Sind Kinder zu teuer?

  • Ich sollte vielleicht mal wirklich tracken, was Kinder kosten, ist doch ganz interessant.

    Auf jeden Fall. Ich glaube, du wirst deutlich höher rauskommen als du denkst.

    Natürlich kann man mit gebrauchten Sachen was sparen, machen wir auch. Aber Kinder haben einen hohen Verschleiß an Kleidung, nicht alles lässt sich danach nochmal weiterverkaufen. Und unsere kommt jetzt mit 5 so langsam in den Bereich, wo sie überall Eintritt kostet. Zumal auch ein Gratis Kindereintritt nicht bedeutet, dass alles kostenlos ist. Alleine würde ich nicht in den Streichelzoo und Ziegen füttern. Und wenn ich mit Kind auf den Anfängerhügel gehe, hab ich skifahrerisch recht wenig davon. Da muss man dann ehrlicherweise meine Karte auch aufs Kind rechnen. Und je älter das Kind wird, desto kostspieliger wird alles. Der große Hammer kommt dann gerne mit dem Studium...gerade wenn das Kind kein oder wenig Bafög bekommt, laufen da echt wilde Summen auf.

    Wir müssen auch gar nicht auf den Euro rechnen...ein Kind ist für die Mittelschicht aufwärts immer eine größere finanzielle Belastung.

  • Das stimmt so nicht, man muss genau hinschauen. Auf den „Durchschnittsbürger“ trifft das zu, die Schere zwischen Arm und Reich ist in den letzten 50 Jahren aber weiter aufgegangen. Das wirst du in deiner Bubble vermutlich nicht wahrgenommen haben. Die logische Folge ist, dass gerade Familien mit geringen Einkommen überproportional unter der Inflation leiden und das sind mehr als noch vor 50 Jahren und keine „Ausrede der jüngeren Generation“. – Die Entwicklungen sind besorgniserregend.

    Das ist nicht „meine Bubble“, sondern basiert auf Studien des Instituts der Deutschen Wirtschaft sowie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (siehe Link). Es wäre sinnvoll, diese zunächst zu lesen, bevor pauschale Vorwürfe erhoben werden.

    Die Einkommensschere ist in diesem Zusammenhang nicht relevant und sagt zudem nichts darüber aus, ob sich Menschen heute real mehr oder weniger leisten können als früher.

    Mir scheint, dass du gezielt Quellen heranziehst, die dein bestehendes Weltbild bestätigen. Ich würde empfehlen, stattdessen breiter zu recherchieren und ausführliche, methodisch saubere und möglichst neutrale Studien zu berücksichtigen. Polemische oder lobbygetriebene Argumente helfen der Debatte nicht weiter.

    Das verbreitete Gefühl, das Leben in Deutschland sei heute schwerer finanzierbar als früher, ist nach den vorliegenden Daten nicht haltbar. Es entsteht häufig aus einer verzerrten Wahrnehmung der Vergangenheit und einer unzureichenden Kenntnis der damaligen Lebensverhältnisse. Falls du Studien nicht traust, rate ich dir das Gespräch mit älteren Menschen zu suchen. Die werden dir erklären wie einfach es damals war.

  • Ohne Kinder keine Zukunft. Wir haben gleich vier, weil die einfach so zuckersüß waren! Ein Leben ohne Kinder macht für mich keinen Sinn. Für was arbeite ich dann? Für den schönsten Grabstein auf dem Friedhof? Klar, Risiko ist immer dabei, aber no risk, no fun!

  • Das ist nicht „meine Bubble“, sondern basiert auf Studien des Instituts der Deutschen Wirtschaft sowie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (siehe Link). Es wäre sinnvoll, diese zunächst zu lesen, bevor pauschale Vorwürfe erhoben werden.

    Die Einkommensschere ist in diesem Zusammenhang nicht relevant und sagt zudem nichts darüber aus, ob sich Menschen heute real mehr oder weniger leisten können als früher.

    Mir scheint, dass du gezielt Quellen heranziehst, die dein bestehendes Weltbild bestätigen. Ich würde empfehlen, stattdessen breiter zu recherchieren und ausführliche, methodisch saubere und möglichst neutrale Studien zu berücksichtigen. Polemische oder lobbygetriebene Argumente helfen der Debatte nicht weiter.

