Elterngeld Plus ab Juli 2015

So machen Sie mehr aus Ihrem Elterngeld

Das Wichtigste in Kürze

  • Mütter und Väter bekommen Elterngeld, falls sie ihr Kind in den ersten 14 Monaten selbst betreuen und deshalb nicht oder nur in Teilzeit arbeiten.
  • Das Elterngeld beläuft sich auf mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro im Monat.
  • Zwölf Monate lang gibt es das Basis-Elterngeld. Den Eltern stehen gemeinsam insgesamt 14 Monate zu, sofern sich beide an der Betreuung beteiligen. Ein Elternteil kann dabei mindestens zwei und höchstens zwölf Monate für sich in Anspruch nehmen.
  • Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren werden, können zwischen Elterngeld und Elterngeld Plus wählen oder beides kombinieren. Sie können dann bis zu 36 Monate lang staatliche Leistungen beziehen.

So gehen Sie vor

  • Klären Sie frühzeitig, wer das Kind betreuen wird und wie Sie die Elternzeit aufteilen wollen.
  • Besorgen Sie sich rechtzeitig vor der Geburt den Antrag für Elterngeld des Bundeslandes, in dem Sie wohnen. Nutzen Sie unsere Checkliste.
  • Nutzen Sie den Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums, um Ihr persönliches Elterngeld zu berechnen und zu planen.
  • Lassen Sie sich beraten, welche Variante für Sie am günstigsten ist: Elterngeld allein, Elterngeld kombiniert mit Elterngeld Plus oder nur Elterngeld Plus.
  • Der verheiratete Elternteil, der das Kind nach der Geburt überwiegend betreuen wird, sollte so früh wie möglich in Steuerklasse III wechseln – Mütter mindestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes, Väter mindestens sieben Monate vor der Geburt. Dadurch erhöht sich das Nettoeinkommen, das für die Berechnung des Elterngeldes entscheidend ist.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie über Änderungen beim Elterngeld immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Wer gerade ein Kind bekommen hat, für den ist es schwer, rasch wieder in den beruflichen Alltag zurückzukehren. Denn es ist fast unmöglich, für Kinder unter einem Jahr einen Betreuungsplatz zu bekommen. Deshalb gibt es neben dem Kindergeld noch das Elterngeld. Damit soll der Verdienstausfall von Müttern oder Vätern ausgeglichen werden, die nicht arbeiten können, weil sie sich um ihr Kind kümmern.

Seit dem 1. Juli 2015 können sich Paare zusätzlich zum Elterngeld für oder gegen das Elterngeld Plus entscheiden. Statt höchstens 14 Monate sind mit dem Elterngeld Plus für Mütter und Väter bis zu 36 Monate Unterstützung vom Staat drin. Das Bundesfamilienministerium berichtet, dass sich 28 Prozent der Eltern im dritten Quartal 2017 für Elterngeld Plus entschieden haben.

Wer hat Anspruch auf Elterngeld?

Mütter und Väter haben gleichermaßen Anrecht auf Elterngeld, wenn sie ihr Kind nach der Geburt selber betreuen und mit ihm in einem Haushalt in Deutschland leben – egal, ob sie angestellt sind oder als Freiberufler oder Selbstständige arbeiten.

Auch Ehe- oder Lebenspartner, die mit dem Kind in einem Haushalt leben, können Elterngeld beantragen – selbst wenn es nicht ihr leibliches Kind ist, um das sie sich kümmern.

Eltern bekommen allerdings kein Elterngeld, wenn sie ihr Kind während des bezahlten Urlaubs betreuen, ohne richtige Elternzeit zu nehmen. Arbeitnehmer können nicht doppelt kassieren und zusätzlich vom Staat Elterngeld bekommen, auch nicht den Sockelbetrag von 300 Euro (BSG, Urteil vom 15. Dezember 2015, Az. B 10 EG 3/14 R).

Spitzenverdiener - Eltern, die gemeinsam ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 500.000 Euro im Jahr vor der Geburt des Kindes hatten, erhalten kein Elterngeld (§ 1 Abs. 8 BEEG). Für Alleinerziehende entfällt der Anspruch ab mehr als 250.000 Euro. Berücksichtigt werden beim zu versteuernden Einkommen nicht nur Einkünfte als Arbeitnehmer oder Selbstständiger, sondern auch Einkommen etwa als Vermieter (§ 2 Abs. 5 EStG).

