Gasanbieter-Vergleich

Wie Sie einen guten Gasvertrag finden und abschließen

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn Sie in Ihrer Wohnung den Gastarif nicht selbst gewählt haben, sind Sie im teuren Grundtarif. Nach einem Preisvergleich sollten Sie den Vertrag oder sogar den Anbieter wechseln.
  • Wenn Sie schon einmal gewechselt haben, lohnt sich trotzdem ein jährlicher Gasvergleich. Die Versorger verändern die Höhe ihrer Tarife häufig. Durch einen Wechsel können Sie leicht 100 Euro und mehr im Jahr sparen.
  • Der Wechsel des Gasanbieters geht einfach und dauert nur wenige Minuten. Der neue Versorger kündigt für Sie Ihren alten Vertrag. Es gibt kein Risiko, dass Ihnen das Gas abgestellt wird.
  • Um einen günstigen Anbieter zu finden, hat Finanztip einen Gasvergleichsrechner erstellt. Er basiert auf Daten von Verivox und Check24 und unterliegt den strengen Finanztip-Kriterien.

So gehen Sie vor

  • Vergleichen Sie die Tarife an Ihrem Wohnort über einen Gasrechner. Achten Sie dabei auf verbraucherfreundliche Einstellungen.
  • Wir empfehlen einen Vergleich über den Finanztip-Gasrechner. Er ist bereits so eingestellt, dass er nur verbraucherfreundliche Tarife zeigt. Pakettarife und Tarife mit Vorkasse sortiert er aus.
  • Überlegen Sie, ob Sie sich auf einen Tarif mit Neukundenbonus einlassen wollen. Sie sparen damit im ersten Vertragsjahr, werden aber wohl ab dem zweiten Jahr wesentlich mehr zahlen, falls Sie vergessen, erneut den Anbieter zu wechseln.
  • Überzeugt Sie ein Angebot, können Sie den Vertrag über ein Vergleichsportal oder auf der Internetseite des Anbieters abschließen. Die Kündigung beim bisherigen Lieferanten übernimmt der neue Anbieter für Sie.
  • Ist der neue Vertrag unter Dach und Fach, darf der Versorger erst ab Lieferbeginn Geld verlangen. Die Höhe des Abschlags muss zudem Ihrem bisherigen Verbrauch entsprechen.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu aktuellen Gasanbieter-Empfehlungen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Um den Finanztip-Gasrechner zu bedienen, geben Sie Ihre Postleitzahl und Ihren Gasverbrauch ein. Der Rechner liefert Ihnen dann verbraucherfreundliche und günstige Angebote für Ihren Wohnort.

Eine Gasheizung hält fast jede zweite Wohnung in Deutschland warm, vor allem in Mehrfamilienhäusern in größeren Städten. Gehört Ihnen das Haus, in dem Sie leben, können Sie den Gasversorger selbst wählen. Auch als Mieter können Sie sich Ihren Gasanbieter selbst aussuchen, sofern sich in Ihrer Wohnung eine Gastherme befindet. Über solch eine Gasetagenheizung verfügen rund vier Millionen Wohnungen.

Ziehen Sie in solch eine Wohnung, können Sie in der Regel sofort heizen. In dem Moment, in dem Sie erstmals Gas aus dem öffentlichen Gasnetz entnehmen, schließen Sie einen Vertrag mit dem örtlichen Versorger ab. Die Preise dieser sogenannten Ersatzversorgung sind aber hoch. Sie sollten daher schnell in einen anderen Tarif wechseln. Der Wechsel des Gastarifs bietet sich aber auch an, falls Sie Ihren Versorgungsvertrag vor mehreren Jahren geschlossen haben. Denn der Wettbewerb um Kunden ist im Gasmarkt sehr rege – die Preise ändern sich stetig, und ein Tarif, der bei Vertragsschluss günstig war, muss es heute nicht mehr sein.

