Geldanlage 60+

  • allein das Währungsrisiko frisst da schon 8-12% und wenn Trump so weiter macht, sind die US Bonds bald nicht mehr das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind.

    Mensch Leute, beschäftigt Euch doch erstmal mit einem ETF/Fonds bevor ihr vorschnell irgendwelche Dinge schreibt. Die US-Anleihe-ETF in den Vanguard LS-Produkten sind allesamt Euro-Hedged. :rolleyes:
    Und um es klar zu stellen: Das ist kein 'sicherer Vermögensteil'. Auch ein LS 60 ist zu 100% dem Risikoteil des Vermögens zuzurechnen.
    Aber es ist eben kein 100% Aktien-ETF! Und in der Vergangenheit hat so ein 60/40 Portfolio im Gegensatz zu 100% Aktien noch nie 10 Jahre negativ rentiert.

  • Das heißt doch aber nicht, dass man nicht trotzdem gern etwas weniger US-Anleihen haben wollen könnte.

    So ein LS-ETF gewichtet nun mal nach Marktgewichtung. Und zwar sowohl im Aktien- als auch im Anleiheteil. Und die USA machen auch auf dem Anleihemarkt ein großes Stück vom Kuchen aus.
    Ist halt einfach so.
    Wenn man das nicht will, muss man sich selbst etwas basteln. Ob das dann letztlich besser funktioniert darf man durchaus hinterfragen. Ist ja z.B. auch nicht so, dass in der Eurozone alle Länder Musterschüler in Sachen Staatsverschuldung wären.
    Die USA scheinen insofern den Vorteil zu haben, dass Sie im Zweifel Ihre Sicht der Dinge auch durchgesetzt bekommen.

  • Selberbasteln =O Wo sind wir denn hier? ^^

    Es gäbe in diesem Thread Vanguard, xtracker und Amundi zur Auswahl. Multi-Assett-ETFs werden jetzt in den einschlägigen Magazinen oft empfohlen wegen aktuell sehr vieler Unwägbarkeiten.

    Ja…Angst fressen Seele auf…..

    Aber ehrlich: beim Vanguard 60 (sinnvoll sind nur der 60 und der 80) bitte erstmal geistig für sich die Zukunft mit Entnahmen durchspielen.

    Will ich z.B. mit 75 im Dezember den Jahresbedarf für das nächste Jahr durch Teilverkauf entnehmen, wenn es im Oktober mal wieder „geknallt“ hat und das Zeug 20 Prozent tiefer steht ?

    Dann lieber Aktien-ETF und Cash sauber trennen.

  • Aber ehrlich: beim Vanguard 60 (sinnvoll sind nur der 60 und der 80) bitte erstmal geistig für sich die Zukunft mit Entnahmen durchspielen.

    Will ich z.B. mit 75 im Dezember den Jahresbedarf für das nächste Jahr durch Teilverkauf entnehmen, wenn es im Oktober mal wieder „geknallt“ hat und das Zeug 20 Prozent tiefer steht ?

    Natürlich willst du das nicht, aber wir haben ja oben angedacht, noch einen Teil in Cash zu halten, der je nach Lage um die Ausschüttungen aus dem LifeStrategy ergänzt wird.

  • Natürlich willst du das nicht, aber wir haben ja oben angedacht, noch einen Teil in Cash zu halten, der je nach Lage um die Ausschüttungen aus dem LifeStrategy ergänzt wird.

    Danke für den Hinweis: ich bin auch nur menschlich und kann nicht alles genau lesen.
    Unter diesen Umständen funktioniert das natürlich.

  • OK gut, dass die Bonds Hedged sind ist mir in der Eile entgangen (ich poste hier nur mit "einem Auge", da ich mir gerade eine neue virtualisierte Homeserver-Farm auf Unix/Linux einrichte und noch ein paar Skripte fertig debuggen will...)

    Aber nichtsdestotrotz sind US Bonds selbst wenn sie hedged sind, in meinen Augen keine erste Wahl. Da hab ich im letzten Jahr mit den spanischen und italienischen Staatsanleihen bessere Erträge gehabt. (+5,74% Durchschnitt)

    Aber jeder nach eigenen Vorlieben: Ich bin nunmal eher der "Self-made-Typ", andere kaufen lieber von der Stange - so what.

