Alter Bausparer - behalten oder auflösen?

  • Mal ein anderer Weg, der dir die maximale Flexibilität und das "Beste aus beiden Welten" geben könnte:

    Scalable hat heute Wertpapierkredite bis zu 250.000€ erweitert. Mit einer variablen Verzinsung von derzeit 3,24% eff. (als Prime+ Kunde, 5€ im Monat)

    Je nach Depotgröße hat man auf diese Weise das Geld voll investiert und stottert den WP-Kredit variabel für sich ab.

    Ist das Dein Ernst? Das "Beste aus beiden Welten"?!

  • Ist das Dein Ernst? Das "Beste aus beiden Welten"?!

    Klar - worum macht sich der Thread-Ersteller Gedanken?

    - Guthaben bis zur Zuteilung nicht versauern lassen sondern stattdessen ins Arbeiten bringen

    - gleichzeitig bestmögliche Zinskonditionen für die Anschlussfinanzierung

    Derzeit sind 3,2% ein TOP-Zins im Vergleich zu regulären Bauzinsen. Zugegebenermaßen ist der natürlich nicht garantiert aber der Bauzins in 10 Jahren am Markt genauso wenig.

    Zudem sieht die Situation ja so aus das dann für 10J. mind. 800€ mtl. zur Verfügung stehen. Das bisherige Guthaben vollständig fest anzulegen z.b. in Festgeldtöpfe oder Anleihen und gleichzeitig ein ordentliches ETF-Portfolio aufzubauen welches im Zweifel über ein WP-Kredit beliehen wird ist kein Unding.

    Das Kursrisiko ist natürlich absolut nicht zu unterschätzen - das wäre es aber so oder so 😁

  • Genaugenommen musst Du folgende Rechnung anstellen.

    ….

    Aber zumindest als grobe Einordnung ist das vielleicht ja trotzdem hilfreich für Dich.

    Im Rechenbeispiel ist selbst bei 1,4% Bauspardarlehen vs. 4,386% Annuitätendarlehen der Bausparvertrag gut 5.000 EUR teurer.

    Ein ganz großes Dankeschön an die Zeit, die Du hier investiert hast!


    Ich werde die Zahlenbeispiele aufgreifen und für das Gespräch mit der BSK vorbereitet sein :)

  • Ein ganz großes Dankeschön an die Zeit, die Du hier investiert hast!


    Ich werde die Zahlenbeispiele aufgreifen und für das Gespräch mit der BSK vorbereitet sein :)

    Die werden Dir das vermutlich versuchen schönzurechnen.

    Du hast im Zweifel keine Chance gegen geschulte Vertriebler.

    Was ich Dir dringend empfehlen würde:

    1) Auf keinen Fall im Termin irgendwas unterschreiben.

    2) Welche Rechnung auch immer der Berater aufmacht, lass Dir diese schriftlich geben! Und zwar als vollständige Rechnung mit tatsächlichen Zahlen und Kosten von Abschluss des Bausparvertrags bis vollständiger Abzahlung, nicht nur selektiv eine Rechnung für Bauspardarlehen zu 1,4% vs. Bankdarlehen zu 4,x%). Nach Möglichkeit digital (per E-Mail o.ä.), nicht gekritzelt auf Papier oder nur als Ausdruck, damit Du es leicht selbst z.B. in Excel eingeben oder auch hier teilen kannst ohne alles abtippen zu müssen.

    Wenn Du möchtest, kannst Du das Ergebnis auch gerne hier einstellen und ich oder auch andere hier sehen sich das mal kritisch an.

    Meine Rechnung oben war ja auch nur eine fiktive Beispielrechnung, man müsste beide Varianten eben nochmal mit echten und vollständigen Zahlen rechnen.

  • Meine Rechnung oben war ja auch nur eine fiktive Beispielrechnung, man müsste beide Varianten eben nochmal mit echten und vollständigen Zahlen rechnen.

    Welche Zahlen fehlen Dir von meiner Seite bzw. die der Bank(en)?

    Leider wird es mit einem Termin mit der BSK wohl nichts vor Ende Mai. Daher kann ich erst später ein Update geben.

  • Welche Zahlen fehlen Dir von meiner Seite bzw. die der Bank(en)?

