Fahrradversicherung

Versichert ist nur das abgeschlossene Fahrrad

Annika Krempel
& Co-Autor
Stand: 31. August 2017
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Hausratversicherung zahlt immer, wenn ein Fahrrad bei einem Einbruch in Wohnung oder Keller gestohlen wird.
  • Sie können zusätzlich vereinbaren, dass auch der Diebstahl auf der Straße versichert ist, sofern das Rad angeschlossen war. Das ist vor allem bei teuren Rädern sinnvoll.
  • Spezielle Fahrradversicherungen schützen außerdem bei Schäden durch Unfälle, Sturz oder Vandalismus.
So gehen Sie vor
  • Prüfen Sie Ihre Hausratversicherung darauf, wie die Fahrräder Ihrer Familie versichert sind. Wichtig ist, dass Ihr Anbieter den Neuwert in voller Höhe erstattet.
  • Achten Sie außerdem darauf, wo Sie das Rad abstellen dürfen und wie Sie es vor Diebstahl sichern müssen, damit der Schutz greift. 
  • Für den Vergleich von Hausratversicherungen empfehlen wir das Portal Mr-Money. Dort können Sie festlegen, bis zu welcher Summe Fahrraddiebstahl mitversichert werden soll.
  • Wenn Sie keine Hausratversicherung haben, kann eine Fahrradversicherung das Richtige für Sie sein. Für normale Fahrräder empfehlen wir den Vollkaskoschutz der P&P Pergande & Pöthe und der Waldenburger (Krist), für E-Bikes die Ammerländer (Tarif Classic), die Wertgarantie (E-Bike Komplettschutz) und die Vollkasko der Waldenburger (Krist).

Ihr Fahrrad gehört zum Hausrat wie Kleidung und Möbel und ist damit in der Hausratversicherung genauso gegen Brand, Blitzschlag, Sturm, Hagel, Leitungswasser und Einbruch-Diebstahl versichert. Manche Versicherungen übernehmen auch mehr, andere lassen sich mit einer Fahrradklausel um zusätzlichen Schutz erweitern.

Was zahlt die Hausratversicherung?

Besonders gute Versicherungen kommen ohne weiteren Einschluss einer Fahrradklausel auch bei einfachem Diebstahl für den Schaden auf. Das bedeutet: Der Dieb muss nicht erst in Ihre Wohnung oder Ihr Haus eingebrochen sein und dabei das Fahrrad gestohlen haben. Es ist auch versichert, wenn das angeschlossene Rad vor der Haustür gestohlen wird. Achten Sie aber darauf, bis zu welcher Höhe die Versicherung den Schaden ersetzt.

Zahlt Ihre Versicherung dafür bisher nicht, können Sie über eine Fahrradklausel den Schutz für das Zweirad in Ihrer Hausratversicherung problemlos auf (einfachen) Diebstahl erweitern. Bedingung ist, dass das Rad mit einem eigenen Schloss gegen die einfache Mitnahme gesichert ist.

Die sogenannte Nachtzeitklausel in älteren Verträgen beschränkt den Diebstahlschutz auf die Nutzung am Tage. Als weitere Bedingung für den Versicherungsschutz muss das Fahrrad gegen Wegnahme gesichert sein: Schließen Sie jedes Fahrrad mit einem eigenen Schloss an einen unbeweglichen Gegenstand, etwa einem Laternenpfahl oder Zaun, an.

Die meisten Hausratversicherungen erstatten im Falle des Diebstahls entweder den Neu- oder den Zeitwert – allerdings nur bis zur Höhe des vereinbarten Wertes.Wichtig ist außerdem, dass Sie nicht unterversichert sind. Die Versicherungssumme soll dem Wert aller Gegenstände im Hausrat entsprechen. Der Einfachheit halber geben Anbieter Pauschalbeträge je Quadratmeter der Wohnfläche vor und verzichten im Gegenzug auf Unterversicherung.

Dann erhalten Sie den Neu- oder Zeitwert ungekürzt. Beim Zeitwert erhalten Sie weniger, weil die Versicherung Alter und Abnutzung auf den Zustand anrechnet und vom Neuwert abzieht. Ist das Fahrrad beschädigt oder zerstört worden, zahlt sie die Reparaturkosten.

Zusätzlicher Schutz ist möglich

Vereinbaren Sie die Fahrradklausel, wenn Sie entweder mehrere Fahrräder in der Familie haben und dafür die Obergrenze der Hausratversicherung nicht ausreicht. Die liegt oft bei einem Prozent der Versicherungssumme. Sinnvoll ist die Klausel auch, sofern Sie nicht anders zu einem Diebstahlschutz kommen. Bis zu 5 Prozent der Versicherungssumme ersetzt die Versicherung dann.

