Wie Bausparverträge einsetzen?

  • Hallo zusammen,

    ich bräuchte Unterstützung beim taktisch klugen Einsatz meiner Bausparverträge.

    Kurz zu den Fakten:

    Bauvorhaben Frühjahr 27 mit insgesamt Darlehensbedarf von 400.000€

    Bausparer 1: 2007 angelegt, Höhe 20.000€, 85% bespart, Guthabenzins 1%, Darlehenszins effektiv 2,65%

    Bausparer 2: 2019 angelegt, Höhe 40.000€, 20% bespart, Guthabenzins 0,1%, Darlehenszins effektiv 2,95%

    Ich muss leider zugeben, dass ich jetzt, wo ich diese Verträge zum Hausbau einsetzen möchte, das Gefühl habe, dass zumindest Bausparer 2 keine kluge Entscheidung war. Ich bin noch relativ jung und meine Eltern haben mich damals hierbei jeweils beraten, vielleicht noch mit der Denke "Bausparer ist immer gut".

    Nächste Woche habe ich einen Termin mit der Bausparkasse. Bei Abschluss von Bausparer 2 wurde mir damals geraten, Bausparer 1 in Bausparer 2 zu schieben und mit Bausparer 2 zu bauen. Hier sind die Zinsen aber natürlich unattraktiver. Gleichzeitig könnte ich auf Bausparer 1 ja eh nur noch wenige 1000€ aufnehmen.

    Ist die "Zusammenlegung" von 1 und 2 sinnvoll? Oder sollte ich nur 1 nutzen und 2 weiterbesparen und z.b. einen anderen Teilkredit über wenige Jahre aufnehmen und diesen dann gegen Bausparer 2 ablösen? Oder mit Eigenkapital Bausparer 2 in einer Summe vollsparen und beide nutzen (falls die Kasse das überhaupt zulässt)? Gibt es eine clevere Lösung, die mir der Bausparmitarbeiter vermutlich nicht vorschlägt?

    Falls ihr noch Informationen benötigt, sagt gerne Bescheid. Vielen Dank schonmal!

  • Kater.Ka 22. April 2026 um 09:14

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Zusammenlegen, Bauspardarlehen auf 50.000 Euro begrenzen, da das Darlehen dann blanko, ohne Grundschulden, gewährt wird.

    Aufpassen, bzw. in Erfahrung bringen:

    1) Wie hoch ist die Zins-, und Tilgungsrate aus beiden Darlehen bzw. wenn Zusammenlegung (die auch Sinn ergeben kann, um die Zins-, und Tilgungsrate geringer zu halten) des Bauspardarlehens?

    2) Hat einer der beiden Verträge (eher der ältere) eine Bonusoption, wenn auf das Bauspardarlehen verzichtet wird? Verzicht auf Bonus könnte den Darlehenszins unattraktiv machen.

  • Bausparer 1: 2007 angelegt, Höhe 20.000€, 85% bespart, Guthabenzins 1%, Darlehenszins effektiv 2,65%

    Bausparer 2: 2019 angelegt, Höhe 40.000€, 20% bespart, Guthabenzins 0,1%, Darlehenszins effektiv 2,95%

    Viel Erfolg beim Immo Projekt?

    Frage die Guthaben Zinsen passen zu den Jahren, die DL Zinsen hätte ich genau anders herum erwartet.

    Auf jeden Fall in Erfahrung bringen, ob durch das Zusammenlegen die Bausparsumme erhöht und dadurch neue Gebühren entstehen.

    Was ist mit Sonderzahlung in BSV 2, um die Zuteilung zu beschleunigen?

    Ich vermute, es wird ohnehin noch ein Annuitäten DL erforderlich sein. Vielleicht eine Tranche a 50k, die du dann mit BSV 2032 ablösen kannst

  • Die BS Kasse wird dir mglw. ein Kombi Produkt für den weiteren Finanzierungsbedarf schmackhaft machen.

    Aus eigener Erfahrung würde ich hier ein klassisches Bank Darlehen empfehlen.

    Aber klar, vielleicht braucht es auch keine weitere Finanzierung, war ja auch nicht Teil der Frage

  • Bausparer 1: 2007 angelegt, Höhe 20.000€, 85% bespart, Guthabenzins 1%, Darlehenszins effektiv 2,65%

    Bausparer 2: 2019 angelegt, Höhe 40.000€, 20% bespart, Guthabenzins 0,1%, Darlehenszins effektiv 2,95%

    So wie es aktuell ist, sind beide relativ nutzlos. BSV1 ist quasi voll, die 3000€ machen den Bock nicht fett. BSV2 ist von der Zuteilung für 2027 noch zu weit entfernt. Insofern wäre eine Zusammenlegung sinnig, wenn diese dazu führt, dass du den nutzen kannst. Die Optimierung mit dem Blank-Darlehen ist nett, aber wichtiger wäre, dass die überhaupt zum Einsatz kommen. Einen BSV mit 0,1% Guthaben über Jahre zu besparen, während du auf einen Überbrückungskredit irgendwas im Bereich 3,5-4% zahlst, ist einfach Käse

  • Hallo haeuslebauer27,

    ich würde bei Vertrag 1 auf die Zuteilung verzichten und Vertrag 2 kündigen und die 400k über ein (oder zwei) Annuitätendarlehn abdecken. Die 25k sind meine Liquiditätsreserve für ungeplante Kostensteigerungen während des Baus; die kommen fast immer. Und wenn ich nicht alles benötige, geht das Geld in Sondertilgungen der Annuitätendarlehn – beim Abschluss auf die Möglichkeit achten.

