Fahrradversicherung

So versicherst Du Dein Fahrrad richtig

Henriette Neubert
& Co-Autor
Stand: 04. September 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Fahrräder kannst Du über zwei Wege versichern: die Hausratversicherung oder eine spezielle Fahrradversicherung.
  • In der Hausratversicherung gilt Dein Rad als Hausrat und ist genauso versichert. Mit einer zusätzlichen Fahrradklausel bekommst Du diesen Schutz auch, wenn Du mit Deinem Rad unterwegs bist oder es draußen anschließt.
  • Eine spezielle Fahrradversicherung ist umfassender: Je nach Tarif zahlt sie auch, wenn Du einen Unfall hast oder ohne Fremdeinwirkung stürzt.
  • Der umfassende Schutz macht eine Fahrradversicherung allerdings auch vergleichsweise teuer.
So gehst Du vor
  • Überlege, in welchen Situationen Du Dein Fahrrad wie nutzt, wo Du es abstellst und was ein Neukauf kosten würde. Das gilt auch für die Räder Deiner Familie.
  • Geht es Dir vor allem um den Schutz bei Diebstahl, dann sprich mit Deiner Hausratversicherung: Wie sieht der Versicherungsschutz aus? Wie ließe er sich verbessern? Hast Du noch keine Hausratversicherung, empfehlen wir Dir für den Vergleich das Portal​​​​ Mr-Money.
  • Suchst Du dagegen einen umfassenden Versicherungsschutz nur für Dein Fahrrad, dann empfehlen wir Dir für normale Fahrräder den Vollkaskoschutz der P&P Pergande & Pöthe und der Waldenburger (Krist). Für E-Bikes haben uns die Ammerländer (Tarif Classic), die Wertgarantie (E-Bike Komplettschutz) und ebenfalls die Vollkasko der Waldenburger (Krist)überzeugt.

Immer mehr Menschen steigen aufs Fahrrad: in der Freizeit oder im Alltag, um fit zu bleiben oder als echte Alternative zum Auto.

So verschieden wie die Nutzung sind auch die Fahrräder – vom rostigen Gebrauchten bis zum teuren E-Bike, vom sportlichen Rennrad bis zum schweren Lastenrad. Da unterscheiden sich natürlich auch die Preise – und entsprechend der Bedarf nach Versicherungsschutz. Den Verlust Deines Gebrauchtrads für 200 Euro kannst Du vielleicht noch verkraften, aber Dein Pendler-E-Bike für 2.500 Euro möchtest Du vielleicht doch absichern. Bei der Fahrradversicherung hast Du in diesem Fall die Wahl: Entweder gehst Du über die Hausratversicherung oder Du schließt eine spezielle Fahrradversicherung ab.

Wann kannst Du Dein Fahrrad über Deine Hausrat versichern?

Der Weg über die Hausratversicherung bietet sich vor allem dann an, wenn Du bereits eine Hausratversicherung hast, und fürchtest, dass Dein Fahrrad (oder eines der Fahrräder in der Familie) gestohlen werden könnte.

Fahrräder gehören in der Hausratversicherung zu den versicherten Sachen, so wie Kleidung oder Möbel. Die Hausratversicherung tritt ein, wenn solche versicherten Sachen durch Brand, Blitzschlag, Sturm, Hagel, Leitungswasser oder Einbruchdiebstahl beschädigt oder zerstört werden, oder auch abhandenkommen.

Ein Einbruchdiebstahl ist etwas deutlich anderes als ein einfacher Diebstahl: Der Dieb muss Dir nicht nur einfach das Fahrrad klauen, sondern zunächst auch noch in das Haus, den Fahrradkeller oder in die Wohnung eingebrochen sein und es dann stehlen.

Wenn der Einbrecher Dein Rad nicht mitnimmt, aber mutwillig zerstört, ist auch dieser Schaden infolge von Vandalismus versichert.

Schwierig wird es mit der Hausratversicherung also immer dann, wenn Du bei einem Diebstahl gar keinen Einbruch nachweisen kannst, etwa, weil Du Dein Fahrrad über Nacht im Gemeinschaftskeller des Mehrfamilienhauses abgestellt hast, in dem Du wohnst. Dann stellt der Versicherer bei einem Diebstahl sofort die Frage: Wer hat alles Zugang zu dem Keller, war der Raum verschlossen, und wie war das Fahrrad gesichert? Und spätestens, wenn Dein Fahrrad im unverschlossenen Innenhof abgestellt war, gehst Du über die Hausratversicherung in der Regel leer aus.

