Geldmarkt-ETF in ACWI umschichten und nach und nach wieder aufbauen?

  • Ich finde den Ansatz der prozentualen Assetlokalisation hinterfragungswürdig

    Absolut, der eine möchte gerne so, der andere so.

    Der eine steht im Leben hier, der andere dort.

    mMn gibt es hier nicht D I E richtige Entscheidung.

    Zumindest für mich:

    • Notgroschen kann losgelöst von der AA fix bspw. 3-6 Netto Einkommen oder Monatsbedarf ausmachen
    • Die eigentliche AA würde zumindest ich prozentual ausrichten und von Zeit zu Zeit rebalancen
  • Ich finde den Ansatz der prozentualen Assetlokalisation hinterfragungswürdig. Für mich muss der Sicherheitsanteil nicht unbedingt mit dem Renditeanteil prozentual mitwachsen. Der Sicherheitsanteil soll groß genug sein, um die Risiken und Unwägbarkeiten abzupuffern. Diese wachsen nicht automatisch mit dem Aktienanteil mit (höchstens mit der Inflation oder mit veränderten Lebensumständen). Daher darf der Sicherheitsanteil bleiben wie er ist, wenn er gefüllt ist. Der Rest wird angelegt und darf vor sich hinwachsen, auch wenn die Gesamtverteilung dadurch risikoorientierter / renditeorientierter wird.

    Ich sehe das nicht anders. Ich mag den Ansatz x Nettogehälter als Puffer zu rechnen. Ich hatte mal mit Prozentsätzen angefangen. 10% Sicherheitsbaustein galt als offensiv. Nur hätte ich dafür nun 56k im Geldmarkt haben müssen.

    Ein anderer Ansatz, den Puffer ans Lebensalter zu knüpfen wäre noch drastischer. 100 Minus Lebensalter gilt wohl als überholt, müsste dafür sogar ACWI-Anteile umschichten.

    Daher scheint die Regel mit den Nettogehältern nicht ganz falsch. Denn die orientiert sich etwas mehr an der Realität.

    Ein andere Punkt ist die Anlagesumme. 10% von 100k könnte noch zu wenig sein, von 1 Mio wären 10% vielleicht zu viel.

  • Ich finde den Ansatz der prozentualen Assetlokalisation hinterfragungswürdig. Für mich muss der Sicherheitsanteil nicht unbedingt mit dem Renditeanteil prozentual mitwachsen. Der Sicherheitsanteil soll groß genug sein, um die Risiken und Unwägbarkeiten abzupuffern. Diese wachsen nicht automatisch mit dem Aktienanteil mit (höchstens mit der Inflation oder mit veränderten Lebensumständen). Daher darf der Sicherheitsanteil bleiben wie er ist, wenn er gefüllt ist. Der Rest wird angelegt und darf vor sich hinwachsen, auch wenn die Gesamtverteilung dadurch risikoorientierter / renditeorientierter wird.

    Ja, so mache ich selbst das bei meinem Geld ja auch. Keine prozentuale Verteilung, sondern einen absoluten Betrag, der den Liquiditätsbedarf + etwas Puffer abdeckt. Aber: Ich bin um einiges jünger als der Threadstarter (habe also noch deutlich länger bis zur Rente und damit Entnahmephase) und habe auch noch andere Vermögensbestandteile (z.B. selbst genutzte Immobilie, Rentenanwartschaft etc.), die aufs gesamte Vermögen gesehen die Aktienquote dann doch wieder deutlich geringer werden lassen.

    Der Threadstarter hat aber ursprünglich überlegt, bis auf 7k im Tagesgeld alles in Aktien zu stecken. Das ist schon ein eher extremer Ansatz selbst für Leute, die sagen, es muss keine prozentuale Allokation geben sondern ein fester Betrag X reicht.

  • Daher scheint die Regel mit den Nettogehältern nicht ganz falsch. Denn die orientiert sich etwas mehr an der Realität.

    Das mache ich tatsächlich ähnlich.

    Wobei ich eher in "monatliche Netto-Ausgaben" rechne (wahlweise noch mit "verzichtbar" und "unverzichtbar"). Denn wenn man - als Beispiel - von 5.000 EUR Netto-Gehalt jeden Monat 1.500 EUR in einen ETF für die Rente spart und weitere 500 EUR für verzichtbare Spaß-Ausgaben raushaut (was auch immer man darunter versteht), benötigt man eben nur 3.500 EUR (mit unverändertem Lebensstandard) bzw. 3.000 EUR im Monat (mit etwas eingeschränktem Lebensstandard).

