Wahrscheinlichkeiten.

    Garantien gibt es keine. Aber hast du dich mal damit beschäftigt, was du mit "nachhaltig" eigentlich tun willst? Dein Ziel ist, die Kapitalkosten für "gute" Unternehmen zu senken, verglichen mit bösen/schlechten Unternehmen. Die Kapitalkosten sind aber deine Rendite. Wenn das Ziel erreicht wird*, muss ein nachhaltiger Index zwingend schlechtere Rendite abliefern als einer, der hier nicht selektiert. Ist das dein Ziel? Oder willst du einfach nur die maximale Rendite?


    *aktuell eher unwahrscheinlich, da sich die ganzen Definitionen widersprechen und auch wahrscheinlich ist, dass derartige Gewinne von Sin/Vice Funds wegarbitriert werden

  • Hat jemand Ahnung, ob es aufgrund von Rohstoffthematik, Geopolitik oder anderes sehr wahrscheinlich ist, dass sich dieser Trend noch jahrelang fortsetzt, also dass der konventionelle besser performt, bzw dass die Kluft noch größer wird?

    Ich bin generell kein Freund von Nachhaltigkeit als Anlagekriterium, wie ich hier schon öfters geschrieben hab. Bei den EM würde ich da mal etwas abseits von wirtschafltichen Aspekten so denken: Vieles, was man heute als Klima- und umweltschädlich ansieht, war und ist eine Folge des industriellen Fortschritts in Teilen der Welt. Andere Teile Welt wollen zu diesem industriellen Entwicklungsstand ja eben noch hin - deshalb sind sie ja "Emerging Markets". Was ist nun wahrscheinlicher? Dass man diesen Weg möglicherweise komplett unter den heute in Teilen der Welt eher gängigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards gehen kann, und will? Bezahlen kann, und will? Oder tritt angesichts des Bestrebens zur Industrienation zu werden das ein oder andere Nachhaltigkeitskriterium mal eher in den Hintergrund, als es bei Unternehmen und Rechtsrahmen in "Developed Markets" aktuell ist.

    Vielleicht ein Grund, gerade bei EM Nachhaltigkeit als Anlagekriterien abzulehnen.

  • Ich halte ebenfalls nichts von nachhaltigen Produkten. Es ist oftmals einfach "Greenwashing" für ein gutes Gewissen.

    Des Weiteren ist der Begriff "nachhaltig" nicht klar definiert. Für den einen sind Atomkraftwerke nachhaltig weil sie sehr viel CO2 einsparen, für den nächsten eine Totsünde weil man nicht weiß wohin mit dem Müll. Alles eine Frage der Perspektive.

    Es gibt allerdings auch einen praktischen Grund warum dich diese Produkte meide, die Diversifizierung leidet massiv bei nachhaltigen ETFs.

  • Bei den EM würde ich da mal etwas abseits von wirtschafltichen Aspekten so denken: Vieles, was man heute als Klima- und umweltschädlich ansieht, war und ist eine Folge des industriellen Fortschritts in Teilen der Welt. Andere Teile Welt wollen zu diesem industriellen Entwicklungsstand ja eben noch hin - deshalb sind sie ja "Emerging Markets". Was ist nun wahrscheinlicher? Dass man diesen Weg möglicherweise komplett unter den heute in Teilen der Welt eher gängigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards gehen kann, und will?

    Jetzt wird es aber hanebüchen. Die Schwellenländer müssen, um unseren Wohlstand zu erlangen, erst mal dieselben ökologischen Fehler machen? Das ist doch kein Computerspiel, wo man sich Level für Level weiterentwickelt und Endgegner abarbeitet. Zumal dieses Argument ja auch null taugt, wenn man nach Exxon, Chevron oder BP fragt.

    Ich denke, die Schwellenländer werden uns eher links überholen und uns zeigen, wie das mit der Energie in Zukunft gehen muss. Zumal die von diesem Klimading in Teilen ja schon stärker betroffen sind.