    Zum Bausparvertrag: Mit wieviel wird er bei Ende der Zinsbindung bespart sein, wie hoch wird das Bauspardarlehen sein, wie hoch die Rate für die Abzahlung des Bauspardarlehens, wie lange wird die Abzahlung dauern und welche Kosten fallen (während der Ansparphase aber ggf. auch während der Darlehensphase) an, fallen Kosten für eine neue / zu übertragende Grundschuld an? Wann wird der Bausparvertrag voraussichtlich zuteilungsreif sein? Wie ist die Kündigungsfrist für den Bausparvertrag? Gibt es irgendwelche Regelungen zu Bonuszinsen o.ä.?

    Beim Bankdarlehen ist die Sache im Grunde klar, am Ende der Zinsbindung gibt es eine Restschuld, für die muss ein neues (Forward-)Darlehen abgeschlossen werden zu den dann geltenden Marktkonditionen. Man kann Stand heute nicht wissen, was 2037 (oder 2032, wenn ein Forward-Darlehen möglich wäre) der Zinssatz sein wird. Man kann aber, wenn man die genauen Daten des BSV hat, berechnen, ab welchem künftigen Zinssatz sich der Bausparer lohnen würde. Und man kann sich überlegen, ob es eine Grenze für den Anschlusszins gibt, ab der z.B. die Rate nicht mehr finanzierbar wäre (bei dir quasi ausgeschlossen mit alternativer Anlage, soweit ich das überblicke - da ist es eher noch die Frage, ob du es mit dem bereits im BSV liegenden Geld schaffst, bis dahin parallel soviel anzusparen, dass du am Ende gar keine Anschlussfinanzierung brauchst).

  • Zum Bausparvertrag

    • Mit wieviel wird er bei Ende der Zinsbindung bespart sein
      • Derzeit mtl. 300€ damit ca. 72k€
    • wie hoch wird das Bauspardarlehen sein
      • BSS 150k€ - Guthaben 72k€ = 78k
    • wie hoch die Rate für die Abzahlung des Bauspardarlehens
      • 1.200€/mtl.
    • wie lange wird die Abzahlung dauern und welche Kosten fallen (während der Ansparphase aber ggf. auch während der Darlehensphase) an
      • ca. 5,5 Jahre
      • Ansparphase keine bzw. die minimalen Kapitalerträge
      • Darlehensphase ca. 4k€ Sollzinsen
    • fallen Kosten für eine neue / zu übertragende Grundschuld an?
      • Ja, bei Neuaufnahme eines Kredits (Variante Geld aus BSV rausnehmen), müsste diese umgeschrieben werden
    • Wann wird der Bausparvertrag voraussichtlich zuteilungsreif sein?
      • Bei aktueller Besparung ca. 2033 (daher auch die Möglichkeit, wie unten dargestellt mtl. Sparbetrag anzupassen)
    • Wie ist die Kündigungsfrist für den Bausparvertrag?
      • Sind nicht darauf eingegangen, Optionen siehe unten
    • Gibt es irgendwelche Regelungen zu Bonuszinsen o.ä.?
      • Jeweils einmalig: Junge Leute 100€, WBP 70€

    Ein Bausparvertrag rechnet sich nur in sehr wenigen Fällen, meist nur bei kleinen Summen und Förderungen. Ein BSV, der eine Ansparzeit (mit negativer Rendite) von 11 oder gar 20 Jahren hat, rechnet sich nie. Da müsste dein Anschlusskredit schon Zinsen von 8-10% haben, dass ein BSV besser wäre.

    Gespräch mit der BSK hat stattgefunden:

    Empfehlung ist es, den BSV weiter zu besparen (um das Darlehen mit 1,4% (eff. 1,72%Sollzins für die Anschlussfinanzierung zu sichern, aber mit angepasstem mtl. Sparbetrag)

    Bei 212€/mtl. Wäre der BSV genau nach Ende Zinsbindung des Darlehens zuteilungsreif, 05.2037
    Damit ergeben sich folgende Daten und Kostenaufstellung:

    angespartes Guthaben ca. 61k€
    Darlehen 89k€
    Sollzinsen für das Bauspardarlehen 4.149,56 EUR
    Tilgungsdauer 6J, 6M bei 1.200€/mtl.
    -Guthabenzinsen für das Bausparguthaben 525,42 EUR
    -Junge Leute Bonus 100,00 EUR
    -Wohnungsbauprämie 70,00 EUR
    Gesamtkosten 3.454,14 EUR


