Arbeitszimmer absetzen

Den heimischen Schreibtisch von der Steuer absetzen

Udo Reuß 21. Dezember 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Um Dein heimisches Arbeitszimmer von der Steuer abzusetzen, musst Du strenge Voraussetzungen erfüllen. Eine Arbeitsecke im Schlafzimmer etwa genügt den Ansprüchen der Finanzbeamten nicht.
  • Nur wenn Dein Arbeitszimmer den Mittelpunkt Deiner beruflichen Tätigkeit darstellt, kannst Du alle anfallenden Kosten absetzen. Begrenzt auf bis zu 1.250 Euro, wenn Du im Betrieb keinen anderen Arbeitsplatz hast.
  • Für 2020 und 2021 gibt es jedoch noch eine andere Möglichkeit für Dich, einen Ausgleich für das Arbeiten im Homeoffice zu bekommen: Corona beschert Dir eine Homeoffice-Pauschale. Die kann sich lohnen. Unsere Checkliste hilft Dir weiter.

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So gehst Du vor
  • Prüfe, ob in Deinem Fall die strengen Voraussetzungen für ein Arbeitszimmer erfüllt sind. Wenn ja, berechne den prozentualen Anteil Deines Arbeitszimmers in Bezug auf die Gesamtwohnfläche.
  • Dieser Anteil ist zugleich der Verteilungsschlüssel für die laufenden Kosten der Wohnung, die auf das Arbeitszimmer umlegbar sind, zum Beispiel Miete, Heizung, Strom und Müllabfuhr.
  • Ausgaben für die Einrichtung Deines Arbeitszimmers kannst Du grundsätzlich unbegrenzt absetzen. Höherwertigere Gegenstände musst Du über die Nutzungsdauer abschreiben, geringwertige Wirtschaftsgüter sofort.

Ob Lehrer, Geschäftsführerin oder Gutachter: Viele Menschen erledigen einen großen Teil ihrer Aufgaben vom heimischen Schreibtisch aus. Wer zuhause arbeitet, kann die Kosten für sein Arbeitszimmer in bestimmten Fällen von der Steuer absetzen – als Werbungskosten oder Betriebsausgaben.

Die strengen Voraussetzungen für das Absetzen eines heimischen Arbeitsplatzes gelten auch in Corona-Zeiten. Hat Dein Arbeitgeber jedoch Homeoffice angeordnet, hast Du gute Chancen, mehr Geld mit Deiner Steuererklärung zurückzubekommen. Außerdem gibt es für 2020 und 2021 mit der Homeoffice-Pauschale eine Möglichkeit, damit Du auch ohne anerkanntes Arbeitszimmer etwas Steuern sparen kannst. Wir haben Dir alle DetaiIs zu den Voraussetzungen weiter unten im Text zusammengestellt. 

Wann sind Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer absetzbar?

Eigentlich gilt für Aufwendungen, die durch das Arbeiten zuhause entstehen, ein Abzugsverbot (§ 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG in Verbindung mit § 9 Abs. 5 EStG). Der Gesetzgeber lässt aber zwei Ausnahmen zu:

  • Steht Dir für Deine berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, kannst Du Deine Kosten bis zu 1.250 Euro pro Jahr geltend machen (beschränkter Abzug).
  • Ist das Arbeitszimmer Mittelpunkt Deiner gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit, sind Deine Kosten unbeschränkt abzugsfähig.

Wer die Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers als Werbungskosten oder Betriebsausgaben in seiner Steuererklärung angibt, kann dadurch sein zu versteuerndes Einkommen senken und so dafür sorgen, dass seine Steuerlast geringer ausfällt. 

Begrenzter Kostenabzug bis 1.250 Euro

Die erste Ausnahme („kein anderer Arbeitsplatz“) trifft beispielsweise auf Berufsgruppen wie Lehrer und Außendienstmitarbeiter ohne Schreibtisch in der Schule beziehungsweise im Büro des Arbeitgebers zu. Dies gilt auch, wenn Dir Dein Arbeitgeber in der Firma keinen individuellen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt und Du deshalb Deine beruflichen Aufgaben vom Homeoffice aus erledigst. Für Deine eigenen Aufwendungen ist dann ein Abzug von Werbungskosten möglich – aber höchstens bis 1.250 Euro im Jahr. Du solltest Dir dazu einen Nachweis vom Arbeitgeber geben lassen, dass Dir für diese Tätigkeiten kein Arbeitsplatz in der Firma zur Verfügung steht.

Hast Du hingegen normalerweise dort einen Arbeitsplatz und hast Du mit Deinem Arbeitgeber vereinbart, dass Du zum Beispiel an einem Tag in der Woche im Homeoffice arbeitest, so reicht dies nicht aus. Du kannst dann keine Kosten für ein Arbeitszimmer absetzen.

