Deutschland -> Land der armen Schlucker "keine 2000 Euro als Notgroschen"

  • Dennoch fordere ich nicht das man einer Person die nicht in der Lage ist zu arbeiten der Existenzgrundlage beraubt.

    Für derartige Personen ist das Bürgergeld aber gar nicht gedacht. Und bei der EU-Rente gibt es derartige Regelungen nicht.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Das stimmt so nicht!

    Vielleicht können wir uns einfach sachlich an den Fakten orientieren.

    Das Bürgy-Geld ist für Menschen, die offiziell noch 3 Stunden arbeiten können.

    Hier einige Fallkonstellationen in Kombination mit Grundsicherung.

    Fall 1:
    Der 60-jährige arbeitsunfähige Mann erhält Grundsicherung nach SGB XII, seine 59-jährige arbeitsfähige Ehefrau dagegen Bürgergeld nach SGB II, sie bilden jedoch gemeinsam eine Bedarfsgemeinschaft.

    Fall 2:
    Der arbeitsunfähige Vater erhält Grundsicherung, die arbeitsfähige Mutter sowie die beiden Kinder (16 und 18, solange sie noch zur Schule gehen und im Haushalt leben) gehören zum Bürgergeld-Haushalt.

    Fall 3:
    Der 45-jährige Alkoholkranke gilt rechtlich als erwerbsfähig, da er laut Arzt noch mindestens 3 Stunden täglich arbeiten kann, und fällt deshalb ins Bürgergeld und nicht in die Grundsicherung.

    Fall 4:
    Die arbeitsunfähige 60-jährige Mutter erhält Grundsicherung, während ihre 17-jährige Tochter als Schülerin Bürgergeld als Mitglied der Bedarfsgemeinschaft bekommt.

    Das sind typische Musterbeispiele aus der Beratungstätigkeit.

    Wir dürfen bitte alle nicht vergessen, das aus bestimmten politischen Kreisen ein permanenter Hass und eine Hetze gegen alle Menschen verbreitet wird, die „Stütze“ beziehen.

    Das ist nicht nur ungerecht, sondern widerwärtig.

  • Es geht in allen Diskussionen (auch hier im Forum) um das Menschenbild.

    Schwache, Kranke und Bedürftige werden pauschal als arbeitsscheu diffamiert, ihnen wird unterstellt, soziale Leistungen maximal auszunutzen.

    Dadurch werden Menschen, die ohnehin im Alltag um Würde ringen müssen, noch weiter herabgewürdigt. Menschen mit wenig Geld und Einfluss werden öffentlich zu Sündenböcken gemacht.

    Das kann so nicht gehen. Der Staat hat es rechtlich problemlos in der Hand, alle von der Presse immer wieder dargestellten Einzelfälle durch eine engagierte Gesetzgebung zu verhindern.


  • Du willst also bestreiten, dass für derartige Fälle die EU-Rente existiert?

    ... nicht, dass sie nicht existiert, aber dennoch ob sie alleine dafür zuständig ist. Da gibt es zu viele Konstellationen.

    Ich bin seit Jahren im Gemeinderat und gerade auch wieder in den Kreistag (Gemeinde in Bayern) gewählt worden, weiß also wovon ich schreibe.

    Du darfst gerne Deinen Fall darlegen, dann schauen wir mal, wie es wirklich bestellt ist.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Die aber voll zutrifft. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, ist ein Fall für die Rente, nicht für das Bürgergeld.

    Ich bestreite gar nichts.

    #1 Die Würde des Menschen ist unantastbar.

    Das es Regeln geben muss für das Zusammenleben ist unbestritten. Aber diese mechanische Einordnung, die hier vorgenommen wird, entmenschlicht die dahinter stehenden Personen zu Fällen oder Dingen. Das gibt es immer wieder und es führt einfach zu nichts Gutem.

    Danke Tomarcy Die Zusammenfassung ist stark und drückt das aus, was ich mit der ganzen Diskussion sagen wollte. Nur in deutlich und schön.<3

  • Bürgy

    War das nicht der Mann aus der Calgon-Werbung?

    Der 60-jährige arbeitsunfähige Mann erhält Grundsicherung nach SGB XII, seine 59-jährige arbeitsfähige Ehefrau dagegen Bürgergeld nach SGB II, sie bilden jedoch gemeinsam eine Bedarfsgemeinschaft.

    Das ist doch genau der Fall, den ich beschreibe. Und wo ist der MANN von den Sanktionen betroffen?

    Der arbeitsunfähige Vater erhält Grundsicherung, die arbeitsfähige Mutter sowie die beiden Kinder (16 und 18, solange sie noch zur Schule gehen und im Haushalt leben) gehören zum Bürgergeld-Haushalt.