So richtig verlassen kannst Du Dich auf den Diebstahlschutz in der Hausratversicherung also nur, wenn Du das Fahrrad in Deiner Wohnung oder einem abgeschlossenen Einzelkeller oder einer Einzelgarage abstellst. Willst Du dagegen, dass der Versicherer auch zahlt, wenn Du unterwegs bist, benötigst Du entweder eine Hausratversicherung, die den einfachen Diebstahl bereits einschließt (das sind allerdings nur sehr wenige) oder einen erweiterten Fahrradschutz, die sogenannte Fahrradklausel zur Hausratversicherung.

Was bringt die Fahrradklausel in der Hausratversicherung?

Mit einer Fahrradklausel kommt die Versicherung unter anderem auch dann für das gestohlene Fahrrad auf, wenn Du es auf der Straße angeschlossen stehen lässt. Muss der Dieb nicht erst einbrechen, um Dein Rad zu stehlen, nennt sich das einfacher Diebstahl. Diese Regel gilt dann für alle Fahrräder, die zu Deinem Hausrat gehören. Was Du genau beachten musst, steht in Deinen Versicherungsbedingungen: Einige Versicherer machen Vorgaben zu konkreten Schlössern von bestimmten Herstellern oder setzen einen Mindestpreis für das Schloss fest. Dieser kann sich auch am Wert des Fahrrads orientieren. Andere schreiben in ihren Versicherungsbedingungen ganz konkret, dass Dein Rad stets an einem unbeweglichen Gegenstand (wie etwa einem fest montierten Fahrradständer) befestigt werden muss, um es gegen Diebstahl zu schützen.

Achtung: In einigen Versicherungsverträgen findet sich eine Nachtzeitklausel. Sie legt fest, dass der Diebstahlschutz in der Nachtzeit von 22 bis 6 Uhr nur gilt, wenn Du unterwegs bist und vorhattest noch nach Hause zu fahren. Zum Beispiel nach einem Kinobesuch. In der Nacht muss Dein Rad dann wieder eingeschlossen werden und ist nur gegen Einbruchdiebstahl versichert.

Fahrrad geklaut? Unsere Infografik zeigt, wann die Hausrat einspringt – und wann Du eine besondere Fahrradklausel brauchst.

Was zahlt die Hausratversicherung beim Fahrrad?

Die meisten Hausratversicherungen entschädigen zum Neuwert, aber nur bis zu einer Maximalhöhe. Wie hoch das ist, hängt von Deinem Versicherungstarif ab. Wie das aussehen kann, zeigt die nachfolgende Tabelle.

So berechnest Du den Schutz Deiner Hausratversicherung

Versicherungssumme Deiner Hausratversicherung 30.000 Euro
Fahrraddiebstahl abgesichert bis:maximal 1 Prozent der Versicherungssumme
Maximale Entschädigung300 Euro

Egal, wie teuer Dein Fahrrad in der Anschaffung war, in diesem Beispiel erhältst Du maximal 300 Euro. Muss das Rad repariert werden, bekommst Du das Geld dafür zurück – aber nur bis zur Höhe des Neuwertes oder die Reparaturkosten. Ist Dein Rad zerstört oder gestohlen worden, bekommst Du einen Betrag, um ein typgleiches Fahrrad kaufen zu können. Wenige Verträge bieten hingegen lediglich den Zeitwert an. Eine solche Regelung hat zur Folge, dass Du als Entschädigung einen geringeren Betrag bekommst, weil Dein Versicherer Alter und Abnutzung abzieht.

Je nachdem, wie viele Fahrräder versichert sein sollen und wie teuer sie sind, kann es sein, dass Du die Versicherungssumme Deiner Hausratversicherung für Dein Fahrrad anpassen musst, damit Du nicht unterversichert bist. Bist Du unterversichert, ersetzt die Versicherung im schlimmsten Fall nicht den gesamten Schaden. In der Regel kannst Du mit Deinem Versicherer eine höhere Entschädigungsgrenze vereinbaren, etwa einen höheren Prozentsatz der Versicherungssumme.

