Hausratversicherung

Die Versicherung für Deine Sachen zuhause

Henriette Neubert
& Co-Autoren
24. September 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einer Hausratversicherung sicherst Du Dein Hab und Gut finanziell ab. Sie springt ein bei Schäden durch Feuer, durch ausgetretenes Leitungswasser, durch Sturm; aber auch bei Einbruchdiebstahl, Vandalismus und Raub.
  • Eine Hausratversicherung ist immer dann sinnvoll, wenn Du den Verlust Deiner Sachen nicht selbst ausgleichen kannst oder willst.
  • Bei der Hausratversicherung gibt es Klauseln, auf die Du besonders achten musst. Welche das sind, sagen wir Dir.
So gehst Du vor
  • Schau Dir die von uns aufgeführten Punkte an, die in Deinem Versicherungsvertrag besonders wichtig sind. Achte auch darauf, ob Du besonderen Schutz für Dein Fahrrad brauchst, oder gegen Elementarschäden wie Überschwemmung.
  • Nutze dann ein Vergleichsportal, um den für Dich passenden Tarif zu finden. Wir bei Finanztip empfehlen Dir dafür Mr-Money.

Ein Wasserrohrbruch kann die Möbel und den Fußbodenbelag ruinieren, eine vergessene Kerze verursacht einen Wohnzimmerbrand, ein Einbrecher klaut Bargeld und den teuren Fernseher oder randaliert, weil er nichts findet.

All diese Ereignisse strapazieren nicht nur die Nerven, sondern verursachen auch Kosten. Wie hoch diese sind, hängt davon ab, wie viel Dein Hausrat wert und wie groß der entstandene Schaden ist. Um zumindest nicht selbst auf dem Schaden sitzen zu bleiben, kann eine Hausratversicherung helfen. Doch nur, wenn man die richtige hat. Denn ob sie im Fall der Fälle auch zahlt, hängt nicht nur davon ab, was passiert ist, sondern auch welchen Schutz Du gewählt hast.

Wer braucht eine Hausratversicherung?

Ob Du eine Hausratversicherung abschließen solltest, hängt allein von Dir ab, es gibt keine Versicherungspflicht, wie etwa bei der Kfz-Versicherung. Wenn Du das Risiko eines Schadens in Deinen vier Wänden als gering einschätzt oder Du Deinen Hausrat zur Not auch aus der eigenen Tasche nochmal anschaffen könntest, benötigst Du keine Hausratversicherung.

Möchtest Du das finanzielle Risiko eines Schadens dagegen nicht allein tragen, kannst Du für Deine bewegliche Habe eine Hausratversicherung abschließen. Sie deckt alles ab, was in Deiner Wohnung, aber nicht fest am Haus verbaut ist: Möbel, Teppiche, Kleidung, Bücher oder Fahrräder. Außerdem auch die Einbauküche, wenn sie Dir gehört.

Sinnvoll ist diese Versicherung also vor allem, wenn Du viel Geld in Deine Einrichtung gesteckt hast und zum Beispiel nach einem Brand oder Einbruchdiebstahl die beschädigten oder gestohlenen Gegenstände nicht auf eigene Kosten neu anschaffen kannst oder willst.

Was zahlt die Hausratversicherung?

Für welche Schäden Deine Hausratversicherung in welcher Höhe einspringt und welche Gegenstände versichert sind, ist ganz genau in den Vertragsbedingungen geregelt. Auch wenn sich die einzelnen Tarife voneinander unterscheiden, gibt es einige Regelungen, die in allen Tarifen enthalten sind.

Der Versicherungsort

Der Versicherungsschutz gilt für Deine Wohnung oder Dein Haus, also den Ort, an dem Du dauerhaft wohnst und den Du bei Vertragsabschluss angegeben hast. Zur Wohnung gehören auch Terrasse und Anbauten, Kellerräume sowie privat genutzte Räume oder Garagen in der Nähe der Wohnung.

