Erfahrungen beim Wechsel des Gasversorgers

  • Hallo,

    in der allgemeinen Tristesse, was in Deutschland alles so nicht geht, einmal ein positives Beispiel:

    Da mein bisheriger Gasversorger etwas hohe Preisvorstellungen zur Fortsetzung des Vertrages hatte, habe ich gestern den Gasversorger gewechselt. Vom Abschicken des Antrages bis zum Eingang der Lieferbestätigung zum Wunschtermin des neuen Versorgers und Eingang der Kündigungsbestätigung des alten Versorgers vergingen vier Stunden und das am Feiertag. D.h. der Wechselprozess unter allen drei Beteiligten (inkl. Netzbetreiber) läuft inzwischen vollautomatisch. Geht doch.

    Mein bisheriger Arbeitsaufwand ca. eine Stunde und die vorrangig für die Recherche, welcher Versorger unter meinen Randbedingungen der günstigste ist; Einsparung ca. 150 Euro p.a.

    Also nur Mut, man muss nicht in teuren Vertrag bleiben.

    Gruß Pumphut

  • Ich wechsle seit 2009 regelmäßig meinen Stromvertrag und seit 2011 regelmäßig meinen Gasanbieter. Dadurch habe ich die Preissteigerungen lange Jahre dank Neukundenbonus regelmäßig kompensiert.

    Es gab niemals Probleme. Kann ich nur jedem empfehlen.

  • Ich kann mich den guten Erfahrungen der Vorredner:innen uneingeschränkt anschließen

    Homepage FT -> Gas / Stromvergleich -> Anbieter auswählen -> Neuabschluss und Kündigung über Check24 oder Verivox

    Einfacher und reibungsloser geht es nicht 💪🏻😃

  • Ich bin immer noch erstaunt, wie euphorisch manche im Jahr 2026 reagieren, wenn sie es schaffen, ihren Strom- oder Gasanbieter zu wechseln. Dabei dauert das seit Jahren keine zwei Minuten:

    1. Vergleichsportal öffnen
    2. Einloggen (die Daten sind in der Regel gespeichert)
    3. „Strom“ oder „Gas“ auswählen
    4. Anbieter im Ranking vergleichen und persönlichen Favoriten nach Preis-Leistung auswählen
    5. Auf „Vertrag abschließen“ klicken
    6. Fertig.

    Trotzdem freut es mich für OP! :)

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Nachdem alle über ihre tollen Erfahrungen mit dem jährlichen Anbieterwechsel berichtet haben, möchte ich auch meine Erfahrungen, die wenig positiv waren, schildern. Vor einigen Jahren habe ich auch mal den Anbieter gewechselt, weil man da ja angeblich Geld sparen kann. Allgemeiner Tenor: wer das nicht macht, ist dumm. Wie es dann wirklich aussieht, merkt man erst, wenn man es dann auch mal macht.

    Der Wechsel selbst war schon damals unter Verwendung der einschlägigen Portale nicht besonders aufwändig. Hier ist immer von Neukundenbonus die Rede. Ich habe den nie bekommen. Man bekam eine lächerliche "Abschlussprämie" am Anfang, vielleicht 20 EUR. Den "Neukundenbonus" sollte es aber erst im 13. Vertragsmonat geben. Da habe ich mich schon gefragt, wie man den bekommen kann, wenn man jährlich den Anbieter wechselt. Auch habe ich dann gelernt, warum man nach einem Jahr wechseln sollte. Ab dem 13. Monat wurden die Preise für Bestandskunden deutlich erhöht, während für Neukunden die günstigen Preise weiterhin galten. Auch auf telefonische Nachfrage wollte man mir diese nicht weiter gewähren. Wie ich nachher erfahren habe, ein branchenübliches Verhalten. Für mich ist so etwas inakzeptabel, mit solchen Leuten mache ich keine Geschäfte.