Voller Kostenabzug bei Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit

Die zweite Ausnahme („Mittelpunkt der Tätigkeit“) gilt vor allem für Selbstständige wie freie Journalisten, Schriftsteller und Künstler. Wenn Du überwiegend von zuhause aus arbeitest, kannst Du die vollen Kosten für das häusliche Arbeitszimmer absetzen.

Besondere Situation wegen der Corona-Pandemie

Im März 2020 gab es den ersten Corona-Lockdown und Millionen Arbeitnehmer mussten schnellstmöglich ins Homeoffice – und blieben dort oft monatelang. Dabei war es egal, ob sie überhaupt ein eigenes Arbeitszimmer hatten oder nicht – und dann beispielsweise am Küchentisch, also an einer sogenannten Arbeitsecke, arbeiten mussten.

Die Corona-Pandemie zeigt, dass die steuerrechtliche Regelung des Arbeitszimmers nicht mehr zeitgemäß und in der Praxis problematisch ist. Die Rechtsprechung wurde dementsprechend nachgebessert: Hast Du kein eigenes Arbeitszimmer, sondern nur eine Arbeitsecke? Dann kannst Du eventuell in den Jahren 2020 und 2021 von der neuen Homeoffice-Pauschale profitieren. Dabei musst Du Dich jedoch für eine der beiden Alternativen in der Steuererklärung entscheiden:

  1. Arbeitszimmer: Du erfüllst die steuerrechtlichen Voraussetzungen für ein Arbeitszimmer, weil Du in einem separaten Raum arbeitest, den Du mindestens zu 90 Prozent beruflich nutzt. Dann kannst Du die Kosten für das „häusliche Arbeitszimmer“ absetzen.
  2. Homeoffice-Pauschale: Du erfüllst die Voraussetzungen für ein Arbeitszimmer nicht, weil Du nur eine Arbeitsecke hast. Dann kannst Du stattdessen möglicherweise eine Homeoffice-Pauschale bis höchstens 600 Euro im Jahr absetzen.

Im Folgenden stellen wir Dir anhand von Beispielrechnungen vor, wie Du unserer Einschätzung nach vorgehen kannst:

Vielleicht wohnst Du auf dem Land, hast daher den Platz für ein eigenes Arbeitszimmer und erfüllst damit alle räumlichen Voraussetzungen. Nehmen wir an, Dein Arbeitgeber hat Dich angewiesen, zuhause zu arbeiten, weil das Infektionsrisiko zu groß wäre, wenn alle Mitarbeiter ins Büro kämen. Wenn Dir Dein Arbeitgeber also keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt oder Du wegen des Infektionsschutzes nicht an Deinem üblichen Platz arbeiten kannst, dann kannst Du für diesen Zeitraum Deine Arbeitszimmerkosten steuerlich geltend machen. Je länger Du dort gearbeitet hast, umso höher ist auch der Betrag, den Du absetzen kannst.

Wenn Du zum Beispiel im Rahmen einer 5-Tage-Arbeitswoche höchstens zwei Tage pro Woche dort verbracht hast, dann kannst Du für diesen Zeitraum bis zu 1.250 Euro absetzen (begrenzter Abzug). Das ist der Jahreshöchstbetrag.

Hast Du aber mindestens an drei Tagen in der Woche oder sogar die komplette Zeit in Deinem Arbeitszimmer gearbeitet, dann war es in diesem Zeitraum der Mittelpunkt Deiner beruflichen Tätigkeit. Und dafür kannst Du die unbegrenzten Kosten ansetzen.

Folgendes Beispiel verdeutlicht, wie Du Deine Werbungskosten 2020 bei einer 5-Tage-Arbeitswoche absetzen kannst:

