Rechts­schutz­ver­si­che­rung

Finanzielle Unterstützung für den Rechtsstreit

Henriette Neubert
Expertin für Versicherungen
13. Juli 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung trägt die Kosten, die Dir bei Auseinandersetzungen in den versicherten Rechtsbereichen entstehen.
  • Du kannst Dich für verschiedene Vertragspakete entscheiden, zum Beispiel Privat-, Berufs-, Wohn- und Verkehrsrechtsschutz.
  • Ein Rundum-sorglos-Paket ist die Rechts­schutz­ver­si­che­rung nicht. Viele Rechtsgebiete kannst Du grundsätzlich nicht versichern, andere sind in einzelnen Tarifen ausgeschlossen. 
  • Außerdem gilt: Bestand ein Konflikt bereits vor Abschluss des Vertrages, ist er vom Schutz ausgeschlossen.
So gehst Du vor
  • Informiere Dich mit Hilfe unseres Textes, ob eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung Dir den Schutz bietet, den Du suchst. 
  • Rechts­schutz­ver­si­che­rungen mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis findest Du auf einem Vergleichsportal. Wir empfehlen Mr-Money oder Check24.
  • Schau in den Tarifdetails auf den Portalen nach, ob die gefundenen Tarife alle für Dich wichtigen Rechtsfragen abdecken.

Etwa die Hälfte der Haushalte in Deutschland hat eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung. Viele Menschen vertrauen also darauf, mit Hilfe dieser Versicherung ihr Recht durchsetzen zu können, etwa bei Ärger mit dem Arbeitgeber, Behörden oder dem Vermieter. Doch wie sinnvoll ist eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung tatsächlich?

Ist eine private Rechts­schutz­ver­si­che­rung sinnvoll?

Wie sinnvoll es für Dich ist, eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung abzuschließen, hängt vor allem von Deinen Lebensumständen ab. Grundsätzlich gilt: Es gibt wichtigere Versicherungen als Rechtsschutz, etwa eine Privathaftplicht und eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung. Hast Du diese Versicherungen nicht und verletzt einen anderen Menschen schwer verletzt oder kannst krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten, dann kann das für Dich sehr viel teurer werden als ein Rechtsstreit. 

Im Vergleich zu den Millionenzahlungen, vor denen Dich eine private Haft­pflicht­ver­si­che­rung schützen soll, geht es bei der Rechts­schutz­ver­si­che­rung meist um ein überschaubares finanzielles Risiko. Um Dein Recht durchzusetzen, benötigst Du zunächst einige Hundert Euro für einen Rechtsanwalt, später dann vielleicht einige Tausend Euro, wenn der Streit vor Gericht endet. Das ist natürlich eine Stange Geld. Allerdings solltest Du vor dem Abschluss einer Rechts­schutz­ver­si­che­rung überlegen, wie häufig Du in einen solchen Rechtsstreit gerätst, und welche Summe Du insgesamt über die Jahre für die Versicherung zahlst.

Die Wahrscheinlichkeit, an einem Gerichtsprozess beteiligt zu sein, ist statistisch nicht besonders hoch. In einer repräsentativen Umfrage der Roland Rechts­schutz­ver­si­che­rung aus dem Jahr 2021 gaben nur 25 Prozent der Befragten an, in den letzten zehn Jahren an einem oder mehreren Gerichtsprozessen beteiligt gewesen zu sein – und zwar entweder als Kläger, Beklagter oder auch Zeuge.

Außerdem ist eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung relativ teuer. Je nach Umfang der Versicherung kann der Schutz mehrere Hundert Euro im Jahr kosten. Für einige rechtliche Fragen und Probleme gibt es noch dazu günstigere Alternativen. 

Es gibt Alternativen zur Rechts­schutz­ver­si­che­rung

Manchmal hilft bereits eine kostenlose Rechtsauskunft, Kosten und Aussichten eines Rechtsstreits einzuschätzen. Auch eine umfangreichere Erstberatung durch einen Anwalt oder einen Austausch anwaltlicher Schreiben kannst Du in den meisten Fällen aus eigener Tasche zahlen. Viele Streitigkeiten lassen sich bereits in diesem vorgerichtlichen Bereich beilegen. Was die anwaltliche Beratung kostet und wie Du einen Anwalt findest, der kostenlose Einschätzungen abgibt, erklären wir in unserem Ratgeber zu Anwaltskosten.

Bei Mietrechtsfragen können Mieter einem Mieterverein beitreten. Das ist mit etwa 50 bis 100 Euro pro Jahr (je nach Stadt) günstiger als eine entsprechende Rechts­schutz­ver­si­che­rung. Als Vereinsmitglied erhältst Du kostenlose Beratung bei Problemen rund um Deine Mietwohnung, etwa zu Mieterhöhungen oder falschen Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nung­en. Ein weiterer Vorteil: Du bekommst direkt nach Eintritt in den Verein Unterstützung, während bei einer Rechts­schutz­ver­si­che­rung eine Wartezeit von drei Monaten besteht. Mehr zum Thema Mietrechtsschutz erfährst Du in unserem entsprechenden Ratgeber.