Tipp: Sollte durch die Absicherung Deiner Fahrräder mehr Prämie für Deine Hausratversicherung fällig werden, vergleiche ob eine Fahrradversicherung für Dich günstiger ist.

Wenn Dir der Schutz über die Hausratversicherung ausreicht, schau in Deine Vertragsbedingungen oder frag bei Deiner Versicherung nach, in welcher Höhe welcher Versicherungsschutz besteht. Prüfe dabei auch nach, ob Dir Deine Versicherung den Neu- oder Zeitwert erstattet.

Um insgesamt den Versicherungsschutz über Deine Hausratversicherung einschätzen zu können, solltest Du die Bedingungen in Deinem Versicherungsschein auf folgende Fragen prüfen:

  • Welche Versicherungssumme hat meine Hausratversicherung insgesamt?
  • Wie viel Prozent der Versicherungssumme gilt für den Fahrraddiebstahl?
  • Habe ich eine zusätzliche Klausel zum Diebstahl von Fahrrädern vereinbart?
  • Was steht in der Fahrradklausel zum Schloss, den Verkaufsunterlagen, Rahmennummern, Anzeige bei der Polizei usw.?

Beachte außerdem, dass eine Selbstbeteiligung, die Du vereinbart hast, zwar einerseits den Beitrag für die Versicherung senkt, aber im Schadensfall eben auch dazu führt, dass der Versicherer entsprechend weniger auszahlt.

Wann lohnt eine extra Fahrradversicherung?

Eine separate Fahrradversicherung ist dann sinnvoll, wenn Du keine Hausratversicherung hast, Dir der Schutz der Hausratversicherung inklusive Fahrradklausel nicht ausreicht oder zu teurer wird. Vor allem, wenn Dein Rad wertvoll ist oder bei einem Unfall besonders großer Schaden entstehen kann, wie bei einem E-Bike oder einem Lastenrad, kann eine Fahrradversicherung das richtige sein.

Was umfasst die Fahrradversicherung?

Der Umfang des Versicherungsschutzes ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Deswegen solltest Du neben dem Preis auch den Versicherungsumfang vergleichen. Der einfachste Versicherungsschutz ist der Diebstahlschutz, der einfachen Diebstahl und Einbruchdiebstahl abdeckt. Auch Teildiebstahl ist bei diesen Tarifen der meisten Versicherer enthalten. Einige Versicherer gehen darüber noch hinaus und bieten beispielsweise Schutz bei Vandalismus oder gegen „Raub und Plünderung“ an. Wenn Du eine Hausratversicherung hast, empfehlen wir diese Versicherungen jedoch nicht. Diesen Schutz kannst Du günstiger über Deine Hausratversicherung erhalten oder hast ihn bereits.

Für umfassendere Absicherung Deines Fahrrads gibt es eine Vielzahl an Tarifen, die „Rundumschutz“, ähnlich einer Vollkaskoversicherung beim Auto, bieten. In den jeweiligen Angeboten sind neben Diebstahl auch Schäden durch Unfälle, Stürze oder unsachgemäße Handhabung abgedeckt. Zudem sind Unwetter und menschgemachte Katastrophen bei den Tarifen in unterschiedlicher Abstufung enthalten.

Bei einigen Versicherern kannst Du Unfallschutz auch ohne Diebstahlschutz absichern. Das ist eventuell als Zusatzversicherung interessant, wenn Du bereits eine gute Hausratversicherung hast, in der Dein Fahrrad gegen Diebstahl günstig abgesichert ist.

Alle Versicherer unterscheiden bei ihren Tarifen zwischen normalen Fahrrädern und E-Bikes. Bei E-Bikes musst Du darauf achten, wie die Absicherung des Akkus in den jeweiligen Tarifen geregelt ist. Bei einigen Anbietern ist der Akku bis zu einem bestimmten Alter im Vollkaskoschutz enthalten. Bei anderen kann er extra abgesichert werden.

Wenn Du mehrere Fahrräder versichern möchtest, gibt es einzelne Versicherer, die Familientarife anbieten, in denen ein oder mehrere weitere Fahrräder günstiger mitversichert werden können. Bei den meisten muss jedoch jedes einzeln versichert werden. Da ist der Schutz über die Hausratversicherung meistens günstiger.

