Rebalancing des Depots - was ist sinnvoll?

  • Hallo zusammen,

    ich verfolge schon seit einigen Jahren Finanztip, bin aber jetzt erst neu hier in der Community und würde mich über euren Rat freuen :) Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, mein Depot umzubauen, um die Anzahl ETFs (nach Ausprobieren zum Beginn des Anlegens) und mein Klumpenrisiko zu reduzieren (vermutlich durch die Ergänzung eines Eurostoxx 600 ETF). Aktuell sieht mein Depot wie folgt aus:

    iShares Core MSCI World UCITS ETF (56%)

    iShares MSCI World SRI UCITS ETF EUR (Acc) (12%)

    iShares S&P 500 Information Technology Sector UCITS ETF USD (Acc) (22%)

    Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C (10%)

    Folgende Fragen stelle ich mir aktuell:

    1) Ist es sinnvoll, zum "aufräumen" die Positionen 2 und 3 aufzulösen und mit in einen MSCI World ETF zu investieren?

    2) Die iShares ETF haben mit 0,2% eine relativ hohe TER. Lohnt es sich, die in einen günstigeren ETF umzuziehen (trotz zu versteuernder Gewinne)?

    3) Ich habe ein mit 2,02% solide verzinstes Tagesgeld und überlege deswegen, meinen Geldmarkt ETF aufzulösen und in einen anderen ETF zu stecken. Sinnvoll oder einfach liegen lassen?


    Ich freue mich über eure Ratschläge :)

  • Kater.Ka 14. März 2026 um 13:49

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Frage drei verstehe ich nicht.

    Frage 1. Kann man machen, den S&P Dingens würde ich sofort verkaufen.
    Den Erlös dann aber nicht unbedingt in den MSCI World. Stichwort EM.

    Frage 2. Nein. Im Zweifelsfall liegen lassen und einen Welt-ETF besparen. FTSE All-World, MSCI ACW (IMI).

  • Hallo!

    1) Kann sinnvoll sein, wenn das bei deinem Broker günstig oder sogar kostenlos geht und keine oder wenig Steuern anfallen (Pauschbetrag?)

    2) Würde ich ignorieren.

    3) Würde ich allein davon abhängig machen, wie deine Allokation aussieht. Wenn du im Verhältnis zum Aktienteil „zu viel“ risikoarmen Anteil hast, schichte um. Oder auch aufs Tagesgeld, verschlankt das Portfolio noch mehr.

  • Ardalio

    Deine Frage(stellung) bzw. den eigentlichen Post finde ich etwas konfus.

    Rebalancing meint ja "eigentlich" ein "gelegentliches" Neu-Justieren eines - wie auch immer gewichteten Portfolios - im Hinblick auf die "ursprüngliche" Gewichtung der einzelnen Anlage(klasse)n.

    Warum du nun einen MSCI und einen MSCI SRI hast ... wer weiß das schon. Dazu schreibst du nichts.

    Einen S&P Information Technology könnte man als Sektor-Wette oder als Bestandteil einer Core-Satelite-Strategie sehen. Auch dazu schreibst du nichts.

    Der "Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS " ist ja nun mal ein Geldmarkt-ETF. ""Vergleichbar"" mit TG. Hast du den nun zusätzlich zu nicht erwähntem TG?

    Was würde es dir bringen einen GM-ETF aufzulösen, wenn die TG Zinsen ggfs. weiter sinken?

  • Um viel Geld und wie viel Gewinn geht es denn? Dann lässt sich abschätzen, ob das Aufräumen die Steuern wert ist.

    Du hast vier ETFs, nicht vierzehn. Wie viele dürfen es sein, damit du zufrieden bist?

    Welche Funktion hat der Geldmarkt-ETF? Ein 100.000-Euro-Tagesgeld erweitern?

  • erstmal danke für eure Rückmeldungen :)

    Zu den Punkten:

    Zitat

    1) Kann sinnvoll sein, wenn das bei deinem Broker günstig oder sogar kostenlos geht und keine oder wenig Steuern anfallen (Pauschbetrag?)

    Zitat

    Um viel Geld und wie viel Gewinn geht es denn? Dann lässt sich abschätzen, ob das Aufräumen die Steuern wert ist.

    das Kaufen / Verkaufen geht bei meinem Broker kostenlos. Würde ich alle vier ETF liquidieren und neu anlegen, wären 13k Gewinn zu versteuern.

    Balu : Du hast Recht, Rebalancing ist hier der falsche Begriff :D Die Beweggründe stehen kurz und knackig in der Klammer: "Ausprobieren zum Beginn des Anlegens". Meine Idee ist nun, dieses Ausprobieren aufzuräumen durch Reduzieren der Anzahl ETFs und des Klumpenrisikos. Die Frage ist halt wie gesagt, ob es sinnvoll ist, dafür aktiv zu verkaufen und neu anzulegen oder das Investierte einfach liegen lassen und in einen neuen ETF investieren.

    Der GM ETF ist zusätzlich zu investiertem TG, einfach auch um mal einen GM ETF zu testen. Mein GM performt aber nur minimal schwächer als der GM ETF.

