Sammelthread Fragen zum Altersvorsorgedepot

  • Beim Finanzministerium bin ich über Infos zum AVD-Standarddepot gestolpert, die ich in dieser Klarheit noch nicht gelesen habe:

    Was uns da wohl erwartet? Feste Kombinationen wie Xtrackers All-World+DBX0T8, Amundi ETF151+Smart Overnight oder jeweils eine Auswahl aus mehreren Baustein-ETFs? Und ob iShares noch einen thesaurierenden eb.rexx rausbringt?

    Dieses Grundprinzip für das Standarddepot ist schon seit langem klar und auch keine Überraschung.
    Es ist exakt nach Ideen konzipiert, die auch hier immer wieder den fragenden Neulingen erklärt werden.

    Ein weltweiter ETF, ein Sicherheitsbaustein.

  • Die staatliche Förderung bzw. der maximale Sonderausgabenabzug ist aber trotzdem personenbezogen und auf eine Einzahlung von max. 1.800 EUR pro Person begrenzt.

    In diesem Zusammenhang bin ich mir nicht sicher, wie dieser Absatz aus dem FAQ des Bundesfinanzministeriums (hier: Bundesfinanzministerium - Fragen und Antworten zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge ) zu verstehen ist.

    Zitat

    Sind Ehegattinnen und Ehegatten von unmittelbar Förderberechtigten weiterhin förderberechtigt?

    Bei Verheirateten genügt es weiterhin, wenn eine Person die persönlichen Voraussetzungen für die steuerliche Förderung erfüllt. Ist dies der Fall, kann auch die Ehegattin beziehungsweise der Ehegatte die Zulagenförderung erhalten – sofern die weiteren Voraussetzungen erfüllt werden (u. a. eine eigene Mindestsparleistung der mittelbar berechtigten Person in Höhe von mindestens 120 Euro; die Ehegatten dürfen nicht dauerhaft getrennt gelebt haben). Dies gilt auch für Lebenspartnerinnen und Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Diese sogenannten mittelbar Zulageberechtigten haben wie bisher keinen eigenen Sonderausgabenabzugsbetrag, erhalten aber die Zulagen. Die Höhe der Zulagen richtet sich nach den Beitragszahlungen der unmittelbar förderberechtigten Ehegattinnen beziehungsweise Ehegatten und beträgt maximal 175 Euro.

    Also es gibt für mittelbar Förderberechtigte zwar die Zulagen, aber nur in Höhe von maximal 175 EUR und "keinen eigenen Sonderausgabenabzugsbetrag".

    Woher kommt der Betrag von maximal 175 EUR? Und gilt der auch dann, wenn der/die mittelbar Förderberechtigte ein oder mehrere Kinder hat?

  • Dieses Grundprinzip für das Standarddepot ist schon seit langem klar und auch keine Überraschung.
    Es ist exakt nach Ideen konzipiert, die auch hier immer wieder den fragenden Neulingen erklärt werden.

    Ein weltweiter ETF, ein Sicherheitsbaustein.

    Wie gesagt, so deutlich habe ich es noch nicht gelesen, auch nicht mit Verweis aufs Pantoffel-Portfolio, dessen Fan ich ohnehin bin.

    Und vielleicht gibt es ja noch andere, die nicht wie du über alles Bescheid wissen.

  • Hört sich verflixt nach dem bisherigen Riesterbetrag an…

    Wenn zum Beispiel ein Beamter in Ruhestand ist und seine Ehefrau arbeitet, würde er theoretisch demnach auch sparen, können aber nur 175 € bekommen? Was ist denn das für eine Regelung?

  • Beim Finanzministerium bin ich über Infos zum AVD-Standarddepot gestolpert, die ich in dieser Klarheit noch nicht gelesen habe:

    Ich bin ja immer etwas verwirrt von den Bezeichnungen "Standarddepot" und "Standardprodukt":/

    Das hier beschriebene "Standarddepot" ist das, das private Anbieter anbieten müssen. Bei den Direktbanken und Neobrokern werden das wohl solche ETF Lösungen sein wie du sie beschreibst. Ein Kunde der dort sein AVD hat, ist ohnehin eher kostenbewusst und wird sich nix teures und unsinniges andrehen lassen. Bei den Fondsgesellschaften, Versicherungen, Genossenschaftsbanken, Sparkassen & Co. werden es hingehen eher deren typische "aktive Produkte" sein. Ich bin sicher, dass die Produkt Manager und Marketing Abteilungen dort gerade ihr Angebot definieren. Und daher ist es gut und wichtig, dass genau dort der Kostendeckel drauf kam.

    Spannender finde ich jedoch das "Standarddepot in öffentlicher Trägerschaft". Darüber wird m.E. viel zu wenig berichtet. Das ist der eigentliche Game Changer. Auch wenn offensichtlich noch nicht feststeht welche Behörde bzw. welcher Träger dieses verwaltet und wie es genau aussehen wird. Aber es wird wohl in Richtung des schwedischen AP7 Safa gehen.