    Egal welche BS- Variante Sie wählen, lassen Sie sich nicht von den etwas niedrigeren Zinsen gegenüber dem Bankdarlehen blenden. Sie müssen wesentlich mehr p.M. tilgen. Bis zur Bereitstellung müssen Sie noch ansparen, d.h. der Cashflow ist in der angespannten Bauphase höher. Verkraften Sie das?

    Starke Nerven für den Bau.

    Gruß Pumphut

  • Zusammenlegen, Bauspardarlehen auf 50.000 Euro begrenzen, da das Darlehen dann blanko, ohne Grundschulden, gewährt wird.

    Wie sollen die beiden Verträge zusammengelegt werden? Die Konditionen sind bei beiden Verträgen grundverschieden.
    Vertrag 1 kann eigentlich nur aufgelöst werden und das Guthaben als Eigenkapital genutzt werden.

    Vertrag 2 ist weit von einer Zuteilung entfernt. Entweder laufen lassen und zu einem späteren Zeitpunkt einsetzen, sofern eine Sparrate als zusätzliche Belastung zu dem Immobilienkredit noch erträglich ist.

    Die Gesamtfinanzierung über ein "normales" Immobiliendarlehen abwickeln.
    Die beiden Bausparverträge sind zur Finanzierung für das Vorhaben nicht geeignet.

  • Keine guten Tips in Anbetracht der günstigen Darlehenszinsen und dem Hebel, den das Bauspardarlehen in Bezug auf den Beleihungsauslauf und einhergehender günstiger Zinsen für den Restbedarf aufgrund des geringeren Beleihungsauslaufs erzielen kann.

    1) Zuteilung kann durch Ermäßigung der Bausparsumme herbei geführt werden, erfragen, ob Zwischenfinazierungszeit entsteht, die sich alle mal rechnen kann und den monatlichen Zins-, und Tilgungsaufwand auch überhaupt nicht erhöht!

    2) Bauspardarlehensanspruch kann durch Erhöhung der Bausparsumme erhöht werden

    3) Das blanko gewährte Bauspardarlehen (in Summe bis 50.000 Euro) verringert den Beleihungsauslauf für den geringeren Restbedarf!

  • Wie sollen die beiden Verträge zusammengelegt werden? Die Konditionen sind bei beiden Verträgen grundverschieden.
    Vertrag 1 kann eigentlich nur aufgelöst werden und das Guthaben als Eigenkapital genutzt werden.

    Vertrag 2 ist weit von einer Zuteilung entfernt. Entweder laufen lassen und zu einem späteren Zeitpunkt einsetzen, sofern eine Sparrate als zusätzliche Belastung zu dem Immobilienkredit noch erträglich ist.

    Die Gesamtfinanzierung über ein "normales" Immobiliendarlehen abwickeln.
    Die beiden Bausparverträge sind zur Finanzierung für das Vorhaben nicht geeignet.

    ?? In dem die Bausparkasse z.B. Vertrags/optionsänderungen bzw. einen Tarifwechsel zulässt/ermöglicht! Die Zusammenlegung ist, das mal nebenbei erwähnt, auch nicht das Zünglein an der Waage und der Kern meiner Ratschläge/Vorschläge.

    Dein Ratschlag ist nicht zielführend, was zu prüfen ist, habe ich dargestellt und ganz sicher, mind bei dem ersten Vertrag ist mit Erhöhung eine zuteilungsreife mit genügend Blankodarlehen zu erzielen und bei diesen tollen Zinsen deutlich unter Marktniveau zu nutzen. Dies wie beschrieben mit dem Effekt eines Hebels für die Senkung des Beleihungsauslaufs, was das Restdarlehen auch noch günstiger gestalten läßt!

  • ?? In dem die Bausparkasse z.B. Vertrags/optionsänderungen bzw. einen Tarifwechsel zulässt/ermöglicht!

    Genau, wenn die Bausparkasse eine Änderung zulässt - das ist zwar theoretisch möglich, praktisch wohl kaum zu erwarten, da es sich um "UraltVerträge" handelt.
    Praktisch wird die Bausparkasse den Neuabschluss von einem (teureren) Vertrag "empfehlen".

