Umgang mit Geldanlagen bei Arbeitslosigkeit

  • Hallo Zusammen,

    Leider sehe ich mich auf dem Weg in die Arbeitslosigkeit. Gegenmaßnahmen wie aktive/passive Jobsuche durch Jobbörsen, XING/LinkedIn usw und auch Jobmessen verfolge ich bereits.

    Dennoch wie ist der richtige Umgang mit meiner Geldanlage kurz-, mittel- und langfristig.

    Kurzfristig: unverändert?

    Mittelfristig: Arbeitslos (ALGI), Maßnahmen?

    Langfristig: ALGII, Maßnahmen?

    Die Geldanlage besteht aus:

    - Tagesgeldkonten für Notgroschen, IMMO

    - ETF-Depot

    - Immo (ETW) monatliche Tilgungsrate

    - Rentenversicherung

    Was sollte getan werden?

    Über Vorschläge und Ratschläge wäre ich offen.

    MFG

  • Kater.Ka 29. März 2026 um 13:36

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Aktuell arbeitssuchend mit Aufhebungsvertrag

    Es ist nach meiner Einschätzung ein Arbeitgebermarkt. Das heißt, der Arbeitgeber lässt sich viel Zeit für die Person die alle Anforderungen voll erfüllt.

  • Was sollte getan werden?

    Warum droht die Arbeitslosigkeit und in welchem Zeithorizont? Mit oder ohne Abfindung, in welchem Alter, wie flexibel bist Du.

    Anscheinend ist an Deinem Wohnort (und in Pendelreichweite) mit dem aktuellen Jobprofil nichts zu finden.

    Kurzfristig (für mich schon mit einer konkret drohenden Arbeitslosigkeit):
    - Einstellen aller nicht zwingend benötigten Ausgaben (dazu gehört auch die Sparrate, aber z.B. auch Streamingdienste) um dann bei ALG1 mit den ca. 60%/67% des letzten Nettos hinzukommen und vorher schon entsprechend zu sparen.
    - Falls ALG1 noch einige Monate (aber unvermeidbar) hin ist: Einstellen jeglicher Vorsteuer-Zahlungen (BAV und was es da noch geben sollte), falls Du bisher unterhalb der BBG für ALG1 (oder besser bei Auszhalung an eine Kappung) kommen solltest.

    Mittelfristig (also mit ALG1): (für mich schon vor Kurzfristig, mag aber auch am Alter liegen): Überlgen, welche Alternativen uzm aktuellen Jobprofil in Frage kommen. Diese mögen einem zwar weder vom Gehalt noch von den Arbeitszeiten gefallen, bringen aber ggf. bedeutend mehr Geld ein wie dauerhaft BG. Egal, ob das eine Umschulung sein kann, eine Selbstständigkeit (bis hin zur "Versilberung" eines bereits vorhandnen Hobbies) oder was Dir dort mit Deinen Fähigkeiten und Möglichkeiten einfällt.

    Langfristig: ALGII, Maßnahmen?
    Das kann ich noch nicht einmal bei mir selber etwas zu sagen, geschweige denn zu jemandem, den man nicht kennt. Ich hatte seit Anfang meiner 40er immer mind. eine Alternative in der Hinterhand, damit ich mich aus ALG2/H4/BG heraus halte. Auch und vor allem um meine aufgebautes Vermögen davor zu schützen.

    Und dazu zählte nicht, das frei verfügbare Vermögen noch schnell in einen teuren und vor BG geschützten AV-Vertrag umzuschichten.

    Maßnahmen: nur Du kennst Dich, Deinen Wohnort, Deine gesundheitlichen Zustand, Dein Alter, Deinen Antrieb für eine Umschulung oder Selbstständigkeit und, je nach Ausbildung und Jobchancen anderswo in D (oder im Ausland) auch den Willen zum Umzug trotz ETW.

  • Langfristig gedacht

    Und dazu zählte nicht, das frei verfügbare Vermögen noch schnell in einen teuren und vor BG geschützten AV-Vertrag umzuschichten.

