Flexible Stromtarife

  • PV haben keine laufende Betriebskosten.
    Erzeugung und vorallem Verteilung + Abtransport passen eben nicht zusammen.

    Und auch hier:

    https://www.berliner-zeitung.de/article/stromp…n-euro-10034388

    Zitat

    Chemiebranche fordert „bezahlbaren“ Klimaschutz

    Aus der Industrie wird der Frust über den Status quo beim Stromnetz deutlich spürbar. „Deutschland will und muss den Weg zur Klimaneutralität gehen“, sagt Matthias Belitz, Leiter des Bereichs Nachhaltigkeit, Energie und Klimaschutz im Verband der Chemischen Industrie (VCI). „Er darf aber nicht nur auf dem Papier herbeigewünscht werden, er muss auch in der Praxis funktionieren und bezahlbar bleiben – sonst verlieren wir weitere industrielle Großverbraucher mit allen gravierenden Folgewirkungen“, warnt er.

    „Das letzte Wochenende zeigt unter dem Brennglas: Der reine Fokus auf den Ausbau von Erneuerbaren-Kapazitäten greift viel zu kurz.“ Entscheidend sei, dass klimafreundlicher Strom auch wirklich genutzt werde. „Erzeugung und Verbrauch passen immer häufiger nicht zusammen und die Netze stoßen an ihre Grenzen.“ Ein Baustein sei die Flexibilisierung des Stromverbrauchs. Auch in der energieintensiven Chemie werde versucht, dieses Potenzial zu nutzen beziehungsweise zu erhöhen, so Belitz. „Aber: Viele chemische Prozesse laufen im Dauerbetrieb und lassen sich nicht einfach hoch- und herunterfahren, ohne Risiken für Qualität, Produktionsausfälle oder technische Schäden.“

    Und Beitrag #16 (RE: Flexible Stromtarife) zeigt ja, dass eine reine Fokussierung auf "Erzeugung" nicht funktioniert. Sonst dürfte die Anlage von BASF ja an's Netz.

  • Es wäre auch schön, wenn Europa hier kooperativ zusammenarbeiten würde und nicht so etwas dabei herauskommt:

    https://www.agrarheute.com/energie/strom/…rechnung-640464

    Zitat

    Steuerzahler bezahlt den Strom für die Nachbarländer

    Der Stromüberschuss in Deutschland beeinflusst auch die Strompreise in unseren Nachbarländern: In Frankreich, Belgien und den Niederlande fielen die Strompreise mit den deutschen Strompreise weit ins Minus, alle mit Spotmarkpreisen zwischen minus 478 und minus 480 Euro pro MWh. Polen lag bei minus 362 Euro je MWh.

    So viel Geld bekamen unsere Nachbarn, wenn sie den deutschen Strom abgenommen haben. Österreich und die Schweiz pumpen mit dem von Deutschland bezahlten Strom Wasser in ihre Bergseen und Pumpspeicheranlagen. Am Abend, wenn wir Strom brauchen, kaufen die Deutschen denselben Strom wieder teuer zurück, sagt Frondel: „Wir bauen Jahr für Jahr immer mehr Solarstrom zu, allein 2025 knapp 20 Prozent zusätzliche Kapazitäten. Das verursacht Zusatzkosten im Milliardenbereich.

  • Die Frage ist zwar schon etwas älter, aber ich bin gerade drüber gestolpert und finde den Punkt ehrlich gesagt ziemlich interessant. Ich wäre selbst gar nicht auf die Idee gekommen, dass sich solche Vergleichsportale teilweise so stark unterscheiden.

    Gerade bei Dingen wie Stromtarifen geht man irgendwie automatisch davon aus, dass am Ende überall ungefähr dieselben Ergebnisse rauskommen. Werd mir das jetzt tatsächlich auch mal genauer anschauen.

  • Es wäre auch schön, wenn Europa hier kooperativ zusammenarbeiten würde und nicht so etwas dabei herauskommt:

    https://www.agrarheute.com/energie/strom/…rechnung-640464

    Du lässt dich verdammt einfach manipulieren...du solltest neben unseriösen Nachrichtenquellen auch Websites von Lobby-Verbänden vermeiden.