Tipp für Mieter in einem Haus mit Zentralheizung

Leben Sie zur Miete in einem Wohnhaus mit zentraler Gasheizung, können Sie den Gasanbieter nicht selbst bestimmen. Dafür ist der Vermieter verantwortlich. Dieser darf aber keinen Gasanbieter mit überhöhten Preisen auswählen und Sie zahlen lassen. Das verlangt das Gebot der Wirtschaftlichkeit (§ 556 Abs. 3 BGB). Zudem ist der Vermieter verpflichtet, den Verbrauch der einzelnen Mieter zu erfassen und nur die daraus resultierenden Kosten abzurechnen (§ 4 und § 6 Heizkostenverordnung).

Wie viel können Sie durch einen Vertragswechsel sparen?

Die Gaspreise haben sich seit 2014 mehrheitlich verringert und inzwischen wieder etwa den Stand des Jahres 2008 erreicht. Um rund 7 Prozent haben die Gasversorger zum Jahreswechsel 2017 im Durchschnitt ihre Preise verringert.

Hat Ihr Lieferant schon länger keine Preissenkung vorgenommen, lohnt sich sehr wahrscheinlich der Wechsel zu einem anderen Anbieter. Aber auch wenn Ihr Lieferant die Preise gesenkt hat, kann sich ein Wechsel für Sie auszahlen: Der Wettbewerb um Kunden ist im Gasmarkt quicklebendig. In einem günstigeren Tarif können Sie 100 Euro und mehr im Jahr sparen.

Rund ein Fünftel der Gaskunden steckt noch in der Grundversorgung. Wenn Sie dazugehören, können Sie durch einen Vertragswechsel auch locker 200 Euro jährlich sparen – denn im Schnitt zahlen Kunden in der Grundversorgung rund einen Cent pro Kilowattstunde mehr als in einem Tarif bei einem anderen Anbieter.

Durchschnittliche Gaspreise für Haushalte je nach Vertragsart

Verbrauch pro Jahr Grundtarif anderer Tarif beim Grundversorger Tarif von anderem Anbieter
weniger als 5.556 kWh 10,26 ct/kWh 9,06 ct/kWh 8,7 ct/kWh
5.556 bis 55.556 kWh 6,73 ct/kWh 6,07 ct/kWh 5,78 ct/kWh
mehr als 55.556 kWh 6,11 ct/kWh 5,41 ct/kWh 5,08 ct/kWh

Quelle: Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 10. November 2017)

Die Preise enthalten sowohl den Arbeitspreis pro Kilowattstunde als auch den Grundpreis pro Monat, die die Versorger zumeist erheben.

Wie finden Sie gute Angebote für die Gasversorgung?

Rund 600 Anbieter in Deutschland buhlen um die Verbraucher. Um ihre Angebote zu sichten, raten wir zu einem Gaspreisvergleich mit unserem Finanztip-Gasrechner. Er basiert auf Daten von Verivox und Check24. Diese Vergleichsportale haben in unserem letzten Test am besten abgeschnitten.

Der Finanztip-Gasrechner ist von Haus aus so eingestellt, dass Sie nur verbraucherfreundliche Angebote sehen – sowohl für konventionelles Gas als auch für Öko-Gas. Zu den Öko-Tarifen zählen wir solche für Bio-Gas, aber auch für Klima-Gas, bei denen die Anbieter die durch die Gasverbrennung verursachte Menge CO₂ durch Klimaschutzprojekte ausgleichen, indem sie beispielsweise Wälder aufforsten lassen.

Nicht gelistet sind Pakettarife und Tarife mit Vorkasse. Auch Tarife von Firmen, die uns durch kundenunfreundliches Geschäftsgebaren aufgefallen sind, zeigt der Rechner nicht an. Es handelt sich dabei um Unternehmen, gegen die eine Verbraucherzentrale Klage führt, die nachweislich gegen Energierecht verstoßen oder die Insolvenz angemeldet haben und deren Zukunft ungewiss ist.

