"Kunden: Gesamtes Vermögen in Schließfächern deponiert"

  • Mein Gott, wie dumm kann man sein?!

    Wie dumm "man" sei kann, muß sich denknotwendig meiner Kenntnis entziehen.

    Logischerweise kann "ich" nur für mich sprechen. Da ergab und ergibt Bargeld (ausfallsicheres Zentralbankgeld) in meiner Landeswährung - aber (seit 1999) auch in fremden Sorten (Beispiel: CHF) - schon immer einen Sinn in einer allerdings (sehr) kleinen Dosierung) aber eben als (homöopathischer) Teil meines Gesamtvermögens. Im Mix einer möglichst soliden, robusten und resilienten Finanzaufstellung.

    Vergiss bitte in Gelsenkirchen nicht eine große Bevölkerungsgruppe, die traditionell erhebliche Werte zur Hochzeit in Gold bekommt und diese vor allem in Schliesfächern von Kreissparkassen lagert…

    Da würde ich Dir - ausnahmsweise - einmal zustimmen.

    Die Um- und Zustände in der Türkei beispielsweise sind mir recht gut bekannt. Land und Einwohner haben zum Thema Gold - auch von der Historie her - ein (ganz) anderes Verhältnis und Verständnis als die Menschen vieler anderer Länder. Ebenso bekannt ist mir auch der Zustand der türkischen Lira. Am Thema Interessierten können sich ja mal den Zeitraum seit 2010 beispielsweise bis 2025 betreffend mit der Ratio "TRY vs $" beschäftigen. Oder der Ratio "TRY vs CHF". Oder gar der Ratio "TRY vs Gold" ...

    Eine (sehr bis ziemlich) spezielle Sicht auf Gold haben beispielsweise auch viele Inder (für Dich, Tomarcy , auch viele Inderinnen - und vermutlich sogar indische Krankenschwesterinnen ...). Und Indien ist meines Wissens kein ganz kleines Land (mehr als 3 mal die Einwohnerzahl der gesamten EU ... ?) sondern möglicherweise das bevölkerungsreichste Land der Welt ... ?

    Das macht halt einfach null Komma null Sinn!

    Sinn "machen" dürften ohnehin nichts.

    Sinn "ergeben" kann die möglichst sichere und auch rechtssichere (da gehören meines Erachtens Deutschland und insbesondere die Eurozone schon lange nicht mehr dazu) Einlagerung von Bargeld und/oder physischem Gold (in adäquater Dosierung) auf jeden Fall. Die Möglichkeiten dazu sind mannigfaltig angefangen von Banken über private Sicherheitsfirmen bis hin zu Zollfreilagern.


    Es wird, wie so oft bei Finanzthemen, auf die individuelle Situation und den individuellen Blick ankommen.


    War sonst noch was ... ? Ach ja ...

    Paragraph Eins - jeder macht Seins

    Zum eigenverantwortlichen und selbst bestimmten Umgang mit den eigenen Finanzen gehört auch die Abwägung (u. a. Opportunitätskosten und Risikoabwägung) und das Umgehen und leben mit den Folgen der eigenen Entscheidungen. Auf die Idee beispielsweise meine komplette Altersvorsorge oder zumindest einen für mich sehr relevanten Teil meiner Mittel in einem einzigen Schließfach, bei einer einzigen Bank, in einem einzigen Land einzulagern (ggf. noch ohne Nachweise/Dokumentation des Inhalts und/oder ohne adäquate Versicherung) käme selbst ich - als Finanz-Laie - jedenfalls niemals.

  • Ich muss sagen, spätestens seit diesem Bruch fühle ich nmch sehr wohl mit meinen ETFs als Sondervermögen. Aber vielleicht kann das auch mit ein paar Tricks geknackt werden.

    War aktuell sehr überrascht, dass laut einem Bericht, die Cold Wallet wiederhergestellt werden kann, wenn jemand seine Passworte dafür verloren hat. Mach für mich gar keinen Sinn.

    Wenn also selbst das geht, ist mein Sindervemögen vielleicht so unsicher wie Gold im Schließfach einer Sparkasse in Gelsenkirchen.