Arbeitslosengeld-I-Empfänger - Sie erhalten zusätzlich zum Arbeitslosengeld den Sockelbetrag von 300 Euro. Auch Studenten, Auszubildende sowie Hausfrauen und Hausmänner erhalten diesen Mindestbetrag.

Arbeitslosengeld-II-Empfänger - ALG-II-Empfänger erhalten zwar Elterngeld, doch wird es vollständig als Einkommen angerechnet (§ 10 Abs. 5 BEEG). Monatlich haben sie damit genauso viel Geld zur Verfügung wie ohne Elterngeld, da sie dann weniger Arbeitslosengeld II bekommen. Die Anrechnung ist gerichtlich überprüft und für verfassungsgemäß erklärt worden (LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 12. März 2013, Az. L 6 AS 623/11).

Ausländische Eltern - Nicht nur Deutsche, sondern auch Ausländer haben Anrecht auf Elterngeld, wenn sie in Deutschland wohnen und berechtigt sind, hier zu arbeiten. Das gilt für alle, die aus EU-Ländern oder der Schweiz stammen. Andere Ausländer bekommen dann Elterngeld, wenn sie einen Aufenthaltstitel haben, mit dem sie dauerhaft in Deutschland arbeiten dürfen. Wer also nur ein Studentenvisum, eine befristete Arbeitserlaubnis hat oder Asyl genießt, bekommt kein Elterngeld.

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Wie beantragt man Elterngeld?

Sie müssen bei der zuständigen Elterngeldstelle einen Antrag auf Elterngeld stellen. Dazu brauchen Sie das richtige Formular. Jedes Bundesland hat ein eigenes. Sie finden den für Sie relevanten Antrag online auf der Webseite des Familienministeriums. Bis zu sechs Wochen vor dem geplanten Geburtstermin können Sie zum Beispiel in Bayern den Antrag online ausfüllen. Alle weitern Unterlagen können Sie später einreichen.

Die Stelle für Elterngeld ist meist beim Versorgungsamt, beim Amt für Soziales oder beim Jugendamt angesiedelt. Eine genaue Übersicht findet sich hier.

Elterngeld wird höchstens drei Monate rückwirkend gezahlt. Deshalb sollten Sie sich nicht viel Zeit lassen, um die Unterlagen auszufüllen. Sie müssen im Formular angeben, welcher Elternteil für welche Zeiträume Elterngeld beantragt. Die Aufteilung können Sie im Nachhinein einmal problemlos ändern, in Härtefällen auch ein zweites Mal. Beide Elternteile müssen den Antrag unterschreiben, es sei denn ein Elternteil ist allein sorgeberechtigt.

Um finanzielle Nachteile zu vermeiden, sollten Sie Elterngeld nicht nach Kalendermonaten beantragen.  

Beispiel: Das Kind ist am 17. Oktober 2017 auf die Welt gekommen. Wer das Elterngeld ab November 2017 beantragt, dem wird das Einkommen vom 17. Oktober bis Ende Oktober voll auf das Elterngeld angerechnet. Deshalb ist es besser, Elterngeld ab dem 17. Oktober 2017 zu beantragen.

Ergeben sich nach der Antragstellung Änderungen, die für die Berechnung des Elterngelds wichtig sind, müssen Sie diese der Elterngeldstelle sofort mitteilen. Dazu gehört jedes Einkommen, das Sie verdienen, während Sie Elterngeld erhalten.

Checkliste: Diese Unterlagen brauchen Sie zum Elterngeldantrag

  • vollständig ausgefülltes Elterngeld-Formular
  • Geburtsbescheinigung des Kindes
  • Kopie des Personalausweises der Eltern
  • Einkommensnachweis: Gehaltsabrechnung für Angestellte, Steuerbescheid des Jahres vor der Geburt oder eine Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung für Selbstständige
  • Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld
  • Bescheinigung über den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld
  • Arbeitgeberbescheinigung zur gewährten Elternzeit

Elternzeit gleich Elterngeld?