    Falls das trotzdem eine Option sein könnte: Womöglich werden im Zuge des Altersvorsorgedepots neue Modelle vorgestellt, die die Geldanlage in geschütztes Schonvermögen umwandeln lassen. Zumal Geld in einem teuren AV-Vertrag immer noch besser ist als gar kein Geld. Wenn denn tatsächlich Grundsicherung droht.

  • Dazu müsste man (bzw. ich) sich erst einmal konkrete in diverse Gesetze einarbeiten (auch in die neue Grundsicherung). Wie lange vorher muss man sowas machen. Zählt überhaupt jede Art des AV-Depot zum Schonvermögen, wenn es sich, bis auf die Zuschüsse vom Staat, u.U. kostenlos wieder auflösen lässt.

    Hier mag ggf. noch wichtiger sein: zählt die ETW dazu, erhält er genug "Wohngeld" um diese halten zu können und dürften. BG (oder auch Wohngeld) ist nicht dazu gedacht, Wohneigentum aufzubauen, kann aber unter gewissen Gegebenheiten durchaus dafür gezahlt werden.

  • Dazu müsste man (bzw. ich) sich erst einmal konkrete in diverse Gesetze einarbeiten (auch in die neue Grundsicherung). Wie lange vorher muss man sowas machen. Zählt überhaupt jede Art des AV-Depot zum Schonvermögen, wenn es sich, bis auf die Zushcüsse vom Staat, u.U. kostenlos wieder auflösen lässt.

    Hier mag ggf. noch wichtiger sein: zählt die ETW dazu, erhält er genug "Wohngeld" um diese halten zu können und dürften. BG (oder auch Wohngeld) ist nicht dazu gedacht, Wohneigentum aufzubauen, kann aber unter gewissen Gegebenheiten durchaus dafür gezahlt werden.

    Na ja, die bestehende ETF-Anlage wird er in das Altersvorsorgedepot als solches ja nicht hineinbekommen. Aber vielleicht entstehen ja noch andere Lösungen, bei denen die Versicherer etwas mehr verdienen. Wird man sehen.

  • Gegenmaßnahmen wie aktive/passive Jobsuche durch Jobbörsen, XING/LinkedIn usw und auch Jobmessen verfolge ich bereits.

    Moin Giagos747 ,

    Das ist sicher auch psychosozial sehr belastend.

    30 Jahre bis zur ordentlichen Rente, du bist demnach um die 40. Meines Erachtens kein gutes Alter, um in die dauerhafte Arbeitslosigkeit zu gehen.

    Weiter Hinweise wären hilfreich:

    - Branche

    - Verlagerung Lebensmittelpunkt möglich?

    - familiäre Situation

    Ohne diese Infos ist eine pauschale Antwort schwierig…

    LG und alles Gute, Finanzschlumpf

  • Ich war bei einem Dienstleister im Automotive beschäftigt.

    Aktuell lebe ich in Bayern und suche in einem Umkreis von 100-150 km. Aber aufgrund des aktuellen Arbeitgebermarkts überlege ich langsam weiter weg Jobs in Betracht zu ziehen. Dieser Schritt fällt mir aber schwer

    Ich bin Single und habe keine Kinder.

    Pauschale Antwort möchte ich ned. Eine ehrliche Einschätzung mit Ratschläge wäre super.

  • aktuellen Arbeitgebermarkts

    Das gilt in einigen Branchen. In anderen schafft es Deutschland gerade auf recht eindrucksvolle Art, Arbeitgebermarkt und Fachkräftemangel gleichzeitig zu bejammern.

    Gegenmaßnahmen wie aktive/passive Jobsuche durch Jobbörsen, XING/LinkedIn usw und auch Jobmessen verfolge ich bereits.

    Hast du zwischendurch auch mal ne altmodische Bewerbung geschrieben? Die Frage mag sich fies anhören, aber es gibt genügend Arbeitgeber, die vor lauter moderner Welt gerne mal ein bisschen Papier im Briefkasten haben. Denkweise dahinter (die ich nicht unbedingt teile, aber einige Mittelständler denken noch/wieder so): Digitale Bewerbungen = ein Mausklick und schon dutzende Firmen angeschrieben. Papier = der Bewerber interessiert sich wirklich für uns.