    Grundsicherung ist in dem Fall ja eine Aufstockung zur Rente. Auch hier wieder: nicht betroffen.

    Der 45-jährige Alkoholkranke gilt rechtlich als erwerbsfähig, da er laut Arzt noch mindestens 3 Stunden täglich arbeiten kann, und fällt deshalb ins Bürgergeld und nicht in die Grundsicherung.

    Dann gibt es ein einfaches Rezept: Entzug und arbeiten.

    4. spare ich mir mal, das Ergebnis dürfte gleich sein.

    Das es Regeln geben muss für das Zusammenleben ist unbestritten. Aber diese mechanische Einordnung, die hier vorgenommen wird, entmenschlicht die dahinter stehenden Personen zu Fällen oder Dingen.

    Gesetze sind nunmal pauschal. Außerdem unterschlägt deine Sichtweise, dass auch der Steuerzahler Rechte hat und sich darauf verlassen können muss, dass mit seinen Geldern wirtschaftlich umgegangen wird.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Der Staat hat es rechtlich problemlos in der Hand, alle von der Presse immer wieder dargestellten Einzelfälle durch eine engagierte Gesetzgebung zu verhindern.

    Eine Gesetzgebung, die auf Einzelfälle eingeht, wäre demnach zu begrüßen?

    Als ich hier davon schrieb, Staat würde zu wenig differenzieren, ging für manche noch die Welt unter. Muss mal einen aktuellen Duden bestellen, ob "differenzieren" plötzlich etwas anderes bedeutet.

  • Eine Gesetzgebung, die auf Einzelfälle eingeht, wäre demnach zu begrüßen?

    Ich meinte nicht Einzelfälle, sondern exemplarische Einzelfälle, die für eine ganze große Gruppe stehen.

    Da werden zum Beispiel Bulgaren und Rumänen, die von einer Mafia gesteuert werden, zum Abzocken von Sozialleistungen in Deutschland fiktiv angemeldet.
    Dieses Problem ist bekannt. Die Jobcenter können ein Lied davon singen.

    Um das Problem zu beenden, braucht man über den Anweisungs-Weg von bereits bestehenden Gesetzen nur ein paar Tage.

    Entzug der Freizügigkeit….das war’s.

  • Ich meinte nicht Einzelfälle, sondern exemplarische Einzelfälle, die für eine ganze große Gruppe stehen.

    Da werden zum Beispiel Bulgaren und Rumänen, die von einer Mafia gesteuert werden, zum Abzocken von Sozialleistungen in Deutschland fiktiv angemeldet.
    Dieses Problem ist bekannt. Die Jobcenter können ein Lied davon singen.

    Um das Problem zu beenden, braucht man über den Anweisungs-Weg von bereits bestehenden Gesetzen nur ein paar Tage.

    Entzug der Freizügigkeit….das war’s.

    Nicht zu vergessen in der türkischen Gastronomie. Da ist oftmals der Vater der 8-köpfigen Familie der einzige, der arbeitet. Natürlich in 700 Euro-Teilzeit. Der Rest der Familie ist dann schön in der Familienversicherung und es wird aufgestockt. Leider ist Papa dann aber nie daheim, weil er so viel arbeitet.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Und jetzt gibt es wieder konstruktive Vorschläge. Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion Fritz Güntzler (CDU) erklärte gegenüber dem Handelsblatt:

    „Ich persönlich könnte mir in diesem Rahmen eine moderate Erhöhung der Umsatzsteuer vorstellen“.

    Abgesehen davon, dass ich die sonderbare Formulierung „Ich persönlich…“ nicht mehr hören kann, ist das natürlich wieder eine sozialpolitische Satire. Die Mehrwertsteuer ist doch eine klasse, könnte man denken.

  • Gesetze sind nunmal pauschal. Außerdem unterschlägt deine Sichtweise, dass auch der Steuerzahler Rechte hat und sich darauf verlassen können muss, dass mit seinen Geldern wirtschaftlich umgegangen wird.

    Hier wird wieder monetäres Interesse gegen Menschlichkeit ausgespielt.

    Kann sein das ich da irgendwas unterschlagen, aber die Würde ist für mich auch nicht verhandelbar.

    Ich glaube nicht das wir in dieser Hinsicht zusammenkommen.

  • Ich glaube nicht das wir in dieser Hinsicht zusammenkommen.

    Weshalb hier sowieso nahezu jede Diskussion sinnlos ist.

    Ich finde es würdelos auch nur einem arbeitsfähigen Vollzeitbezieher seinen 365 Tage Urlaub finanzieren zu müssen. Aber GG Art. 1 gilt anscheinend nur für die schutzwürdigen Leute, die ins BG fallen.

