Private Kran­ken­ver­si­che­rung (PKV) Schritt für Schritt zum richtigen PKV-Tarif

Barbara Weber
Finanztip-Expertin für Ver­si­che­rungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit der Zeit steigen die Beiträge in der privaten Kran­ken­ver­si­che­rung deutlich.
  • Eine private Kran­ken­ver­si­che­rung eignet sich daher nur, wenn Du Beamter oder Beamtin bist oder ganz sicher auch im Alter noch ein hohes Einkommen hast. 
  • Im Gegensatz zu gesetzlich Versicherten können Privatversicherte genau die Leistungen absichern, die ihnen wichtig sind. Achtung: Sehr günstige Tarife bieten oft nur wenig Leistung.

So gehst Du vor

  • Nutze unsere Anleitung, um zu entscheiden, ob eine private Kran­ken­ver­si­che­rung langfristig die richtige Wahl für Dich ist.
  • Überlege in Ruhe, welche Leistungen Du brauchst. Das später zu ändern, ist schwierig. Wir haben für Dich eine Übersicht zum Herunterladen erstellt.

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  • Lass Dich beraten! Triff die Entscheidung für oder gegen die PKV am besten mit einem Honorarberater. Bei der Suche nach einem passenden Tarif kann Dir auch ein Ver­si­che­rungsmakler helfen.
  • Wähle ein finanzstarkes Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men. Wichtige Informationen dafür findest Du in unserer Tabelle.

Eines gleich vorneweg: Die Private Kran­ken­ver­si­che­rung steht nicht jedem offen. Nur wenn Du selbstständig bist oder Dein Angestelltengehalt über der aktuellen Ver­sicherungs­pflicht­grenze von 69.300 Euro liegt, kannst Du Dich zwischen zwei Systemen entscheiden: Bleibst Du in der gesetzlichen Kran­ken­kas­se oder wechselst Du in die private Kran­ken­ver­si­che­rung? Wir erklären Dir Schritt für Schritt, was Du vor Deiner Entscheidung bedenken solltest und wie Du einen passenden Tarif findest.

Schritt 1: Wann passt die private Kran­ken­ver­si­che­rung zu Dir?

Zuerst steht die Überlegung an, ob es überhaupt sinnvoll ist, der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung für immer den Rücken zu kehren. Denn genau das bedeutet dieser Entschluss in vielen Fällen. Wer einmal privat versichert ist, kommt nur unter engen Bedingungen wieder zurück in die gesetzliche Kran­ken­kas­se. Für Versicherte, die älter als 55 Jahre sind, ist es nahezu unmöglich – selbst bei Arbeitslosigkeit.

Vor- und Nachteile der privaten Kran­ken­ver­si­che­rung

Den Wechsel zur PKV solltest Du Dir daher genau überlegen. Um Deine Entscheidung zu erleichtern, haben wir Dir die wichtigsten Argumente für und gegen eine private Kran­ken­ver­si­che­rung zusammengestellt. Weiterführende Informationen dazu findest Du auch in unserem Ratgeber zum Wechsel in die PKV.

Beamte und Beamtinnen bekommen Beihilfe 

Für Beamte und Beamtinnen ist die private Kran­ken­ver­si­che­rung fast immer sinnvoll. Sie erhalten eine Beihilfe von ihrem Dienstherrn, auch wenn sie im Ruhestand sind. Das bedeutet, dass der Staat mindestens die Hälfte der Gesundheitskosten übernimmt. Um die restlichen Kosten zu decken, benötigen sie eine private Kran­ken­ver­si­che­rung, auch Restkostenversicherung genannt.

Entscheiden sie sich für eine gesetzliche Kran­ken­kas­se, haben sie keinen Anspruch auf Beihilfe und müssen die Beiträge zur Kran­ken­ver­si­che­rung alleine tragen. In manchen Bundesländern gibt es aber einen Zuschuss zur gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung. In unserem Ratgeber zur PKV für Beamte findest Du alle wichtigen Informationen zum Thema Beihilfe. 

Spitzenmedizin und Vorzugsbehandlung

Wenn Du über eine private Kran­ken­ver­si­che­rung nachdenkst, erhoffst Du Dir vielleicht auch bessere Leistungen als in der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung. Ein guter Vertrag mit einer privaten Kran­ken­ver­si­che­rung (PKV) sichert den Zugang zur Spitzenmedizin. Es gibt Tarife, die eine Behandlung beim Spezialisten, in der Privatklinik oder im Ausland bezahlen – mit den neuesten Behandlungsmethoden. 