    Motas91 : siehe Antwort hier. Mein innerer Ordnungsmonk hätte am Liebsten nur zwei ETF, aber es soll ja auch kein Selbstzweck sein, wenn das Verkaufen und neu Kaufen steuerlich zu teuer wird.

  • das Kaufen / Verkaufen geht bei meinem Broker kostenlos. Würde ich alle vier ETF liquidieren und neu anlegen, wären 13k Gewinn zu versteuern.

    Das wären dann unter Berücksichtigung der Teilfreistellung 2.500€ die an Steuern anfallen würden.
    Falls in diesem Jahr noch Freibetrag vorhanden ist, könntest Du aber zumindest teilweise steuerfrei umschichten.

    Meine Idee ist nun, dieses Ausprobieren aufzuräumen durch Reduzieren der Anzahl ETFs und des Klumpenrisikos. Die Frage ist halt wie gesagt, ob es sinnvoll ist, dafür aktiv zu verkaufen und neu anzulegen oder das Investierte einfach liegen lassen und in einen neuen ETF investieren.

    Die Frage ist: Wie soll denn zukünftig Dein Depot aussehen, dass das 'Klumpenrisiko' beseitigt?
    Dann kann man darüber nachdenken, ob es Sinn macht die bestehenden ETF oder einen Teil davon zu behalten.
    'Klumpen' sehe ich zum einen in der US- als auch in der Techlastigkeit. Der MSCI World hat ja schon einen hohen US und Tech-Anteil. Dann noch einen S&P 500 Information Technolgy hinzu ist schon sportlich.
    Nicht falsch verstehen: Kann man Alles so machen, wenn man sich der Risiken bewusst ist. Bei jedem Risiko gibt es ja auch Chancen.

    Aktuell fehlt in Deinem Deinem Depot z.B. die Schwellenländer und Small Caps komplett.
    Du könntest ggf. steuergünstig einen Teil der jetzigen ETF verkaufen und zukünftig ausschließlich einen SPDR MSCI ACWI IMI oder einen FTSE All World besparen. Dann hättest Du sowohl Schwellenländer als auch Small Caps abgedeckt (FTSE All World enthält weniger Small Caps).
    Mit der Zeit wird der Anteil der alten ETF dann stetig kleiner.
    Also: Wie stellst Du Dir Dein zukünftiges Depot vor? Und dann schaut man, ob man die bestehenden ETF einbauen kann.

    PS: Ich habe auch ältere (teurere) ETF im Depot. Bei 5-stelligen Kursgewinnen macht es aber keinen Sinn diese ETF zu verkaufen, weil ein neuer ETF nun 0,08% p.a. 'billiger' ist. Es spricht aber überhaupt nichts dagegen zukünftig den günstigeren ETF zu besparen und den 'alten' ETF einfach liegen zu lassen.
    Ob dann nachher 2, 3 oder gar 5 ETF auf den gleichen Index im Depot liegen spielt m.E. keine Rolle.

  • Ich kann es nicht mehr lesen. Erhöht nur die Volatilität.

    Sagst du ..... :/

    Finanzfluss:

    Wer ein Weltportfolio zusammenstellt, verfolgt den Ansatz, möglichst neutral und frei von Spekulation den weltweiten Aktienmarkt abzubilden. Sowohl der MSCI World als auch der MSCI Emerging Markets bilden zwar 85% der Marktkapitalisierung ihrer jeweiligen Region ab, Small Caps sind hier nicht inbegriffen. Es wäre im Sinne eines marktneutralen Portfolios folgerichtig, auch Nebenwerte mit aufzunehmen.

    Wenn Small Caps nach der Definition von MSCI zu 14% an der weltweiten Marktkapitalisierung beteiligt sind, tragen diese auch zu 14% zum Börsengeschehen bei. Daher ist es sinnvoll, diese in einem Weltportfolio nicht außen vor zu lassen.

    https://www.finanzfluss.de/geldanlage/inv…-in-small-caps/

  • Erhöht nur die Volatilität.

    Ja, es hat in den letzten 20+ Jahren die Volatilität erhöht. Aber über 20+ Jahre auch zu einer besseren Rendite geführt als der MSCI World. Es wurde also nicht 'nur' die Volatilität erhöht, sondern auch die Rendite.

    Ob das dann in der Zukunft auch so sein wird, wird allein nur die Zukunft zeigen. Sicherlich nichts, was man auf Sicht von 5 oder 10 Jahren machen sollte, sondern über eine extrem lange Zeit.
    Aber der Threadersteller wollte ja die Probierphase hinter sich lassen.

  • Mag sein. Aber sind diese Märkte dann immer noch Bestandteil des EM Index?

    Daher ja auch die Idee einen All World zu nehmen. Dann spielt es keine Rolle, ob ein Land zu den EM oder den Industriestaaten gehört.
    So zählt je nach Indexanbieter Südkorea heute zu den Industriestaaten oder EM. Bei den All World-ETF aller Anbieter ist Südkorea aber enthalten.

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