Aktuelle Pläne zu Sozialabgaben vs. ETF Sparen

  • Die ersten Ministerpräsidenten und Finanzminister der Länder sind inzwischen immerhin schon wach geworden und haben mal nachgerechnet, was es ihnen an zusätzlichen Kosten bringen würde, müssten sie für die Beamten Rentenbeiträge zahlen.

    Ja, aber das gehört zur (traurigen) Wahrheit dazu.
    Sonst empfehle ich einfach alle Arbeitnehmer zukünftig zu verbeamten. Und schon ist jegliches Rentenproblem gelöst.
    Und es bräuchte auch keine Gewerkschaften und Tarifkommissionen mehr. Und auch die KV wäre geregelt, weil ja alle Beamten PKV versichert sind. Also WinWinWin für alle.;)

  • Sollen sie sich doch vorbereiten und ab 1. Januar 2027 für alle „Neuen“ im Angestellten/Verhältnis loslegen.

    Stimmt eigentlich. Man hat dann auch noch gleich genug Zeit für die Überlegung, ob man das Spielchen dann über eine Erhöhung der Einkommenssteuer oder der Umsatzsteuer gegenfinanzieren will. Die bieten sich ja gerade an, da sie auf praktisch alle Noch-Dienstherren von Beamten aufgeteilt werden.


    Andererseits:

    Sonst empfehle ich einfach alle Arbeitnehmer zukünftig zu verbeamten.

    Das hätte natürlich auch seinen Reiz. Und zumindest da, wo die Politik die Versorgungsrücklagen noch halbwegs gut angelegt hat, hat man heute zum Teil Aktienanteile in der Altersvorsorge (Nein? - Doch! - Ohh!), von denen die Rentenkasse wohl noch ewig nur träumen kann.

    Und das dabei oft auch die SPD gerne vorne mit dabei war, braucht man ja keinem verraten (falls doch, z.B. 2017 Berlin: Erhöhung des zulässigen Aktienanteils im Pensionsfonds von 15 auf 25%, der kurz danach schon überschritten wurde, Regierung: Rot-Rot-Grün).

    Das wäre insofern auch mal ein wirklich tiefgreifender Reformschritt. Den man bei den öffentlichen Haushalten, der Altersvorsorge, den KVs... ja durchaus mal angehen müsste.

    In Positionspapieren, die der Bevölkerung vorspielen, es wäre der Inbegriff des modernen Sozialstaats, wenn sich wenige rudimentär zusätzlich an den Einnahmeseiten beteiligen, es unterm Strich aber zwangsläufig für alle dadurch weiter teurer wird, erkenne ich so einen Reformwillen allerdings weiterhin nicht.

    Also bleibt die Verbeamtung tendenziell doch eher den Berufen vorbehalten, bei denen es Sinn macht, auch manchen, bei denen man den Sinn sicher hinterfragen und mittelfristig ändern könnte, und halt bei den Beamten, die die SPD (u.a.) in Amt und Würden bringen will...

  • "Denn derzeit liegt bei einem zu versteuernden Einkommen von unter 70.000 Euro der persönliche Steuersatz unter 25 %."


    Für Kapitalerträge ist der Grenzsteuersatz relevant. Und der liegt bei 70.000 Euro vermutlich eher in der Nähe von 40%.

    Aber für eine durchschnittliche Talkshow reicht das Wissen aus.

  • Für Kapitalerträge ist der Grenzsteuersatz relevant. Und der liegt bei 70.000 Euro vermutlich eher in der Nähe von 40%.

    Nein, tut er nicht.

    Es geht um einen Menschen, der ausschließlich Einnahmen aus Kapitalvermögen hat. Bitte den Beitrag oben richtig lesen.

    Das ist doch gerade der Witz.

  • Sollen sie sich doch vorbereiten und ab 1. Januar 2027 für alle „Neuen“ im Angestellten/Verhältnis loslegen.

    Das Problem ist halt, dass man für die neuen dann einen gesonderten Tarif mit entsprechend höheren Bruttogehältern machen müsste. Und das käme die Dienstherren sehr viel teurer, da auf die höheren Bruttogehälter natürlich auch höhere Steuern fällig sind.

