Rentenpaket - Pläne zur Rentenreform 2026 - Einbeziehung weiterer Einkunftsarten zur RV

  • Es leuchtet mir aber trotzdem nicht ein, dass der Handwerker, der mit fünfzehn seine Lehre angefangen hat, genauso bis 70 Arbeiten soll wie der Akademiker, der zehn Jahre später ins Erwerbsleben eingestiegen ist und zudem noch statistisch eine höhere Lebenserwartung genießt.

    Wer direkt nach der Realschule eine Ausbildung macht, ist deutlich früher im Berufsleben und erwirbt entsprechend mehr Rentenpunkte. Dadurch ist die Rente relativ zum Gehalt höher. Und dass sich die Lebenserwartung wirklich nach der Frage bemisst, wann man in den Beruf einsteigt, bezweifle ich. Gerade bei den Baby Boomern gibt es zahlreiche kaufmännische Angestellte ohne Studium.


    PS: und wenn du das Thema Lebenserwartung ins Spiel bringst...willst du nicht auch anmerken, dass Frauen pro Rentenpunkt gleich viel bekommen aber im Schnitt länger leben?

  • Wir haben in Deutschland mittlerweile den Euro, Mark und Pfennig gibt es nicht mehr.

    Ach!

    Erklärst du uns allen bitte, warum beim Erbe einer Immobilie keine Erbschaftssteuer anfällt?

    Nehmen wir mal an, der Erblasser hätte in Berlin oder München aus alter Zeit ein Altbau-Mehrfamilienhaus mit 10 Wohnungen, so dürfte die Erbschaftsteuer für die Kinder siebenstellig sein. Da kauft man sich rechtzeitig drei dicke Wohnblocks in Bukarest für einen Appel und ein Ei. Mit mehr als 300 Wohnungen ist man nach aktueller Lesart Firma, da fällt dann eben keine Erbschaftsteuer an.

    Diese Regelung steht (zu Recht!) sehr in der Kritik, niemand weiß, wie lange sie noch steht.

    Ich bin kein Steuer- und Erbrechtsanwalt und kenne somit die Details der Vorgehensweise nicht. Aber es gibt Steuer- und Erbrechtsanwälte in Deutschland, die wissen, wie man das gestalten muß. Und wer als potentieller Erblasser den Bedarf hat, wird wohl rechtzeitig einen solchen Fachmann beauftragen.

  • Das ist kein Automatismus. Es hängt von der Verdiensthöhe ab.

    Aber die ist bei Akademikern nicht automatisch höher. Und erst recht nicht so viel höher, dass sich 2-3 Jahre mehr Schule und 5 Jahre Studium automatisch ausgleichen. Wenn jemand Zahlen hat, nur her damit. Ich bezweifle stark, dass ein BWL-Studium hier große Vorteile gegenüber einer kaufmännischen Ausbildung bringt, erst recht nicht, wenn man gewisse Ambitionen hat. Der reine Vergleich von Einstiegsgehältern ist jedenfalls nicht zielführend, da der ehemalige Azubi ja schon 5 Jahre Vollzeit-Berufserfahrung mitbringt.

  • Aber die ist bei Akademikern nicht automatisch höher. Und erst recht nicht so viel höher, dass sich 2-3 Jahre mehr Schule und 5 Jahre Studium automatisch ausgleichen. Wenn jemand Zahlen hat, nur her damit. Ich bezweifle stark, dass ein BWL-Studium hier große Vorteile gegenüber einer kaufmännischen Ausbildung bringt, erst recht nicht, wenn man gewisse Ambitionen hat. Der reine Vergleich von Einstiegsgehältern ist jedenfalls nicht zielführend, da der ehemalige Azubi ja schon 5 Jahre Vollzeit-Berufserfahrung mitbringt.

    Naja die Statistiken sehen schon einen Unterschied bei Facharbeitern versus Akademiker, sicherlich nicht in jedem Fall aber in Summe schon.

  • Naja die Statistiken sehen schon einen Unterschied bei Facharbeitern versus Akademiker, sicherlich nicht in jedem Fall aber in Summe schon.

    Ja, aber worüber reden wir jetzt genau? Über den Dachdecker? Den kaufmännischen Angestellten? Diplom in Kunstgeschichte? Den Facharbeiter nach IG Metall mit 35h Woche, vollem Überstundenausgleich und in vielen Betrieben deutlich über 30 Urlaubstagen? Wer nur 90% Teilzeit arbeitet, verdient natürlich auch entsprechend weniger.