  • Moin, ihr könnt bestimmt weiterhelfen: Können im neuen AVD Kinder "aufgeteilt" werden? Also kann bei zwei Kindern für jedes Elternteil ein Kind angerechnet werden, damit jedes Elternteil einmal die Kinderförderung bekommt? Beim Riester ist es ja meines Wissens so, dass es an eine Person gebunden ist (die Elterngeldberechtigte).

  • Bei den Fondsgesellschaften, Versicherungen, Genossenschaftsbanken, Sparkassen & Co. werden es hingehen eher deren typische "aktive Produkte" sein. Ich bin sicher, dass die Produkt Manager und Marketing Abteilungen dort gerade ihr Angebot definieren. Und daher ist es gut und wichtig, dass genau dort der Kostendeckel drauf kam.

    Ich rechne damit, dass die ein riesiges Angebot abseits des "Standardprodukts" aufbauen werden (natürlich ohne gedeckelte Kosten) und das Standardprodukt zwar auf Nachfrage, wenn jemand sehr hartnäckig ist, anbieten werden (weil sie müssen), aber im Marketing alles andere bewerben und natürlich ihre "Berater" schulen werden, den Kunden zu erklären, warum das "Standardprodukt" die staatliche Schmalspurversion ist (gedacht für Leute, die sich überhaupt nicht um Geldanlage kümmern), während sei aber natürlich viel bessere, ausgefeiltere, renditestärkere, sicherere, mit einem Wort bessere Angebote haben.

  • ..., aber im Marketing alles andere bewerben und natürlich ihre "Berater" schulen werden, den Kunden zu erklären, warum das "Standardprodukt" die staatliche Schmalspurversion ist (gedacht für Leute, die sich überhaupt nicht um Geldanlage kümmern), während sei aber natürlich viel bessere, ausgefeiltere, renditestärkere, sicherere, mit einem Wort bessere Angebote haben.

    Genau das befürchte ich auch:
    "Aber Herr Mustermann, sie wollen doch für Ihre Altersvorsorge nicht so ein Standardprodukt, sondern dass sich die besten unserer Manager um Ihre Altersvorsorge kümmern. So ein Standardprodukt müssen wir halt anbieten, aber empfehlen können wir es Ihnen nicht. Nehmen Sie lieber unser Premiumprodukt. Das habe ich selbst auch abgeschlossen."

  • Bei den Fondsgesellschaften, Versicherungen, Genossenschaftsbanken, Sparkassen & Co. werden es hingehen eher deren typische "aktive Produkte" sein. Ich bin sicher, dass die Produkt Manager und Marketing Abteilungen dort gerade ihr Angebot definieren.

    Ich übertreibe wirklich nicht: es wird wirklich grauenhaft werden.

    Union Investment hat natürlich nichts anderes als aktive Fonds. Damit ist der Volksbank Sektor schon mal ein gutes Marketing Feld für die Berater und Beraterinnen.

    Ich vermute sogar, dass man massiv die Vorteile der eigenen Produkte herausstellen wird und kein gutes Haar an dem öffentlichen Produkt und dem aufgezwungen Standard Produkt lassen wird.

    Ich würde mich freuen, wenn es nicht so käme. Meine Hoffnung ist allerdings nicht sehr groß.

  • Moin, ihr könnt bestimmt weiterhelfen: Können im neuen AVD Kinder "aufgeteilt" werden? Also kann bei zwei Kindern für jedes Elternteil ein Kind angerechnet werden, damit jedes Elternteil einmal die Kinderförderung bekommt? Beim Riester ist es ja meines Wissens so, dass es an eine Person gebunden ist (die Elterngeldberechtigte).

    Das ändert sich wohl nicht.

  • Spannender finde ich jedoch das "Standarddepot in öffentlicher Trägerschaft". Darüber wird m.E. viel zu wenig berichtet. Das ist der eigentliche Game Changer. Auch wenn offensichtlich noch nicht feststeht welche Behörde bzw. welcher Träger dieses verwaltet und wie es genau aussehen wird. Aber es wird wohl in Richtung des schwedischen AP7 Safa gehen.

    Ja, das ist natürlich noch interessanter, selbst ohne Opt-out. Apropos Schweden:

    Zitat

    Wenn sich – wie in Schweden – Jahr um Jahr die Überlegenheit des kostengünstigen staatlichen Altersvorsorgedepots in der Öffentlichkeit herumspricht, wird wahrscheinlich – auch wie in Schweden – die Popularität der „schlanken“ staatlichen Lösung immer weiter ansteigen.

