Gold ETC oder Gold Physisch?

  • Hallo Forum-Community!

    Zuallererst hoffe ich, dass es euch gut geht, und schon mal im Voraus vielen Dank, falls ihr euch das hier alles durchlesen wollt.

    Neulich habe ich ein Buch von {xxx} gelesen: {Buchautor und -titel vom Mod wegen potenzieller Werbung gelöscht} In dem Buch geht es darum, wieso physisches Gold während Krisen (falls es mal zu einer kommen sollte) so wertvoll ist. Das Buch empfiehlt explizit, physisches Gold zu kaufen, auf das man generell leicht zugreifen kann. Das heißt also entweder bei sich zu Hause in kleinen Mengen oder bei Privatbanken, da diese ausserhalb des staatlichen Systems sind und der Staat diese nicht konfiszieren könnte.

    Meine Situation ist jedoch die, dass ich nicht genug Geld habe, um grosse Mengen physischen Goldes zu kaufen und dieses auch zu verwalten. Als Beispiel: 10 Gramm kosten im Verhältnis zu 1 kg viel mehr, manchmal bis zu 20 %. Jetzt ist die Frage: Was würdet ihr an meiner Stelle machen?

    Ich habe mir schon überlegt, das Geld, also die 10 % vom Portfolio, in Aktien (S&P 500 oder FTSE All-World) zu investieren, um danach, sobald ich genug Geld habe, um grössere Mengen Gold zu kaufen, diese ETFs wieder zu verkaufen und davon physisches Gold zu kaufen.

    Ein anderer Gedanke wäre es, ein ETC wie beispielsweise Invesco Physical Gold zu kaufen, wobei jedes ETC durch physisches Gold hinterlegt wird. Jedoch ist es auch hier in einer Krise nicht garantiert, dass man an das Gold herankommt. Was für mich den ganzen Sinn und Zweck, Gold zu besitzen, zunichtemacht.

    Ich würde gerne eure Meinungen dazu hören.

    Nochmals vielen Dank für jede Antwort. Ich werde versuchen, zeitnah zu antworten.

    LG
    Julian

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  • Kater.Ka 4. November 2026 um 20:03

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Wenn das Schiff unter geht habe ich lieber das Rettungsboot als den Berechtigungsschein auf das Rettungsboot.

  • Also….Gerd Kommer rät immer von Gold zu Hause ab, wenn man kein Single ist.

    Das Interview und auch die Erläuterungen sind nachzulesen.
    Da muss kein Buch gekauft werden. In guten Stadtbibliotheken zu entleihen.

    Gold ist nie gut auf der Flucht…Es hat nur Sinn, sich wieder eibe Existenz aufzubauen.

    Und ….viele „nette“ Leute wollen im Krisenfall dein Gold haben..

  • Hast du denn auch schon die Werkzeuge besorgt, die du brauchst, um dein Gold gegen Brot einzutauschen?

    Nein. Ich würde Gold in physischer Form bevorzugen anstatt eines ETCs. Und das physische Gold beispielsweise bei einer Bank verwahren.

    Meine Aussage hatte nichts mit irgendwelchen gesellschaftlichen Verwerfungen zu tun.

  • Nein. Ich würde Gold in physischer Form bevorzugen anstatt eines ETCs. Und das physische Gold beispielsweise bei einer Bank verwahren.

    Meine Aussage hatte nichts mit irgendwelchen gesellschaftlichen Verwerfungen zu tun.

    Ah, ich dachte, das mit der Rettung sei tatsächlich auf eine Krise bezogen.

    Und worin besteht dann der Vorteil gegenüber dem Bezugsschein?

  • Wenn das Schiff unter geht habe ich lieber das Rettungsboot als den Berechtigungsschein auf das Rettungsboot.

    :thumbup:

    Oder auch:

    Physisches Gold sowohl im Eigentum als auch im Besitz (Zugriffsmöglichkeit) ist etwas anderes (in praxi aber auch de jure) als ein Lieferanspruch bzw. Auslieferungsanspruch auf Gold.

    "If you don`t hold it, you don`t own it"

    Spätestens seit 2010 ff gehört bei dem Thema - jedenfalls für mich - auch zwingend dazu:

    Verwahrung (zumindest teilweise) nicht nur an einem möglichst sicheren Ort - sondern auch in einer möglichst rechtssicheren Region (sprich in einer Jurisdiktion außerhalb der Eurozone).