Was kostet eine Fahrradversicherung

Was der Versicherungsschutz für Dein Fahrrad kostet, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Wohnort: Land ist bei einigen Versicherern günstiger als Stadt
  • Alter des Rads: neuere Räder sind teils günstiger, ab drei Jahre teilweise nicht mehr versicherbar
  • Preis des Rads: je teurer das Rad, desto höher der Versicherungsbeitrag
  • Normales Fahrrad oder E-Bike, bei gleichem Wert: E-Bikes lassen sich bis zu einer Preisgrenze günstiger versichern
  • Material des Rahmens: Carbon ist meist teurer
  • Laufzeit des Vertrages: bei einigen Versicherern gibt es Rabatte für längere Laufzeiten
  • Schutzumfang: Je mehr abgesichert ist, desto teurer

Jede Versicherung gewichtet diese einzelnen Faktoren anders. Einige bieten Schutz nur bis zu einem bestimmten Alter des Fahrrads an, andere verlangen für ältere Fahrräder höhere Prämien. Auch nach dem Material des Rahmens unterscheiden manche Versicherungen; vor allem bei Carbon können die Unterschiede groß sein. Und während einige Versicherer günstigere Tarife auf dem Land als in der Großstadt anbieten, locken andere mit Prämien für ältere Fahrradfahrer. Worin sich die Versicherungen hingegen einig sind: Bei allen Tarifen spielt der Wert des Rades für die Höhe der Prämie eine Rolle.

Mit welcher Beitragshöhe Du ungefähr rechnen musst, kannst Du in unserer Preistabelle erkennen.

Auszug aus der Preiserhebung

Versicherung
Tarif
Preisspanne
Fahrrad
1.500 €
Preisspanne
E-Bike
1.500 €
Preisspanne
E-Bike
2.500 €
Ammerländer
Classic
71,88 € (mit Schutzbrief)65,45 €78,54 €
Waldenburger über Krist
Vollkasko
107,10 €

89,25 –

107,10 €

100,56 –

116,03 €

P&P Pergande & Pöthe
Bike-Assekuranz Vollkasko
125,94 € – 137,45 €

149,94 –

164,93 €

249,90 –

274, 89 €

Wertgarantie
E-Bike Komplettschutz
(Wert des Rades egal)
103,21 – 125,28 €83,50 – 236,64 € 

Wir haben die Versicherungen für drei Profile abgefragt: normales Fahrrad für 1.500 Euro, E-Bike für 1.500 Euro und für 2.500 Euro. Alle Räder waren jünger als zwei Jahre. Zudem wurde der Wohnort jeweils in einer Großstadt und auf dem Land abgefragt.

Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 1. September 2020) bei den Versicherungen

Achte darauf, ob Du bei Anbietern einen Rabatt für einen Mehrjahresvertrag bekommst. Den bieten manche an, jedoch nicht alle.

Tipp: Wenn Deine Finanzplanung es zulässt, nutze die Rabatte für die längeren Vertragslaufzeiten und zahle die Versicherungsprämie jährlich. Aber verlier den Vertrag nicht aus den Augen. Solltest Du Dein Fahrrad verkaufen, melde es der Versicherung. Dann wird Dein Vertrag beendet (nicht gekündigt), weil das versicherte Interesse entfallen ist, und Du bekommst den zu viel gezahlten Betrag erstattet.

Das musst Du vor Vertragsabschluss beachten

bei der
Hausratversicherung
bei der
Fahrradklausel
bei
Fahrradversicherungen
NeuwertentschädigungNeuwertentschädigungNeuwertentschädigung
mindestens 10 % der Versicherungssumme empfohlenmindestens 10 % der Versicherungssumme empfohlenAnpassung der Versicherungssumme für nachträglich gekauftes Zubehör
nur Einbruchdiebstahl bei Einbruch versichertNachtzeitklausel vermeidenVersicherung von Akku und Motor des E-Bikes
gilt für alle Fahrräder der FamilieVorgabe zu den Schlössern und wie Du das Fahrrad zu sichern hastBedienungsfehler sind versichert
 gilt für alle Fahrräder der Familiegilt nur für ein Fahrrad

Finanztip (Stand: 31. August 2020)

Diese Fahrradversicherungen empfiehlt Finanztip

Unsere Empfehlungen beruhen auf einem Test aus dem Jahr 2017. Wir unterscheiden dabei, ob Du ein normales Fahrrad versichern möchtest oder ein E-Bike.

