Datenschutzaspekt fehlt oft

  • Schon bedenklich, wenn bei Steuersoftware-Produkten der Datenschutz kein Thema ist.

    Hab leider seit ein paar Monaten den Eindruck, dass Finanztip zu groß geworden ist. Teils Affiliate Links zu Produkten, die eben nicht ohne Haken sind. Wenn schon, dann zumindest die Nachteile erwähnen.

  • Neuestes Beispiel die ausführliche Vorstellung der kostenlosen Steuersoftware von Check24.

    Bei Chip steht immerhin das:

    Bleibt die Frage, wie sich das Angebot finanziert? Check24 gibt an, dass die Daten verschlüsselt gespeichert und übermittelt werden. Eine Datenweitergabe findet nur an das Finanzamt statt. Andere Check24-Produkte sollen auch keinen Zugriff auf die eingegebenen Daten haben. Der Anbieter erhofft sich, dass zufriedene Steuer-Nutzer auch andere Produkte nutzen.

    edit:

    So jetzt beim Anbieter gefunden, Steuer Check24 ist TÜV geprüft.

    Datenschutzhinweise gehören in Tests.

  • Die Daten werden also verschlüsselt übertragen? Und auch noch verschlüsselt gespeichert. Da darf der typische "Kostenlos"-Kunde ja völlig beruhigt sein. Denn er weiß ja nicht, dass diese Aussagen völlig belanglos sind. Transportverschlüsselung ist seit Jahren Standard. Und wer verfügt über die Schlüssel für die Speicherung? Natürlich Check24, denn die Steuersoftware muss diese Daten ja verarbeiten können. Natürlich ist die Aussage korrekt, dass andere Check24-Produkte keinen Zugriff auf diese Daten haben. Brauchen sie auch nicht, denn die Auswertung dieser Daten zur Vorbereitung zielgenauer Werbung ist ja kein Produkt, sondern eine Check24-interne Software.

    Das ist die gleiche Masche wie mit dem "kostenlosen" C24-Konto, wo es auch noch Zinsen drauf gibt (oder gab?). In ihren AGB behält sich die C24-Bank vor, die Buchungen auf diesen Konten zu analysieren und weiter zu verwenden.

    Aber das scheint die wenigsten zu stören. Sobald da "kostenlos" draufseht, setzt das Denken aus. Ich kann mich noch an frühere Kommentare auf meine Hinweise darauf wie auch auf das "kostenlose" Hochladen von Depotabrechnungen zu Parquet und Co. erinnern. Diese lauteten sinngemäß zusammengefasst: "Mir doch egal."

    Daher halte ich solche Forderungen nach Datenschutz für ziemlich sinnfrei. Bei solchen Angeboten kann jeder selbst entscheiden, ob er seine Daten schützen möchte, indem er das Angebot nicht wahrnimmt.

  • Es geht darum, dass Institutionen wie Finanztip den Datenschutzaspekt bei Empfehlungen miteinbeziehen. Und wenn es nur durch eine Randbemerkung zu Stärken und Schwächen ist.

    Bei Check24 Steuer ist solange Datenschutz gewährleistet bis der User die anderen Check24 Dienste nutzt. Insbesondere den Versicherungsvergleich.

  • Datenschutz hat bei Finanztip noch nie eine Rolle gespielt, zumindest nach allem, was ich bisher so mitbekommen habe die letzten Jahre. Nach meiner Einschätzung wird hier rein juristisch argumentiert, nicht technisch. Nach dem Motto "Hier gilt die DSGVO, daran müssen sich alle halten, daher passt das so".

    Als Datenschutz-Heini ist das für mich grundsätzlich in Ordnung, weil ich die Finanztip-Empfehlungen einfach selbst weiter nach Datenschutzkriterien filtere. Natürlich wäre es aber schön, wenn Finanztip das selbst bereits machen würde. Dann bleibt aber natürlich die Frage: Wie stark wird dieser Aspekt dann gewichtet? Daher ist es für mich persönlich so, wie es ist, am besten, da ich den Datenschutz extrem hoch bewerte, viel höher, als es Finanztip machen würde, da es für Finanztips Zielgruppe nicht passend wäre. So, wie es jetzt ist, kriege ich Produkte rein nach Leistungskriterien sortiert präsentiert und es ist nicht bereits nach Datenschutz vorgefiltert.

  • [...]

    So jetzt beim Anbieter gefunden, Steuer Check24 ist TÜV geprüft.

    Datenschutzhinweise gehören in Tests.

    TÜV-geprüft war auch der vor 7 Jahren gebrochene Staudamm in Brasilien...