    Wohlwissend, daß in dem Bereich der "privaten Finanzen" keine absoluten Sicherheiten existieren, außer der Inflation, den Steuern und den mit jedem Investment/jeder Versicherung verbundenen Kosten/Gebühren.

    Wobei ich - ganz persönlich - physisches Gold (so wie auch physisches Silber) noch nie als "Investment" gesehen habe, sondern stets unter meine (sehr wenigen aber unverzichtbaren) "Versicherungen" subsumiert habe.


    Ansonsten halt, wie stets

    "Paragraph Eins - jeder macht Seins"

  • Ah, ich dachte, das mit der Rettung sei tatsächlich auf eine Krise bezogen.

    Und worin besteht dann der Vorteil gegenüber dem Bezugsschein?

    Bitte entschuldige wenn es falsch rüber gekommen ist. Ich würde auch nicht daran glauben, dass in einer Krise das Szenario realistisch ist mit Gold Brot etc zu kaufen. Da ist anderes wichtiger.

    Vorteile für physisches Gold sehe ich zum Beispiel darin, dass ich kein Emittentenrisiko habe. Das Gold besitze ich eben physisch. Es ist keine Bank oder Broker etc dazwischen geschaltet.

    Und es besteht/bestand (??) zumindest die Möglichkeit es teilweise anonym zu erwerben (Stichwort Tafelgeschäft). M.E. noch möglich bis 2.000 Euro was bedeutet dass man nur Gold in kleineren Stückelungen unter 1 Unze noch anonym erwerben kann.

    Aber auch ETCs können Vorteile haben.

    Prof. Hartmut Walz meinte in einem Podcast mal, dass er beide Varianten hat.

  • Prof. Hartmut Walz meinte in einem Podcast mal, dass er beide Varianten hat.

    Von dem stammt doch auch der Vergleich mit dem Rettungsboot. ( JulianFinance Schau mal hier, da gibt es einige Anregungen).

    Vorteile für physisches Gold sehe ich zum Beispiel darin, dass ich kein Emittentenrisiko habe. Das Gold besitze ich eben physisch. Es ist keine Bank oder Broker etc dazwischen geschaltet. (…)

    Aber auch ETCs können Vorteile haben.

    Etwa den, dass ich den Bezugschein aufs Rettungsboot einfach ins Depot legen kann. Und da liegt es auch nicht viel weniger sicher als zu Hause oder bei der Sparkasse KölnBonn :)

  • Von dem stammt doch auch der Vergleich mit dem Rettungsboot. ( JulianFinance Schau mal hier, da gibt es einige Anregungen).

    Etwa den, dass ich den Bezugschein aufs Rettungsboot einfach ins Depot legen kann. Und da liegt es auch nicht viel weniger sicher als zu Hause oder bei der Sparkasse KölnBonn :)

    Die Sparkassen wäre jetzt auch nicht meine erste Anlaufstelle gewesen. Die jüngste Vergangenheit lässt grüßen 😉

  • Meine Situation ist jedoch die, dass ich nicht genug Geld habe, um grosse Mengen physischen Goldes zu kaufen und dieses auch zu verwalten.

    Dann solltest du auch die Konsequenzen daraus ziehen. Meine Überzeugung ist, dass Gold, in welcher Form auch immer, erst für Vermögen über 1 Millionen relevant ist.

  • Das Buch empfiehlt explizit, physisches Gold zu kaufen, auf das man generell leicht zugreifen kann. Das heißt also entweder bei sich zu Hause in kleinen Mengen oder bei Privatbanken, da diese ausserhalb des staatlichen Systems sind und der Staat diese nicht konfiszieren könnte.

    Es ist egal, wo du in Deutschland Gold in einem Schließfach lagerst, ob bei der Sparkasse, einer Privatbank oder einem privaten Dienstleister. Der Staat kann jederzeit Zugriff auf dieses Schließfach nehmen. Auch wenn während einer Finanzkrise die Banken geschlossen sein sollten, kommst du nicht an dein Schließfach. Gold in einem solchen Schließfach in Deutschland aufzubewahren, ist eine der schlechtesten Lösungen.

    Kleinere Mengen kannst du zu Hause aufbewahren. Die sind in den meisten Hausratversicherungen mit abgedeckt. Größere Mengen, ab dem sechsstelligen Eurobereich, bewahrt man am besten, wie von Sovereign schon erwähnt, "außerhalb der EU-Jurisdiktion" auf. Übersetzt bedeutet das: z.B. in einem Schließfach bei einer Schweizer Bank.