Eigentümer von Wohnungen oder Häusern erhalten kostenlose Rechtsberatung als Mitglied eines Grundeigentümervereins. Unser Ratgeber für Vermieterrechtsschutz beschreibt, worauf es hierbei ankommt.

Als Mitglied einer Gewerkschaft kannst Du den Rechtsschutz der Gewerkschaft nutzen, wenn sich ein Streit um das Arbeitsverhältnis dreht oder es um Probleme mit der Sozialversicherung geht. Dieser Schutz ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Erhebt jemand Scha­dens­er­satz­an­sprü­che gegen Dich, kümmert sich Deine private Haft­pflicht­ver­si­che­rung darum, diese abzuwehren oder zu begleichen. Auch wenn es zu einem Prozess kommt, musst Du nichts dafür zahlen. Bei Streitigkeiten als Autofahrer ist das ein Fall für Haftpflicht innerhalb Deiner Kfz-Versicherung. Verkehrsrechtliche Erstberatungen erhalten oft auch Mitglieder in Automobilclubs.

Hast Du Streit mit einer Versicherung, ist der Ver­si­che­rungs­om­buds­mann eine wichtige Anlaufstelle. Dieser versucht den Streit außergerichtlich zu beizulegen, Kosten fallen für Dich nicht an.

Unter gewissen Umständen ist es möglich, für gerichtliche Streitigkeiten auch Prozesskostenhilfe zu beantragen. Auch für außergerichtliche Auseinandersetzungen und für Rechtsberatung gibt es Unterstützung, wenn Du wenig Geld hast: die Beratungshilfe. Einen entsprechenden Beratungshilfeschein erhältst Du auf Antrag beim zuständigen Amtsgericht Deines Wohnortes.  

Für wen eine private Rechts­schutz­ver­si­che­rung sinnvoll ist

Ob und in welchem Umfang sich eine private Rechts­schutz­ver­si­che­rung lohnt, hängt von Deiner persönlichen Situation ab. Frage Dich, ob es Lebensbereiche gibt, in denen rechtlicher Ärger auf Dich zukommen könnte. Pendelst Du jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit oder befürchtest Du Ärger im Job? Dann kann es sich lohnen, einen Verkehrs- oder Arbeitsrechtsschutz abzuschließen. Ein Rentner ohne eigenes Auto braucht in diesen Bereichen hingegen keinen Schutz. 

Hinzu kommt die Frage, wie Du das Risiko einschätzt, dass Du absehbar in eine rechtliche Auseinandersetzung gerätst. Reizt Du ein Tempolimit eher mal aus oder bleibst Du immer im Rahmen? Ist Dein Arbeitsplatz sicher und Dein Arbeitgeber freundlich? Hast Du ein gutes Verhältnis zu Deinen Nachbarn? Gehst Du davon aus, Meinungsverschiedenheiten ohne Rechtsstreit beilegen zu können? Je unwahrscheinlicher es ist, dass Du einen Rechtsanwalt benötigst oder gar vor Gericht ziehen musst, desto weniger brauchst Du eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung. Dann kann es die bessere Lösung sein, separat etwas Geld für mögliche Rechtstreitigkeiten zur Seite zu legen. 

Willst Du dagegen unabhängig von diesen Überlegungen abgesichert sein, solltest Du eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung abschließen. Durch den Schutz vor hohen Kosten sorgt sie dafür, dass Du Dein Recht auch gegenüber finanzkräftigen Streitgegnern, wie großen Unternehmen, durchsetzen kannst.

Um im Schadensfall die Unterstützung zu erhalten, die Du möchtest, musst Du bei der Wahl Deiner Rechts­schutz­ver­si­che­rung genau aufs Kleingedruckte achten. Vergleiche verschiedene Tarife daraufhin miteinander, was die jeweilige Versicherung abdeckt und ob das zu Deinen Vorstellungen passt.

Was übernimmt eine gute Rechts­schutz­ver­si­che­rung?

Rechtschutzversicherungen funktionieren nach einem Baukastenprinzip. Du kannst Dir aus einzelnen Bausteinen den für Dich passenden Schutz zusammenstellen. Dabei lassen sich folgende Lebensbereiche absichern: Privates, Beruf, Verkehr sowie Wohnen und Immobilien. Der Vorteil an dem Baukastenprinzip: Versicherte müssen nicht für Leistungen zahlen, die sie nicht brauchen. Der Nachteil: Was nicht im Vertrag eingeschlossen ist, wird auch nicht bezahlt. Gibt es etwa Streit mit dem Chef um den Arbeitsvertrag und Du hast ausschließlich Verkehrsrechtsschutz vereinbart, springt die Versicherung nicht ein.

Daher ist es wichtig, vor Versicherungsabschluss zu überlegen, welche Bereiche Dir wichtig sind und welcher Baustein diese abdeckt. Die Tabelle unten zeigt, bei welchen Themen am häufigsten Rechtsschutz gebraucht wird.

