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  • Falls sich jemand zu dieser Frage SPDR oder Kommer inhaltlich äußern möchte, wäre ich sehr daran interessiert.

    Das Thema wurde hier im Forum ausführlich diskutiert. Ich persönlich halte den Kommer ETF einerseits zwar für eine gute 1-ETF-Lösung, die andererseits aber leider vom Regelwerk etwas überfrachtet und vor allem zu teuer ist. Siehe dazu auch den Blogbeitrag des aus meiner Sicht seriösen Honoraberaters Elias Huber: Gerd Kommer ETF Kritik

    Sein Fazit: "Ob der Gerd Kommer ETF sinnvoll ist, ist letztlich eine Geschmacksfrage. Aus meiner Sicht lohnt er sich jedoch nicht. Die höheren Kosten sowie günstigere Alternativen sprechen gegen ihn. Gerade den Kostennachteil von 0,3 bis 0,4 Prozent pro Jahr sollten Sie nicht unterschätzen – er summiert sich über die Jahre schnell zu erheblichen Beträgen, insbesondere bei größeren Vermögen."

    Aber der entscheidende Punkt ist ein anderer: Goldie du bist derzeit in der "Paralyse durch Analyse" Phase. Je mehr du liest und je mehr Meinungen du einholst, desto verwirrter bist du. Gleichzeitig willst du es aber nicht nur gut sondern perfekt machen. Das ist aber weder möglich noch erforderlich. Es gibt immer irgendeinen Aspekt an der gewählten Strategie oder dem gewählten Produkt/ETF der nicht perfekt ist. Sobald du es ein wenig drehst und die Perspektive wechselst hat immer ein anderes Produkt in irgendeinem Aspekt einen Vorteil gegenüber dem SPDR ETF. Wenn man aber alle diese Aspekte zusammennimmt, ist der SPDR ETF gut. Und gut ist gut genug. Es muss überhaupt nicht perfekt sein. Und gleichzeitig ist er kostengünstig, tendenziell dürfte er in den nächsten 6-18 Monaten aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks unter den ETF Anbietern sogar eher noch günstiger werden.

    Wenn du unbedingt den USA Anteil im Portfolio senken willst, gibt es gute und kostengünstige Portfolio-Lösungen aus wenigen ETFs. Diese bringen aber alle den Nachteil mit, dass sie etwas komplizierter zu verwalten sind, da es sich eben nicht mehr um einen einzigen ETF handelt. Ich persönlich würde es daher lassen.

    Wichtiger als die Frage nach dem perfekten ETF bzw. Aktien-ETF-Portfolios ist ohnehin die saubere Definition der Risikotragfähigkeit und -toleranz und die daraus abgeleitete Höhe der Aktienquote. Da wird die Rendite gemacht.

  • Die Hälte in einen Welt-ETF. Und die andere aufs Tagesgeldkonto. Wenn dann nach ein paar Wochen, Monaten die ersten Dips gelebt/überlebt worden sind, wird sich herausstellen wie es um die reale Tragfähigkeit bestellt ist. Rendite ist nicht alles.

  • Wenn dann nach ein paar Wochen, Monaten die ersten Dips gelebt/überlebt worden sind, wird sich herausstellen wie es um die reale Tragfähigkeit bestellt ist.

    GoldieEin Dip ist ein vorübergehender Kursrückgang. Den kriegst du aber gar nicht mit, wenn du es tatsächlich schaffst, das Depot Depot sein zu lassen.

  • Das Thema wurde hier im Forum ausführlich diskutiert. Ich persönlich halte den Kommer ETF einerseits zwar für eine gute 1-ETF-Lösung, die andererseits aber leider vom Regelwerk etwas überfrachtet und vor allem zu teuer ist. Siehe dazu auch den Blogbeitrag des aus meiner Sicht seriösen Honoraberaters Elias Huber: Gerd Kommer ETF Kritik

    Sein Fazit: "Ob der Gerd Kommer ETF sinnvoll ist, ist letztlich eine Geschmacksfrage. Aus meiner Sicht lohnt er sich jedoch nicht. Die höheren Kosten sowie günstigere Alternativen sprechen gegen ihn. Gerade den Kostennachteil von 0,3 bis 0,4 Prozent pro Jahr sollten Sie nicht unterschätzen – er summiert sich über die Jahre schnell zu erheblichen Beträgen, insbesondere bei größeren Vermögen."