  • Allianz hatte Depotfee für ihren Fall genannt. Aber ist ja auch egal welche Bank mit welcher Versicherungsgesellschaft zusammenarbeitet. Der Punkt ist doch, dass offensichtlich nicht alle Banken ausreichende Sicherheitskonzepte haben

    Passt doch glänzend: eine Kreissparkasse in Gelsenkirchen versichert das bei der „Provinzial“.
    Die gehört der Sparkassenorganisation.

  • Was meinst du genau damit?

    Hier in diesem Bericht ab Minute 34 hat die Moderatorin ihre Passworte verschmiert und fährt zu nem Hacker, der ihr wieder in ihre Wallet verhilft.

    Ist vom ZDF, vielleicht stimmt das ja?

    Kann man mit Krypto reich werden? Oder ist das nur was für Kriminelle?
    Die Doku blickt hinter Passwort-Desaster, Betrugsmaschen und Mega-Gewinne in der Welt des digitalen Geldes.
    www.zdf.de
  • Hier in diesem Bericht ab Minute 34 hat die Moderatorin ihre Passworte verschmiert und fährt zu nem Hacker, der ihr wieder in ihre Wallet verhilft.

    Ist vom ZDF, vielleicht stimmt das ja?

    https://www.zdf.de/play/dokus/wis…ecific=ZDFheute

    Ja, das wirkt im ersten Moment verwirrend – aber das hast du (und der Beitrag leider auch) falsch eingeordnet. Ich habe die Doku ebenfalls gesehen, und sie ist (leider nicht nur an der Stelle) unsauber bis irreführend dargestellt. Da wollte wohl nur jemand mal günstig in den USA Urlaub machen ;) – Ich versuche es einmal korrekt zu erklären:

    Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Seed und Passwort/PIN der Hardware-Wallet.

    Die Moderatorin schreibt ihren Seed auf eine Serviette und verliert diese. Dieser Seed besteht aus 12 oder 24 zufälligen Wörtern und ist der eigentliche Schlüssel zu den Bitcoin auf der Blockchain. Wer diesen Seed kennt, kann die Wallet auf jedem kompatiblen Gerät wiederherstellen und Transaktionen signieren. Geht der Seed verloren und ist er nirgends mehr vorhanden, sind die Bitcoin endgültig weg. Punkt. Da hilft kein Hacker, kein Hersteller.

    Was im Beitrag gezeigt wird, ist etwas völlig anderes:

    Die Hardware-Wallet selbst (also das physische Gerät) kann zusätzlich mit einer individuellen PIN bzw. einem Passwort geschützt werden – zum Beispiel eine Zahlenkombination wie 1-2-3-4. Dieses Passwort schützt nur das Gerät, nicht die Bitcoin an sich. Wenn jemand dieses Passwort vergisst, aber die Hardware-Wallet noch besitzt, kann man theoretisch versuchen, die PIN mit sehr viel Aufwand zu knacken. Dafür braucht man aber:

    • die physische Wallet
    • Spezialwissen
    • Spezialhardware und -software
    • und sehr viel Zeit

    Das ist aber kein „mal eben zum Hacker fahren“. Für normale Diebe oder Einbrecher ist das komplett unrealistisch. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand deine Hardware-Wallet stiehlt und sie anschließend erfolgreich knackt, geht praktisch gegen null. Viel, viel, viel realistischer ist es, dass ein Bankschließfach leergeräumt wird oder Zugangsdaten zu Onlinekonten kompromittiert werden.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Sicher, dass das Tresorraum und nicht doch eher der Archivraum war, von dem man lesen konnte?

    Über die Holzregale habe ich mich auch gewundert, denke aber auch, dass es sich dabei um den Archivraum handelt.


    Hier in diesem Bericht ab Minute 34 hat die Moderatorin ihre Passworte verschmiert und fährt zu nem Hacker, der ihr wieder in ihre Wallet verhilft.

    Das scheint eher ein Problem mit der genutzten Hardware zu sein und kein Grundsätzliches. Was in der Praxis für Betroffene natürlich aufs Gleiche hinausläuft...