  • Ich rechne damit, dass die ein riesiges Angebot abseits des "Standardprodukts" aufbauen werden (natürlich ohne gedeckelte Kosten) und das Standardprodukt zwar auf Nachfrage, wenn jemand sehr hartnäckig ist, anbieten werden (weil sie müssen), aber im Marketing alles andere bewerben und natürlich ihre "Berater" schulen werden, den Kunden zu erklären, warum das "Standardprodukt" die staatliche Schmalspurversion ist (gedacht für Leute, die sich überhaupt nicht um Geldanlage kümmern), während sei aber natürlich viel bessere, ausgefeiltere, renditestärkere, sicherere, mit einem Wort bessere Angebote haben.

    Greift denn da nicht der Kostendeckel? :/

  • Kennt jemand eine Quelle in der das mal durchgerechnet wurde oder hat es vielleicht selbst berechnet? Bei welchem AVD-Gebührensatz und welchem persönlichen Steuersatz lohnt sich der reine Steuerstundungseffekt ohne Berücksichtigung der Förderung? Also volle 13.680 Euro in zwei Verträge, davon dann 11.880 EUR ungefördert. Insbesondere bei sehr langem Anlagehorizont?

    Mein Verständnis: Bei einem normalen Etf zahlst du 18,5% Steuern. Das bedeutet nach dem Halbeinkünfteverfahren wären das 37% Steuern ab denen du dich schlechter stellst. (Soli und Kirchensteuer mal aussen vor gelassen)

    Hinzu kommt noch der Stundungseffekt der Vorabpauschale. Das ist mir jetzt aber zu kompliziert auszurechnen ;)

  • Am Mo. gab es ein Webinar von Smartbroker.

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    Vielleicht ist darin die ein oder andere Antwort enthalten

  • Greift denn da nicht der Kostendeckel? :/

    Nein. Der greift nur für das Standardprodukt.

    Das heißt, in Marketing-Hochglanz-Broschüren wird es so ziemlich alles geben außer dem Standardprodukt. Das steht irgendwo ganz hinten im Preis-Leistungsverzeichnis bzw. als Fußnote im Kleingedruckten auf der Website.

    Jedenfalls gehe ich davon aus, dass es so sein wird.

    Ich glaube schon, dass Direktbanken und Neobroker auch günstige Angebote machen werden (ggf. auch mit Kosten deutlich unter dem Kostendeckel, egal ob Standardprodukt oder nicht). Denn deren Zielgruppe sind eher finanzaffine und kostenbewusste Kunden; ich denke, da wird es auch einen Wettbewerb geben mit Aktionsangeboten für Neukunden etc.

    Aber die Sparkassen und Volksbanken, die Versicherungsunternehmen, überhaupt all die, die Fonds mit 5% Ausgabeaufschlag und 2% TER, Riesterrenten, Bausparverträge und Lebensversicherungen verkaufen, die werden nicht plötzlich ein günstiges Standardprodukt mit Kostendeckel bewerben. Warum sollten sie? Sie haben Kunden, die auch jetzt schon überteuerte Produkte kaufen, obwohl der Markt sehr niedrigschwellig genauso gute oder bessere kostengünstige Produkte bietet. Die werden beim Altersvorsorgedepot ganz genauso auch wieder überteuerte Produkte angedreht bekommen. Die Verkäufer werden tausend Gründe finden, warum das Standardprodukt mit Kostendeckel nicht die optimale Lösung ist bzw. dass es da noch was viel besseres gibt. Und die Kunden werden es kaufen. So wie sie das bisher auch schon machen.

  • Nein. Der greift nur für das Standardprodukt.

    Super. Dann ist der Kostendeckel im Ergebnis also nutzlos. Die informierten und finanzaffinen Selbstentscheider brauchen ihn nicht, die kaufen eh kostengünstige ETF-basierte Produkte bei Direkt- und Neobanken. Und die „leicht erreichbaren Opfer“ werden trotz dieses Pseudokostendeckels weiterhin mit überteuerten „Premiumprodukten“ versorgt. Und der Staat finanziert das weiterhin mit Förderungen. Unfassbar.

  • Super. Dann ist der Kostendeckel im Ergebnis also nutzlos. Die informierten und finanzaffinen Selbstentscheider brauchen ihn nicht, die kaufen eh kostengünstige ETF-basierte Produkte bei Direkt- und Neobanken. Und die „leicht erreichbaren Opfer“ werden trotz dieses Pseudokostendeckels weiterhin mit überteuerten „Premiumprodukten“ versorgt. Und der Staat finanziert das weiterhin mit Förderungen. Unfassbar.

    Du kannst es anders formulieren: die LeOs (die leicht erreichbaren Opfer) brauchen (und wollen oftmals) einfach „Unterstützung“ , weil sie sich entweder nicht informieren wollen oder können.

    Inzwischen leistet sogar die BILD in diesem Bereich Aufklärungsarbeit.

    Selbst deren Leser:innen wissen inzwischen, dass günstige, passive ETF das Optimum sind.

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