Rechtsschutzversicherung

So erhalten Sie finanzielle Unterstützung bei einem Rechtsstreit

Kathrin Gotthold
& Co-Autor
Stand: 09. August 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten eines Rechtsstreits.
  • Sie benötigen den richtigen Vertrag: Es gibt Privat-, Berufs-, Wohn- und Verkehrsrechtsschutz.
  • Wichtige Themen wie Hausbau, Unterhalt oder Scheidung sind vom Versicherungsschutz teils ausgeschlossen.
  • Der Rechtsstreit darf noch nicht laufen, wenn Sie die Versicherung abschließen.
  • Rechtsschutz ist keine Versicherungen, die Sie unbedingt haben müssen.
So gehen Sie vor
  • Prüfen Sie mit Hilfe unseres Textes, ob eine Rechtsschutzversicherung die für Sie wichtigen Bereiche einschließt. 
  • Sind Sie überzeugt, dass Sie eine Rechtsschutzversicherung brauchen, dann greifen Sie zu einem Tarif mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Solche Angebote haben wir in einem umfangreichen Test ermittelt. Gute Bewertungen in allen Bereichen erhielten Arag Komfort und Auxilia Jurprivat
  • Wenn Sie besonderen Wert auf Arbeitsrecht und Familienrecht legen, empfehlen wir den Tarif PBV Plus der Huk24. Besonders günstig ist hingegen der Tarif Optimal der WGV.

Statistisch gesehen hat die Hälfte der Haushalte in Deutschland eine Rechtsschutzversicherung. Für Ärger mit Arbeitgeber oder Vermieter. Oder einfach, weil man sein Recht vor Gericht durchsetzen will, ohne Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro zu riskieren. Doch wie sinnvoll ist ein solcher Vertrag tatsächlich?

Haben Sie vor Rechtsschutz an Haftpflicht und BU gedacht?

Grundsätzlich gilt: Es gibt wichtigere Versicherungen als die Rechtsschutzversicherung, etwa eine Privathaftplicht und eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Denn bei diesen Versicherungen ist das finanzielle Risiko für die meisten Verbraucher wesentlich höher.

Eine Rechtsschutzversicherung sichert dagegen ein meist überschaubares finanzielles Risiko ab. Noch dazu betrifft es viele Verbraucher gar nicht: Die Wahrscheinlichkeit, an einem Gerichtsprozess beteiligt zu sein, ist statistisch nicht besonders hoch. In einer Befragung der Roland Rechtsschutzversicherung aus dem Jahr 2018 gaben nur 27 Prozent der Befragten an, in den letzten zehn Jahren an einem oder mehreren Gerichtsprozessen beteiligt gewesen zu sein – und zwar entweder als Kläger, Beklagter oder auch Zeuge.

Es ist also durchaus fraglich, ob es sich lohnt, für diesen Schutz (je nach Umfang der Versicherung) mehrere Hundert Euro im Jahr auszugeben. Eine Erstberatung durch einen Anwalt oder einen Austausch anwaltlicher Schreiben können viele Verbraucher auch aus eigener Tasche bezahlen. Viele Streitigkeiten lassen sich bereits in diesem vorgerichtlichen Bereich beilegen.

Für wen Rechtsschutz sinnvoll ist

Außerdem sollten Sie prüfen: Sind Sie in einem Verein oder einer Gewerkschaft? Dann sind Sie vielleicht schon in Teilbereichen abgesichert. 

Ob und in welchem Umfang sich eine private Rechtsschutzversicherung lohnt, hängt auch von Ihren Lebensumständen ab. Fragen Sie sich, ob es Lebensbereiche gibt, in denen rechtlicher Ärger auf Sie zukommen könnte. Pendeln Sie jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit oder befürchten Sie Ärger im Job? Dann könnte es sich lohnen, einen Verkehrs- oder Arbeitsrechtsschutz abzuschließen. Ein Rentner ohne eigenes Auto braucht in diesen Bereichen hingegen keinen Schutz. 

Hinzu kommt die Frage, wie stark Ihre Neigung zu rechtlichen Auseinandersetzungen ist. Ist es Ihnen wichtig, stets alle Möglichkeiten auszuschöpfen? Schreckt Sie der zeitliche und nervliche Aufwand eines Rechtsstreits nicht? Dann kann eine Rechtsschutzversicherung hilfreich sein. Denn durch den Schutz vor hohen Kosten sorgt sie dafür, dass Sie Ihr Recht auch gegenüber finanzkräftigen Streitgegnern, wie großen Unternehmen, durchsetzen können.