  1. Zeitraum: Im Januar und Februar 2020 bist Du an insgesamt 30 Arbeitstagen 50 Kilometer zum Arbeitsplatz gefahren. Die einfache Wegstrecke (Entfernung) beträgt 25 Kilometer. Dafür kannst Du 225 Euro als Entfernungspauschale absetzen (30 * 25 km * 0,30 Euro). Hinweis: 2021 steigt die Kilometerpauschale ab dem 21. Entfernungskilometer auf 35 Cent. Dementsprechend kannst Du ab 2021 etwas höhere Fahrtkosten absetzen. In dem Beispiel wären dies 180 Euro für die ersten 20 Kilometer (30 * 20 km * 0,30 Euro) und weitere 52,50 Euro ab dem 21. Kilometer (30 * 5 km * 0,30 Euro), also insgesamt 232,50 Euro.
  2. Zeitraum: Im März kommt der Lockdown und Dein Chef schickt Dich bis Ende Juli ins Homeoffice, wo Du ausschließlich arbeitest. Für diese fünf Monate ist Dein Arbeitszimmer der Mittelpunkt Deiner beruflichen Tätigkeit. Du ermittelst Deine Arbeitszimmerkosten, indem Du unter anderem Deine monatliche Miete und die Nebenkosten heranziehst und kommst so vielleicht auf 350 Euro monatlich, also insgesamt 1.750 Euro für März bis Juli. Falls Du beispielsweise noch bis zum 10. März täglich ins Büro gefahren bist, kannst Du dafür noch sieben Fahrten mit der Entfernungspauschale abrechnen, also 42 Euro an Fahrtkosten. Hierbei zählen nur die Arbeitstage, an denen Du tatsächlich gependelt bist. Unklar ist, ob bei einer arbeitstaggenauen Betrachtung die Arbeitszimmerkosten im März (wegen des Zeitraums 11. März bis 31. März) etwas zu reduzieren sind.
  3. Zeitraum: Im Sommer verbessert sich die Infektionslage und der Chef will, dass Du ab August an drei Tagen wieder im Büro arbeitest – natürlich mit Abstand zu den wenigen anderen Kollegen. Weil es dort nicht genügend Arbeitsplätze für alle Mitarbeiter gibt, musst Du bis Ende November aber noch zwei Tage pro Woche im häuslichen Arbeitszimmer tätig werden. Es steht Dir kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Für diese vier Monate fallen zwar Kosten von 1.400 Euro an (4 * 350 Euro), doch Du darfst höchstens 1.250 Euro absetzen. Für diese Phase gilt der Jahreshöchstbetrag. Diesen kannst Du aber mit den Zeiträumen kombinieren, in denen das Arbeitszimmer den Mittelpunkt bildet. Für die 50 Arbeitstage, die Du zur Firma gependelt bist, kannst Du 375 Euro Fahrtkosten absetzen (50 Tage * 25 km * 0,30 Euro).
  4. Zeitraum: Ab dem 2. November 2020 gibt es in Deutschland einen Teillockdown, ab dem 16. Dezember sogar einen harten Shutdown. Dein Arbeitgeber ordnet bereits ab November wieder zu 100 Prozent Homeoffice an. Deshalb ist Dein Arbeitszimmer im November und Dezember 2020 erneut der Mittelpunkt Deiner beruflichen Tätigkeit. Dafür kannst Du weitere 700 Euro Werbungskosten absetzen (2 * 350 Euro). Fahrtkosten zur Arbeit entfallen.

Ergebnis: Über alle vier Zeiträume kannst Du insgesamt 3.700 Euro an Arbeitszimmerkosten und 642 Euro bei der Pendlerpauschale absetzen.

Dieses Beispiel beruht auf unserer Rechtsauffassung. Wir stützen uns hierbei unter anderem auf einen Fachartikel von Dr. Hans-Peter Dellner, Vorsitzender Richter an einem Finanzgericht (Neue Wirtschaftsbriefe NWB, Nr. 41 vom 9. Oktober 2020, S. 3060 ff.). Möglicherweise wird das eine oder andere Finanzamt dieser Sichtweise widersprechen. Leider gibt es hierzu noch keine gesicherte Rechtsprechung oder Verwaltungsanweisung. In den Steuerbehörden arbeiten aber auch viele Menschen, die ihre eigenen Homeoffice-Erfahrungen gemacht haben. Daher solltest Du es versuchen, höhere Arbeitszimmerkosten in Deiner Steuererklärung geltend zu machen.

Welche Voraussetzungen musst Du erfüllen?

Damit Du die Kosten für ein Arbeitszimmer absetzen kannst, müssen verschiedene berufliche und räumliche Bedingungen erfüllt sein.

Häusliche Verbindung - Der Raum ist seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in Deiner häuslichen Sphäre eingebunden, gehört also zu Deiner privaten Wohnung oder zu Deinem Wohnhaus. Auch Zubehörräume im Keller oder im Dachgeschoss können ein häusliches Arbeitszimmer sein, wenn sie aufgrund der unmittelbaren Nähe als gemeinsame Wohneinheit mit Deinen privaten Wohnräumen verbunden sind. Ausgenommen sind Räume, die ihrer Ausstattung und Funktion nach nicht einem Büro entsprechen, zum Beispiel Betriebs-, Lager- und Ausstellungsräume. Eine Arbeitsecke genügt nicht, es muss ein abgeschlossener Raum sein. Außerdem muss neben dem Arbeitszimmer noch genügend Wohnraum vorhanden sein.

Berufliche oder betriebliche Nutzung - In einem Arbeitszimmer erledigst Du vorwiegend gedankliche, schriftliche, verwaltungstechnische oder -organisatorische Arbeiten. Das müssen nicht zwingend Büroarbeiten sein, denn ein häusliches Arbeitszimmer darfst Du auch für geistige, künstlerische oder schriftstellerische Betätigung nutzen. Du musst dieses jedoch (fast) ausschließlich zu beruflichen oder betrieblichen Zwecken nutzen. Eine untergeordnete private Mitbenutzung von höchstens 10 Prozent ist erlaubt. Wird der Raum mehr als 10 Prozent privat genutzt, so ist überhaupt kein Abzug möglich – auch nicht teilweise. Hoffnungen, dass eine entsprechende Kostenaufteilung aufgrund der beruflichen Nutzung möglich sei, zerschlug der Große Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) im Januar 2016 (Beschluss vom 27. Juli 2015, Az. GrS 1/14).

