"Rendite-ETF" ergänzend zu den Standard-Sparzielen (Altervorsorge-ETF" und Geldmarkt-ETF)

  • Hintergedanke des zweiten ETFs bzw. der Erhöhung des bestehenden ETFs ist, dass ich Geld sinnvoll zurücklegen will z. B. ür Führerschein/Auto der Kinder, Renovierung, nächstes Auto. Hier liegt der Zeitpunkt bei 7+ Jahren.

    Somit wäre die Zielrichtung zwischen den ETFs klar getrennt (ETF#1 = AV, ETF#2 = "renditeorientieres Anlegen").

    Hinsichtlich der Frage zu den Geldmarkt-ETF dürfte es keinen Unterschied machen ob in derm Form des Verrechnungskontos oder auf einem separatem ETF (Einlagensicherung bzw. Sondervermögen). Einen zweiten Geldmarkt-ETF sollte dann aber überflüssig sein, soweit ich nicht über 100.000 € auf dem Verrechnungskont komme; was nicht passieren wird. ;)

    BU ist vorhanden.

  • Also solange es bei den Geldmarkt-ETFs keine signifikante Änderung bei der Rendite gibt, hast du letztlich folgendes Problem:

    Ein Geldmarkt-ETF bietet aktuell im besten Fall eine Rendite die gerade so die Inflation ausgleicht. Damit kannst du also den Kaufkrafterhalt deines Investments bestreiten - soweit sogut.

    ABER: bei der Entnahme zahlst du trotzdem 25% Kapitalertragssteuer, was den Inflationsausgleich wiederrum schmälert, bzw, wenn's blöd läuft sogar zunichte macht.

    Deswegen solltest du deine Rechnung so aufmachen, dass du Inflation+ Kapitalertragsteuer in deine Ertragsmarge mit einbeziehst. Erst dann macht es Sinn Geld auf diese Weise zu "parken".

    So zumindest denke ich darüber...

  • 1. Würdet ihr freies Kapital eher in einen separaten ETF-Sparplan legen, wenn der Anlagehorizont nicht die AV ist sondern 7+ Jahre oder trotzdem "alles in einem ETF" mit entsprechenden Auszahlungen bei Bedarf?

    Wenn du das Kapital zwingend in 7 Jahren benötigst, dann wird dir eher nur Geldmarkt-ETF, Tagesgeld, Festgeld-(Zinstreppe), iBonds o.ä. bleiben. Ein Aktieninvestment hat anhand der historischen Daten ab ca. 15 Jahren immer positiv rentiert, also eine 100% Wahrscheinlichkeit.

    Bei kürzeren Anlagezeiten besteht eben das Risiko, dass du negativ rentierst, wenn du zu dem Stichtag X das Geld benötigst.

    Wenn du dich tiefer mit der Materie auseinandersetzen willst, kann ich dir ein Video vom Kanal "Notgroschen" empfehlen, der das ganze analytisch betrachtet - wie viel Aktienquote, wie viel Anleihen bei kürzeren Anlagezeiten:

    https://www.youtube.com/watch?v=4SMjMb6uSxg&t=1s


    Der Gedanke einen 2. ETF zu besparen, um z.B. für Investments abgesehen der Altersvorsorge in 10-15-20 Jahren zu haben, finde ich einen sehr guten Ansatz.

  • Wenn du das Kapital zwingend in 7 Jahren benötigst, dann wird dir eher nur Geldmarkt-ETF, Tagesgeld, Festgeld-(Zinstreppe), iBonds o.ä. bleiben. Ein Aktieninvestment hat anhand der historischen Daten ab ca. 15 Jahren immer positiv rentiert, also eine 100%

    Das ist so das Finanztip-Mantra. Irgendwann in letzten 100 Jahren war es mal.

    Wenn man sich die letzten Jahre ansieht, ging es, von kurzzeitigen Rücksetzern abgesehen, immer nach oben, die letzten 5 Jahre waren es 65% beim MSCI World.

  • Das ist so das Finanztip-Mantra. Irgendwann in letzten 100 Jahren war es mal.

    Wenn man sich die letzten Jahre ansieht, ging es, von kurzzeitigen Rücksetzern abgesehen, immer nach oben, die letzten 5 Jahre waren es 65% beim MSCI World.

