"Kunden: Gesamtes Vermögen in Schließfächern deponiert"

  • Da gibt es doch zusätzlich die freiwillige Einlagensicherung zwischen den Banken, die doch weit über 1 Mio liegt.

    Ja, sowas gibt es. Die Obergrenze ist jedoch bei jeder Bank anders.

    Die funktioniert auch, wenn eine kleine Bank in Schieflage kommt. Was bei einer mittleren oder größeren Bank ist, weiß keiner. Es ist eine Vereinbarung zwischen den Banken, nicht zwischen Kunde und Sicherungsfonds, d.h. der Kunde kann keinen Rechtsanspruch geltend machen.

  • Natürlich habe ich als Kunde eines Schließfachs auch ein Recht darauf, dass dieses Schließfach angemessen vor einem Fremdzugriff/Diebstahl geschützt ist.

    Man könnte beispielsweise erwarten, daß der Betreiber des Schließfachs eine passende Versicherung abschließt. Die Versicherung wird bei entsprechendem Wert des Gegenstands ein entsprechendes, in erster Linie bauliches Sicherungsniveau vorgeben. Das Geldinstitut kann dieses Sicherungsniveau umsetzen, also in den eigenen Räumen bauen lassen. Der Kunde kann das nicht, der hört ggf. von seiner Versicherungsgesellschaft: Die Prämie bei der *bank XY ist höher als bei der *kasse YZ, denn die zweite hat Bewegungsmelder im Tresorraum, die erste aber nicht! (Dieser Satz ist natürlich laienhaft formuliert, er dient hier nur als Beispiel).

    Jedes Auto muß haftpflichtversichert sein, um den Fremdschaden abzudecken, jeder Arzt, jeder Rechtsanwalt, jeder Finanzberater muß eine Berufshaftpflichtversicherung nachweisen.

    Warum muß eine Bank keine passende Versicherung nachweisen, wenn sie Schließfächer vermieten will? Daß sie die Prämie für diese Versicherung an den Kunden weitergibt ist klar. Aber meines Erachtens sollte die Bank dafür verantwortlich sein, daß ihre Schließfächer hinreichend hoch versichert sind. Die genannten 10.000 € sind ja ein Witz. Ich halte das für ein regulatorisches Defizit.

    Nichtsdestotrotz dürfte es eine Tatsache sein, dass die Kunden bei Anmietung auf die begrenzte Haftung aufmerksam gemacht wurden bzw. eine entsprechende Vertragsklausel unterschrieben wurde.

    Frage halt, ob ein so billiges Abwälzen des Risikos auf den Kunden erlaubt sein sollte. Denken wir doch mal weiter: Du möchtest Dich operieren lassen, der Arzt macht das aber nur, wenn Du ihn von der Haftung freistellst.

    Selbst die besten Sicherheitsmaßnahmen sind bei entsprechender Kenntnis der konkreten Maßnahmen zu umgehen. Und das Ergebnis wäre letztlich das Gleiche. Rechtlich mag man nun die Sparkasse verklagen wollen/können. Den Fehler, sich nicht ausreichend gegen einen möglichen Verlust versichert zu haben, hat man trotzdem selbst begangen.

    Ist es denn die Aufgabe des Kunden, das strukturelle Defizit des Anbieters mittels einer eigenen Versicherung abzudecken?

    Es ist ja nichts Außergewöhnliches, daß jemand in einem Schließfach Wertsachen deponieren möchte, sondern der eigentliche Zweck einer solchen Anlage.

    Ja, wenn man eine extra Versicherung über z.B. 200.000€ für den Inhalt des Schließfachs abgeschlossen hätte, wären womöglich spezielle Fragen zum Thema Sicherheit des Schließfachs seitens der Versicherung gestellt worden. :/

    An den Kunden. Und was hätte der dann machen können? Die Versicherung muß solche Fragen an den Anbieter stellen. Der kann dagegen was machen, also passende Maßnahmen durchführen lassen.

  • Warum muß eine Bank keine passende Versicherung nachweisen, wenn sie Schließfächer vermieten will?