Räume, die Du ausschließlich gewerblich oder beruflich nutzt, gehören nicht zum versicherten Wohnort, wenn Du sie über einen separaten Eingang betreten kannst. Deine berufliche Werkstatt in der Garage neben Deinem Einfamilienhaus ist demnach nicht in den Versicherungsschutz eingeschlossen, ein häusliches Arbeitszimmer hingegen schon.

Nicht immer müssen die versicherten Gegenstände aber bei Dir zuhause lagern. Wird Dir etwa während eines Urlaubs die Uhr aus dem Hotelzimmer geklaut, ist das ebenfalls versichert. Doch Achtung, eine solche Außenversicherung greift zeitlich nur begrenzt – meist für maximal drei Monate, wenn Du oder eine mitversicherte Person auf Reisen sind.

Wenn Du Kinder hast, die in einer eigenen Wohnung leben und gerade eine Ausbildung oder ein freiwilliges Jahr absolvieren, gilt auch für sie beziehungsweise deren Hausrat die Außenversicherung.

Die versicherten Gefahren im Basisschutz

Die Hausratversicherung zahlt, wenn Dein Hausrat durch klar definierte Ereignisse beschädigt wird oder abhanden kommt. Zu diesen Ereignissen zählen:

  • Brand, Blitzschlag und daraus resultierende Überspannung, Explosion, Implosion
  • Einbruchdiebstahl (auch der Versuch) und Vandalismus
  • Austritt von Leitungswasser
  • Naturgefahren wie Sturm oder Hagel

Du bist also zum Beispiel versichert, wenn der Blitz in Deinem Wohnhaus einschlägt und durch Überspannung Deinen Fernseher zerstört. Auch wenn Hagel Deine Markise zerschlägt oder ein Wasserrohrbruch Deinen Teppich ruiniert, sind das Fälle für Deine Hausratversicherung.

Bei Einbruchdiebstahl ist zunächst der Schaden durch klassischen Wohnungseinbruch versichert. Zum Schaden zählt neben den gestohlenen Gegenständen auch das zerstörte Türschloss oder Fenster. Auch wenn Dir der Schlüssel geklaut wird und in der Folge ein Diebstahl passiert, ist das abgesichert. Ebenso der räuberische Diebstahl, also Diebstahl unter Gewaltandrohung.

Im Zusammenhang mit einem Einbruch ebenfalls von der Hausrat gedeckt ist Vandalismus – also wenn ein Einbrecher Deine Einrichtung mutwillig beschädigt oder zerstört.

Was gehört alles zum Hausrat?

Zum Hausrat gehören zum Beispiel Möbel, Haushaltsgegenstände und -geräte sowie Kleidung. Auch geliehene Gegenstände sind durch die Hausratversicherung geschützt. Die Einbauküche gehört zum Hausrat, wenn Du die Küche eingebaut oder dafür bezahlt hast. Das gilt auch für Laminat, das Du als Mieter in der Wohnung verlegt hast.

Die Versicherung deckt auch Schäden an privat genutzten Antennen und Markisen ab. Ob Gartenmöbel versichert sind und in welchem Ausmaß, ist vom Anbieter abhängig.

Welchen Wert ersetzt die Hausratversicherung?

Im Schadensfall ersetzt Dir die Versicherung den Schaden zum Neuwert. Auch wenn Deine Couch schon fünf Jahre alt war, erhältst Du das, was sie neu gekostet hat. Immerhin soll das Geld dafür da sein, dass Du Dir eine neue Couch kaufen kannst.

Wertsachen erstattet die Hausratversicherung in aller Regel nur bis zu einer bestimmten Obergrenze, meist liegt diese bei 20 bis 25 Prozent der Versicherungssumme.

Welche Kosten ersetzt die Hausratversicherung?

Zu den versicherten Kosten zählt aber nicht nur der Neuwert Deines zerstörten Hausrates. Auch weitere Kosten, die durch den Versicherungsfall verursacht wurden, sind versichert. Hierzu zählen zum Beispiel Aufräumkosten, Hotelkosten, wenn Du nach einem Brand Deine Wohnung nicht nutzen kannst (zeitlich begrenzt, je nach Tarif), Bewachungskosten oder Reparaturkosten.

