Niedrige gesetzliche Rente aufstocken – welche Optionen habe ich (61)?

  • Guten Abend liebe Finanztip-Foristen,

    nachdem ich schon eine ganze Weile regelmäßig hier mitlese, habe ich nun selbst ein recht komplexes Anliegen und hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.
    Mich beschäftigt gerade sehr, wie ich jetzt noch die Weichen stellen kann, um meine sehr geringe gesetzliche Rente aufzustocken

    Zu mir:
    61 Jahre, angestellt in Teilzeit (60%). Daneben seit mehr als 20 Jahren freiberuflich in eigener Praxis im therapeutischen Bereich selbständig tätig (keine Sozialversicherungspflicht), aktuell zwei Nachmittage/Woche, ca. 12-14 h.

    Meine „Vision“:
    Mit ca. 63 (spätestens 64) in Rente, in meiner Praxis weiterhin selbständig weiterarbeiten (Vorteil: ich kann mir meine Klienten aussuchen, Arbeitszeit und -umfang flexibel gestalten – das könnte ich mir bis mindestens 70 vorstellen)

    Finanzielle Situation/Vermögen:

    • Eigentumswohnung (BJ 1984, gut in Schuss, 3-Familienhaus, nur von Eigentümern bewohnt, im nächsten Monat komplett abbezahlt), selbst bewohnt. Die freiwerdenden Kreditraten von ca. 650 € mtl. könnte ich zusätzlich investieren
    • ca. 30.000 € zu 2/3 in ETFs (FTSE All World, SPDR ACWI IMI, Kommer, Stoxx 600) und zu 1/3 in Einzelaktien (Allianz, Siemens, SAP, Münchner Rück), monatl. Sparrate aktuell 550 €.
    • Betriebliche Altersvorsorge in Form einer vom AG bezahlten Lebensversicherung (1996), kann zwischen 60 und 65 abgerufen werden , möchte ich behalten bis ich in Rente gehe, jährliche Einzahlung 747 € durch AG
      aktueller Wert: ca. 37.000 €, bei Abruf 2030: 47.000 €
    • private LV, ebenfalls seit 1996, war Teil der Vereinbarung mit AG: Dieser zahlt 4,6% aufs Brutto, wenn ich selbst im Umfang von 2,3% etwas bespare (über mein priv. Konto), kann ebenfalls zwischen 60 und 65 abgerufen werden
      aktueller Wert: 30.000 €, bei Abruf 2030: 39.600 (mtl. Einzahlung 72,55 €)
    • 2 fondsgebundene Rentenversicherungen (2017) über Gehaltsumwandlung (einmal zahlt AG, einmal ich) als Aufstockung (Gehaltssteigerung ) der o.g. LV, da AG keine Dynamik im Vertrag wollte
      aktueller Wert für beide: mtl. Rente 28 €, Einmalbetrag 10.500 €; bei Ablauf 2032 für beide: mtl. Rente mind. 54,70 € bis 58,40 €)
      oder Einmalzahlung für beide: mind. 17.050 € (möglich 18.240 €)
    • Elternhaus (BJ 1965, 2 ETW, stark renovierungsbedürftig), aktuell und hoffentlich noch lange von meiner Mutter bewohnt

    Gesetzliche Rentenversicherung:
    aktueller Rentenwert: ca. 1050 €, bei Erreichen der Regelaltersrente (2032) ca. 1.270 € - beides jeweils abzüglich KV, RV, bei gewünschter Rente mit 63 natürlich auch noch abzüglich max. 14,4%

    Mindestens 500-600 € im Monat bräuchte ich zusätzlich


    Grobe Zeit- und Finanzplanung:

    1. bis 63/64:
    Die ab Mai frei werdenden Kreditraten + aktuelle Sparraten = insges. gut 1.000 € weiter in ETFs investieren, bis Mitte/Ende 2028 kämen nochmal ca. 30.000-35.000 € dazu
    Nach Ende Angestelltentätigkeit: Auszahlung Betriebl. LV (und ggf. auch die beiden betriebl. Rentenversicherungen) --> hälftig sicher in TG o.ä. und hälftig in ausschüttende ETFs oder Dividendentitel

    2. bis ca. 67/70
    Rente + freiberuflich weiterarbeiten --> ich müsste selbst bei niedriger gesetzl. Rente bis dahin nicht an meine Rücklagen und könnte meine ETFs/Aktien weiterlaufen lassen