Privatversicherte erhalten außerdem oft schneller einen Arzttermin als gesetzlich Versicherte. Im Schnitt müssen gesetzlich Versicherte doppelt so lange wie Privatpatienten auf einen Facharzttermin warten. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2020. Das ist nicht verwunderlich: Bei Privatpatienten bekommen Ärzte für die gleiche Behandlung oft mehr Geld als bei Kassenpatienten. Leistungen für Privatpatienten werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GoÄ) oder für Zahnärzte abgerechnet (GoZ). Demnach können Ärzte oftmals höher abrechnen als mit der Gebührenordnung der gesetzlichen Kran­ken­kas­se, dem einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM).

Leistungen nach Deinen Wünschen

In der PKV kannst Du Dir außerdem einen Tarif suchen, der Leistungen enthält, die Dir persönlich wichtig sind. Du bekommst dementsprechend den Schutz, den Du bezahlen willst oder kannst. 

Bei den gesetzlichen Kran­ken­kas­sen sind dagegen die meisten Leistungen gesetzlich vorgeschrieben. Die Kran­ken­kas­sen können sich aber bei den freiwilligen Zusatzleistungen unterscheiden. So bezuschussen manche gesetzlichen Kran­ken­kas­sen die professionelle Zahnreinigung, Ostheopathie oder übernehmen die Kosten für Reiseimpfungen. Unseren Vergleich der gesetzlichen Kran­ken­kas­sen findest Du im Ratgeber zur GKV.

Wenn Du noch mehr Leistungen in der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung haben möchtest, kannst Du private Kran­ken­zu­satz­ver­si­che­rungen abschließen. Das kann zum Beispiel eine Zahnzusatz- oder Krank­en­haus­zu­satz­ver­si­che­rung sein.

In der privaten Kran­ken­ver­si­che­rung sind aber die Leistungen, die in Deinem Vertrag vereinbart sind, garantiert. Die Ver­si­che­rung kann sie nicht reduzieren. In der gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) ist das anders: Dort können Leistungen schon mal gekürzt oder gestrichen werden. Beispiele dafür aus den vergangenen Jahren sind etwa die Kassenleistungen bei Zahnersatz, die immer wieder verringert wurden oder der Wegfall der Leistungen für Brillen und Kontaktlinsen.

Einer Sache solltest Du Dir aber bewusst sein: Der Vorteil der garantierten Leistungen in der PKV gilt nur, solange Du Dir den Beitrag leisten kannst. Wenn Du Deinen leistungsstarken – und wahrscheinlich auch teureren Tarif – nicht mehr bezahlen kannst, musst Du umplanen. Du kannst dann eventuell einzelne Leistungen streichen oder direkt in den Basis- oder Standardtarif wechseln – dort allerdings kann sich der Leistungsumfang ändern, genau wie in der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung.

PKV: Günstig für Jüngere, teuer für Ältere und Kranke

Sinnvoll ist die PKV außerdem nur dann, wenn Du weitestgehend gesund bist. Im Gegensatz zur gesetzlichen ist die private Kran­ken­ver­si­che­rung kein Solidarsystem. Jeder trägt mit seinen Beiträgen weitgehend das eigene Risiko, krank zu werden. Das ist gut für Dich, solange Du jung und gesund bist. Ist das Risiko gering, sind die Beiträge niedrig – oft sogar niedriger als in der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung.

Aber Vorsicht: Billige Tarife enthalten oft nur geringe Leistungen. Im Krankheitsfall kann sich das zu einer echten Kostenfalle entwickeln, wenn Du wesentliche Leistungen aus eigener Tasche zahlen musst. Aufbessern kannst Du Deine Ver­si­che­rung nicht so einfach, dafür musst Du erneut eine Gesundheitsprüfung meistern. Und die wird wahrscheinlich zu Deinem Nachteil ausgehen, wenn Du zu diesem Zeit­punkt schon erkrankt bist.

