Rentenbeginn mit 63 ohne Abschläge, Jahrgang 1968

  • Wenn Du dann die ersparte Steuer auch noch in einen ETF steckst, hast Du das Beste aus beiden Welten! ^^

    Die Steuererstattung für 2024 ist letzte Woche gekommen, das ist ungefähr die Hälfte dessen was ich aufgewendet hatte, das ist der Grundstock für den Erwerb der Rentenpunkte im Jahr 2026.

  • Referat Janders kann das besser beantworten. Aber ich denke, das Kaufen von Rentenpunkten lohnt sich eher in wirtschaftlich schwachen Zeiten und hier auch erst dann, wenn es bereits durchgeschlagen hat und das Durchschnittsentgelt weniger stark ansteigt oder aufgrund steigender Arbeitslosigkeit sogar sinkt. Ich glaube letztes Jahr und aktuell sind die Rentenpunkte relativ teuer. Ausserdem kann es eine Diskrepanz zwischen geschätztem Durchschnittsentgelt geben - das für den Preis eines Rentenpunkts veranschlagt wird - und dem tatsächlichen Durchschnittsentgelt.

    Und, weil wir die Themen "Fairness" und "Solidarität" hier schon angesprochen haben: der Kauf von Rentenpunkten ist eher den finanziell besser aufgestellten GRV Mitgliedern vorbehalten. Und wenn hier richtig "market timing" gemacht wird, dann lohnt es sich mehr. Allerdings stellt es m.E.n. damit eine Umverteilung innerhalb der GRV von unten nach oben dar.

    https://www.focus.de/finanzen/deuts…15f17d5600.html

    D.h. Rentenpunkte kaufen lohnt sich - trotz schwächelnder Wirtschaftphase - noch nicht, oder?

    Aber ich habe da eine Frage zur der Berechnung: Wenn, wie im Artikel beschrieben, vor allem die oberen Einkommen gestiegen sind und die Einzahlung in die GRV durch die BBG gedeckelt ist, dann fliessen doch dem System der GRV gar nicht in einem gleichartigen Verhältnis mehr Mittel zu. Werden dann trotzdem die Rentenpunkte teurer und die Auszahlungen für die Rentner höher? Oder wird da nur das Rentenversicherungspflichtige Einkommen für bei den entsprechenden Berechnungen herangezogen?

  • https://www.focus.de/finanzen/deuts…15f17d5600.html

    D.h. Rentenpunkte kaufen lohnt sich - trotz schwächelnder Wirtschaftphase - noch nicht, oder?

    Aber ich habe da eine Frage zur der Berechnung: Wenn, wie im Artikel beschrieben, vor allem die oberen Einkommen gestiegen sind und die Einzahlung in die GRV durch die BBG gedeckelt ist, dann fliessen doch dem System der GRV gar nicht in einem gleichartigen Verhältnis mehr Mittel zu. Werden dann trotzdem die Rentenpunkte teurer und die Auszahlungen für die Rentner höher? Oder wird da nur das Rentenversicherungspflichtige Einkommen für bei den entsprechenden Berechnungen herangezogen?

    Wenn ich mich recht entsinne, dann fließen auch Minister-Gehälter mit in das Durchschnittsentgelt ein.

  • Wenn ich mich recht entsinne, dann fließen auch Minister-Gehälter mit in das Durchschnittsentgelt ein.

    Wenn aber auch Gehaltsentwicklungen weit oberhalb der BBG dazu führen würde, dass sowohl die Rentenpunkte teurer werden, als auch dazu, dass die BBG erhöht wird, dann werden Rentenpunkte für alle teurer, aber umso mehr für Beitragszahler mit geringerem Einkommen. Diese Verzerrung führt gleichzeitig zu einer Umverteilung a) von unten nach oben und b) von der Mitte nach unten. Denn wer knapp oberhalb der BBG lag, den trifft die Erhöhung der BBG, obwohl dessen Erhöhung der Beitragszahlungen nicht auf Basis seiner eigenen Gehaltsenwicklung stattgefunden hat, sondern durch Einkommen oberhalb der BBG und ausserhalb des GRV Systems.

    Oder?