    Alternativ splittet man den BSV (einmalig 20€) in 140k€ (Restschuld Darlehen nach Zinsbindung 142k€) und in 10k€ (für Reparaturen bspw.), dann könnte auf 187€/mtl. Reduziert werden und die Differenz zu den derzeit 300€/mtl. Sparbetrag alternativ anzulegen.

    Zu Bedenken, gab der Berater, dass Nach Rausziehen des Geldes der BSV weiter bespart werden muss, ansonsten erlischt der Anspruch des Darlehens. Weiter wären die Gewinne bei alternativen Anlagen zu versteuern, beim diesem Bausparer kommen da ja nur marginale Kapitalerträge zustande.

    Was meint Ihr?

  • Bei 212€/mtl. Wäre der BSV genau nach Ende Zinsbindung des Darlehens zuteilungsreif, 05.2037
    ...
    Weiter wären die Gewinne bei alternativen Anlagen zu versteuern, beim diesem Bausparer kommen da ja nur marginale Kapitalerträge zustande.
    ...
    Was meint Ihr?

    Ohne jetzt irgendwie auf die Zahlen einzugehen. Dir ist schon klar, dass die Zuteilung eines Bauspardarlehens nicht durch die Bausparkasse garantiert werden darf?
    Sprich, selbst wenn der Bausparer 05.2037 zuteilungsreif ist, kann die Bausparkasse das Darlehen verweigern, wenn es nicht genügend andere Bausparer gibt, die einen neuen Vertrag abschließen.
    https://hartmutwalz.de/bauspar-vorausdarlehen-teil2/

    Und das mit den zu versteuernden Gewinnen ist jetzt nicht Dein Ernst, oder!? :/ Ich zahle 1000mal lieber 26,375% Kapitalerträge auf einen brauchbaren Ertrag als keine Kapitalerträge auf keinen Ertrag!

  • Weiter wären die Gewinne bei alternativen Anlagen zu versteuern, beim diesem Bausparer kommen da ja nur marginale Kapitalerträge zustande.

    Donnerwetter. Lieber keine Gewinne machen als Steuern zahlen.

    Zu Bedenken, gab der Berater,

    Ich gebe zu bedenken das du leider an einen mit allen Wassern gewaschenen Verkäufer geraten bist.

    Nimm dir mal Normale Tagesgeldzinsen und rechne mal mit Zinsen-berechnen.de was du beim selber Sparen 2037 für ein Kapital hast.


    Kein Mensch weis wo 2037 die Zinsen stehen. Was ich aber weiß ist wenn du langfristig unter der Inflationsrate sparst wirst du ärmer. Aber dann sparst du Steuern...... ;)

  • Mit wieviel wird er bei Ende der Zinsbindung bespart sein

    Derzeit mtl. 300€ damit ca. 72k€

    Ich stelle hier nochmal meine Rechnung von einigen Beiträgen vorher gegenüber - bei einer alternativen Anlage hättest Du (nach Steuer!!!) ca. 86.000 EUR (statt 72.000 EUR beim Bausparvertrag.

    Zitat

    Ansparphase: Entgangene Zinsen für die nächsten 11 Jahre bis 05/2037:

    Erzielte Zinsen im Bausparvertrag zu 0,1% Guthabenzins: 422,07 EUR nach Steuer Zinsberechnung BSV: https://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php?paramid=cswh6e55qw

    Entgangene Habenzinsen bei alternativer festverzinslicher Anlage (kein ETF, sondern "sichere" Anlage wie z.B. Festgeld, Bundesanleihen): 14.409,08 EUR nach Steuer

    Zinsberechnung alternative Anlage: https://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php?paramid=15v8yh0oqt

    Differenz (entgangene Zinsen): 13.987,01 EUR (--> soviel ist der Bausparvertrag also zum Ende der Ansparphase im Minus, das heißt, soviel muss er über den Zinsvorteil in der Darlehensphase wieder rausholen).

