Kostenlose Mitversicherung in der GKV soll wegfallen

  • Was die Beamten betrifft, so sollte man sich auch mal die Kostenexplosion bei der Beihilfe anschauen. Denn auch dort sind die Pro-Kopf-Kosten massiv in den letzten Jahren angestiegen.

    Ich habe auch meine Bedenken, was die PKV betrifft. Denn wenn die Leistungsausgaben in den nächsten Jahren weiterhin überdurchschnittlich stark ansteigen werden und die Zinsen auf Dauer geringer als die medizinische Inflation sein werden, wird auch die PKV große Probleme bekommen. Denn die Anzahl der Personen, die sich die Beiträge nicht mehr leisten können, wird dann zunehmen. Und die Beiträge von Personen im Standard- und Basistarif werden durch alle Beitragszahler quersubventioniert.

  • Die PKV wird bestehen bleiben, da sich gegen die Beamtenlobby eine Abschaffung nicht durchsetzen lassen wird.

    Auch. Aber vorallem weil der Wähler es so möchte. Sonst würde er ja zumindest Parteien wählen die rein theoretisch vorhaben die PKV abzuschaffen. Nirgendwo ist das gegen die eigenen Interessen wählen so krass wie bei diesem Thema. Es sind ja gerademal 11% privat versichert und doch kommt z.B. CDU oder auch Afd oft auf über 20%

  • BTW: Eine Helmpflicht für Radfahrer sowie E-Rollerfahrer wäre aus Sicht der GKV sehr hilfreich.

    Ich war lange Zeit Befürworter einer Helmpflicht, bin aber mittlerweile davon abgerückt. Ich trage den auch nicht, wenn ich zum Kindergarten im Nachbarort radle, sehr wohl aber, wenn ich beim Bike and Hike mit 40+ km/h irgendwelche geschotterten Alpsträßchen runterfahre.

    Letztlich versucht man mit der Helmpflicht ein Symptom zu behandeln, die Ursache liegt aber in fehlender Radinfrastruktur. Man weiß mittlerweile auch, dass eine Helmpflicht dazu führt, dass weniger geradelt wird. Die Gewinne bei der allgemeinen Gesundheit durchs Fahrradfahren im Alltag (Stichwort Übergewicht, Fitness) die Zusatzkosten für die KV durch Verletzungen mehr als aufwiegen. In Ländern mit hohem Fahrradanteil wie den Niederlanden tragen auch nur wenige einen Helm im Alltag.

  • Nö, allgemeine Verkehrsteilnehmer sind davon nicht betroffen.
    BTW: Eine Helmpflicht für Radfahrer sowie E-Rollerfahrer wäre aus Sicht der GKV sehr hilfreich. Man könnte bei Nichtbefolgen die Haftung aus daraus resultierenden Verletzungen ausschließen...

    ....und zur Abmilderung optional eine Haftungsausschlusszusatzversicherung anbieten. ;):saint:

  • Erst sollten die Vermögen herhalten, dann die mitversicherten Ehepartner und jetzt alle. Egal wie, es muss Geld her. Nur über die Ausgaben spricht niemand. So geht’s mit Vollgas Richtung Sozialismus. Na ja, vielleicht muss der Karren auch mal richtig gegen die Wand.

  • Warum die Ausgaben permanent steigen, dürfte jedem klar sein:

    - ungünstige Demografie
    - verbesserte Medizin und damit einhergehend höhere Kosten
    - Zunahme von Zivilisationskrankheiten wie z.B. Adipositas
    - überproportional hoher Zustrom von Netto-Leistungsempfängern

    Der Hauptkostentreiber dürfte wohl in der Demografie zu suchen sein. Jeder 85+ jährige Mensch in Deutschland verursacht im Schnitt 10 mal so hohe Gesundheitskosten wie ein Mensch der Altersgruppe unter 30.

    Laut Statistischem Bundesamt gab es 2024 in Deutschland rund drei Millionen Hochbetagte. Ihre Zahl hat sich seit 1991 mehr als verdoppelt. Seinerzeit waren es 1,2 Millionen Menschen. Berücksichtigt man alle Menschen über 80 Jahre, sind es gegenwärtig ungefähr sechs Millionen. Prognosen gehen davon aus, dass ihre Zahl 2050 auf zehn Millionen steigen wird. Sie würden dann aller Voraussicht nach 13 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.

    Quelle: https://www.n-tv.de/panorama/Verru…le26012611.html

    Die Kosten werden demnach in den nächsten Jahrzehnten kräftig steigen. Man kann sich ja leicht ausrechnen, was kostenmäßig auf die Gesellschaft zukommt, wenn 2050 die Altersgruppe 80+ 13% der Gesamtbevölkerung ausmachen werden.
    Es darf also gespart werden. Und auch an der Einnahmenschraube wird gedreht werden müssen.
    Immerhin wird zunehmend die wohlhabendste Generation die je gelebt hat Älter werden. Es wäre daher nur richtig, wenn diese Generation auch für Ihre Gesundheitskosten aufkommt statt Ihren Wohlstand vorzeitig an Ihre Kinder/Enkel weiterzugeben.

  • Immerhin wird zunehmend die wohlhabendste Generation die je gelebt hat Älter werden. Es wäre daher nur richtig, wenn diese Generation auch für Ihre Gesundheitskosten aufkommt statt Ihren Wohlstand vorzeitig an Ihre Kinder/Enkel weiterzugeben.

