Stromanbieter-Vergleich

Ihr Fahrplan zu einem neuen Stromversorger

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn Sie nicht bewusst einen Liefervertrag für Strom abgeschlossen haben, sind Sie im teuren Grundtarif. Sie sollten dann so schnell wie möglich günstigere Angebote Ihres Versorgers einholen oder gleich den Stromanbieter wechseln.
  • Den Stromlieferanten zu wechseln, dauert nur wenige Minuten und ist ganz einfach. Sie müssen nicht einmal Ihrem alten Versorger kündigen – das erledigt der neue Stromanbieter für Sie.
  • Einen verbraucherfreundlichen und günstigen Stromtarif finden Sie mit dem Finanztip-Stromrechner. Er basiert auf Daten von Check24 und Verivox.
  • Auch wenn Sie aktuell nicht wechseln wollen, sollten Sie von Zeit zu Zeit die Stromtarife an Ihrem Wohnort prüfen.
  • Lesen Sie zudem die Briefe genau, die Ihnen Ihr Versorger schickt: Es können sich darin Preiserhöhungen verstecken oder Fehler in Abrechnungen eingeschlichen haben.

So gehen Sie vor

  • Suchen Sie nach aktuellen Stromtarifen an Ihrem Wohnort. Geben Sie Ihren bisherigen Verbrauch möglichst genau an.
  • Nutzen Sie für Abfragen unseren Finanztip-Stromrechner. Er ist bereits so eingestellt, dass er Ihnen nur verbraucherfreundliche Tarife empfiehlt – sowohl für Ökostrom als auch konventionellen Strom.
  • Falls Sie einen Tarif haben möchten, der vermutlich längere Zeit stabil bleibt, dann prüfen Sie, ob der Tarif kostendeckend ist und verzichten Sie auf Bonuszahlungen. Tarife mit Bonus können zwar im ersten Jahr eine dreistellige Gutschrift bringen. Danach sind sie meist deutlich teurer.
  • Prüfen Sie nach Vertragsschluss, ob alle Details wie im Angebot enthalten sind.
  • Zögern Sie nicht, im Laufe der Zeit den Versorger zu Korrekturen aufzufordern oder Mahnungen bei ausbleibenden Zahlungen und Rechnungen zu schicken. Nutzen Sie bei der Anpassung von Abschlagszahlungen gern unseren Musterbrief.
  • Falls der Versorger bei Problemen nicht reagiert und Sie das belegen können, wenden Sie sich an die Schlichtungsstelle Energie.

Seit 1998 haben Sie als Verbraucher die Wahl: Sie können bestimmen, wer Ihnen den Strom liefert. Vor der Liberalisierung des Strommarkts gab es dieses Wahlrecht nicht. Zuständig für die Stromversorgung war stets der Monopolist am Ort. Er bestimmte die Preise; die Kunden zahlten sie.

Erhöht heute Ihr Versorger die Preise, können Sie sofort den Vertrag kündigen und sich einen neuen Lieferanten suchen. Sie gehen bei solch einem Wechsel kein Risiko ein: Ihre Versorgung bleibt sicher. Wenn Sie einen günstigen Tarif gefunden haben, können Sie ordentlich Geld sparen.

Wie oft wollen Sie den Tarif wechseln?
Ihre Postleitzahl
Anzahl Personen im Haushalt
oder kWh/Jahr:
Hinweis: Bei Auswahl der Option „Jedes Jahr“ empfehlen wir Ihnen auch Tarife mit Neukundenbonus, die im zweiten Vertragsjahr deutlich teurer werden können. Wechseln Sie rechtzeitig erneut den Anbieter, sonst ist Ihre Ersparnis wahrscheinlich dahin.

Wie läuft ein Versorgerwechsel ab?

Den Versorger zu wechseln, ist einfach. Am wenigsten Aufwand haben Sie, wenn Sie einen neuen Anbieter suchen und ihm Ihre Versorgung antragen. Geht das gewählte Unternehmen darauf ein, kündigt es Ihren Vertrag mit Ihrem bisherigen Lieferanten und schließt mit Ihnen einen neuen Vertrag. Der neue Vertrag sollte direkt an das Ende des alten Vertrags anschließen.