Büromäßig ausgestattet - Wenn Du ein Schreibtischarbeiter bist, dann sollte Dein Arbeitszimmer auch dementsprechend büromäßig ausgestattet sein. Ein Bett, Kinderspielsachen und andere private Dinge sollten deshalb nicht darin zu finden sein.

Nur wenn diese räumlichen Voraussetzungen erfüllt sind und Du den büromäßig ausgestatteten Raum nahezu ausschließlich beruflich nutzt, wird ihn Dir das Finanzamt als häusliches Arbeitszimmer anerkennen. Oft schickt es zuvor einen Fragebogen, den Du ausfüllen musst.

Diese Voraussetzungen gelten auch in Corona-Zeiten, in denen Millionen von Arbeitnehmern von zuhause aus arbeiten müssen. Oft hat der Arbeitgeber Homeoffice angeordnet. Wenn das bei Dir der Fall ist und Du nicht im Betrieb arbeiten darfst, lass Dir das vom Arbeitgeber schriftlich geben. In der Arbeitgeberbescheinigung sollte der Zeitraum und die Anzahl der Arbeitstage pro Woche genannt werden. Fotografiere auch Deinen heimischen Arbeitsplatz. Denn möglicherweise wird das Finanzamt beim Bearbeiten Deiner im Jahr 2021 anstehenden Steuererklärung weitere Nachweise sehen wollen, dass Dein Zuhause 2020 zumindest zeitweilig Dein Arbeitsplatz war. Trage deshalb am besten auch im Jahr 2021 in einem Kalender ein, an welchen Arbeitstagen Du zuhause gearbeitet hast und wann Du zum Betrieb gependelt bist.

Prüfe mithilfe unserer Checkliste welche Ausgaben Du als Werbungskosten absetzen kannst, wenn Du wegen Corona im Homeoffice arbeitest.

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Welche Kosten kannst Du absetzen und was nicht?

Anteilige Kosten ermitteln - Die Kosten Deines häuslichen Arbeitszimmers setzt Du anteilig als Werbungskosten oder Betriebsausgaben von der Steuer ab. Sofern keine direkte Zuordnung möglich ist, teile diese anteiligen Kosten auf – nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche einschließlich des Arbeitszimmers. Dazu gehören vor allem:

  • Miete,
  • bei Immobilienbesitzern stattdessen die Gebäudeabschreibung und
  • Schuldzinsen für Kredite, die zur Anschaffung, Herstellung oder Reparatur des Gebäudes oder der Eigentumswohnung verwendet worden sind,
  • Wasser-, Abwasser- und Energiekosten,
  • Reinigungskosten,
  • Grundsteuer,
  • Müllabfuhrgebühren,
  • Schornsteinfegergebühren,
  • Beiträge zum Mieterverein (bei Eigentümern: Haus- und Grundeigentümerverein),
  • Fehlbelegungsabgabe,
  • Wohngebäude- und Hausratversicherung,
  • Rechtsschutzversicherung für Immobilieneigentümer sowie
  • Renovierungskosten, die das gesamte Haus (zum Beispiel Heizung, Haustür, Fenster und Dach) oder Allgemeinflächen betreffen, wie das Treppenhaus.

Voll abzugsfähige Kosten - Während Du die oben genannten laufenden und einmaligen Kosten nur anteilig absetzen kannst, darfst Du die Renovierungskosten für das Arbeitszimmer komplett geltend machen. Auch Deine Aufwendungen für die Ausstattung des Zimmers, zum Beispiel Tapeten, Teppiche, Fenstervorhänge, Gardinen und Lampen, gehören dazu.

Einrichtungsgegenstände als Arbeitsmittel angeben - Denk daran, auch die Kosten für die Einrichtung Deines Arbeitszimmers wie Regale, Schreibtisch oder Bürostuhl als Werbungskosten anzusetzen. Diese Kosten sind genauso wie die für die Ausstattung voll abzugsfähig.

Arbeitsmittel kannst Du steuerlich geltend machen unabhängig davon, ob das Finanzamt Dein Arbeitszimmer anerkennt. Wo sich die Gegenstände in Deiner Wohnung befinden, spielt dabei keine Rolle. Voraussetzung ist nur, dass Du diese Gegenstände so gut wie ausschließlich für berufliche oder betriebliche Zwecke verwendest. Einrichtungsgegenstände kannst Du als geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) sofort absetzen, wenn der Kaufpreis inklusive Mehrwertsteuer 952 Euro (800 Euro netto) nicht übersteigt (bis 2017: 487,90 brutto, 410 Euro netto).