    Und ich habe oben nur mit 3,1% gerechnet. Mit z.B. 3,5% p.a. Zinsen auf die alternative Anlage kämen schon 88k raus.

    wie hoch wird das Bauspardarlehen sein

    BSS 150k€ - Guthaben 72k€ = 78k

    Weiter oben schreibst Du, die Restschuld wären 142k EUR. Mit einer alternativen Geldanlage, die nach Steuer 86k - 88k zum Ende der Zinsbindung bringt, bräuchtest Du nur noch 54k - 56k Darlehen.

    wie hoch die Rate für die Abzahlung des Bauspardarlehens

    1.200€/mtl.
    wie lange wird die Abzahlung dauern und welche Kosten fallen (während der Ansparphase aber ggf. auch während der Darlehensphase) an

    ca. 5,5 Jahre
    Ansparphase keine bzw. die minimalen Kapitalerträge
    Darlehensphase ca. 4k€ Sollzinsen

    Wenn Du ein normales Darlehen über 56k EUR mit 1.200 EUR im Monat abzahlst, bist Du bei einem Zinssatz von z.B. 4% p.a. schon nach 4 Jahren und 2 Monaten fertig und hast 4.969 EUR Zinsen gezahlt. Ja, das ist ca. 1k mehr an Sollzinsen. Hinzu kommt das Plus aus der Ansparphase bei alternativer Anlage von 14k, das heißt, mit alternativer Anlage und 08/15-Anschlussfinanzierung ist die Alternative trotzdem 13k günstiger als der BSV.

    Selbst bei einem Zinssatz von 10% p.a. wäre das Darlehen trotzdem nach knapp 5 Jahren abbezahlt, die Zinsen lägen dann bei insgesamt 15.212 EUR. Das wären 11k mehr als beim BSV. ABER zusammen mit dem Plus aus der Ansparphase käme auch hier die Alternative immer noch 3k günstiger als der BSV.

    fallen Kosten für eine neue / zu übertragende Grundschuld an?

    Ja, bei Neuaufnahme eines Kredits (Variante Geld aus BSV rausnehmen), müsste diese umgeschrieben werden

    Warum? Ich vermute mal, wenn überhaupt müsste erst etwas umgeschrieben werden, wenn es in die Darlehensphase geht, oder? Und da wäre dann die Frage, ob Du überhaupt noch eine Grundschuld benötigst, oder nicht z.B. die Restschuld zusammen mit dem alternativ angesparten Kapital knapp unter 50k drückst und damit einen Kredit ohne Grundschuld bekommst.

    genau nach Ende Zinsbindung des Darlehens zuteilungsreif

    Wie monstermania schon sagte, das kann und darf Dir die Bausparkasse nicht garantieren. Es kann trotzdem sein, dass Du eine (teure!) Zwischenfinanzierung benötigst.

    Siehe oben, ein deutlich schlechterer Deal, als wenn Du den BSV plattmachst und das Geld alternativ anlegst (zumindest, wenn Du davon ausgehst, dass die Zinsen 2037 nicht deutlich über 10% p.a. liegen werden).

    Alternativ splittet man den BSV (einmalig 20€) in 140k€ (Restschuld Darlehen nach Zinsbindung 142k€) und in 10k€ (für Reparaturen bspw.), dann könnte auf 187€/mtl. Reduziert werden und die Differenz zu den derzeit 300€/mtl. Sparbetrag alternativ anzulegen.

    Und dann?

    Nochmal, siehe oben, wenn Du das GESAMTE Geld anderweitig anlegst, machst Du mit den daraus zu erzielenden Zinsen ein derartiges Plus (Größenordnung 14k), dass Du am Ende der Zinsbindung überhaupt keine 142k an Darlehen mehr brauchst.

    Am Ende ist das Dein Geld und Deine Entscheidung, ich sehe da aber immer noch nicht den Vorteil des Bausparvertrags.