    Das stimmt, aber du unterliegst dem Recency-Bias. Weiterhin gibt es die Regression zur Mitte. Nur weißt du nicht, wann es beginnt oder aufhört, sondern siehst es erst wieder im Rückspiegel. Deine Aussage ist emotional und nicht datenbasiert. Nur weil es so war, heißt es nicht, dass es so bleibt. Du kannst dein Depot, deine Anlage natürlich nur auf gute Jahre ausrichten und die möglichen schlechten Jahre (z.B. 1970er Jahre = 10 Jahre Seitwärtsphase oder nach DotCom-Blase erstmal 5 Jahre nur Talfahrt). Wenn er in dieser Zeit das Geld benötigt, dann war's das eben. Aus z.B. 10.000€ waren es nur noch 5.000 € ... d.h. die anderen fehlenden 5.000 € müsste er aus externen Mitteln herzanziehen. Trifft er einen Bullenmarkt, dann sind aus 10.000 € eben 20.000 € geworden. Das ist natürlich super, für sein genanntes Szenario allerdings nicht relevant für die Entscheidung.

    Das Mantra "mit den 15 Jahren" ergibt sich aus der Analyse der historischen Daten. Dort wird die Datenreihe des MSCI-World (da lange Datenreihe, die bis 1970 glaube zurückgeht. Ansonsten S&P500) in Teile zerschnitten und zufällig zusammengesetzt. Daraus ergeben sich dann sehr schlechte Renditeverläufe und sehr gute. Das Ergebnis ist, dass nach ca. 14 Jahren alle Datenreihen eine positive Rendite aufgewiesen hätten. Verkürzt du nun deinen Anlagehorizont besteht die Möglichkeit, dass du negativ rentierst (also weniger Geld rausbekommst als eingezahlt, inkl. Inflation berücksichtigt). Das Risiko darf jeder für sich entscheiden, so wie du das emotional begründest. Die Auswertung bedeutet im Umkehrschluss eben auch das, was du andeutest: Die besten Datenreihen hätten extrem viel Rendite erwirtschaftet. Jeder darf für sich entscheiden, wie er sich ausrichtet, ob er das Depot eher so ausrichtet, dass es bei Krisen standhält oder bei Bullenmärkten ordentlich abräumt.

    Das selbe ist mit Einzelaktien. Studien zeigen, dass 65% der Anleger den Index (in den Studien den S&P500) underperformen. 35% overperformen. Zu welcher Gruppe wirst du gehören? Das weißt du vorher nicht.

    Wenn du dir das Video angeschaut hättest, wüsstest du, dass eine Kombination aus sicheren Anlagen (im Video Staatsanleihen) und Aktien in gewissen Kombinationen bei kürzeren Anlagezeiten eine optimale Gewichtung haben.

    Bei der Datenauswertung sollte man sich aber vor Augen halten, dass die Historie keine Garantie für die Zukunft ist und man davon ausgehen muss, dass es nur stimmt, wenn zukünftige Krisen ähnlich der vergangenen sind. Weisen zukünftige Krisen eine andere Dynamik / Verhältnis auf, ist es wieder anders. Allerdings mit jedem Jahr wird die Datenbasis länger! Daher sehe ich diese Analysen (beruhen u.a. auf der Monte-Carlo-Simulation) eine sehr gute Näherung für die Zukunft. Ich versuche meine Emotionen an der Börse auf ein Minimum zu reduzieren und orientiere mich lieber an Daten. Und dein genannter Zeitraum von "5 Jahren" ist für die Börse wie eine Eintagsfliege. Kein Aussagekräftiger Zeitraum.

    Wenn man sich das ganze für den S&P500 anschaut, hat man eine Datenbasis die bis 1870 zurückgeht.

  • Zwischen hektischem Aktivismus und sturem Hold gibt es doch noch etwas dazwischen…wenn Tagesgeld eine ernsthafte Alternative zu Aktien ETFs ist, kann man stattdessen doch auch gut laufende Aktien ETFS bei Rücksetzern verkaufen wenn man noch gut im Plus ist. Wenn sich die Lage rasch erholt, hat man zwar viel Rendite verschenkt, aber immer noch mehr rausgeholt als mit Tagesgeld.

    Ja ich weiß schon…hängt davon ab wie stark der Rücksetzer, wie hoch das Plus davor etc. etc….und auch wie fix ich Betrag x mit 100%iger Sicherheit brauche. Trotzdem gibt es häufig nicht nur entweder oder Situationen.

  • z. B. für Führerschein/Auto der Kinder, Renovierung, nächstes Auto. Hier liegt der Zeitpunkt bei 7+ Jahren.

    Generell würde ich Geld, dass in 7 Jahren sicher benötigt wird, nicht in Aktien-ETFs anlegen.

    Bei der hohen Sparrate, die Du hast, wirst Du in 7+ Jahren jedoch kaum Dein heutiges Geld brauchen! Theoretisch könntest Du Dein heutiges Vermögen zu 100% in Aktien anlegen und nur Neugeld konservativ anlegen. Rechne Dir doch mal zusammen, was Du in den nächsten 7 Jahren neu sparen wirst, das reicht locker für die Führerscheine einer zweistelligen Kinderzahl (da kenne ich Deine Planungen nicht).