Bei höheren Anschaffungskosten musst Du Deine Kosten über die Dauer der Nutzung verteilen. Das nennt sich Abschreibung. Die amtliche Nutzungsdauer zum Beispiel für Büromöbel liegt bei 13 Jahren. Geregelt ist dies in der „AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter“ (abgedruckt im Bundessteuerblatt 2000 I, Seite 1532). „AfA“ steht für Absetzung für Abnutzung. Hast Du beispielsweise einen Schreibtisch gebraucht gekauft, dann kannst Du von der üblichen Nutzungsdauer von 13 Jahren die bisherige Nutzungsdauer abziehen und den Kaufpreis auf die Restnutzungsdauer verteilen. Im Jahr der Anschaffung musst Du die sogenannte Jahres-AfA monatsweise kürzen.

Beispiel: Hast Du den Schreibtisch im Juli 2020 gekauft, so darfst Du ihn nur für sechs Monate, nämlich für den Zeitraum Juli bis Dezember 2020 abschreiben. Kostete er neu 1.300 Euro, so beträgt die Jahres-AfA 100 Euro. Für 2020 kannst Du aber nur 50 Euro abschreiben.

Hinweis: Das Abschreibungspotenzial kann verloren gehen. Bei 13 Jahren Abschreibungszeit für neue Büromöbel kommt es häufig vor, dass sich die Kosten gar nicht komplett absetzen lassen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Du in den Ruhestand gehst. Die Fortsetzung des Beispiels illustriert dies: Gehst Du am 31. Dezember 2020 in Rente, benötigst Du den im Juli 2020 gekauften Schreibtisch dann nicht mehr beruflich. Das Abschreibungsvolumen für 12,5 Jahre (entspricht 1.250 Euro) ginge verloren. Es bliebe bei den 50 Euro Werbungskosten.

Daher wäre es steuerlich geschickter, stattdessen ein geringwertiges Wirtschaftsgut – etwa einen preiswerten gebrauchten Schreibtisch – zu kaufen, das Du sofort abschreiben kannst. Achtung: Die Kaufbelege solltest Du während der gesamten Abschreibungsdauer und auch noch einige Jahre danach aufbewahren.

Sonderfall Gartenerneuerung - Die Kosten einer Gartenerneuerung kannst Du anteilig den Kosten Deines häuslichen Arbeitszimmers zurechnen, wenn bei einer Reparatur des Gebäudes Schäden am Garten entstanden sind. Allerdings sind nur die Aufwendungen, den Kosten des Arbeitszimmers zuzurechnen, die der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands dienen.

Luxusgegenstände bleiben außen vor - In diese Kategorie fallen beispielsweise Kunstgegenstände, die vorrangig der Ausschmückung des Arbeitszimmers dienen. Die Kosten solcher Gegenstände zählen nicht zu den abziehbaren Aufwendungen.

So kannst Du zusätzlich Steuern sparen

Höchstbetrag personenbezogen - Die Rechtsprechung beurteilt den Höchstbetrag von 1.250 Euro für ein häusliches Arbeitszimmer mittlerweile personenbezogen (BFH, Urteile vom 15. Dezember 2016, Az. VI R 53/12 und Az. VI R 86/13). Das heißt beispielsweise: Nutzt ein Paar gemeinsam ein Arbeitszimmer, kann jeder seine selbst getragenen Kosten bis zum Höchstbetrag geltend machen. Der BFH hat mit diesen Urteilen seine bislang objektbezogene Betrachtung des Arbeitszimmers aufgegeben und widerspricht auch der Finanzverwaltung. Objektbezogen bedeutet, dass das Finanzamt bisher nur den Abzug für ein Arbeitszimmer bis höchstens 1.250 Euro erlaubte, auch wenn es mehrere Personen gemeinsam nutzen.

Der BFH ändert jedoch diese Sichtweise und lässt nun den Abzug für jeden einzelnen Steuerpflichtigen zu, der das häusliche Arbeitszimmer benötigt, nutzt und hierfür Kosten trägt. Hierbei kommt es nicht auf eine konkrete Aufteilung der Nutzung zwischen zwei Partnern an. Dies ist dem BFH-Urteil mit dem Aktenzeichen VI R 86/13 zu entnehmen. Hier haben sich zwei Lebensgefährten ein Arbeitszimmer und die Kosten hierfür geteilt.

Im Urteil mit dem Aktenzeichen VI R 53/12 waren die verheirateten Lehrer zu gleichen Teilen Eigentümer eines Einfamilienhauses. Hier stellte der BFH klar, dass sich in solchen Fällen beide Miteigentümer die Kosten für das gemeinsam genutzte Arbeitszimmer jeweils zur Hälfte teilen. Falls jeder für sich die Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer erfüllt, kann auch jeder seine Kosten steuerlich geltend machen – bis maximal 1.250 Euro für jeden einzelnen, insgesamt in der Zusammenveranlagung bis zu 2.500 Euro. Wenn beide Partner gemeinsam die Mietkosten tragen, dann kann dies analog betrachtet werden wie der Fall der beiden Miteigentümer.