  • OK gut, dass die Bonds Hedged sind ist mir in der Eile entgangen (ich poste hier nur mit "einem Auge", da ich mir gerade eine neue virtualisierte Homeserver-Farm auf Unix/Linux einrichte und noch ein paar Skripte fertig debuggen will...)

    Aber nichtsdestotrotz sind US Bonds selbst wenn sie hedged sind, in meinen Augen keine erste Wahl. Da hab ich im letzten Jahr mit den spanischen und italienischen Staatsanleihen bessere Erträge gehabt. (+5,74% Durchschnitt)

    Aber jeder nach eigenen Vorlieben: Ich bin nunmal eher der "Self-made-Typ", andere kaufen lieber von der Stange - so what.

    Höhere Rendite erhält man für höheres Risiko.

  • Wow, ich muss hier gerade mal meine Begeisterung über Eure Kommentare loswerden. Erst mal vielen Dank dafür. Das ist echt großartig. Super, super, super!!!

    Jetzt brauche ich erst einmal etwas Zeit, dies zu verarbeiten, dann melde ich mich noch mal. Muss ja irgendwann auch mal in die Handlung kommen. LG:thumbup::)

  • Alter bei Beginn der Anlage: 63 Jahre:

    60000 € stehen zur Verfügung. Plan: 15000 in Welt ETF wg. 10-15 J. Anlagedauer, dann bin ich 78!!;)!, Rest Aufteilung Festgeld und Tagesgeld. Guter Plan?

    Mit diesen Angaben kann man nicht wirklich eine gute Antwort geben.

    • Was ist Dein Anlageziel?
    • Soll das Kapital aufgebraucht werden (bis wann) oder soll etwas vererbt werden?
    • Welche Entnahmen planst Du wann?
    • Welche Erfahrungen hast Du mit Aktienanlagen?
    • Hast Du Dich mit dem Thema Risiko bei Geldanlagen beschäftigt?

    Von den oben genannten Multiassets bin ich nicht grundsätzlich begeistert in der Entnahmephase. Zu oft muss man Aktien zur falschen Zeit verkaufen, wenn die Kurse im Keller sind. Eine Mischung aus den folgenden Bausteinen

    1. ausschüttender Geldmarktfonds/Tagesgeld
    2. Kurzlaufende Euro Anleihen guter Bonität mit max. 5jähriger Restlaufzeit (ausschüttend)
    3. Breit aufgestellter Aktienfonds (ausschüttend)

    bietet hohe Flexibilität. Je nach Deinen Eckdaten kann man daraus unterschiedliche Portfolios zusammenbauen. 1 dient der kurzfristigen Verfügbarkeit, für regelmäßige Entnahmen genauso wie für unvorhergesehene Ausgaben. Die 2 hat ein etwas höheres Risiko als Geldmarkt aber kann wahrscheinlich eine leicht höhere Rendite abwerfen. Die 3 muss die Rendite liefern und sollte möglichst 10+ Jahre angelegt bleiben. Je nach Zusammensetzung sind unterschiedliche Renditen zu erwarten aber auch unterschiedlich hohe Schwankungen.

    Für einen sicherheitsorientierten Anleger sollten 1+2 den Löwenanteil im Depot stellen. Bei einer mittleren Risikobereitschaft kann man die Hälfte in 3 stecken und die andere Hälfte auf 1+2 aufteilen. Bei hoher Risikobereitschaft, geht der Löwenanteil in 3 und nur wenig in 1+2.

    Grundsätzlich sollten die Entnahmen aus 1 erfolgen. Ausschüttungen werden zur Aufstockung von 1 genutzt. Trotzdem wird man vielleicht einmal im Jahr den Verbrauchstopf/Notgroschen über Verkäufe aufstocken müssen. In guten Börsenjahren, kann man Anteile aus 3 verkaufen, in schlechten Börsenjahren besser 2 nutzen.