  • Wenn aber auch Gehaltsentwicklungen weit oberhalb der BBG dazu führen würde, dass sowohl die Rentenpunkte teurer werden, als auch dazu, dass die BBG erhöht wird, dann werden Rentenpunkte für alle teurer, aber umso mehr für Beitragszahler mit geringerem Einkommen. Diese Verzerrung führt gleichzeitig zu einer Umverteilung a) von unten nach oben und b) von der Mitte nach unten. Denn wer knapp oberhalb der BBG lag, den trifft die Erhöhung der BBG, obwohl dessen Erhöhung der Beitragszahlungen nicht auf Basis seiner eigenen Gehaltsenwicklung stattgefunden hat, sondern durch Einkommen oberhalb der BBG und ausserhalb des GRV Systems.

    Oder?

    Wer allenfalls profitiert, das sind die Rentner, weil der steigender Wert der Rentenpunkte ihre Bezüge erhöht. Aber auch das passiert dann entsprechend teilweise durch steigende Einkommen oberhalb der BBG. Und damit stehen diesen steigenden Bezügen der Rentner erst einmal keine bereits gestiegenden Beitragszahlungen gegenüber. Die muss dann erst die Mittelschicht anschliessend durch die Erhöhung der BBG ausgleichen.

  • Hat eigentlich schon jemand gemerkt, dass dieses genannte Durchschnittseinkommen völlig an der Lebensrealität vieler beschäftigter Menschen vorbeigeht ? So wird dann schon mit dem Berufsstart der Grundstein für die Altersarmut gelegt.

  • Wenn aber auch Gehaltsentwicklungen weit oberhalb der BBG dazu führen würde, dass sowohl die Rentenpunkte teurer werden, als auch dazu, dass die BBG erhöht wird, dann werden Rentenpunkte für alle teurer, aber umso mehr für Beitragszahler mit geringerem Einkommen. Diese Verzerrung führt gleichzeitig zu einer Umverteilung a) von unten nach oben und b) von der Mitte nach unten. Denn wer knapp oberhalb der BBG lag, den trifft die Erhöhung der BBG, obwohl dessen Erhöhung der Beitragszahlungen nicht auf Basis seiner eigenen Gehaltsenwicklung stattgefunden hat, sondern durch Einkommen oberhalb der BBG und ausserhalb des GRV Systems.

    Oder?

    Ist es nicht ohnehin anzunehmen, dass das Lohnwachstum eher im oberen Teil stattfindet? (Außerhalb bzw. oberhalb von Tarifen)

    Abgesehen von Mindestlohnerhöhungen.

  • Ist es nicht ohnehin anzunehmen, dass das Lohnwachstum eher im oberen Teil stattfindet? (Außerhalb bzw. oberhalb von Tarifen)

    Abgesehen von Mindestlohnerhöhungen.

    Mir geht's da jetzt mehr um die Konsequenzen für das GRV System. Da werden quasi Stellschrauben innerhalb des Systems modifiziert durch Einflussgrößen, die sich wegen der BBG ausserhalb des Systems befinden. Das scheint mir nicht stimmig zu sein und insbesondere die zu übervorteilen, die knapp über der BBG liegen. Aber auch für alle anderen werden Rentenpunkte teurer - und damit auch der Erwerb während der Arbeitsbiographie - durch Effekte ausserhalb des GRV Systems.

  • Mir geht's da jetzt mehr um die Konsequenzen für das GRV System. Da werden quasi Stellschrauben innerhalb des Systems modifiziert durch Einflussgrößen, die sich wegen der BBG ausserhalb des Systems befinden. Das scheint mir nicht stimmig zu sein und insbesondere die zu übervorteilen, die knapp über der BBG liegen. Aber auch für alle anderen werden Rentenpunkte teurer - und damit auch der Erwerb während der Arbeitsbiographie - durch Effekte ausserhalb des GRV Systems.

    Das wirkt auf mich als würdest Du die Sekundäreffekte stärker beachten als die Primäreffekte.

    Es geht insgesamt um Wohlstandsverteilung.

  • D.h. Rentenpunkte kaufen lohnt sich - trotz schwächelnder Wirtschaftphase - noch nicht, oder?

