PKV - Fehler in meiner Situation?

  • Hallo zusammen,

    Ich stehe vor einer grundlegenden Entscheidung zur PKV und hoffe auf Einschätzungen von Menschen mit Erfahrung, insbesondere zu PKV, Risikoprüfung und Tarifwechseln.

    A. Historie

    2010: Abschluss einer kleinen Anwartschaft bei der Signal Iduna. Damals in freier Heilfürsorge, war eine Anwartschaft für einen Beihilfetarif für den Ruhestand.

    2014: Änderung der Lebensplanung: erneutes Studium, parallel begonnen zur Beamtentätigkeit (während Studium wg. Heilfürsorge von Versicherungspflicht befreit)

    2015: Krebserkrankung, nun seit 10 Jahren rezidivfrei; i.Ü. Gesundheitszustand top - zumindest meiner Meinung nach ;)

    2017: Entlassung aus Beamtenverhältnis --> Problem wegen KV, da für Studium bereits von Versicherungspflicht befreit. Anwartschaft der SI aktiviert, Umstellung auf Ausbildungsvariante Komfort 1 bisex

    2020-22: Referendariat

    2023: Aufnahme abhängige Beschäftigung, versichert übers Versorgungswerk. Wegen Krankengeschichte war mir gute gesundheitliche Absicherung wichtig; andere Versicherer lehnten mich wegen der Vorerkrankung ab; PKV fortgesetzt (Komfort 1 bisex), da GKV gescheut (zu Unrecht?!)

    B. Rahmen

    • PKV bei Signal Iduna, Tarif Komfort 1 bisex (s.o.)

    • Zwei Kinder, über meine Frau (Beihilfe/PKV) versichert

    • Mein Einkommen ca. 130k

    • Aktueller Beitrag: ca. 900 € Gesamt, davon entfallen ca. 300 € Beitragsentlastungskomponente ab 63 mit Entlastung iHv 700 EUR

    • Zusätzlich plane ich safety first eine Basisrente (100–200 € mtl.), u. a. nur zur späteren Beitragsquerfinanzierung

    • daneben natürlich ETF-Sparpläne etc.

    C. Mein Problem

    Mir war eine gute medizinische Absicherung wichtig, deshalb wollte ich in die PKV. Ich hatte damals keine anderen Optionen als diesen Tarif zu wählen - das Optionsrecht war wegen meiner Vorgeschichte ausgeschlossen. Blauäugig habe ich mich auf meinen damaligen Makler verlassen bei der Rückkehr in diesen Tarif (basht mich ruhig..).

    • Mittlerweile befürchte ich, dass ich große Versorgungsdefizite habe und wegen meiner Vorgeschichte und dem fehlenden Optionsrecht keinen Spielraum in der PKV-Welt habe. Ich erwäge sogar, alsbald in die GKV zurückzukehren. Insbesondere, dass ich als Versorgungswerkler eine offene Flanke beim Thema Reha/AHB habe, besorgt mich gerade. Daher habe ich safety first bereits eine Kurtagegeldversicherung (ohne Gesundheitsprüfung) abgeschlossen. Ich habe ca. 11 Beitragsjahre in der DRV und überlege, mit freiwilligen Beiträgen/Kindererziehungszeiten noch die 15 Jahre voll zu machen.

    • Keine Sorge habe ich eigentlich vor den Beiträgen im Alter. Wieder zu naiv?

    D. Meine Fragen

    I. Zentral: PKV grundsätzlich beibehalten?

    Auch wenn ich offenbar dauerhaft in diesem Tarif „gefangen“ bin. Ist das Risiko (Leistungsniveau, Beitragsentwicklung, Flexibilität, Reha (!)) eurer Meinung nach trotzdem vertretbar – oder wäre GKV langfristig die solidere Option für mich?

    II. Realistische Chance auf Wechsel oder Upgrade?

    Hat jemand Erfahrung oder ein Gespür, ob nach >10 Jahren Krebsfreiheit ein Versichererwechsel oder ein interner Tarifwechsel mit Mehrleistungen realistisch ist? Ich würde gerne in einen guten PKV-Tarif landen, zahle gerne dafür den "Höchstsatz" (wenn damit eine Beitragsentlasungskomponente abgebildet werden kann).

    III. Beitragsvorsorge im Alter ausreichend, falls Verbleib in PKV grds. angeraten?

    Sorry für die Länge. Das Thema treibt mich gerade sehr um...

  • Kater.Ka 8. Februar 2026 um 05:08

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Magst du velleicht noch dein Alter ergänzen?

    Zur Sache selbst kann ich nichts beitragen, außer dass ich rund ein Jahrzehnt PKV versichert war und die Rückkehr in die GKV NIE bereut habe. Einmal weil sie garntiert dauerhaft bezahlbar ist und zum anderen, wril ich immer noch die Möglichkeit habe, als Selbstzahler aufzutreten. Aber danach hast du nicht gefragt...

  • Magst du velleicht noch dein Alter ergänzen?

    Zur Sache selbst kann ich nichts beitragen, außer dass ich rund ein Jahrzehnt PKV versichert war und die Rückkehr in die GKV NIE bereut habe. Einmal weil sie garntiert dauerhaft bezahlbar ist und zum anderen, wril ich immer noch die Möglichkeit habe, als Selbstzahler aufzutreten. Aber danach hast du nicht gefragt...