Geht dennoch etwas schief beim Wechsel, können Sie trotzdem weiterhin Strom beziehen. Sie rutschen dann vorübergehend in die Ersatzversorgung. Diese übernimmt der Grundversorger – das Energieunternehmen mit den meisten Stromkunden in einer Region. Die Ersatzversorgung dauert so lange an, bis Ihr gewählter Versorger liefern kann. Hat dieser seinen ursprünglichen Lieferstart nicht eingehalten, sollte er etwaige Mehrkosten aus der Ersatzversorgung übernehmen.

Sie können Ihrem Stromversorger auch selbst kündigen. Dazu reicht ein Einzeiler per Brief oder Fax. Manche Unternehmen akzeptieren auch E-Mails. Festgelegt ist das in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).

Vergessen Sie nach der Kündigung aber nicht, auch einen neuen Liefervertrag abzuschließen. Innerhalb von zwei Wochen sollte dabei ein neuer Versorger startklar sein, wenn der bisherige Vertrag bereits gekündigt ist. Bis zu drei Wochen darf die Anmeldung des neuen Versorgers beim Netzbetreiber dauern. Dauert es trotzdem länger, weil eine der beteiligten Firmen schusselt, kann der Netzbetreiber Ihren Wechsel noch rückwirkend festzurren – bis zu sechs Wochen nach dem vorgesehenen Lieferstart ist das möglich. Endet Ihr alter Vertrag und Sie haben keinen neuen geschlossen, landen Sie wiederum in der Ersatzversorgung. Diese endet, sobald ein neuer Vertrag anläuft.

Haben Sie nach drei Monaten noch keinen neuen Lieferanten beauftragt oder ist Ihr gewählter Lieferant nach dieser Zeit immer noch nicht lieferfähig, fallen Sie in die Grundversorgung. Die Tarife sind dort zumeist so hoch wie in der Ersatzversorgung. Im Unterschied zur Ersatzversorgung gibt es in der Grundversorgung aber eine Kündigungsfrist: Sie beträgt zwei Wochen. Allzu lange sollten Sie weder in der Ersatzversorgung noch in der Grundversorgung bleiben. Denn die Tarife sind die teuersten in Deutschland. Schließen Sie keinen anderen Liefervertrag, bleiben Sie in der Grundversorgung – sie ist unbefristet.

Wie viel lässt sich durch einen Wechsel sparen?

Durch den Wechsel des Stromanbieters lässt sich auf einfache Weise Geld sparen. Wie viel, hängt von drei Faktoren ab: Ihrer aktuellen Tarifhöhe, den Preisen in einem neuen Vertrag und Ihrem Verbrauch.

Ein Haushalt mit nur wenigen größeren Elektrogeräten wie einem Kühlschrank und einer Waschmaschine bezieht weniger als 1.000 Kilowattstunden im Jahr. Mieter in Mehrfamilienhäusern fallen in der Regel eher in die zweite Kategorie mit einem Verbrauch bis zu 2.500 Kilowattstunden. Wer in einem Einfamilienhaus wohnt und eine überschaubare Menge größerer Elektrogeräte betreibt, findet sich vermutlich in der dritten Kategorie wieder.

Strompreise von Haushaltskunden

Stromverbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro Jahr Tarif in der Grundversorgung anderer Tarif beim Grundversorger Tarif bei anderem Anbieter
weniger als 1.000 45,58 ct/kWh 40,75 ct/kWh 37,87 ct/kWh
1.000 - 2.500 33,23 ct/kWh 30,97 ct/kWh 31,38 ct/kWh
2.500 - 5.000 30,94 ct/kWh 29,61 ct/kWh 29,12 ct/kWh

Es handelt sich um durchschnittliche Preise je Verbrauchsgruppe im Jahr 2017, die zudem nach ihrer Menge gewichtet sind. Für Haushalte mit einem Verbrauch von mehr als 5.000 Kilowattstunden gibt es keine durchschnittlichen Preisangaben von der Bundesnetzagentur.
Quelle: Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 10. November 2017)