Unter allen anderen Tarifen tauchen in unserer Empfehlungsliste nur Angebote auf, die folgende Eigenschaften haben:

  • Vertragslaufzeit: maximal 1 Jahr
  • anschließende regelmäßige Verlängerung des Vertrags: maximal 1 Monat
  • Preisgarantie: mindestens 1 Jahr
  • Kündigungsfrist: maximal 6 Wochen

Diese Bedingungen sind wichtig, damit Sie zunächst für ein Jahr vor Preissteigerungen geschützt sind, aber nach Ablauf des ersten Vertragsjahrs auch wieder schnell den Vertrag beenden können – weil Sie mit dem Service unzufrieden sind, Sie ein besseres Angebot gesehen haben oder weil Sie vielleicht umziehen möchten.

Gesetzlich erlaubt ist eine erste Vertragslaufzeit über bis zu 24 Monaten. Jede Verlängerung darf zwölf Monate betragen. Die gesetzliche Kündigungsfrist für Gaslieferverträge liegt bei maximal drei Monaten.

Was ist von hohen Bonuszahlungen zu halten?

Um neue Kunden zu locken, werben viele Versorger mit hohen Bonuszahlungen. Dreistellige Beträge können Sie dabei einstreichen, in manchen Fällen bis zu 400 Euro. Das mag verlockend sein, hat aber eine Schattenseite: Denn die Preise in diesen Tarifen sind meist gar nicht günstig. Vergessen Sie, einen solchen Vertrag rechtzeitig zu kündigen, stecken Sie ab dem zweiten Vertragsjahr automatisch in einem eher teuren Tarif fest. Darüber hinaus sind Fälle bekannt, in denen Kunden ihrem versprochenen Bonus über Wochen hinterherlaufen.

Aus diesen Gründen berücksichtigt der Finanztip-Gasrechner standardmäßig keine Bonuszahlungen. Wir empfehlen Tarife mit Bonus nur, wenn Sie bereit sind, jedes Jahr einen neuen Liefervertrag zu schließen. Dazu müssen Sie auf das entsprechende Feld im Vergleichsrechner klicken.

Es gibt drei Arten von Boni: Sofortbonus, Direktbonus und Neukundenbonus. Wie der Name schon nahelegt, soll der Sofortbonus relativ schnell nach einem Vertragsschluss gezahlt werden, beispielsweise innerhalb von 60 Tagen oder drei Monaten nach Lieferstart. Den Direktbonus verrechnet der Versorger zumeist mit fälligen Abschlagszahlungen – Sie zahlen damit in den ersten Monaten einen geringeren Abschlag. Die Zahlung des Neukundenbonus schieben die Anbieter dagegen meist bis zum Ende der Laufzeit auf. Endet der Vertrag vor Ablauf von zwölf Monaten, verlieren Sie Ihren Anspruch auf den Neukundenbonus.

Wann ist ein Gastarif kostendeckend?

Es kommt vor, dass ein Versorger seine Preisbestandteile verdoppelt oder sogar verdreifacht. Das kann darauf hindeuten, dass Ihr Gaspreis bislang nicht kostendeckend war.

Wie wir in einer Untersuchung festgestellt haben, decken die günstigsten Gastarife im Markt nicht die Kosten, die den Versorgern entstehen. Häufig handelt es sich dabei um Tarife mit hohen Boni. Aber auch mit Tarifen ohne Bonus machen manche Anbieter Minus – zumindest so lange eine Preisgarantie besteht. Sobald diese abgelaufen ist, können die Anbieter die Preise erhöhen.