Die Tarife für Fahrräder

Für normale Fahrräder empfehlen wir P&P Pergande & Pöthe mit dem Tarif Bike-Assekuranz Sofortschutz der Kravag und Waldenburger Versicherung über Krist mit dem Tarif Fahrradschutz Vollkasko.

Vergleiche die Angebote der Versicherungen. Waldenburger (Krist) und P&P verlangen in bestimmten Postleitzahlengebieten beziehungsweise Großstädten höhere Beiträge (bei P&P 10 Prozent für Städte ab 100.000 Einwohner). Einen Trend, dass grundsätzlich Großstädte teurer sind, konnten wir in unserer Untersuchung allerdings nicht erkennen. Die Ammerländer Classic zum Beispiel macht keine Unterschiede beim Wohnort.

Mehr dazu, wie unsere Empfehlungen zustande gekommen sind, kannst Du am Ende dieses Textes lesen.

P&P Pergande & Pöthe
Bike-Assekuranz Vollkasko
  • für jedes Fahrradalter geeignet
  • Mitglieder im ADFC fahren über Mitgliederrabatte günstiger
  • Fahrer 50 Plus erhalten 20 % Rabatt
  • 30 % Rabatt bei Ausschluss des Diebstahlrisikos
  • Preisaufschlag in Städten ab 100.000 Einwohner und für Urlaubsklausel
  • Preisaufschlag von 25 % bei Teilnahme an Fahrradrennen
  • Preisaufschlag von 20 % bei Maschinendeckung von Pedelecs
Nur beim Anbieter abschließbar
  • keine Selbstbeteiligung bei Diebstahl
  • Krist als Makler garantiert Rechtssicherheit im Schadensfall
  • auf Reisen (weltweit) Versicherungsschutz
  • Fahrradzubehör bis 10 % der Versicherungssumme mitversichert
  • Versicherungsbedingungen nicht vollständig und klar formuliert
  • Fahrräder maximal bis zu einem Alter von 3 Jahren versicherbar

Versicherungsschutz für Dein E-Bike

Für E-Bikes empfehlen wir Dir drei Tarife: die Ammerländer Versicherung mit ihrem Tarif Classic, die Wertgarantie mit dem Tarif E-Bike Komplettschutz und wie für normale Räder die Waldenburger Versicherung über Krist mit dem Tarif Fahrradschutz Vollkasko.

Für 15 Euro zusätzlich gibt es bei der Ammerländer die Tarifvariante Classic mit einem Schutzbrief. Andere Anbieter für Fahrradschutzbriefe sind die Fahrradklubs. Dort bekommst Du oft schon für kleineres Geld umfangreiche Hilfe im Schadensfall. Wir halten diese Angebote für Berufspendler und Radreisende für sinnvoll.

Ammerländer Versicherung
Classic
  • Versicherungsschutz gilt weltweit
  • verzichten auf die Selbstbeteiligung bei Brand, Blitzschlag, Sturm und Hagel
  • Liste des mitversicherten Zubehörs sehr umfangreich
  • Versicherungsbedingungen nicht klar und vollständig formuliert
  • Deckungseinschränkungen bei vorsätzlicher Handlung und wenn Funktionsfähigkeit nicht beeinträchtigt wird
Nur beim Anbieter abschließbar
Wertgarantie
E-Bike Komplettschutz
  • Bedienungsfehler mitversichert
  • auf Reisen (weltweit) vorübergehend mitversichert
  • Versicherbar nur Räder bis 12 Monate
  • Erdbeben, Sturm, Hagel, Flut/Überschwemmung, Großbrände, Explosionen, Einsturz-, Schifffahrt- oder Bahnkatastrophen nicht versichert
  • Nur neue Akkus mitversichert
  • Nur E-Bikes und Pedelecs bis 6.000 € (bis 10.000 € auf Anfrage) versicherbar
Nur beim Anbieter abschließbar

Tipp: Wenn Du Dir ein neues Fahrrad kaufst und eine Fahrradversicherung abschließen möchtest, tu dies so bald wie möglich, um möglichst viele Anbieter zur Auswahl zu haben. Bei einigen Versicherern kannst Du Dein Rad nur bis zu einem begrenzten Zeitraum nach Kauf versichern.