Hast Du eine Selbstbeteiligung gewählt, ist das die Summe, die Du bei jedem Schaden maximal selbst trägst. Die Versicherung kürzt ihre Zahlung um diesen Betrag.

Wann zahlt die Hausratversicherung nicht oder nur gegen Aufpreis?

Fällt ein Gegenstand anlasslos herunter oder geht einfach kaputt, ist er nicht versichert. Die Versicherung zahlt in der Regel auch nicht, wenn Du ohne Gewaltanwendung auf der Straße bestohlen wirst. Auch Schäden infolge von Krieg, inneren Unruhen und durch Kernenergie sind nicht abgesichert.

Wird Dir Dein Fahrrad außerhalb Deiner vier Wände geklaut, ist dies in den meisten Tarifen nicht von der Hausratversicherung abgedeckt. Allerdings kannst Du es mit einer Zusatzvereinbarung, der sogenannten Fahrradklausel mit absichern. Dadurch wird die Versicherung allerdings teurer. Wie viel, hängt vom Wert Deines Fahrrads ab.

Tipp: Wenn Du ein teures Rad hast, vergleiche, ob eine extra Fahrradversicherung die bessere Wahl ist.

Bei den meisten Versicherungen ebenfalls nicht im Grundtarif enthalten sind sogenannte Sengschäden, also Schäden, die durch Hitze ohne Feuer entstehen. Auch Wasserschäden, verursacht durch Plansch-, Reinigungs- oder Aquariumwasser, müssen zusätzlich abgesichert werden.

Wenn Du ein großes Aquarium hast, kann sich auch eine zusätzliche Glasversicherung lohnen, in den meisten Fällen raten wir Dir aber von dieser Zusatzleistung ab.

Was sind Elementarschäden?

Um auch im Fall von Überschwemmungen, Hochwasser oder Erdbeben versichert zu sein, kannst Du Deine Hausratversicherung um den Punkt Elementarschäden erweitern. Denn nicht jede Naturgefahr ist standardmäßig ein durch die Hausratversicherung abgedecktes Ereignis. Wie bei der Wohngebäudeversicherung werden für die Elementarschadenversicherung auch bei der Hausrat deutlich höhere Beiträge fällig. Schau genau, ob Du diesen Zusatz brauchst.

Was kostet eine Hausratversicherung?

Wieviel eine Hausratversicherung kostet, hängt stark von Deiner individuellen Situation ab: Wie groß ist Deine Wohnfläche? Wo wohnst Du? Welche Zusatzversicherung möchtest Du haben? Deshalb lässt sich kein Anbieter durchweg empfehlen. Vielmehr empfehlen wir Dir, ein Vergleichsportal zu benutzen, um den für Dich besten Vertrag zu erhalten.

Um ein Gefühl für die Kostenspanne zu bekommen, hier ein paar Beispiele:

Preisbeispiele: So günstig kann eine Hausratversicherung sein

OrtWohnungsgrößePreis pro Jahr
Strasburg (Mecklenburg-Vorpommern)80 m²25 €
Köln80 m²63 €
Günzburg (Bayern)120 m²35 €
Berlin 120 m²83 €

Alle Tarife mit maximal 150 Euro Selbstbeteiligung, ohne Elementarversicherung und Fahrradklausel, Laufzeit ein Jahr. 
Quelle: Mr-Money (Stand: 21. September 2020)

Wo bekommst Du die passende Hausratversicherung?

Tarife der Hausratversicherungen bieten viele Wahlmöglichkeiten, über die Du Deinen Versicherungsschutz individuell anpassen kannst. Vergleichsportale im Internet sind die beste Möglichkeit, eine gute und passende Hausratversicherung zu finden, die außerdem noch günstig ist.

Eine solide Basisdeckung sollte unsere Kriterien erfüllen. Diese kannst Du dann noch um weitere Kriterien ergänzen, die Dir wichtig sind. Vergleichsportale handeln als Versicherungsmakler und sind deswegen gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Kunden nach deren Wünschen und Bedürfnissen zum Versicherungsschutz zu befragen.