Was deckt eine gute Rechtsschutzversicherung ab?

Rechtsschutzversicherungen funktionieren in der Regel nach einem Baukastenprinzip. Sie können sich aus einzelnen Bausteinen den für Sie passenden Schutz zusammenstellen. Dabei lassen sich in der Regel folgende Lebensbereiche absichern: Privates, Beruf, Verkehr sowie Miete und Immobilien. Der Vorteil an dem Modell des Baukastenprinzips: Versicherte müssen nicht für Leistungen bezahlen, die sie nicht brauchen. Der Nachteil: Was nicht im Vertrag eingeschlossen ist, wird auch nicht bezahlt. Gibt es etwa Streit mit dem Chef um den Arbeitsvertrag und der Kunde hat ausschließlich Verkehrsrechtsschutz vereinbart, springt die Versicherung nicht ein.

Wenn Sie als Familie oder Paar zusammenleben, brauchen Sie nur einen Vertrag. Auch Ihre erwachsenen, unverheirateten Kinder sind in Familientarifen mitversichert. Bis sie einen Beruf aufnehmen sogar, sofern sie nicht mehr zuhause leben. Einige Tarife schließen auch weitere im Haushalt lebende Familienmitglieder ein. In unserer Untersuchung am weitesten geht hier die Arag: sie weitet den Versicherungsschutz auf alle mit im Haushalt lebenden Verwandten und Schwäger aus.

Wir haben in unserem Vergleich von Rechtsschutzversicherungen Tarife analysiert, die Privat-, Berufs-, Wohn- und Verkehrsrechtsschutz abdecken. Denn das sind die Bereiche, in denen Rechtsschutzversicherungen am häufigsten einspringen.

Unsere Baustein-Kombination bietet Ihnen Absicherung in folgenden Bereichen:

Verträge - Streit rund um Reise-, Kauf-, Dienstleistungs- und Versicherungsverträge, etwa wenn der Handwerker gepfuscht hat oder Sie wegen Reisemängeln Geld zurückverlangen.

Schadensersatz - Unterstützung beim Durchsetzen von Schadensersatzansprüchen, beispielsweise nach einem Unfall mit dem Auto, dem Rad oder zu Fuß.

Beruf - Wird der Lohn nicht gezahlt, kein Urlaub gewährt oder ein schlechtes Arbeitszeugnis ausgestellt, können Arbeitnehmer mit Hilfe der Rechtsschutzversicherung dagegen vorgehen. Auch Auseinandersetzungen rund um eine Abmahnung, Kündigung oder Abfindung sind gedeckt.

Steuer - Gerichtlicher Streit mit dem Finanzamt, etwa um die Anerkennung von Sonderausgaben, Werbungskosten oder außergewöhnlichen Belastungen.

Soziales - Wollen Sie die Anerkennung einer Erwerbsminderung oder Berufskrankheit erstreiten oder liegen Sie im Clinch mit Ihrer Krankenkasse, übernimmt die Rechtsschutzversicherung die Kosten eines Verfahrens.

Verwaltung - Ärger mit einer Behörde in Verkehrssachen, beispielsweise weil Ihnen der Führerschein entzogen wurde und Sie ihn nicht zurückbekommen sollen.

Strafrecht - Der Versicherungsschutz gilt für Verkehrsdelikte, Ordnungswidrigkeiten und fahrlässige Vergehen. Wird Ihnen vorgeworfen, Sie hätten die Tat vorsätzlich begangen, zahlt nicht jede Versicherung.

Erbe und Familie - Beratung rund um Adoption, Unterhaltsfragen, Sorgerecht oder Erbschaft.

Haus und Wohnung - Im Wohnrechtsschutz sind Konflikte um Mieterhöhungen oder die Nebenkostenabrechnung, Kündigungen wegen Eigenbedarfs und Räumungsklagen abgedeckt. Wer eine Immobilie vermietet, muss dafür speziellen Vermieterrechtsschutz vereinbaren.

Welche Rechtsfragen sind vom Schutz ausgeschlossen?