    Wenn Du in der Lage bist, sogar 1.200 EUR im Monat zu zahlen (darauf basiert ja das Bauspardarlehen), schaffst Du es mit einer alternativen Anlage locker, einfach bis zum Ende der Zinsbindung soviel anzusparen, dass Du gar keine Anschlussfinanzierung mehr brauchst. Mit dem Geld aus dem BSV und 678 EUR Sparrate im Monat bist Du bei 3% Habenzins in 11 Jahren bei 142k. Damit könntest Du das gesamte Darlehen ablösen, wärst 2037 komplett durch und hättest überhaupt kein Darlehen (und auch keine Grundschuld) mehr.

    https://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php?paramid=n0wpqic9d5

    Natürlich müsste man schauen, wie man die alternative Anlage gestaltet, ob man z.B. einmal im Jahr für die Restlaufzeit anlegt oder ob man einen Ansparplan o.ä. mit annehmbaren Konditionen findet. Aber mein Eindruck ist, Du hast finanziell durchaus eine gewisse Flexibilität und Spielraum, Du hast nicht knapp kalkuliert und schaffst es locker, ggf. auch eine höhere Rate zu zahlen, früher abzuzahlen usw.... Wieso willst Du Dir diese Flexibilität zugunsten des starren Konstrukts Bausparen nehmen? Noch dazu, wenn das mit großer Wahrscheinlichkeit finanziell die schlechtere Variante ist.

    Ich sehe in der Rückmeldung der Bausparkasse nichts, was den Bausparvertrag zur besseren Variante machen würde.

    Zu Bedenken, gab der Berater, dass Nach Rausziehen des Geldes der BSV weiter bespart werden muss, ansonsten erlischt der Anspruch des Darlehens.

    Das brauchst Du dann ja auch nicht mehr.

    Weiter wären die Gewinne bei alternativen Anlagen zu versteuern, beim diesem Bausparer kommen da ja nur marginale Kapitalerträge zustande.

    Genau. Die Gewinne bei der alternativen Anlage wären aber aller Voraussicht nach so hoch, dass auch nach Steuer das Ergebnis den BSV deutlich schlägt. Bei weiterhin 300 EUR / Monat Sparrate in der Größenordnung 14k (nach Steuer!). Peilst Du eine Sparrate an, mit der die Restschuld bei Ende der Zinsbindung komplett abgelöst werden kann (Größenordnung 680 EUR/Monat), könntest Du (ebenfalls nach Steuer!) mit Zinserträgen und ca. 20k rechnen. Die 142k Restschuld würden dann abgelöst durch einen Betrag zusammengesetzt aus 32k (aus dem BSV), knapp 90k Einzahlungen (678 EUR/Monat für 11 Jahre), 20k Zinsen (ca. 27k Zinsen abzüglich ca. 7k Steuer). Ja, Du würdest 7k Steuer zahlen. Du würdest aber auch nach Steuer 20k Zinsen erwirtschaften. Und Du wärst 2037 durch.

  • Natürlich müsste man schauen, wie man die alternative Anlage gestaltet, ob man z.B. einmal im Jahr für die Restlaufzeit anlegt oder ob man einen Ansparplan o.ä. mit annehmbaren Konditionen findet.

    Bei weiterhin 300 EUR / Monat Sparrate in der Größenordnung 14k (nach Steuer!).

    Wie wäre dies zu gestalten? Die Einmalanlage des aktuellen Guthabens im BSV in bspw. Bundesanleihen verstehe ich, aber die mtl. Sparrate?

  • Ich stelle hier nochmal meine Rechnung von einigen Beiträgen vorher gegenüber - bei einer alternativen Anlage hättest Du (nach Steuer!!!) ca. 86.000 EUR (statt 72.000 EUR beim Bausparvertrag.

    Und ich habe oben nur mit 3,1% gerechnet. Mit z.B. 3,5% p.a. Zinsen auf die alternative Anlage kämen schon 88k raus.

    Bei Deiner Rechnung (Link Zinsrechner) ist aber mit Zinseszins Effekt gerechnet. Das wäre allerdings bei Bundesanleihen ja nicht der Fall. Auch bei den meisten Festgeldangeboten, werden die Zinsen ausbezahlt. Daher kann ich die Rechnung nicht ganz nachvollziehen.

  • Wie wäre dies zu gestalten? Die Einmalanlage des aktuellen Guthabens im BSV in bspw. Bundesanleihen verstehe ich, aber die mtl. Sparrate?

