Xtrackers FTSE All-World

  • Das ist diese ewige Wanderlegende, die zur Rechtfertigung höherer TER durch die Internetwelt wabbert.

    Das ist natürlich Quatsch. Beim FTSE All-World werden es Invesco und die Deutsche Bank natürlich schaffen, den Index sehr gut abzubilden.

    Mir fehlt es da an Argumenten. Warum sollte ich nicht den ETF mit höherer TER nehmen, wenn die Effektivkosten niedriger sind?

  • Luft für Preissenkungen ist auf jedem Fall noch da. Der Vanguard Total World Stock ETF (den man bei einem deutschen Broker nicht kaufen kann) hat eine TER von 0,06%. Und eigentlich ist es ja nicht logisch erklärbar, warum dann ein Welt-ETF hier so viel mehr kosten sollte. :/
    Nur die UCITS-Regularien werden die Kosten ja kaum dermaßen in die Höhe treiben. Schließlich beweisen ja Amundi und jetzt auch xTrackers dass es auf dem gleichen Preisniveau geht.

    Absolut. Kleine Preisfrage an der Stelle: wie oft kann man den Preis halbieren? :S

    Einer der wichtigsten Faktoren für den ETF Anbieter ist das Fondsvolumen (Asset Under Management AUM). Und in den USA sind diese ETFs unfassbar groß. Beispiele:

    • Vanguard S&P 500 ETF (Ticker: VOO): 994 Milliarden US-Dollar, TER 0,03%
    • Vanguard Total Stock Market ETF (VTI): 659 Milliarden US-Dollar, TER 0,03%

    Der bei uns erhältliche Vanguard FTSE All-World UCITS ETF mit seinen 40 Milliarden Euro und selbst der größte europäische UCITS ETF, der iShares Core MSCI World UCITS ETF mit seinen 125 Milliarden Euro wirken dazu geradezu putzig klein.

    Aber es zeigt, was preislich bei steigenden Fondsvolumina noch möglich ist.

  • Fokussiert man sich nicht teilweise zu sehr rein auf die TER? Wenn die Anbieter mit einer höheren TER mehr Wertpapierleihen und andere Einnahmen generieren können, von denen wir profitieren, zählt doch, was unter dem Strich bei rauskommt, oder?

    Oder man denkt über eine höhere Aktienquote oder ein höheres Einkommen nach. Es ist durchaus faszinierend, welcher Terz hier teilweise um 0,05 % TER gemacht wird, während im langfristigen Vermögensteil des Portfolios gleichzeitig 20 % in Geldmarkt-ETFs liegen, um die Volatilität zu senken. Dabei bringen schon 2–3 Prozentpunkte mehr Aktienanteil im Portfolio langfristig deutlich mehr als jede TER-Senkung jemals bringen wird. Oder man verbringt etwas weniger Zeit im Forum, arbeitet etwas mehr und bildet sich weiter. Das könnte überspitzt formuliert einer effektiven TER-Senkung von 80.000 % entsprechen.;)

  • Oder man denkt über eine höhere Aktienquote oder ein höheres Einkommen nach. Es ist durchaus faszinierend, welcher Terz hier teilweise um 0,05 % TER gemacht wird, während im langfristigen Vermögensteil des Portfolios gleichzeitig 20 % in Geldmarkt-ETFs liegen, um die Volatilität zu senken. Dabei bringen schon 2–3 Prozentpunkte mehr Aktienanteil im Portfolio langfristig deutlich mehr als jede TER-Senkung jemals bringen wird.

    Ich habe gerade intensiv nachgedacht und eine unfassbare Lösung gefunden: man macht einfach beides! Höhere Aktienquote UND niedrige Gebühren. Das ist nicht nur faszinierend, das ist geradezu genial!

    EDIT: verdammt, hab gerade nochmal recherchiert. John Bogle war schneller. Der hatte das schon vor Jahrzehnten erkannt.

  • Das ist diese ewige Wanderlegende, die zur Rechtfertigung höherer TER durch die Internetwelt wabbert.

    Das ist natürlich Quatsch. Beim FTSE All-World werden es Invesco und die Deutsche Bank natürlich schaffen, den Index sehr gut abzubilden.