    3. ab ca. 67/70:
    Entnahme aus Rücklagen: kurzfristig Tagesgeld u.ä. (ca. 5 Jahresrücklagen); mittelfristig risikoärmere ETFs (z.B. Vanguard LifeStrategy 60) + Dividenden- (bzw. ausschüttende) ETFs/Aktien; langfristig breit gestreute globale ETFs (FTSE All World, ACWI IMI)


    Mögliche Ansätze, um die Finanzlücke auszugleichen

    • Ausgleichszahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung. Ich hatte vor ein paar Tagen eine online-Beratung bei der RV und bräuchte ca. 45.000 €, um 168 € auszugleichen.
      Hier könnte ich die private LV gestaffelt über die nächsten drei Jahre verwenden, was steuerlich auch günstiger wäre
    • Altersteilzeit ab 63 ohne angestellt weiterzuarbeiten (nur noch freiberuflich) – Idee: Zumindest teilweise Abschläge bei RV vermeiden. Hier muss ich noch klären, inwiefern sich meine freiberuflichen Einkünfte auswirken (Anrechnung auf Rente? Versicherungsstatus? Wäre mind. 50% Rente ratsam, um hauptsächlich als Rentner mit zusätzlichem Einkommen zu gelten?)
    • Altersteilzeit und noch eine Weile weiterarbeiten --> zusätzliches Geld investieren
    • Teilweise Abdeckung des zusätzlichen monatl. Bedarfs durch Dividendenzahlungen

    Das war jetzt doch arg lange. Danke an alle, die bis hierhin gelesen haben. ;)
    Ich würde mich sehr über eure Einschätzung freuen. Sind meine Ausführungen stimmig oder habe ich etwas nicht oder falsch bedacht? Gibt es alternative Ideen?
    Ich freue mich auf eure Rückmeldungen und Anregungen.

  • Kater.Ka 11. April 2026 um 05:01

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Hallo Nachteule und willkommen im FT Forum, du hast ja einen sehr umfangreichen Aufbau deiner Altersvorsorge. Entscheidend ist wann brauchst du wieviel, danach richtet sich die Anlage in verschiedene Risikoklassen. Weiterhin ist entscheidend welche Kosten fallen jährlich/monatlich an, reicht dafür die Rente? Wenn ja, könnte der risikoreichere Teil größer gewählt werden. Bei mir ist es der Fall, heißt mein Bedarf für 5 Jahre ist in TG und Geldmarkt ETF, alles andere im weltweiten ETF.
    Die 45k für die 168€ in die GRV würden sich nur lohnen wenn du sehr alt wirst und die gesamte Summe als Altersvorsorge steuerlich absetzen kannst, damit würdest du Netto etwa 30k einzahlen. Wahrscheinlich ist das Geld in einem weltweiten ETF besser aufgehoben. Zu deinem Zeitpunkt und der Art und Weise zum Renteneintritt kann ich mich schwer äußern, da ist alles sehr individuell. Deine Versicherungen müsste man genau anschauen, im Normalfall sind da die Kosten das Problem. Wann man diese am günstigsten verkauft muss man im Einzelfall prüfen. Auf jeden Fall würde ich für die Zukunft eine übersichtliche Lösung suchen, Rente, TG und/oder Geldmarkt ETF als sichere Lösung, weltweiter ETF als Rendite-Baustein würden mir da reichen. Viel Erfolg!

  • Wer sich hier so strukturiert und detailliert meldet, wird hoffentlich auch überprüft haben, ob ein weiteres Einzahlen in diese privaten Altersvorsorgeprodukte überhaupt noch Sinn macht. Eventuell einfach mal durchrechnen und diese Versicherungen beitragsfrei stellen.

  • Moin,

    Vielen Dank für deine vielen detaillierten Informationen.

    Für meinen Begriff: zu viel Immo (wenn doch mal was kommt), zuviel LV/PRV (in der Regel recht teuer, keine üppige Rendite und unflexibel, dafür halt Versicherung, das am Ende des Lebens noch Geld da ist…).

    Ich denke, dass du gut beraten bist, neben diesen beiden großen Blöcken noch frei werdende Liquidität bspw. 30:70 in einen TGK/Geldmarkt ETF und 1 weltweiten Aktien ETF zu investieren.