    Das verbreitete Gefühl, das Leben in Deutschland sei heute schwerer finanzierbar als früher, ist nach den vorliegenden Daten nicht haltbar. Es entsteht häufig aus einer verzerrten Wahrnehmung der Vergangenheit und einer unzureichenden Kenntnis der damaligen Lebensverhältnisse. Falls du Studien nicht traust, rate ich dir das Gespräch mit älteren Menschen zu suchen. Die werden dir erklären wie einfach es damals war.

    Das ist leider so nicht richtig, was du schreibst. Die Einkommensschere ist sogar sehr relevant. Lies noch mal meinen Beitrag, du hast ihn glaube ich nicht ganz verstanden.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Ein Leben ohne Kinder macht für mich keinen Sinn. Für was arbeite ich dann?

    Für andere Menschen, die nicht deine leiblichen Kinder sind.
    Es ist schön, dass du in deinen Kindern Erfüllung gefunden hast. Problematisch wird es dort, wo du implizit unterstellst, dass dies die einzige sinnstiftende Form von Erfüllung sei. Ebenso schwingt die Annahme mit, dass die eigenen leiblichen Kinder grundsätzlich eine höhere Priorität haben müssten als andere Mitmenschen (oder Lebewesen). Diese Verengung halte ich für nicht nachvollziehbar. Sinn kann auf sehr unterschiedliche Weise entstehen und Verantwortung sowie Verbundenheit sind keineswegs auf die eigene Familie beschränkt.

  • Ad hominem. Ich bin beeindruckt. Viel Spaß noch.

    :/ – Niemand bestreitet, dass Studien des IW oder des IAB zeigen, dass durchschnittliche reale Einkommen und die Kaufkraft vieler Konsumgüter heute höher sind als früher. Daraus folgt aber nicht, dass sich die finanzielle Lebensrealität für breite Teile der Bevölkerung gleichermaßen verbessert hat oder dass die Wahrnehmung steigender Belastung irrational wäre.

    Die Einkommensverteilung ist eben doch relevant, als ökonomische Erklärung dafür, warum Durchschnittswerte die Alltagserfahrung vieler Menschen nur begrenzt abbilden.

    Wenn reale Einkommen im Durchschnitt steigen, gleichzeitig aber zentrale Ausgabenposten wie Wohnen, Eigentumserwerb oder Altersvorsorge deutlich schneller wachsen als Einkommen im unteren und mittleren Bereich, dann kann beides gleichzeitig wahr sein.

    Genau das zeigen übrigens auch dieselben Datensätze, auf die du dich berufst: Selbst im Artikel wird eingeräumt, dass sich niedrige Einkommen deutlich schwächer entwickelt haben und Teile des unteren Einkommensbereichs real sogar Kaufkraft verloren haben.

    Ein weiterer Punkt: Kaufkraftvergleiche anhand von Fernsehern oder Konsumgütern sind nur begrenzt aussagekräftig, weil diese Güter durch Globalisierung und technischen Fortschritt stark verbilligt wurden. Für die Lebensrealität entscheidender sind jedoch nicht substituierbare Fixkosten — insbesondere Wohnraum. Und hier zeigen nahezu alle Studien (OECD, Bundesbank, DIW), dass sich die Relation zwischen Einkommen und Immobilien- bzw. Mietkosten deutlich verschlechtert hat, gerade für jüngere Generationen.

    Deshalb ist die Einkommensschere nicht irrelevant: Sie erklärt, warum steigender Durchschnittswohlstand nicht gleichmäßig ankommt und warum Belastung zunehmen kann, ohne dass die Daten falsch wären.

    Übrigens: Meine Großeltern berichten, dass Konsumgüter früher teurer waren, aber grundlegende Lebensziele wie Wohneigentum oder Familiengründung mit einem Einkommen leichter erreichbar erschienen. Das widerspricht den Studien nicht, sondern zeigt lediglich, dass Wohlstand mehr ist als der Preis eines Fernsehers ;)

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  • Wenn reale Einkommen im Durchschnitt steigen, gleichzeitig aber zentrale Ausgabenposten wie Wohnen, Eigentumserwerb oder Altersvorsorge deutlich schneller wachsen als Einkommen im unteren und mittleren Bereich, dann kann beides gleichzeitig wahr sein.