    Das wirkliche Problem trat allerdings mit der Gaskrise auf. Die Gaspreise für Neuverträge stiegen um ein Vielfaches. Wenn ein Anbieter nicht pleite ging und man sofort in der Ersatzversorgung des Grundversorgers landete, so durfte man nach wenigen Monaten Restlaufzeit des Liefervertrages mit exorbitanten Steigerungen rechnen. Ich hatte seinerzeit etwas mehr als 100 EUR monatlich für Gas bezahlt, die Angebotspreise für Neuverträge lagen plötzlich bei 400 EUR, manche Anbieter wollten bis zu 700 EUR. Überrascherweise fand ich beim lokalen Grundversorger ein Angebot für 280 EUR, das in der damaligen Situation die beste Option war. Wäre ich damals bei einer Pleite des bisherigen Anbieters in die Ersatzversorgung (das ist nicht die Grundversorgung) gefallen, wären übrigens knapp 700 EUR fällig gewesen.

    Ich habe hier ja schon mehrfach geschrieben, dass ich kein Freund der Kostenlos- oder Möglichst-Billig-Kultur bin. Irgendwie zahlt man immer. Sei es mit nicht vorhandenem Support, erhöhtem Risiko oder auch seinen Daten. Wer Freude daran hat, die negativen Seiten solcher Angebote für ein paar Euro Ersparnis in Anspruch zu nehmen, der soll es tun. Einen Vorteil bietet es auf jeden Fall: die Zahl der Beiträge, in denen sich Teilnehmer über Probleme mit Billiganbietern beklagen, wird garantiert nicht weniger.

  • Wie es dann wirklich aussieht, merkt man erst, wenn man es dann auch mal macht.

    Einmal gemacht und schlechte Erfahrungen gemacht und dann nie wieder. Das ist so wie der Telekom-Anleger, der danach gelernt hat, dass Aktien immer Teufelszeug sind.

    Den "Neukundenbonus" sollte es aber erst im 13. Vertragsmonat geben.

    Dann würde ich eben erst nach 13 Monaten erneut wechseln, nicht nach 12!

    Wie ich nachher erfahren habe, ein branchenübliches Verhalten.

    Ja. Lockpreise sind keine Dauerpreise. Daher lohnt sich dann regelmäßiges Wechseln.

    Ich hatte seinerzeit etwas mehr als 100 EUR monatlich für Gas bezahlt, die Angebotspreise für Neuverträge lagen plötzlich bei 400 EUR, manche Anbieter wollten bis zu 700 EUR.

    Man sollte jährlich die Preise vergleichen, nicht zwingend jährlich wechseln. Es ist sicherlich nicht optimal, zu wechseln, wenn der Altvertrag günstiger als alle Neuangebote ist.

  • Ich kann die Probleme von sam51 so nicht bestätigen.
    Ich habe zum ersten Mal vor mehr als 25 Jahren den Stromanbieter gewechselt. Seither findet regelmäßig (meist einmal jährlich) ein Wechsel des Strom- und auch später auch des Gasanbieters statt.

    Ich bin einmal "reingefallen" - das war seinerzeit mit dem Anbieter "Wechseln ist ein Klax mit Telda...." Glücklicherweise hatte ich monatlich im Voraus gezahlt und ich musste für den Verbrauch bis zur Pleite dieses Anbieters auch noch eine Nachzahlung leisten. Da hatte es den versprochenen Bonus nicht gegeben, ok ....

    Ein weiteres Mal gab es Probleme bei einem Wechsel des Stromanbieters zwischen dem Netzbetreiber und dem neuen Anbieter - die beiden hatten sich nicht "verstanden". Das ging eine Weile hin und her und ich war für einige Wochen in der Grundversorgung gelandet. Nachträglich hatte ich aber eine Einigung mit dem neuen Anbieter (Maingau) erzielen können.

    Bei den Preisen ist es so wie bei vielen anderen Dingen auch - wer sich nicht aktiv meldet, zahlt als "bequemer Kunde" immer drauf, das gilt für Kreditinstitute (Zinsen und Gebühren), Telekommunikationsanbieter und eben auch für Gas- und Stromanbieter.

  • Einmal gemacht und schlechte Erfahrungen gemacht und dann nie wieder. Das ist so wie der Telekom-Anleger, der danach gelernt hat, dass Aktien immer Teufelszeug sind.

    Nein, ich habe das mehrfach gemacht, als diese Vergleichsportale auftauchten. Egal, ob Energieversorger oder Versicherung, es gab überwiegend negative Erfahrungen und teilweise sogar echten Ärger.

    Dann würde ich eben erst nach 13 Monaten erneut wechseln, nicht nach 12!