    Vermutlich lohnt es sich, die Zeit zu nehmen und die Versicherungsverträge durchzurechnen und ggf. mit Unterstützung von Forum eine erste Einschätzung zu bekommen.

    Räumlich flexibel? Wie sieht die KV in der Rente aus?

  • Herzlichen Dank schonmal für eure Rückmeldungen

    Zitat

    ichbins: „Die 45k für die 168€ in die GRV würden sich nur lohnen wenn du sehr alt wirst und die gesamte Summe als Altersvorsorge steuerlich absetzen kannst, damit würdest du Netto etwa 30k einzahlen. Wahrscheinlich ist das Geld in einem weltweiten ETF besser aufgehoben.“

    ichbins:

    Das ist genau der Punkt, an dem ich auch hin- und hergerissen bin.

    Einerseits:

    Da ich bis einschließlich 2028 noch arbeiten werde (selbständige Einkünfte auch noch darüber hinaus), könnte ich 100% der Einzahlungen jedes Jahr steuerlich absetzen, so dass ich bei meinen Überlegungen auch auf ca. 30.000 € effektive Zahlungen kam.

    Ich werden in den nächsten Wochen meine Steuererklärung für 2025 angehen. Bei meinem Berechnungsprogramm kann ich einfach mal 15.000 € als Einzahlung in die RV eintragen und sehe dann, wie genau sich das auswirkt.

    Ich glaube, es würde mich auch beruhigen, dass die aufgestockte GRV meine unbedingt notwendigen Ausgaben sicher und mit – hoffentlich – regelmäßigen Anpassungen abdeckt – große Sprünge wären nicht möglich, aber ohne Ausgleichszahlung würde es mit knapp unter 1000 € netto definitiv nicht reichen.

    Wie alt ich werde, kann ich nicht vorhersagen. In der Familie gibt es viele Hochbetagte, Geschwister meiner Mutter und Geschwister meiner Großeltern sind oder waren fast alle über 90 und bei guter Gesundheit – eine Garantie ist das aber auch nicht.

    Andererseits:

    Selbst mit den Ausgleichszahlungen kann ich mit der GRV keine großen Sprünge machen. Da muss ich wirklich nochmal überlegen, ob 30.0000 € in ETFs nicht sinnvoller investiert wären. Allerdings will ich ja sowieso schon einen größeren Batzen (betriebl. LV, frei werdende Kreditraten Wohnung) in ETFs stecken und bräuchte noch etwas für den Sicherheitsbaustein.

    Zitat

    Tomarcy: „ob ein weiteres Einzahlen in diese privaten Altersvorsorgeprodukte überhaupt noch Sinn macht. Eventuell einfach mal durchrechnen und diese Versicherungen beitragsfrei stellen.“

    Finanzschlumpf: „zuviel LV/PRV (in der Regel recht teuer, keine üppige Rendite und unflexibel, dafür halt Versicherung, das am Ende des Lebens noch Geld da ist…).“

    Tomarcy und Finanzschlumpf

    Grundsätzlich sehe ich das ebenso, aber da hatte ich leider wenig Spielraum. Die betriebliche Altersvorsorge bei meinem Arbeitgeber funktioniert folgendermaßen: Der AG zahlt 4,6% vom Bruttogehalt nochmal obendrauf in eine „geeignete“ Anlageform, wenn ich gleichzeitig ein ebensolches Produkt in Höhe von 2,3% des Bruttogehalts abschließe und selbst bezahle.

    Damals 1996 gab es hier eigentlich nur Kapitallebensversicherungen, daneben nur noch irgendwelche Banksparpläne. Immerhin konnte ich mir damals noch aussuchen, bei wem ich abschließe, inzwischen gibt der AG einen Versicherer vor.


    Bzgl. der LV: In den 5 Jahren der Abrufphase zwischen 60 und 65 steigt der Auszahlungsbetrag bei beiden Verträgen jeweils jährlich um ca. 2000 €, während sowohl AG, als auch ich jährlich um die 750 € einzahlen. Solange ich arbeite, soll die LV über den AG natürlich weiterlaufen, sonst würde ich auf eine Menge Geld verzichten.
    Bei der privaten LV ist die Überlegung: Auszahlung demnächst und diese für Ausgleichszahlung in GRV nutzen oder bis 2028 weiterlaufen lassen und dann in ETF investieren.