Eine solche Preiserhöhung muss Ihnen der Versorger vorab ankündigen und Sie auf Ihr Sonderkündigungsrecht hinweisen. Nicht immer ist solchen Schreiben aber eindeutig zu entnehmen, dass es sich um eine Preiserhöhung handelt. Schauen Sie daher ganz genau hin und suchen Sie nach Wörtern wie „Preisanpassung“. Wollen Sie solchen Ärger vermeiden und länger bei einem Anbieter bleiben, dann gehen Sie zu einem Versorger, der kostendeckend arbeitet.

Ob ein Tarif kostendeckend ist, hängt dabei von Ihrem Wohnort ab: Denn rund ein Viertel des Gaspreises bestimmt im Schnitt der Betreiber des Gasnetzes. Eine gute Faustformel ist es daher, sich am Tarif in der Grundversorgung in Ihrem Wohnort zu orientieren. Die Tarife muss der Grundversorger auf seiner Internetseite abrufbar halten. Wenn Sie die Vergleichsportale Verivox oder Check24 aufsuchen und eine Abfrage machen, zeigen diese Ihnen automatisch die Kosten in der Grundversorgung an Ihrem Wohnort an.

Als Faustformel gilt: Wenn Sie vom Jahrespreis in der Grundversorgung 15 Prozent herunterrechnen, sind immer noch alle Kosten gedeckt. Wenn das Angebot noch ein bisschen günstiger ist, umso besser für Sie. Liegt das Angebot aber 30 Prozent (oder sogar noch mehr) unter dem Grundversorgungstarif, sollten Sie skeptisch sein – die Wahrscheinlichkeit ist dann hoch, dass der Tarif nicht kostendeckend ist. In einem Bonustarif zahlen Sie ab dem zweiten Vertragsjahr zumeist automatisch mehr; in einem Tarif ohne Bonus flattert Ihnen zum Ablauf der Preisgarantie dann vermutlich ein Preiserhöhungsschreiben ins Haus.

Wie läuft ein Versorgerwechsel ab?

Um einen günstigeren Vertrag abzuschließen, müssen Sie nicht den Versorger wechseln. Sie können auch Ihren Anbieter nach besseren Konditionen fragen. Haben Sie aber ein gutes Angebot von einem anderen Unternehmen gefunden, ist der Wechsel zum neuen Lieferanten in wenigen Minuten eingeleitet. Entweder gehen Sie auf die Internetseite des Anbieters und beauftragen diesen mit Ihrer Versorgung. Dazu müssen Sie Namen und Anschrift eingeben, Ihren bisherigen Gasverbrauch und die Nummer Ihres Gaszählers. Und natürlich muss der Anbieter wissen, ab welchem Tag er Sie versorgen soll. Prüfen Sie am besten in Ihrem aktuellen Vertrag, wie lange er bei fristgerechter Kündigung noch läuft. So beugen Sie Missverständnissen vor.

Sie können einen Tarif auch über Vergleichsportale wie Verivox und Check24 abschließen – beide Unternehmen sind als Makler tätig und vermitteln Gaslieferverträge. Auch hier sind Name, Anschrift, Gasverbrauch und Zählernummer sowie der gewünschte Lieferstart zu nennen.

Besiegelt ist der Vertrag mit Ihrer Willensbekundung noch nicht – der Vertrag ist geschlossen, wenn ihm auch der Versorger zustimmt. Zuerst muss dieser aber prüfen, ob er Sie beliefern darf. Das sagt ihm der Netzbetreiber: Bei diesem meldet er Sie als neuen Kunden an und erfährt dabei, wer Sie bislang versorgt und wie lange der aktuelle Vertrag noch läuft. Haben Sie den Vertrag bereits gekündigt, kann der neue Anbieter Ihnen sofort eine Vertragsbestätigung schicken. Andernfalls übernimmt er die Kündigung für Sie und sendet anschließend die Vertragsbestätigung. In dieser nennt der Versorger den Start der Gaslieferung. Das alles können Versorger in zwei bis drei Wochen erledigen.