Dieser personenbezogene Höchstbetrag führt jedoch dazu, dass Du auch dann nur maximal 1.250 Euro im Jahr absetzen kannst, wenn Du mehrere häusliche Arbeitszimmer nutzt – unabhängig davon, ob gleichzeitig oder nacheinander oder in einem oder verschiedenen Haushalten. Dies stellte der BFH fest (Urteil vom 9. Mai 2017, Az. VIII R 15/15). 

In dem Fall hatte der Steuerpflichtige aufgrund einer doppelten Haushaltsführung zwei Wohnsitze. Er bereitete in beiden Wohnungen Seminare vor und nutzte daher zwei Arbeitszimmer parallel. Der Kläger erzielte als Dozent Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit. Der BFH kappte die als Betriebsausgaben absetzbaren Kosten für die Arbeitszimmer auf den gesetzlichen Höchstbetrag von 1.250 Euro.

Diese Begrenzung gilt immer dann, wenn das häusliche Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt. Sie gilt außerdem, wenn jemand zwei Arbeitszimmer im selben Haushalt nutzt oder – beispielsweise nach einem Umzug – in verschiedenen Wohnungen.

Flur, Küche und Toilette - Die Kosten für die Renovierung eines privat genutzten Badezimmers oder eines Flurs kannst Du nicht bei den Aufwendungen für ein Arbeitszimmer berücksichtigen. Bad und Flur dienen ausschließlich privaten Wohnzwecken. Baumaßnahmen bezüglich eines privat genutzten Raums führen nicht zu allgemeinen Gebäudekosten, die nach dem Flächenverhältnis aufzuteilen und anteilig abzugsfähig sind (BFH, Urteil vom 14. Mai 2019, Az. VIII R 16/15).

Selbst wenn Du einen beruflichen Anteil Deiner Toilettenbenutzung ermittelt hast, kannst Du die Kosten, die für die Renovierung eines Gäste-WCs angefallen sind, nicht abziehen. Mit diesem Versuch ist ein Betriebsprüfer des Finanzamts vor dem Finanzgericht Baden-Württemberg mit Urteil vom 21. Januar 2013 (Az. 9 K 2096/12) gescheitert. Die Führung eines Toiletten-Tagebuchs hat ihm also nichts gebracht.

Der BFH hat in einem anderen Fall klar entschieden, dass Kosten für gemischt genutzte Nebenräume überhaupt nicht absetzbar sind, sobald die private Mitbenutzung die „Unerheblichkeitsschwelle“ überschreitet (BFH, Urteil vom 17. Februar 2016, Az. X R 26/13). Eine selbstständige Lebensberaterin, die von ihrem häuslichen Arbeitszimmer aus ihre Dienstleistung anbot, wollte anteilig Betriebsausgaben abziehen für die gewerbliche Mitbenutzung von Flur, Toilette und Küche – erfolglos. Ihr Argument, dass sie die kompletten Mietkosten – auch für die Nebenräume – eines externen Büros absetzen dürfte, überzeugte die Richter nicht. Denn in diesem Fall liege eine ausschließlich betriebliche Nutzung vor. Bei einer gemischten Nutzung entfällt folglich der Abzug als Betriebsausgabe oder Werbungskosten. Nur die Kosten für das Büro selbst führten im entschiedenen Fall zu Betriebsausgaben.

Vermietung an den Arbeitgeber - Eine Option kann sein, dass Du einen Raum in Deiner Wohnung an Deinen Arbeitgeber vermietest. Dann hast Du kein häusliches Arbeitszimmer, sondern nutzt einen Büroraum Deines Arbeitgebers. Du schließt dazu einen unbefristeten Mietvertrag ab und erzielst – sofern das Finanzamt den Vertrag anerkennt – Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Im Gegenzug winkt Dir der volle Kostenabzug bei dieser Einkunftsart. Wichtig ist, dass das vorrangige Interesse Deines Arbeitgebers überwiegt. Indizien dafür sind zum Beispiel, dass Du in der Firma keinen geeigneten Arbeitsplatz hast, Dein Arbeitgeber auch mit anderen Mitarbeitern solche Verträge abgeschlossen hat oder Du gezwungen bist, den Raum auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten zu nutzen.

Was solltest Du beachten?

Mittelpunkt der Tätigkeit - Ausschlaggebend für die Beurteilung, ob das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt Deiner gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt, ist der inhaltliche, qualitative Schwerpunkt sämtlicher Tätigkeiten, die Du ausübst. Der zeitliche Umfang ist nur ein Indiz. Daher kann das häusliche Arbeitszimmer auch bei einer Außendiensttätigkeit der Tätigkeitsmittelpunkt sein.

