Tipps & Tricks

So vermeidest Du Ärger mit diesen 4 Ver­si­che­rungen

Mit bestimmten Ver­si­che­rungen (z. B. Kfz und Rechtsschutz) gibt es laut einer aktuellen Statistik besonders oft Ärger. Häufig kannst Du Streit mit Deinem Versicherer aber einfach vermeiden. Wir sagen Dir wie.

Henriette Neubert
Finanztip-Expertin für Ver­si­che­rungen

Bei Streit mit Deiner Ver­si­che­rung gibt es einen Weg, den Du kennen solltest: den über die Ver­si­che­rungsombudsfrau. Das ist eine außergerichtliche Schlichtungsstelle, die Beschwerden von Kundinnen und Kunden über ihre Ver­si­che­rung objektiv und unabhängig prüft – und bei einem Streit bis zu 10.000€ sogar den Versicherer verknacken kann, zu zahlen.

Jetzt hat diese Schlichtungsstelle aktuelle Zahlen genannt, mit welchen Ver­si­che­rungen es besonders oft Streit gibt (v. a. Lebens-, Rechtsschutz- und Kfz-Versicherungen) – und worüber. Was Dir dieser Bericht über den Ärger anderer bringt: Du kannst daraus lernen und so nicht dieselben Fehler machen. Denn mit einigen Tipps kannst Du bei Ver­si­che­rungen viel zum Teil unnötigen Ärger vermeiden oder Dich durchsetzen – wobei der Versicherer auch im Recht sein kann.

Beispiel 1: Lebens- und Ren­ten­ver­si­che­rung

Hier wird vor allem darüber gestritten, wieder aus dem Vertrag zu kommen – und dabei nicht zu viel Geld zu verlieren. Außerdem ging’s zuletzt erstmals öfter um Riesterbanksparpläne: Den Versicherten waren die Abschlusskosten zu hoch, wenn sie bei Banken oder Sparkassen zur Auszahlphase von Riesterbanksparplänen in Ren­ten­ver­si­che­rungsverträge gewechselt sind.  

Oft sind die Gebühren dafür unzulässig. Prüf also genau, wenn Du von Deiner Bank ein Angebot dafür bekommst. Dabei helfen Dir unser oben verlinkter Ratgeber und unser kostenloses Mus­ter­schrei­ben:

Zur Widerspruchs-Vorlage (PDF)

Beispiel 2: Kfz-Versicherung

Hier dreht sich der Streit oft darum, dass sich Versicherte nach einem Wechsel der Ver­si­che­rung nicht in die richtige Scha­den­frei­heits­klas­se (SF-Klasse) eingestuft fühlen. Zum Teil werden Infos vom alten Versicherer nicht richtig an den neuen weitergeben. Es kommt aber auch vor, dass sich Versicherte in einer falschen SF-Klasse wähnen, weil sie aus einem Vertrag mit SF-Klassen-Retter oder Rabattschutz kommen. In solchen Verträgen verlierst Du keine SF-Klasse, auch wenn Du einen Schaden meldest.

Das Problem: Diese "gerettete" Klasse gilt in aller Regel nur bei diesem einen Versicherer. Bei einem Wechsel gilt wieder die SF-Klasse, in die Du ohne Rabattschutz eingestuft worden wärest. Das kann sich dann so anfühlen, als würdest Du in eine schlechtere SF-Klasse rutschen – zumal Du eventuell auch mehr zahlst als vorher.

Dagegen hilft: Plane für den Wechsel der Kfz-Versicherung genug Zeit ein und fokussier Dich dabei nicht nur auf den Beitrag, sondern lies auch das Kleingedruckte. Und: Wie viel Rabattretter und Co. bringen, haben wir uns in einem großen Kfz-Test angeschaut. Das Ergebnis: Die meisten Versicherten fahren mit einem gründlichen Vergleich einmal im Jahr besser.

Beispiel 3: Rechts­schutz­ver­si­che­rung

Hier wird vor allem um Auskunftsansprüche und Unterlassungsansprüche nach Datenlecks bei Social-Media-Plattformen gestritten – teils haben Rechts­schutz­ver­si­che­rungen das nicht übernommen. Auch hier hilft nur der genaue Blick ins Kleingedruckte, ehe Du Dich vielleicht aussichtlos beschwerst: Wann springt die Ver­si­che­rung ein? Und noch besser: Geh immer vorsichtig mit Deinen persönlichen Daten um.

Viel Streit gibt es weiter um einen Klassiker: Ging ein Konflikt, für den Du Deine Rechts­schutz­ver­si­che­rung nutzen möchtest, bereits los, bevor Du den Vertrag abgeschlossen hast? Falls ja, ist er in der Regel vom Schutz ausgeschlossen. Wichtig: Es kommt dabei darauf an, wann der Rechtsverstoß stattgefunden hat, nicht wann Du davon erfahren hast. In den meisten Bereichen gilt sowieso eine Wartezeit: Erst drei Monate nach Abschluss kannst Du die Ver­si­che­rung nutzen. Heißt: Schließ diese Ver­si­che­rung, wenn überhaupt, nicht erst ab wenn sich ein Streit anbahnt.

Beispiel 4: Hausratversicherung

Hier sind Beschwerden wegen Fahrraddiebstählen zum ersten Mal in den Top-3 der Streits, 50% mehr als im Vorjahr. Das liegt daran, dass immer mehr Menschen teure Fahrräder (E-Bikes) haben. Unser Tipp: Pass ggf. Deinen Vertrag und v. a. die Ver­si­che­rungs­sum­me an und schau in den Bedingungen nach, wo Du Dein Fahrrad abstellen darfst, damit es versichert ist.

Auch Streits um Diebstahl durch Phishing etc. haben stark zugenommen. Ein Problem ist zum Beispiel, dass Kriminelle Signale von Autoschlüsseln abfangen, statt klassisch den Schlüssel zu klauen oder das Auto zu knacken. Das kann dann für die Ver­si­che­rung nicht als klassischer Einbruch bzw. Diebstahl zählen – sie stellt sich quer. Prüf deshalb vor allem bei älteren Hausratversicherungen, ob die Bedingungen noch zeitgemäß sind. Und informier Dich über aktuelle Phishing-Maschen – im Finanztip Newsletter und in der Finanztip App warnen wir regelmäßig.

In unserem Ratgeber zur Ver­si­che­rungsombudsfrau liest Du, wie Du bei einer Beschwerde konkret vorgehst.

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