  • Hinsichtlich der Frage zu den Geldmarkt-ETF dürfte es keinen Unterschied machen ob in derm Form des Verrechnungskontos oder auf einem separatem ETF (Einlagensicherung bzw. Sondervermögen). Einen zweiten Geldmarkt-ETF sollte dann aber überflüssig sein, soweit ich nicht über 100.000 € auf dem Verrechnungskont komme

    Das halte ich für sehr gutgläubig!

    Wenn Du einen Geldmarkt-ETF kaufst, ist es Sondervermögen. Selbst wenn die Bank pleite ginge, kannst Du immer die Herausgabe verlangen und hast keinen Schaden.

    Beim TR-Verrechnungskonto ist ein kleiner Teil auf einem Einlagenkonto einer Bank. Bei mir sind es lächerliche 2.000€ bei der Deutschen Bank. Dieses Geld unterliegt der Einlagensicherung. Höhere Beträge werden wohl von TR in GMFs angelegt, unterliegen also nicht einer Einlagensicherung!

    In wessen Namen die angelegt sind, ist mir unbekannt. Fakt ist, dass ich keine Kaufabrechnungen erhalte und ich auch kein Kursrisiko trage. Die Anteile sind ja auch gar nicht handelbar für Privatpersonen. Also ist es wohl kein Sondervermögen, sondern nur eine interne Absicherung von TR. Darauf habe ich im Notfall natürlich keinen Zugriff!

    Tagesgeld sollte m.E. ein sicheres Produkt sein. Ich achte darauf, dass ich den gesicherten Teil nicht oder kurzfristig nur eng begrenzt überschreite. Ich sehe auch absolut keine Notwendigkeit, dieses Risiko einzugehen, da ich ja leicht direkt in Wertpapiere investieren kann.

  • Hintergedanke des zweiten ETFs bzw. der Erhöhung des bestehenden ETFs ist, dass ich Geld sinnvoll zurücklegen will z. B. ür Führerschein/Auto der Kinder, Renovierung, nächstes Auto. Hier liegt der Zeitpunkt bei 7+ Jahren.

    Ggf. bietet sich für solche geplanten Ausgaben auch eine Festgeldtreppe an.

    Wenn du in einen Aktien ETF einsteigst, kann das gut gehen, muss aber nicht.

  • So ist es. Wenn Trade Republic einfach theoretisch kollabiert, wird es sehr lange dauern, bis du theoretisch an dein Geld kommst.

    Trade Republic gibt dazu in der Tat recht widersprüchliche Infos

    Einmal sei die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken zuständig Informationen zur Einlagensicherung - Trade Republic.pdf

    Dann wieder entscheidet (siehe Fußnote) die irische Zentralbank wer für die Einlagensicherung infrage kommt.

    Ps. Leider lässt sich das doppelte Foto nicht löschen

  • Vielen Dank für eure Antworten, Anregungen und hilfreichen Informationen. :thumbup:

    Ich werde meinen Anteil auf dem Verrechnungskonto von TradeRepublic definitiv reduzieren und anderweitig anlegen, d. h.

    a) separaten ETF-Sparplan für einen langfristigen Zeitraum (15 Jahre); getrennt vom "AV-ETF-Sparplan"

    b) Sicherheitsbaustein in Festgeldtreppe (hört sich gut an und will ich mal testen) und Geldmarkt-ETF (mtl. Sparrate)

  • Das Mantra "mit den 15 Jahren" ergibt sich aus der Analyse der historischen Daten. Dort wird die Datenreihe des MSCI-World (da lange Datenreihe, die bis 1970 glaube zurückgeht. Ansonsten S&P500) in Teile zerschnitten und zufällig zusammengesetzt. Daraus ergeben sich dann sehr schlechte Renditeverläufe und sehr gute. Das Ergebnis ist, dass nach ca. 14 Jahren alle Datenreihen eine positive Rendite aufgewiesen hätten.

    Ja, sag ich doch, Schnee von gestern.

    Geschichte wiederholt sich nicht.

  • Ich habe mir abgewöhnt bei kurzfristigen Geldanlagen eine höhere Rendite zu erwarten, als maximal den Inflationsausgleich. Warum? Weil es allein schon statistisch keinen Sinn macht. Unter 10 Jahren Anlagehorizont gründet jeglicher mutmaßliche Ertrag über 3% auf Spekulation. Natürlich KANN man Glück haben und für eine geraume Zeit - die im Ideal genau mit dem eigenen Anlagehorizont übereinstimmt - eine Periode des allg. Wachstums an prosperierenden Märkten erleben, doch das Gegenteil ist genau so wahrscheinlich. Und bei der aktuellen Unwägbarkeit globaler Ereignisse wird es selbst den erfahrensten Börsengurus ziemlich schwerfallen Erträge jenseits der 5% Marke einzufahren.

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