Um einen Anspruch auf Elterngeld zu haben, müssen Sie keine Elternzeit nehmen. Auch Hausfrauen, Studenten und Selbstständige können Elterngeld erhalten: Sie alle haben keinen Arbeitgeber, bei dem sie die Elternzeit anmelden müssten.

Angestellte dagegen müssen ihren Anspruch auf Elternzeit geltend machen, um ihre Arbeitszeit zu reduzieren und das Elterngeld zu bekommen. Die Elternzeit muss spätestens sieben Wochen vor ihrem geplanten Beginn angemeldet werden.

Wieviel Elterngeld gibt es?

Das Elterngeld beträgt 65 bis 100 Prozent dessen, was der Elternteil vor der Geburt netto verdient hat. Dabei gibt es eine Untergrenze von mindestens 300 Euro und eine Obergrenze von höchstens 1.800 Euro pro Monat. Wer vor der Geburt nicht berufstätig war und keine staatliche Unterstützung bekommen hat, bekommt den Mindestsatz von 300 Euro, den sogenannten Sockelbetrag (§ 2 Abs. 4 BEEG).

Die Elterngeldstelle berechnet die voraussichtliche Höhe Ihres Elterngeldes nicht vorab. Dafür stellt Ihnen das Familienministerium einen Elterngeldrechner zur Verfügung. Dort gibt es einen Schnellrechner sowie einen Rechner mit Planer.

Um das Elterngeld zu berechnen, werden vom durchschnittlichen Bruttoeinkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt Pauschalen für Steuern und Sozialabgaben abgezogen. Als Werbungskosten wird der jährliche Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro angesetzt.

Was übrig bleibt, ist das Nettoeinkommen, das als Berechnungsgrundlage für das Elterngeld dient. Dieser Betrag ist nicht identisch mit dem Nettogehalt, das auf den Gehaltsnachweisen steht. Als Einkommen gilt dabei nur der in Deutschland versteuerte Arbeitsverdienst.

Provisionen -  Hat der Arbeitgeber im Bemessungszeitraum vor der Geburt des Kindes Provisionen gezahlt, können diese das Elterngeld erhöhen, falls das Unternehmen sie als laufenden Arbeitslohn gezahlt hat. Quartalsprovisionen erhöhen das Elterngeld nicht, da der Arbeitgeber gerade nicht laufend, sondern quartalsweise als sonstige Bezüge zahlt (§ 2c Abs. 1 Satz 2 BEEG). Provisionen, die der Arbeitgeber als sonstige Bezüge gezahlt hat, erhöhen das Elterngeld nicht (BSG, Urteil vom 14. Dezember 2017, Az. B 10 EG 7/17 R u.a.).

Einmalzahlungen - Jährlich einmal gezahltes Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhöht das Elterngeld nicht. Diese Gelder bleiben bei der Berechnung als sonstige Bezüge außer Betracht. Dies hat der 10. Senat des Bundessozialgerichts am 29. Juni 2017 entschieden (Az. B 10 EG 5/16 R). Ebenso wenig erhöhen bestimmte andere Leistungen das Elterngeld: Lohnersatzleistungen wie Streikgeld, Krankengeld oder Arbeitslosengeld I. Auch Kapitalerträge oder Mieteinnahmen bleiben außen vor.

Sonderfall Selbstständige - Bei Selbstständigen ist die Berechnungsgrundlage das Jahreseinkommen aus dem Jahr vor der Geburt. In den letzten Monaten vor der Schwangerschaft noch mal besonders viel zu arbeiten, lohnt sich also nur dann, wenn das Kind Anfang des Jahres geboren wird.

Abstufungen und Bemessungsgrenze - Wer weniger als 1.200 Euro pro Monat verdient, bekommt 67 Prozent des Nettolohns ausgezahlt. Wer mehr verdient, erhält stufenweise prozentual weniger, mindestens aber 65 Prozent. Ab einem Einkommen von 2.770 Euro ist die Bemessungsgrenze erreicht. Dann erhält der Elternteil den Höchstsatz von 1.800 Euro – das entspricht 65 Prozent. Alles, was darüber hinaus verdient wurde, bleibt unberücksichtigt. Für diejenigen mit einem besonders niedrigen Verdienst von weniger als 1.000 Euro erhöht sich das Elterngeld. Für je 20 Euro, die das Einkommen unter 1.000 Euro liegt, steigt das Elterngeld um einen Prozentpunkt an.