Die Portale setzen das um, indem sie entweder konkrete Fragen formulieren oder Filter bereitstellen, mit denen Du bestimmte Leistungen gezielt auswählen kannst. Bei den Portalen, die wir empfehlen, kannst Du die Finanztip-Mindestkriterien direkt einstellen.

Wir haben zuletzt im April und Mai 2018 Portale mit Angeboten bei der Hausratversicherung umfassend untersucht. Details zu unserem Vorgehen kannst Du am Ende dieses Textes nachlesen.

Sowohl Mr-Money, Verivox und Ino24 boten in unserer Untersuchung die von uns empfohlenen Filter. Über diese konnten wir sehr übersichtlich die Angebote vergleichen. Die Portale vergeben für die Tarifdetails der Versicherer Punkte. Eine hohe Punktzahl bedeutet eine sehr gute Bewertung des Angebots. Allerdings muss die höchste Bewertung nicht zwingend die für Dich Beste sein. Es lohnt sich, im Detail zu schauen und zu vergleichen, ob Du einen hohen Leistungsumfang, der meist etwas teurer ist, auch benötigst.

Nutze dafür den Detail- oder Leistungsvergleich, den jedes Portal anbietet. Damit kannst Du Dir die Leistungen der einzelnen Tarife genauer anschauen und auch mehrere Tarife gegenüberstellen und miteinander vergleichen. So erkennst Du schnell, welcher Tarif das beinhaltet, was Du brauchst und zu welchem Preis.

Die Angaben in den Vergleichen sind keine Interpretationen der Portale, sondern stammen normalerweise direkt von den Versicherern. Die Leistungsvergleiche sind also in der Regel verlässlich. Trotzdem gelten am Ende die Versicherungsbedingungen des abgeschlossenen Tarifes – auch wenn dort etwas anderes steht als im Leistungsvergleich. Schau Dir also den Versicherungsschein und die Bedingungen noch einmal genau an, bevor Du einen Vertrag abschließt.

Dabei solltest Du auf einige Punkte achten: Manche Tarifen enthalten feste Höchstgrenzen in Euro für die einzelnen Versicherungsfälle; in anderen machen die Versicherer die Angaben in Prozent der Versicherungssumme. Neben dem Grundtarif gibt es diverse Erweiterungen, die den Versicherungsschutz ausweiten, aber auch verteuern. Achte darauf, bis zu welcher Höhe der Versicherungssumme Ergänzungen gelten, die Du über den Basisumfang hinaus im Vertrag haben möchtest.

Mr-Money zeigte in der gesamten Analyse die besten Tarife zu einem sehr günstigen Preis. Dieses Portal liegt unserer Einschätzung nach für die Hausratversicherung deutlich vorn und ist daher unsere Empfehlung. Da Verivox Daten von Mr-Money nutzt, aber weniger Tarife anzeigt, empfehlen wir das Portal nicht.

Mr-Money
günstiges Portal mit sehr guten Filtern
  • stets gute Preise
  • sehr viele einstellbare Kriterien zur Tarifauswahl
  • übersichtliches Portal

Wenn Du bereits eine Hausratversicherung hast, solltest Du sie regelmäßig überprüfen. Es kann sich lohnen, einen neuen Vertrag abzuschließen, der mehr Schadensfälle einschließt – und dabei sogar weniger kostet. Bei Mr-Money kannst Du Deinen aktuellen Tarif direkt mit der Konkurrenz bewerten lassen und selbst vergleichen.

Worauf solltest Du bei der Tarifauswahl achten?

Eine Hausratversicherung sollte bestimmte Bausteine unbedingt enthalten. Daneben gibt es Elemente, die zwar hilfreich, aber nicht unbedingt nötig sind, die Kann-Optionen, sowie weniger wichtige Bestandteile. Wenn Du eine Hausratversicherung suchst, achte darauf, dass das Angebot alle Dir wichtigen Kriterien erfüllt.