    Der Mechanismus, welchem du mit Unverständnis begegnest, ist im Prinzip gewollt und richtig so. Nennt sich Europäisches Verbundsystem und ist genau das Ergebnis einer kooperativen Zusammenarbeit. Statt dass jedes Land für sich schauen muss, dass Stromerzeugung und -Verbrauch in Balance sind, kann Strom über Ländergrenzen hinweg ex- und importiert werden. Damit muss man weniger teure Reservekraftwerke vorhalten, was im Durchschnitt den Preis für alle senkt.

  • Heißt aber dann auch, dass die Kernkraftwerke, die europaweit noch geplant/im Bau/im Betrieb sind, auch unsere Reserve sind. Oder?

    Im Prinzip ja. Hängt aber vom Gestehungs- und Marktpreis ab.
    Beispielsweise bei den französischen AKW, die im Bau sind, zahlt dann der französische Steuerzahler die immensen Kosten dafür, da der Betreiber EDF inzwischen komplett verstaatlicht werden musste. So viel zur "günstigen" Atomenergie.

    Und wenn die Sommer wieder so heiß werden, wie in den letzten Jahren, dann ist u.a. deutsche Photovoltaik die Reserve für französischen Atomstrom, deren/dessen Produktion gedrosselt werden muss, da die Abwärme nicht mehr über die Flüsse abgeführt werden kann.

  • Der Mechanismus, welchem du mit Unverständnis begegnest, ist im Prinzip gewollt und richtig so. Nennt sich Europäisches Verbundsystem und ist genau das Ergebnis einer kooperativen Zusammenarbeit. Statt dass jedes Land für sich schauen muss, dass Stromerzeugung und -Verbrauch in Balance sind, kann Strom über Ländergrenzen hinweg ex- und importiert werden. Damit muss man weniger teure Reservekraftwerke vorhalten, was im Durchschnitt den Preis für alle senkt.

    Das ist ein klares Jein. Es ist natürlich sinnvoll, wenn man günstigen Strom in Bergseen hochpumpt und später wieder nutzt. Die Geographie ist in AT und CH einfach günstiger dafür. Unsinnig ist aber, dass wir eine Menge Geld dafür bezahlen, unseren Strom loszuwerden, wo man einfach auch den Wechselrichter abstellen könnte und dafür einen Preis von 0c zahlen statt 50c. Das ist eben die auf der vorigen Seite angesprochene Problematik, wenn Strom unabhängig vom Bedarf vergütet wird.

    Und ob sich durch ein Verbundnetz wirklich nennenswert Reservekapazitäten einsparen lassen...ich bin skeptisch. Das Winterhalbjahr mit kurzen Tagen, niedriger Sonne und meist grauem Wetter ist in ganz Europa gleichzeitig, ebenso der dadurch erhöhte Strombedarf durch Heizungen. In Sevilla und Neapel ist das natürlich etwas weniger ausgeprägt als in Hamburg und Stockholm, aber die Grundtendenz ist da. Zusätzlich sind die Wetterlagen mit Flaute relativ großräumig und betreffen einen größeren Teil des Systems. Das Verbundnetz ist ein wichtiger Baustein, aber mehr halt auch nicht.

  • ...Unsinnig ist aber, dass wir eine Menge Geld dafür bezahlen, unseren Strom loszuwerden, wo man einfach auch den Wechselrichter abstellen könnte und dafür einen Preis von 0c zahlen statt 50c.

    Wenn es dafür keine Mechanismen gibt, kann man die WR nicht einfach so abstellen. Die Steuerbarkeit, auch für kleinere Anlagen kommt ja erst.
    Und ich sehe das Problem eher darin, dass die Großkraftwerke nicht schnell bzw. stark geregelt werden können und der Ausbau von Speichern nicht schnell genug funktioniert, da dies zum Teil auch politisch blockiert wird.

    Zitat

    Und ob sich durch ein Verbundnetz wirklich nennenswert Reservekapazitäten einsparen lassen...ich bin skeptisch.

    Ich bin immer skeptisch, wenn Laien, die wir im Regelfall alle sind, etwas bezweifeln, das Experten aufgebaut haben. Es gibt ja nicht nur AT + CH im europäischen Verbundnetz. Norwegen ist beispielsweise ein stabiler Exporteur von Wasserkraft, in den Niederlagen kann gerade im Winter die Windkraft recht viel Strom erzeugen, in Portugal und Spanien gibt es auch im Winter, wo hier in Mitteleuropa der Nebel festhängt, Sonnenschein.