Möglicherweise übst Du nur eine berufliche oder betriebliche Tätigkeit aus, die Du in qualitativer Hinsicht gleichwertig sowohl im häuslichen Arbeitszimmer als auch am außerhäuslichen Arbeitsort erbringst. Dann liegt der Mittelpunkt Deiner gesamten beruflichen und betrieblichen Betätigung im häuslichen Arbeitszimmer, sofern Du mehr als die Hälfte der Arbeitszeit im häuslichen Arbeitszimmer tätig bist. Für Hochschullehrer mit Lehrverpflichtung und Richter am Amtsgericht ist übrigens bereits höchstrichterlich entschieden, dass der Mittelpunkt ihrer beruflichen Tätigkeit nicht im häuslichen Arbeitszimmer liegt.

Kein anderer Arbeitsplatz - Dass Dir wirklich kein anderer Arbeitsplatz für Deine berufliche oder betriebliche Tätigkeit zur Verfügung steht, musst Du belegen. Die Art Deiner Tätigkeit kann dafür Anhaltspunkte bieten. Zusätzliches Indiz kann eine entsprechende Bescheinigung Deines Arbeitgebers sein. Wenn Du mehrere berufliche oder betriebliche Tätigkeiten nebeneinander ausübst, prüft das Finanzamt für jede Tätigkeit, ob Du nicht einen anderen Arbeitsplatz nutzen könntest. Ein anderer Platz steht Dir für Deine berufliche Tätigkeit aber nur dann zur Verfügung, sofern Du jederzeit für die dienstlich erforderlichen Büroarbeiten auf einen für Dich nutzbaren, büromäßig ausgestatteten Arbeitsplatz zugreifen kannst.

Telearbeitsplatz - Hast Du Dir daheim einen Telearbeitsplatz eingerichtet, an dem Du zum Beispiel immer am Montag arbeitest, kannst Du die Kosten dafür nicht absetzen. Es steht Dir nämlich im Büro ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung (BFH, Urteil vom 26. Februar 2014, Az. VI R 40/12).

Poolarbeitsplatz - Etwas anderes kann bei Poolarbeitsplätzen gelten. Wenn acht Prüfern eines Finanzamts nur drei Poolarbeitsplätze zur Verfügung stehen, dann können diese die Kosten für ihr häusliches Arbeitszimmer absetzen. Das hat der BFH bestätigt (Urteil vom 26. Februar 2014, Az. VI R 37/13).

Nutzung für verschiedene Zwecke - Falls Du ein häusliches Arbeitszimmer für unterschiedliche Arbeiten nutzt – genauer gesagt für mehrere Einkunftsarten –, zum Beispiel als Arbeitnehmer und als selbstständiger Schriftsteller, dann musst Du Deine Ausgaben für den Raum auf die verschiedenen Einkunftsarten aufteilen. Du schreibst also auf, wie lange Du den Raum für welche Arbeit nutzt. Deinen Aufwand kannst Du dann entsprechend der zeitlichen Nutzungsanteile der jeweiligen Einkunftsart zuordnen. 

Beispiel: Für das Arbeitszimmer hast Du im Jahr 4.000 Euro ausgegeben. Den Raum nutzt Du jeweils zur Hälfte für nichtselbstständige Arbeiten und für selbstständige Tätigkeiten. Je Einkunftsart hast Du also 2.000 Euro Kosten. Insgesamt darfst Du jedoch nur den Höchstbetrag von 1.250 Euro absetzen. Diesen Betrag kannst Du zum Beispiel als Betriebsausgaben von den Einkünften als Schriftsteller abziehen. Alternativ könntest Du 1.250 Euro als Werbungskosten absetzen. 

Der Höchstbetrag muss jedoch nicht in Teilhöchstbeträge auf die verschiedenen Einkunftsarten aufgeteilt werden, wie es fälschlicherweise das Sächsische Finanzgericht gemacht hat. Es schätzte in einem entschiedenen Fall, dass der Steuerzahler sein Arbeitszimmer jeweils zur Hälfte für selbstständige und nichtselbstständige Einkünfte nutzte. Dann teilte es den Höchstbetrag von 1.250 Euro dementsprechend auf und bildete Teilhöchstbeträge in Höhe von jeweils 625 Euro. Es wollte sodann nur 625 Euro Betriebsausgaben zulassen. Das Finanzamt hatte zuvor den Steuerabzug sogar komplett versagt. Der BFH hält beides für falsch (Urteil vom 25. April 2017, Az. VIII R 52/13). Der Steuerzahler kann demnach seine Aufwendungen bis zum gesetzlichen Höchstbetrag von 1.250 Euro in voller Höhe ausschöpfen.

Steuererklärung - Die Kosten fürs Arbeitszimmer trägst Du als Arbeitnehmer wie alle Werbungskosten in der Anlage N Deiner Steuererklärung ein. Bei Selbstständigen gehören die Raumkosten zu den Betriebsausgaben.

