Lieber Saidi, liebe Community,
ich bin 47 Jahre alt und habe viel zu spät angefangen für die Rente vorzusorgen und bin immer noch nicht beim 20% vom Netto. Der Notgroschen ist aber voll und ich habe meinen Mut zusammengenommen und letzten Monat eine ordentliche Summe in einen ETF-Sparplan investiert.
Jetzt ist ja das neue AV-Depot seit 08.05. endgültig beschlossene Sache und ich frage mich: um meine Rentenlücke möglichst gering zu halten, ist es nicht sinnvoller ab 2027 soviel von 6840 Euro p.a. wie ich kann in ein (natürlich möglichst günstiges) AV-Depot zu stecken?
Ich habe den ETF-/AV-Depot Vergleichsrechner von Finanztip bemüht, der gibt einen Renditevorteil von 4.300 des Depots ggü. dem Sparplan aus. Das finde ich nicht angemessen um die Freiheiten bei ETF-Sparplänen zugunsten des AV-Depots aufzugeben.
ABER: Das Tool berechnet ja nur die Erträge und berücksichtigt nicht die spätere Besteuerung. So wie ich es verstanden habe gibt es beim AV-Depot ja sehr günstige Auszahlungsvarianten: eine monatliche Auszahlung bis 85 Jahre mit 17% Steuern bzw. eine andere mit Auszahlung eines Anteils en bloc und monatlicher Auszahlung des Restbetrags bei der ich maximal die Hälfte des ungeförderten Ertrags mit meinem persönlichen Steuersatz versteuern müsste. Auf den Verkauf der ETF-Anteile müsste ich ja in jedem Fall 25% Steuern zahlen.
Das wäre bei einer Summe von 200.000 Euro (sofern ich jährlich die 6.840 Euro erreichen würde) eine Ersparnis knapp 16.000 Euro (17% vs 25%), summa summarum also einen Vorteil von rund 20.000 Euro, auf 18 Jahre (67-85) immerhin hundert Euro pro Monat mehr. Das bringt mich jetzt doch zum Nachdenken, zumal ich vermutlich - wenn überhaupt - dann nur für den Kauf einer Immobilie an das Geld heran müsste, und das kann ich ja beim AV-Depot ohne Strafzahlungen tun. Ich tendiere also zum Szenario: maximal ins AV-Depot ab 2027.
Wie siehst Du das Saidi, was meint ihr dazu liebe Community?
Vielleicht habe ich ja etwas übersehen und/oder falsch verstanden.
Danke für Deine/eure Einschätzung und LG