    Die Generation, die zeitnah in Rente geht, war noch nicht so akademisiert wie die heutigen Jungen. Da ist das rumreiten auf den Beitragsjahren doch eher eine Nebelkerze, die wird die Probleme nicht lösen. Und es bleibt die unverrückbare mathematische Tatsache, dass die Rente relativ zum Einkommen bei Akademikern aufgrund deutlich weniger Beitragsjahre auch entsprechend niedriger ausfällt. Die absolute Höhe ist davon unbenommen.

  • Und es bleibt die unverrückbare mathematische Tatsache, dass die Rente relativ zum Einkommen bei Akademikern aufgrund deutlich weniger Beitragsjahre auch entsprechend niedriger ausfällt. Die absolute Höhe ist davon unbenommen.

    Das magst Du ja gerrne so sehen, ich definitiv nicht. Mich interessiert aber nicht die Rentenhöhe im Vergleich zum letzten Gehalt (die wird bei mir in der DRV, mit heutigen Abgaben, Netto weit über 48% liegen), sondern der Betrag, den ich dann zum Leben benötige/haben möchte. Der liegt nach heutiger Hochrechnung nahe den 100% meines letzten Nettos, was aber meilenweit vom möglichen 100% Netto entfernt ist.

    Also vergleiche ich auch das, was für mich relevant ist: was hätte ich (oder besser meine Freunde, die das so gemacht haben) an realen RP am Ende ihrer Einzahlungsphase, wenn sie immer brav in die DRV eingezahlt hätten. Ähnlich, wie ich mich vor Jahrzehnten gegen eine Beamtenlaufbahn entschieden habe, wobei damals noch mein Lebeneinkommen und der Zeitpunkt, wann ich große Teile davon erhalte, neben der reinen Jobbeschreibung relevant waren.

    Unter meine Freunden sind einige, die Ende der 1980er mit Realschulabschluss eine Lehre gemacht haben und dann nicht auf dem erlernten Beruf "sitzen" geblieben sind (genauso wie ich nach meinem Studium oder auch meine Schwester mit BWL.

    Wenn ich mir die bei uns im Betrieb üblichen/möglichen Karrieren von der Ausbildung mit 15/16 bis hin zum Facharbeiter (oder weiter) so ansehe, dann wird es schon mathematisch schwierig. Jedenfalls bei den üblichen Zeiten, in denen man auf seinem Gehaltslevel und damit auch den erworbenen RP verbleibt. Ob man da in den erste 10 Beitragsjahren bedeutend mehr RP erwirbt wie mit einem akademischen Abschluss und 10 Jahre späterem Berufseinstieg?

    Denn wenn Du schon auf die Baby-Bommer gehst, sollte man nicht vergessen, dass es damals während der Lehre kaum eine Entlohnung gab. Auch heute bekommen die Azubis in den ca. 3 Lehrjahren von ihren 800-1400€/Monat Brutto nicht wirklich viele RP. Da kann man sich auch überlegen, wie viele Studenten das Studium komplett finanziert bekommen oder sozialversicherungsrelevante Jobs ausüben.

  • Mich interessiert aber nicht die Rentenhöhe im Vergleich zum letzten Gehalt (die wird bei mir in der DRV, mit heutigen Abgaben, netto weit über 48% liegen), sondern der Betrag, den ich dann zum Leben benötige/haben möchte. Der liegt nach heutiger Hochrechnung nahe den 100% meines letzten Nettos, was aber meilenweit vom möglichen 100% netto entfernt ist.

    Tja.

    Es ist sinnvoll, daß man sein Erwerbseinkommen nicht gänzlich ausgibt, sondern einen Teil spart, beispielsweise für die Altersvorsorge. Wenn das 20% des Nettos sein sollten, hat man in der aktiven Zeit nicht 100% seines Nettoeinkommens zum Ausgeben, sondern nur 80% - und da ist man schon näher an der Rente dran.

    Wenn man das aber nicht tut, nichts zurücklegt, sondern in der aktiven Zeit alles ausgibt, hat man im Ruhestand nichts zuzusetzen. Dann mag die Fallhöhe größer sein.

    Das wird der Staat mit allen Rentenreformen aber nicht ändern können.