  • Wenn es dafür keine Mechanismen gibt, kann man die WR nicht einfach so abstellen. Die Steuerbarkeit, auch für kleinere Anlagen kommt ja erst.

    Ich rede nicht von Fernsteuerung durch den Netzbetreiber. Ich rede davon, dass der Anlagenbetreiber selbst abregelt. Und das wäre sehr schnell der Fall, wenn der Marktpreise bekommen würde. Die entscheidende Frage ist, wie man vom aktuellen verpfuschten System mit auf 20 Jahre garantierter Einspeisevergütung unabhängig vom Marktpreis zu einem System kommt, das sich am akuten Bedarf orientiert.

    Hier wäre ein sinnvoller Ansatz, die Bestandsanlagen aus der Einspeisevergütung auszukaufen und direkt in eine ungeförderte Direktvermarktung zu überführen. Hat die restliche Einspeisevergütung beispielsweise einen Wert von 4000€, könnte man für 3000-3500€ die Anlage auskaufen. Der Betreiber bekommt dann immer den Börsenpreis, ggf. auch negativ. Sofort wären derartige Ausschläge in den negativen Bereich Geschichte.

    Ich bin immer skeptisch, wenn Laien, die wir im Regelfall alle sind, etwas bezweifeln, das Experten aufgebaut haben.

    Ich nicht. In einem Forum, das das Lied des passiven Investierens singt, sollte eine gesunde Skepsis gegenüber Expertentum vorhanden sein. Und es ist ja nicht nur die Börse...vor 6 Jahren hatten wir ein Großexperiment zum Thema Expertentum...nicht jeder Experte ist wirklich einer, vielen fehlt der Blick über den eigenen Tellerrand und einig sind sie sich selten. Mal abgesehen davon, dass sich technische Entwicklungen nur schwer vorhersehen lassen. Wer hatte im Jahr 2000 die aktuellen Preise für PV-Module oder Batteriespeicher auf dem Schirm? Was ist mit den Fähigkeiten heutiger Elektroautos und Wärmepumpen? Sicherlich nicht die Mehrheit der Experten.

    Klar ist, dass der Aufbau eines EE-Netz weniger ein technisches Problem ist und vielmehr ein wirtschaftliches. Die Energiewende ist ein 90/10-Problem. Da EE nicht dauerhaft und steuerbar produzieren, braucht man eine Menge Überkapazität, um auch an schlechten Tagen genügend Strom zu haben. Das ruiniert aber die Rendite an allen mäßigen und guten Tagen. Das gilt analog für Speicher. Intraday ist schnell abgefrühstückt und rentabel, aber Strom für 2 schlechte Tage vorhalten?

    Und dann kommt noch die politische Dimension dazu. Will man wirklich die Hoheit über den deutschen Winterstrom ins Ausland abgeben? Woher kommen die notwendigen Leitungen, wie bekommt man die Anwohner entlang der vielen Tausend Kilometer ins Boot und will man wirklich dafür anfällig sein, dass irgendjemand eine Leitung aus Spanien oder Italien sabotiert? Selbst wenn wir nur im Inland bleiben...was ist wenn die Leute unkooperativ sind? Wenn zigtausende private Dachanlagen bei tiefroten Strompreisen einfach weiter einspeise und es politisch nicht möglich ist, diese auf Marktpreise zu bringen? Hier wird eine Menge Geld vernichtet, das an anderer Stelle fehlt. Was ist, wenn die Bevölkerung nicht bereit ist, dynamische Strompreise zu akzeptieren und en Verbrauch anzupassen, und die Industrie auch nicht? Man kann nicht einfach am Tag der Arbeit Sonderschichten anordnen, weil der Strom gerade billig ist

    Natürlich kann man jetzt als Technokrat die Sache rein aus der technischen Brille betrachten und sagen "alles machbar". Aber das ignoriert halt die ganzen anderen Probleme. Und an genau denen krankt die Energiewende doch in der Praxis.

  • Wenn es dafür keine Mechanismen gibt, kann man die WR nicht einfach so abstellen. Die Steuerbarkeit, auch für kleinere Anlagen kommt ja erst.

