Berufsunfähigkeitsversicherung

  • Hallo liebes Team,

    ich brauche dringend eure Hilfe. Ich habe eine BU Versicherung seit 2014 vom AG damals als Entgeltumwandlung angelegt.

    Damals habe ich in Vollzeit gearbeitet und seit 2017 Elternzeit und dann nur noch Teilzeit, jetzt bin ich seit Nov 2025 krankgeschrieben und Ende Feb 2026 gekündigt worden. Und jetzt von der Versicherung beitragsfrei gestellt worden, was ich eigentlich nicht wollte.

    Nur ich bezahle im Monat 220,00 Euro und finde das zuviel. Und habe versucht mich von denen beraten zu lassen, jedoch komme ich da nicht weiter. Die sind auch sehr busy und ich bekomme keine richtige Auskunft.

    Jetzt ist meine Frage, soll ich den Beitrag runterstufen oder lieber erstmal alles so belassen, bzw die Rückstände bezahlen, weil ich sonst nach 6 Monaten wieder eine Gesundheitsprüfung durchlaufen muss, was ich nicht möchte, bin ja krankgeschrieben oder lohnt es sich einen Leistungsantrag zu stellen? Mein Arzt würde mir helfen, aber er sagt, es ist nicht so einfach. Einen BU Anwalt zur Erstberatung hatte ich auch schonmal kontaktiert, aber es ist alles so schwammig, er meinte, ich sollte erstmal meinen Arzt nochmal fragen.

    Wer kann mir helfen oder an wen kann ich mich wenden, weil mir die Zeit wegläuft. Deshalb soll ich erstmal die Rückstände zahlen und dann kann ich in Ruhe weiter überlegen und evtl. einen Leistungsantrag stellen? Es soll sehr kompliziert und anstrengend sein und momentan habe ich nicht die Kraft, die ich dafür bräuchte.

    Ganz ganz lieben Dank für eine Rückmeldung.

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  • Kater.Ka 10. Juli 2026 um 11:42

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Und jetzt von der Versicherung beitragsfrei gestellt worden, was ich eigentlich nicht wollte.

    Wieso hat die Versicherung Dich beitragsfrei gestellt? Hattest Du das beantragt? Warum?

    Du schreibst von Rückständen, die aufgelaufen seien. Wie kam es dazu? Du bist doch erst vor Kurzem gekündigt worden? Oder hat das Geld vorher schon nicht gereicht?

    Bekommst Du Krankengeld oder Arbeitslosengeld?

    In einer Phase, in der man krank ist und vielleicht sogar schon berufsunfähig sein (oder bald werden) könnte, macht es eigentlich keinen Sinn, eine BU-Versicherung beitragsfrei zu stellen, abzusenken oder zu kündigen.

    Hast Du Dir einmal die Bedingungen Deines Vertrags durchgelesen? Vor allem die Regelungen

    - ab wann Du eine BU-Rente bekommen kannst (zB schon ab sechs Monaten Arbeitsunfähigkeit rückwirkend? Oder nur nach ärztlicher Prognose für die Zukunft)?

    - was die aktuelle Beitragsfreistellung für Deine Versicherung genau bedeutet (Verlust aller bestehenden Ansprüche? Erhalt der Ansprüche? Falls ja, wie lange und wie umfassend bleiben Ansprüche ohne Beiträge bestehen etc. etc.)?

    - falls Du (schon) berufsunfähig bist, sieht das Regelwerk evtl. Beitragsbefreiung für die Dauer der BU vor?

    Du kannst sehr viel falsch machen, wenn Du hier einfach irgendwelche Entscheidungen fällst, ohne Dir vorher Klarheit über deren Folgen zu verschaffen.

    Hat Dein Anwalt den Vertrag schon gesehen? Was sagt er?

  • Hallo Bine2012 ,

    das klingt nach einer wirklich belastenden Situation – verständlich, dass dir gerade die Kraft für Komplexität fehlt.

    Ein paar Gedanken dazu:

    • Kläre zuerst schriftlich, warum die Versicherung dich ohne dein Einverständnis "beitragsfrei" gestellt hat. Liegt es vielleicht daran, dass du Beiträge nicht bezahlt hast? Rückstände solltest du nicht einfach stehen lassen: Das kann im schlimmsten Fall zur Kündigung des Vertrags führen!
    • Eine Herabstufung (Reduzierung) des Beitrags reduziert automatisch auch deine BU-Rente. Das wäre in deiner Situation jetzt keine gute Idee.
    • Für die Frage "Leistungsantrag stellen oder nicht" ist ein auf BU spezialisierter Fachanwalt oder Versicherungsberater die bessere Anlaufstelle als der Versicherer selbst.
    • Dein Arzt muss die Berufsunfähigkeit im Sinne der Bedingungen attestieren – bei Unsicherheit kann eine zweite ärztliche Einschätzung helfen.

    Ich würde dir raten, dich zeitnah an einen BU-Fachanwalt bzw. -Versicherungsberater zu wenden, bevor du am Vertrag etwas änderst, gerade weil die 6-Monats-Frist eine Rolle spielt.

    Alles Gute für dich!

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH
    Von Finanztip empfohlene Spezialisten für Berufsunfähigkeit und private Krankenversicherung | Angaben gem. § 11 VersVermV, § 12 FinVermV: https://schlemann.com/erstinformationen | Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Deren Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.

  • Hallo Bine, dass tut mir sehr leid. Gerade in Deiner Situation (krank geschrieben, weniger Geld, Versicherung beitragsfrei) kommen einige Dinge zusammen.

    Wie Du sagst liegt ja möglicherweise bereits ein Leistungsfall vor. Daher empfehle ich Dir dringend zu klären wie es zur Beitragsfreistellung kommen konnte und was Du tun kannst, damit Dein Versicherungsschutz erhalten bleibt.

    Gerade kündigen ist wahrscheinlich im Moment das ungünstigste Szenario, weil es (je nachdem, warum Du krankgeschrieben bist) danach vermutlich schwer bis unmöglich wird eine neue BU zu finden und weil jetzt ja bereits ein Leistungsfall vorliegen könnte.

    Meine Empfehlung: such Dir danach einen spezialisierten Versicherungsberater für Leistungsfälle.

    Guido Babinsky (Corleos), Stephan Kaiser (BU Experten Service) oder Angela Baumeister sind alle sehr kompetent. Dort gibt es eine Ersteinschätzung in der Regel kostenfrei und die restliche Vergütung lässt sich auf Erfolgsbasis vereinbaren.

    Wichtig ist, dass es im Leistungsfall nicht nur auf das medizinische ankommt, sondern wie letzte Tätigkeit und Beschwerden zueinander stehen.

    In Deiner ganzen Schilderung muss da einiges geprüft und aufbereitet werden. Da ist externe Hilfe wichtig.


    Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe dass sich das gut regeln lässt.

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