    Das ist weder eine Legende noch Quatsch, sondern klar nachvollziehbar.
    Es zählt was hinten raus kommt. Die TER ist nur ein Teil der Gleichung.
    Eine niedrigere TER ist aber erst mal ein Vorsprung gegenüber teureren ETF.

  • Der TER ist vorher bekannt, die TD hinterher.....

    Aber es wird ja einen Grund (strukturell) geben, wenn ein ETF in der Vergangenheit regelmäßig eine gewisse TD erzielt.

    So wie z.B. einen Unterschied bezüglich Quellensteuer wegen Swapper (ja oder nein) oder Domizilwahl.
    Oder mehr Wertpapierleihe.

    Nicht alles ist eine Garantie für die Zukunft, aber man kann anhand der Historie ja Tendenzen erkennen.

  • Es zählt was hinten raus kommt.

    Da dürfte jemand, der nicht während der Arbeitszeit im Forum postet, 100% in Aktien-ETFs investiert und sich auf seine Karriere konzentriert im Vorteil sein. Ganz ohne TER-Optimierung. 10% weniger Aktien-Anteil im langfristigen Portfolio sind ca. 0,5% ,,Kosten".

    (Während der Arbeitszeit geschrieben).

  • So wie z.B. einen Unterschied bezüglich Quellensteuer wegen Swapper (ja oder nein) oder Domizilwahl.
    Oder mehr Wertpapierleihe.

    Nicht alles ist eine Garantie für die Zukunft, aber man kann anhand der Historie ja Tendenzen erkennen.

    Mehr Wertpapierleihe nutzt Dir wenig, wenn die Fondsgesellschaft den Rahm abschöpft. :) Was Dir mit Sicherheit bleibt ist das Risiko.

    Swap und Domizil sind ja von Anfang an bekannt und kann man berücksichtigen. Übrigens können sich steuerliche Rahmenbedingungen auch ändern. Dass man ungünstige Konstellationen ausschließen kann, sollte für erfahrene Anleger kein echtes Problem sein. Ebenfalls interessant sind Fragen zu ESG Filtern die zwingend zu erhöhten Transaktionskosten führen.

    Was ich mir in jedem Fall anschaue ist die Qualität und Verlässlichkeit eines Fondsanbieters. Da gehört Xtrackers nicht zu den Glanzlichtern.

  • Es ist zwar normal und auch mit Blick aufs kommende Altersvorsorgedepot nachvollziehbar, dass alle zuerst mal die Thesaurierer raushauen

    Mit diesem Blick sind auch die neuen TERs noch mal verständlicher. Als Anbieter nehme ich vielleicht auch eher einen ETF in mein Angebot auf, bei dem ich 0,93% draufschlagen kann.

  • Welche Aktienquote hast du im Portfolio?

    Bei mir 100%. Wenn es um das Depot geht. ;)
    Aber es gibt ja auch noch ein Leben bzw. Vermögenswerte abseits des Depots. Und in Deutschland verfügen sehr viele Menschen über Ansprüche an GRV oder staatliche Pension. Das kann dann auch eine 100%ige Aktienquote im Depot relativieren.

    Und ob nun eine TER von 0,2% oder 0,06%. Wenn ich das identische Produkt (ETF auf den identischen Index) für weniger Geld bekomme, sollte man rein rational auch das günstigere Produkt wählen. Die Kosten muss ich 100%ig sicher zahlen.
    Ob aber ein etwas teurerer ETF auf das identische Produkt die gleiche oder gar bessere Rendite erzielt ist mehr oder weniger Glück.

  • Bei mir 100%. Wenn es um das Depot geht. ;)
    Aber es gibt ja auch noch ein Leben bzw. Vermögenswerte abseits des Depots. Und in Deutschland verfügen sehr viele Menschen über Ansprüche an GRV oder staatliche Pension. Das kann dann auch eine 100%ige Aktienquote im Depot relativieren.

    Und ob nun eine TER von 0,2% oder 0,06%. Wenn ich das identische Produkt (ETF auf den identischen Index) für weniger Geld bekomme, sollte man rein rational auch das günstigere Produkt wählen. Die Kosten muss ich 100%ig sicher zahlen.
    Ob aber ein etwas teurerer ETF auf das identische Produkt die gleiche oder gar bessere Rendite erzielt ist mehr oder weniger Glück.