    Und dann knallen sich die Leute dafür 3 Balkonkraftwerke ans Haus und unterliegen keiner Regulierung.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Doch. Die maximale Einspeiseleistung ist auf 800 Watt begrenzt.

    In der Theorie ja. In der Praxis wird das ganze nicht kontrolliert.

    3 BKW können bis zu 3600 kwp erzeugen. Da kommt bundesweit einiges zusammen. Aber klar, das Problem ist dann natürlich die totregulierte Aufdach-Anlage mit 10 kwp...

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • In der Theorie ja. In der Praxis wird das ganze nicht kontrolliert.

    3 BKW können bis zu 3600 kwp erzeugen. Da kommt bundesweit einiges zusammen. Aber klar, das Problem ist dann natürlich die totregulierte Aufdach-Anlage mit 10 kwp...

    Wie oft willst du noch irgendwelchen an den Haaren herbeigezogenen Theorien provozieren?

    Zu den Fakten:

    1. 3 BKW mit je maximal 800 Watt Einspeisung ergeben laut der Mathematik die ich gelernt habe, maximal 2400 Watt.

    2. Ich kenne diverse Foren bzw. Communities wo es auch um das Thema Balkonkraftwerke geht und noch nirgendwo gelesen, dass man jemand so etwas getan hätte.

    3. Ergibt das Vorhaben keinen Sinn, da im Regelfall Zähler mit Rücklaufsperre verbaut sein sollten.

    4. Fällt das in der Praxis sehr wohl auf, wenn plötzlich der Stromverbrauch am Bezugszähler stark sinkt oder eine starke Einspeisung erfolgt.

    5. Im Gegensatz zu leistungsstärkeren Anlagen dürfte sich die Einspeisung eines oder gar mehrere BKW schon auf Ebene des Hauses (falls MFH) oder Ebene Straße (Nachbarhäuser) neutralisieren, es gibt also keine stärkere Belastung für die Netze oder Trafos in den übergeordneten Ebenen.

  • 1. 3 BKW mit je maximal 800 Watt Einspeisung ergeben laut der Mathematik die ich gelernt habe, maximal 2400 Watt.

    Man darf 3 BKW zu Hause installieren, aber die dürfen zusammen nur 800 Watt einspeisen. Wenn du durch dein Smarthome sicherstellst, dass nur 800W rausgehen, darfst du den Restertrag selbstverständlich selber nutzen oder speichern. Das kann und wird der Netzbetreiber nicht kontrollieren, die 800W schon. Insbesondere dann, wenn du flexible Stromtarife hast, wie hier im Thementitel steht.

    Hier mal ein Werbebeispiel mit 4kWp aus den Modulen an einem BKW.

  • Man darf 3 BKW zu Hause installieren, aber die dürfen zusammen nur 800 Watt einspeisen. Wenn du durch dein Smarthome sicherstellst, dass nur 800W rausgehen, darfst du den Restertrag selbstverständlich selber nutzen oder speichern.

    Das musst du mir nicht sagen, ich kenne die Regeln :)
    Die von mir zitierte Person hat halt einfach mal etwas behauptet...

  • Du lässt dich verdammt einfach manipulieren...du solltest neben unseriösen Nachrichtenquellen auch Websites von Lobby-Verbänden vermeiden.

    Der Mechanismus, welchem du mit Unverständnis begegnest, ist im Prinzip gewollt und richtig so. Nennt sich Europäisches Verbundsystem und ist genau das Ergebnis einer kooperativen Zusammenarbeit. Statt dass jedes Land für sich schauen muss, dass Stromerzeugung und -Verbrauch in Balance sind, kann Strom über Ländergrenzen hinweg ex- und importiert werden. Damit muss man weniger teure Reservekraftwerke vorhalten, was im Durchschnitt den Preis für alle senkt.

    Vielleicht solltes Du mal genauer lesen, was ich geschrieben habe. Ich habe nicht angezweifelt, dass es ein Verbundsystem gibt, das technisch gewünsche Möglichkeiten bietet. Ich habe kritisiert, dass es derzeit leider so läuft, dass die Übertragung von Überschüssen nicht kostenfrei läuft, von einem Land A, dass Überschüsse produziert, hin zu einem Land B, das bessere Möglichkeiten der Abnahme und Speicherung hat. Man könnte die Kombination von verschiedenen Schwerpunkten bezüglich a) Erzeugung und b) Speichermöglichkeit ja auch zum Wohle aller Beteiligten organisieren.