Es kann aber auch passieren, dass der Versorger keine Vertragsbestätigung sendet, sondern eine Ablehnung. Das ist der Fall, wenn eine Kündigung beim bisherigen Versorger zu Ihrem Wunschtermin nicht möglich ist. So lange es einen gültigen Liefervertrag gibt, darf Sie kein anderer Anbieter über das öffentliche Gasnetz versorgen. Das hat auch sein Gutes: Dass Sie plötzlich in zwei Verträgen stecken und doppelt zahlen, ist ausgeschlossen.

Möglich ist auch, dass der gewählte Versorger einen anderen Lieferstart vorschlägt – entweder, weil er Sie zum Wunschtermin noch nicht beliefern darf oder dies nicht schafft. Dann haben Sie immer noch das Recht, innerhalb von 14 Tagen vom Vertrag zurückzutreten.

Es sind noch andere Gründe denkbar, dass ein Lieferant einen Kunden ablehnt, etwa wenn ihm der Kunde schon bekannt ist und beide Seiten zuletzt Probleme miteinander hatten. Aufgetreten sind auch Fälle, in denen Versorger es ablehnten, ehemalige Kunden im Rahmen von Bonustarifen zu versorgen, als diese zum Unternehmen zurückkehren wollten. Grundsätzlich steht es Gasanbietern frei, ob Sie einen Vertrag mit Ihnen schließen oder nicht. Die Pflicht zur Gaslieferung obliegt einzig dem Grundversorger in einer Region.

Besteht ein Risiko, keinen Zugang zu Gas zu haben?

Ein Risiko, nach einem Gasanbieterwechsel ohne Gas dazustehen, besteht in der Regel nicht. Denn wenn andere Anbieter Sie nicht beliefern wollen oder können, übernimmt der Grundversorger den Dienst. Er springt auch ein, wenn beim Versorgerwechsel etwas schiefgeht. Das sollte in der Regel nicht auftreten, kann aber doch passieren: Läuft der bisherige Vertrag ab und schließt kein anderer Lieferant nahtlos an, können Sie trotzdem weiter Gas beziehen. Sie fallen dann in die Ersatzversorgung.

Das passiert auch, wenn ein Vertrag endet und Sie keinen neuen eingegangen sind. Oder wenn Sie in eine Wohnung einziehen, ohne einen Gasvertrag abgeschlossen zu haben. In diesen Fällen sollten Sie dann schnell nach Angeboten suchen und einen Lieferanten beauftragen. Die Ersatzversorgung endet, sobald ein gewählter Anbieter startklar ist. Kündigen müssen Sie die Ersatzversorgung nicht.

Dieser Zustand hält aber nicht dauerhaft an. Haben Sie nach drei Monaten keinen anderen Liefervertrag geschlossen, fallen Sie in die Grundversorgung. Die Tarife sind dort die gleichen wie in der Ersatzversorgung. Wenn Sie die Grundversorgung aber beenden wollen, müssen Sie kündigen. Die Frist beträgt zwei Wochen.

Es gibt nur eine Möglichkeit, dass Sie ohne Gas dastehen: Wenn Sie in eine Wohnung einziehen, in der dem Vormieter der Gaszugang gesperrt wurde. Das kann passieren, wenn jemand seine Gasrechnung über Monate hinweg nicht begleicht. Hat dem Netzbetreiber dann niemand mitgeteilt, dass der alte Mieter ausgezogen und Sie eingezogen sind, hat er keinen Grund, die Sperrung aufzuheben. Er macht dies aber sofort, wenn er vom Mieterwechsel erfährt. Schließen Sie vor Einzug einen Gasliefervertrag für die neue Wohnung ab, ist klar, dass es einen neuen Mieter gibt. Der Netzbetreiber kann dann die Sperrung wieder aufheben, bevor Sie überhaupt davon betroffen sind.

Was passiert, nachdem der Vertrag geschlossen ist?