    In der Praxis ist die Mathematik der einfache Teil. Der schwere Teil ist die konkrete Hard- und Software, die solche Dinger sicher implementiert. Ohne Seitenkanalangriffe, etc.

  • Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Seed und Passwort/PIN der Hardware-Wallet.

    Danke für die Erklärung, letzteres kannte ich auch noch nicht. Ist für mich auch nicht ersichtlich, dass der Hacker diesen PIN wiederherstellt.

    Das wäre für mich nach Verlust ihrer Passworte durch Verschmieren auch keine Rettung. Für mich ist das also falsch dargestellt.

    Ich kenn es so, dass diese Passworte das eigtliche wichtige ist. Die Wallet, also der USB-Stick, ist wenn man so will, egal. Bei Finanzfluss hatten sie den Stick mal bewusst mit einem Hammer zerstört und kamen mit den Passworten über eine neue Wallet wieder an die Bitvoin.

  • Danke für die Erklärung, letzteres kannte ich auch noch nicht. Ist für mich auch nicht ersichtlich, dass der Hacker diesen PIN wiederherstellt.

    Das wäre für mich nach Verlust ihrer Passworte durch Verschmieren auch keine Rettung. Für mich ist das also falsch dargestellt.

    Ich kenn es so, dass diese Passworte das eigtliche wichtige ist. Die Wallet, also der USB-Stick, ist wenn man so will, egal. Bei Finanzfluss hatten sie den Stick mal bewusst mit einem Hammer zerstört und kamen mit den Passworten über eine neue Wallet wieder an die Bitvoin.

    Genau – da liegst du richtig, und so, wie du es mit dem Finanzfluss-Beispiel beschreibst, ist es auch korrekt verstanden.

    Das wirklich Wichtige ist der Seed, also die 12 bzw. 24 Wörter. Diese Wörter sind der eigentliche Schlüssel zu deinen Bitcoin. Die Hardware-Wallet selbst ist im Grunde nur ein Werkzeug, um diesen Schlüssel sicher und komfortabel zu benutzen. Sie erhöht vor allem die Usability: Du musst nicht bei jeder Transaktion den kompletten Seed eingeben, sondern entsperrst das Gerät einfach mit einer individuellen PIN und kannst dann Transaktionen signieren.

    Verlierst oder zerstörst du die Hardware-Wallet – so wie bei dem Finanzfluss-Beispiel mit dem Hammer – ist das überhaupt kein Problem, solange der Seed noch vorhanden ist. Du kaufst dir einfach eine neue Hardware-Wallet, gibst dort die 12 oder 24 Wörter ein und hast sofort wieder Zugriff auf deine Bestände. Genau dafür ist der Seed da.

    Umgekehrt gilt aber eben auch: Ist der Seed weg, hilft dir die Hardware-Wallet nicht mehr. Dann ist wirklich Schluss. Deshalb ist es so wichtig, den Seed sicher und getrennt vom Gerät aufzubewahren.

    Der ZDF-Beitrag vermischt diese beiden Ebenen leider. Es entsteht der Eindruck, als könne ein „Hacker“ verlorene Zugangsdaten einfach wiederherstellen. Tatsächlich wurde dort – wenn überhaupt – nur der Geräteschutz (PIN) angegriffen, nicht der Seed.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Über die Holzregale habe ich mich auch gewundert, denke aber auch, dass es sich dabei um den Archivraum handelt.

    Sieht so aus das hinter dem Loch die Schließfächer erst anfangen. Die Mauer zu dem Raum ist auch nur gemauert, das dürfte niemals ein Schließfachraum sein.

    Bitter für die Menschen denen dort viel gestohlen wurde, aber die Werte die in diesen Fächern abhanden gekommen sind können alle ersetzt werden.
    Gesundheit und Leben können nicht ersetzt werden und bei dieser Aktion ist keiner zu körperlichen Schäden gekommen.

    Jedes Unfallopfer welches durch einen Raser geschädigt wird ist schlimmer.