  • Je mehr wir umverteilen und je weniger Eigenverantwortung wir einfordern, desto mehr wird unser System zu einem „Alle zahlen ihr gesamtes Einkommen ein und bekommen ein Taschengeld abhängig vom Einzahlungsbetrag zurück“-Modell.

    Nur fehlt der Mut, es offen so zu nennen. Ehrlicher, transparenter und vor allem günstiger wäre dieses Modell allemal: Ein Großteil des heutigen Steuer-, Abgaben- und Sozialverwaltungsapparats würde schlicht überflüssig.

  • Erst mal steht am Anfang aller Überlegungen einer echter Kassensturz. Bei Rente und Krankenkasse wären das erst mal alle Einnahmen aufzulisten und dann alle Ausgaben, ganz wichtig dabei wer zahlt die Einnahmen und wer bekommt Leistungen zurück. Dann würde man feststellen das es mehr Leistungsbezieher gibt als Einzahler, ab diesem Punkt muss der Steuerzahler einspringen und die Beiträge für die Beitragslosen übernehmen, Krankenkasse ebenso wie Rente, das heisst das nur ein Einzahler auch was rausbekommt, egal ob der Steuerzahler oder der Beitragszahler einbezahlt hat. Es ist halt ein Unding das Beitrgaslose durch die Beitragszahler getragen werden, das ist nicht der Sinn dieses Systems, deswegen funktioniert das auch immer schlechter. So, jetzt kommt die berechtigte Kritik warum soll der Steuerzahler das dann tragen? Ganz einfach, das wäre das gerechtere Umlagesystem dem sich keiner entziehen kann, zum Beispiel die MwSt. zweckgebunden um 1% erhöhen und dieses eine Prozent nur für die Beitragslosen aufwenden, recht einfach umzusetzen und keiner kann sich dem Entziehen. Allerdings klappt das nur wenn man am Anfang einen ehrlichen und echten Kassensturz macht.

  • Kommt drauf an, was genau mit "Beitragslose" gemeint ist. Das kann die Familienversicherung bei der Krankenkasse sein - aber auch die Mütterrente aus der RV oder die Bezieher von Bürgergeld bei den Gesetzlichen Krankenkassen. Letztere 2 Beispiele sind eine versicherungsfremde Leistung, die vom Staat nur unzureichend kompensiert wird.

  • Kommt drauf an, was genau mit "Beitragslose" gemeint ist. Das kann die Familienversicherung bei der Krankenkasse sein - aber auch die Mütterrente aus der RV oder die Bezieher von Bürgergeld bei den Gesetzlichen Krankenkassen. Letztere 2 Beispiele sind eine versicherungsfremde Leistung, die vom Staat nur unzureichend kompensiert wird.

    Denk mal politisch:

    Würde die kostenfreie Familienversicherung für Ehepartner ersatzlos abgeschafft, liefe das konservative Spektrum Sturm…..

    Die „Mütterrente“ ist ebenso ein spezielles CSU-Thema.

    Als Thema eignet sich eher der glücklich-arbeitslose Ukrainer, der vormittags tiefenentspannt einkauft und dann kostenfrei zum Arzt geht.

  • Denn derzeit liegt bei einem zu versteuernden Einkommen von unter 70.000 Euro der persönliche Steuersatz unter 25 %.

    Und der Grundfreibetrag steigt jährlich (Existenzminimum).

    Wer also 3,3 Mio Euro in einem Dividenden-ETF mit 3 Prozent Bruttorendite hat, wäre von Erhöhungen NULL betroffen.

    Was diese Rechnung soll, verstehe ich nicht.
    Mit 3,3 Mio Euro in einem Dividenden-ETF, der 3% p.a. Bruttorendite bringt, gibt es im Jahr 100.000 Euro Ausschüttung.

    Sparerfreibetrag ist 1.000 Euro und Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro. Also weit unter den 100.000 Euro aus deinem Beispiel.

  • Was diese Rechnung soll, verstehe ich nicht.
    Mit 3,3 Mio Euro in einem Dividenden-ETF, der 3% p.a. Bruttorendite bringt, gibt es im Jahr 100.000 Euro Ausschüttung.

    Sparerfreibetrag ist 1.000 Euro und Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro. Also weit unter den 100.000 Euro aus deinem Beispiel.