    So etwas 'lohnt' sich i.d.R. je näher Du an der Entnahmephase bist.
    Georg hat das auf seinem Blog erklärt: https://www.finanzen-erklaert.de/entnahmestrate…etzliche-rente/

    Was sich dann letztlich wie genau gelohnt hat, wissen wir immer erst Ex Post. Sprich wenn Du stirbst, kannst Du genau ausrechnen was sich mehr 'gelohnt' hat. :rolleyes:

  • So etwas 'lohnt' sich i.d.R. je näher Du an der Entnahmephase bist.
    Georg hat das auf seinem Blog erklärt: https://www.finanzen-erklaert.de/entnahmestrate…etzliche-rente/

    Was sich dann letztlich wie genau gelohnt hat, wissen wir immer erst Ex Post. Sprich wenn Du stirbst, kannst Du genau ausrechnen was sich mehr 'gelohnt' hat. :rolleyes:

    Den break-even kann man auch feststellen, wenn er noch während der Lebensphase passiert. Das wäre ein guter Grund für eine Lokalrunde. Aber kein Grund, sich auf dem Sterbebett Papier, Bleistift und Taschenrechner parat zu halten, um eine "Endabrechnung" zu machen.

  • Den break-even kann man auch feststellen, wenn er noch während der Lebensphase passiert.

    Ich tue mich schwer damit so etwas rein monetär zu betrachten. Nur was nutzt es Dir, wenn Du mit 80 weißt, dass es finanziell besser gewesen wäre, wenn Du mit 60 statt in einen MSCI World zu investieren, lieber ein paar Rentenpunkte nachgekauft hättest!? :/
    Ein anderer hat sein Geld mit 65 lieber eine Weltreise gesteckt oder in eine neue Küche investiert. Wie willst Du den daraus resultierenden 'Benefit' finanziell aufrechnen, wenn man sich jahrelang an einer neuen Küche erfreuen kann oder in Erinnerungen an die gewonnen Eindrücke schwelgt?

    Auch sind die Summen um die es beim Nachkauf von RP geht zumeist sehr überschaubar. Ich dürfte nach aktuellem Stand ca. 6-7 Rentenpunkte 'nachkaufen'. Wären also etwa 60.000-70.000€ die ich 'investieren' könnte (vor Steuer).
    In Anbetracht der Gesamtsumme(n) auf die es für ein auskömmliches Alterseinkommen ankommt eher 'Peanuts'. :/

  • I....

    Auch sind die Summen um die es beim Nachkauf von RP geht zumeist sehr überschaubar. Ich dürfte nach aktuellem Stand ca. 6-7 Rentenpunkte 'nachkaufen'. Wären also etwa 60.000-70.000€ die ich 'investieren' könnte (vor Steuer).
    In Anbetracht der Gesamtsumme(n) auf die es für ein auskömmliches Alterseinkommen ankommt eher 'Peanuts'. :/

    Naja, für die (sieben) Rentenpunkte bekommst Du knapp 300 Euro Rente pro Monat / ca. 3.600 p.a. Bei Anwendung der 4-%-Regel müsstest Du also ca. TEU 90 in einen ETF investieren. Gesamte Betrachtung natürlich vor Steuer.

  • Naja, für die (sieben) Rentenpunkte bekommst Du knapp 300 Euro Rente pro Monat / ca. 3.600 p.a. Bei Anwendung der 4-%-Regel müsstest Du also ca. TEU 90 in einen ETF investieren. Gesamte Betrachtung natürlich vor Steuer.

    Vor Steuer und GKV/PV. ;)
    Und um es klar zu stellen. Wenn mir aus heutiger Sicht jeden Monat 200€ 'fehlen' würden um meine Basiskosten im Alter zu decken (Wohnen, Essen) wäre die GRV wohl auch die Option meiner Wahl. Aber nach aktuellem Stand komme ich auch so über die Runden.
    Und die Option Rentenpunkte nachzukaufen halte ich mir offen. Wenn sich das Depot bis 2031 über die Erwartungen entwickelt könnte ich bis zur Rente immer noch Rentenpunkte nachkaufen.

  • Hat eigentlich schon jemand gemerkt, dass dieses genannte Durchschnittseinkommen völlig an der Lebensrealität vieler beschäftigter Menschen vorbeigeht ? So wird dann schon mit dem Berufsstart der Grundstein für die Altersarmut gelegt.

    Hier läuft eine Petition, um für die Berechnung des jährlichen Durchschnittsentgelts vom Durchschnittslohn auf den Medianlohn zu wechseln:

    Reformierung der Grundlage für die Berechnung des jährlichen Durchschnittsentgelts gemäß § 68 Sozialgesetzbuch Sechstes Buch vom 25.10.2025

    https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_20…_189024.nc.html

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