Ein Rechtsschutzvertrag bietet kein Rundum-sorglos-Paket und ist auch nicht der „Retter in der Not“. Bestand ein Konflikt bereits vor Abschluss des Vertrages, ist er vom Schutz ausgeschlossen. 

Außerdem müssen Sie in vielen Fällen zwei bis drei Monate warten, bis Sie den Versicherungsvertrag in Anspruch nehmen können. Mit dieser Wartezeit wollen sich die Anbieter davor schützen, dass Kunden die Versicherung erst abschließen, wenn der Ärger und damit die Kosten schon absehbar sind. Doch es gibt Ausnahmen. Bei Verkehrsunfällen zum Beispiel steht der Rechtsschutzversicherer Ihnen gleich zur Seite. 

Es gibt auch Fälle, in denen von vornherein klar ist, dass die Versicherung nicht zahlt. Dazu zählen insbesondere:

  1. Abwehr von Schadensersatzansprüchen, wenn sie nicht auf einer Vertragsverletzung beruhen (für diesen Fall sollten Sie jedoch eine Haftpflichtversicherung haben),
  2. Auseinandersetzungen im Bereich Bauen und Baufinanzierung sowie Haus-, Wohnungs- und Grundstückseigentum (beispielsweise Planung, Bau oder Umbau einer Immobilie und Kauf oder Verkauf eines Baugrundstücks),
  3. vorsätzliche Straftaten,
  4. Urheber-, Marken- und Patentrecht,
  5. spekulative Kapitalanlagen sowie Spiel- und Wettverträge,
  6. Ärger in Zusammenhang mit selbstständigen oder gewerblichen Tätigkeiten (hierfür gibt es speziellen Rechtsschutz für Gewerbe oder Selbstständige),
  7. Streit zwischen gemeinsam in einem Familienvertrag versicherten Personen, etwa Ehepartnern.

Welche Fälle vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind, variiert von Anbieter zu Anbieter. Wer es genau wissen will, kann einen Blick in die Versicherungsbedingungen seines Vertrages werfen. Dort findet sich in Paragraf 3 all das, was nicht versichert ist.

Welche Kosten übernimmt eine Rechtsschutzversicherung?

Wenn die Versicherung Ihnen zugesagt hat, dass sie für Ihren Rechtsstreit zahlt, übernimmt sie in aller Regel neben den notwendigen Anwaltskosten auch

  • Gerichtskosten,
  • Gebühren für Zeugen und Sachverständige,
  • Kosten des Prozessgegners, wenn Sie vor Gericht verlieren,
  • bei Rechtsschutzfällen im Ausland Übersetzungs- und Fahrtkosten,
  • wenn nötig ein zinsloses Darlehen für eine Strafkaution.

Grundsätzlich nicht bezahlt die Versicherung hingegen Geldstrafen oder Bußgelder des Versicherten. 

So viel kosten Rechtsstreitigkeiten

Typischer Fall

Streitwert1 in Euro

Kosten2 in Euro

Mietminderung wegen Schimmels

10.269

4.933

Räumungsklage wegen Eigenbedarfs

5.868

2.947

Kündigungsschutzklage und Streit ums Arbeitszeugnis

17.012

3.295

Klage wegen zwei ausstehender Monatsgehälter

8.506

2.392

Reisemängel im Urlaub

2.700

1.747

Rückabwicklung eines Kaufvertrags über defekten Neuwagen

37.000

8.310

1 Den Streitwerten wurden jeweils aktuelle Durchschnittswerte nach Destatis beziehungsweise fiktive Kauf-/Reisepreise zu Grunde gelegt.
2 Gerichtskosten sowie Kosten des eigenen und des gegnerischen Anwalts (Ausnahme im Arbeitsrecht)
Quelle: Berechnungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (Stand: 4. Juni 2018)

Gilt Rechtsschutz nur vor Gericht?

In vielen Bereichen kommt die Rechtsschutzversicherung außerdem nicht nur für Streitigkeiten vor Gericht auf, sondern auch, wenn der Rechtsanwalt zunächst außergerichtlich tätig wird. 