    Ich weiß nicht, wie es aktuell ist. Aber seinerzeit verlängerten sich die Verträge um ein weiteres Jahr, wenn man nicht rechtzeitig gekündigt hat. Also war es gar nicht möglich, nach 13 Monaten zu wechseln.

    Ja. Lockpreise sind keine Dauerpreise. Daher lohnt sich dann regelmäßiges Wechseln.

    Ob sich das lohnt, ist Ansichtssache. Mir kommt es nicht auf ein paar Euro an, ich will mich nicht mit Leuten abgeben, die dauernd rumtricksen. Wer z.B. einmal Kunde bei Sky war, weiß, was ich meine.

    Man sollte jährlich die Preise vergleichen, nicht zwingend jährlich wechseln. Es ist sicherlich nicht optimal, zu wechseln, wenn der Altvertrag günstiger als alle Neuangebote ist.

    Ich glaube, du hast das nicht richtig verstanden. In der Gaskrise gab es keine einfachen Optionen. Auch die Preise des laufende Vertrag wäre nach Ablauf der Preisgarantie horrend angestiegen. Man hatte die Wahl zwischen Pest und Cholera.

  • Bei den Preisen ist es so wie bei vielen anderen Dingen auch - wer sich nicht aktiv meldet, zahlt als "bequemer Kunde" immer drauf, das gilt für Kreditinstitute (Zinsen und Gebühren), Telekommunikationsanbieter und eben auch für Gas- und Stromanbieter.

    Meiner Erfahrung nach nützt "aktiv melden" in der Regel nichts, weder bei Kreditinstituten noch Telekommunikationsanbietern. Mit Energieversorgern habe ich, wie schon beschrieben, die gleiche Erfahrung gemacht. Einzig bei Kfz-Versicherungen funktioniert es manchmal.

  • Ich wechsle seit etwa zehn Jahren regelmäßig zwischen drei und vier Anbietern. Das sind zwar nicht immer die günstigsten, sondern oft nur der zweit- oder drittgünstigste Tarif – dafür weiß ich, dass alles zuverlässig und reibungslos funktioniert und ich spare trotzdem einiges an Geld. Die Kundenrezensionen sind bei der Entscheidung eine große Hilfe.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Ich weiß nicht, wie es aktuell ist. Aber seinerzeit verlängerten sich die Verträge um ein weiteres Jahr, wenn man nicht rechtzeitig gekündigt hat. Also war es gar nicht möglich, nach 13 Monaten zu wechseln.

    Aktuell gilt: Nach der vereinbarten Laufzeit (meist 1 Jahr) ist die Kündigungsfrist monatlich.

    In der Gaskrise gab es keine einfachen Optionen.

    Das ist richtig. Wenn die Preise überall steigen, dann ist das so. Das hat dann aber nichts mit Versorgerwechsel zu tun.

    Ich wechsle seit etwa zehn Jahren regelmäßig zwischen drei und vier Anbietern.

    Ich nutze nur seriöse Anbieter, nicht den neusten Billigheimer. Bei Strom wechsele ich idR sogar nur zwischen 2 Anbietern hin- und her. Bei Gas habe ich auch nur wenige Anbieter genutzt. Meine Kfz.-Versicherungen schließe ich im Schnitt alle 2 Jahre neu ab, seit mind. 15 Jahren immer beim gleichen Anbieter (HUK24). Das geht schnell und problemlos.

  • [ ... ]
    Meine Kfz.-Versicherungen schließe ich im Schnitt alle 2 Jahre neu ab, seit mind. 15 Jahren immer beim gleichen Anbieter (HUK24). Das geht schnell und problemlos.

    Dazu habe ich eine Frage:
    Ändert sich das Fahrzeug auch alle zwei Jahre oder erneuerst du "nur" den Vertrag?
    Letzteres kannte ich bisher noch nicht.

  • Ändert sich das Fahrzeug auch alle zwei Jahre oder erneuerst du "nur" den Vertrag?

    Fahrzeuge fahre ich meist 10 Jahre und länger.

    Ich frage bei HUK24 den aktuellen Preis nach Wechsel der Versicherung an. Das geht online sehr fix. Wenn der Preis besser ist, schließe ich ab. Beim bisherigen Versicherer klicke ich die HUK24 an, das wird dann angeboten. Der Rest geht automatisch.

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