Wenn Du von Anfang an schon Vorerkrankungen hast, kann es für Dich ohnehin schwierig und teuer werden, in die PKV zu kommen. Die privaten Anbieter dürfen Kunden ablehnen, Beitragszuschläge erheben oder bestimmte Krankheiten vom Ver­si­che­rungs­schutz ausschließen, falls ihnen das Risiko zu hoch erscheint. In der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung hingegen spielen Vorerkrankungen keine Rolle.

Beitrag hängt nicht vom Einkommen ab

Dazu kommt: Auch für die Jungen und Gesunden unter uns bleibt es meist nicht bei den einstmals günstigen Beiträgen. Mit den Jahren steigen die Beiträge, unter anderem weil die Gesundheitsversorgung teurer wird. Zwischen 2013 und 2023 stiegen die Beiträge durchschnittlich um etwa 2,8 Prozent pro Jahr. Das zeigt eine Analyse des wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP). Für den gesamten Zeitraum ergibt das eine Verteuerung von knapp 32 Prozent.

Allerdings ist nicht jede Beitragssteigerung in der privaten Kran­ken­ver­si­che­rung zulässig. Wie Du gegen unzulässige Erhöhungen vorgehst, liest Du in unserem Ratgeber zur PKV-Beitragssteigerung.

Zwar legt die Ver­si­che­rung Geld aus Deinen gezahlten Beiträgen zurück, um gegenzusteuern. Doch diese Altersrückstellungen sind dafür da, die höheren Kosten zu decken, die entstehen, wenn Du später als älterer Mensch häufiger zum Arzt musst. Steigende Behandlungskosten, die durch den medizinischen Fortschritt entstehen und die allgemeine Inflation decken sie aber nicht ab. Daher steigen die Beiträge auch noch in der Rentenphase. Am besten solltest Du deshalb schon früh einen festen Betrag im Monat nur für die Kran­ken­ver­si­che­rung im Alter zurücklegen. Sonst können Dir die Beiträge über den Kopf wachsen, wenn Du nur eine geringe Rente bekommst.

Das führt uns zu einem großen Nachteil der privaten Absicherung: Während sich die Beiträge in der gesetzlichen Ver­si­che­rung nach der Höhe des Einkommens richten, hängen die Beiträge in der PKV etwa von Deinem Alter und Deinem Gesundheitszustand ab. Wie viel Du verdienst, spielt bei der Höhe der PKV-Beiträge dagegen keine Rolle.

So kann es passieren, dass Du Dir die Beiträge mit der Zeit nicht mehr leisten kannst. Eine niedrige Rente oder Arbeitslosigkeit führen oft dazu, dass die private Kran­ken­ver­si­che­rung plötzlich viel zu teuer ist. Auch eine Trennung vom verbeamteten Ehepartner kann die Beiträge in die Höhe schießen lassen. Denn mit der Scheidung fällt auch die Beihilfeberechtigung weg. Geschiedene müssen sich dann in einem neuen und teureren Tarif versichern lassen.

Nicht in allen Punkten besser als die gesetzlichen Kassen

Was viele überrascht: Auch leistungsstarke PKV-Tarife bieten nicht den ultimativen Schutz. Zwar sind sie in vielen Bereichen deutlich stärker aufgestellt, beispielsweise beim Zugang zur Spitzenmedizin. Bei Psycho- und Physiotherapie oder Kuren haben sie dagegen mitunter Leistungslücken, für die gesetzliche Kran­ken­kas­sen ganz selbstverständlich zahlen. Wie sich die Leistungen von GKV und PKV unterscheiden, liest Du ausführlich in unserem Ratgeber zur Kran­ken­ver­si­che­rung.

Zusätzlich solltest Du bedenken, dass es in der PKV keine Fa­mi­lien­ver­si­che­rung gibt. Während in der gesetzlichen Ver­si­che­rung auch Kinder und Lebenspartner kostenfrei über die Fa­mi­lien­ver­si­che­rung mitversichert werden können, muss in der privaten jeder selbst versichert sein und Beiträge zahlen. Familien kommen in der gesetzlichen Ver­si­che­rung deshalb häufig günstiger weg. Wie Du Deine Kinder in der privaten Kran­ken­ver­si­che­rung unterbringst, erklären wir Dir in unserem Ratgeber Kinder in der PKV.