Alle von uns untersuchten Anbieter zahlen zudem auch für einen Mediator. Sie übernehmen bei der Mediation Kosten für Fälle aus allen versicherten Rechtsgebieten. In der Regel zählen dazu auch Fälle, für die nur Beratungsrechtsschutz vereinbart ist. Das bedeutet, die Versicherung zahlt in diesen Fällen sonst nur für die Beratung durch einen Anwalt – für mehr aber nicht.

Sie haben zudem die Möglichkeit, sich telefonisch beraten zu lassen. Erreichen können Sie die Hotline Ihres Versicherers meist 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Im Unterschied zur Mediation übernehmen Rechtsschutzversicherer bei der telefonischen Rechtsberatung Kosten auch in Bereichen, in denen sonst laut Vertrag kein Rechtsschutz besteht. 

Gut zu wissen: wenn Sie die Rechtsberatung am Telefon nutzen, müssen Sie in der Regel keine Angst haben, dass Ihr Versicherer deshalb den Vertrag kündigt. Wir haben nur einen Anbieter gefunden, der auch die telefonische Rechtsberatung als kündigungsrelevanten Rechtsschutzfall einstuft. Allerdings gibt auch dieser Versicherer Ihnen viel Spielraum: Erst wenn Sie es schaffen mehr als neun Fälle in zwölf Monaten an ihn heranzutragen, kann er Konsequenzen ziehen.

Wann muss ich mit einer Kündigung rechnen?

Anders ist das, wenn Sie „echte“ Rechtsschutzfälle haben: Der Versicherer kann Ihnen dann kündigen. In den von uns untersuchten Tarifen hatten die Anbieter in der Regel nach zwei Fällen innerhalb von zwölf Monaten das Recht zur vorzeitigen Kündigung.

Beachten Sie: Neuen Privatrechtsschutz zu bekommen, nachdem Sie von Ihrem Versicherer gekündigt wurden, kann schwierig werden. Sie müssen im Antrag beim neuen Anbieter angeben, wer Ihren vorigen Vertrag gekündigt hat und in Folge dessen unter Umständen auch wie viele Schäden Sie in der Vergangenheit gemeldet haben. Ein Ausweg: Wenn Ihnen Ihr Anbieter aufgrund mehrerer Schadensfälle kündigt, sollten Sie Ihn bitten, die Kündigung zurückzunehmen, um dann den Vertrag selbst kündigen zu können.

Diese Tarife können wir empfehlen

Wir haben in einem aufwändigen Test die Versicherungsbedingungen von 13 Rechtsschutz-Tarifen analysiert und anhand von 83 Kriterien verglichen. Bei sehr ähnlichen Leistungen über alle Tarife hinweg ergaben sich in der Gegenüberstellung nach Preis zwei Gruppen: eine teure und eine etwas günstigere. Die teuren Tarife sind deutlich kostspieliger – allerdings konnte nur einer dieser Tarife auch deutlich mehr Punkte in unserer Bewertung erreichen. Wir empfehlen daher aus dieser Gruppe keinen Tarif.

Das Ergebnis unseres Rechtsschutz-Vergleichs: Unsere Hauptempfehlungen sind die Tarife Arag Komfort (302 Euro im Jahr bei 250 Euro Selbstbehalt) und Auxilia Jurprivat (289 Euro bei 250 Euro Selbstbehalt). Sie gehören beide zu den von uns untersuchten günstigeren Rechtschutzversicherungen und punkteten mit sehr umfangreichen Leistungen.

Der Komfort-Tarif der Arag konnte in mehreren unserer Rubriken besonders gut abschneiden. So etwa bei „Wartezeit und Versicherungsfall“ und mit Blick auf „Versicherungsschutz und Umfang“; bei der Arag waren beispielsweise alle im selben Haushalt lebenden Verwandten und Schwäger mitversichert – ein potenziell äußerst großer Personenkreis. Auch Gerichtsverfahren im Steuerrecht waren versichert, auf eine Wartezeit für solche Fälle verzichtete der Anbieter.

Der Tarif Auxilia Jurprivat hingegen deckt besonders bei Mediation und telefonischer Rechtsberatung ein sehr weites Feld an Rechtsgebieten ab. In unserer Bewertung schnitt er außerdem besonders gut im Strafrechtsschutz ab.