Wenn der neue Versorger den Vertrag bestätigt und den Lieferstart mitteilt, sagt er Ihnen auch, wie viel Sie zahlen müssen. Da viele Versorger erst nach einem Jahr den tatsächlichen Verbrauch abrechnen, dürfen sie vorher Abschläge fordern. Den ersten Abschlag darf der Versorger frühestens am Tag des Lieferbeginns einfordern.

Die Höhe der Abschlagszahlung muss sich dabei an Ihrem bisherigen Verbrauch orientieren (§ 41 Abs. 2 EnWG). Verlangt das Unternehmen deutlich mehr, dann fordern Sie ihn zur Anpassung auf und weisen Sie ihm Ihren letzten Gasverbrauch nach. Nutzen Sie für Ihre Forderung gern unser Musterschreiben. Beziehen Sie zum ersten Mal Gas über das öffentliche Netz, ist die Abschlagszahlung am Verbrauch vergleichbarer Kunden auszurichten.

Wie Sie bezahlen, dürfen Sie entscheiden. Der Versorger muss Ihnen mindestens zwei Möglichkeiten zur Wahl stellen (§ 41 Abs. 2 EnWG). Wir empfehlen, ein Sepa-Lastschriftmandat zu erteilen. Denn dann können Sie nicht in Zahlungsverzug geraten, sondern der Versorger ist in der Pflicht, Zahlungsbeträge pünktlich abzubuchen.

Dass Sie von einem Tag zum anderen ein anderer Versorger beliefert, bemerken Sie nicht. Die Qualität des Gases, das Sie dem Netz entnehmen, verändert sich nicht.

Wie geht es nach dem Lieferstart weiter?

Wann eine Abrechnung kommen muss, wie eine Preiserhöhung erfolgen kann und wie Sie kündigen können, ist vertraglich und gesetzlich geregelt. Das sollten Sie dabei wissen:

Abrechnung: Einmal im Jahr schicken die Versorger gewöhnlich eine Abrechnung. Festgelegt ist, dass sie maximal zwölf Monate umfasst (§ 40 Abs. 3 EnWG). Über den in der Abrechnung genannten Zeitraum führt das Unternehmen auf, wie viel Gas Sie verbraucht haben und welche Kosten dabei entstanden sind. Den Gaszähler müssen die Netzbetreiber einmal pro Jahr ablesen. Die Ablesung muss dabei nicht mit dem Ende des Abrechnungszeitraums zusammenfallen. Notfalls schätzt ein Versorger dann den letzten Zählerstand. Sie können dem vorbeugen, indem Sie selbst den Zähler zum Ende des Vertragsjahres ablesen und dem Netzbetreiber und dem Versorger übermitteln.

Spätestens sechs Wochen nach Ablauf des Abrechnungszeitraums muss Ihnen die Rechnung vorliegen (§ 40 Abs. 4 EnWG). Haben Sie weniger Gas verbraucht als im Vorjahreszeitraum, sollte der Versorger dies bei den kommenden Abschlagszahlungen berücksichtigen. Passt er die Abschlagshöhe nicht automatisch an, dann fordern Sie ihn dazu auf. Nutzen Sie auch hier gern unser Musterschreiben. Haben Sie den Vertrag gekündigt, muss Ihnen ebenfalls innerhalb von sechs Wochen die letzte Abrechnung des Versorgers zugehen.

Preiserhöhung: Will der Versorger seine Preise erhöhen, muss er Ihnen dies mitteilen. Zugleich muss er Sie auf Ihr Sonderkündigungsrecht hinweisen – bei jeder Preiserhöhung können Sie den Vertrag beenden, ohne die Kündigungsfrist einhalten zu müssen. Einer Preiserhöhung vorbeugen lässt sich durch den Abschluss eines Tarifs mit Preisgarantie, wie wir es empfehlen. Eine eingeschränkte Preisgarantie berücksichtigt dabei gewöhnlich nicht die staatlichen Steuern und Konzessionsabgaben auf den Gaspreis. Manche Versorger klammern auch die Netzentgelte aus. Die Steuern und Konzessionsabgaben sind dabei seit vielen Jahren stabil. Die Netzentgelte sind seit 2012 im Schnitt um rund 15 Prozent gestiegen.