  • Eine Mischung aus den folgenden Bausteinen

    1. ausschüttender Geldmarktfonds/Tagesgeld
    2. Kurzlaufende Euro Anleihen guter Bonität mit max. 5jähriger Restlaufzeit (ausschüttend)
    3. Breit aufgestellter Aktienfonds (ausschüttend)

    bietet hohe Flexibilität. Je nach Deinen Eckdaten kann man daraus unterschiedliche Portfolios zusammenbauen. 1 dient der kurzfristigen Verfügbarkeit, für regelmäßige Entnahmen genauso wie für unvorhergesehene Ausgaben. Die 2 hat ein etwas höheres Risiko als Geldmarkt aber kann wahrscheinlich eine leicht höhere Rendite abwerfen. Die 3 muss die Rendite liefern und sollte möglichst 10+ Jahre angelegt bleiben. Je nach Zusammensetzung sind unterschiedliche Renditen zu erwarten aber auch unterschiedlich hohe Schwankungen.

    Du bist aber auch ein erfahrener und gut informierter Anleger, da muss man erst mal hinkommen.

    Ich würde sogar sagen: 2. streichen und alles auf 1. und 3., also gemäß den Empfehlungen von Finanztip bzw. dem Pantoffel-Portfolio der Stiftung Warentest. Eventuell mit einem kleinen, maximal liquiden Teil (ich nenne es "Notgroschen") auf einem Tagesgeldkonto, das nicht in erster Linie der Rendite dient und womöglich auch das Verrechungskonto des Depots ist, um es maximal einfach zu halten.

    Ein drittes (bzw. viertes) Vehikel kann man ja immer noch dazunehmen, wenn man für sich argumentieren kann, dass man es braucht.

    Sorry für die Binsenweisheiten … :S

  • Ich würde sogar sagen: 2. streichen und alles auf 1. und 3., also gemäß den Empfehlungen von Finanztip bzw. dem Pantoffel-Portfolio der Stiftung Warentest. Eventuell mit einem kleinen, maximal liquiden Teil (ich nenne es "Notgroschen") auf einem Tagesgeldkonto, das nicht in erster Linie der Rendite dient und womöglich auch das Verrechungskonto des Depots ist, um es maximal einfach zu halten.

    Die 2 kann man insbesondere bei risikobereiten Anlegern gut streichen. Für risikoaverse Anleger bietet der Baustein die Chance, die Inflation auszugleichen. Wenn es hohe Tagesgeldzinsen gibt, braucht man natürlich keine Anleihen. Aber aktuell haben wir wieder eine normale Zinsstrukturkurve und da bieten Anleihen eine kleine Mehrrendite. Man muss immer die Situation des Anlegers und die am Kapitalmarkt berücksichtigen.

  • Aber nichtsdestotrotz sind US Bonds selbst wenn sie hedged sind, in meinen Augen keine erste Wahl. Da hab ich im letzten Jahr mit den spanischen und italienischen Staatsanleihen bessere Erträge gehabt. (+5,74% Durchschnitt)

    Ich kann mich an Beiträge einiger 'Experten' erinnern, die in der Eurokrise darauf vertrauten, dass es keinen Haircut für griechische Staatsanleihen geben würde. Ist dann anders gekommen.
    Manches Risiko bemerkt man erst dann, wenn es einen trifft.

  • Hey SuLu! Ich bin auch 63er (und 1963 geboren) und da mich das Thema ebenfalls beschäftigt, lese ich mal mit einem Auge mit und gebe meinen Senf dazu ab. Also bei mir sieht das so aus, dass ich selbständiger (aber sozialversicherungspflichtiger) Freiberufler bin, 2030 von der DRV in den Ruhestand geschickt werde, aber darüber hinaus weiterarbeiten werde. Aktivrente steht mir nicht zu. Mein Plan: Notgroschen auf Tagesgeldkonto, bzw. verzinstes Verrechnungskonto und alles andere in einen breit gestreuten ETF. Der soll laufen, laufen, laufen - irgendwann wird entnommen. Eher keine kurzlaufenden D- oder Euro Anleihen, da sind Tagesgeldzinsen attraktiver, die steigen ja gerade wieder etwas. Festgeld lohnt sich nicht. Klingt doch eigentlich ganz einfach, oder? Wie schaut das bei Dir aus?