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unt…v-sued-100.html

    Aber ich gebe Dir zu 100% Recht: mir stiess das im Newsletter auch sauer auf, diese Begeisterung für eine gratis Steuersoftware ohne auf mögliche datenschutzrechtliche Schwachstellen hinzuweisen.

    Wenn ein Produkt nichts kostet bist Du das Produkt. ;)

  • Erwähnen könnte es Finanztip, das ist richtig. Aber es ist nie verkehrt, sich selbst nochmal schlau zu machen, bevor man ein Produkt nutzt. Gerade auch bei Anbietern, die etwas außerhalb ihres Kernbereichs anbieten oder wo die Finanzierung nicht ganz offensichtlich ist. C24 steht hier ja auch teilweise in der Kritik.

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • https://www.n-tv.de/ratgeber/Diese…id30358922.html

    Basischutz persönlicher Daten bei Check24 wird im Artikel erwähnt.

    Elster wurde nicht getestet, weil es so bedienungsunfreundlich ist, was Fehler fördert und damit Geld kosten kann.

    Elster hat sich die letzten Jahre schwer gemacht.

    Wenn mensch einfach nur angestellt ist, pendelt und sonst ein bisschen (Homeoffice-Pauschale) was für Anlage N, ein paar Spenden und keine wilden anderen Einkünfte hat, gebt es mit Elster wirklich gut. Selbst eine einfache EÜR und Anlage S war jetzt kein Drama.

  • Erinnert sich noch jemand an die Bank 24 ?

    https://www.verdi.de/presse/pressem…taendig-bleiben

    Das war ein echter Griff in Klo des damaligen DB-Vorstandes. Kunden mit einer Einlage von weniger als 200.000 DM wurden in die Deutsche Bank 24 verschoben. Die AG behielt nur die sich lohnenden Kunden. Das kam natürlich nicht so gut an bei den zur Deutschen Bank 24 zwangsweise Verschobenen. Man hat das dann versucht zu korrigieren, indem man die DB24 in Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG umbenannte. Was aber nichts daran änderte, dass es diese Zweiklassengesellschaft bei Kunden der Deutschen Bank immer noch gab.

    Im normalen Geschäftsbetrieb in einer Filiale hatte das auch in rechtlicher Sicht interessante Konsequenzen. Dort gab es nämlich Mitarbeiter des Deutschen Bank AG und der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG. Kam ein Kunde in die Filiale, musste man den zuerst fragen, wo er denn sein Konto hatte, um den passenden Mitarbeiter zuzuordnen. Der Grund: ein Mitarbeiter der DB AG durfte die Daten eines Kunden der DB Privat- und Geschäftskunden AG nicht sehen und umgekehrt. Aus technischer Sicht war das auch so umgesetzt. Man hat dann einige Zeit gebraucht, diese verquere Situation rechtskonform zu beheben.

    Datenschutz kann einem das Leben manchmal ganz schön schwer machen.

  • Bank 24.... das waren noch Zeiten :rolleyes: die Deutsche Bank ist irgendwie immer vertreten, sei es Cum ex, Panama Papers, Epstein, die peanuts Aussage und nun auch die Selbstmeldung, da wahrscheinlich gegen Russland Sanktionen verstoßen wurde.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Das Formular ist unübersichtlich, hat sich seit Jahrzehnten nicht verbessert.

    Elster bildet hat die klassischen Papierformulare ab - was ist daran so schlimm?
    Für einfache Steuerfälle gibt es mittlerweile sogar das dialogbasierte einfachELSTERplus.

    Zitat

    Im Gegensatz zu Steuersoftware gibts keine Tipps, was abgesetzt werden könnte.

    Das ist auch nichts was ich bei einer Software erwarten würde, welche von der Finanzverwaltung kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

  • Das Formular ist unübersichtlich, hat sich seit Jahrzehnten nicht verbessert. Im Gegensatz zu Steuersoftware gibts keine Tipps, was abgesetzt werden könnte.

    Elster einfach ist ok. Aber nur für Nutzer ohne Anlage KAP.

    Es ist jedes Jahr etwas erweitert. Dieses Jahr war jetzt sehr hübsch farblich unterschieden zwischen Übernahme aus Vorjahr, Bescheinigung und hochgeladenem Beleg.

    Die Belege mit automatischer Verknüpfung, gibt es überhaupt erst seit circa 2 Jahren. Also seit Jahrzehnten unverändert stimmt nicht, die Arbeiten da durchaus dran.

    Von allen staalichen Formularen/Anträgen, die ich kenne, ist es mit Abstand das beste.

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