  • Vielleicht solltes Du mal genauer lesen, was ich geschrieben habe.

    Ich kann nicht lesen, was du nicht schreibst. Du hast einen Satz geschrieben, darunter einen Link, darunter ein Zitat. Dein Satz bestand darin, eine kooperative Zusammenarbeit in Europa zu wünschen. Ich habe dir geantwortet, dass es etwas bereits gibt.


    Zitat

    Ich habe kritisiert, dass es derzeit leider so läuft, dass die Übertragung von Überschüssen nicht kostenfrei läuft, von einem Land A, dass Überschüsse produziert, hin zu einem Land B, das bessere Möglichkeiten der Abnahme und Speicherung hat. Man könnte die Kombination von verschiedenen Schwerpunkten bezüglich a) Erzeugung und b) Speichermöglichkeit ja auch zum Wohle aller Beteiligten organisieren.

    Dann hättest du das so formulieren sollen.
    Aber dein Wunsch geht an der Realität vorbei, denn sowohl das Übertragen von Strom, als auch das Speichern von Strom kostet erstmal eine Menge Geld. Ohne marktwirtschaftliche Anreize baut niemand entsprechende Kapazitäten auf.
    Zudem stellt sich immer noch die Frage, ob der kritisierte Mechanismus nicht immer noch besser und günstiger ist, also selber entsprechende Reserven vorzuhalten.

    Um nochmal einen Satz aus deinem Zitat zu nehmen:
    "Am Abend, wenn wir Strom brauchen, kaufen die Deutschen denselben Strom wieder teuer zurück,"
    Wenn Strom "teuer" aus dem Ausland gekauft wird, dann nur, weil er immer noch günstiger ist, als ihn selber zu erzeugen.


    Davon mal abgesehen ist es der Ausnahmefall, dass die Spotmarktpreise am Strommarkt negativ sind, also Geld für die Abnahme gezahlt wird. Zudem sind in Deutschland eine Menge Großbatteriespeicher im Bau, so dass ich davon ausgehe, dass sich das Problem entschärfen wird. Denn die Marge zwischen Überschusspreisen und Hochnachfragepreisen ist genau das, was den Bau von Speichern wirtschaftlich macht.

  • Davon mal abgesehen ist es der Ausnahmefall, dass die Spotmarktpreise am Strommarkt negativ sind, also Geld für die Abnahme gezahlt wird.

    Leider nicht. Hier ist eine relativ umfangreiche Statistik zum Thema: https://www.bhkw-infozentrum.de/wirtschaftlich…tatistiken.html

    Negative Strompreise sind mittlerweile der Normalfall und längst nicht mehr nur auf kurze Zeiträume bei gleichzeitigem Starkwind und Sonne (bekannt als Hellbrise) beschränkt. Mittlerweile ist die installierte Solarleistung so hoch, dass das alleine ausreicht. Man muss sich das mal vor Augen halten...für 2025 reden wir im Mai und Juni von drei Viertel der Tage mit negativen Strompreisen und für den Juni 25 von knapp 20% des gesamten Monats (!), inklusive der Nacht und den sonnenarmen Abend- und Morgenstunden. Es bringt uns nicht weiter, das Problem zu leugnen

    Und negative Strompreise sind hier nur die Spitze des Eisbergs. Mit sehr niedrigen Positivpreisen am Spotmarkt, z.B. 1c, lassen sich Investitionen auch nicht amortisieren. Die negativen und sehr niedrigen Preise fallen dabei systematisch in die Zeit, in der eine PV am meisten Strom produziert.

    Und jetzt lohnt es sich, noch einen Blick in die Zukunft zu werfen. Für 2030 ist eine installierte PV-Leistung von 215GWp geplant, für 2040 sogar 400GWp (siehe EEG). Zum Vergleich, aktuell haben wir gute 120GWp PV-Leistung und eine Last von 40-60GW. Im Kontext dieser Zahlen verblasst die Wirkung von Großspeichern mit 100, 200 oder 300GWh. Die sind dann innerhalb kurzer Zeit voll.

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