    Wie will man als Gesetzgeber denn realistisch an dieses Geld rankommen?
    Wenn die Person nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, fallen Beitragserhöhungen ohnehin weg. Also über Steuern? Eine VV-GmbH ist in weniger als einer Woche aufgesetzt und damit ist das Geld aus dem Privatvermögen raus.

    Also an die Unternehmensbesteuerung ran? Das würde diesen ohnehin kaum noch investierbaren Wirtschaftsstandort endgültig in die Steinzeit katapultieren.

    Realistisch kommt man am Ende nur an die Mittelschicht und die gehobene Mittelschicht heran. Und wenn man die noch weiter drückt, dann kippen sie vollends nach rechts. Man sollte das einfach akzeptieren und nicht ständig so tun, als ließe sich das wegzaubern. Dieser lächerliche „wir holen das Geld bei den Reichen“-Mythos ist bestenfalls naiv, schlimmstenfalls absurd.

    Das Problem sind die Kosten und wenn sich da nix ändert, geht das Schiff unter.

  • Was diese Rechnung soll, verstehe ich nicht.
    Mit 3,3 Mio Euro in einem Dividenden-ETF, der 3% p.a. Bruttorendite bringt, gibt es im Jahr 100.000 Euro Ausschüttung.

    Sparerfreibetrag ist 1.000 Euro und Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro. Also weit unter den 100.000 Euro aus deinem Beispiel.

    Du hast die Teilfreistellung bei Aktien-ETF vergessen.

    Der Grundfreibetrag hat damit gar nichts zu tun. Es geht um die Steuer in Summe, die zu zahlen ist.

    Ich versuche es noch mal mit einem groben, einfachen Beispiel:

    Ernstle hat noch nie gearbeitet, bezieht aber jährlich 60.000 € brutto aus Aktien Dividenden.
    Die Bank zieht ihm natürlich logischerweise unter Berücksichtigung seines Freibetrages von 1000 €, die Abgeltungssteuer und den Solidaritätzuschlag ab.

    Das sind 15.825 €.

    Es bleiben ihm also 44.175 Euro.
    Im Jahr darauf macht er seine Einkommensteuererklärung.

    Das Finanzamt führt nun die so genannte Günstigerprüfung durch.
    Die Steuerberechnung ergibt dann etwa 13.000 €.

    Ernstle bekommt eine Steuerrückerstattung.

    Wichtig ist zu verstehen, dass ihm eventuelle Erhöhungen der Abschlagssteuer zum Beispiel auch auf 30 oder 40 % völlig egal sein können.

    Und genau dieser Aspekt wird eben von vielen überhaupt nicht verstanden.

    Ich bin sogar davon überzeugt, dass der Bundesfinanzminister diesen Zusammenhang überhaupt nicht versteht, wenn er zum Beispiel in einer Talkshow darauf angesprochen wird..

  • Denk mal politisch:

    Würde die kostenfreie Familienversicherung für Ehepartner ersatzlos abgeschafft, liefe das konservative Spektrum Sturm…..

    Die „Mütterrente“ ist ebenso ein spezielles CSU-Thema.

    Als Thema eignet sich eher der glücklich-arbeitslose Ukrainer, der vormittags tiefenentspannt einkauft und dann kostenfrei zum Arzt geht.

    Es geht mir nicht darum das diese Gruppen nichts bekommen, sondern darum das genau solche Fälle durch Staatsmittel finanziert werden und nicht allein durch Beitragszahler.

  • Was diese Rechnung soll, verstehe ich nicht.
    Mit 3,3 Mio Euro in einem Dividenden-ETF, der 3% p.a. Bruttorendite bringt, gibt es im Jahr 100.000 Euro Ausschüttung.

    Sparerfreibetrag ist 1.000 Euro und Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro. Also weit unter den 100.000 Euro aus deinem Beispiel.

    Spiel das doch mal auf dem Rechner des BMF durch:
    Lohn- und Einkommensteuerrechner:Einkommensteuer - Berechnung

    Es geht um die reale Steuerlast, die Du tatsächlich erreichst. Und es braucht schon ein gewisses Jahreseinkommen, bis Du auf den Satz von aktuell 26,375% aus der KeSt. kommst. Da dürfte es manchen Aktionär ziemlich egal sein, ob die KeSt. auf 30% oder gar 35% erhöht würde.

    Daher möchte die SPD lieber eine Abgabe auf Kapitalerträge und eben keine erhöhte Steuer.;)