    Theoretisch ist das richtig. In der Praxis ist jedoch nicht Geld, sondern Zeit die knappste und damit wertvollste Ressource. Vielleicht klingt das etwas philosophisch, aber die endlosen Diskussionen über 0,05 Prozentpunkte TER, den „optimalen“ ETF oder sonstiges Overengineering erscheinen mir unverhältnismäßig. Vor allem dann, wenn sie sich über Hunderte oder gar Tausende Beiträge erstrecken und täglich wiederholen. Niemand weiß schließlich, welche Fonds künftig ihre Gebühren senken, geschlossen werden oder welche anderen Veränderungen durch Politik, Regulierung oder schlicht das Leben selbst noch auf uns zukommen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ausgerechnet diejenigen, die „Welt-ETF und gut ist, weil das den Kopf frei macht für das echte Leben“ predigen, den zweiten Teil des Satzes aus den Augen verlieren. Die gewonnene Einfachheit wird dann durch immer neue Detaildebatten und endloses Grübeln wieder zunichtegemacht.

  • Theoretisch ist das richtig. In der Praxis ist jedoch nicht Geld, sondern Zeit die knappste und damit wertvollste Ressource. Vielleicht klingt das etwas philosophisch, aber die endlosen Diskussionen über 0,05 Prozentpunkte TER, den „optimalen“ ETF oder sonstiges Overengineering erscheinen mir unverhältnismäßig. Vor allem dann, wenn sie sich über Hunderte oder gar Tausende Beiträge erstrecken und täglich wiederholen. Niemand weiß schließlich, welche Fonds künftig ihre Gebühren senken, geschlossen werden oder welche anderen Veränderungen durch Politik, Regulierung oder schlicht das Leben selbst noch auf uns zukommen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ausgerechnet diejenigen, die „Welt-ETF und gut ist, weil das den Kopf frei macht für das echte Leben“ predigen, den zweiten Teil des Satzes aus den Augen verlieren. Die gewonnene Einfachheit wird dann durch immer neue Detaildebatten und endloses Grübeln wieder zunichtegemacht.

    Natürlich.
    Der aktuelle Name wurde wohl wegen der Assoziationskette B.Kahn - Irving Kahn - Irving gewählt.

    :/

  • Theoretisch ist das richtig. In der Praxis ist jedoch nicht Geld, sondern Zeit die knappste und damit wertvollste Ressource. Vielleicht klingt das etwas philosophisch, aber die endlosen Diskussionen über 0,05 Prozentpunkte TER, den „optimalen“ ETF oder sonstiges Overengineering erscheinen mir unverhältnismäßig.

    Ich stimme Dir zu, wenn man deswegen nicht 'zu Potte' kommt und quasi ewig auf den 'besten' ETF wartet. Das mag für Anfänger eine Gefahr darstellen.
    Aber was spricht dagegen einmal im Jahr zu schauen, ob es den ausgewählten Index nicht bei einem anderen ETF-Anbieter günstiger gibt? Der Markt entwickelt sich halt weiter.

    Ich sehe die Situation analog zu den MSCI World ETF früher. Anfangs gab es nur wenige ETF, die nach heutigen Maßstäben eine extrem hohe TER hatten. Der älteste MSCI World ETF von ishares kann ja auch heute noch gekauft werden (TER 0,5%).
    Aber seit 2015 hat dieser ETF kaum noch frische Mittelzuflüsse. Warum auch, wenn man inzwischen sogar für eine TER von 0,05% einen ETF auf diesen Index bekommt.
    Jetzt wiederholt sich das Spielchen bei den All World ETF halt. Nur das das Niveau von dem wir kommen generell schon etwas niedriger war. Aber glaubst Du, dass SPDR je den Preis für seinen MSCI ACWI IMI ETF gesenkt hätte, wenn es nicht die Konkurrenz durch den FTSE All World gegeben hätte?
    Mir ist es nachher egal, ob ich 1, 2 oder gar 5 Positionen auf den identischen Index in meinem Depot halte.


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