    Schön geschrieben. Ist aber falsch.

    Zitat

    Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat zum besseren Vergleich den "Erschwinglichkeitsindex" eingeführt. Dieser gibt an, wie günstig Wohnimmobilien im Verhältnis zum verfügbaren Haushaltseinkommen sind. Dabei setzt die OECD die Hauspreise ins Verhältnis zum verfügbaren Pro-Kopf-Haushaltsnettoeinkommen. Dem Index zufolge war es in den achtziger und neunziger Jahren deutlich schwieriger als heutzutage, eine Immobilie zu erwerben. Am höchsten stand der Index 1981 – und zwar bei 115,5 Zählern. 2023 waren es dagegen 41 Zähler.


    Zitat von Einundzwanzig

    Übrigens: Meine Großeltern berichten, dass Konsumgüter früher teurer waren, aber grundlegende Lebensziele wie Wohneigentum oder Familiengründung mit einem Einkommen leichter erreichbar erschienen. Das widerspricht den Studien nicht, sondern zeigt lediglich, dass Wohlstand mehr ist als der Preis eines Fernsehers

    Könnte es vielleicht daran liegen, dass sich diese Generation für ein kleines Haus Jahrzehnte lang den Buckel krumm gemacht und auf Dinge verzichtet hat, die sich die heutige Wohlstandgesellschaft gar nicht mehr vorstellen kann? :/

    Zitat von Dr. Klein

    Frühere Generationen waren zum Teil eher bereit, auf teure Anschaffungen zu verzichten. Das meint etwa Matthias Zetzl, Spezialist für Baufinanzierung der Finanzberatung Dr. Klein. "Früher sind es wahrscheinlich deutlich weniger Menschen gewesen, die in Urlaub gefahren sind, vor allem in hochpreisige Urlaube, die 6.000 bis 7.000 Euro kosten. Damals hat man auch nur ein Auto gehabt." Wenn man sich eine Immobilie kaufe, müsse man halt Kompromisse machen, fügt er hinzu.

  • Das verbreitete Gefühl, das Leben in Deutschland sei heute schwerer finanzierbar als früher, ist nach den vorliegenden Daten nicht haltbar. Es entsteht häufig aus einer verzerrten Wahrnehmung der Vergangenheit und einer unzureichenden Kenntnis der damaligen Lebensverhältnisse.

    Auch wenn Du stets bemüht bist, sehr faktenfundiert und wissenschaftlich begründet zu wirken, ist das leider sehr häufig nicht der Fall. So auch hier. Was Du schreibst, ist bei genauer Faktenkenntnis einfach nicht haltbar. Hier gibt es z. B. ein wenig reale Informationen: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/immobilien-eigenkapital-millennials-babyboomer-100.html#:~:text=Mehr%20als%20drei%20Jahresgehälter%20nötig,es%20mehr%20als%20drei%20Jahresgehälter.

  • Schön geschrieben. Ist aber falsch.

    Zum Thema Wohnen:

    Entwicklung der Mietbelastungsquote in Deutschland (ca. 1980–2024)

    Definition: Die Mietbelastungsquote = Anteil des Haushaltsnettoeinkommens, der für Miete (meist Bruttokaltmiete) ausgegeben wird.

    ZeitraumDurchschnittliche Mietbelastung
    1980er Jahreca. 15–18 %
    1990–1995ca. 18–20 %
    2000ca. 20–21 %
    2010ca. 22–23 %
    2015ca. 23–24 %
    2020ca. 24–25 %
    2022ca. 27,8 %
    2024ca. 24–25 %

    Quellen:

    https://www.destatis.de/DE/Presse/Pres…_129_12_63.html

    https://www.bpb.de/shop/zeitschri…ik-deutschland/

    Gerade untere Einkommen leiden darüber hinaus überproportional stark in den letzten Jahren, da in diesem Bereich die Löhne und Gehälter geringer gestiegen sind.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Das ist genauso unaussagekräftig. Wenn man hier eine vernünftige Aussage treffen möchte, muss man den Quadratmeterpreis inflationsbereinigt mit den Reallöhnen ins Verhältnis setzen. Wenn es um den Hauskauf und nicht die Miete geht, nimmt man noch das Zinsniveau mit rein. Dann ist man beim OECD Erschwinglichkeitsindex.

    https://www.google.com/amp/s/de.stati…wohnimmobilien/

    Das ist aber nach meinem Verständnis nur der Durchschnitt. Das bedeutet dann noch nicht, dass es für kleine Einkommen nicht doch schwerer sein kann, Wohneigentum zu erwerben oder zu mieten.