Beispiele: Bei einem Verdienst von 1.000 Euro beträgt das Elterngeld 67 Prozent. Haben Vater oder Mutter vor der Geburt des Kindes 980 Euro netto verdient, zahlt der Staat 68 Prozent davon als Elterngeld. Bei einem Nettoverdienst von 340 Euro liegt das Elterngeld bei 100 Prozent; das heißt, der Staat zahlt in diesen Fällen das frühere Nettoeinkommen als Elterngeld.

Geschwisterbonus - Wer schon ältere Kinder hat, hat meist vor der Geburt des jüngsten Kindes weniger gearbeitet. Deshalb gibt es einen Geschwisterbonus, sofern neben dem neuen Kind mindestens ein Geschwisterkind unter drei Jahren oder zwei Geschwisterkinder unter sechs Jahren da sind. Dieser Bonus beträgt 10 Prozent des Elterngelds, mindestens aber 75 Euro (§ 2a Abs. 1 BEEG).

Eltern von Zwillingen oder Drillingen erhalten monatlich pauschal 300 Euro zusätzliches Elterngeld für das zweite und jedes weitere Kind (§ 2a Abs. 4 BEEG). Das heißt Mehrlingszuschlag.

Bei der Einkommensermittlung werden Monate nicht mitgezählt, in denen Sie für ein älteres Kind Elterngeld bezogen und deshalb nicht oder weniger verdient haben. Bekommen Sie also innerhalb eines Jahres ein zweites Kind, wird zur Berechnung des Elterngelds für das Jüngste das Einkommen zugrunde gelegt, das Sie vor der Geburt des ersten Kindes verdient haben.

Wie lässt sich das Elterngeld optimieren?

Je höher Ihr Nettogehalt vor der Geburt Ihres Kindes ist, desto höher ist Ihr Anspruch auf Elterngeld. Mit ein paar Kniffen lässt sich dieses Einkommen vergrößern.

Steuerklasse wechseln - Erwarten Sie ein Kind und sind Sie verheiratet, sollte der Elternteil, der das Kind nach der Geburt überwiegend betreut, so früh wie möglich die Steuerklasse III wählen. Dadurch erhöht sich das Nettoeinkommen.

Bei der Berechnung des Elterngeldes wird die Steuerklasse zugrunde gelegt, die am längsten vor dem Bezug von Elterngeld genutzt wurde. Mütter müssen mindestens sieben Monate vor dem Mutterschutz, Väter mindestens sieben Monate vor der Geburt des Kindes wechseln, um sich diesen Vorteil zu sichern. Sie zahlen dann zwar mehr Steuern, das höhere Elterngeld gleicht das aber mehr als aus.

Außerdem können Sie sich einen guten Teil über Ihre Einkommensteuererklärung zurückholen. Eine Änderung der Steuerklasse ist problemlos auch mitten im Jahr möglich – spätestens jedoch bis zum 30. November. Wenden Sie sich dazu einfach an Ihr zuständiges Finanzamt.

Selbstständige - Selbstständige haben noch eine weitere Möglichkeit, um ihr Nettoeinkommen vor der Geburt zu steigern: Als Einkommen gilt bei ihnen der Gewinn, also das, was nach Abzug der Ausgaben vom Umsatz übrig bleibt. Wer weniger Ausgaben geltend macht, erzielt automatisch ein höheres Einkommen und erhält damit mehr Elterngeld.

Wie lange gibt es Elterngeld?

Das klassische Elterngeld wird grundsätzlich zwölf Monate lang gezahlt. Wenn beide Eltern für die Kinderbetreuung eine Auszeit von mindestens zwei Monaten nehmen, werden zwei zusätzliche Monate bezahlt. Sie bekommen dann insgesamt 14 Monate Elterngeld. Sie können die Monate frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann dabei mindestens zwei und höchstens zwölf Monate für sich in Anspruch nehmen.

Mütter, die vor der Geburt gearbeitet haben, bekommen in der Praxis nur zehn Monate lang Elterngeld, denn ihr Mutterschaftsgeld wird voll angerechnet. Es nützt auch nichts, wenn der Vater die ersten zwei Monate übernimmt und die Mutter vom dritten bis zum 14. Monat für die Betreuung zuständig ist – mit dem Mutterschaftsgeld werden zwei der maximal zwölf Monate bezahlter Erziehungszeit abgegolten.