    Es gibt vereinzelt Anbieter, die sowas wie einen Ansparplan anbieten; manche Banken oder Wohnungsbau-Genossenschaften machen das. Das ist in der Tat eher ein Nischenthema (ich habe letztes Jahr solche Sparverträge abgeschlossen, da gab es auf 10 Jahre mit monatlicher Sparrate und Kündigungsmöglichkeit im Schnitt 3-3,5%, auch zum Ablösen einer Immobilienfinanzierung, aber aktuell sind die Konditionen da schlechter).

    Oder man legt z.B. einmal im Jahr zu Jahresanfang die Jahres-Sparrate in Festgeld, Bundesanleihen o.ä. über die Restlaufzeit bis zum Ende der Zinsbindung an (zu den dann jeweils gültigen Zinssätzen - da hat man ein Zinsänderungsrisiko drin, aber wenn es nicht zu erneuten Negativzinsen kommt, toppt ja so ziemlich alles die 0,01% Habenzins im BSV). Theoretisch kann man das auch monatlich machen, aber monatlich neues Festgeld ist ggf. mühsam und kleinteilig (wir haben das eine Weile gemacht, weil wir die Rate unserer Immobilienfinanzierung reduziert haben und das Geld für die Ablöse der Restschuld parallel zu höherem Zins anlegen, aber irgendwann wurde monatlich ziemlich mühsam, und wir sind größtenteils dazu übergegangen, einmal im Jahr oder alle paar Monate einen größeren Betrag anzulegen).

    Man kann das bereits angesparte Geld oder jedenfalls die monatlichen Sparraten auch sukzessive auf ein Tagesgeldkonto legen oder in einen Geldmarktfonds (je nach Broker auf Kauf-/Verkaufsgebühren achten!) schieben (auch da dann eben mit Zinsänderungsrisiko, aber auch -chance - aktuell gibt es bis 4% p.a. auf Tagesgeld, aber wie sich das die nächsten 10 Jahre entwickelt, weiß natürlich keiner). Dafür ist das Geld komplett flexibel verfügbar.

    Es gibt diverse Möglichkeiten, das auszugestalten. Der Bausparvertrag ist natürlich bequem, weil da "alles geregelt" ist (und Du höchstens 2037 die Rechnung für die Zwischenfinanzierung präsentiert bekommst, wenn die Zuteilung doch nicht passgenau funktioniert). Aber es spricht eben viel dafür, dass das finanziell nicht die beste Lösung ist, mit einiger Wahrscheinlichkeit sogar mit sehr viel Abstand schlechter.

    Und wenn Du (auch jetzt schon) problemlos eine höhere Rate aufbringen kannst, könnte es sich lohnen (finanziell, vor allem aber auch psychologisch) das Geld so anzusparen, dass Du 2037 einfach direkt durch bist und gar keine Anschlussfinanzierung mehr braucht.

    Wenn Du sagst, ich habe keine Lust, mir Gedanken zu machen, wie ich das Geld sonst anlegen kann und mich drum zu kümmern, und mir ist auch egal, ob ich 5 Jahre länger oder kürzer zahle und ob ich am Ende 15.000 EUR mehr oder weniger zahle, Hauptsache ich weiß, woran ich bin, muss mich nicht kümmern und bin irgendwann 2042 fertig mit abzahlen, dann kannst Du den Bausparvertrag natürlich auch so laufen lassen. Es muss Dir dann nur klar sein, dass Du vermutlich einen fünfstelligen Betrag für die Bequemlichkeit zahlst (zusätzlich zu den ohnehin schon versenkten Abschlusskosten und entgangenen Habenzinsen der letzten Jahre).

  • Bei Deiner Rechnung (Link Zinsrechner) ist aber mit Zinseszins Effekt gerechnet. Das wäre allerdings bei Bundesanleihen ja nicht der Fall. Auch bei den meisten Festgeldangeboten, werden die Zinsen ausbezahlt. Daher kann ich die Rechnung nicht ganz nachvollziehen.

    Du kannst bei Festgeld oder Bundesanleihen die ausgezahlten (und versteuerten) Zinsen ja schlicht wieder anlegen, dann erhältst Du darauf auch wieder Zinsen. Die Versteuerung hatte ich im Rechner bereits angestellt.