    Bei den beiden Rentenversicherungen bin ich eigentlich bei euch und überlege wirklich, ob ich diese nicht doch beitragsfrei stellen soll. Ich würde halt monatlich auf 50 € Einzahlungen des AGs verzichten, aber bei dem was ich bisher grob überschlagen habe, sind in den letzten Jahren sowieso weniger als die geleisteten Einzahlungen in die RV geflossen, von Rendite brauchen wir da gar nicht sprechen.

  • Sinnvoll wäre (falls möglich) wenn man die 60% Tätigkeit mit 63 aufgibt, die Selbstständigkeit leicht zu erhöhen auf beispielsweise 20 Stunden. Im Normalfall ist die eigene Erwerbstätigkeit der größte Hebel auf den man Einfluss hat.

    Bei den Versicherungen usw. traue ich mir keine Einschätzung zu.

    Im Depot würde ich vermutlich vereinfachen und die Einzelaktien umschichten in einen ausschüttenden ETF. Die nötige Recherchearbeit zu den Einzelaktien braucht viel Zeit und wenn man die nicht aufwenden kann, kostet sie im besten Fall Rendite und im schlechtesten Fall ist das Geld weg.

  • Hallo.

    In der Brutto-Betrachtung ist Rente mit Abschlägen ab 63 auf Jahre gesehen günstiger als Rente ohne Abschläge ab 67. Erst mit grob hätte es sich gelohnt, auf die höhere Rente zu warten. Ggf. die Rente ab 63 abrufen, zur Seite packen und weiterarbeiten so lange es geht.

  • Zitat

    Duregar: Sinnvoll wäre (falls möglich) wenn man die 60% Tätigkeit mit 63 aufgibt, die Selbstständigkeit leicht zu erhöhen auf beispielsweise 20 Stunden. Im Normalfall ist die eigene Erwerbstätigkeit der größte Hebel auf den man Einfluss hat.

    Duregar: Vielen Dank für deine Anregungen.
    Da prüfe ich gerade, wie sich das auf die Sozialversicherungsbefreiung der selbständigen Tätigkeit auswirkt (Anfrage bei der KK). Aktuell bin ich für meine freiberufliche Tätigkeit befreit, v.a. auch weil ich überwiegend (mehr als 50%) angestellt tätig bin. Daürber hinaus wäre ich es wegen des Tätigkeitsbereichs sowieso, aber das könnte seitens der KK zu Diskussionen führen.

    Zitat

    Referat Janders: In der Brutto-Betrachtung ist Rente mit Abschlägen ab 63 auf Jahre gesehen günstiger als Rente ohne Abschläge ab 67. Erst mit grob ___ ?(könntest du die fehlende Zahl bitte noch ergänzen? Danke!)  hätte es sich gelohnt, auf die höhere Rente zu warten. Ggf. die Rente ab 63 abrufen, zur Seite packen und weiterarbeiten so lange es geht.

    Referat Janders: Vielen Dank für Deinen Beitrag.

    Ich recherchiere gerade, inwiefern das möglich ist. Wir haben einen an den TVÖD angelehnten Tarifvertrag, in dem das Arbeitsverhältnis (analog zum TVÖD selbst) erst mit Erreichen der Regelaltersrente endet. Demnach wäre ein Weiterarbeiten trotz Rente mit 63 möglich.
    Wie das bei einer Teilrente genau geregelt ist, frage ich in den nächsten Tagen beim AG nach (auch hinsichtlich möglicher weiterer Einzahlungen des AGs in die betriebl. LV).

    Was hältst du von einer vorgezogenen Rente mit 63 und Ausgleich der Abschläge als dritter Option?

  • aber ohne Ausgleichszahlung würde es mit knapp unter 1000 € netto definitiv nicht reichen.

    Hallo Nachteule,

    ich habe deinen Beitrag überflogen und kann zu deinen verschiedenen Bausteinen nicht viel sagen, was nicht schon gesagt wurde.

    Gestolpert bin ich aber über o. g. Aussage. Hast du deine zu erwartende Rente richtig berechnet?

    Deine erreichte Rente wird mit 63 ca. 1100 Euro betragen, darauf gib es dann 14,4% Abzug, also bleiben brutto ca 950 Euro brutto.

    Selbst mit den zu versteuernden

    Dann noch KV, Steuern usw abziehen, dann bist du schon deutlich unter 900 und das auch nur, wenn du im Alter in der Kv für Rentner bist.