Absolute Muss-Bausteine

Grobe Fahrlässigkeit - Wenn Du Dein Haus mit offener Terassentür verlässt und es ein Dieb dadurch leichter hat einzudringen, kann Dir die Versicherung vorwerfen, grob fahrlässig gehandelt zu haben. Dies gilt auch, wenn Du eine Kerze anzündest, diese für längere Zeit unbeaufsichtigt lässt und es beginnt zu brennen.

Die Versicherung kann die Leistung grundsätzlich kürzen oder die Zahlung komplett ablehnen, wenn Du grob fahrlässig gehandelt hast. Es gibt allerdings die Möglichkeit, im Vertrag den Zusatz „Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit“ zu vereinbaren, dann zahlt der Anbieter auch in solchen Fällen. Bei einigen Tarifen gilt das nur bis zu einer niedrigeren Schadenssumme. Achte deshalb besser darauf, dass dieser Schutz bis zur vollen Versicherungssumme gilt.

Erweiterung des Brandbegriffs - Mit drei zusätzlichen Bausteinen erhöhst Du den Versicherungsschutz für Schäden durch Brand (sogenanntes Nutzfeuer oder Glut). Nimm erstens Schäden durch Rauch und Ruß sowie zweitens Seng- und Schmorschäden dazu. Drittens empfehlen wir die Ergänzung um Überspannungsschäden. Dann muss nicht erst ein Blitz in Dein Haus eingeschlagen haben, damit Du den Kurzschlussschaden am Fernseher ersetzt bekommst.

Diese Bausteine solltest Du prüfen

Die meisten Zusatzoptionen, die Du auswählen kannst, erhöhen Deine Versicherungsbeiträge, zum Teil sehr stark. Deswegen sind diese Ergänzungen für einige Menschen Geldverschwendung, während sie für andere sehr sinnvoll sein können.

Elementarschadenversicherung - Die Elementarschadenversicherung greift bei den Folgen von Naturereignissen. Dazu gehören zum Beispiel Überschwemmung, Erdbeben, Erdsenkung und Schneelast. In Hochwassergebieten ist dieser Schutz oft teuer. Zudem trägst Du bei einem Elementarschaden meistens einen hohen Selbstbehalt, oft 10 Prozent des Schadens oder bis 500 Euro. Wenn Du in einer Region wohnst, die regelmäßig von Naturereignissen betroffen ist, kann sich dieser Schutz trotzdem lohnen. Du kannst aber nicht nur einen einzelnen Elementarschaden wie Erdsenkung versichern, sondern musst immer alle gemeinsam in einem Paket nehmen.

Fahrradversicherung - Wird das Fahrrad auf der Straße gestohlen, greift die Hausratversicherung nicht automatisch. Sie zahlt normalerweise nur bei Einbruch mit Diebstahl aus verschlossenen Räumen. Willst Du, dass Dein Fahrrad auch draußen auf der Straße versichert ist, kann sich eine Fahrradklausel lohnen.

Hast Du ein besonders teures Rad, ist vielleicht eine extra Fahrradversicherung das Richtige für Dich. In diesem Vertrag sind dann auch Schäden durch Unfälle versichert.

Wasserschadenversicherung - Wenn Du ein Aquarium oder Wasserbett besitzt, wird eine solche Erweiterung interessant. Denn der Grundtarif deckt meist nur Schäden durch Leitungswasser aus dem Rohrsystem ab.

Wertsachen - Bei Wertsachen wie Schmuck, Kunst und Antiquitäten greift die Versicherung in der Regel zu 20 bis 25 Prozent der Versicherungssumme. Sofern das für Deine Wertsachen nicht ausreicht, solltest Du Dich für eine höhere Deckung entscheiden.

Weniger wichtige Bausteine

Diebstahl aus dem Auto - Du kannst Gegenstände, die in Deinem Auto nicht fest verbaut sind, wie Handy, Kamera oder Kindersitze, über Deine Hausratversicherung extra gegen Diebstahl absichern. Bei dem Diebstahl von Wertsachen bekommst Du den Schaden nur dann ersetzt, wenn sie von außen nicht erkennbar waren.