    Meine Situation ist jedoch die, dass ich nicht genug Geld habe, um grosse Mengen physischen Goldes zu kaufen und dieses auch zu verwalten. Als Beispiel: 10 Gramm kosten im Verhältnis zu 1 kg viel mehr, manchmal bis zu 20 %. Jetzt ist die Frage: Was würdet ihr an meiner Stelle machen?

    Das Optimum zwischen Preis pro Unze und Handhabbarkeit liegt bei 1 Unze, die aktuell um die 3700 EUR kostet. Ein 1 kg Barren kostet ca. 116.000 EUR, da ist die 1oz Münze nur ca. 3% teurer im Preis pro Unze. Höher als 1 oz ist auch nicht sinnvoll, da hier zu viel Kapital in einem Stück steckt. Das macht es dann schwieriger für Teilverkäufe. Ich würde übrigens immer zu Münzen raten, da diese deutlich kompakter aufzubewahren sind als die geblisterten Barren. Wenn dir 1 oz zu teuer ist, dann würde ich auf halbe oder viertel Unzen gehen. Alle bekannten Anlagemünzen gibt es in dieser Größe.

    Ein anderer Gedanke wäre es, ein ETC wie beispielsweise Invesco Physical Gold zu kaufen, wobei jedes ETC durch physisches Gold hinterlegt wird. Jedoch ist es auch hier in einer Krise nicht garantiert, dass man an das Gold herankommt. Was für mich den ganzen Sinn und Zweck, Gold zu besitzen, zunichtemacht.

    ETCs sind dann sinnvoll, wenn man auf Kurssteigerungen spekuliert. Die kann man mit einem Klick schnell kaufen oder verkaufen, bei physischem Gold muss man dafür immer zwischen einem und drei Tagen rechnen. Wer Gold als Versicherung für Krisenfälle ansieht, muss es physisch erwerben. Denn in der Krise wirst du garantiert deine ETCs nicht verkaufen können. Da ist es egal, ob die mit physischem Gold hinterlegt sind.

    Und noch etwas: hier ist immer wieder zu lesen, dass Gold in der Krise keinen Nutzen hätte, da man für ein Brot etwas vom Barren abfeilen müsste. Das ist in gewisser Weise sogar richtig, denn Gold ist für die Zeit nach der Krise.

  • Es ist egal, wo du in Deutschland Gold in einem Schließfach lagerst, ob bei der Sparkasse, einer Privatbank oder einem privaten Dienstleister. Der Staat kann jederzeit Zugriff auf dieses Schließfach nehmen. Auch wenn während einer Finanzkrise die Banken geschlossen sein sollten, kommst du nicht an dein Schließfach. Gold in einem solchen Schließfach in Deutschland aufzubewahren, ist eine der schlechtesten Lösungen.

    :thumbup:

    Siehe beispielsweise hier:

    Es ist m. E. sinnfrei wegen (u. a.) Zweifel und/oder fehlendem Vertrauen in die Politik und Geldpolitik eine Währung betreffend Gold zu kaufen, wenn der private Besitz eben diesem Staat (den man bezüglich des Umgangs mit der Währung skeptisch sieht oder dem man sogar diesbezüglich mißtraut) zwangsweise mitgeteilt werden muß. Wie die Finanz- und Währungsgeschichte zeigt: Private Goldbesitzverbote inkl. Konfiskationen gab es nämlich recht viele. Auch wenn die Menschen dann alles daran gesetzt haben (trotz hohen Strafandrohungen) sich dem zu entziehen.

    In dem Kontext

    Ich würde übrigens immer zu Münzen raten, da diese deutlich kompakter aufzubewahren sind als die geblisterten Barren.

    Es ist zudem deutlich weniger lohnenswert (da viel aufwändiger die Kosten/Nutzen Ratio betreffend) zu versuchen (kleinere) Münzen (gilt insbesondere für sog. Handelsgold wie Schweizer Vrenelis, britische Sovereigns, deutsche 10 und 20 historische Goldmark; mit zudem günstigem Spread in Bezug zum Spotpreis) zu fälschen im Vergleich zu (größeren) Barren.

    Andere Regel können für strategisch gehaltenes Gold gelten (nicht selten aus generationsübergreifenden Überlegungen; Stichwort: Investmentbarren mit 400 Unzen bzw. 12,5 kg und LBMA-Zertifizierung).

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