Die fünf häufigsten Schadenskategorien beim Rechtsschutz

Verträge

Kaufverträge, Mietverträge, Reiseverträge

19 %

Verkehr

Bußgelder, Führerscheinentzug,

Fahrerflucht, gefährliche Körperverletzung

16 %
ArbeitAbmahnung, Kündigung, falsches Zeugnis11 %
Schadensersatz

Schadensersatz und Schmerzensgeld nach

Unfällen, Hundebissen, ärztl. Behandlungsfehlern

10 %
WohnenNachbarschaftsstreit, Mieterhöhungen, Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nung8 %

Prozentangaben gerundet
Quelle: Roland Versicherungen, Schadensanalyse der Meldungen 2020 (Stand: 7. Juni 2021) 

Bei unserem Rechts­schutz­ver­si­che­rungsvergleich haben wir für ganz unterschiedliche Musterkunden geeignete Tarife gesucht, um mit dem Test möglichst viele verschiedene Baustein-Kombinationen abzudecken. Mehr dazu erfährst Du am Ende des Textes.

Das ist in der Privatrechtsschutzversicherung enthalten

Der Baustein Privatrechtsschutz umfasst viele Bereiche des täglichen Lebens:

Verträge - Streit rund um Reise-, Kauf-, Dienstleistungs- und Versicherungsverträge, etwa wenn der Handwerker gepfuscht hat oder Du wegen Reisemängeln Geld zurückverlangst.

Schadensersatz - Durchsetzen von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen, beispielsweise nach einem Unfall mit dem Auto, dem Rad oder zu Fuß.

Steuer - Gerichtlicher Streit mit dem Finanzamt, etwa um die Anerkennung von Sonderausgaben, Werbungskosten oder außergewöhnlichen Belastungen.

Soziales - Willst Du die Anerkennung einer Erwerbsminderung oder Berufskrankheit erstreiten oder liegst Du im Clinch mit Deiner Kran­ken­kas­se, übernimmt die Rechts­schutz­ver­si­che­rung die Kosten eines Verfahrens.

Verwaltung - Ärger mit einer Behörde in Verkehrssachen, beispielsweise weil Dir der Führerschein entzogen wurde und Du ihn nicht zurückbekommen sollst.

Erbe und Familie - Beratung rund um Adoption, Unterhaltsfragen, Sorgerecht oder Erbschaft. Dieser Bereich ist bei vielen Tarifen eingeschränkt oder ausgeschlossen. Wenn Du darauf Wert legst, musst Du beim Rechtsschutz-Vergleich darauf achten, dass er im Schutz eingeschlossen ist.

Strafrecht - Der Ver­si­che­rungs­schutz gilt für Verkehrsdelikte, Ordnungswidrigkeiten und fahrlässige Vergehen. Wird Dir vorgeworfen, Du hättest die Tat vorsätzlich begangen, zahlt nicht jede Versicherung. Wirst Du freigesprochen, erhältst Du die Kosten aber in jedem Fall von der Versicherung zurück.

Mit dem Zusatzbaustein „erweiterter Strafrechtsschutz“ kannst Du Dich gegen einen etwas höheren Beitrag auch für Fälle absichern, bei denen Du einer vorsätzlich begangenen Tat beschuldigt wirst. Wirst Du schuldig gesprochen, musst Du die Kosten jedoch zurück zahlen.

Was der Berufsrechtsschutz beinhaltet 

Nicht in der privaten Rechts­schutz­ver­si­che­rung enthalten sind rechtliche Fragen rund um Deinen Job. Hierfür benötigst Du den Baustein Beruf. Ihn gibt es nicht einzeln, er kann nur in Verbindung mit der Privatrechtsschutzversicherung abgeschlossen werden. Wenn Du selbstständig tätig bist, brauchst Du eine spezielle Rechts­schutz­ver­si­che­rung für Selbstständige.

Hast Du Berufsrechtsschutz vereinbart, unterstützt Dich die Versicherung, wenn Dein Lohn nicht gezahlt wird, Du keinen Urlaub oder ein schlechtes Arbeitszeugnis bekommst. Auch Auseinandersetzungen rund um eine Abmahnung, Kündigung oder Abfindung sind gedeckt.

Rechtsstreit rund ums Wohnen 

Im Wohnrechtsschutz sind Konflikte um Mieterhöhungen oder die Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nung, Kündigungen wegen Eigenbedarfs und Räumungsklagen abgedeckt. Auch bei Nachbarschaftsstreit übernimmt die Versicherung die Kosten. Wer eine Immobilie vermietet, muss dafür speziellen Vermieterrechtsschutz vereinbaren.

Auch diesen Baustein kannst Du nicht allein abschließen, sondern nur in Verbindung mit der Privatrechtsschutz.

Schutz im Straßenverkehr

Den Baustein Verkehrsrechtsschutz kannst Du einzeln abschließen oder in Verbindung mit Privatrechtsschutz. Da dieses Thema sehr umfangreich ist, haben wir ihm einen eigenen Ratgeber zum Verkehrsrechtsschutz gewidmet.