    Es gibt auch einige Angebote, in denen die Zinsen (nach Steuer) dem angelegten Betrag gutgeschrieben werden, Zinseszins mit Steuerbelastung erst ganz am Ende habe ich allerdings bisher nur einmal gefunden (bei der PBB Direkt als Auswahlmöglichkeit).

    Aber die Unterschiede mit/ohne Zinseszins sind ohnehin nicht riesig. Bei 32.000 EUR Einmalzahlung und 300 EUR im Monat kommen bei 3% p.a. mit Zinseszins nach 11 Jahren 85.498,96 EUR raus, ohne Zinseszins aber immer noch 84.221,90 EUR (jeweils nach Steuer). Immer noch deutlich mehr als die 72k im Bausparvertrag zu 0,01% Habenzins.

  • Empfehlung ist es, den BSV weiter zu besparen

    Das überrascht mich nicht!

    Die Argumentation ist jedoch schon sehr abenteuerlich. Der Verzicht auf Zinsen in Höhe von 19k vor bzw. 14k nach Steuern, um hinterher ein kleines Darlehen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von unter 3,5 Jahren günstig zu bekommen, das eigentlich gar nicht benötigt wird ... Dieser Mann kann auch Pelzmützen in der Sahara verkaufen!

    Ein BSV, der eine Ansparzeit (mit negativer Rendite) von 11 oder gar 20 Jahren hat, rechnet sich nie. Da müsste dein Anschlusskredit schon Zinsen von 8-10% haben, dass ein BSV besser wäre.

    Da war ich viel zu vorsichtig.

    behaupte ich, dass auch Du mit hoher Wahrscheinlichkeit durch steigende Sparleistungen die Restschuld in 2037 tilgen kannst.

    Wenn Du in der Lage bist, sogar 1.200 EUR im Monat zu zahlen (darauf basiert ja das Bauspardarlehen), schaffst Du es mit einer alternativen Anlage locker, einfach bis zum Ende der Zinsbindung soviel anzusparen, dass Du gar keine Anschlussfinanzierung mehr brauchst.

    Davon bin ich unverändert fest überzeugt. Zumal Du inflationsbedingt Deine Rate in den nächsten 11 Jahren noch steigern könntest.

    Daher brauchst Du keine Zinssicherung, die extrem teuer ist. Ich würde mir einfach Anleihen mit Fälligkeit 2037 (oder kürzer) raussuchen und die alle halbe Jahr nachkaufen. Gleiches gilt für das Guthaben aus dem BSV.

    Ein Lösungsvorschlag war auch schon vor einem Monat da.

  • Daher brauchst Du keine Zinssicherung, die extrem teuer ist. Ich würde mir einfach Anleihen mit Fälligkeit 2037 (oder kürzer) raussuchen und die alle halbe Jahr nachkaufen. Gleiches gilt für das Guthaben aus dem BSV.

    Ein Lösungsvorschlag war auch schon vor einem Monat da.

    Das hab ich mir auch bereits angesehen. Bundesanleihen wie Bspw hier DE0001135275 oder DE000BU2Z064. Bedeutet bei der ersten Anleihe aber auch, ich müsste bei den 32k Einmalinvest (Guthaben aus dem BSV) die knapp 2,5k€, die ich für den Kauf mehr bezahlen muss, mit reinrechnen?! Bezogen auf die Rendite geben sie sich mit um die drei % nicht viel. Wäre dann die zweite Anleihe unter dem Nominalwert nicht sinnvoller oder ganz anders?

  • Das hab ich mir auch bereits angesehen. Bundesanleihen wie Bspw hier DE0001135275 oder DE000BU2Z064. Bedeutet bei der ersten Anleihe aber auch, ich müsste bei den 32k Einmalinvest (Guthaben aus dem BSV) die knapp 2,5k€, die ich für den Kauf mehr bezahlen muss, mit reinrechnen?! Bezogen auf die Rendite geben sie sich mit um die drei % nicht viel. Wäre dann die zweite Anleihe unter dem Nominalwert nicht sinnvoller oder ganz anders?

    Was meinst Du damit?