Lebenslange Bindung an ein Unternehmen

Noch ein Nachteil ist, dass Du Dich mit Deiner Wahl fast unwiderruflich an ein Unternehmen bindest. Bietet mit den Jahren eine andere Ver­si­che­rung bessere Konditionen an, lohnt es sich wirtschaftlich nicht, dorthin zu wechseln. Dasselbe gilt, wenn Du Dich über Deinen Anbieter ärgerst und mit seinem Service unzufrieden bist. Denn bei einem Wechsel kannst Du nur einen Teil Deiner angesparten Altersrückstellungen mitnehmen. Du hast also über Jahre umsonst einen höheren Beitrag gezahlt, um fürs Alter vorzusorgen. Und bei dem neuen Anbieter musst Du noch höhere Beiträge in Kauf nehmen, weil Du bei Abschluss wieder etwas älter bist. Je länger der Vertrag schon besteht, desto höher ist also Dein Verlust.

Wenn Du unzufrieden mit den Leistungen Deiner privaten Kran­ken­ver­si­che­rung bist, bleibt deshalb eigentlich nur der Wechsel in einen anderen Tarif bei Deinem bisherigen Anbieter. Wie das funktioniert, erklärt unser Ratgeber zum Tarifwechsel.

Privatpatienten müssen vorstrecken

Woran Du ebenfalls denken musst: Als Privatpatientin oder Privatpatient musst Du Arztrechnungen erst einmal selbst bezahlen. Erst anschließend bekommst Du von Deiner Kran­ken­ver­si­che­rung eine Erstattung. In der Regel hat die Kran­ken­kas­se dafür einen Monat lang Zeit (§ 14 VVG). Eine stationäre Behandlung im Krankenhaus wird allerdings, ähnlich der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung, über eine Chipkarte abgerechnet. Nur die Kosten für eine Chefarztbehandlung bekommst Du als Privatpatient im Krankenhaus direkt in Rechnung gestellt.

Bei der Abrechnung kommt es schnell mal zum Streit. Mitunter passiert es, dass Ärzte oder Therapeutinnen Behandlungsmethoden in Rechnung stellen, die die Ver­si­che­rung nicht bezahlt. Dann bleibst Du auf den Kosten sitzen. Vor jeder ärztlichen Behandlung, die über einen einfachen Hausarztbesuch hinausgeht, solltest Du daher einen Blick in Deine Vertragsunterlagen werfen und prüfen, für welche ärztlichen Leistungen Deine Ver­si­che­rung aufkommt. Besprich am besten auch vorab mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin, welche Leistungen abgerechnet werden können. 

Häufig streiten Patienten und Patientinnen mit ihrer Ver­si­che­rung darüber, ob Arztrechnungen zu hoch sind oder Behandlungen wirklich medizinisch notwendig waren. Diese beiden Themen führen seit Jahren die Liste der Beschwerdegründe beim PKV-Ombudsmann an. Der Ombudsmann fungiert als Schlichtungsstelle für Streitigkeiten mit der privaten Kran­ken­ver­si­che­rung. Viele solcher Fälle landen schließlich vor Gericht, denn der Ombudsmann konnte 2022 nur in jedem fünften Schlich­tungs­ver­fahr­en eine Einigung erzielen. Bei einem Gerichtsprozess ist eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung hilfreich.

Schritt 2: Welche Leistungen in der privaten Kran­ken­ver­si­che­rung sind wichtig?

Du hast eine erste Entscheidung getroffen und möchtest in die private Kran­ken­ver­si­che­rung wechseln. Dann solltest Du Dir jetzt überlegen, welche Leistungen Dir bei Deiner Kran­ken­ver­si­che­rung besonders wichtig sind. 

Der Vorteil der privaten Kran­ken­ver­si­che­rung ist, dass Du Dir einen Tarif mit den für Dich passenden Bedingungen aussuchen kannst. Was im Vertrag an Leistungen vereinbart ist, bleibt für die gesamte Vertragslaufzeit garantiert. Leistungskürzungen sind nicht möglich. Genauso gilt aber: Was nicht drinsteht, wird nicht bezahlt und kann zu einem späteren Zeit­punkt nur sehr schwer ergänzt werden.

Um zu entscheiden, ob Dir eine bestimmte Leistung wichtig ist, musst Du die einzelnen Vertragsklauseln zunächst grundsätzlich verstehen. Als Hilfestellung haben wir Dir eine Übersicht über alle wichtigen Leistungen der privaten Kran­ken­ver­si­che­rung zusammengestellt. Markiere die Leistungen, die Dir besonders am Herzen liegen.

