Kostenlose Mitversicherung in der GKV soll wegfallen

  • Ich wohne in einer ländlichen Gegend und hier gibt es sehr viele Familien mit Kindern. Nicht nur ein Kind, sondern Familien mit 2 oder mehr Kindern.

    Konkretes Beispiel sind meine Nachbarn, der Mann Facharbeiter ca. 70.000€ pro Jahr, die Frau Hausfrau und Mutter, 3 Kinder 8, 9, 13.

    Wenn ich denen erzähle das demnächst zusätzlich über 200€ an GKV fällig werden, dann kann ich euch sagen was diese Familie bei der nächsten Wahl wählen wird. Und das ist bei uns nicht die einzigste Familie die dieses Modell lebt.

    Und jetzt noch das Ehegattensplitting weg, ach was wird sich mein Nachbar freuen. So richtig schön ausgenommen und abgezockt, wie viele Familien mit Kindern bei uns in der Gegend.

  • Ggf. könnte es auch helfen, wenn die GKV aufhörte, neue Vorsorgeuntersuchungen für Risikoklientel einzuführen und sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen dagegen nur 3 jährlich vorzuhalten.
    Ab April werden die GKV jährlich Raucher und Raucherinnen zwischen 50 und 75 Jahren ein Lungenkrebsscreening mit niedrig dosiertem CT zur Krebsvorsorge bezahlen. Dagegen wird die gynäkologische Gebärmutterhalskrebsvorsorge für Frauen ab 35 Jahren nur alle 3 Jahre bezahlt. Bildgebende Untersuchungen sind hier grundsätzlich selbst zu bezahlen.
    Für mich nicht nachvollziehbar, wie man Leute, die sich wissentlich selbst schädigen, besser medizinisch betreut als andere, die für eine Erkrankung nichts können.

  • Kernthese:

    Die beitragsfreie Familienversicherung ist kein Luxus - sie ist eine Achse des Systems.

    https://hpd.de/artikel/beitra…ialstaats-23920

    Guter Beitrag.

    Aber, wenn man das so sehen möchte, Ehe als Wirtschaftseinheit mit beliebiger Aufgabenteilung, dann müsste man fairerweise auch dafür sorgen, dass der Partner, der die unbezahlte Care Arbeit ausführt auch nach Ende der Ehe abgesichert ist.

    Das würde heißen wieder Pflicht auf Zahlung von nachehelichem Unterhalt und bessere Hinterbliebenenrente.

  • Guter Beitrag.

    Aber, wenn man das so sehen möchte, Ehe als Wirtschaftseinheit mit beliebiger Aufgabenteilung, dann müsste man fairerweise auch dafür sorgen, dass der Partner, der die unbezahlte Care Arbeit ausführt auch nach Ende der Ehe abgesichert ist.

    Das würde heißen wieder Pflicht auf Zahlung von nachehelichem Unterhalt und bessere Hinterbliebenenrente.

    Gibt's nicht genau dafür den Versorgungsausgleich in der GRV?

  • Die beitragsfreie Familienversicherung ist kein Luxus - sie ist eine Achse des Systems.

    Kann man so sehen, aber wenn man das so sieht, sollte man es auch konsequent auf Familien ausrichten und nicht auf das Familienbild, das Anno 1950 üblich war. Also abhängig von der Frage, ob unterhaltspflichtige Kinder existieren. Es ist immer wieder spannend, wie mit Familie argumentiert wird und in der Praxis Familien doch eher der Beifang sind während im Jahr 2026 durchaus übliche unverheiratete Familien (ca. ein Drittel aller Kinder) sowohl beim Splitting als auch bei der GKV außen vor bleiben.

    Ich habe jetzt mal eine ganz absurde Idee: wir schaffen Familienförderung für Nicht-Familien ab. Und investieren das Geld in echte Familien, definiert an real existierenden unterhaltspflichtigen Kindern. Aber an das Thema traut sich natürlich keiner ran...was sehr viel darüber aussagt, wie viel von dem Geld eben nicht bei Familien landet.

  • Ich habe jetzt mal eine ganz absurde Idee: wir schaffen Familienförderung für Nicht-Familien ab. Und investieren das Geld in echte Familien, definiert an real existierenden unterhaltspflichtigen Kindern. Aber an das Thema traut sich natürlich keiner ran...was sehr viel darüber aussagt, wie viel von dem Geld eben nicht bei Familien landet.