  • Ja, aber worüber reden wir jetzt genau? Über den Dachdecker? Den kaufmännischen Angestellten? Diplom in Kunstgeschichte? Den Facharbeiter nach IG Metall mit 35h Woche, vollem Überstundenausgleich und in vielen Betrieben deutlich über 30 Urlaubstagen? Wer nur 90% Teilzeit arbeitet, verdient natürlich auch entsprechend weniger.

    Die Generation, die zeitnah in Rente geht, war noch nicht so akademisiert wie die heutigen Jungen. Da ist das rumreiten auf den Beitragsjahren doch eher eine Nebelkerze, die wird die Probleme nicht lösen. Und es bleibt die unverrückbare mathematische Tatsache, dass die Rente relativ zum Einkommen bei Akademikern aufgrund deutlich weniger Beitragsjahre auch entsprechend niedriger ausfällt. Die absolute Höhe ist davon unbenommen.

    Der steigende Akademisierungsanteil hat nicht unbedingt zu einem steigenden durchschnittlichen Wohlstand geführt. In dem Maße, wie das Studium in der Ausbildung zugenommen hat, sind die damit einhergehenden Berufe abgewertet worden. Arbeiter konnten sich früher eher leisten, ein grosses Haus mit grossem Grundstück zu bauen, als ein Akademiker heute. Es gibt einige akademische "Laufbahnen" die fangen während oder nach dem Studium mit nicht-bezahlten Praktika an.

    Die Arbeit hat sich durch die Technologisierung in Richtung "mehr Kopfarbeit" entwickelt. Aber der Softwareentwickler arbeit auch mit Werkzeugen (tools) und baut (compiliert) Programme. Viele Anforderungen sind denen, die man an einen Arbeiter stellt, sehr ähnlich.

  • Der steigende Akademisierungsanteil hat nicht unbedingt zu einem steigenden durchschnittlichen Wohlstand geführt. In dem Maße, wie das Studium in der Ausbildung zugenommen hat, sind die damit einhergehenden Berufe abgewertet worden. Arbeiter konnten sich früher eher leisten, ein grosses Haus mit grossem Grundstück zu bauen, als ein Akademiker heute. Es gibt einige akademische "Laufbahnen" die fangen während oder nach dem Studium mit nicht-bezahlten Praktika an.

    Die Arbeit hat sich durch die Technologisierung in Richtung "mehr Kopfarbeit" entwickelt. Aber der Softwareentwickler arbeit auch mit Werkzeugen (tools) und baut (compiliert) Programme. Viele Anforderungen sind denen, die man an einen Arbeiter stellt, sehr ähnlich.

    Steile Thesen. Natürlich ist der Wohlstand im Mittel gestiegen. Warum sollte ein Haus die Referenz dafür sein?

    Bloß weil was ähnlich genannt wird, ist es doch nicht vergleichbar. Es ist Ausdruck von eindeutigen Entwicklungen. Und ja, zur Wertschöpfung wird wesentlich materielle,physische Arbeit benötigt.

    Wenn ich einen Editor, eine Softwareentwicklungsumgebung, ChatGPT benutze, denke ich trotzdem nicht, eigentlich eine Schlagbohrmaschine in der Hand zu halten. 😉

  • Steile Thesen. Natürlich ist der Wohlstand im Mittel gestiegen. Warum sollte ein Haus die Referenz dafür sein?

    Bloß weil was ähnlich genannt wird, ist es doch nicht vergleichbar. Es ist Ausdruck von eindeutigen Entwicklungen. Und ja, zur Wertschöpfung wird wesentlich materielle,physische Arbeit benötigt.

    Wenn ich einen Editor, eine Softwareentwicklungsumgebung, ChatGPT benutze, denke ich trotzdem nicht, eigentlich eine Schlagbohrmaschine in der Hand zu halten. 😉

    Und wer eine Schlagbohrmaschine verwendet, der darf früher in Rente gehen, weil... ?

  • Das magst Du ja gerrne so sehen, ich definitiv nicht. Mich interessiert aber nicht die Rentenhöhe im Vergleich zum letzten Gehalt (die wird bei mir in der DRV, mit heutigen Abgaben, Netto weit über 48% liegen), sondern der Betrag, den ich dann zum Leben benötige/haben möchte.

    Und wonach bemisst sich der Betrag? Der Lebensstandard passt sich üblicherweise ans Einkommen an. Und wenn du den Lebensstandard auch bei Renteneintritt erhalten willst, muss das Einkommen einigermaßen erhalten bleiben. Das ist die einfachste Definition der berühmten Rentenlücke