Welche Personen mitversichert sind

Du kannst eine private Rechtschutzversicherung für Dich allein abschließen, für Dich und Deinen Partner oder Du wählst Familienrechtsschutz. Im letzten Fall sind auch erwachsene, unverheiratete Kinder mitversichert. Das gilt sogar, wenn sie nicht mehr zuhause leben – allerdings nur, bis sie einen Beruf aufnehmen. Viele Tarife schließen auch andere im Haushalt lebende Familienmitglieder ein. Wenn Deine Eltern oder Schwiegereltern in Deinem Haushalt leben, lohnt es sich, bei der Tarifauswahl genau auf den versicherten Personenkreis zu achten.

Diese Kosten übernimmt eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung

Wenn die Versicherung Dir zugesagt hat, dass sie für Deinen Rechtsstreit zahlt, übernimmt sie in aller Regel neben den notwendigen Anwaltskosten auch

  • Gerichtskosten,
  • Gebühren für Zeugen und Sachverständige,
  • Kosten des Prozessgegners, wenn Du vor Gericht verlierst,
  • anfallende Kosten im Ausland (Übersetzungs- und Fahrtkosten),
  • wenn nötig ein zinsloses Darlehen für eine Strafkaution.

Geldstrafen oder Bußgelder zahlen die Versicherer meist nicht für Dich.

So viel kosten Rechtsstreitigkeiten

Typischer Fall

Streitwert1

in Euro

Kosten2

 in Euro

Mietminderung wegen Schimmels

10.269

4.933

Räumungsklage wegen Eigenbedarfs

5.868

2.947

Kündigungsschutzklage und Streit ums Arbeitszeugnis

17.012

3.295

Klage wegen zwei ausstehender

Monatsgehälter

8.506

2.392

Reisemängel im Urlaub

2.700

1.747

Rückabwicklung eines Kaufvertrags

über defekten Neuwagen

37.000

8.310

1 Den Streitwerten wurden jeweils aktuelle Durchschnittswerte des Statistischen Bundesamts beziehungsweise fiktive Kauf- und Reisepreise zugrunde gelegt.
2 Gerichtskosten sowie Kosten des eigenen und des gegnerischen Anwalts (Ausnahme im Arbeitsrecht); diese Kosten steigen aufgrund der höheren Rechtsgebühren ab 1. Januar 2021 um schätzungsweise 10 Prozent.
Quelle: Berechnungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (Stand: 4. Juni 2018)

In vielen Bereichen kommt die Rechts­schutz­ver­si­che­rung außerdem nicht nur für Streitigkeiten vor Gericht auf, sondern auch, wenn der Rechtsanwalt zunächst außergerichtlich tätig wird.

Fast alle Anbieter übernehmen zudem, komplett oder bis zu einer Höchstsumme, auch die Kosten für eine Mediation. Wie viel die Versicherung dafür zahlt, hängt vom Tarif ab. Meist liegen die Kosten bei 3.000 bis 6.000 Euro pro Schadensfall oder Jahr.

Du hast zudem die Möglichkeit, Dich telefonisch beraten zu lassen. Erreichen kannst Du die Hotline Deines Versicherers meist 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Bei der telefonischen Rechtsberatung solltest Du auch zu Bereichen Fragen stellen können, in denen sonst laut Vertrag kein Rechtsschutz besteht. 

Gut zu wissen: Wenn Du die Rechtsberatung am Telefon nutzt, sollte die Versicherung dies nicht als kündigungsrelevanten Rechtsschutzfall einstufen. Die meisten Anbieter tun dies nicht. Prüfe jedoch vor Vertragsabschluss genau, was der Tarif dafür vorsieht.

Was deckt eine private Rechts­schutz­ver­si­che­rung nicht ab?

Ein Rechtsschutzvertrag bietet kein Rundum-sorglos-Paket und ist auch nicht der „Retter in der Not“. Bestand ein Konflikt bereits vor Abschluss des Vertrages, ist er vom Schutz ausgeschlossen. 

Außerdem musst Du in vielen Fällen drei Monate warten, manchmal auch länger, bis Du Leistungen der Versicherung in Anspruch nehmen kannst. Mit dieser Wartezeit wollen sich die Anbieter davor schützen, dass Kunden die Versicherung erst abschließen, wenn Ärger und damit Kosten schon absehbar sind. Doch es gibt Ausnahmen. Bei Verkehrsunfällen zum Beispiel steht der Rechtsschutzversicherer Dir gleich zur Seite, es gibt keine Wartezeit.

In einigen Fällen zahlt die Versicherung grundsätzlich nicht. Dazu zählen insbesondere:

  • Abwehr von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen, wenn sie nicht auf einer Vertragsverletzung beruhen (für diesen Fall solltest Du jedoch eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung haben),
  • Auseinandersetzungen im Bereich Bauen und Baufinanzierung sowie Haus-, Wohnungs- und Grundstückseigentum (beispielsweise Planung, Bau oder Umbau einer Immobilie und Kauf oder Verkauf eines Baugrundstücks),
  • vorsätzliche Straftaten,
  • Urheber-, Marken- und Patentrecht,
  • spekulative Kapitalanlagen sowie Spiel- und Wettverträge,
  • Ärger im Zusammenhang mit selbstständigen oder gewerblichen Tätigkeiten (hierfür gibt es speziellen Rechtsschutz für Gewerbe oder Selbstständige),
  • Streit zwischen gemeinsam in einem Familienvertrag versicherten Personen, etwa Ehepartnern,
  • außergerichtliche Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt oder einem Sozialamt.