    Ich finde die Idee gut ;)

    Man könnte ja z.B. einfach die Kinderfreibeträge oder das Kindergeld erhöhen.

  • Gibt's nicht genau dafür den Versorgungsausgleich in der GRV?

    Der Versorgungsausgleich gleicht nur die während der Ehe entstandenen Rentenansprüche aus.

    Aber was, wenn man mit 50 nach 20 Jahren Hausfrauentum je nach gelerntem Beruf auf dem Arbeitsmarkt vielleicht nicht mehr so gut vermittelbar ist? Also gar keinen Job findet oder nur einen, bei dem man weit weniger verdient als hätte man die ganze Zeit zumindest Teilzeit seinen Beruf weiter ausgeübt? Diese Nachteile, die aufgrund mangelnder Berufserfahrung, Karriere etc. auch weit über das Ende einer Ehe hinaus bestehen können werden durch den Zugewinn- und Versorgungsausgleich eben nicht adäquat aufgefangen. Deshalb gab es ja auch früher 'in den guten alten Zeiten' den nachehelichen Unterhalt nicht nur für die Kinder sondern auch für die Ehefrau.

  • Wird der Wegfall der Mitversicherung auch Rentner treffen?

    In der älteren Generation gab es ja noch wesentlich mehr Hausfrauen. Müssen dann auch die Frauen/Männer die von der Rente ihres Partners leben 225€ abdrücken?

  • Ich habe jetzt mal eine ganz absurde Idee: wir schaffen Familienförderung für Nicht-Familien ab. Und investieren das Geld in echte Familien, definiert an real existierenden unterhaltspflichtigen Kindern. Aber an das Thema traut sich natürlich keiner ran...was sehr viel darüber aussagt, wie viel von dem Geld eben nicht bei Familien landet.

    Das wäre doch mal ein richtiges Thema für die richtig Konservativen. Also die demokratischen Konservativen, nicht die Faschisten.

    Das wäre dann richtige Förderung von Familien und nicht von DINKs…

  • Nochmal: Söder hat das Thema abgeräumt. Das wird nicht kommen.

    Ist der jetzt Kanzler? Habe ich da etwas nicht mitbekommen?

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Nochmal: Söder hat das Thema abgeräumt. Das wird nicht kommen.

    Und noch mal: wenn das käme hätten die Rentnerle Bestandsschutz. Nicht auszudenken, wenn für eine alte, kinderlose Frau, der Ehemann die Krankenkasse bezahlen müsste. Nur weil die im Leben nicht mal 5 Jahre rentenversicherungspflichtig gearbeitet hat. …

  • Der Versorgungsausgleich gleicht nur die während der Ehe entstandenen Rentenansprüche aus.

    Aber was, wenn man mit 50 nach 20 Jahren Hausfrauentum je nach gelerntem Beruf auf dem Arbeitsmarkt vielleicht nicht mehr so gut vermittelbar ist? Also gar keinen Job findet oder nur einen, bei dem man weit weniger verdient als hätte man die ganze Zeit zumindest Teilzeit seinen Beruf weiter ausgeübt? Diese Nachteile, die aufgrund mangelnder Berufserfahrung, Karriere etc. auch weit über das Ende einer Ehe hinaus bestehen können werden durch den Zugewinn- und Versorgungsausgleich eben nicht adäquat aufgefangen. Deshalb gab es ja auch früher 'in den guten alten Zeiten' den nachehelichen Unterhalt nicht nur für die Kinder sondern auch für die Ehefrau.

    Gehört das nicht zu den eigenverantwortlichen gemeinamen Entscheidungen der Ehepartner? Oder muss man die gemeinsame Wirtschaftseinheit für alle Ehepaare mit Zwang aufbrechen, weil einige Ehepaare es nicht gemeinsam partnerschaftlich vernünftig geregelt bekommen?

    Machen wir es als nächstes mit der Erziehung der Kinder ebenso? Der primäre Vormund der Kinder wird dann automatisch der Staat, nicht die Eltern? Weil einige Eltern das nicht selbst - vielleicht auch aus verständlichen (temporären) Gründen - schaffen?

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