FTSE All-World vs. USA+FTSE All-World ex-US

  • Mein Eindruck ist, dass die Anbieter sich die Einfachheit und Bekanntheit ihrer Flaggschiff Plain-Vanilla ETFs schon gut bezahlen lassen. Wer dann sagt, ist mir doch egal, ich will nur einen ETF und fertig, Preis ist mir egal. Alles gut, go for it. Mache ich ja auch mit dem ACWI IMI.

    Wenn jemand sich hingegen die Mühe macht und kauft den Gin und das Tonic Water separat bekommt den Gin Tonic eben zum halben Preis 8o

  • Ich beziehe mich auf die enthaltenen Titel in den jeweiligen Indizes. Bei gleicher Indexfamilie MSCI sind USA und World exUSA auf Indexebene absolut komplementär und identisch mit dem World, alles andere wäre völlig unlogisch.

    https://www.justetf.com/de/etf-compari…in=IE00B52SFT06

    Der World Index hat 2 Titel weniger als die beiden anderen gemeinsam, auf Fondsebene sind es 3 mehr.
    Marginaler Unterschied vorhanden

  • Der eigentlich einzige Grund für solch eine 2-ETF-KISS-Lösung ist das manuelle „Ausregeln“ des USA-Anteils in einem Portfolio.

    • Das schon - also eine aktive Marktmeinung zu haben. Die Frage stellt sich dann mir immer: Warum 50% USA, warum 40%, warum nicht 37,8%? An was mache ich das fest? Ich investiere stur nach dem Marktkapitalisierungs-Ansatz und der ETF-Anbieter übernimmt für mich das Balancieren. Letztlich sind wir als Marktteilnehmer diese, welche die Marktkapitalisierung festlegen - also die Marktmeinung aller Teilnehmer. Aber ich verstehe deinen Gedanken und kenne auch die Argumentationen. Das darf jeder für sich entscheiden und umsetzen und umso schöner, dass es diese Möglichkeiten an der Börse für doch sehr günstiges Geld gibt. Dieses Thema ist allerdings nicht Gegenstand dieses Threads und wurde in diversen anderen Bereichen unendlich viel diskutiert mit dem Ergebnis: Es gibt keinen einen richtigen Weg, sondern viele verschiedene.
    • Die Eingangsfrage war allerdings diese, dass man aufgrund der TER Gebühren aus der 2-ETF-Struktur sich einen Welt-ETF mit gleicher Gewichtung nachbauen könnte.

    Für mich sind das zwei ganz unterschiedliche Ansätze.

  • Das ergibt auf MSCI Indexebene keinen Sinn. Ich gehe davon aus die Angaben auf JustETF stimmen einfach nicht.

    Du hast recht.
    Lt. MSCI.com lauten die Positionen des Index

    MSCI World 1310
    MSCI USA 537
    World Ex usa 773

    Ob man dann ETFs findet die einander völlig entsprechen ist eine andere Frage. Auf MSCI Ebene zumindest annähernd erreichbar.

    Bei FTSE jdf. nicht möglich

  • Das würde mich doch sehr wundern. Du hast ein Depot angespart, was für grob 30 Jahre oder 360 Monate halten soll. Wenn Du jetzt drei Monate lang von dem Teil entnimmst, der gerade vorne liegt, hast Du damit maximal 3/360 Teilen Deines Depots verkauft. Glaubst Du ernsthaft, dass eine Entnahme von unter 1 % Dein Altersdepot ins Schwanken bringt?

  • Ich versuche mich mal an einem Fazit:

    Auf einer reinen Indexebene ist es tatsächlich so, dass sich ein gemeinsamer World-Index und zwei vollständig komplementäre Teilindizes wie bspw. ein USA und ein World-exUSA ohne jegliches Rebalancing absolut identisch entwickeln. Voraussetzung dazu ist, dass bei Start der Betrachtung die Gewichtung der Teilindizes identisch mit deren marktkapitalisierter Gewichtung im gemeinsamen World Index ist. Also bspw. derzeit USA 61,6% zu exUSA 38,4%.

    Auf ETF-Ebene muss man jedoch Kompromisse eingehen, da es die gewünschte Kombination evtl. in der gleichen Indexfamilie nicht gibt. Bspw. die eingangs genannte Kombination wäre für deutsche Anleger mit UCITS ETFs auf Basis von FTSE-Indizes nicht umsetzbar. Hier müsste man den USA Teil dann mit MSCI oder S&P500 ETFs abbilden.

    Wer mit diesen Einschränkungen leben kann, baut sich auf diese Art ein schlankes, aber um ca. 50% kostengünstigeres Portfolio aus zwei statt einem ETF. Bei einer reinen Einmalanlage ist dies einfach zu realisieren, da zunächst nur je ein Kauf der beiden ETFs in der richtigen Kombination erforderlich ist. Bei einer regelmäßigen Anlage bspw. in Form eines Sparplans und in der späteren Entnahmephase ist es aufwendiger, aber ebenfalls möglich. Vor allem wenn man es mit der Gewichtung nach jeweiliger Marktkapitalisierung nicht akademisch genau nimmt.

    Bei größeren Einmalanlagen und langer Anlagedauer summiert sich der Kostenvorteil auf mehrere zehntausend Euro höheres Endvermögen auf. Da kann man über die weitere Zeile im Depot schon mal nachdenken.

  • Ich empfehle jedem das selbst zu rechnen. Bei langen Anlagezeiträumen machen auch 0,05 % p.a. an Mehrrendite einen deutlichen Unterschied.

    Beispiel Einmalbetrag 10.000 Euro Anlagedauer 30 Jahre

    7 % Rendite 10.000 Euro --> 76.122 Euro

    6,95 % Rendite 10.00 Euro --> 75.063 Euro

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