USA Anteil ausgleichen

KI-Zusammenfassung

: Soll der hohe USA-Anteil eines bereits gehaltenen MSCI ACWI gezielt gesenkt werden, ohne das Depot durch mehrere ETFs und häufiges Rebalancing unnötig kompliziert zu machen?

Soll der hohe USA-Anteil eines bereits gehaltenen MSCI ACWI gezielt gesenkt werden, ohne das Depot durch mehrere ETFs und häufiges Rebalancing unnötig kompliziert zu machen?

  • Mehrere Beiträge sehen den ACWI als breite Marktabbildung nach Marktkapitalisierung, andere halten weniger USA-, Tech- oder Einzelwertkonzentration für nachvollziehbares Risikomanagement.
  • Einige Beiträge nennen mögliche Beimischungen wie Ex-USA-, Schwellenländer- und Faktor-ETFs, weisen aber auf mehr Rebalancing und Produktprüfung hin.
  • In der Community entsteht kein belastbarer Konsens zur passenden USA-Gewichtung, die Tendenz geht bei wenig Aufwand eher zum einfachen, breit gestreuten Welt-ETF.

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  • Du machst mich neugierig, wie sieht die Gegensteuerung aus bei Dir?

    Im Vergleich zum MSCI World im Wesentlichen durch (gleichgewichtetes) Anlegen in Faktor-ETFs auf MSCI World Value, Minimum Volatility, Quality und Momentum. Das verändert bspw. die Gewichtung der MSCI World Top Ten erheblich. Dazu Small Caps und Emerging Markets in der Größenordnung des ACWI IMI. Letzterer ist überhaupt das Basisinvestment.

  • Der US-Anteil am globalen Aktienmarkt und die wirtschaftliche und geopolitische Entwicklung der vergangenen 120 Jahre in den USA ist der wohl größte Survivership Bias den es gibt.

    (nachträglich gefettet von mir)

    Als Finanz-Laie mußte ich das ("Survivership Bias" - oder "Survivorship" ... ?) nachschauen. Das sollte demnach für "Überlebenden-Verzerrung" stehen.

    Nur: 120 Jahre "überlebt" doch ohnehin und generell kein Mensch und Anleger ... ?

    Zudem: Die USA und insbesondere ihre Unternehmen sind ja (jedenfalls noch) nicht am Ende ... ?


    Für meinen Teil - als Finanz-Laie, wenn auch ein an dem Thema Finanzen Interessierter - bin ich mit der Lindy-Regel gut gefahren: "Die Wahrscheinlichkeit, daß etwas auch in Zukunft erfolgreich ist und/oder funktioniert, ist umso höher, je länger das auch schon in der Vergangenheit erfolgreich war und/oder funktioniert hatte".

    Unterlegt natürlich stets mit einem kleinen Plan B (als "Versicherung"), da Friktionen, Brüche oder eruptive Entwicklungen nie ausgeschlossen werden können. Ebenso wie Veränderungen im Grand Design (Ende des Bretton-Woods-Systems und Fiat-Money-System (70er), Experiment Einheitswährung im Fiat-Money System (Ende 90er)).


    Dir/Euch weiter ganz viel Glück mit den privaten Finanzen ... !

  • Im Vergleich zum MSCI World im Wesentlichen durch (gleichgewichtetes) Anlegen in Faktor-ETFs auf MSCI World Value, Minimum Volatility, Quality und Momentum. Das verändert bspw. die Gewichtung der MSCI World Top Ten erheblich. Dazu Small Caps und Emerging Markets in der Größenordnung des ACWI IMI. Letzterer ist überhaupt das Basisinvestment.

    Bei Momentum habe ich ein wenig Zweifel, der Rest gefällt mir gut.

  • Ich finde es erstaunlich, ja faszinierend. Da wurde uns der ETF als Idee verkauft die das Problem "Fondsmanager" eliminiert. Statt von den Launen eines mehr oder weniger unvollkommen informierten Menschen abhängig zu sein wurde nun einfach der "ganze" Markt gekauft. Und, so das Versprechen, erzielt man in der Regel eine bessere Rendite als der arme Fondsmanager.

    Und nun wollen wir alle selber zum kleinen, noch schlechter informierten, dafür aber noch launischeren Fondsmanager werden?

  • Ich finde es erstaunlich, ja faszinierend. Da wurde uns der ETF als Idee verkauft die das Problem "Fondsmanager" eliminiert. Statt von den Launen eines mehr oder weniger unvollkommen informierten Menschen abhängig zu sein wurde nun einfach der "ganze" Markt gekauft.

