Offene Immobilienfonds verkaufen

  • Hallo,

    Morgen und Übermorgen, will ich meine Immobilienfonds verkaufen und auf Tagesgeldkonto und in weltweit gestreute ETFs aufteilen.

    Die Bankberater meinen, dass Geld sei sicher, weil das es in große Einkaufszentren und Bürogebäuden investiert ist. Nur offene Immobilienfonds die in Mietwohnungen investieren empfehlen sie nicht. Das Geld sei absolut sicher angelegt und ich brauche es nicht in meinem Portfolio als Risikokapital einzustufen.


    Wäre es ein großer Fehler folgende Fonds zu verkaufen?

    WesInvest InterSelect

    Deka-ImmobilienGlobal

    Deka-Immobilien Europa

    UniImmo: Global (Bankberater meint: Probleme seien bald gelöst und Kurse steigen wieder)


    Da ich zur Miete wohne, hielt ich es für sinnvoll in offene Immobilienfonds zu investieren.

    Freundliche Grüße

  • Es gibt keine Bankberater, sondern nur Finanzprodukteverkäufer. Daraus kannst du dir deine eigenen Schlüsse ziehen ;) ICH würde verkaufen und mich von der Spaßkasse fernhalten. Die wollen nur dein Bestes. Dein Geld!

    Da ich zur Miete wohne, hielt ich es für sinnvoll in offene Immobilienfonds zu investieren.

    Hast du damals und heute denn überhaupt verstanden, in was du investierst?

    Morgen und Übermorgen, will ich meine Immobilienfonds verkaufen

    Die 1-Jahres-Wartefrist kennst du?

  • Du musst bei Rückgabe an die Fondsgesellschaft eine einjährige Kündigungsfrist einhalten.

    Alternativ kannst du die Fonds an der Börse für einen niedrigeren Kurs verkaufen. Denn diejenigen, die dort Anteile aufkaufen, möchten an deinen Anteilen noch Geld verdienen. Also wenn verkaufen, dann ein Jahr Wartezeit durchhalten.

  • Das Geld sei absolut sicher angelegt und ich brauche es nicht in meinem Portfolio als Risikokapital einzustufen.

    Das größte Risiko ist, bei fallenden Kursen hektisch zu verkaufen.

    Bei einigen Immos fallen die Kurse, weil Finanztip vehement zum Verkaufen rät, und infolgedessen die Fondsgesellschaft Immobilien zu geringeren Preisen als beim Erwerb verkaufen muß, um die Kundenwünsche nach Bargeld zu bedienen. Anders als Aktien kann man Immobilien nicht mal eben so an der Börse zum Bestpreis verticken. Also wenn du Geduld hast, ist die Anlage risikoarm.

    Und natürlich gibt dir auch kein ETF-Anbieter schriftlich, dass du jedes Jahr 6% Rendite hast. Wenn es an den Börsen schlecht läuft, kann auch schon mal ein ganzes Jahrzehnt im Minus sein.

  • Es gibt keine Bankberater, sondern nur Finanzprodukteverkäufer. Daraus kannst du dir deine eigenen Schlüsse ziehen ;) ICH würde verkaufen und mich von der Spaßkasse fernhalten. Die wollen nur dein Bestes. Dein Geld!

    Hast du damals und heute denn überhaupt verstanden, in was du investierst?

    Die 1-Jahres-Wartefrist kennst du?

    Ja, sollte ich alles verkaufen oder nur die steuerfreien Altbestände?

  • Das größte Risiko ist, bei fallenden Kursen hektisch zu verkaufen.

    Bei einigen Immos fallen die Kurse, weil Finanztip vehement zum Verkaufen rät, und infolgedessen die Fondsgesellschaft Immobilien zu geringeren Preisen als beim Erwerb verkaufen muß, um die Kundenwünsche nach Bargeld zu bedienen. Anders als Aktien kann man Immobilien nicht mal eben so an der Börse zum Bestpreis verticken. Also wenn du Geduld hast, ist die Anlage risikoarm.

    Und natürlich gibt dir auch kein ETF-Anbieter schriftlich, dass du jedes Jahr 6% Rendite hast. Wenn es an den Börsen schlecht läuft, kann auch schon mal ein ganzes Jahrzehnt im Minus sein.

    Gedult habe ich viel.

  • Morgen und Übermorgen, will ich meine Immobilienfonds verkaufen und auf Tagesgeldkonto und in weltweit gestreute ETFs aufteilen.

    Das ist ein vernünftiger Plan. Lass deine (Bauch-) Entscheidung einfach stehen und handle danach.