Leistungsübersicht

Lade Dir unsere Übersicht über wichtige Leistungen herunter. Du wirst sie für die kommenden Schritte benötigen: die Beratung bei einem Ver­si­che­rungsmakler oder einer Ver­si­che­rungsberaterin und die Auswahl eines passenden Tarifs.

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Schritt 3: Wo kannst Du Dich beraten lassen?

Deine Entscheidung für oder gegen eine private Kran­ken­ver­si­che­rung solltest Du unbedingt noch einmal mit einem Honorarberater oder einem spezialisierten Ver­si­che­rungsmakler besprechen. 

Ver­si­che­rungsberater- und beraterinnen erhalten keine Provision dafür, wenn Du eine private Kran­ken­ver­si­che­rung abschließt. In der Beratung könnt Ihr gemeinsam Für und Wider eines Wechsels in Deiner persönlichen Situation abwägen. Für die Beratung zahlst Du aber normalerweise zwischen 150 bis 200 Euro pro Stunde. Dieses Honorar sollte es Dir aber wert sein. Schließlich triffst Du eine Entscheidung mit langfristigen Folgen für Dein Leben. Ver­si­che­rungsberater- und beraterinnen findest Du zum Beispiel über die Suche beim Bundesverband der Ver­si­che­rungsberater. Achte darauf, dass er oder sie auf die Beratung zur privaten Kran­ken­ver­si­che­rung spezialisiert ist.

Im Gegensatz dazu sind Makler und Maklerinnen auf Provisionen angewiesen, die sie von den Ver­si­che­rungen erhalten, wenn sie einen Vertrag vermitteln. Für Dich entstehen dabei keine Kosten für die Beratung. Dafür besteht das Risiko, dass Dir ein Makler oder eine Maklerin zur privaten Kran­ken­ver­si­che­rung rät, obwohl die gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung die bessere Wahl für Dich sein könnte. 

Seriöse und gut qualifizierte Maklereien können Dir aber ebenfalls bei der Entscheidung helfen, ob eine PKV zu Dir passt oder nicht. Deswegen suchen wir gerade nach vertrauensvollen Ver­si­che­rungsmaklern und Ver­si­che­rungsmaklerinnen für Dich. Sobald unsere Emp­feh­lungen feststehen, erfährst Du das an dieser Stelle und in unserem wöchentlich erscheinenden Newsletter. 

Egal, ob Du Dich für eine Maklerei oder eine Ver­si­che­rungsberatung entscheidest: Der Makler oder Berater ist verpflichtet, mit Dir gemeinsam Deine persönliche und finanzielle Situation zu erörtern. Nur so könnt Ihr auch herausfinden, ob die private Kran­ken­ver­si­che­rung zu Dir passt und welche Beiträge Du langfristig stemmen kannst. 

Besprich mit dem Makler oder der Beraterin außerdem, welche Leistungen Dir besonders wichtig sind. Nimm dazu unsere Leistungsübersicht aus Schritt 2 mit in die Beratung. Dort hast Du ja bereits markiert, welche Leistungen Du unbedingt versichern möchtest. 

Plane für die gesamte Beratung mindestens sechs Stunden Zeit ein, eher mehr. Davor und danach brauchst Du natürlich auch noch Zeit, um Dich mit den Vertragsbedingungen auseinanderzusetzen, Deine Patientenakten von allen Arztpraxen zu besorgen und den Gesundheitsfragebogen auszufüllen.

Schritt 4: Welcher Tarif passt zu Dir?

Gemeinsam mit dem Makler oder der Beraterin hast Du festgestellt, dass die private Kran­ken­ver­si­che­rung für Dich geeignet ist? Ihr habt bereits über Deine Wünsche bezüglich eines passenden Tarifs gesprochen? Jetzt wird der Makler oder die Beraterin Tarife auswählen, die in etwa Deinen Vorstellungen von Leistung und Beitrag entsprechen sollen. Trage in unserer Übersicht aus Schritt 2 ein, welche Leistungen ein Tarif in den einzelnen Bereichen bietet.