    Selbst mit den noch zu versteuernden 168 Euro aus der Ausgleichszahlung, kommst du doch nicht über 1000 Euro.

    Oder habe ich da einen Denkfehler?

  • Keine Rentenberatung, aber nach meinem laienhaften Verständnis sind 2029 grundsätzlich noch 14,5 % der gesetzlichen Bruttorente steuerfrei. D.h. aber nicht, dass die vollen verbleibenden 85,5 % versteuert werden sondern ich meine bisher, es wird erst auch noch der steuerliche Grundfreibetrag abgezogen (im Jahr 2026 bei 12.348 Euro für Einzelpersonen und 24.696 Euro für Verheiratete und eingetragene Lebenspartner). Die von Nachteule oben genannten monatlichen Brutto 1.270 EUR *12 wären 15.240 EUR Jahresbrutto, zu versteuernder Anteil bei Rentenbeginn 2029 dürften 85,5 % sein , also 13.320 EUR, abzüglich 12.348 EUR Grundfreibetrag, zu versteuern wären dann 682,20 EUR, und zwar mit dem persönlichen Steuersatz, der auch relativ niedrig sein dürfte.

    (Berechnung des persönlichen Steuersatzes laut Vereinigter Lohnsteuerhilfe so: "Sie müssen die von Ihnen gezahlte Einkommensteuer mal Hundert nehmen und dann durch Ihr zu versteuerndes Einkommen teilen. Wie viel Einkommensteuer Sie bezahlt haben und wie hoch Ihr zu versteuerndes Einkommen ist, können Sie in Ihrem Steuerbescheid nachschauen" (https://www.vlh.de/wissen-service…steuersatz.html)).

    Durchschnittlicher persönlicher Steuersatz sei laut Vereinigter Lohnsteuerhilfe 12,1 %. Selbst mIt 12.1 % gingen von den 682,20 EUR nur noch 82,55 EUR an Steuern ab, bliebe 1.188 EUR, davon noch KV und PV (zusammen 12,5 % vor einer Weile für Kinderlose, müßte man jetz nochmal prüfen, blieben damit dann ca. 1.039,50 EUR übrig (ohne die Ausgleichszahlungen)).

    Und dann könnte man in Steuererklärung auch noch bestimmte Kosten gelten manchen.

    Nehme man die von Dir oben angenommenen 1.100 Rente mit 63 statt den 1.270 EUR von Nachteule 1.100 (habe nicht nachgeschaut, wo die herkommen), wären es zwar weniger, aber zumindest mit den 168 EUR aus der Ausgleuchszahlung doch grob eher ca. 1.030 EUR als unter 900 EUR, wenn ich hier keine Wissenslücke oder keinen Denkfehler habe (ist ja schon spät:-)).

    Das heisst zwar eventuell noch etwas mehr Sparen oder etwas weniger Rente als gedacht mit der Weichenstellung, aber die Anstrengung wäre auf jeden Fall sinnvoll. (Ob Zahlung in RV am Sinvollsten wäre, müßte man überlegen, dazu steht ja schon einiges in den anderen Posts).

  • Inwieweit gehen bei den ganzen Versicherungen noch Beiträge für die Krankenversicherung und Pflegeversicherung ab und fallen teilweise vielleicht noch Steuern an?

    Grundsätzlich bin ich ein Freund davon, wenn die Rente ausreicht, die Grundbedürfnisse des Alltags zu decken. In Verbindung mit der familiären Langlebigkeit finde ich den Gedanken keineswegs abwegig. Aus den 30.000 Euro würdest Du bei einer Entnahme eher etwas weniger als 100 Euro rausbekommen pro Monat. Eine höhere Rente ersetzt teilweise den Sicherheitsbaustein im Depot. In dem Kontext würde ich auch die Rente erst für 64 planen. Dadurch könntest Du die Nachzahlungen auf mehr Jahre verteilen bei größerem steuerlichen Vorteil.

    Frei werdendes Geld und Sparraten in marktbreite Ausschütter in Kombination mit Dividenden ETFs zu stecken erleichtert die Entnahme. Eine kleine Liquiditätsreserve wirst Du auch mit Blick auf die ETW benötigen.

    Was die ganzen Versicherungen angeht bin ich sicher kein Fachmann, aber lass Dir die Zahlen liefern, was Du zu erwarten hast, wenn Du sie (soweit möglich) beitragsfrei stellst und alternativ wenn Du weiter zahlst.