    Ich wundere mich auch darüber. Aber ich versteh das schon. Man ist doch derzeit sehr abhängig von der US-Dominanz, würde behaupten, fast egal wie man weltweit investiert. Sollte das Modell kippen, bekommt die Weltwirtschaft Probleme, damit auch unsere ETFs, egal ob World, ACWI oder plus IMI. Denke, dass ist eines der Riisiken, die man trägt, sonst lieber Tagesgeld.

  • Ich finde es erstaunlich, ja faszinierend. Da wurde uns der ETF als Idee verkauft die das Problem "Fondsmanager" eliminiert. Statt von den Launen eines mehr oder weniger unvollkommen informierten Menschen abhängig zu sein wurde nun einfach der "ganze" Markt gekauft. Und, so das Versprechen, erzielt man in der Regel eine bessere Rendite als der arme Fondsmanager.

    Und nun wollen wir alle selber zum kleinen, noch schlechter informierten, dafür aber noch launischeren Fondsmanager werden?

    Es gibt einen relevanten Unterschied zwischen einer Rendite-Prognose ("ich denke, die USA werden underperformen") und einem Risikomanagement-Argument ("mir ist eine Position von X% in 5-6 Einzelwerten zu konzentriert").

    DAS Konzentrationsrisiko zu begrenzen ist nicht dasselbe wie Markttiming. Zudem ist in es umstritten, ob reine Kapitalgewichtung wirklich "neutral" ist. Warum ? Sie hat selbst eine eingebaute Tendenz, theoretisch und praktisch überbewertete/gehypte Titel automatisch stärker zu gewichten (ein Momentum-Bias), was kein naturgegebenes Naturgesetz ist, sondern eine Modellentscheidung.

    Wenn jemand zum Beispiel sieht, dass ein Europa-ETF aufgrund der Marktkapitalisierung einen sehr hohen Anteil an nur zwei (!) Firmen hat (das waren mal ASML und SAP), kann er/sie das aus Risikogründen ändern.

    Du schreibst das ganz witzig, hast aber unrecht, wenn du das mit launisch und uninformiert gleichsetzt. Eine Konzentrationsrisiko-Begrenzung ist in der Portfoliotheorie ein eigenständiges, legitimes Argument und zwar total unabhängig von Renditeerwartungen. Die eigentliche Streitfrage in der Wissenschaft ist eher, ob Kapitalgewichtung selbst schon eine (unbewusste) Wette ist und nicht, ob eine Abweichung davon per se irrational ist.

    Ein schönes Beispiel ist die Entwicklung des von MSCI „festgesetzten“ Index auf die „Emerging Markets.“ Derist eigentlich völlig willkürlich und hat inzwischen eine extreme Konzentration auf nur drei Werte.

  • ...

    Und nun wollen wir alle selber zum kleinen, noch schlechter informierten, dafür aber noch launischeren Fondsmanager werden?

    Nicht doch! Wir sind natürlich viel besser informiert.

  • ...

    DAS Konzentrationsrisiko zu begrenzen ist nicht dasselbe wie Markttiming. Zudem ist in es umstritten, ob reine Kapitalgewichtung wirklich "neutral" ist. Warum ? Sie hat selbst eine eingebaute Tendenz, theoretisch und praktisch überbewertete/gehypte Titel automatisch stärker zu gewichten (ein Momentum-Bias), was kein naturgegebenes Naturgesetz ist, sondern eine Modellentscheidung.

    Das stimmt aber nur, wenn man an Überbewertungen und Blasen glaubt (oder gleich an Gespenster).

  • Das stimmt aber nur, wenn man an Überbewertungen und Blasen glaubt (oder gleich an Gespenster).

    Du meinst, so wie eine Europäische Zentralbank (EZB), die beispielsweise in der jüngeren Vergangenheit diverse Male (um nicht zu sagen mantraartig) vor einer Immobilienblase in der EU und insbesondere im Euroraum gewarnt hatte ...?

    ^^


    Meine damalige Empfehlung an mehrere EZB-Mitarbeiter: Die EZB könnte mal eine Kommission oder zumindest einen Arbeitskreis ins Leben rufen, um die Ursachen für die Immobilienblase (Überbewertungen von Immobilien) zu ergründen ...

    :)


    PS: Diese offizielles Organ der Europäischen Union (sprich die "Behörde" EZB), weiß zudem ja auch auf den Basispunkt genau, wann die Spreads auf Staatsanleihen der Euro-Mitgliedsländer noch "fundamental gerechtfertigt" sind - und ab wann es sich um "irrationale Übertreibungen" der Märkte handelt (zumindest was ganz Ähnliches wie Blasen), bei denen sich dann die EZB zum Eingreifen gezwungen sieht ...