Welche Fälle vom Ver­si­che­rungs­schutz ausgeschlossen sind, variiert von Anbieter zu Anbieter. Daher ist es wichtig, dass Du genau überlegst, welche Leistungen Dir wichtig sind, bevor Du einen Vertrag abschließt. Schau dann in den Ver­si­che­rungs­be­din­gungen der infrage kommenden Angebote nach, was die Versicherung genau abdeckt. Beim Rechtsschutz-Vergleich auf den von uns empfohlenen Portalen Mr-Money und Check24 lassen sich die Bedingungen verschiedener Tarife sehr übersichtlich gegenüberstellen.

Wann darf Dir die Versicherung kündigen?

Der Versicherer hat in der Regel nach zwei Schadensfällen innerhalb von zwölf Monaten das Recht zur vorzeitigen Kündigung. Telefonische Rechtsberatung sollte bei einem guten Tarif allerdings nicht als Schadensfall zählen. 

Auch wenn Du selten in Rechtsstreitigkeiten gerätst, kann es schnell zu zwei Schadensfällen kommen. Wenn Dir beispielsweise Dein Arbeitgeber kündigt, wogegen Du Dich wehren möchtest, und er Dir im Zuge dieser Kündigung ein schlechtes Arbeitszeugnis ausstellt, handelt es sich um zwei separate Rechtsfälle. Die Versicherung hat dann bereits ein Son­der­kün­di­gungs­recht.

Eine Kündigung von Deinem Versicherer kann die Suche nach einem neuen Vertrag erschweren. Du musst im Antrag beim neuen Anbieter Fragen zur Vorversicherung beantworten. Dazu zählen auch Fragen zur Anzahl der Schäden in den letzten fünf Jahren sowie von wem die Kündigung des vorherigen Vertrags ausging. Lügen solltest Du bei Deinen Angaben nicht, Du gefährdest damit Deinen Ver­si­che­rungs­schutz. 

Ein Ausweg: Wenn Dir Dein Anbieter aufgrund mehrerer Schadensfälle kündigt, solltest Du ihn bitten, die Kündigung zurückzunehmen, um dann den Vertrag selbst kündigen zu können.

Wie findest Du den passenden Tarif?

Du bist zu dem Entschluss gekommen, dass eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung für Dich sinnvoll ist? Dann ist der nächste Schritt, einen passenden Tarif zu finden. Den universell für jeden passenden Tarif gibt es nicht, vielmehr musst Du entscheiden, was Dir persönlich wichtig ist.

Wir haben Vergleichsportale geprüft, die Dir helfen, einen für Dich geeigneten Tarif zu finden. Am besten abgeschnitten haben in unserem Rechtsschutz-Test Mr-Money und Check24. Wie wir zu unserer Empfehlung gekommen sind, erfährst Du im Abschnitt So haben wir getestet​​​​​​​.

Mr-Money
Vergleich Rechts­schutz­ver­si­che­rung
  • fand die günstigsten Tarife, die unsere Mindestkriterien erfüllen
  • zeigt umfangreiche Tarifdetails für genauen Vergleich
  • etwas unübersichtliche Darstellung der Tarifdetails
Check24
Vergleich Rechtschutzversicherung
  • umfangreiche und sehr übersichtliche Tarifdetails
  • Filter während des Vergleichs direkt in Tarifdetails veränderbar, ohne eine neue Suche zu starten
  • teils etwas teurere Tarife als Wettbewerber

Leistungen der Rechtsschutztarife vergleichen

Hast Du Deine Daten in die Suchmaske eingegeben, wird Dir vom Vergleichsrechner eine Ergebnisliste angezeigt. Um den für Dich passenden Tarif zu erhalten, solltest Du nicht direkt den ersten oder günstigsten Tarif auswählen

Schau zunächst in die Tarifdetails, was genau abgesichert ist und was nicht. Du kannst auch mehrere Tarife auswählen und miteinander vergleichen. Alle wichtigen Merkmale, die ein guter Tarif aus unserer Sicht erfüllen sollte, haben wir Dir im folgenden Abschnitt unter dem Punkt Mindestkriterien zusammengestellt. Wir empfehlen nur Vergleichsportale, auf denen Du diese Merkmale in den Tarifdetails gut erkennen kannst. Filter für all diese Kriterien bietet leider keins der Portale.

Die Tarifdetails findest Du bei beiden empfohlenen Rechnern unter dem jeweiligen Tarif aufgelistet. Gut erkennbar ist, welcher Schutz fehlt und was versichert ist. Ist ein bestimmter Schutz nicht im ausgewählten Tarif enthalten, wird Dir bei Check24 in den Tarifdetails ein Link zu anderen Tarifen angezeigt, die diesen Schutz bieten. 

Nicht alle Versicherer sind auf den Vergleichsportalen gelistet. Auf Mr-Money und Check24 sind unterschiedliche Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaften mit verschiedenen Tarifen vertreten. Nutze also am besten beide Rechner. So kannst Du mehr Tarife miteinander vergleichen.