  • Soviel zum Thema „Fachkräftemangel". Jetzt suchen schon Ingenieure Mitte 30 in Deutschland einen Arbeitsplatz ...

    Nun, ich denke für Ingenieure gibt es in Deitschland sicher noch Bedarf und auch gut bezahlte Arbeitsplätze.

    Nur vielleicht nicht im Umkreis von 100-150km um den bayerischen Ort, in dem gerade die Firma des Fragestellers Stellen abbaut.

    Irgendwas läuft in diesem Land nicht richtig.

    Das ist kein Fehler des Landes, wenn die Arbeitsplätze nicht dorthin kommen, wo man selbst gerade wohnt.

    Mobilität war schon immer wichtig auf dem Arbeitsmarkt. Wenn man Single ist und auf Jobsuche, umso mehr.

    „Don’t ask what your country can do for you, ask what you can do for your country.“ (John F. Kennedy)

  • Ich würde an deiner Stelle ganz ruhig an die Sache herangehen. Dass hier sofort von Langzeitarbeitslosigkeit gesprochen wird, ist typisch, aber nicht hilfreich.

    Wichtig zu verstehen ist, dass die Leute von der Agentur für Arbeit (Arbeitslosengeld) dir wirklich erstmal nur helfen wollen. Für studierte Leute gibt es dort in der Regel eigene Teams, die dir auch spezifisch helfen können. Und das auch ganz materiell: Beihilfen zum Umzug, zum Pendeln oder auch Erstattungen für teurere Bewerbungen sind möglich, ggf. auch Weiterbildungen. Das aber eher selten, denn die Arbeitslosigkeit unter Leuten mit Studium ist in Deutschland immer noch sehr gering (2-3 Prozent). Das heißt, du wirst wieder einen Job finden. Vielleicht woanders als bisher, vielleicht weiter weg, vielleicht mit schlechteren Konditionen.

    Ich würde an deiner Stelle auch erstmal Sparpläne stoppen und meinen Puffer aufbauen für den Fall, dass es doch länger dauert. Auch die Menschen im Jobcenter (Bürgergeld/Grundsicherung) sind viel besser als ihr Ruf, aber es wäre ärgerlich, wenn du mangels schönen Vermögens an deine ältesten ETF-Anteile ran müsstest.

  • Ich war bei einem Dienstleister im Automotive beschäftigt.

    Aktuell lebe ich in Bayern und suche in einem Umkreis von 100-150 km. Aber aufgrund des aktuellen Arbeitgebermarkts überlege ich langsam weiter weg Jobs in Betracht zu ziehen. Dieser Schritt fällt mir aber schwer

    Ich bin Single und habe keine Kinder.

    Moin,

    vielen Dank für deine Rückmeldung. Wie du siehst können dann die weiteren Mitglieder hier im Forum besser auf deine Situation ausgehen.

    Deine grössten Assets: deine Qualifikation, deine Motivation und die Dinge in die Hand nehmen (wie hier im Forum Fragen stellen).

    Grundsätzlich ist so ein "Life Event" wie Job Verlust oft auch mit einer Psychoemotionalen Krise verbunden. Da helllt sich alles wieder auf, wenn sich wieder eine entsprechende Berufsperspektive abzeichnet.

    Wie die Kollegen schon gesagt haben: vermutlich wäre eine gewisse räumliche Flexibilität klasse. Und würde dir vielleicht auch wieder neue Kontakte und Erfahrungen bescheren, vielleicht sogar im Ausland?

    Mein Rat: nimm deine gesundheitlichen Beschwerden ernst und lass dich evtl. auch mal von einem Coach / Hausarzt / Psychologen unterstützen. Häufig ist eine wieder stabilere mentale Gesundheit die Vorrausetzung, um den Mut zu entwickeln, neue Wege zu gehen.