    Gönne dir das „neue“ Buch von Finanztip. Dann würde ich dir empfehlen, dich an den dort genannten Vorschlägen zu orientieren.

    Viel Erfolg beim Weg zum finanziellen Selbstentscheider.

    Das die Banken dir vor allem Argumente nennen, ist ja wohl klar, mit diesen Produkten wollen sie nur dein Bestes. — dein 💵😉

  • Ja, sollte ich alles verkaufen oder nur die steuerfreien Altbestände?

    ICH würde alles verkaufen, weil Immofonds keinen Platz in meinem Portfolie und meiner Anlagestrategie haben. Ich weiß aber nicht, wie es bei dir aussieht. Daher kann ich dir nichts raten. Ich kann nur das sagen, was ICH machen würde.

  • Ja, sollte ich alles verkaufen oder nur die steuerfreien Altbestände?

    Meine Investmentreise hat ähnlich angefangen: Aktive Fonds, Minibetrag im Immobilienfond.

    Die Immobilienfonds würde ich abstoßen. Ich habe es damals an der Börse mit ca. 10% Abschlag verkauft, dafür das Geld direkt in einen breitgestreuten ETF investiert.

    Du hast so gesehen zwei Möglichkeiten:

    • Kündigung der Fondanteile und Rückgabe an die Fondgesellschaft: Wenn du die Haltefristen (2 Jahre?) erfüllst, kannst du kündigen und dann hast du in 12 Monaten das Geld. Das Problem daran: Du kennst deinen Preis erst in 12 Monaten, d.h. du verkaufst in das Ungewisse.
    • Verkauf über die Börse: Mit der ISIN kannst du an der Börse schauen, für die viel so ein Anteil gehandelt wird. Meistens sind es 10 - 15 % Abschlag gegenüber dem Preis, den dir im Depot der Bank angezeigt wird (das ist der Rücknahmepreis der Fondgesellschaft, wenn du vor 12 Monaten gekündigt hättest und heute das Geld bekommen würdest)

    Also wenn du Geduld hast, ist die Anlage risikoarm.

    Immobilienfonds sehe ich alles andere als risikoarm an. Eher risikoreich. Es gibt genug Beispiele nach der Immobilienkrise, in denen offene Immofonds geschlossen wurden und manche Bürger noch heute auf die Insolvenzabwicklung warten. Also Totalverlust.

    Das wären ungefähr die aktuellen Preise (Börse vs. Rücknahmepreis Fondgesellschaft):

    WesInvest InterSelect = 45,42 € (Börse) / 48,78 € (Fondgesellschaft) = ca. 7,5% Abschlag

    Deka-ImmobilienGlobal = 50,68 € (Börse) / 54,79 € (Fondgesellschaft) = ca. 9% Abschlag

    Deka-Immobilien Europa = 44,95 € (Börse) / 47,87 € (Fondgesellschaft) = ca. 6,5 % Abschlag

    Wenn dir der Abschlag es wert ist, kannst du über die Börse verkaufen und hättest das Geld innerhalb kurzer Zeit (i.d.R. 1-3 Banktage) zur Verfügung. Bei der anderen Variante hast du 12 Monate Wartezeit und kennst deinen Preis nicht - erst am Verkaufstag.

    Das Geld sei absolut sicher angelegt und ich brauche es nicht in meinem Portfolio als Risikokapital einzustufen

    Auf diese Begründung, warum es sicher sei - wäre ich sehr gespannt. Also wenn sie nicht in Mietwohnungen investieren, investieren sie in Gewerbeimmobilien. Jeder Leerstand, jeder Mietausfall, ... alles Renditeminderungen. Renovierungskosten usw. Das trägst du alles mit und dann zu sagen, dass es "sicher angelegt" ist, halte ich fast schon für fahrlässig. Tagesgeld wäre sehr risikoarm, aber auch nicht absolut sicher (trotz Einlagensicherung), da es immer noch sehr unwahrscheinliche, minimal Restrisiken gibt.
    Weiterhin müsste dieses Produkt eine Inliquiditätsprämie aufweisen, da du kein Kapital mind. 12 Monate gebunden hast. Das ist allerdings auch nicht der Fall und weiterhin wird das NAV (Netto-Asset-Value), also der Wert der Immobilien, vom Immobilienfond selbst geschätzt. ^^ Von den Kosten sprechen wir gar nicht, da diese bei >2,5 % p.a. sind zzgl. Ausgabeaufschlag >5%. Der Bankverkäufer freut sich über nette Bonuszahlungen.

    Das ist der 1-Jahres-Kursverlauf des WestInvest Interselect an der Börse:

    So sieht es auf der Homepage aus der Fondgesellschaft aus:

  • Du kannst die Kurse über die ISIN einsehen. Am besten über 3. Portale, also über deinen Browser suchen gehen.