    Genau so sieht es aus. Und wenn du diesen richtigen Gedanken auch nur ansatzweise in diesem Land als Entscheidungsträger äußerst, wirst du bei lebendigem Leibe politisch skalpiert.

  • Immerhin wird zunehmend die wohlhabendste Generation die je gelebt hat Älter werden. Es wäre daher nur richtig, wenn diese Generation auch für Ihre Gesundheitskosten aufkommt statt Ihren Wohlstand vorzeitig an Ihre Kinder/Enkel weiterzugeben.

    Was macht man mit dem Anteil der Rentner-/innen, die nicht mal die Miete und das Essen bezahlen können? Dieser Anteil der Rentner scheint mir um Faktor 4 (geschätzt) größer zu sein, als die der Vermögenden.

  • Was macht man mit dem Anteil der Rentner-/innen, die nicht mal die Miete und das Essen bezahlen können? Dieser Anteil der Rentner scheint mir um Faktor 4 (geschätzt) größer zu sein, als die der Vermögenden.

    Ich glaube, hier trügt der Schein. Auf die Schnelle habe ich eine Studie des IW gefunden, laut der könnten über 40% der älteren Haushalte die stationäre Pflege für 5 Jahre selbst zahlen. Ein Verhältnis arme:wohlhabende 4:1 herrscht eher nicht vor

    https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user…-Pflegefall.pdf

  • Ich habe monstermania + Irving stellvertretend gefragt ;)

    Das „Aber was ist mit XYZ …?“ ist in deutschen Reformdebatten ein ziemlich durchschaubares Muster: Mit Extrembeispielen wird versucht, notwendige Veränderungen grundsätzlich zu blockieren (das werfe ich dir nicht vor, fällt mir nur immer wieder auf).

    Ja, es gibt arme Rentnerinnen und Rentner. Und ja, es gibt auch arme junge Menschen. Daraus aber abzuleiten, dass strukturelle Reformen unterbleiben sollen, ist nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver.

    Die Realität ist: Ältere Menschen verursachen den größten Teil der Kosten in der gesetzlichen Krankenversicherung und diese Kosten werden in den kommenden Jahren massiv steigen. Wer so tut, als könne man das einfach weiterhin vollständig über die arbeitende Bevölkerung finanzieren, ignoriert die demografische Entwicklung.

    Auch der Blick auf die Vermögensverteilung ist eindeutig: Die Generation 65+ verfügt im Durchschnitt über deutlich mehr Vermögen als jüngere Kohorten. Das ist weder überraschend noch problematisch, aber es macht es umso schwerer zu rechtfertigen, warum ausgerechnet die arbeitenden Jungen immer weiter belastet werden sollen, während die Altersgruppe 65+ weiter geschont wird.

    Deshalb braucht es endlich eine ehrliche Debatte: Ein Eigenanteil von beispielsweise 30 % mit klarer Härtefallregel wäre ein fairer Ansatz. Wer wenig hat, zahlt wenig bis nichts. Wer viel hat und viele Leistungen in Anspruch nimmt, zahlt mehr. Das würde in dem Beispiel vor allem Ältere mit Geld treffen und weniger Ältere ohne Geld und Jüngere. Ist das nicht fair?

    Oder: Was ist denn die Alternative? Wir belasten den Faktor Arbeit einfach so lange mehr bis die Wirtschaft vollends kippt und gar niemand mehr investieren will?

  • Auf der Ausgabenseite hat man auch nur eine begrenzte Anzahl von Möglichkeiten. Man kann die Leistungen kürzen oder Anzahl der Leistungsberechtigten einschränken.

    Trotzdem muss man da ran.

    Man muss aber auch effizienter werden, beispielsweise indem man echten Wettbewerb bei den Krankenkassen fördert oder wie in anderen Ländern eine einzige mit schlanker Verwaltung aufbaut. Über 90 Krankenkassen ohne echten Wettbewerb und mit einem großen Wasserkopf ist halt nicht effizient.

    Immer nur die Einnahmenseite zu bearbeiten ist auf die Dauer nicht nachhaltig.

  • Was macht man mit dem Anteil der Rentner-/innen, die nicht mal die Miete und das Essen bezahlen können? Dieser Anteil der Rentner scheint mir um Faktor 4 (geschätzt) größer zu sein, als die der Vermögenden.

    Ja, was machen wir mit (finanziell) armen Menschen? Das gleiche was wir bisher auch machen. Sie mit staatlichen Mitteln einigermaßen menschenwürdig versorgen.

    PS: Was hast das mit der kostenlosen Mitversicherung des Partners beim Hauptverdiener zu tun? Evtl. würde es sogar zu einer besseren finanziellen Versorgung von Ehefrauen in der Rente beitragen, wenn Sie verstärkt dazu gedrängt werden eine sozialversicherungspflichten Arbeit aufnehmen und dafür auch zusätzliche Rentenanwartschaften erwerben?:/

  • Ein Anfang wäre, die Rentenerhöhung auf die Höhe der Inflation zu beschränken, zumindest so lange, bis es irgendwann wieder eine positivere Demografie gibt.

    Nur für die Rentenansprüche derjenigen die bereits Rentner sind oder generell für alle Rentenanwartschaften?
    Weil bisher werden ja alle Rentenanwartschaften erhöht, wenn es eine Rentenerhöhung gibt. Also auch beim fleißigen 30-jährigen Arbeitnehmer steigen die bereits erworbenen Endegeltpunkte bei einer Rentenerhöhung im Wert.
    Einfach mal darüber nachdenken. ;)

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