Braucht Dein Lastenrad eine extra Versicherung?

Es gibt keine extra Lastenradversicherung, sie können ebenso versichert werden wie andere Fahrräder. Dabei unterscheiden Versicherer ebenfalls zwischen Fahrrad mit oder ohne Elektroantrieb. Da ein Lastenrad meist mehr gekostet hat als ein City-Bike und auch häufiger draußen steht, ist eine Fahrradversicherung oft sinnvoll.

Gut zu wissen: Bei einem Verkehrsunfall, an dem Du zumindest eine Teilschuld trägst, haftet die Fahrradversicherung nicht für einen Schaden anderer Unfallgeschädigter. Hier ist Deine private Haftpflichtversicherung zuständig. Diese solltest Du unbedingt abschließen, falls noch nicht geschehen.

Wann bekommst Du keine Absicherung für Dein Rad?

Grundsätzlich gilt: Je älter Dein Fahrrad, desto geringer das Angebot an Versicherungen. Dies gilt umso mehr für E-Bikes. Die meisten Versicherer bieten Schutz nur für Räder an, die maximal drei Jahre alt sind, manche nur bis zwei Jahre. Es kann auch sein, dass ab einem bestimmten Alter nicht mehr vollständiger Schutz möglich ist, zum Beispiel schließen dann einige Versicherer den Schutz bei Verschleiß aus.

Andererseits solltest Du Dir auch selbst die Frage stellen, ob eine Versicherung ab einem bestimmten Alter noch sinnvoll ist. Schau dafür, wie viel Dein fünf Jahre altes Rad noch wert ist und wieviel Du für eine Versicherung zahlen müsstest. In diesem Fall ist es meist sinnvoller, die Monatsbeiträge zur Seite zu legen und in ein neues Rad zu investieren.

Wenn Du ein Carbonrad absichern möchtest, ist die Auswahl an Versicherern nicht so groß, einige schließen Carbon aus, bei anderen musst Du mehr zahlen. Und auch ältere E-Bikes werden anders behandelt. Vor allem der Akku wird von einigen Anbietern ausgeschlossen.

Auch beim Kaufpreis (Neuwert) des Fahrrads sind Grenzen gesetzt. Manche Anbieter versichern Fahrräder erst ab einem höheren Kaufpreis. Bei Krist (Waldenburger) erhältst Du Versicherungsschutz erst für ein Fahrrad, das mindestens 500 Euro kostet. Gleiches gilt bei der Ammerländer. Bei allen Anbietern liegt die Höchstgrenze für E-Bikes bei 10.000 Euro, für normale Fahrräder teilweise schon bei 6.000 Euro.

Wenn Du Dein Fahrrad für Sportzwecke verwendest (Radrennen, Downhill), hast Du noch weniger Auswahl. Viele Versicherer schließen diese Nutzung in ihren Versicherungsbedingungen aus. Die wenigen, die so genutze Räder absichern, verlangen einen Aufschlag. Bei P&P beträgt dieser zum Beispiel 25 Prozent.

Was, wenn Du doppelt versichert bist?

Für den Fall, dass Du neben Deiner Fahrradversicherung eine Hausratversicherung hast, kannst Du den Schadensfall in einigen Fällen beiden Versicherungen melden und abwickeln lassen. Das heißt aber natürlich nicht, dass Du von beiden Versicherern Geld bekommst. In den Vertragsbedingungen ist geklärt, welche der Versicherungen vorrangig zuständig ist und dass Du Deinen Versicherungsumfang offenlegen musst. Wurde Dein Rad beispielsweise aus Deinem Keller geklaut, musst Du zunächst schauen, welche Versicherung zuständig ist. Dieser meldest Du den Schaden und gibst dabei auch an, dass Du noch eine zweite Versicherung hast, die auch Einbruchdiebstahl abdeckt. Ein Verstoß gegen diese Meldung kann dazu führen, dass Du gar keine Leistung erhältst.