    Im Depot vermute ich, dass du die Rücknahmepreise der Fondgesellschaft angezeigt bekommst, da diese i.d.R. deutlich oberhalb des Börsenpreis liegen und somit der Kunde einen höheren Vermögensstand sieht (bzw. weniger Verlust zum EK). Der Abschlag bedeutet umgedreht, dass die Schwarmintelligenz "Börse" den realen/fairen Preis für diese Immofonds deutlich unter dem Preis einstuft, was die Fondgesellschaft sagt.

    Theoretisch wäre es sogar so, wenn du unbedingt den Immofond im Depot haben wollen würdest. Du könntest auch direkt an der Börse kaufen, also du würdest beim WestInvest nur 45,42€ / Anteil zahlen, während die Fondgesellschaft 51,35 € (= Ausgabepreis) sehen will. D.h. dieser "Spread" ist sogar bei 13% (statt 7,5%). Zzgl. den Ausgabeaufschlag. Damit siehst du mal, wie transparent dein Bankverkäufer arbeitet, denn wenn er seiner Argumentation folgen würde und dir das Produkt wärmstens ans Herz als Portfolioergänzung legt - hätte er dir aus Renditesicht den Börsenpunkt vorschlagen müssen. Da das nicht der Fall ist, siehst du selbst, was du von seiner Argumentation halten kannst.

    WesInvest InterSelect = DE0009801423

    = 45,42 € (Börse) / 48,78 € (Fondgesellschaft) = ca. 7,5% Abschlag

    Deka-ImmobilienGlobal = DE0007483612

    = 50,68 € (Börse) / 54,79 € (Fondgesellschaft) = ca. 9% Abschlag

    Deka-Immobilien Europa = DE0009809566

    = 44,95 € (Börse) / 47,87 € (Fondgesellschaft) = ca. 6,5 % Abschlag


    Bei Portalen/Webseiten wie Finanzen.net kannst du die Preise usw. einsehen. Beispielhaft einen deiner Fonds. Es wird dir der Börsenpreis und Rücknahmepreis der Fondgesellschaft angezeigt.

  • Die Aussage verstehe ich nicht. Kannst du den Hintergrund einmal erklären? Bzw verstehe ich deinen Zusammenhang nic

    Ich hatte mir damals nicht so viel Gedanken darüber gemacht. Es kann gut sein, dass ich froh war, dass der Bankberater etwas vorgeschlagen hat.

    Einige Bekannte kauften Wohnungen und vermieteten diese. Da ich aber keine Schulden aufnehmen wollten, boten sich offene Immobilienfonds an um auch von Immobilien zu profitieren.

  • Im Depot vermute ich, dass du die Rücknahmepreise der Fondgesellschaft angezeigt bekommst, da diese i.d.R. deutlich oberhalb des Börsenpreis liegen und somit der Kunde einen höheren Vermögensstand sieht (bzw. weniger Verlust zum EK). Der Abschlag bedeutet umgedreht, dass die Schwarmintelligenz "Börse" den realen/fairen Preis für diese Immofonds deutlich unter dem Preis einstuft, was die Fondgesellschaft sagt.

    Was du als real und fair bezeichnest, ist nur die Abzocke von Spekulanten, die Anteilsbesitzer mit dringendem Bargeldbedarf übers Ohr hauen wollen. Wenn die Spekulanten bei Rückgabe an die Fondsgesellschaft 8 bis 10% p.a. verdienen, klatschen hier alle Beifall, während die bösen Bankberater doch bitteschön auf jedwede Provision verzichten sollen.

    Man könnte meinen, dass hinter den second-Hand-Börsenpreisen der Immofonds ein einträgliches Geschäftsmodell steht.

  • Was du als real und fair bezeichnest, ist nur die Abzocke von Spekulanten, die Anteilsbesitzer mit dringendem Bargeldbedarf übers Ohr hauen wollen. Wenn die Spekulanten bei Rückgabe an die Fondsgesellschaft 8 bis 10% p.a. verdienen, klatschen hier alle Beifall, während die bösen Bankberater doch bitteschön auf jedwede Provision verzichten sollen.

    Man könnte meinen, dass hinter den second-Hand-Börsenpreisen der Immofonds ein einträgliches Geschäftsmodell steht.

    Was hindert die Bankberater daran, die Anteile selbst zu kaufen, wenn es so einträglich ist und man bei Rückgabe an die Fondsgesellschaft 8-10% p.a. verdienen kann?

    So ein Geschäft wäre doch sowohl im Interesse der Bankberater als auch ihrer Kunden.

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