Es gibt eine Vielzahl von PKV-Tarifen – alle mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Den einen Tarif, der alle Deine Wünsche optimal erfüllt, gibt es vermutlich nicht. Deshalb musst Du abwägen und vergleichen: Welche Leistungen sind unverzichtbar, mit welchen Lücken im Schutz kannst Du leben? Am Ende bleibt ein Tarif übrig, der den besten Kompromiss bietet.

Vorsicht: Achte auf schwammige Formulierungen in den Vertragsbedingungen. Sagt ein Anbieter zum Beispiel nur zu, etwas nach vorheriger Genehmigung oder gesonderter Vereinbarung zu erstatten, kannst Du Dich nicht darauf verlassen, diese Genehmigung auch zu bekommen.

Durch die Vertragsbedingungen der verschiedenen Tarife musst Du Dich aber nicht allein wühlen. Dein Berater oder Deine Maklerin sollte Dir alle Tarifbedingungen genau erklären und auch thematisieren, was es bedeuten kann, wenn bestimmte Merkmale nicht mitversichert sind. 

Zusätzlich solltet Ihr auch über den Versicherer sprechen. Dazu gehört, wie die Erfahrungen mit dem Service sind und wie das Unternehmen mit Gesundheitsfragen umgeht. Ist zum Beispiel die Gesundheitsprüfung nicht sonderlich streng, werden auch Personen mit Vorerkrankungen versichert, die in Zukunft wahrscheinlich hohe Kosten verursachen. Dann ist es auch wahrscheinlicher, dass die Beiträge in diesem Tarif deutlich ansteigen werden. 

Wenn Du nicht kerngesund bist, sind die Gesundheitsfragen für Dich ein besonders wichtiges Thema. Je nach Erkrankung kann es sein, dass Dich manche Ver­si­che­rungen ablehnen oder den Beitrag verteuern. Deshalb sollte Deine Beraterin oder Dein Makler anonyme Risikovoranfragen an verschiedene Anbieter passender Tarife schicken, um herauszufinden, welcher Dich zu den besten Konditionen versichern würde. 

Der Vorteil dabei ist: Bei einer anonymen Risikovoranfragen bleiben Deine persönlichen Informationen anonym. Ver­si­che­rungen speichern normalerweise Informationen in einer gemeinsamen Datenbank, über die sich die Ver­si­che­rungen austauschen. Lehnt Dich eine Ver­si­che­rung ab, erfahren das möglicherweise auch andere Anbieter. Dadurch verschlechtern sich Deine Chancen auf eine Ver­si­che­rung. Das kann Dir mit einer anonymen Risikovoranfrage nicht passieren.

Schritt 5: Welches Unternehmen ist das richtige?

Die richtigen Leistungen zu wählen, ist wichtig. Denn diese sind zum einen für die gesamte Vertragslaufzeit garantiert und lassen sich nur mit erneuter Gesundheitsprüfung erweitern. Wenn Du dann einige passende Tarife zur Auswahl hast, solltest Du auch auf den Anbieter selbst schauen. Schließlich gehst Du mit der Ver­si­che­rung einen Vertrag ein, der mitunter mehr als 50 Jahre läuft.

Es ist sinnvoll, ein Unternehmen zu wählen, das stabile Finanzen vorweisen kann. Gute Finanzkennzahlen können einen Hinweis darauf geben, wie sich der Beitrag möglicherweise in der Zukunft entwickelt, sie sind jedoch keine Garantie.

Wir haben uns für Dich Ratings verschiedener Branchenkenner angeschaut, genauer: die Bilanzratings von Map-Report, Morgen & Morgen sowie von Ascore. Diese Ratings haben wir normiert und daraus einen Mit­tel­wert gebildet, um Dir etwas Orientierung zu geben. Die fünf Versicherer, die am besten abgeschnitten haben, siehst Du in unserer Tabelle. Besprich das Thema Finanzkraft auch mit Deinem Berater.

Versichererliste

Die vollständige Liste aller 30 Versicherer bekommst Du als Download.

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Auswertung Finanzkraft

Unternehmen

Punktzahl (von 100)

LVM95
Universa95
Signal Iduna94
Alte Oldenburger91
R+V88
......

Alle Werte sind gerundet.
Quelle: Finanztip-Auswertung auf Basis der Bilanzratings von Map-Report, Ascore und Morgen & Morgen (Stand: 28. Februar 2023)

Autoren
Julia Rieder
Annika Krempel

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