Glasversicherung - Eine extra Glasversicherung lohnt sich in den meisten Fällen nicht. Lediglich bei teuren Glasbauten wie einem Wintergarten oder großen Aquarium kann das sinnvoll sein.

Es gibt insgesamt wenig, was Du nicht versichern kannst. Das reicht von Wäsche auf der Leine über Kinderwagen und Rollatoren im gemeinschaftlichen Hausflur. Natürlich musst Du dafür auch mehr zahlen. Die Frage, die Du Dir stellen solltest ist, ob Du jeden möglichen Schaden versichern musst. Denn jeder zusätzliche Baustein erhöht die Beiträge.

Tipp: Schreibe auf, wie viele Schäden in welcher Höhe Dir in den letzten fünf Jahren entstanden sind, bei denen eine Hausratversicherung eingesprungen wäre. Berechne, wie viel Dich dieser Schutz für diese fünf Jahre gekostet hätte und vergleiche beide Beträge miteinander.

Wenn Du eine Selbstbeteiligung gewählt hast, sind solche Ergänzungen noch weniger sinnvoll. Denke daran: Die Hausratversicherung soll ein Schutz vor dem finanziellen Ruin sein.

Worauf solltest Du bei der Hausratversicherung noch achten?

Es gibt neben den Muss- und den Kann-Bausteinen bei der Hausratversicherung noch einige weitere wichtige Punkte, die Du bei der Auswahl und während der Laufzeit des Vertrags im Blick haben solltest.

Darauf kommt es beim Vertragsabschluss an

Vermeide eine Unterversicherung. Wenn Du sparen möchtest, indem Du eine niedrige Versicherungssumme angibst, kann es sein, dass der Versicherer Schäden nicht in voller Höhe ersetzt. Ist der Hausrat 80.000 Euro wert und nur mit 40.000 Euro versichert, ersetzt der Versicherer Schäden nur zur Hälfte. Der Versicherer spricht dann von einer Unterversicherung. Für einen entstandenen Schaden in Höhe von 1.000 Euro erhältst Du dann nur anteilig 500 Euro erstattet.

Empfehlung: Wähle die Option Unterversicherungsverzicht. Dann setzt der Versicherer einen festen Betrag (meist 650 Euro) pro Quadratmeter Wohnfläche fest und prüft im Schadensfall nicht, ob Du unterversichert bist.

Wenn Du Dir sicher bist, dass Dein Hausrat weniger wert ist, kannst Du seinen Wert mithilfe einer Wertermittlungstabellen auch selbst festlegen und dokumentieren, um Versicherungsbeiträge zu sparen. Die Hausratversicherung wird dann günstiger, gleichzeitig hast Du mit der Auflistung im Schadensfall einen Nachweis, dass keine Unterversicherung vorlag.

Wähle eine Selbstbeteiligung. Wir empfehlen sie, weil sie den Beitrag für die Versicherung senkt und kleine Schäden finanziell nicht existenzbedrohend sind.

Darauf kommt es während der Vertragslaufzeit an

Heb Kaufbelege für teure Anschaffungen auf. Damit kannst Du bei Bedarf nachweisen, wie viel der Gegenstand gekostet hat. Mit einem Foto dokumentierst Du, wie er aussah und wo Du ihn üblicherweise in Deiner Wohnung aufbewahrt hast. Bewahre die Nachweise für den Fall eines Brands außerhalb der Wohnung auf, zum Beispiel indem Du die Dokumente online speicherst.

Bei sehr teuren Anschaffungen musst Du gegebenenfalls die Versicherungssumme anpassen. Melde solche Käufe unbedingt der Versicherung.

Hausrat- und Gebäudeversicherung sollten aus einer Hand sein. Hausbesitzer schließen ihre Gebäudeversicherung und die Hausratversicherung am besten bei demselben Anbieter ab. So lässt sich Gerangel zwischen verschiedenen Versicherern vermeiden, wenn es zu einem Schaden kommt.