Mindestkriterien für eine gute Rechtschutzversicherung

Der passende Ver­si­che­rungs­schutz sieht für jeden etwas anders aus. Dennoch gibt es ein paar Kriterien, die ein guter Tarif auf jeden Fall erfüllen sollte:

Versicherungssumme - Die Versicherungssumme sollte mindestens fünf Millionen Euro betragen oder besser unbegrenzt gelten. Das bieten viele Versicherer an. 

Geltungsbereich - Achte darauf, dass der Schutz auch im EU-Ausland gilt und weltweit für mindestens sechs Monate. Die Versicherungssumme außerhalb Deutschlands ist bei vielen Tarifen niedriger, die Gefahr, in einen (teuren) Rechtsstreit zu geraten, aber auch geringer. Daher sind hier 300.000 Euro Versicherungssumme ausreichend. Bist Du länger im Ausland unterwegs, reicht dieser weltweite Schutz nicht.

Strafkaution - Dafür sollte der Tarif mindestens 100.000 Euro übernehmen.

Mediation - Gute Tarife zahlen auch für außergerichtliche Mediationsverfahren. Die Kosten dafür werden normalerweise nur bis zu einer festgelegten Höchstsumme übernommen. Prüfe vor Vertragsabschluss, wie viel die Versicherung pro Fall beziehungsweise pro Jahr für Mediationen zahlt. 3.000 Euro sollten es mindestens sein.

Telefonberatung - Telefonische Fragen solltest Du mindestens zu alle versicherten Rechtsgebieten stellen können, ohne dass das als kündigungsrelevanter Schadensfall gilt.

Personenkreis - Prüfe bei Familientarifen genau, wer mitversichert ist. Besonders zu beachten ist dieser Punkt bei Verkehrsrechtsschutz, wenn mehrere Personen mitversichert werden sollen. Denn es gibt Tarife, die Rechtsschutzfälle für Fußgänger ausschließen. Vor allem in Familientarifen sollte dies aber mitversichert sein.

Selbstbeteiligung - Wähle eine Selbstbeteiligung von etwa 150 Euro für eine reine Verkehrsrechtschutzversicherung und ansonsten von 250 bis 300 Euro. Dann zahlst Du weniger Beitrag. Da die Versicherung Dir nach zwei Schadensfällen innerhalb von zwölf Monaten kündigen kann, solltest Du kleinere Fälle ohnehin nicht unbedingt der Versicherung melden. Bei der telefonischen Rechtsberatung sollte keine Selbstbeteiligung fällig werden.

Über diese Kriterien kannst Du nachdenken

Manche Kriterien sind nicht für jeden relevant. Überlege aber, ob sie für Dich wichtig sind:

Folgeereignistheorie - Diese Klausel wird relevant, wenn es um Schadensersatz geht. Dann ist für den Ver­si­che­rungs­schutz die Frage wichtig, zu welchem Zeitpunkt der Streitfall begonnen hat: Mit dem tatsächlichen Schaden oder mit dem Ereignis, das den Schaden verursacht hat. Wie die Versicherung den Streitbeginn beurteilt, kann entscheidend dafür sein, ob sie für eine Auseinandersetzung zahlt. Denn Kosten für Streitigkeiten, die vor Abschluss der Versicherung begannen, übernehmen Rechtschutzversicherer nicht. 

Ein Beispiel: Eine Kundin kauft ein Fahrrad, kurze Zeit später schließt sie eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung ab. Ein knappes Jahr später hat sie einen Fahrradunfall – der Rahmen des Rads ist gebrochen aufgrund eines Materialfehlers. Dieser Schaden ist nicht versichert, wenn der Startzeitpunkt des Rechtsstreits nicht im Unfall, sondern im Kauf des fehlerhaften Fahrrads gesehen wird. Hast Du die Folgeereignistheorie mitversichert, ist der Schaden versichert, weil das tatsächliche Schadensereignis, also der Unfall, als Ursache des Rechtstreits gilt. 

In Einzelfällen kann dieser Schutz die Versicherung sehr teuer machen, während das Risiko eines teuren Rechtsstreits um Schadensersatz relativ gering ist. Wenn Du keine teuren Anschaffungen hattest, um die es Streit geben könnte, rechnet sich der Aufpreis für den Zusatzschutz nicht unbedingt. Es gibt inzwischen jedoch immer mehr Tarife, die diesen Schutz bieten. Wenn es also nicht viel oder gar keinen Aufpreis kostet, solltest Du diesen Zusatz mitversichern.  

Erweiterter Strafrechtsschutz - Damit zahlt die Versicherung auch dann, wenn Dir eine vorsätzlich begangene Tat vorgeworfen wird. Wirst Du schuldig gesprochen, musst Du der Versicherung die Kosten allerdings erstatten. Dieser Schutz macht die Versicherung teuer und reduziert die Auswahl an Tarifen. Nicht jeder kann sich diesen Zusatzschutz leisten, daher solltest Du darauf verzichten, wenn die Versicherung sonst zu teuer für Dich wird. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass Du zu Unrecht beschuldigt wurdest, zahlt Deine Versicherung die Kosten für den Rechtsstreit ohnehin nachträglich.