Wer wenig verbraucht, zahlt im Verhältnis mehr

Wie die Tabelle verdeutlicht, zahlt neben den grundversorgten Haushalten eine zweite Gruppe vergleichsweise hohe Preise: Kunden mit niedrigem Stromverbrauch. Die Stromtarife setzen sich zumeist aus einem Grundpreis und einem Arbeitspreis zusammen. Den Grundpreis berechnet der Versorger unabhängig vom Verbrauch. Im Gegensatz dazu fällt der Arbeitspreis für jede Kilowattstunde an, die Sie dem Stromnetz entnehmen. Gehen Sie sparsam mit Strom um, erhöht der Grundpreis die Kosten pro Kilowattstunde stärker als bei größerem Verbrauch. Welche Kosten ein Versorger über den Grundpreis und welche über den Arbeitspreis deckt, bleibt ihm überlassen. Einfluss haben aber die Entgelte für den Stromtransport, die zumeist bereits aus einem fixen Grundpreis und einem Verbrauchspreis bestehen. Dabei sind die Grundpreise in vielen Regionen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Setzt sich diese Entwicklung fort, zahlt sich das Einsparen von Strom immer weniger aus.

Die höchsten Preise zahlen Verbraucher im Schnitt in der Grundversorgung. Es sind 6 bis 17 Prozent mehr als in Verträgen außerhalb der Grundversorgung. Je nach Verbrauch lassen sich so 40 bis 70 Euro sparen, wie der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen ist.

Das sparen Sie pro Jahr, wenn Sie die Grundversorgung verlassen

StromverbrauchKosten GrundversorgungKosten anderer Tarif bei GrundversorgerErsparnis gegenüber GrundversorgungKosten bei anderem AnbieterErsparnis gegenüber Grundversorgung
800 kWh364,64 €326,00 €38,64 €302,96 €61,68 €
2.000 kWh664,60 €619,40 €45,20 €627,60 €37,00 €
4.000 kWh1.237,60 €1.184,40 €53,20 €1.164,80 €72,80 €

Alle Angaben basieren auf den Daten in der ersten Tabelle. Es handelt sich stets um durchschnittliche Kosten.
Quelle: eigene Berechnung auf Basis der Daten in der oberen Tabelle (Stand: 6. April 2018)

Obwohl sich durch einen Wechsel aus der Grundversorgung heraus auf jeden Fall sparen lässt, befindet sich noch fast jeder dritte Haushalt in solch einem teuren Vertrag. Rund 40 Prozent der Haushalte lassen sich zwar vom Stadtwerk vor Ort versorgen, haben dazu aber einen anderen Vertrag geschlossen. Nicht einmal jeder Drittel lässt sich von einem anderen Anbieter als dem Grundversorger beliefern.

Auch wenn Sie nicht in der Grundversorgung stecken, können Sie durch einen Tarifwechsel sparen. Entweder Sie fragen Ihren Versorger nach einem anderen Angebot oder suchen auf dessen Internetseite nach einem Tarif.

Oder Sie wechseln gleich den Anbieter. Ein zweistelliger Eurobetrag kann locker für Sie drin sein. Das mag nicht viel klingen, aber die Versorger bestimmen auch nur ein Fünftel des Strompreises selbst – der Rest sind vor allem Steuern, Umlagen und die Kosten für den Stromtransport. Aber je nachdem, wie teuer sie die Energie einkaufen, wie hoch die eigenen Kosten sind und welche Gewinnspanne sie einrechnen, ergibt sich ein gewisser Spielraum. So können Tarife an einem Ort um bis zu 2 Cent pro Kilowattstunde voneinander abweichen.

Es gibt auch Tarife, mit denen Sie mehr als 100 Euro oder sogar mehrere Hundert Euro sparen können. Viele Versorger locken mit Rabatten und Bonuszahlungen, andere mit sehr niedrigen Preisen.

Eine Untersuchung von Finanztip hat im Juli 2017 gezeigt, dass die günstigsten Angebote nicht kostendeckend sein können. Greifen Sie bei einem solchen Schnäppchen zu, muss Ihnen bewusst sein, dass der Versorger entweder seinen Tarif alsbald erhöht oder dass Sie nach dem Wegfall der Boni vergleichsweise viel zahlen – mitunter sogar mehr, als es in der Grundversorgung der Fall wäre.