Unternehmer - Selbstständige, die betriebliche Räume angemietet haben, aber dort beispielsweise vertrauliche Verwaltungstätigkeiten nicht erledigen können, dürfen bis zu 1.250 Euro für ein häusliches Arbeitszimmer absetzen. Entschieden hat dies der BFH für einen Logopäden, der sogar zwei Praxisräume gepachtet hatte (BFH, Urteil vom 22. Februar 2017, Az. III R 9/16). Dort praktizierten während der üblichen Arbeitszeit überwiegend seine vier Angestellten. Für die Büro- und Abrechnungstätigkeiten stand ihm in dieser Zeit der Schreibtisch nicht zur Verfügung, weshalb er diese Arbeit von zuhause erledigte. Dass er sie in den Praxisräumen – auch außerhalb der Öffnungszeiten – erledigt, sei ihm nicht zuzumuten, entschied der BFH.

Steuerfalle Immobilienverkauf

Angenommen, Du hast die Kosten Deines Arbeitszimmers von der Steuer absetzen können und der Raum befindet sich in einer Immobilie, die Dir gehört. Solltest Du Dich innerhalb der zehnjährigen Spekulationsfrist zu einem Verkauf des Objekts entschließen, lauert eine Steuerfalle. Du musst gegebenenfalls einen Gewinn aus einem privaten Veräußerungsgeschäft versteuern, der anteilig auf Dein häusliches Arbeitszimmer entfällt, weil diese Nutzung nach Ansicht der Finanzverwaltung nicht als wohnlich gilt. Maßgebend ist hierbei das Nutzflächenverhältnis. Bist Du betroffen, solltest Du frühzeitig mit einer Umwidmung beginnen und den Raum gezielt privat nutzen – beispielsweise zum Wäschetrocknen.

Falls das Finanzamt einen anteiligen Veräußerungsgewinn besteuern will, solltest Du Dich mit einem Einspruch innerhalb eines Monats dagegen wehren. Berufen kannst Du Dich auf ein anhängiges Verfahren beim Bundesfinanzhof (Az. IX R 27/19). In der Vorinstanz hat das Finanzgericht (FG) Baden-Württemberg eine Besteuerung abgelehnt (Urteil vom 23. Juli 2019, Az. 5 K 338/19). 

Ebenfalls zugunsten der Kläger hat das FG Köln entschieden (Urteil vom 20. März 2018, Az. 8 K 1160/15). Der Fall: Ein Ehepaar konnte jahrelang 1.250 Euro an Werbungskosten für ein häusliches Arbeitszimmer geltend machen. Nach neun Jahren verkaufte es seine Eigentumswohnung. Das Finanzamt unterwarf den auf das Arbeitszimmer entfallenden Gewinn von rund 36.000 Euro der Besteuerung, da insoweit keine steuerfreie eigene Wohnnutzung vorliege.

Dem widersprach das FG Köln. Es vertrat die Auffassung, dass ein Arbeitszimmer nicht zu einer anteiligen Besteuerung des Veräußerungsgewinns führt. Das Arbeitszimmer sei nämlich in den privaten Wohnbereich integriert und stelle kein selbstständiges Wirtschaftsgut dar. Eine Besteuerung widerspreche dem grundsätzlichen Abzugsverbot von Kosten für häusliche Arbeitszimmer. Zunächst hat die Finanzverwaltung gegen dieses Urteil Revision eingelegt, diese aber zurückgenommen.

Homeoffice-Pauschale für die Jahre 2020 und 2021

Falls Du in den Jahren 2020 und 2021 von zuhause arbeitest und die steuerrechtlichen Voraussetzungen für ein Arbeitszimmer nicht erfüllst, kannst Du von der neu eingeführten Homeoffice-Pauschale profitieren.

Demnach kannst Du für jeden Arbeitstag, den Du ausschließlich im Homeoffice verbringst, 5 Euro abziehen. Dieser Abzug ist auf 120 Tage begrenzt, so dass Du pro Jahr höchstens 600 Euro absetzen kann. Allerdings wird die Homeoffice-Pauschale in die Werbungskostenpauschale eingerechnet. Daher können nur Arbeitnehmer, die mit ihren gesamten Werbungskosten über 1.000 Euro kommen, von ihr profitieren.

Hast Du ein Arbeitszimmer, kannst Du weiterhin Deine Arbeitszimmerkosten absetzen. Deine mitwohnende Partnerin, die nur eine Arbeitsecke hat, kann aber zusätzlich die neue Homeoffice-Pauschale geltend machen. Das könnt Ihr also in der gemeinsamen Steuererklärung kombinieren.

Mit der Tagespauschale werden die Mehraufwendungen für die Nutzung der Wohnung abgegolten, insbesondere auch für Strom, Heizung und weitere Raumkosten. Berufliche Telefon- und Internetkosten kannst Du zusätzlich absetzen. Hierfür gibt es ohne Einzelnachweise eine Begrenzung auf 20 Prozent des Rechnungsbetrags, höchstens 20 Euro monatlich.

Geregelt ist die Homeoffice-Pauschale im Jahressteuergesetz 2020, das der Bundesrat am 18. Dezember 2020 verabschiedet hat (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 4 EStG).

Autor
Udo Reuß

21. Dezember 2020


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