    EDIT: Ach so, es geht Dir darum, dass bei der erstgenannten Anleihe der Kurs aktuell bei 108% steht. Das heißt, Du müsstest für 34.560 EUR kaufen, um am Ende 32.000 EUR zurückzubekommen. Ist das Dein Gedankengang?

    Du kannst auch einfach für 32.000 EUR kaufen. Dann bekommst Du am Ende zwar "nur" 29.600 EUR zurück, aber eben in der Zwischenzeit auch jedes Jahr 4%, also knapp 1.200 EUR im Jahr (vor Steuern). Im Schnitt landest Du damit am Ende bei um die 3% Rendite (vor Steuer).

    Und genau, das ist bei der zweitgenannten Bundesanleihe grundsätzlich genauso, nur dass der Kurs bei um die bzw. knapp unter 100% landet, dafür aber nur 2,9% Zinsen p.a. gezahlt werden. Am Ende nimmt es sich nicht viel.

    Die zweitgenannte Bundesanleihe läuft aber ein Jahr früher aus, schon Anfang 2036. Da müsstest Du das Geld dann noch für ein Jahr (bzw. bis die Zinsbindung Deines Immobilienkredits ausläuft) anderweitig zu den dann möglichen Zinsen anlegen (das kann mehr oder weniger sein als aktuell).

  • Hier ist übrigens eine Übersicht aller Bundesanleihen und ihrer Renditen, die täglich aktualisiert wird, sortiert nach Restlaufzeit: Rendite.pdf

    Im Detail kann das natürlich abweichen aufgrund Kursschwankungen im Tagesverlauf / je nach Handelsplatz und Spread / je nach Angebot / je nach Kaufgebühren etc...

  • Ach so, es geht Dir darum, dass bei der erstgenannten Anleihe der Kurs aktuell bei 108% steht. Das heißt, Du müsstest für 34.560 EUR kaufen, um am Ende 32.000 EUR zurückzubekommen. Ist das Dein Gedankengang?

    Ja, genau :) Danke, dann war meine Überlegung korrekt.


    Also dann wäre die Strategie eigentlich, dass ich die 32k€ aus dem BSV herauslöse und in einer der obigen Anleihen investiere.

    Weiterhin die mtl. Sparbeträge bspw für ein halbes Jahr/Jahr aufs Tagesgeld packe und dann die Anleihe nachkaufe oder eine Festgeldtreppe aufbaue, um so die aktuell besten Zinsen mitzunehmen.

  • Also dann wäre die Strategie eigentlich, dass ich die 32k€ aus dem BSV herauslöse und in einer der obigen Anleihen investiere.

    Korrekt, genau so.

    Um 32.000€ in der DE0001135275 anzulegen, musst Du bei einem Kurs inkl. Stückzinsen von aktuell 109,93% insgesamt nominal 32.000/1,0993=29.100€ kaufen.

    Weiterhin die mtl. Sparbeträge bspw für ein halbes Jahr/Jahr aufs Tagesgeld packe und dann die Anleihe nachkaufe

    Korrekt, genau so.

    Ebenso sollten die jährlichen Zinsen wieder mit angelegt werden. Du könntest die Nachkäufe immer im Januar kurz nach der Kuponzahlung ausführen, da dann die Stückzinsen fast Null sind. Das erleichtert die Rechnung.

    Alternativ kannst Du auch die DE0001102549 (bis Mai 2036) nehmen. Das ist ein Zero, zahlt also keinen Kupon und hat keine Stückzinsen. Da Du das ganze Geld erst am Ende benötigst ist das sinnvoll. Der Ertrag (Kursgewinn) ist jedoch auch erst am Ende zu versteuern, was nur sinnvoll ist, wenn der Freibetrag bereits anderweitig ausgenutzt ist.

    Bei einem Kurs von 74,11% kaufst Du nominal 32000/0,7411=43.100€ nominal.

    Die Renditen der beiden Anleihen sind fast identisch.

    Wenn Du etwas mehr Rendite möchtest, musst Du ein höheres Kontrahentenrisiko akzeptieren. Ich würde vermutlich die 1% Helaba Carrara Zinsanleihe 01a/22-01/37 (DE000HLB29V0) mit einem aktuellen Briefkurs von 75,50% wählen, dessen Rendite ca. 0,8% höher ist.

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