Eine weitere Untersuchung von Finanztip vom Juli 2018 hat gezeigt, dass einige Tarife durch hohe Bonuszahlungen zu den günstigsten Angeboten bei Tarifvergleichen zählen. Aber die tatsächlichen Preise in diesen Angeboten sind so hoch, dass ein Kunde nach Ablauf des ersten Vertragsjahres und damit dem Wegfall der Boni mehr zahlt, als wenn er in der Grundversorgung wäre.

Wie Sie sich vor solchen Tarifen hüten und worauf Sie bei der Wahl eines Tarifs darüber hinaus achten sollten, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Wie finden Sie einen guten Tarif?

Der Strommarkt ist ständig in Bewegung. Neue Anbieter tauchen auf, es gibt Sonderaktionen und neue Vertragsmodelle. Es empfiehlt sich, sich alle paar Monate einen Überblick zu verschaffen.

Das ist am einfachsten über einen Vergleichsrechner. Wir empfehlen dazu einen Stromvergleich mit unseren Finanztip-Stromrechner. Er basiert auf den Datenbanken von Check24 und Verivox und empfiehlt nur Tarife, die unseren verbraucherfreundlichen Kriterien entsprechen. Es handelt sich dabei sowohl um Tarife für Ökostrom als auch konventionellen Strom. Der Rechner ist aber so voreingestellt, dass er keine Bonustarife aufführt. Wollen Sie solche sehen, müssen Sie dies angeben. Legen Sie auch keinen Wert auf verbraucherfreundliche Einstellungen, finden Sie weitere Angebote in einer zweiten Übersicht.

Bestimmte Tarife zeigt unser Rechner aber unter keinen Umständen – Pakettarife, Tarife mit Vorkasse und Tarife von Unternehmen, gegen die Verfahren von Verbraucherzentralen laufen oder die Energierecht nicht einhalten. Mit einem Vorkasse-Tarif gehen Sie ein unnötiges Risiko ein: Bei Insolvenz des Anbieters können Sie die gezahlten Beiträge nur noch zur Insolvenztabelle anmelden und müssen zugleich einen neuen Stromlieferanten bezahlen.

Von Pakettarifen raten wir ab, weil diese zumeist sehr teuer sind, wenn Sie mehr Strom benötigen, als im Paket vorgesehen. Dagegen erhalten Sie keine Gutschrift, wenn Sie weniger Energie verbrauchen, als im Pakettarif vereinbart. Gegen weitere Vertragsklauseln des Anbieters Extra Energie hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen geklagt und Recht bekommen (Oberlandesgericht Düsseldorf, Az. I-6 U 182/16): Demnach ist es unzulässig, dass sich ein Pakettarif automatisch über die gleiche Strommenge verlängert, ohne dass Kunden den Verbrauch ändern können. Auch die Vertragsverlängerung zu neuem Preis, ohne dass der Kunde deswegen kündigen kann, untersagten die Richter. Das Recht zur Sonderkündigung soll der Versorger auch einräumen, wenn er gestiegene Umlagen weiterreicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da Extra Energie Beschwerde beim Bundesgerichtshof eingelegt hat.

Mit der Grundversorgung vergleichen

Trotzdem zeigt auch unser Rechner Tarife ohne Boni an, die möglicherweise nach einem Jahr stark steigen. Wenn Sie einen Tarif suchen, der in seiner Höhe relativ stabil bleibt, so vergleichen Sie die Konditionen mit denen in der Grundversorgung. Als Richtwert gilt: In der Grundversorgung zahlen Kunden 10 bis 15 Prozent mehr als in einem günstigen, kostendeckenden Tarif. Liegen die Stromkosten in einem Angebot um mehr als 15 Prozent unter dem Preis in der Grundversorgung, verdient der Anbieter damit vermutlich nichts oder kaum. Dann liegt es nahe, dass die Preise nach Ende der Garantiezeit nach oben gehen.

Wissen Sie nicht, ob Ihr Tarif eher teuer oder ob er günstig ist, so hilft auch ein Vergleich mit dem Grundversorgungstarif in Ihrer Region. Da Tarife in der Grundversorgung im Schnitt die teuersten in Deutschland sind, sollten die Preise in einem anderen Tarif stets unter denen der Grundversorgung liegen. Unterscheidet sich Ihr Tarif aber nur um maximal 5 Prozent von den Preisen in der Grundversorgung, ist er trotzdem eher teuer. Dann sollten Sie den Vertrag oder auch gleich den Versorger wechseln.