    Klar, 36, sorry, durchgerutscht. Danke für deine Erfahrung.

  • Ich habe die Tarifbedingungen nicht, aber wenn ich das richtig verstehe führt man den Tarif hier weiterhin als "Ausbildungstarif"? Falls nicht ok, weil das ist erstmal das einfachste was man umsetzen kann.

    Dann wäre für mich auf jeden Fall ein interner Tarifwechsel die beste Option, insbesondere wenn die Krankengeschichte >10 Jahre keine Besonderheiten (mehr) aufweist. Ich bin zwar nur ein Laie aber unter diesen Umständen würde ich auf keinen Fall verzichten zumindest § 204 VVG zu ziehen und zu schauen welche Angebote eintrudeln.

    Ein Wechsel zu einem anderen Versicherer ist bei einer derartig langen Laufzeit eigentlich oft eine schlechtere Wahl, weil man dann zum einen mit der Vorvertraglichen Anzeigepflicht auf den gesamten Vertrag mit der Frist wieder bei 0 startet und zudem oft ein Teil der Altersrückstellungen weg ist und beim neuen Versicherer wohl wegen der "Abstottern der Abschlusskosten" auch erstmal für 5 Jahre (?) keine erheblichen Altersrückstellungen aufgebaut würden.

    Reha / AHB sollte (zumindest spätestens nach einem internen Tarifwechsel) mit dabei an Bord sein - meine ich mal. Die Tarifbedingungen jedenfalls Prüfen.

    Zu den Beitragsjahren in der DRV, ich gehe mal davon aus, dass die Thematik 9/10-Regelung nicht erreicht werden kann und daher werden die freiwilligen Beiträge / Kindererziehungszeiten zwar die Rente und ggf. auch den Zuschuss zur PKV (auf den Zahlbetrag der Rente) erhöhen aber nicht die KVdR eröffnen.

  • Jesus, was machst du beruflich?

    Hat in der Schule aufgepasst!

    MINT oder qualifizierte WiWis verdienen das mit unter 30.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Hat in der Schule aufgepasst!

    MINT oder qualifizierte WiWis verdienen das mit unter 30.


    Wenn die Welt so einfach wäre!

    Es gibt genügend MINTler:innen, die beispielsweise als Postdoc sich von einem befristeten (Teilzeit-)Vertrag zum nächsten hangeln. Also immerhin promovierte Personen.

    Von "qualifizierten" WiWis, z. B. Steuerberatern oder Wirtschaftsprüfern bei den Big4 mit dem Grade Senior Consultant oder Manager, will ich gar nicht erst anfangen.

    Zumal der Threadopener selbst von einem Referendariat gesprochen hat - dieses ist bei MINT und WiWi eher mal ungewöhnlich.

    Lassen wir doch einfach den Threadopener antworten :thumbup:

  • Rückkehr in die GKV ist eine komplexe Frage. Bei der ärztlichen Versorgung heute bereue ich es, mich früher gegen die PKV entschieden zu haben. Kenne aber auch Fälle bei Selbständigen, die das ganz anders sehen.

    Wichtiger Faktor dabei wäre für mich, welche "Variante" der gesetzlichen KV vergleichst Du mit der PKV? Wenn Du als Rentner in die KvdR kommen kannst, würde die Rentenversicherung die Hälfte der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung tragen. Ohne KvDR, als freiwillig gesetzlich versicherter Rentner mit gesetzlicher KV würdest Du die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung alleine zahlen. Das könnte je nach Rentenhöhe einen Unterschied von 200 Euro netto oder mehr im Monat machen. (Was dabei mitreinspielt, man aber schwer vorhersagen kann, ist, ob die Versorgungswerkrente über die Rentenzeit weniger oder nach oben angepasst würde als die gesetzliche Rente und wie sich die Inflation entwickelt).

    Ein weiterer Nachteil für freiwillig gesetzlich Versicherte ist meines Laienwissens nach, dass alle Einkünfte für die Beitragsberechnung herangezogen werden incl. Mieteinnahmen, Kapitalerträgen u.A., bei KVdR-Versicherten dagegen nur die gesetzliche Rente und Betriebsrenten.

    Bei einer zu erwartenden hohen Rente würde ich persönlich im Ergebnis in Deinem Alter eher zur PKV tendieren, bei einer Rente im "Mittelfeld" zur GKV. Die Unterschiede bei REHA etc. kenne ich aber nicht, die könnten es nochmal anders aussehen lassen.

  • Wenn Du als Rentner in die KvdR kommen kannst, würde die Rentenversicherung die Hälfte der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung tragen.

    Schön für Rentner in der KvdR. Diese hat zwar Vorteile, aber die Hälfte des Beitrags für die Pflegeversicherung wird NICHT übernommen.

    Egal wie man versichert ist, als Rentner trägt man das nach meiner Info alleine.

  • Ohne KvDR, als freiwillig gesetzlich versicherter Rentner mit gesetzlicher KV würdest Du die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung alleine zahlen.

    Auch das ist falsch, Zahlenfreund ,zumindest für den größeren Teil, die Krankenversicherung. Auf Antrag gibt es den halben KV-Beitrag (allgemeiner Beitragssatz+Zusatzbeitragssatz) als Zuschuss von der GRV.

    Auch das kleinere von zwei Übeln kann ein größeres sein.

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