MSCI World und der US-Dollar als Leitwährung

  • In der Ausgabe 2/2026 der Stiftung Warentest Finanzen steht, dass im MSCI World zu dreiviertel amerikanische Aktien, die auf Dollar lauten, enthalten sind.
    Nun hat die Staatsverschuldung der USA inzwischen gigantische Ausmaße angenommen und wird mit Sicherheit auch weiter steigen, selbst wenn der orangene Kasper nicht mehr Präsident sein sollte. Die USA leben seit langem deutlich über ihre Verhältnisse und das Risiko eines Staatsbankrotts halte ich nicht für ausgeschlossen. Mir ist es unverständlich, dass der US-Dollar immer noch die Leitwährung ist. Im Hinblick darauf, dass der MSCI World so viel im US-Dollar investiert ist, überlege ich mein Investment in den MSCI World drastisch zu reduzieren und umzuschwenken auf einen Welt ETF, der deutlich weniger US Aktien enthält (wenn das überhaupt existiert).

    Ich hätte gern eine fundierte Einschätzung, ob ich mit diesen Annahmen richtig liege und welcher alternative ETF sich anbieten würde. Vielen Dank.

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  • überlege ich mein Investment in den MSCI World drastisch zu reduzieren und umzuschwenken auf einen Welt ETF, der deutlich weniger US Aktien enthält (wenn das überhaupt existiert).

    Es gibt den MSCI World Ex USA zB IE0006WW1TQ4

    Ich hätte gern eine fundierte Einschätzung, ob ich mit diesen Annahmen richtig liege

    Tja, das ist die krux. Ob du wirklich richtig stehst, siehst du wenn das Licht angeht...

  • Es ist ja nicht so, dass der MSCI World aus Gutdünken so stark in US-Unternehmen investiert ist. Das passiert, weil viele dieser Unternehmen ein solches Gewicht in der weltweiten Wirtschaft haben.
    Nur um mal die Zahlen zu veranschaulichen: Allein das Unternehmen nVidia ist an der Börse mehr Wert als alle 40 DAX Konzerne in Deutschland!
    Wahnsinn!? Ja, das mag man so sehen. Dafür macht nVidia allein aber auch mehr Gewinn als alle 40 DAX-Konzerne zusammen (Wohlgemerkt geht es um den Gewinn nicht um den Umsatz).

    Und das sieht mit anderen großen US-Playern auch nicht anders aus. In den letzten fast 20 Jahren wäre es auf jedem Fall keine gute Idee gewesen gegen die US-Wirtschaft zu wetten. Ob das dann in den nächsten 20 Jahren so weiter geht? Das wird allein die Zukunft zeigen.

    Ich hätte gern eine fundierte Einschätzung, ob ich mit diesen Annahmen richtig liege und welcher alternative ETF sich anbieten würde. Vielen Dank.

    Keine Ahnung. Die einen Experten sagen so, die anderen Experten sagen etwas anderes. Du musst Dir schon Deine eigene Meinung bilden.

    Es gibt diverse Ex-USA ETF (MSCI World ex USA). Damit kann man gezielt die Investitionen in die US-Börse reduzieren.
    Es gibt auch einen FTSE All World ex USA-ETF.
    Ob das eine gute Idee ist? Frag nochmal in 5, 10 oder 20 Jahren nach. Dann kann ich Dir sagen, ob es eine gute Idee war. :/


  • Da gerade die Schwergewichte ihre Umsätze weltweit machen relativiert sich so einiges. Seit die USA die stärkste Nation im MSCI World sind, haben sie dort für den Großteil der Gewinne gesorgt, die Umsätze wurden in allen möglichen Währungen erwirtschaftet. Wie sich das ganze entwickelt, kann niemand vorhersagen, daher werden wir mit dem für und wider noch lange leben müssen.

  • Ich hätte gern eine fundierte Einschätzung, ob ich mit diesen Annahmen richtig liege und welcher alternative ETF sich anbieten würde. Vielen Dank.

    Dieses Thema zieht sich seit vielen Jahren durch die Finanzforen wie ein Kaugummi, und was ich zumindest immer lese kommt man oft zu diesen drei Ergebnissen:

    Keine USA, mit einem Ex USA ETF,

    weniger USA um die 50%, mit Beimischung Ex USA ETF

    oder noch mehr USA, S&P500

    Ich gehöre zur letzteren Kategorie und 2022 hatte sich daher zu meinem Welt ETF noch ein S&P 500 dazu gesellt, ich bin sehr zufrieden. Warren Buffet sagte mal, Wette nie gegen die USA.