  • Nehme man die von Dir oben angenommenen 1.100 Rente mit 63 statt den 1.270 EUR von Nachteule 1.100 (habe nicht nachgeschaut, wo die herkommen), wären es zwar weniger, aber zumindest mit den 168 EUR aus der Ausgleuchszahlung doch grob eher ca. 1.030 EUR als unter 900 EUR, wenn ich hier keine Wissenslücke oder keinen Denkfehler habe (ist ja schon spät:-)).

    Mit 63 wird die verdiente Rente ja noch nicht bei 1270 Euro liegen, da sie ja.4 Jahre weniger einzahlt.

    Und nach meinem Verständnis muss sie für die vorzeitige Inanspruchnahme ja noch 14,4 % abziehen und wäre dann schon unter 1000 Euro, auch wenn sie keinerlei Steuern und Versicherungen zahlen müsste.

  • Aber wenn mein Wohlergehen davon abhängt, würde ich mich doch noch genauer beraten lassen, von jemanden, der die genauen Zahlen kennt.

    Vielleicht ist es auch zu riskant, mit 63 im Ruhestand zu gehen mit der Gefahr, dass das Geld dann nicht reicht.

  • Vielen herzlichen Dank schonmal für eure letzten Rückmeldungen und interessanten Anregungen. Ich komme vermutlich erst morgen dazu, alle Rückfragen abzuklären, durchzurechnen und euch ausführlich zu antworten.

    Sie schreibt von derzeitigen Rentenwert, dass er 1050 Euro beträgt, wenn sie noch 2 Jahre in Teilzeit weiter arbeitet, wird vielleicht noch ein Punkt dazu kommen.

    So bin ich auf 1100 Euro gekommen.

    Genau so ist es.

    Die aktuellste Rentenauskunft mit Stichtag vom 24.2.26 gibt einen aktuellen Rentenwert von knapp über 1.048 € an. Die letzte Renteninformation von 2025 gibt zum Stichtag 31.12.24 eine erreichte Rentenanwartschaft von 1.013 € an.

    Für knapp 14 Monate gab es also 35 €.

    Wenn ich bis August 2028, also noch 2 1/2 Jahre (28 Monate) weiterarbeite (das wäre der bevorzugte Rentenbeginn mit Mitte 63), dann sollten noch etwa 70 € dazukommen. So komme ich dann auf etwa 1.120€.

  • Mit 63 wird die verdiente Rente ja noch nicht bei 1270 Euro liegen, da sie ja.4 Jahre weniger einzahlt.

    Und nach meinem Verständnis muss sie für die vorzeitige Inanspruchnahme ja noch 14,4 % abziehen und wäre dann schon unter 1000 Euro, auch wenn sie keinerlei Steuern und Versicherungen zahlen müsste.

    Die 1.274 € beziehen sich die voraussichtliche Rentenhöhe, wenn ich bis 67 arbeite und genauso viel verdiene wie in den letzten Jahren (Rentenauskunft vom 24.2.26).

    Bei einer Rente mit 63 gehen die o.g. 14,4% (bei mir wären es mit Mitte 63 minus 12,6%), sowie die Sozialversicherung noch ab.

    Wenn ich die o.g. 1.120 € (arbeiten bis Mitte 63) und die maximale Ausgleichszahlung an die Rentenversicherung (+168 €) zusammenzähle, komme ich auf 1.288 € für einen Renteneintritt im August 2028.

    Davon gehen ab -12,6% (162,30 €) Abschlag für vorzeitige Rente = 1125 €
    Und von diesem Betrag nochmal - ca. 12% (richtig?) KV + PV (135 €), so dass ich knapp unter 1.000 € bei 990 € (vor Steuer) lande.

    Habe ich das richtig berechnet?

  • Aber wenn mein Wohlergehen davon abhängt, würde ich mich doch noch genauer beraten lassen, von jemanden, der die genauen Zahlen kennt.

    Vielleicht ist es auch zu riskant, mit 63 im Ruhestand zu gehen mit der Gefahr, dass das Geld dann nicht reicht.

    Und genau das wären im Moment auch meine Bedenken und Überlegungen.

    Das Ganze ist doch schon ziemlich komplex, im Hinblick auf Sozialversicherung und Steuer der unterschiedlichen Einkünfte bzw. Versicherungen, freiberuflicher Tätigkeit und möglicherweise weitreichender Konsequenzen einer falschen Entscheidung.