Melde einen Umzug. Wenn Du umziehst, musst Du Deinem Versicherer das mitteilen. Ansonsten ist Dein Hausrat in der neuen Wohnung nicht mehr geschützt. Für einen gewissen Zeitraum während des Umzugs gilt Versicherungsschutz allerdings in beiden Wohnungen, wie lange genau, steht in den Vertragsbedingungen.

Falls Du Dich räumlich vergrößerst, kostet die Versicherung entweder automatisch mehr oder Du nutzt jetzt eine Wertermittlungstabelle, um nicht zu viel zu zahlen.

Melde eine Gefahrenerhöhung. Wird zum Beispiel ein Gerüst am Haus errichtet, solltest Du das Deinem Versicherer melden. Denn das Gerüst erhöht die Gefahr eines Einbruchs. Bricht bei Dir jemand ein und Du hast das Gerüst vorher nicht gemeldet, kann die Versicherung auf die versäumte Meldung verweisen und versuchen, die Zahlung zu kürzen oder gar zu verweigern. Spielt das Gerüst allerdings für den Schaden gar keine Rolle, etwa bei einem Brand, musst Du keine Kürzung der Zahlung befürchten.

Auch wenn Du länger nicht zuhause bist, musst Du Deine Hausratversicherung informieren. Denn auch Abwesenheit gilt als Gefahrenerhöhung. Ob das bereits nach sechs Wochen oder erst nach drei Monaten der Fall ist, hängt vom Vertrag ab.

Was musst Du im Schadensfall beachten?

Je mehr versichert ist, desto eher wirst Du die Versicherung in Anspruch nehmen wollen. Da aber auch Versicherer immer knapper kalkulieren, schauen die Unternehmen sehr genau, wie viele Schäden in welcher Höhe ein Kunde meldet. Wird der Kunde zu teuer, kündigen sie möglicherweise beim nächsten Schaden, und es wird schwer, mit dieser Vorgeschichte einen neuen Anbieter zu finden. Überlege daher genau, ob Du wirklich jeden kleinen Schaden ersetzen lassen musst.

Auf folgende Punkte musst Du achten, Wenn Du der Versicherung einen Schaden meldest:

Schadensmeldung und Obliegenheiten - Ist ein Schaden eingetreten, musst Du diesen der Versicherung so schnell wie möglich melden. In den Bedingungen steht „unverzüglich“. Du kannst natürlich nur die Schäden melden, von denen Du weißt. Daher kommt es darauf an, wann Du von dem Schaden erfahren hast.

Du musst außerdem sofort etwas unternehmen, um zu verhindern, dass der Schaden größer wird. Dazu zählt beispielsweise, dass Du den Hauptwasserhahn abdrehst, wenn das Leitungswasser durch ein gebrochenes Rohr in Deine Küche sprudelt.

Wenn Du auf dem Weg zum Hauptwasseranschluss in aller Eile hängenbleibst und Dein Pullover reißt oder Du eine teure Decke auf die brennende Kerze wirfst, um ein Feuer zu löschen, bekommst Du diese Schäden ersetzt. Und zwar ohne Prüfung von Unterversicherung und auch ohne Selbstbeteiligung. Denn das sind Schadenminderungskosten. Wichtig: Bring Dich nicht in Gefahr.

Wenn ein Schaden entstand, musst Du ihn beweisen. Bei Blitz- und Sturmschäden kannst Du auf die Wettermeldungen des Deutschen Wetterdienstes zurückgreifen. Bei einem Einbruch musst Du eine Anzeige bei der Polizei nachweisen. Hier helfen außerdem Fotos. Ist ein Brand für den Schaden verantwortlich, musst Du nachweisen, wie genau der Schaden entstanden ist. Je weiter Dein Vertrag den Brandbegriff fasst (Ruß- oder Sengschäden mitversichert), desto einfacher ist es für Dich, Deiner Beweis- und Darlegungslast nachzukommen.

Falls Du unzufrieden mit der Entscheidung Deines Versicherers bist, weil er den Schaden komplett oder teilweise abgelehnt hat, kannst Du Dich an den Versicherungsombudsmann wenden.