Um solche Überschneidungen zu vermeiden, solltest Du Deine Verträge aufeinander abstimmen, denn sonst bezahlst Du zu viel Versicherungsbeiträge. Ist dein Fahrrad bereits in der Hausratversicherung gut gegen Diebstahl versichert, schau nach einer Fahrradversicherung, die auch Unfälle und Vandalismus gesondert absichert und prüfe, ob das Angebot für Dich passt. P&P bietet diese Option beispielsweise an. Wenn es in Deinem Haushalt ein teures und mehrere günstige Räder gibt, kannst Du das teure über eine Fahrradversicherung absichern, den Rest über die Hausratversicherung. Bei einer Hausratversicherung mit Unterversicherungsverzicht ist es unproblematisch, den Versicherungsschutz beider Verträge ohne Überschneidungen aufeinander abzustimmen. Kläre im Einzelfall mit Deiner Hausratversicherung, ob das Fahrrad explizit ausgenommen werden soll.

Was musst Du bei einem Schaden beachten?

Melde den Schaden so früh es Dir möglich ist bei Deiner Versicherung. Sieh in den Versicherungsbedingungen nach, in welchen Fällen Du zu einer Anzeige bei der Polizei verpflichtet bist. Bei Einbruch und Diebstahl solltest Du unbedingt zur Polizei gehen. Du musst den Schaden nicht nur beweisen, sondern auch helfen, den Fall aufzuklären. Auch wenn die Chance gering ist, dass Dein Fahrrad wieder auftaucht: eine Anzeige gilt als Nachweis für Deine Versicherung. Weitere Belege, die die Versicherungen meist haben möchten:

  • Beweis für den Besitz des Fahrrads (Kaufbeleg, Seriennummer, Fotos)
  • Bescheinigung des örtlichen Fundbüros
  • Details zum Diebstahl: wann, wo, wie war das Fahrrad gesichert? Es schadet nicht, wenn Du das aufgebrochene Schloss vorweisen kannst und Fotos vom Tatort hast

Auch wenn Dein Fahrrad Opfer von Vandalismus wurde, solltest Du über eine Anzeige bei der Polizei nachdenken. Denn dann hast Du einen Beleg für die Versicherung. Mach außerdem Fotos und notiere Uhrzeit und Ort genau. Deinen Beweis muss der Versicherer vollständig widerlegen, wenn er nichts zahlen will; für ihn reicht es nicht aus, Deine Darstellung anzuzweifeln.

Tipp: Sowohl bei Deiner Versicherung als auch bei der Polizei musst Du nachweisen, dass das Fahrrad Dir gehörte. Dafür solltest Du am besten einen Kaufbeleg vorweisen können (wenn Du Dein Rad bei der Polizei registrieren lassen möchtest, brauchst Du da bereits einen Kaufnachweis). Lass Dir also auch bei einem Privatkauf einen Kaufvertrag aushändigen. Daraus sollte hervorgehen, wer an wen, wann was verkauft hat und zu welchem Preis.

So haben wir untersucht

Untersuchung Fahrradversicherungen 2017

Wir haben im August 2017 Fahrradversicherungen untersucht. Dabei haben wir uns für die Grundgesamtheit am Test der Stiftung Warentest (Zeitschrift „Test“, Ausgabe 8/2017) orientiert. In diesem Test wurden 25 Tarife von insgesamt zehn Anbietern verglichen, Noten wurden nicht vergeben. Über eine Google-Abfrage zu dem Suchbegriff Fahrradversicherung haben wir uns vergewissert, dass wir damit alle wesentlichen Anbieter und Tarife berücksichtigen. Die Allianz mit ihrem Tarif Derby Cycle Protect-a-bike konnten wir nicht weiter bewerten, weil sich die Prämien nicht online abfragen lassen.

In unserem Vergleich musste die Fahrradversicherung mindestens den Leistungsumfang der Hausratversicherung haben und für Brand, Blitzschlag, Sturm und Hagel eintreten sowie Schutz bei Diebstahl beziehungsweise Einbruchdiebstahl gewähren.

Wir haben nur Vollkasko-Tarife untersucht. Für einen reinen Diebstahl-Versicherungsschutz empfiehlt sich die Fahrradversicherung nicht. Wenn Du eine Fahrradversicherung brauchst, dann halten wir es für sinnvoll, auch den Schutz bei Vandalismus, Unfällen und Stürzen mitzuversichern.