    Ich überlege ernsthaft, ob ich einen Termin bei einer Rentenberatung vereinbaren sollte, um die verschiedenen Optionen konkret anzuschauen und durchzurechnen.

    Ich habe inzwischen sehr viel zu dem Thema gelesen, aber den Durchblick habe ich immer noch nicht so, dass ich guten Gewissens Entscheidungen treffen könnte.

    Eure Rückmeldungen helfen mir sehr weiter und haben einige Fragen geklärt, aber blöderweise auch neue eröffnet, die ich zuvor gar nicht auf dem Schirm hatte. ^^

  • Vielleicht gar keine schlechte Idee mit den ganzen Versicherungen. Bereite Dich gut vor auf so ein Gespräch, d.h. hol Dir von den Versicherungen alle Auskünfte, die der Berater dafür brauchen könnte, denn der rechnet nach Stunden ab.

    Davon abgesehen würde ich eher dazu tendieren, nicht mit 63 aufzuhören mit der Arbeit.

  • So rechne ich das auch, Nachteule.

    Ob es richtig ist, kann ich aber auch nicht versprechen, zum Teil kam man hier ja auf andere Werte.

    In Beitrag 5 hast du geschrieben, dass es ohne Ausgleichtahlung mit knapp unter 1000 Euro nicht reicht.

    Und das hat mich verwirrt, weil du wohl auch mit der Zahlung nicht wirklich über 1000 Euro gesetzliche Rente kommst.

    Aber du hast ja noch andere Einkünfte und lebst dann mietfrei.

    Anspruch auf die GkvdR hast du aber?

    Sonst musst du ja die Kv alleine bezahlen.

    Ich habe mir kürzlich die gleichen Gedanken gemacht und dabei gemerkt, dass die vorzeitige Rente zu teuer für mich ist und ich, wenn möglich, bis 65 arbeiten werde.

    Ich habe zwar einen GdB, was weniger Abzüge bedeutet, aber wenn ich alle unverzichtbaren Ausgaben mit der gesetzlichen Rente abdecken möchte, kann ich mir Abzüge nicht leisten.

    Das Depot möchte ich für Extras verwenden.


  • Guten Abend, Nachteule,

    ich an deiner Stelle würde an zwei Schrauben drehen:

    Erstens: Deine ETFs. Du hast u.a. FTSE All World, SPDR ACWI IMI, Kommer im Portfolio. Für mich - ÜBERSPITZT formuliert - ist das quasi alles die selbe Soße. Dazu noch Stoxx 600 und Einzelaktien.

    Wie wäre es denn mit der Idee, alles auf den AUSSCHÜTTENDEN Vanguard FTSE All World zu setzen und diesen gezielt weiterhin zu besparen? Und mit dessen quartalsweisen Dividendenzahlungen kannst du flexibel umgehen: Entweder direkt wiederanlegen (falls dein Depotanbieter diese Option bietet und somit die Sparquote erhöhen) oder die Dividenden eben schlicht und ergreifend zu konsumieren, sprich: Dir deine eigene Zusatz-Rente schaffen und erhöhen.

    Zweite Stellschraube aus meiner Sicht: Private LV und fondsgebundene Rentenversicherungen. Sobald diese Gelder für dich zu Verfügung stehen, würde ich sie ebenso in einen (oder mehrere) ETF(s) mit HOHER Ausschüttung investieren. Gute Ausschütter gibt’s u.a. von VanEck (Dividend Markets Leaders) oder Vanguard (High Dividend); mit Abstrichen auch von Ishares, Xtrackers, SPDR etc.

    Für mein Dividenden-Faible bin ich hier im Forum teilweise in Grund und Boden kritisiert worden, aber für mich ist es der richtige Weg. Zumal ich davon keine Anteile verkaufe, sondern alles in meinen Depots liegen lasse und mich an bislang stetig steigender Gesamt- und Dividendenrendite erfreuen kann. Und für Notfälle/Sonderausgaben etc. gibt’s natürlich Cashreserven mittels Tages- und Festgeld.

    Und da bei mir auch die Rente so langsam in Sichtweite kommt, verschaffen mir die Dividenden einfach ein gutes Gefühl und Sicherheit in Bezug auf die oftmals gefürchtete Rentenlücke.

    Viel Erfolg bei deinen Finanz-Entscheidungen!

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