So viel kann eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung kosten

Die Kosten einer Rechts­schutz­ver­si­che­rung sind von verschiedenen Faktoren abhängig, allen voran vom gewählten Rechtsschutzpaket. Verkehrsrechtsschutz ist am günstigsten. Für Singles gab es den günstigsten Tarif in unserem Test für knapp 72 Euro pro Jahr (bei Wohnsitz in Berlin). Für eine Familie kostete der Schutz gut 89 Euro pro Jahr, dann sind aber auch alle Fahrzeuge und der Partner mitversichert.

Möchtest Du als Single eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung für die Bereiche Privat, Beruf und Verkehr, inklusive erweitertem Strafrechtsschutz, zahlst Du mindestens 222 bis 250 Euro im Jahr. Etwas weniger, nämlich ab 217 Euro, zahlen Alleinerziehende, welche die Bausteine Privat, Beruf und Wohnen absichern möchten. Eine Familie, die alle Bereiche versichert (Privat, Beruf, Verkehr und Wohnen), muss 284 Euro pro Jahr oder mehr zahlen.

Am teuersten in unserem Test war der Rechtsschutz für Vermieter. Für die Bausteine Privat, Verkehr, Wohnen und Vermietung hätten unsere Musterkunden, ein Berliner Rentnerpaar, über 400 Euro pro Jahr zahlen müssen.

Auch Dein Wohnort hat Einfluss auf den Preis. Denn je nach Wohnort schätzt die Versicherung das Schadensrisiko unterschiedlich ein. Um die Aufpreise für einzelne Tarifbausteine vergleichen zu können, haben wir für alle Abfragen in unserem Test dieselbe Postleitzahl verwendet. 

Was tun, wenn die Versicherung nicht zahlt?

Will Deine Versicherung nicht zahlen, weil sie behauptet, Du hättest den Rechtsstreit mutwillig verursacht oder es bestünde keine Aussicht auf Erfolg, kannst Du diese Entscheidung anfechten. Das geht durch ein Schiedsgutachten oder einen Stichentscheid.

Für das Schiedsgutachten beurteilt ein von Dir beauftragter Gutachter den Fall, beim Stichentscheid legt Dein Anwalt die Erfolgschancen dar. Das Ergebnis beider Verfahren ist für den Versicherer bindend. Für Kunden ist der Stichentscheid vorteilhafter, weil die Versicherung die Kosten übernimmt, unabhängig davon, wie die Entscheidung ausfällt. Das Schiedsgutachten zahlt immer die unterlegene Partei.

Bei Streit mit Deinem Anbieter kannst Du außerdem den Ver­si­che­rungs­om­buds­mann einschalten. Er prüft den Fall kostenlos und kann die Versicherung dazu verpflichten, eine Klage zu finanzieren, falls diese nicht mehr als 10.000 Euro kosten würde.

So haben wir getestet

Rechts­schutz­ver­si­che­rung Vergleich Mai bis Juli 2021

Rechtsschutz ist eine sehr komplexe Versicherung und durch das Baukastenprinzip stark individualisierbar. Ein alleinstehender Arbeitnehmer ohne Auto hat andere Bedürfnisse als ein Rentnerehepaar, das im Eigenheim lebt, oder als eine Familie mit zwei Autos. Daher haben wir Vergleichsportale getestet, die es ermöglichen, individuell passenden Ver­si­che­rungs­schutz zusammenzustellen und die Tarifdetails mehrere Angebote zu vergleichen.

Wir haben für unseren Test zunächst eine Grundgesamtheit mit relevanten Vergleichsportalen bestimmt, die wir mithilfe der Suchbegriffe „Rechtsschutzversicherung“, „Rechtsschutzversicherung Vergleich“, „Rechtsschutzversicherung Test“, Rechtsschutz“ und „Rechtsschutz Vergleich“ auf Google finden konnten. Danach haben wir alle Seiten entfernt, die keinen Vergleichsrechner enthielten oder kein Angebot für den deutschen Markt. Ebenfalls aussortiert haben wir Seiten, auf denen nur Tarife eines Versicherers angezeigt wurden sowie solche, auf denen lediglich das Duplikat eines Rechners von einem anderen Anbieter zu sehen war. Ein Vergleichsrechner funktionierte zum Zeitpunkt unseres Tests nicht und bei einem anderen fanden wir nur unzureichende Filtermöglichkeiten. 

Nach dieser Vorauswahl blieben sieben Vergleichsportale übrig, die wir näher untersucht haben. Um die Filtermöglichkeiten und Übersichtlichkeit der Portale zu prüfen, haben wir uns zunächst angeschaut, ob nach Deckungssumme, Selbstbeteiligung und Folgeereignistheorie gefiltert werden konnte oder diese Merkmale einfach zu erkennen waren in der Ergebnisliste. Anschließend haben wir alle Rechner mit sechs Musterprofilen getestet. Die fiktiven Musterkunden waren Singles, ein Alleinerziehender, Familien und ein Paar in Rente. Darunter waren außerdem Autobesitzer, Mieter, Selbstnutzer einer Eigentumswohnung und ein Vermieter. Die Postleitzahl hatten jedoch alle Profile gemeinsam.