Die Preise in der Grundversorgung erfahren Sie direkt auf der Internetseite des verantwortlichen Unternehmens in Ihrer Region. Sie können aber auch einen Preisvergleich auf einem großen Portal vornehmen: Anhand der eingegebenen Postleitzahl erkennen die Portale, wer Ihr Grundversorger ist. Sie benennen ihn und geben auch automatisch die Preise in der Grundversorgung an.

Wenn Ihnen ein Bonus wichtig ist

Wollen Sie Rabatte und Boni mitnehmen, die viele Versorger an neue Kunden zahlen, dann sollten Sie den Liefervertrag nach der Mindestlaufzeit wieder kündigen und einen neuen Anbieter beauftragen. So beugen Sie hohen Kosten vor. Denn viele Bonus-Tarife erscheinen nur deswegen in Vergleichsportalen weit oben, weil die Bonuszahlungen die Stromkosten im ersten Jahr senken. Fallen Boni im zweiten Jahr weg, ist der Vertrag deutlich kostspieliger.

Sie können vor Abschluss eines Bonus-Vertrags die Preise mit denen in der Grundversorgung vergleichen – also die Kosten anhand von Grund- und Arbeitspreis ohne Berücksichtigung der Bonuszahlungen. Liegen die Preise über denen der Grundversorgung oder nur um bis zu fünf Prozent darunter, wäre ein solcher Vertrag ab dem zweiten Jahr ein teurer.

Haben Sie Sorge, einen Vertrag wieder rechtzeitig zu kündigen, können Sie den jährlichen Wechsel auch einem Dienstleister überlassen. Firmen wie Cheapenergy24 oder Switchup prüfen für Kunden Angebote, schlagen das aus ihrer Sicht beste vor und übernehmen den gesamten Wechselprozess. Dafür verlangen manche der Dienstleister eine Beteiligung an der Ersparnis durch den Vertragswechsel.

Wollen Sie sich auf einen Bonusvertrag einlassen, sollten Sie zudem prüfen, ob Ihnen alle Boni laut Vertragsbedingungen auch zustehen. Einen Neukundenbonus zahlen Versorger in der Regel nur Verbrauchern, die keinen gültigen Vertrag bei ihnen haben oder in den vorangegangenen sechs Monaten hatten. Als Bestandskunde zählen Sie dabei durchaus auch, wenn Sie bei dem entsprechenden Unternehmen bereits Gas beziehen. Gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sowohl für die Strom- als auch die Gasversorgung, ist davon auszugehen, dass Sie einen Neukundenbonus nur für einen Vertrag erhalten.

Auf welche Vertragsdetails ist neben dem Preis zu achten?

Der Preis ist ein wichtiges Kriterium bei Abschluss eines Stromliefervertrags. Aber nicht das einzig wichtige. Auf folgende Bedingungen sollten Sie achten:

  • Vertragslaufzeit: bis zu einem Jahr
  • Preisgarantie: so lange, wie die Vertragslaufzeit ist
  • Kündigungsfrist: bis zu einem Monat
  • Vertragsverlängerung nach Erstlaufzeit: bis zu einem Monat

Diese Bedingungen halten wir für wichtig, damit Sie nach Abschluss eines Vertrags keine Preiserhöhung befürchten müssen, sondern ein Jahr lang mit stabilen Preisen rechnen können. Nach dem ersten Vertragsjahr und dem Wegfall der Preisgarantie ist es hingegen wichtig, dass Sie bei Bedarf schnell aus einem Vertrag wieder herauskommen. Beispielsweise, wenn Sie ein Angebot von einem anderen Versorger sehen, das Sie überzeugt. Oder wenn Sie umziehen wollen. Manche Lieferanten gestatten eine Kündigung des Vertrags; andere fordern die Fortführung an der neuen Adresse.

Bei der Preisgarantie sollten Sie darauf achten, dass alle Bestandteile des Strompreises inbegriffen sind, also auch die gesetzlichen Umlagen. Die Höhe der fünf Umlagen auf den Strompreis ändert sich jedes Jahr zum 1. Januar. In der Regel steigen sie in Summe. Eine solch umfassende Absicherung bezeichnen die Versorger zumeist einfach als „Preisgarantie“.