  • Ich finde es erstaunlich, ja faszinierend. Da wurde uns der ETF als Idee verkauft die das Problem "Fondsmanager" eliminiert. Statt von den Launen eines mehr oder weniger unvollkommen informierten Menschen abhängig zu sein wurde nun einfach der "ganze" Markt gekauft. Und, so das Versprechen, erzielt man in der Regel eine bessere Rendite als der arme Fondsmanager.

    Und nun wollen wir alle selber zum kleinen, noch schlechter informierten, dafür aber noch launischeren Fondsmanager werden?

    Mit dem Argument dürfte es ja nur einen ETF auf einen Index geben und das wäre der einzig Wahre.

    Die Welt ist halt komplex und zudem konstruiert …

  • Es gibt ja schon gute Gründe dafür das ein Klumpen zu groß wird. Das ein Index der derzeit "gesetzt" nicht der optimale Weg ist, ist auch ziemlich sicher richtig, wenn man die endlosen Kombinationen bedenkt die man herstellen kann.

    Ich verstehe den Ansatz sich weiter diversifizieren zu wollen und mache das selber. Ich machte es selbst sogar noch dämlicher, nämlich nicht über x verschiedene Breite "Branchen etfs" sondern über Einzelaktien. Bin jetzt bei Neuinvestitionen auf einen etf runter, da ich es eh nicht besser kann und die Vergangenheit zeigt das ich permanent unterperformt habe im Schnitt.

    Aber wenn man den Index selbst egal wie zusammenstellt, hat man wie Micha-1 sagt, nichts anderes als ein aktives Fondmanagment. Ob ich mir jetzt 15000 einzelaktien anlache oder 6 verschiedene etf, um die einzelnen Aktien, Branchen und wirtschaftszonen nach meinem Gefühl abzubilden ist letztendlich ziemlich egal. Das einzige was sich ändert ist der Aufwand von 'nahezu unmöglich' auf 'anspruchsvoll' runterzuregeln.

    Auch ist die Frage, warum ist jetzt der Zeitpunkt für ein senken des USA Anteils gekommen ist. War das von denen die es betreiben von vorne rein so festgelegt? Also max x% ein Land im Portfolio? Wenn die Überlegung erst jetzt kommt, wäre es nicht wieder Markettiming?

    Die Frage wäre ja was passiert wenn z.b. die USA morgen insolvent geht. Was passiert mit dem Portfolio? Wann wird rebalanced? Wartet ihr bis Ende des Jahres weil ihr das immer so macht, oder macht es die Wucht auf einmal nötig früher einzugreifen? Oder doch erstmal nichts tun und sogar erst später rebalancen? Wäre das kein Markettiming?

    Ich denke das erfahrene Börsenhaudegen das schon so machen können. Aber gerade für Leute die unerfahren sind und auch nicht übermäßig viel Aufwand betreiben wollen, wäre ein möglichst breiter etf das einzige Empfehlbare. Alles andere würde eher dazu führen einzugreifen als stumpf laufen zu lassen. Einzig gelten lassen würde ich für Anfänger andere Ansätze wie Arero, Rafi, Kommer oder sonstige völlig anders gewichteten Einzeletf.

  • Mit dem Argument dürfte es ja nur einen ETF auf einen Index geben und das wäre der einzig Wahre....

    Nein! Mit dem Argument ist es für Menschen ohne Insiderwissen nicht sinnvoll, anders als nach Marktkapitalisierung anzulegen, auch dann nicht wenn er im Rückblick Glück gehabt haben mag.

    Erlaubt ist es aber. Dummheit ist eben erlaubt. Damit verdient die Finanzindustrie ihr Geld.


    Du meinst, so wie eine Europäische Zentralbank (EZB), die beispielsweise in der jüngeren Vergangenheit diverse Male (um nicht zu sagen mantraartig) vor einer Immobilienblase in der EU und insbesondere im Euroraum gewarnt hatte ...?

    ^^...

    Genau das meine ich!

  • Ich denke das erfahrene Börsenhaudegen das schon so machen können.

    Ich hatte früher ein vom Wealth Management geführtes Investmentfont-Depot, das fiel vielleicht etwas weniger stark im Corona-Crash, kam danach aber auch nicht mehr aus dem Knick, wo ein Welt-Index längst seinen alten Stand überschritten hatte.

    Zeigte mir, dass Profis das auch nicht können.

    Daher einfach breit streuen, und gut is. Nach Marktkapitalisierung ist dann wohl auch das einfachste.

  • In diesem Thread ging es aber nun einmal um Aktien und die Frage, wie man die "richtig" gewichtet. Du zündest einfach nur Nebelkerzen, indem Du plötzlich Luxusuhren und Briefmarkensammlungen ins spiel bringst.

    Das ist eine falsche Analogie. Das Hauptargument für einen marktkapitalisierungsgewichteten Ansatz ist meistens, dass man den Durchschnitt aller Anleger abbilden möchte und die aktuelle Gewichtung deshalb als sinnvoll bzw. „richtig“ betrachtet, weil die Mehrheit der Anleger sich genau so entschieden hat.