    Warum sollte eine Bank so etwas tun müssen?
    Gibt sicherlich reichlich Kunden eines Schließfachs, die persönliche Dinge einigermaßen sicher verwaren wollen, aber nicht zwingend einen hohen Vermögensschutz benötigen.
    Früher hatten z.B. Firmen in denen ich gearbeitet habe in Bankschließfächern wichtige Unterlagen extern gelagert (z.B. monatliche Datensicherungen). Da ging es dann darum die Offline-Sicherungen an einem 2. Ort, physisch getrennt aufzubewaren. Warum sollte so ein Kunde jetzt ein spezielles Interesse daran haben den Inhalt des Schließfachs mit einigen 100K€ abzusichern?

    Wer so etwas für sich und seinen Schließfachinhalt benötigt, soll das doch bitte individuell tun!
    Im vorliegenden Fall geht es um > 3.000 Schließfächer. Macht bei 10.000€ pro Fach eine Versicherungssumme von > 30 Mio. €. Und wenn die Versicherung die vorhandene Sicherheit des Schließfachraumes für eine solche Versicherungssumme als ausreichend erachtet hat ist m.E. auch Alles in Ordnung.

    An den Kunden. Und was hätte der dann machen können?

    Darüber nachdenken, ob es eine gute Idee ist die gesamten Ersparnisse in einem Schließfach zu deponieren? :/

    Versicherung von Schließfächern: Tipps und Empfehlungen
    Alles über Schließfachversicherungen: Banken, alternative Anbieter, Schadenfall. Expertenrat zur Absicherung von Wertsachen in den eigenen vier Wänden.
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  • Warum sollte eine Bank so etwas tun müssen?

    Frage der Regulierung. Ein Arzt, ein Rechtsanwalt, ein Vermögensverwalter muß ja (der Regulierung zufolge) ja auch eine Versicherung nachweisen. Ich habe ja wohl klar genug ausgeführt, warum ich der Auffassung bin, daß der Bereitsteller einer Infrastruktur für deren Sicherheit verantwortlich ist und sie ggf. passend versichern sollte.

    Gibt sicherlich reichlich Kunden eines Schließfachs, die persönliche Dinge einigermaßen sicher verwahren wollen, aber nicht zwingend einen hohen Vermögensschutz benötigen.
    Früher hatten z.B. Firmen in denen ich gearbeitet habe in Bankschließfächern wichtige Unterlagen extern gelagert (z.B. monatliche Datensicherungen). Da ging es dann darum, die Offline-Sicherungen an einem 2. Ort, physisch getrennt aufzubewahren. Warum sollte so ein Kunde jetzt ein spezielles Interesse daran haben den Inhalt des Schließfachs mit einigen 100K€ abzusichern?

    Eine Datensicherung einer Firma kann 100 T€ wert sein. Das ist aber egal; es zählt da nicht die Füllung eines einzelnen Schließfachs. Pauschalierungen sind ja in vielen Lebensbereichen üblich und auch sinnvoll.

    Wer so etwas für sich und seinen Schließfachinhalt benötigt, soll das doch bitte individuell tun!

    Let's aggree to disaggree.

    :)

  • kein sicherer Ort

    Bei Realitätsbezug: Wie und vor allen Dingen wo, soll es denn "sichere" Ort geben ... ?

    Es gibt im besten Fall "möglichst" sichere (im Sinne von eher sehr risikoarme) Orte und auch solche in einem "möglichst" rechtssicheren (eher sehr risikoarm die Rechtssicherheit und den Schutz des Eigentums (Eigentumsgarantie) betreffend) Gebiet sprich Regionen (die Eurozone würde ich unter Letzteres bereits seit 2002 spätestens aber seit 2010 ff nicht mehr subsumieren).

    Das gilt, wie gesagt, für mich ganz persönlich - aber auch für ziemlich viele in meinem näheren und auch weiteren Umfeld.

    Aber wie Du schon so präzise mich betreffend konstatiert hattest

    Aber Du fühlst Dich ja offensichtlich ganz wohl mit Deinem gefährlichen Halbwissen. Von daher, zurück zum blauen Balken, es nützt ja nichts.

    (nachträglich gefettet von mir)

    Nur am Rande: Wie liest man denn Beiträge, die hinter "blauen Balken" versteckt sind, um darauf zu antworten ... ?

    Die funktioniert auch, wenn eine kleine Bank in Schieflage kommt. Was bei einer mittleren oder größeren Bank ist, weiß keiner.