Kündigen: Wann Sie kündigen können, ist im Liefervertrag geregelt. Sie müssen dabei nicht selbst kündigen. Ein neuer Anbieter kann das auch für Sie erledigen. Wichtig ist aber, dass die Kündigungsfrist eingehalten wird. Andernfalls verlängert sich der geltende Vertrag automatisch – und ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist dann nicht sofort möglich.

Wollen Sie selbst kündigen, genügt die Textform. Das heißt, Sie können eine E-Mail, einen Brief oder ein Fax senden (§ 309 Nr. 12 BGB). Manche Versorger bieten auch an, eine Kündigung über das eigene Service-Portal zu übermitteln. Wohin die Kündigung gehen soll, ist in der Regel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Anbieters festgelegt. Fordern Sie in Ihrem Schreiben auch eine kurzfristige Bestätigung der Kündigung. Alternativ können Sie auch einen Kündigungsdienst beauftragen. Damit gehen Sie auf Nummer sicher, dass der Versorger die Kündigung empfängt. Wir empfehlen die Anbieter Aboalarm und Volders. Nur zwei Wochen beträgt die Kündigungsfrist für alle Kunden in der Grundversorgung (§ 20 Abs. 1 GasGVV). Die Kündigung ist schriftlich zu formulieren und per E-Mail, Brief oder Fax zu übermitteln.

Umzug: Auch im Falle eines Umzugs kann Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zustehen. Lesen Sie dazu die Allgemeinen Geschäftsbedingungen Ihres Versorgers. Manches Unternehmen erwartet auch, dass Sie den Vertrag an neuer Anschrift fortsetzen – vorausgesetzt, eine Belieferung ist dort möglich. Was Sie jedoch unter keinen Umständen machen sollten, ist, einfach aus der Wohnung auszuziehen und sich um nichts weiter zu kümmern. Denn der Vertrag läuft dann weiter und Sie stehen weiter in der Zahlungspflicht. Zieht nicht sofort ein anderer Mieter ein, fällt weder dem Netzbetreiber noch dem Versorger auf, dass Sie gegangen sind. Auch wenn Sie in der alten Wohnung kein Gas mehr verbrauchen – der Grundpreis fällt weiterhin an.

Vergessen Sie beim Auszug darüber hinaus nicht, den Stand des Gaszählers zu notieren und dem Netzbetreiber zu übermitteln. Innerhalb der folgenden sechs Wochen sollte Ihnen dann die Endabrechnung zugehen.

Wohin wenden, wenn es Probleme gibt?

Hält sich ein Versorger nicht an die gesetzlichen Regeln oder seinen eigenen Vertrag, so ist der erste Schritt, dass Sie ihn darauf hinweisen. Hilft das nicht, so können Sie sich an die Schlichtungsstelle Energie wenden. Auf diese muss ein Lieferant auf jeder Abrechnung hinweisen, auf Schreiben zu Preiserhöhungen und bei Abschluss eines Liefervertrags.

Können Sie gegenüber der Schlichtungsstelle belegen, dass der Versorger auf Ihre Forderungen nicht reagiert hat, eröffnet sie in der Regel ein Schlichtungsverfahren. Darauf ist kein Versorger erpicht, denn die Schlichtungsstelle berechnet dem Unternehmen dafür eine Gebühr. Pro Fall stellt sie gewöhnlich einen niedrigen dreistelligen Betrag in Rechnung.

Haben Sie den Stromliefervertrag über einen Makler abgeschlossen, können Sie sich auch an diesen wenden. Verivox und Check24 beispielsweise vermitteln dann zwischen dem Anbieter und dem Kunden.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.