Für eine erste Einschätzung haben wir die Kriterien der Stiftung Warentest bewertet. War eines der folgenden Kriterien erfüllt, gab es jeweils einen Punkt. Teilpunkte vergaben wir, wenn Kriterien nur teilweise erfüllt wurden. Wir haben geprüft: Wie leistet die Versicherung bei

  • Diebstahl, unabhängig davon, ob der Schaden durch Geldzahlung oder ein Ersatzfahrrad reguliert wird
  • Raub
  • Vandalismus
  • Unfall
  • Fall/Sturz
  • Überschwemmung
  • Elektronik
  • Feuchtigkeit

Die 13 Tarife mit mindestens sechs von acht Punkten haben wir in einer weiteren Auswertung anhand ihrer Leistungen gemäß den Versicherungsbedingungen verglichen. Dazu haben wir folgende weitere, wichtige Kriterien betrachtet: Die Leistung bei

  • Teilediebstahl
  • Brand
  • Diebstahl von fest verbundenem Zubehör
  • Diebstahl von Gepäck
  • freie Händlerwahl
  • Verschleiß
  • Sturm
  • Hagel
  • Blitzschlag
  • Diebstahl von Kindersitzen

Bei E-Bikes untersuchten wir die Bedingungen außerdem hinsichtlich

  • Akku
  • Motor
  • Bedienungsfehlern

In die engere Auswahl kamen Tarife, die bei diesen Kriterien für die Versicherung von E-Bikes mehr als acht von zehn möglichen Punkten erreichten, für klassische Fahrräder ohne die Merkmale Motor und Akku mehr als sechs von acht Punkten.

Auswertung der Kriterien

VersicherungTarifPunkte
erste Bewertung
Punkte
zweite Bewertung
AmmerländerClassic812
AmmerländerExclusiv812
AssonaZEG Garantie E-Bike Komplett76,5
AllianzDerby Cycle Protect-a-bike7,50
EnraRundumschutz76
IASBike-Safety Bronze68
IASBike-Safety Silber6,7510,5
IASBike-Safety Gold6,7511
IASBike-Safety Platin711
Waldenburger/KristFahrradschutz Vollkasko89
P&P Pergande & PötheBike-Assekuranz Sofortschutz7,510,5
P&P Pergande & PötheBike-Assekuranz Vollkasko7,511
WertgarantieE-Bike Komplettschutz610,5

Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 24. August 2017)

Neun Tarife von fünf Versicherern erfüllten diese Anforderungen. Alle dieser Tarife versichern E-Bikes. Klassische Fahrräder sind nur in sechs Tarifen von drei Versicherern versicherbar.

Für alle neun Tarife fragten wir online die Prämien ab. Sofern mehrere Tarife eines Anbieters unsere Kriterien bezüglich der Leistung erfüllten, betrachteten wir den jeweils günstigeren. Unsere elf Musterprofile unterschieden zwischen Groß- und Kleinstadtadressen.

Der jährliche Beitrag für ein normales Fahrrad zum Kaufpreis von 1.500 Euro lag bei unserer Untersuchung zwischen knapp 100 und 190 Euro. Am günstigsten waren die Anbieter Waldenburger (Krist) und P&P Pergande & Pöthe. Während die Prämie bei P&P ausschließlich vom Preis des Fahrrads abhängt, fließt bei der Waldenburger auch die Postleitzahl ein. Denn je nach Wohnort ist die Gefahr höher, dass das Fahrrad gestohlen wird.

Bei den E-Bikes haben wir für zwei verschiedene Kaufpreise die Angebote der Versicherer abgefragt. Sowohl E-Bikes für 1.500 Euro als auch für 2.500 Euro versichert die Waldenburger Versicherung (Krist) am günstigsten. Allerdings schließt der Versicherungsschutz Ersatz bei Verschleiß aus. Die Ammerländer bietet den umfangreichsten Schutz, sie erhält in unserer Auswertung als einziger Anbieter die volle Punktzahl. Dieser Schutz ist aber auch deutlich teurer zu haben – zu einem Festpreis für alle E-Bikes. Bei der Wertgarantie hängt die Prämie für die Versicherung vom Kaufpreis des E-Bikes ab. Die Waldenburger macht auch bei E-Bikes die Prämie von der Diebstahlgefahr des Wohnortes abhängig.

Autor
Henriette Neubert
& Co-Autor
Dirk Eilinghoff

Stand: 04. September 2020


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