Im Gegensatz dazu bedeutet der Begriff „eingeschränkte Preisgarantie“, dass bestimmte Bestandteile nicht gedeckt sind wie Umlagen, aber auch Steuern oder Entgelte für die Netznutzung und den Betrieb des Stromzählers. Diese Entgelte können sich ebenfalls zum Jahreswechsel ändern.

Steigen nun Umlagen, Steuern oder Entgelte, kann Ihnen der Versorger die Mehrkosten berechnen. Allerdings muss er Ihnen dies mehrere Wochen vorher mitteilen. Sie können dann ohne Einhaltung der Kündigungsfrist den Liefervertrag beenden (Sonderkündigungsrecht).

Was ist im Vertrag gesetzlich erlaubt?

Versorger können Stromlieferverträge nicht beliebig gestalten. Folgende Einschränkungen gibt es für Verträge außerhalb der Grundversorgung:

  • Vertragslaufzeit: bis zu zwei Jahre
  • Kündigungsfrist: maximal drei Monate
  • Vertragsverlängerung nach Erstlaufzeit: bis zu einem Jahr

Verträge mit längeren Laufzeiten und Fristen sind unwirksam. Haben Sie solch einen abgeschlossen, sollten Sie ihn am besten gleich widerrufen. Wie für andere Kaufverträge gilt auch für Stromlieferverträge ein Widerrufsrecht: Sie können innerhalb von 14 Tagen, nachdem Ihnen der gewählte Lieferant Ihren Auftrag bestätigt hat, den Vertrag wieder aufheben (§ 355 BGB). Darauf sollte der Versorger in seiner Auftragsbestätigung auch hinweisen.

Ob ein Unternehmen eine Preisgarantie gewährt und wie es diese gestaltet, ist seine Sache. Dazu gibt es keine gesetzlichen Regelungen. Wenn Sie kündigen, müssen Sie das in der Regel schriftlich und mit Unterschrift machen. Manche Versorger gestatten auch eine Nachricht per E-Mail oder über das firmeneigene Online-Portal. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Versorgers sind diese Formalien festgelegt.

In der Grundversorgung ist keine Laufzeit für den Vertrag festgelegt. Um ihn zu beenden, gilt eine Kündigungsfrist von zwei Wochen (§ 20 Abs. 1 StromGVV). Die Kündigung muss schriftlich erfolgen, ist aber auch ohne Unterschrift gültig. Eine E-Mail reicht also auch.

Was gilt bei Abschlagszahlungen und Zahlungsbedingungen?

Da eine Stromrechnung nur einmal im Jahr kommen muss, darf ein Stromversorger Abschlagszahlungen vereinbaren. Die Höhe des Abschlags kann das Unternehmen nicht beliebig wählen, sondern es muss sich an Ihrem bisherigen Stromverbrauch orientieren.

Legt der Versorger einen höheren Verbrauch zugrunde, als Sie zuletzt in einem Jahr Strom bezogen haben, so fordern Sie ihn zur Korrektur auf. Nutzen Sie dazu gern unser Musterschreiben. Abbuchen darf der Versorger den ersten Abschlag zudem erst am Tag, an dem die Stromlieferung beginnt. Das gilt natürlich auch, wenn Sie den Vertrag bereits Wochen oder Monate vor Lieferbeginn geschlossen haben.

Nicht jeder Versorger erhebt Abschlagszahlungen. Es gibt auch erste Unternehmen, die jeden Monat eine Rechnung erstellen. Kunden zahlen dann monatlich, was sie tatsächlich verbraucht haben.

Bei Vertragsschluss muss Ihnen der Versorger mindestens zwei unterschiedliche Möglichkeiten zum Bezahlen von Abschlägen und Rechnungen anbieten (§ 41 Abs. 2 EnWG). Sie dürfen dann eine auswählen. Wir empfehlen dabei, ein Sepa-Lastschriftmandat zu erteilen. Mit diesem sind Sie nicht in der Verantwortung, pünktlich zu zahlen, weil der Versorger den Betrag selbst abbuchen lässt. Darüber hinaus können Sie eingezogene Beträge zurückbuchen, wenn beispielsweise der Liefervertrag nicht mehr gilt.