Partnermonate - Sie und Ihr Partner können völlig frei untereinander aufteilen, wer sich wann um das Baby kümmert. Sie können entweder zwölf Monate am Stück Elterngeld beziehen oder alle paar Monate wechseln. Eltern, die sich gemeinsam um ihr Kind kümmern wollen, können auch gleichzeitig Elterngeld beziehen. Es bleibt aber trotzdem bei höchstens 14 Monaten Basis-Elterngeld, das womöglich für beide gleichzeitig nur sieben Monate lang ausgezahlt wird.

Umgekehrt können Sie das Elterngeld auch in halber Höhe über zwei Jahre beziehen. Kommen dann noch die Partnermonate dazu, sind Sie bei insgesamt 28 halben Monatsbeträgen, abzüglich der Mutterschutzzeit.

Die zwei zusätzlichen Partnermonate kann nur in Ausnahmefällen derjenige übernehmen, der sich bereits zwölf Monate lang um das Kind gekümmert hat. Nämlich dann, wenn der Partner schwer krank oder behindert ist und sich nicht um das Kind kümmern kann.

Alleinerziehende können allein bis zu 14 Monate lang Basis-Elterngeld beziehen. Bedingung ist, dass das Kind ausschließlich bei dem Elternteil in der Wohnung lebt, der auch das Sorgerecht hat.

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Was ist Elterngeld Plus?

Wer am 1. Juli 2015 oder später ein Kind bekommt, kann neben dem Elterngeld das neue Elterngeld Plus in Anspruch nehmen. Die Neuregelung beinhaltet auch einen Partnerschaftsbonus sowie eine flexiblere Regelung zur Elternzeit.

Das Elterngeld Plus soll den früheren Wiedereinstieg in eine Teilzeitbeschäftigung für junge Eltern attraktiver machen. Elterngeld Plus können Sie bei Teilzeit bis 30 Wochenstunden doppelt solange beziehen wie das herkömmliche Elterngeld. Es ist allerdings auch nur höchstens halb so hoch wie das Elterngeld ohne Tätigkeit. Aus einem Elterngeld-Monat werden zwei Elterngeld-Plus-Monate. Als Eltern und Alleinerziehende können Sie dies gleichermaßen nutzen und statt bisher längstens 14 Monate Elterngeld in Teilzeit 28 Monate Elterngeld Plus erhalten. Bezug von Mutterschaftsgeld wird allerdings auch in diesem Fall angerechnet.

Als Partnerschaftsbonus erhalten Sie auf Antrag jeweils vier zusätzliche Elterngeld Plus Monate, wenn Sie beide in diesem Zeitraum zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche arbeiten. Alleinerziehende können ebenfalls vier zusätzliche Monate Elterngeld Plus erhalten.

Das herkömmliche Elterngeld gibt es weiterhin. Sie können kombinieren: So kann die Mutter beispielsweise für sechs Monate komplett pausieren und das volle Basis-Elterngeld erhalten, danach für zwölf Monate Teilzeitarbeit das Elterngeld Plus mit halbem Bezug bekommen. Der Vater kann zwei Monate Basis-Elterngeld oder vier Monate Elterngeld Plus erhalten.

Natürlich kann auch der Vater die längere Phase pausieren und die Mutter entsprechend kürzer. Im Anschluss können Sie beide jeweils vier Monate gleichzeitig das Elterngeld Plus beziehen. Mehr zum Elterngeld Plus lesen Sie in einer Broschüre des Familienministeriums zum Elterngeld Plus.

Was für Sie am günstigsten ist, hängt von Ihrer beruflichen Situation ab. Lassen Sie sich beraten, wie Sie die Elternzeit am besten organisieren. Wenden Sie sich dazu an einen Lohnsteuerhilfeverein in Ihrer Nähe oder an die zuständige Elterngeldstelle an Ihrem Wohnort. Einen ersten Überblick können Sie sich mit dem Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums verschaffen.

Wie wirkt sich zusätzliches Einkommen auf das Elterngeld aus?