  • Interessanterweise kann man sich gerade mit Bitcoin gut gegen solche Diebstahl-Szenarien schützen. Bspw. mit einem sog. Mnemonic Split der 24 Wörter zur Wiederherstellung. Man lagert dabei an drei unterschiedlichen Stellen jeweils nur 18 der 24 Wörter. Dabei sind diese so gewählt, dass man immer mit zwei der drei Sicherungen die gesamten 24 Wörter hat. Nicht jedoch nur mit einer davon. Wird also eine der „Teilsicherungen“ gestohlen oder geht verloren, kann man mit den anderen beiden weiterhin auf Bitcoin zugreifen. Der Dieb kann mit der einen Sicherung alleine jedoch nichts anfangen.

    Jetzt braucht man nur noch drei Bankschließfächer bei drei Banken. Am Besten natürlich in drei unterschiedlichen Städten. Ist also eher was für Multimillionäre. Oder für Paranoide :S

  • Mich erstaunt an dem Fall vor allem, dass offenbar niemand etwas von dem Einbruch mitbekommen hat. Eine solche Bohrung dauert ja keine fünf Minuten, und jeder, der schon einmal ein Loch in eine Wand gebohrt hat, weiß, wie laut sich Vibrationen im gesamten Gebäude ausbreiten. Im vorliegenden Fall hat die Bohrung zudem eine ganz andere Dimension – eigentlich müsste man so etwas doch noch mehrere Häuserblocks weiter hören :/

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Mich erstaunt an dem Fall vor allem, dass offenbar niemand etwas von dem Einbruch mitbekommen hat. Eine solche Bohrung dauert ja keine fünf Minuten, und jeder, der schon einmal ein Loch in eine Wand gebohrt hat, weiß, wie laut sich Vibrationen im gesamten Gebäude ausbreiten. Im vorliegenden Fall hat die Bohrung zudem eine ganz andere Dimension – eigentlich müsste man so etwas doch noch mehrere Häuserblocks weiter hören :/

    Der Rauchmelder ging sogar los, so sehr hat's gestaubt. Die Polizei kam, hat kein Feuer entdeckt und ist wieder abgezogen. Erstaunlich auch dass mehrere Leute tagelang in einer Bank rumlaufen und ein Riesenloch in eine Tresorwand schneiden können ohne dass Bewegungsmelder oder Überwachungskameras etwas mitbekommen. Dazu passend eine Kundschaft, die viel Gold in unterversicherten Schließfächern bunkert, und jetzt für die Versicherung nicht mal nachweisen kann was eigentlich drin war. Banking von Deppen für Deppen.

  • Vielleicht sind "solche" Geräusche für die dort überwiegend lebende Ethnie nicht auffällig genug gewesen?

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Ich habe mir verwundert die Augen gerieben, als ich gesehen habe, dass die Tresore auf Holzregalen stehen.

    Das kenne ich von meinem Schließfach aber ganz anders. Neben Kameras und Bewegungsmeldern, sind das Tresorschränke und dahinter sind dann nochmal Türen um an die einzelnen Fächer zu kommen

    Das verpixelte Bild dieses Raumes findet sich überall in der Presse. Irgendwo habe ich gelesen, die Einbrecher hätten die Wand hin zu einem Archivraum durchbrochen (das dürfte der abgebildete Raum sein). Der Tresorraum selbst wird wohl anders gestaltet sein. Auf dem Bild sieht man den Kern der Kernbohrung und die Kalksandsteine, die wohl in den Raum gefallen sind, in Holzregalen gestapelt. Der Müll auf dem Boden dürfte der für die Gangster wertlose Inhalt der Schließfächer sein. Die haben natürlich nur Geld und Schmuck mitgenommen. Irgendwelche Papiere haben sie weggeworfen.

    Daß in Nebenräumen des eigentlichen Tresorraums keine Sensoren verbaut waren, die Bewegung oder Wärme außerhalb der Öffnungszeiten erkennen, dürfte eine sträfliche Nachlässigkeit dieser Sparkasse sein. Vermutlich wird man ihr das Vorwerfen, meines Erachtens auch zu Recht. Davon kommen die Wertsachen aber nicht wieder her. Typischerweise dürften die Kunden nicht im einzelnen dokumentiert haben, was sie in ihren Schließfächern gelagert haben.