So haben wir getestet

Test Hausratversicherungen

Finanztip hat im April und Mai 2018 alle auf den ersten fünf Google-Seiten auffindbaren Vergleichsportale für Hausratversicherungen unter den Suchbegriffen „Hausratversicherung“ und „Hausratversicherung Vergleich“ untersucht. Ausgeschlossen haben wir dabei von vornherein Seiten, auf denen Nutzer zuerst ihre persönlichen Daten eingeben müssen, um ein Ergebnis angezeigt zu bekommen. Auch Portale, die lediglich ein identisches Angebot einer anderen Internetseite zeigen („doppelte Portale“), haben wir ausgeschlossen.

Für unsere Untersuchung 2018 haben wir haben 20 Vergleichsportale hinsichtlich ihrer Funktionalität untersucht, Dich zum besten Ergebnis zu führen. Dabei kam es uns nicht allein auf die Anzahl der möglichen Filter an. Weil wir über die obigen Kriterien den Basisschutz bestimmt haben, mussten die Portale aber zumindest diese Eingaben aufweisen.

Wir haben parallel auch geprüft, welche Tarife die Portale vorschlagen, wenn wir nicht konkret nach den Finanztip-Kriterien fragen. Dabei wurden auch Angebote angezeigt, die im gewünschten Segment keinerlei Absicherung anboten. Wir haben uns deswegen in der weiteren Analyse nur noch drei Portale angesehen, bei denen Filter zu allen unseren Basiskriterien vorhanden waren.

Näher angesehen haben wir uns Ino24, Mr-Money und Verivox. Verivox nutzt zwar Daten von Mr-Money, wählt aber die Filter und die angezeigten Tarife selbst aus und war deshalb auch Gegenstand unserer Untersuchung. Allerdings zeigt das Portal weniger Tarife an als Mr-Money, weshalb wir Verivox nicht empfehlen.

Wir haben in unseren Testprofilen folgende Kriterien für gute Hausratversicherungen aufgestellt, die die meisten Versicherungen erfüllen:

  • grobe Fahrlässigkeit: Deckung bis zur vollen Versicherungssumme;
  • Überspannungsschäden durch Blitz: Deckung bis zur vollen Versicherungssumme;
  • Rauch- und Rußschäden: Deckung bis zur vollen Versicherungssumme;
  • Seng- und Schmorschäden: Deckung bis zur vollen Versicherungssumme;
  • Elementarschäden: Deckung bis zur vollen Versicherungssumme, sofern beantragt;
  • Fahrraddiebstahl: Deckung bis 3 Prozent der Versicherungssumme oder bis 1.500 Euro, sofern beantragt.

Die Portale haben wir anhand von 18 Musterprofilen auf die besten Preise hin getestet. Die Profile unterschieden sich in Wohnort und Wohnungsgröße. Zudem haben wir nach Tarifen mit oder ohne Elementarschäden und mit oder ohne Fahrradeinschluss gesucht. Erfüllte der günstigste Anbieter auf dem Portal nicht unsere oben genannten Kriterien, haben wir den zweitgünstigsten genommen und diesen analysiert – und so weiter, bis wir die günstigste Versicherung gefunden hatten, die unseren Kriterien genügt.

Von den drei untersuchten Portalen bleibt als Empfehlung nur Mr-Money übrig. Verivox arbeitet mit dem Rechner von Mr-Money, zeigte aber im Rahmen unseres Tests weniger Tarife an. Ino24 war in unserer Erhebung immer teurer als Mr-Money. Da die verglichenen Tarife auf beiden Portalen unsere Mindestkriterien erfüllten, war uns danach der Preis wichtiger als etwaige teure Mehrleistungen.

In keinem unserer Profile ließ sich ein höherer Preis begründen. Dabei ist die Preisspanne teilweise sehr groß. Ino24 war über alle 18 Profile im Durchschnitt 26 Prozent teurer, in der Spitze sogar 95 Prozent.

Autor
Henriette Neubert
& Co-Autoren
Dirk Eilinghoff , Silke Kursawe

24. September 2020


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Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

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