    Bei Herrn Huber wäre ich vorsichtig. Ich hatte zunächst ebenfalls den Eindruck, dass er fachlich sehr stark sei. Mit der Zeit sind mir jedoch immer mehr fachliche Fehler aufgefallen, die teilweise erst nach Veröffentlichung der Videos schriftlich korrigiert wurden. Ein besonders eindrückliches Beispiel war seine Kritik an den LifeStrategy-Produkten von Vanguard. Er bemängelte, dass der Anleiheanteil ein zu hohes USD-Exposure aufweise. Dabei hatte er offenbar den Währungshedge nicht berücksichtigt. Das ist nur ein Beispiel von mehreren.

    Ich habe außerdem den Eindruck, dass seine Kenntnisse zum Faktor-Investing sowie zur langfristigen Rendite regional gleichgewichteter Ansätze im Vergleich zu marktkapitalisierungsgewichteten Portfolios seit den 1970er-Jahren nicht ausreichend sind. Viele andere Experten vertreten hier eine andere Auffassung und verfügen meines Erachtens über eine deutlich tiefere Expertise, etwa Nikolaus Braun, Ben Felix, Andreas Beck oder das Fuchs Family Office. Selbst Prof. Walz sieht es anders. Um nur einige zu nennen.

    Ob der OP letztlich den ACWI IMI oder den Kommer-ETF wählt, halte ich nicht für entscheidend. Wenn er, wie bereits angeklungen, durch Beimischungen breiter investieren und gleichzeitig die langfristig höchstmögliche Rendite anstreben möchte, würde ich jedoch kein Mehr-ETF-Portfolio wählen, sondern den faktorbasierten Kommer-ETF. Das ist deutlich einfacher und robuster.

    Mein Rat an den OP: Wähle eine Strategie, die zu dir passt und bilde sie dann mit einem einzigen ETF oder Fonds ab. Und zwar schnell und dauerhaft. Ob der Fonds dann 0,2%-Punkte mehr oder weniger kostet ist völlig irrelevant.

    Einmal editiert, zuletzt von St. Irving (26. Juli 2026 um 18:14)

  • Boersenfeger  britty  Micha-1  Evaluise  Saarlaender  fabioso  St. Irving

    Vielen Dank an alle für die Tips, Dips, Empfehlungen und weiter "verwirrenden" Vorschläge ^^

    Habe mittlerweile im Forum den kürzlichen Diskussionsthread zum Kommer-ETF entdeckt und gelesen. Auch gelesen habe ich den Huber-Artikel zum Kommer-ETF.

    Evaluise Ob ich es wirklich schaffe, nur alle Jubeljahre ins Depot zu gucken, weiß ich nicht. Einerseits bin ich etwas skeptisch, andererseits kann ich mir aber schon auch gut vorstellen, dass ich es schaffe. Vermutlich würde ich jedenfals 1x/Jahr reinschauen wegen Steuern etc. Oder ich packe den gesamten Freistellungsbetrag gleich ohne Befristung drauf, dann könnte ich dem jährlichen Depot-Blick ebenfalls ausfallen lassen.

    Die Wahrscheinlichkeit, es mit möglichst wenig "Einblick" durchzuhalten, verhält sich nach meiner Einschätzung umgekehrt proportional zur Konfrontation (und anschließender gedanklicher Beschäftigung) mit Börsenthemen und einschlägigen Finanzfragen: Je weniger davon, umso eher werde ich es durchhalten.
    Dann würde wahrscheinlich nur noch die Grund-Befürchtung vorhanden sein (und sich hoffentlich weder gedanklich festsetzen noch "futterlos" selbst verstärken: Dass nach 10 Jahren (fast) einblickloser Einzahlzeit die insgesamt eingezahlten 172k sich in 0,00172k verwandelt haben könnten. 8|

    britty Könnte man überlegen mit der Hälfte erstmal auf Tagesgeld. Allerdings habe ich bereits einen Notgroschen per Tagesgeld zurückgelegt. Mal sehen. Die ersten Dips würde ich wie fabioso schreibt, idealerweise auch gar nicht mitkriegen (obwohl ich trotz gegenteiliger Strategie möglicherweise "heimlich" mit einem Auge irgendwo auf einem öffentlichen Mattscheibe oder Monitor oder Zeitung mal heimlich auf die Börsenkurse etc. schielen würde, wodurch sich wiederum gedanklich ausgemalte Super-Gaus automatisch entwickeln könnten, was dann den drang verstärken würde, doch "nur ein einziges Mal" ins Depot zu schauen, um die schlimmsten Befürchtungen auszuräumen.