    Man zwingt die Leute ihre Altervorsorge zu verballern damit man dann in der Rente nichts mehr hat und aufstocken darf.

    OK, BG heißt also automatisch BG bis zur Rente? Auch BG darf nur eine Überbrückung sein, bis die Leute wieder auf eigenen Füßen stehen können. Ob man mit 30.000€ mehr im Depot in der Rente lebenslang nicht zum Aufstocker wird, darf wohl bezweifelt werden. Auch bisher liegt das Schonvermögen nur bei 40k€ und nicht bei 40 Mio€.

    Eine echte Altersvorsorge, die erst als Rente nach dem Erwerbsleben aufgebraucht werden kann, gehört zum Schonvermögen. Wer sowas aufbauen wollte und will, muss halt etwas anderes wählen wie ein täglich frei zugängliches Depot oder Tagesgeld.

    Bis auf ein paar wenige Leute hat man vor BG-Bezug mit 12-24 Monate ALG Zeit, sich wieder etwas neues zu suchen.

    Wenn Du den nötigen Lebensunterhalt als "Verballern" bezeichnest, frage ich mich lieber nicht, was Du unter der "Würde des Menschen" verstehst und was Du noch alles zum BG hinzurechnen würdest.

    Ich bin schon gespann, wann endlich ein bedingunsloses Grundeinkommen kommt. Alles andere passt nicht mehr zum GG Artikel 1.

  • Ich finde es würdelos auch nur einem arbeitsfähigen Vollzeitbezieher seinen 365 Tage Urlaub finanzieren zu müssen

    Dem stimme ich zu aber Ich finde es auch würdelos wie Millionenvermögen steuerfrei vererbt werden.

    Das Haus brennt lichterloh und die Flammen schlagen Meterhoch schon aus dem Dach, aber du musst unbedingt sofort das Teelicht auf dem Küchentisch auspusten weil sonst alles abbrennt.

    Jeder setzt halt seine Prioritäten anders.

  • „Ich persönlich könnte mir in diesem Rahmen eine moderate Erhöhung der Umsatzsteuer vorstellen“.

    So wird es kommen: https://www.br.de/nachrichten/wi…-auf-21-prozent

    Der Sozialismus* in diesem Land muss ja auch irgendwie finanziert werden. In 15 Jahren geht es dann weiter mit 25 %.

    *„Bei einer Staatsquote von 50 % beginnt der Sozialismus“ – Helmut würde sich im Grab umdrehen ;)

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Der Sozialismus* in diesem Land muss ja auch irgendwie finanziert werden. In 15 Jahren geht es dann weiter mit 25 %.

    *„Bei einer Staatsquote von 50 % beginnt der Sozialismus“ – Helmut würde sich im Grab umdrehen ;)

    Versteh ich das richtig, wenn der Staat investiert z.B. aufrüstet (Putin und so) dann steigt die Staatsquote und das ist dann Sozialismus und böse? ^^ was sagen denn unsere Starökonomen, welche Staatsquote ist denn die beste und für wen?

  • Eine Diskussion ist eigentlich nicht umsonst. Da man sich den Argumenten des anderen stellt, sich darauf einlässt und weiter seinen Standpunkt vertritt, oder sogar von der Gegenmeinung überzeugt wird. Es ist ganz und gar sinnlos die Diskussion zu umgehen, sich nur mit Leuten der gleichen auseinandersetzt. Denn dann hat man Lager und spricht über statt mit den "anderen". Insofern ist es schon gut was hier passiert.

    Zum Teil des verfallene nochmal:

    Hatte die Situation bei einem Schulfreund. Sein Vater ist mit 58 arbeitslos geworden da die Firma geschlossen wurde. Chef hatte keinen Nachfolger gefunden. Er selbst war Schlosser und mit Gicht nicht mehr vermittelbar. Bis zur Rente hat er locker flockig seine kompletten Ersparnisse aufbrauchen dürfen und da ihm knapp 10 Jahre Erwerbsleben fehlten war seine Rente nicht mehr sehr üppig. Anscheinend ist das für dich absolut fair, da er sich ja was neues hätte suchen können.

    Ja ich stimme dir zu das wenn ich den Job verlieren würde mich locker darum kümmern kann innerhalb von nem Jahr wieder in Lohn und Brot zu kommen. Aber ich bin jung, gesund und durch Bildung, Hautfarbe, Geschlecht sowie weiter Dinge arg privilegiert. Das auf alle und jeden herunterzubrechen und mit dem Finger drauf zu zeigen ist einfach nicht richtig. Das ist die Entmenschlichung die ich meine und die durch das vorschieben von Gesetzen passiert.

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