    Dein Ratschlag ist nicht zielführend, was zu prüfen ist, habe ich dargestellt und ganz sicher, mind bei dem ersten Vertrag ist mit Erhöhung eine zuteilungsreife mit genügend Blankodarlehen zu erzielen und bei diesen tollen Zinsen deutlich unter Marktniveau zu nutzen.

    Keine Bausparkasse wird heute diesen ersten Vertrag mit dem damaligen Darlehenszins von 2,65% effektiv erhöhen - das wäre so ähnlich wenn du bei deiner Bank heute nachfragen würdest, ob sie dir dein Darlehen von 2019 mit dem damals günstigen Zinssatz heute ein wenig aufstocken würden.
    Aufstocken vermutlich ja, dann aber mit einem neuen Zinssatz.

  • Keine Bausparkasse wird heute diesen ersten Vertrag mit dem damaligen Darlehenszins von 2,65% effektiv erhöhen - das wäre so ähnlich wenn du bei deiner Bank heute nachfragen würdest, ob sie dir dein Darlehen von 2019 mit dem damals günstigen Zinssatz heute ein wenig aufstocken würden.
    Aufstocken vermutlich ja, dann aber mit einem neuen Zinssatz.

    Sei mir nicht böse, aber deine Ratschläge helfen nicht weiter und sind praxisfremd!

    Das Recht der Erhöhung steht in den ABB des damaligen Tarifs, da kann und wird die Bausparkasse kein Veto einlegen dürfen!

    Ich empfehle dringenst, meine Ratschläge zu befolgen.

  • Sei mir nicht böse, aber deine Ratschläge helfen nicht weiter und sind praxisfremd!

    Das Recht der Erhöhung steht in den ABB des damaligen Tarifs, da kann und wird die Bausparkasse kein Veto einlegen dürfen!

    Ich empfehle dringenst, meine Ratschläge zu befolgen.


    Richtig, Erhöhungen von Vertragssummen bei Bausparkassen sind so lange möglich, wie der betreffende Tarif für den Vertrag angeboten wird.

    ... ich kenne das Prozedere aus eigener (leidvoller) Erfahrung - habe bei zwei Verträgen in der Vergangenheit versucht, die Vertragssumme zu erhöhen. Das ging nicht mehr, weil diese (damaligen) Tarifvarianten nicht mehr angeboten wurden.

    Hier kannst du davon ausgehen, dass eine Tarifvariante von 2007 nicht mehr angeboten wird.

  • Ganz vielen Dank an alle!

    Ohje, so eindeutig scheint es ja nicht zu sein wie ich vorgehen sollte.


    Buhmann ich versuche deine Ratschläge mal für mein Verständnis nachzuvollziehen:

    1) Bausparer 1 auf z.b. 35.000€ erhöhen, damit hätte ich ihn auch zu 50% bespart und Anrecht auf ein höheres Darlehen als die verbleibenden ~3000€.

    2) Bausparer 2 teilen? Wie würde das konkret aussehen? Könnte ich das gesamte Angesparte auf einen Teil legen damit dieser zuteilungsreif wird? Was passiert mit dem anderen, sauert der für immer leer vor sich hin? Und vermutlich zahle ich hier wieder Abschlussgebühren?

    Der Tarif aus 2007 ist übrigens "Fuchs Start".

  • Aber gute Kontakte zu Bausparkassen hast du schon ?

    Da er als Vermittler arbeitet, ist das nicht auszuschließen. Auf der anderen Seite wissen wir noch nichtmal, um welche BSV es sich überhaupt handelt und noch weniger, was in den Bedingungen damals stand.

    Klar ist, dass die Zinsen für den Bausparkredit unter denen eines Annuitätendarlehens liegen werden. Der Blankokredit und bessere Beleihungsauslauf ist hier noch ein netter Bonus, sofern sich dadurch der Beleihungsauslauf (den wir nichtmal abschätzen können) verbessert. Nach Abschluss der BSV-Tilgung kann man die anderen Darlehen per Sondertilgung schneller abzahlen oder gleich die Rate erhöhen.

    Grundsätzlich würde ich in solche Termine vorsichtig gehen...die BSV wird garantiert versuchen ein TA-Darlehen zu verkaufen. Das rentiert sich nicht. Wer Zinssicherheit für die Zukunft will, kann die bereits heute auf 20 oder 30 Jahre festschreiben und muss dafür nicht ein negatives Zinsdifferenzgeschäft eingehen.

  • LebenimSueden so wie du es schreibst wurde es mir bei Abschluss des 2. BSV vom Berater aufgezeigt. Beide zusammenlegen und den größeren dann in Anspruch nehmen. Ich war nur reichlich misstrauisch wenn es mir von demselben Menschen geraten wird, der an mir verdienen will :/

    Den Tarif habe ich einen Beitrag vorher geschrieben, er wurde nur etwas später freigegeben. Beide sind "Fuchs Start".

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