    Den VanEck habe ich mir jetzt nicht näher angeschaut. Würde mich glaub ich zu sehr verwirren. Ja, es wäre auch eine Überlegung wert, alle 3 Monate eine Ausschüttung erhalten (falls es gut läuft). Wäre schon ein Ansporn, um durchhalten. Dann müsste ich allerdings die Ausschüttung wieder manuell anlegen (= Blick ins Depot) oder umbuchen und ausgeben, was wiederum meinem Ziel abträglich ist, 10 Jahre alles reinzubuttern und dann langsam beginnen zu können, die Früchte meiner Arbeit zu genießen.:)

    Ja, es stimmt, meine vorherigen, länger zurückliegenden Investments waren dafür vorgesehen, möglichst schnell reich zu werden. Das wäre hier bei einem ETF nicht der Fall und würde meinen persönlichen Stress- und Belastungspegel bzw. Cortisolspiegel schon mal etwas reduzieren.

    Richtig ist auch: Eigentlich ist mir in dem SPDR (und eigentlich auch in dem Kommer noch) zu viel USA drin. Aber eine elegante Lösung - einfach, 1 einziger World-ETF, keine gedankliche Beschäftigung mit dem Depot mehr und keine Einsichtnahme ins Depot - sehe ich aufgrund der entsprechenden Infos hier im Forum nicht. Deshalb verabschiede ich mich von der Idee, den US-Anteil relevant zu reduzieren, nehme es also in Kauf.

    Außerdem ist richtig: Damals gab es das Forum nicht. Bevor ich diesmal (hoffentlich nicht) wieder einen falschen Fehler mache, schildere ich erstmal hier meine Probleme und freue mich über die zahlreichen hilfreichen Rückmeldungen. :thumbup:

  • Wäre schon ein Ansporn, um durchhalten. Dann müsste ich allerdings die Ausschüttung wieder manuell anlegen (= Blick ins Depot) oder umbuchen und ausgeben,

    Nicht unbedingt. Bei der ING z.B. kannst du einstellen, dass Ausschüttungen ab 75€ automatisch und kostenlos wieder angelegt werden. Nur ist dann natürlich der Ansporn auch wieder geringer, wenn du nichts zum Ausgeben kriegst …

  • noch) zu viel USA drin.

    Bevölkerung schrumpft in vielen Industrieländern. Wenn man davon ausgeht, das man für Wachstum Arbeitskraft und Nachfrage braucht, dann sieht es für die USA und EM besser au, als für EU. Was weiderrum für den SPDR IMI spricht - alles drin, alles dran.

  • Mich befremdet bereits das Kommen und Gehen unter unterschiedlichen Benutzernamen. Ob zulässig oder nicht.

    Früher war er immer mal wieder weg….

    Also mir ist der Namenswechsel nicht so wichtig. Kompetent für Faktoren ist er und hatte sich doch geistig schon weg von Gerd Kommer Richtung zu den „internationalen Jungs“ bewegt.

  • Lieber St. Irving , du wirst mich auch mit Heiligenschein nicht von dem Kommer-ETF überzeugen ;)

    Aber 0,2 Prozentpunkte höhere oder niedrigere Kosten sind definitiv nicht irrelevant.

    Dann solltest du unbedingt deinen Geldmarktanteil im langfristigen Portfolioteil auflösen und in Aktien-ETF umschichten. Jeder 10%-Anteil im Geldmarkt kosten 0,5-0,6% p.a. Opportunitätskosten auf Portfolioebene. Mehr als der die Gesamtkosten des Kommer-ETF. =O

    Übrigens: Wenn Kosten so wichtig sind... warum dann eigentlich den ACWI IMI? Der lässt sich doch mit Produkten von Amundi und/oder der UBS für weniger als die Hälfte abbilden? Oder ist dann doch Einfachheit wichtiger als Kosten? Oder man geht ganz raus aus Eigenkapital. Dann kostet es gar nix. Und da die Kosten sicher sind, nicht aber die (Über-)Rendite, wäre das nicht die logische Konsequenz? :/

  • Dann solltest du unbedingt deinen Geldmarktanteil im langfristigen Portfolioteil auflösen und in Aktien-ETF umschichten. Jeder 10%-Anteil im Geldmarkt kosten 0,5-0,6% Opportunitätskosten auf Portfolioebene. Mehr als der die Gesamtkosten des Kommer-ETF. =O

    Ich lasse mich auch unter neuem Namen nicht mehr auf deine wohlformulierten Ablenkungsmanöver ein. Selbstverständlich rede ich von einem in der Höhe der Aktienquote sauber anhand der Risikotoleranz und -Tragfähigkeit definierten Portfolio, und das weißt du natürlich auch. Innerhalb dieses Portfolios egal welcher Relation Aktien zu Anleihen bzw. Geldmarkt ist es eben nicht wie von dir behauptet „völlig irrelevant“, ob der gewählte Aktien-ETF 0,2 Prozentpunkte mehr oder weniger kostet. Und damit ist die Diskussion für mich hier beendet.

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