    Viel Glück und Erfolg :)

  • Giagos747 tut mir sehr leid für die unglückliche Situation...es ist aktuell tatsächlich die Zeit, wo breitflächig qualifizierte Menschen freigesetzt werden, selbst Ingenieure, die früher als extrem rar und gesucht angesehen wurden. Dies ist vor allem der Krise im Automobilbau geschuldet, hat aber Auswirkungen auf die gesamte Zulieferindustrie, wo auch viele Hidden Champions enthalten sind.

    Zum Thema: Ich habe exakt Deinen Weg gerade eben durchgemacht, bin allerdings ca. 20 Jahre älter als Du. Entlassung, Abwicklungsvereinbarung, 7 Monate Kündigungsfrist, Abfindung in satt 6-stelliger Höhe. Was tun?

    Zunächst habe ich versucht, und das würde ich jedem raten, sein "berufliches Profil" auf Vordermann zu bringen. LinkedIn, eventuell XING, ordentliches und charaktertypisches Bild, klare und prägnante Darstellung der eigenen Skills (weniger der beruflichen Historie, sondern mehr, was eine künftige Firma von Dir kurz- und mittelfristig erwarten kann). Ganz wichtig: Lebenslauf aktualisieren, optisch ansprechend, Fokus ebenfalls nicht auf Deine Historie, sondern vor allem auf das, was Du erreicht hast (Kennzahlen!), es muss ersichtlich sein, was Du fähig und willens bist, in Deiner nächsten Tätigkeit zu erreichen.

    Die Arbeitsagentur wird wenig für Dich tun als Akademiker, deren Fokus ist auf anderen Bereichen (auch wenn der MA dort sehr freundlich und bemüht war), ALG1 muss natürlich beantragt werden, nur für den Fall, dass Du bis dahin nichts findest. Die Hauptarbeit bei der Suche nach einer neuen Position wird aber bei Dir verbleiben.

    Als sehr hilfreich habe ich den "Premium Career" Status bei LinkedIn erlebt, da hast Du einen Blick auf Firmen, potentielle Positionen, Deine Passung auf diese Positionen und den Vergleich mit anderen Bewerbern auf diese Position. Sehr hilfreich auch der Zugriff auf LinkedIn Learnings, welche hervorragend zur Weiterbildung geeignet sind.

    Finanziell würde ich die Kohle zusammenhalten, solange Du noch regulär bezahlt wirst, kannst Du ja Deine Sparpläne weiterlaufen lassen, sobald Du in ALG1 fällst, würde ich die Sparpläne aussetzen, da brauchst Du alle Einkünfte inkl. einer Abfindung zur Bewältigung des Lebensunterhalts (Prio hat sicher auch die Bedienung Deiner Hypothek). Das "Hineinstecken" von Kapital in AV-Verträge, um diese vor dem Staat zu schützen, halte ich für wenig zielführend, Du brauchst Deine Kohle verfügbar, auch wirst Du so vielleicht in Verträge investieren, die Dir später leid tun.

    Sei bei der Arbeitsplatzsuche flexibel. Du erhöhst Deine Chancen, wenn Du örtlich flexibel bist, Dich fachlich auch in benachbarten Gebieten umtust, auch zu Gehaltseinbußen bereit bist (Du kannst Dich dort später wieder entwickeln, außerdem hast Du ja zur Kompensation noch Deine Abfindung). Ich drück' Dir die Daumen dafür!

    Apropos: nach ca. 5 Monaten Suchaktivität, ca. 50 Bewerbungen, davon ca. 25 % Kontakte mit Firmen, habe ich tatsächlich wieder eine Position gefunden, ab 1. Mai werde ich wieder beruflich tätig sein. Die fachliche Ausrichtung ist etwas anders als vorher, die Arbeitsstelle ist ca. 100 km von meinem Standort (Eigenheim) entfernt - dazu werde ich eine Unterkunft während der Woche beziehen, auch wird das Gehalt um einiges niedriger als vor der Kündigung sein, werde ich aber durch die Abfindung sehr gut kompensieren können. Meine Sparpläne habe ich reduziert, diese sind aber aus der Vergangenheit auch schon recht gut bestückt...

    Streng Dich an, Du kannst das auch!

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