    Nur: Das funktioniert als Argument eben nur, wenn man tatsächlich den gesamten Markt betrachtet. Wer sich auf dieses Argument beruft, muss konsequenterweise das Marktportfolio als Benchmark nehmen. Und das umfasst eben alle Assets, nicht nur die börsennotierten Aktien.

    Andernfalls könnte man genauso gut einfach den FTSE Europe als „den Markt“ definieren und auf Kritik antworten: „Wir reden hier aber über den FTSE Europe und nicht über Aktien außerhalb Europas.“ Damit hätte man zwar den betrachteten Markt künstlich eingegrenzt, aber noch lange nicht begründet, warum genau dieser Ausschnitt der relevante Markt sein soll.

    Genau darin liegt für mich der Denkfehler: Man kann nicht einerseits argumentieren, dass die Marktkapitalisierung die beste Gewichtung sei, weil sie die kollektive Entscheidung aller Marktteilnehmer widerspiegelt und andererseits selbst definieren, welche Assets überhaupt zum „Markt“ gehören. Entweder man nimmt das gesamte Marktportfolio als Referenz oder man trifft eine eigene Auswahl und muss diese auch entsprechend begründen.

    Ich finde den Heiligenschein, der einem marktkapitalisierungsgewichteten Ansatz in diesem Forum aufgesetzt wird, ehrlich gesagt etwas bedenklich. Die MSCI-Daten seit 1970 zeigen ziemlich deutlich, dass dieser Ansatz keineswegs ideal war. Weder hinsichtlich der Rendite noch des Risikos.

  • Daher einfach breit streuen, und gut is. Nach Marktkapitalisierung ist dann wohl auch das einfachste.

    Zumindest ist streuen nach Marktkapitalisierung das günstigste. Ob es dann schlussendlich auch das renditetechnisch beste Ergebnis liefert kann niemand vorhersehen.
    Das hängt mindestens genau so viel vom optimalen Anlagezeitraum (Glück) ab wie von der Art und Weise des Investments (Einmalanlage/Sparplan).

  • Daher einfach breit streuen, und gut is. Nach Marktkapitalisierung ist dann wohl auch das einfachste.

    Ich denke nicht, dass es besonders schwer ist eine andere WKN einzugeben. ;)

    Sein Portfolio anders zu gewichten, kann Vorteil haben. 75% der Fonds von Dimensional z.B. haben ihre marktkapitalisierenden Benchmarks geschlagen. Ob das Zufall war?:/

    Das wollen viele hier im Forum nicht wahrhaben: Marktkapitalisierende Fonds haben auch Nachteile. Und sind gar nicht so günstig… =O

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    Für die Finanz-Nerds: Diesen Film (s.u.) kann ich sehr empfehlen. Bringt garantiert mehr als hier im Forum ,,Groundhog Day" zu spielen. ;)

    https://www.dimensional.com/film

  • Sein Portfolio anders zu gewichten, kann Vorteil haben. 75% der Fonds von Dimensional z.B. haben ihre marktkapitalisierenden Benchmarks geschlagen. Ob das Zufall war?:/

    Nein. Evtl. einfach nur ein optimaler Zeitraum für die Anlagestrategie des Fonds.
    In den letzten 15 Jahren hat es dieser Dimensional-Fonds auf jedem Fall nicht geschafft einen MSCI World oder einen MSCI ACWI zu schlagen:
    https://www.fondsweb.com/de/vergleichen…66,IE00B4L5Y983

    Es bestreitet doch auch niemand ernsthaft, dass es auch Vorteile haben kann von der reinen Marktkapitalisierung abzuweichen. Es kann aber eben genau so gut Nachteile haben das zu tun.

    BTW: Mit 69% US-Anteil nutzt der Dimensional Global Core wohl kaum dazu den US Anteil zu senken. ;)

  • Nein. Evtl. einfach nur ein optimaler Zeitraum für die Anlagestrategie des Fonds.

    Über 40 Jahre? Und über 50 Fonds Suvivorship Bias bereinigt? Basierend auf 80 Jahre Daten davor? Was für ein Zufall. :D

    Zitat von monstermania

    In den letzten 15 Jahren hat es dieser Dimensional-Fonds auf jedem Fall nicht geschafft einen MSCI World oder einen MSCI ACWI zu schlagen:

    Gab es das nicht auch schon mal beim MSCI World im Vergleich zum Sparbuch bei der Sparkasse? ;)

    Übrigens: Trotz internem Steuernachteil beim Dimensional-Fonds war die Performance gar nicht so schlecht mit Value- und SC tilt.

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