Abhängig von der jeweiligen Situation der Musterkunden haben wir nach unterschiedlichen Kombinationen verschiedener Rechtsschutz-Bausteine gesucht. Für ein Musterprofil haben wir beispielsweise Tarife mit erweitertem Strafrechtsschutz verglichen.

Wir haben dann Mindestkriterien definiert, die gute Rechtschutz-Tarife aus unserer Sicht erfüllen sollten. Nicht alle dieser Merkmale ließen sich in den Filteroptionen der Portale auswählen. So gab es meist nicht die Möglichkeit, eine Versicherungssumme von fünf Millionen Euro oder unbegrenzt einzustellen. Auch die Selbstbeteiligung war nicht überall so einstellbar, wie wir uns das wünschten. Jedoch war bei den untersuchten Vergleichsportalen die Ergebnisliste so gut strukturiert, dass dort diese beiden Kriterien sofort erkennbar waren. 

Die Ergebnislisten, die wir bei unseren Abfragen erhielten, haben wir im nächsten Schritt nach aufsteigendem Preis sortiert und dann die einzelnen Tarife nach Versicherungssummen geprüft. Teilweise versicherten die günstigsten Tarife nicht die erforderliche Summe oder die Selbstbeteiligung war zu hoch. Hat ein Tarif diese beiden Merkmale hingegen zu unserer Zufriedenheit erfüllt, haben ihn wir genauer geprüft. 

Um weitere Mindestkriterien zu prüfen, etwa Mediation oder telefonische Erstberatung, mussten wir jeweils in die Tarifdetails schauen. In den verbliebenen Rechnern waren diese gut zu finden und beinhalteten alle wichtigen Informationen. Fehlte der gewünschte Schutz oder war unzureichend, haben wir den nächsten Tarif in der Ergebnisliste geprüft und so weiter, bis wir einen Tarif fanden, der alle Mindestkriterien erfüllte. Nicht immer ist der erste Tarif der passende, oft war ein günstiger Tarif ganz vorn, der nicht die gewünschte Versicherungssumme enthielt. Aber innerhalb der ersten fünf Ergebnisse fand wir immer einen passenden Tarif. 

Den jeweils günstigsten Tarif, der unseren Mindestschutz enthielt, haben wir notiert und schließlich verglichen, auf welchen Portalen wir am häufigsten günstige und gute Tarife gefunden haben. Außerdem haben wir die Übersichtlichkeit der Vergleichsportale und die Aufbereitung der Ergebnisse berücksichtigt.  

Unter den sieben Rechnern, die wir untersucht haben, waren Check24, Mr-Money und fünf weitere Portale, die die Rechnertechnologie von Mr-Money verwenden. Diese Portale bieten jedoch nach unserer Einschätzung keinen Mehrwert im Vergleich zu Mr-Money. Sie zeigten bei unseren Abfragen entweder identische oder schlechtere Ergebnisse als Mr-Money. Wir empfehlen deshalb Mr-Money und Check24.

Unsere Empfehlungen

Mr-Money zeigte zum Teil etwas günstigere Beiträge. Für einen unserer Musterkunden war der günstigste, unseren Mindestkriterien entsprechende Tarif, den wir auf Check24 fanden, 10 Prozent teurer als ein passendes Angebot auf Mr-Money. Check24 bot allerdings sehr übersichtliche Tarifdetails und Filtermöglichkeiten. Das Portal ermöglicht teilweise auch ein nachträgliches Filtern mittels Links in den Tarifdetails. So mussten wir keine neue Suche starten oder weiter in der Ergebnisliste suchen, wenn ein Tarif eines unserer Mindestkriterien nicht erfüllte, sondern wurden direkt in eine Liste mit Tarifen weitergeleitet, die diesen Schutz beinhalteten. Über ein Suchfeld oberhalb der Ergebnisliste konnten ebenfalls gezielt Tarifmerkmale eingeben werden, nach denen das Portal die angezeigten Tarife anschließend filterte.

Eine ganze Reihe von Versicherern sind auf keinem der Vergleichsrechner zu finden. Somit bleibt bei der Nutzung eines Vergleichsportals immer ein Teil der Angebote von Rechts­schutz­ver­si­che­rungen unbeachtet. Mr-Money und Check24 hatten je 16 teilnehmende Versicherer in ihren Rechnern. Etwa die Hälfte dieser Versicherer war auf beiden Portalen gelistet, hinsichtlich der anderen Hälfte unterschieden sich die vertretenen Angebote. Nutzt Du also beide Vergleichsrechner parallel, kannst Du eine größere Marktabdeckung und Auswahl an Tarifen erreichen.

Wem das nicht ausreicht, der kann darüber hinaus bei den Versicherern direkt anfragen, deren Tarife in den Vergleichsrechnern fehlen. Ein vorheriger Vergleich über die Portale hilft dann, Beiträge und Leistungen besser einschätzen zu können.

Empfehlungen aus dem Ratgeber

* Was der Stern bedeutet:

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Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.