Zwei zusätzliche Tarife als Nebenempfehlungen

Zusätzlich zu diesen beiden Tarifen hat unsere Untersuchung zwei Tarife gezeigt, die für einige Verbraucher besonders interessant sein können: Der Tarif Optimal der WGV (259 Euro bei 300 Euro Selbstbehalt) und der Tarif PBV Plus der Huk24 (282 bis 322 Euro bei 250 Euro Selbstbehalt).

Sie gehörten beide zu den minimal weniger leistungsstarken Tarifen der günstigeren Gruppe, stachen aber hervor. Der WGV-Tarif hatte in Bezug auf seine Leistung eine besonders günstige Jahresprämie. Das gleicht er zwar etwas durch die höhere Selbstbeteiligung – 300 Euro statt sonst meist 250 Euro – aus. Wer jedoch besonders auf den Jahresbeitrag schaut, der kann abwägen, ob dieser Tarif zu ihm passt.

Der Huk24-Tarif hingegen war etwas teurer. Er schnitt jedoch besonders gut in unseren Rubriken „Arbeitsrecht“ und als Rechtsschutzversicherung für „Familienrecht“ ab. Wenn Ihnen Schutz bei Arbeitsrecht und Familienrechtsschutz besonders wichtig sind, können Sie auch über den Abschluss des Huk24-Tarifs nachdenken.

Der Huk24-Tarif PBV Plus ist identisch mit dem gleichnamigen Tarif der Huk-Coburg – bei etwas geringerem Preis. Wir haben daher nur den Huk24-Tarif analysiert.

Arag
Aktiv Komfort
  • besonders gute Bewertung in unseren Rubriken „Versicherungsschutz und Umfang“, „Soziales und Verwaltung“ sowie hinsichtlich der Wartezeit
  • 302 € im Jahr bei 250 € Selbstbehalt
  • Tarif erreichte 7,45 von 10 möglichen Punkten im Finanztip-Vergleich
Auxilia
Auxiilia Jurprivat
  • Rubrik „Strafrechtsschutz“ besonders gut bewertet
  • 289 € im Jahr bei 250 € Selbstbehalt
  • Tarif erreichte 6,99 Punkte von 10 möglichen Punkten im Finanztip-Vergleich
  • mit Mediation und telefonischer Rechtsberatung deckt der Tarif ein weites Feld an Rechtsgebieten ab
HUK24
Huk24 PBV Plus
  • höchste Bewertung in unseren Rubriken „Arbeitsrecht“ und „Familienrecht“
  • 279 bis 317 Euro im Jahr bei 250 Euro Selbstbehalt
  • erreichte 6,50 von 10 möglichen Punkten im Finanztip-Vergleich
  • Jahresprämie abhängig von Tarifzone (1-3) nach Postleitzahl
WGV
WGV Optimal
  • durchweg solide Bewertungen
  • 259 € im Jahr bei 300 € Selbstbehalt
  • Tarif erreichte 6,45 von 10 möglichen Punkten im Finanztip-Vergleich
  • günstigste Jahresprämie im Vergleich
Nur beim Anbieter abschließbar

Was tun, wenn die Versicherung nicht zahlt?

Will Ihre Versicherung nicht zahlen, weil sie behauptet, Sie hätten den Rechtsstreit mutwillig verursacht oder es bestünde keine Aussicht auf Erfolg, können Sie diese Entscheidung anfechten. Das geht durch ein Schiedsgutachten oder einen Stichentscheid. Bei einem Schiedsgutachten beurteilt ein Gutachter des Versicherers den Fall, beim Stichentscheid legt Ihr Anwalt die Erfolgschancen dar. Das Ergebnis beider Verfahren ist für den Versicherer bindend. Für Kunden ist der Stichentscheid vorteilhafter, weil die Versicherung die Kosten übernimmt, unabhängig davon, wie die Entscheidung ausfällt. Das Schiedsgutachten zahlt immer die unterlegene Partei.

Versicherte können außerdem den Versicherungsombudsmann einschalten. Er prüft den Fall kostenlos und kann die Versicherung dazu verpflichten, eine Klage zu finanzieren, falls diese nicht mehr als 10.000 Euro kosten würde.

So haben wir getestet

Test Rechtsschutzversicherung 2019

Wir haben nach gut bewerteten Rechtsschutz-Tarifen gesucht, die die Bausteine Privat-, Berufs-, Verkehrs-, und Wohnrechtsschutz einschließen und so möglichst viele Streitthemen abdecken. Angeschaut haben wir uns sowohl Tarife mit 150 Euro Selbstbehalt als auch mit 250 beziehungsweise 300 Euro Selbstbehalt (SB). 