Es gibt dabei Unternehmen, die ihre Kunden zum Überweisen auffordern, wenn sie den Vertrag gekündigt haben. Sobald ein Kunde dann in Zahlungsverzug gerät, können ihm hohe Mahngebühren drohen – oder der Versorger schaltet sogar ein Inkassobüro ein. Ob der Versorger im Fall der Kündigung die Zahlungsweise umstellt, ist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgelegt. Prüfen Sie diese vor Auftragserteilung in diesem Punkt, wenn Sie nicht Gefahr laufen wollen, dass Ihnen das passiert.

Welche Pflichten hat der Versorger während der Vertragslaufzeit?

Der Gesetzgeber hat über die Bedingungen für den Vertrag noch weit mehr Regelungen erlassen, die Stromversorger zu beachten haben.

1. Die Abrechnung

Mindestens alle zwölf Monate muss Ihnen der Versorger eine Abrechnung senden (§ 40 Abs. 3 EnWG). Diese muss Ihnen spätestens sechs Wochen nach Ablauf dieser Frist zugehen (§ 40 Abs. 4 EnWG). Haben Sie einen Vertrag gekündigt, sollten Sie ebenfalls bis zu sechs Wochen nach Lieferende die Abrechnung erhalten. Die Rechnung soll dabei stets einfach und verständlich sein und muss alle Faktoren enthalten, die für die Berechnung notwendig sind (§ 40 Abs. 1 EnWG). Die Stromsteuer und die Mehrwertsteuer sind auf der Rechnung separat auszuweisen. Zusätzlich ist anzugeben, wie viel Sie über die Stromrechnung für Netznutzung, Messstellenbetrieb und Konzessionsabgabe gezahlt haben.

Finden Sie einen Fehler auf der Abrechnung, fehlt etwas oder verstehen Sie sie nicht, dann widersprechen Sie ihr. Und fordern Sie den Versorger auf, die Abrechnung zu korrigieren oder verständlich zu gestalten.

Ist auf Ihrer Abrechnung ein Guthaben ausgewiesen, sollten Sie dieses kurzfristig erhalten. Entweder nennt Ihr Versorger in der Abrechnung selbst die Frist, innerhalb der er Ihnen das Geld zurückzahlt. Ist keine Frist angegeben, so sollte der Versorger das Guthaben unverzüglich zahlen. Das bedeutet, er darf die Zahlung nicht hinauszögern und er darf das Guthaben auch nicht mit kommenden Abschlagszahlungen verrechnen. Dies hat das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden (Az. I-20 U 136/14).

2. Die Abschlagszahlung

Sind Abschlagszahlungen vereinbart, so muss die Höhe Ihrem bisherigen Verbrauch entsprechen. Mit jeder Jahresabrechnung sollte der Lieferant daher den Abschlag anpassen – haben Sie mehr verbraucht, darf er mehr verlangen; haben Sie weniger Strom bezogen, sollte er den Betrag senken – immer im Verhältnis zum geänderten Verbrauch. Macht Ihr Versorger das nicht, so fordern Sie ihn dazu auf und nutzen Sie unser Musterschreiben. Wie eine repräsentative Umfrage des Energieversorgers Fresh Energy 2018 ergab, zahlt jeder Zweite einen zu hohen Abschlag - im Schnitt 108 Euro mehr im Jahr, als es sein müsste.

3. Preiserhöhung und Sonderkündigungsrecht

Will der Versorger den Stromtarif erhöhen, muss er Sie darüber benachrichtigen (§ 41 Abs. 3 EnWG). Kunden in der Grundversorgung sind sechs Wochen vor der geplanten Änderung zu informieren (§ 5 Abs. 2 StromGVV). Außerhalb der Grundversorgung gibt es keine exakte Frist, bis wann Lieferanten ihre Kunden über Preisänderungen aufklären müssen. Festgelegt ist aber, dass die Nachricht den Kunden erreicht, bevor eine Erhöhung in Kraft tritt und die gewöhnliche Abrechnungsperiode abgelaufen ist.

Den Unternehmen ist dabei keine Grenze gesetzt, wie viel früher sie entsprechende Briefe oder E-Mails versenden. Manche kündigen sogar vier oder fünf Monate vor der Erhöhung selbige an. Andere schicken keinen separaten Brief, sondern schreiben die geplante Erhöhung in die Jahresrechnung mit hinein. 