Wenn Sie Geld hinzuverdienen, wird Ihnen das klassische Elterngeld entsprechend gekürzt. Denn es soll den Verdienstausfall wegen der Betreuung des Kindes ersetzen und nicht zusätzlich zum Einkommen gezahlt werden. Es gibt keinen Freibetrag, der anrechnungsfrei wäre.

Angestellte in Teilzeit - Eltern dürfen, während sie Elterngeld beziehen, in Teilzeit bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten. Finanziell lohnt sich das beim klassischen Elterngeld allerdings kaum, denn der Verdienst wird voll angerechnet.

Etwas anderes gilt, wenn der Arbeitgeber zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld zahlt oder einen Bonus zur Hochzeit. Das sind sonstige Bezüge, die die Elterngeldstelle nicht anrechnen darf – selbst wenn sie im Rahmen eines Minijobs pauschal versteuert werden (BSG, Urteil vom 8. März 2018, Az. B 10 EG 8/16 R).

Wie sich die Anrechnung des Einkommens auf das Elterngeld auswirkt, sehen Sie am folgenden Beispiel.

Beispiel Basis-Elterngeld: Vor der Geburt verdiente ein Vater 2.000 Euro netto im Monat. Sein voller Basis-Elterngeldanspruch liegt bei 65 Prozent dieses Verdienstes, also bei monatlich 1.300 Euro oder 15.600 Euro, wenn er zwölf Monate zu Hause bliebe.

Beispiel Basis-Elterngeld mit Teilzeit: Arbeitet der Vater nach sechs Monaten wieder in Teilzeit, bekommt er für die ersten sechs Monate insgesamt 7.800 Euro Elterngeld. Verdient er mit dem Teilzeitjob 1.000 Euro, bekommt er als Ersatz für die weniger verdienten 1.000 Euro 65 Prozent von diesen, also 650 Euro, als Elterngeld.

Unter dem Strich hat er mit der Teilzeitarbeit also 1.650 Euro in der Tasche. Auf das Jahr gerechnet bekommt er 7.800 Euro an Elterngeld für das erste Halbjahr und 3.900 Euro für das zweite Halbjahr (6 x 650 Euro), insgesamt also 11.700 Euro. Wäre er zuhause geblieben, hätte er fast 4.000 Euro mehr staatliche Unterstützung erhalten.

Achtung: Wenn Sie etwas dazu verdienen, während Sie Elterngeld beziehen, müssen Sie das unbedingt melden. Andernfalls droht Ihnen ein Bußgeld.

Das Elterngeld Plus dient vor allem dazu, Eltern zu unterstützen, die früher wieder Teilzeit arbeiten möchten. Bei dieser Variante kann der Vater oder die Mutter arbeiten und Elterngeld bekommen, ohne dass die Familie auf die staatliche Unterstützung verzichten müsste.

Beispiel Elterngeld Plus mit Teilzeit: Wählt der Vater in unserem Beispiel für seine Teilzeittätigkeit Elterngeld Plus, erhält er im ersten Halbjahr wie bisher monatlich 1.300 Euro, insgesamt 7.800 Euro Elterngeld. Mit dem Elterngeld Plus erhält er aber nunmehr für zwölf Monate die Hälfte des vollen Elterngeldanspruchs, also monatlich 650 Euro, insgesamt nochmal 7.800 Euro, aber auf zwölf Monate verteilt. Für 18 Monate erhält er insgesamt in der Höhe den vollen Elterngeldanspruch und verliert die staatliche Unterstützung durch die Teilzeittätigkeit nicht. Die Elterngeld-Plus-Variante ist günstiger für ihn.

Selbstständige - Sind Sie selbstständig, kommt es beim Zuverdienst darauf an, was Sie an Gewinn erwirtschaften. Wenn Sie etwa weiterhin Ihr Büro unterhalten und dafür Miete bezahlen, können Sie diesen Betrag von Ihrem Umsatz abziehen.

Bleibt nach Abzug aller Kosten ein Gewinn übrig, wird dieser mit dem Elterngeld verrechnet. Viele Selbstständige stehen vor dem Problem, dass Kunden ihre Rechnungen spät bezahlen – womöglich dann, wenn das Kind schon einige Monate auf der Welt ist und sie Elterngeld beziehen. Auch solche verspäteten Zahlungen werden voll auf das Elterngeld angerechnet.