  • Des Weiteren ist der Begriff "nachhaltig" nicht klar definiert. Für den einen sind Atomkraftwerke nachhaltig weil sie sehr viel CO2 einsparen, für den nächsten eine Totsünde weil man nicht weiß wohin mit dem Müll. Alles eine Frage der Perspektive.

    Really? Atomkraftwerke nachhaltig? Erzähl das mal dem Endlager.

    Es gibt allerdings auch einen praktischen Grund warum dich diese Produkte meide, die Diversifizierung leidet massiv bei nachhaltigen ETFs.

    Das ist ein Scheinargument. Nimm einen nachhaltigen Small-Caps-ETF dazu, dann hast du im Zweifelsfall mehr Positionen als der ACWI. Und in einem dezent nachhaltigen ETF wie dem ESG Global All Cap (IE00BNG8L278) hast du viermal so viele Positionen wie im konventionellen MSCI World.

  • Ich denke, die Schwellenländer werden uns eher links überholen und uns zeigen, wie das mit der Energie in Zukunft gehen muss. Zumal die von diesem Klimading in Teilen ja schon stärker betroffen sind.

    Die real existierende Realität spricht dagegen. Bei EE kommen werden fast alle Kosten am Anfang fällig. Schlecht wenn man an allen Ecken und Enden Geld für Infrastruktur braucht und die Kreditwürdigkeit eher mäßig ist. Bei einem Kohlekraftwerk fällt nur ein kleiner Teil der Kosten sofort an, der Rest irgendwann in der Zukunft. Bis dahin ist man hoffentlich gewachsen und kann die Kosten tragen.

    Auch dass Schwellenländer mit niedrigen Umweltstandards und 60h Woche arbeiten, ist ein alter Hut. Man wird vielleicht nicht jeden Fehler im gleichen Maß wiederholen und gewisse Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahrzehnten auch verändert. Aber es ist naiv zu glauben, dass in den Schwellenländern jemand das Geld für den teuren Weg übrig hätte

  • Really? Atomkraftwerke nachhaltig? Erzähl das mal dem Endlager.

    Das ist ein Scheinargument. Nimm einen nachhaltigen Small-Caps-ETF dazu, dann hast du im Zweifelsfall mehr Positionen als der ACWI. Und in einem dezent nachhaltigen ETF wie dem ESG Global All Cap (IE00BNG8L278) hast du viermal so viele Positionen wie im konventionellen MSCI World.

    Genau das meine ich, alles eine Frage der Perspektive.

    Sscheinargument? Small Cap mit ACWI vergleichen? Das ist wie Äpfel mit Birnen vergleichen.

  • Ich habe nichts verglichen, ich habe Streuung vorgeschlagen, die dir fehlt.

    Man sollte aber in der gleichen Kategorie bleiben. Hier ein Beispiel für die geringe Diversifikation bei nachhaltiger Geldanlage.

    iShares MSCI World ca. 1.300 Titel, iShares MSCI World SRI ca. 350 Titel.

    Das ist ein enormer Unterschied und ich glaube das ist den Käufern oftmals nicht klar.

  • iShares MSCI World ca. 1.300 Titel, iShares MSCI World SRI ca. 350 Titel.

    Das ist ein enormer Unterschied und ich glaube das ist den Käufern oftmals nicht klar.

    Der Unterschied in der reinen Anzahl der Titel ist natürlich enorm, aber ... es lohnt sich hierzu auch die Gewichtung der Titel anzuschauen und da beträgt beim MSCI World die Gewichtung der Titel ab Position 30 unter 0,50 % absteigend. D.h. der Kurs auch dieses ETFs wird im wesentlichen von den ersten ca. 100 Positionen bestimmt. Und dies relativiert dann in punkto Diversifikation den Unterschied der beiden ETFs wiederum deutlich, auch wenn er natürlich trotzdem gegeben ist.

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