Dafür haben wir Untersuchungen von Finanztest, Softfair sowie Franke und Bornberg herangezogen, die die Versicherungsbedingungen verschiedener Angebote analysiert haben. Nur Tarife, die bei mindestens zwei der drei Untersuchungen von uns gesetzte Mindestnoten erreichten, kamen in unsere engere Auswahl. Aus dieser Gesamtheit suchten wir nur solche Tarife heraus, die zum Zeitpunkt der Untersuchung online abschließbar waren. 

Nach dieser Vorauswahl blieben 13 Tarife übrig, deren Leistungen wir anhand von 83 Kriterien analysiert und bewertet haben. Wir haben uns mit unserer Vorauswahl im hochklassigen Bereich leistungsstarker Angebote bewegt. Auch Tarife mit weniger hoher Punktzahl sind daher nicht als „schlecht“ anzusehen. 

Ergebnisse unserer Untersuchung

Tarif1

Gesamtwertung2

Jahresprämie in €
(250 € SB)

Unsere Empfehlungen:

  
Arag Aktiv Komfort

7,45

302

Auxilia Jurprivat

6,99

289

Huk24 PBV Plus

6,50

279 - 317

WGV Optimal

6,45

259 (300 € SB)

Weitere Tarife im Vergleich:

  

ARAG Premium

8,15

415 

Roland Premium-Schutz

6,99

434 

HUK-Coburg PBV Plus

6,50

282 - 322 

Concordia Sorglos

6,41

275 (300 € SB)

Advocard 360°

6,41

414 (300 € SB)

Auxilia RS inkl. Automobilclub

6,31

267  

Advocard PBVW

6,26

380 (300 € SB)

VHV Klassik Garant

5,85

399

Allianz PBV-RSPlus, Immo-Plus

5,57

437 (300 € SB)

1 Nach absteigender Reihenfolge der Gesamtbewertung
2 Mittelwert über zehn gewichtete leistungsbezogene Rubriken. Maximal waren je Rubrik zehn Punkte zu erreichen.
Quelle: Finanztip-Analyse (Stand: 1. August 2019)

Wir haben alle Tarife nach ihren Leistungen bewertet. Bei sehr ähnlichen Leistungen über alle Tarife hinweg ergaben sich in der Gegenüberstellung nach Preis zwei Gruppen: eine teure und eine etwas günstigere. Die teuren Tarife sind deutlich kostspieliger – allerdings konnte nur einer dieser Tarife auch mehr Punkte in unserer Bewertung erreichen. Wir empfehlen daher aus dieser Gruppe keinen Tarif.

Unsere Empfehlungen

Unsere Hauptempfehlungen sind vielmehr die leistungsstärksten Tarife aus der günstigeren Gruppe: Arag Komfort und Auxilia Jurprivat. Zusätzlich zu diesen beiden Tarifen hat unsere Untersuchung zwei Tarife gezeigt, die wir als Nebenempfehlung benennen wollen, weil sie für den ein oder anderen besonders interessant sein können: Der Tarif Optimal der WGV und der Tarif PBV Plus der Huk24.

Beide gehörten zu den minimal weniger leistungsstarken Tarifen in der günstigeren Gruppe. Der WGV-Tarif ist hinsichtlich seiner Leistung besonders günstig in der Jahresprämie, allerdings bei 300 Euro Selbstbeteiligung im Gegensatz zu sonst 250 Euro. 

Der Huk24-Tarif ist zwar etwas teurer unter den günstigen Tarifen. Er erhält jedoch besonders in unseren Rubriken „Arbeitsrecht“ und „Familienrecht“ hohe Punktzahlen. Der Huk24-Tarif PBV Plus ist identisch mit dem gleichnamigen Tarif der Huk-Coburg – bei etwas geringerem Preis. Wir haben daher für unsere Empfehlungen nur den Huk24-Tarif verfolgt. 

Ergebnisse früherer Finanztip-Untersuchungen

Empfehlungen aus dem Ratgeber

Autor
Kathrin Gotthold
& Co-Autor
Julia Rieder

Stand: 09. August 2019


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