Entscheidend ist nicht das Datum, das auf der Rechnung steht, sondern der Zeitpunkt, zu dem das Geld auf dem Konto eingeht. Sie können also nur Ihre Kunden darum bitten, die Zahlung auf einen Zeitpunkt zu verschieben, in dem Sie kein Elterngeld erhalten.

Wird Elterngeld besteuert?

Elterngeld ist steuerfrei, es wird selber nicht besteuert. Allerdings wird es eingerechnet, wenn es um die Höhe Ihres individuellen Steuersatzes geht. Es unterliegt also dem sogenannten Progressionsvorbehalt.

Dabei wird Ihr Elterngeld zum zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet, und auf der so erhöhten Einkommensbasis wird der Steuersatz für Ihre Einkommensteuer ermittelt. Dieser Steuersatz wird dann auf Ihr zu versteuerndes Einkommen (ohne Elterngeld) angewendet.

Die Daten über das in einem Kalenderjahr gezahlte Elterngeld übermittelt die Elterngeldstelle bis zum 28. Februar des Folgejahres an die Finanzverwaltung. Sie bekommen über die erhaltenen Leistungen keine Bescheinigung in Papierform.

Wie sind Elterngeld-Empfänger kranken- und rentenversichert?

Sie müssen aus dem Elterngeld keine Abgaben für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Während der Elternzeit bleiben Sie dennoch vollständig krankenversichert.

Sind Sie dagegen freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichert, müssen Sie grundsätzlich weiterhin Beiträge zahlen. Ausnahme: Liegen ohne die freiwillige Versicherung die Voraussetzung für eine Familienversicherung vor, dann sind Sie beitragsfrei (§ 8 Abs. 6 Satz 1 Beitragsverfahrensgrundsätze Selbstzahler). Sind Sie privat krankenversichert, müssen Sie weiterhin Beiträge zahlen.

Sie müssen vom Elterngeld keine Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung abführen. Bei der gesetzlichen Rente schlägt die Zeit, in der Sie Elterngeld beziehen, als Kindererziehungszeit zu Buche. Wenn Sie also zum Zwecke der Kinderbetreuung beim Nachwuchs zu Hause bleiben, brauchen Sie deshalb keine Lücke innerhalb der Rentenversicherung zu befürchten. 

Das gilt aber immer nur für den Elternteil, der das Kind überwiegend erzieht. Erziehen Sie Ihr Kind gemeinsam, hat grundsätzlich die Mutter Anspruch auf die Kindererziehungszeit. Soll sie der Vater erhalten, benötigt die Rentenversicherung eine gemeinsame, übereinstimmende Erklärung hierfür. Wichtig: Das gilt immer nur für die Zukunft und für maximal zwei Monate rückwirkend.

Wer hat Anspruch auf Landeserziehungsgeld?

Das Landeserziehungsgeld ist eine freiwillige Anschlussleistung an das Elterngeld. Das gibt es nur in Bayern und Sachsen. Frühestens ab dem 13. Lebensmonat des Kindes gewähren diese Länder das Erziehungsgeld, jedoch nicht vor Ablauf des letzten Auszahlungsmonats des Elterngeldes.

Maßgeblich ist die letzte Zahlung, unabhängig davon, welcher Elternteil diese erhält oder erhalten hat. Dies gilt auch bei der Zahlung von Elterngeld Plus. Landeserziehungsgeld wird längstens bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes gezahlt. Die Voraussetzungen für den Erhalt sind unterschiedlich.

Eine wesentliche Voraussetzung für das bayerische Landeserziehungsgeld ist etwa, dass die Eltern an den ärztlichen Früherkennungsuntersuchungen U 6 oder U 7 teilgenommen haben. In Sachsen gibt es kein Landeserziehungsgeld, falls das Kind einen Platz in einer mit staatlichen Mitteln geförderten Kindertageseinrichtung oder staatliche Förderung für Tagespflege bekommen. Es richtet sich also vornehmlich an Eltern, die ihr Kind zu Hause selbst betreuen.

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Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dr. Britta Beate Schön

Finanztip-Expertin für Recht

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter britta.schoen@finanztip.de.