    Und so halte ich das auch, alle wollen US Produkte von A wie Apple bis Z wie Zippo, aber im Depot möchte man die USA verringern, meiden. Ob das eine Gute Idee ist, da halte ich es so wie schon oben geschrieben, in 20 Jahren wissen wir mehr. :sleeping:

  • https://www.justetf.com/de/etf-compari…in=IE000R4ZNTN3

    Wenn man sich mal einen World und einen World Ex USA gegenüber stellt, kann man für die vergangene Zeit zumindest durchaus sehen: Völlig voneinander bzw. von amerikanischen Einflüssen (die haben ja netterweise gerade einen Präsidenten, der das an und an mal testet) befreit laufen die jedenfalls nicht.

    Dazu kommt: Wenn man die einen Schwergewichte rauswirft, bilden sich halt auch direkt neue. 20% Japan oder 30% Finanzsektor kann so, oder auch mal so...

  • In der Ausgabe 2/2026 der Stiftung Warentest Finanzen steht, dass im MSCI World zu dreiviertel amerikanische Aktien, die auf Dollar lauten, enthalten sind.
    Nun hat die Staatsverschuldung der USA inzwischen gigantische Ausmaße angenommen und wird mit Sicherheit auch weiter steigen, selbst wenn der orangene Kasper nicht mehr Präsident sein sollte. Die USA leben seit langem deutlich über ihre Verhältnisse und das Risiko eines Staatsbankrotts halte ich nicht für ausgeschlossen. Mir ist es unverständlich, dass der US-Dollar immer noch die Leitwährung ist. Im Hinblick darauf, dass der MSCI World so viel im US-Dollar investiert ist, überlege ich mein Investment in den MSCI World drastisch zu reduzieren und umzuschwenken auf einen Welt ETF, der deutlich weniger US Aktien enthält (wenn das überhaupt existiert).

    Ich hätte gern eine fundierte Einschätzung, ob ich mit diesen Annahmen richtig liege und welcher alternative ETF sich anbieten würde. Vielen Dank.

    Mitunter liest man, dass jemand einen weltweiten ETF kaufen möchte, der in Euro notiert wird und nicht in US-Dollar.
    Dieser Wunsch ist abwegig, denn die Wertentwicklung in dem Euro-ETF wird auch von der Entwicklung der täglichen Devisenkurse beeinflusst.
    Alle ETFs haben Wertpapiere im Bestand, die an der jeweiligen Heimatbörse im Land X und in der jeweiligen Währungen dieses Landes notiert werden. Eine Umrechnung zum Euro findet täglich zu den Kursen an den Heimatbörsen und den aktuellen Devisenkursen statt.

    Wenn du Angst hast, dass der Dollar aufgrund der hohen Staatsverschuldung "zusammenklappen" könnte und gegenüber anderen Währungen seinen Wert verliert, dann darfst du ausschließlich in ETFs investieren, deren Aktien keinerlei US-Bezug haben, also weder in US Aktien oder in Aktien, deren Heimatbörse USA ist. Ebenfalls fallen alle Aktien von Unternehmen aus, die ein (überproportionales) US-Geschäft betreiben.

    Eine andere Sache ist der MSCI World - das ist ein Aktienindex, der einen ganz starken US-Anteil hat. Das kann man nun gut findet oder eben nicht. Wenn ich diesen US Anteil nicht haben möchte, dann kann/muss ich mich für andere Regionen entscheiden, z.B. MSCI World ex USA, einen MSCI Emerging Market oder vielleicht auch nur einen europäischen Index.

    Ob diese Einschränkung dann wiederum gut ist, möchte ich jetzt nicht kommentieren.

  • Es gibt auch World-ETF jenseits der großen Indizes. Mit weniger USA und weniger Technik, dafür mehr UK, Japan und Finanzdienstleister on top.

    Börse online hat diesen als ETF des Monats (ist auch schon länger in meinem Depot):

    https://www.justetf.com/de/etf-profile…NQ02#uebersicht

    Ja…der RAFI ist interessant.

    Siehe auch diesen Thread

    Tomarcy
    2. Februar 2026 um 19:04
  • Wer glaubt er kann sich von der Weltwirtschaft entkoppeln, der wird eine Enttäuschung erleben.

    Die Anleihen der USA liegen wie blei in den Regalen, die Rendite steigt. Und damit die Finanzierung Kosten. Das bleibt nicht auf die USA beschränkt. Niedrig Zins ist vorbei.

    Und wenn ich in 1-2 Jahren wieder 6% auf eine relativ sichere Kapitalanlage erhalte, dann werden sich viele fragen ob man für das Risiko am Aktienmarkt noch richtig entlohnt wird.

    Und das alles wird nicht auf die USA beschränkt bleiben. Daher ist es vollkommen egal ob du nun ex oder nicht ex USA investierst.

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