Der Aufpreis für die Fahrradversicherung hängt davon ab, wie wahrscheinlich es ist, dass in Ihrer Wohngegend Fahrräder gestohlen werden.

Achten Sie beim Abschluss auf folgende Punkte:

  1. Der Schutz sollte rund um die Uhr gelten. Viele Policen schließen Diebstahl zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens aus, wenn das Rad nicht in Gebrauch ist. Ein Fahrrad ist noch in Gebrauch, wenn der Besitzer nachts sein Rad festschließt und noch in derselben Nacht weiterfahren will. Eine Stundenregel gibt es nicht, die vorschreibt, wie lange das Fahrrad angeschlossen sein darf. Aber der Versicherte muss glaubhaft darlegen, dass er das Rad noch benutzen wollte.
  2. Im Versicherungsfall sollte die Entschädigung ausreichen. Oft liegt die Grenze bei ein paar Hundert Euro. Ist das Rad aber mehrere Tausend Euro wert, setzen Sie die Grenze am besten nach oben.
  3. Wenn Sie Ihr Fahrrad ins Ausland mitnehmen, sollte es auch dort versichert sein.

Mehr dazu im Ratgeber Hausratversicherung

  • Diese Versicherung sollten Sie haben, wenn Sie Ihre Einrichtung nach Brand oder Einbruch nicht auf eigene Kosten ersetzen können.
  • Von uns empfohlenes Portal: Mr-Money

Zum Ratgeber

Schließen Sie Ihr Fahrrad immer ab

Ganz wichtig: Das Rad muss immer abgeschlossen sein, sonst zahlt die Versicherung nicht. Als Voraussetzung dafür steht meist in den Bedingungen einer Hausratversicherung, dass das Fahrrad „auf verkehrsübliche Weise gesichert“ ist. Das bedeutet, dass es mit einem handelsüblichen Schloss abgeschlossen sein muss – das Rahmenschloss genügt nicht. Entweder ist das Fahrrad an einem Fahrradständer festgekettet oder das Schloss ist an Reifen und Rahmen befestigt. Heben Sie außerdem den Kaufbeleg des Schlosses auf.

Ist das Fahrrad weg, müssen Sie beweisen, dass es gestohlen wurde. Heben Sie daher alles an Schlossresten und Spuren am Tatort auf, was die Diebe zurückgelassen haben. Sie müssen „nur“ das äußere Bild eines Diebstahls nachweisen, aber auch das kann problematisch sein. Machen Sie Fotos vom Tatort und fragen Sie nach Zeugen. Zeigen Sie den Diebstahl bei der Polizei an.

Tipp: Zwei Schlösser machen es Dieben schwerer, das Fahrrad zu klauen. Vor allem, wenn es unterschiedliche Schloss-Typen sind, wie beispielsweise Bügelschloss und Kette. Sie machen es außerdem den Dieben schwerer, die Diebstahlwahrscheinlichkeit abzuschätzen, wenn Sie regelmäßig das Fahrrad umstellen.

Für teure Fahrräder Vollkasko-Schutz

Wer sein Fahrrad auch gegen Schäden durch Unfälle, Stürze oder Vandalismus versichert wissen möchte, kann eine spezielle Fahrrad-Versicherung abschließen. Sie bietet einen Schutz ähnlich der Vollkasko-Versicherung bei einem Auto. Bei einigen Anbietern ist dann auch lose verbundenes Zubehör wie ein Fahrrad-Anhänger gegen Diebstahl versichert. Solche Policen lohnen sich nur für teure Fahrräder oder E-Bikes.

Einen Pannendienst bietet der Schutzbrief fürs Fahrrad. Wer mit dem Rad liegen bleibt, bekommt Reparaturhilfe und notfalls Rücktransport oder Übernachtung. Ein Schutzbrief ist sinnvoll für Rad-Reisende oder auch Berufspendler mit E-Bike oder Pedelec.

Weitere Tipps im Ratgeber Fahrradversicherung

  • Eine Fahrradversicherung lohnt sich vor allem für teure Fahrräder und E-Bikes.
  • Von uns empfohlene Anbieter für normale Fahrräder: Vollkaskoschutz der P&P Pergande & Pöthe, Waldenburger (Krist)
  • Von uns empfohlene Anbieter für E-Bikes: Ammerländer (Tarif Classic), Wertgarantie (E-Bike Komplettschutz), Vollkasko der Waldenburger (Krist)

Zum Ratgeber

Autor
Annika Krempel
& Co-Autor
Silke Kursawe

Stand: 31. August 2017


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