    Meine persönliche Meinung als Papa in der Familienbubble. Unsere Bekannten und Freunden verdienen in der Regel weniger als wir. Fahren trotzdem geleaste dickere Autos. Haben die schickeren Handys und machen die spektakuläreren Urlaube. Irgendwie geht es. Das dann kein EK für ne Immobilie drin ist, oder ein Auto einfach mal bar zu zahlen, wundert mich nicht. Aber das muss ja auch nicht der Lebenszweck sein. Jeder Jeck ist anders. Muss ja nicht jeder der "Millionaire Next Door" werden. Nur das ständige Gejammer, fällt mir wirklich schwer zu ertragen.

  • Jetzt sind wir also nicht mehr beim Eigentum, sondern bei Mietobjekten? Hast du nun eingesehen, dass Eigentum früher schwieriger zu finanzieren war? :/

    Woran könnte es denn liegen, dass die Menschen heute mehr Geld ausgeben für Miete?

    Könnte es vielleicht daran liegen, dass seit Jahrzehnten die Wohnfläche pro Person kontinuierlich und überproportional steigt und heute deutlich anders gelebt wird?:/

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ver…roesse-100.html

    https://www.iwd.de/artikel/groesser-wohnen-489720/

  • Nur das ständige Gejammer, fällt mir wirklich schwer zu ertragen.

    Jammern und äußere Umstände verantwortlich zu machen ist deutlich einfacher, als sich selbst kritisch zu hinterfragen und an der eigenen Situation zu arbeiten.

    Bei gesunden Menschen in Deutschland liegen die Ursachen meiner Erfahrung nach fast immer im eigenen Verhalten: Konsum, Weiterbildung, Einsatzbereitschaft.

    Wer sich aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet hat, empfindet dieses permanente Gejammer schlicht als schwer erträglich.

  • Woran könnte es denn liegen, dass die Menschen heute mehr Geld ausgeben für Miete?

    Könnte es vielleicht daran liegen, dass seit Jahrzehnten die Wohnfläche pro Person kontinuierlich und überproportional steigt und heute deutlich anders gelebt wird?

    Vllt solltest du deine eignenen Quellen lesen ^^

    "Anders als im bundesweiten Durchschnitt sind die Wohnflächen in den Großstädten aufgrund des vergleichsweise geringen Angebots an Wohnraum, das auf eine große Nachfrage trifft, seit dem Jahr 2012 gesunken. So betrug die Pro-Kopf-Wohnfläche in Großstädten im Jahr 2010 noch knapp 45 Quadratmeter, 2017 waren es dann schon weniger als 43. ..."

    Die Tagesschauquelle ist ja mal hart sinnlos in dem Kontext da dort nicht zwischen Eigentum und Miete unterschieden wird. Meine Eltern wohnen im Eigentum auf ca 250m², ich zur Miete in 75m². Zudem können sich Mieter ja die Größe der Wohnung nur bedingt aussuchen. Man nimmt was man kriegen kann, oft sind das sogar die größeren weil sich diese nicht so viele Konkurenten leisten können.

  • Vllt solltest du deine eignenen Quellen lesen ^^

    "Anders als im bundesweiten Durchschnitt sind die Wohnflächen in den Großstädten aufgrund des vergleichsweise geringen Angebots an Wohnraum, das auf eine große Nachfrage trifft, seit dem Jahr 2012 gesunken. So betrug die Pro-Kopf-Wohnfläche in Großstädten im Jahr 2010 noch knapp 45 Quadratmeter, 2017 waren es dann schon weniger als 43. ..."