    Der Themenbereich weckt bei mir immer Erinnerungen an das Märchen "Des Kaisers neue Kleider" (meine das stammt von Hans Christian Andersen). Alle jubeln und bewundern den Kaiser und loben die neuen Kleider - obwohl der Kaiser nackt ist ...

    Es ist eine Vereinbarung zwischen den Banken, nicht zwischen Kunde und Sicherungsfonds, d.h. der Kunde kann keinen Rechtsanspruch geltend machen.

    Entspricht auch meinen bescheidenen Kenntnisstand.

    Die genannten 10.000 € sind ja ein Witz. Ich halte das für ein regulatorisches Defizit.

    Nur am Rande aber in dem Kontext: Regulatorische Defizite hat es reichlich - angefangen von der Konstruktion der europäischen Einheitswährung über den Umgang mit den diesen Währung zugrundeliegenden EU-Verträgen bis hin zu einer bis heute fehlenden Kapitalmarktunion in der EU und insbesondere Eurozone und - last but not least - vor allen Dingen auch einer Insolvenzregelung für die geordnete Abwicklung von Staatspleiten innerhalb der Eurozone.


    Ein Schließfach hatte ich schon damals (70er Jahre) - das diente aber zur Aufbewahrung mir wichtiger Dokumente (Geburtsurkunde, Abiturzeugnis, Führerschein, Personalausweis, Reisepass, Grundbuchauszug usw.).

    Inzwischen sind Schließfächer aber mehr in den Fokus gerückt; bei mir und auch offensichtlich vielen anderen Menschen. Bei mir waren die Gründe chronologisch mit steigender Bedeutung: Experiment europäische Einheitswährung (ab 1999 ff), im Rahmen der Weltfinanzkrise (2007/2008), wegen der Eurokrise (ab 2010 ff), vor dem Hintergrund des Umgangs der EU mit den eigenen Verträgen die Währung betreffend und - last but not least - nominale Negativzinsen als "Spitze des Eisbergs" in einer langen Ära der orchestrierten Finanzrepression mit weit ins Negative verschobenen Realzinsen. Die Themen Gold, Silber aber auch Tangible Assets haben dem weiter Vorschub geleistet. Initiativen der real existierenden EU in Sachen "Vermögensregister" für alle Einwohner befördern eher kein Umdenken diesbezüglich - um es möglichst zurückhaltend zu formulieren.

    Für mich - ganz persönlich - jedenfalls sind das Gründe genug. Dazu kommt, daß ich meinem Grundprinzip der Streuung (geschwollener der Diversifikation) - auch der geographischen - auch und gerade bei beim Thema (Schließfächer) treu bleibe.


    Denn: Paragraph Eins - jeder macht Seins.

  • Man tippt den blauen Balken an. 😁

    Aha, verstehe jetzt die technische Seite - aber eher auch nur die ...

    Da ich andere Meinungen und Haltungen gut aushalte, besteht meinerseits kein Bedarf an solchen Vehikeln wie "blaue Balken". Mich nicht interessierende User und/oder Beiträge kann ich auch so ganz einfach überlesen oder ganz ignorieren.


    Dir weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

  • Interessanter ist die forumstechnische Frage, wie man die von jemand zitierten Beiträge unleserlich machen kann, die von „blauen“ Foristys stammen.

    Ein Ansatz wäre vielleicht das Zitieren von Beiträgen (Dir) unerwünschter "Foristys" (da sind Krankenschwesterinnen vermutlich inkludiert ... ?) generell zu verbieten ... ? Diese (Dein) Problem jedenfalls ist dann gelöst.


    Dir nichtsdestotrotz weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

  • Alaska 79 glaub das nicht. Täter gefasst vielleicht ja - die Beute? Unvorstellbar das da mehr als 20% (wenn überhaupt soviel) sichergestellt werden. Schauen wir mal wo die ganzen, wie sagen manche, Hochzeitsgeschenke (:D) und Beute geblieben sind.

    wie gesagt: ich habe ein HYPOTHETISCHES Szenario genannt und gefragt was dann mit der Beute passiert, wenn diese nicht dem Besitzer zugeordnet werden kann. Wie wird dann verfahren?