An eines müssen sich die Unternehmen aber halten: Sie müssen Sie über Ihr Sonderkündigungsrecht unterrichten. Das bedeutet: Sie können den Vertrag ohne Rücksicht auf die Kündigungsfrist zum Zeitpunkt der Preiserhöhung beenden. Fehlt der Hinweis auf die Sonderkündigung, gilt die Preiserhöhung als unwirksam.

Auch bei anderen Änderungen des Vertrags, beispielsweise wenn der Versorger Kündigungsfristen oder Laufzeiten ändern will, gilt das Sonderkündigungsrecht und die Pflicht, auf dieses hinzuweisen. Wollen Sie eine Sonderkündigung schreiben, prüfen Sie vorab, ob Ihr Versorger eine Frist in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgelegt hat, bis zu der Ihr Schreiben bei ihm eingehen muss.

4. Fristgerechte Kündigung

Wollen Sie Ihren Vertrag kündigen, ist die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist zu beachten. Für Kunden in der Grundversorgung gilt eine Frist von 14 Tagen. Schreiben Sie dem Versorger einen Brief oder ein Fax und fordern Sie eine Kündigungsbestätigung.

Sie können aber auch andere dies erledigen lassen. Beauftragen Sie einen anderen Lieferanten, Sie zu versorgen, so kündigt dieser den bestehenden Vertrag. Das klappt natürlich nur im Rahmen der Kündigungsfrist. Auch wenn diese gewahrt ist, können sich aber Probleme einstellen – nämlich, wenn der bisherige Versorger Sie nicht ziehen lassen will. Wollen Sie solche Probleme vermeiden oder nicht wieder erleben, dann schalten Sie einen Kündigungsdienst ein. Dann können Sie in der Regel sicher sein, dass die Kündigung wirksam wird.

Grundsätzlich ist ein Lieferantenwechsel jederzeit möglich – zu Beginn eines Monats oder mitten im Monat. Will Sie ein Versorger nicht zu einem bestimmten Stichtag aus dem Vertrag lassen oder ein neuer Versorger die Belieferung mitten im Monat beginnen, hat das keine rechtlichen und auch keine technischen Gründe, sondern liegt eher in der firmeneigenen Verwaltung begründet. Falls Sie das stört: Mit einem Widerruf des neuen Vertrags fahren Sie vermutlich besser, als wenn Sie dem neuen Versorger ein anderes Datum für den Lieferstart schmackhaft machen wollen.

Wohin wenden, wenn der Versorger ein Problem nicht lösen will?

Hält sich ein Versorger nicht an die gesetzlichen Regeln oder seinen eigenen Vertrag, so ist der erste Schritt, dass Sie ihn darauf hinweisen. Hilft das nicht, so können Sie sich an die Schlichtungsstelle Energie wenden. Auf diese muss ein Lieferant auf jeder Abrechnung, auf Schreiben zu Preiserhöhungen und bei Abschluss eines Liefervertrags hinweisen.

Können Sie gegenüber der Schlichtungsstelle belegen, dass der Versorger auf Ihre Forderungen nicht reagiert hat, eröffnet sie in der Regel ein Schlichtungsverfahren. Darauf ist kein Versorger erpicht, denn dafür stellt die Schlichtungsstelle dem entsprechenden Unternehmen eine Gebühr in Rechnung. Pro Fall berechnet sie gewöhnlich einen niedrigen dreistelligen Betrag.

Haben Sie den Stromliefervertrag über einen Makler abgeschlossen, können Sie sich auch an diesen wenden. Verivox und Check24 beispielsweise vermitteln dann zwischen dem Anbieter und dem Kunden.

Gibt es dagegen Probleme mit dem Netzbetreiber, ist die Bundesnetzagentur die richtige Anlaufstelle bei Beschwerden. Ein Netzbetreiber muss alle Stromversorger gleich behandeln. Er darf kein Unternehmen bevorzugen oder benachteiligen. Gleiches gilt für die Betreiber von Stromzählern. Wollen Sie Ihren Messstellenbetreiber wechseln, so muss dies das bisherige Unternehmen mittragen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.