    Na dann können die Leute doch einfach alle wieder aufs Land ziehen, wie in den 80ern. Dann wäre es doch vergleichbar, oder?:rolleyes:

    Argumente, die auf Lifestyle-Inflation und individuellen Präferenzen beruhen, sind absurd. Erstaunlich, was man alles tut, um das eigene Weltbild zu rechtfertigen und sich nicht anstrengen zu müssen.

    Übrigens: Das ständige Gerede vom fehlenden bezahlbaren Wohnraum in Großstädten nervt mich extrem. Ganz ehrlich: Wer zwingt jemanden dazu, dort zu studieren oder zu wohnen?:/

  • Witzige Kämpfe die hier ausgetragen werden :)

    Kinder kosten (die Eltern) definitiv Geld in Deutschland. Ich bin Beamter mit 2 Kindern und entsprechenden Familienzuschlägen, daher bin ich da (leider) privilegiert im Vergelich zu anderen.

    Meine Kinder sind (aus Überzeugung - da ich eigentlich Anhänger einer Bürgerversicherung bin) gesetzlich krankenversichert, wir wohnen in einer 60.000 Einwohner-Stadt, haben keine Hebamme bekommen, keinen Kinderarzt in der Nähe, ein Kind braucht psychologische Hilfe die noch schwerer und mit viel Leid aufzutrteiben war, der Kindergarten kostet hier im Gegensatz zu anderen Bundesländern, meine Kinder mussten in Klassen mit 30+ Kindern (obwohl der Klassenteiler niedriger ist) da das Schulsystem m.E. vor die Hunde geht (ganz abgesehen davon, dass es generell überdacht werden sollte).

    Viele Kinder von "Stützen-Familien" habe wenig Chancen sozial aufzusteigen, zwar besser als in anderen Ländern, aber man kann es besser machen.

    Ich habe manchmal nicht den Eindruck, in einem kinderfreundlichen Land zu leben und bin der Meinung (komme nun aufs Thema zurück), dass dem Staat Kinder nicht teuer genug sind und er sich das mehr kosten lassen sollte (bzw. das besser organisieren und machen sollte). Wie?! Das ist die große Frage.

  • Viele Kinder von "Stützen-Familien" habe wenig Chancen sozial aufzusteigen, zwar besser als in anderen Ländern, aber man kann es besser machen.

    Ich muss immer wieder an die Nachkriegsgeneration denken, der wir das Wirtschaftswunder zu verdanken haben. Jene Generation, die dieses Land aus einem Trümmerfeld zu einer der reichsten Nationen der Welt aufgebaut hat. Zahlreiche Patente, Weltmarktführer, das „Land der Dichter und Denker“, die besten Maschinen und Autos,...

    Und das alles größtenteils unter Bedingungen, die heute kaum vorstellbar sind: Schulklassen mit Altersstufen von sieben bis fünfzehn Jahren, fehlende Bücher, nach der Schule Mithilfe auf dem Hof, knappe Nahrung, kein Geld für irgendetwas. Viele waren vom Krieg traumatisiert, verwundet oder verstümmelt. Ein ganzes Land am Abgrund.

    Und heute scheitern gesunde Menschen trotz Unterstützung daran, sich etwas aufzubauen. Manchmal frage ich mich, ob es uns zu gut geht und ob echte Not nicht doch der stärkste Motor für Erfindergeist und Leistungsbereitschaft ist.

  • Irving das war einfach andere Zeiten. Und ja Wohlstand hat eben auch die von dir aufgezeigte Kehrseite.

    *ironie-on* Wenn dem Berliner heute Bomben auf den Kopf fallen würden und er in einem Trümmerfeld zu Hause wäre, mit einer schlechten Prothese um die Ecke humpelnd, wäre die Qualität des Chai-Latte wohl nicht oberste Priorität. *ironie-off*

    Wenn ich die Genereationen vor mir Frage (80+) wären die schon über ein wenig mehr Hilfe dankbar gewesen. "Kinder kriegen die Leute immer" ... wird Adenauer zugeschrieben, das ist halt nun unter Merz nicht mehr so selbstverständlich. Kinder hat Merz glaub noch nicht so dolle beschimpft (wie Bürgergeldis und faule Work-Life-Balance-Arbeitnehmer), aber die Woche ist ja noch jung :).