    Da macht es schon einen Unterschied, ob man sagt, man möchte z.B. sechs Netto-Gehälter als Reserve auf dem Tagesgeld haben (= 30.000 EUR) oder unverzichtbare Netto-Ausgaben für sechs Monate (= 18.000 EUR). Oder umgekehrt gerechnet, ein Notgroschen von 30.000 EUR (= sechs Netto-Monatsgehälter) reicht tatsächlich, um zehn Monate zu überbrücken.

    Je höher die Sparrate und der verzichtbare Konsum, desto größer wird der Unterschied zwischen Netto-Gehalt und monatlicher unverzichtbarer Netto-Ausgabe.

    Für den Fall Arbeitslosigkeit wäre ja zunächst sogar nur die Differenz zu Arbeitslosengeld aus der Reserve abzudecken. Auch das relativiert nochmal den Bedarf.

    Das ist aber im Grunde Geschmackssache.

  • Elgob

    Wie handhabst du das mit Notgroschen und Asset Allocation?

    für mich ist mein Notgroschen Bestandteil vom RK1

    Elgob
    2. November 2025 um 17:07
  • Mal konkret: Was muss ich Brutto verkaufen, um auf 20k Netto zu kommen, bei einem Geldmarkt-ETF? KI sagt 20450 € kann das stimmen?

    Es handelt sich um den: LU1190417599.

    Das kann weitaus weniger sein und hängt davon ab, seit wann da (mindestens) 20.000€ drin sind. Wenn die da schon 2015 drin waren, wirst du mehr verkaufen müssen als bei kürzerer Haltedauer, weil die Steuerlast höher ist.

    Ich würde aber, wie gesagt, an der Allokation nichts ändern oder sogar mehr auf Sicherheit gehen.

  • Wobei ich eher in "monatliche Netto-Ausgaben" rechne (wahlweise noch mit "verzichtbar" und "unverzichtbar").

    Dieser Ansatz würde bei mir dann doch wieder für 20k statt 30k sprechen. Vielleicht fühllt sich der Puffer deshalb für mich zu überdimensioniert an.

    Das kann weitaus weniger sein und hängt davon ab, seit wann da (mindestens) 20.000€ drin sind. Wenn die da schon 2015 drin waren, wirst du mehr verkaufen müssen als bei kürzerer Haltedauer, weil die Steuerlast höher ist.

    Ich würde aber, wie gesagt, an der Allokation nichts ändern oder sogar mehr auf Sicherheit gehen.

    Liegt dort seit 2023, bzw. Wurde seit dem zum Teil auf die 30k bei Sparplan aufgestockt.

    Ich würde jetzt ja nur noch von 30k auf 20k reduzieren. Und da denke ich wirklich, die 10k sind egal.

  • Sicherheitsbaustein gehört für mich nicht prozentual sondern wie lang will ich damit überbrücken können?

    Ich hab auch ein recht günstiges Leben, fahr derzeit ca. 100% Aktienquote (keine 5k Tagesgeld, aber auch ein gehebelter ETF). Das ist für mich voll okay weil ich nicht mehr brauche und im Turbo Vermögen aufbauen will. Später werde ich vielleicht 50k sicher haben, so das ich an die 3 Jahre allein davon leben könnte in schlechten Marktphasen und da dann eventuell auch keinen Job oder nur einen kleinen hab.

  • Insofern würde ICH mit den 20k etwas mehr ins Risiko

    Ich überlege ja noch von den fast 32k auf 20k runter zu gehen. Dann denke ich aber wieder, 10k mehr oder weniger im ACWI bringen es auch nicht.

    Und wenn ich an meinen Plan denke 5 Jahre vor Rente 100k in den Geldmarkt zu investieren, würden mir die 10k dort ja quasi fehlen.

    Zudem versuche ich ja regelbasiert zu investieren. Dort lautet die Regel: Je näher an der Rente, desto weniger Risiko. Ich würde damit das Gegenteil tun.

    Und wie gesagt: was sind 10k bei 560k Gesamtdepot.

  • Das wären 1.388 EUR im Monat. Kannst du alleine davon echt leben? Mit Miete, Nebenkosten, Krankenversicherung, Lebensmittel und allem drum und dran?

    Derzeit brauche im Durchschnitt 1,3k. da ist auch Urlaub mit drin aber keine Krankenversicherung da ich die derzeit mit Job ja nicht zahlen muss. Also ja, ggf. bräuchte ich dann mehr Geld falls ich auch in jobloser Situation 3 Jahre schaffen will.

  • Ich überlege ja noch von den fast 32k auf 20k runter zu gehen. Dann denke ich aber wieder, 10k mehr oder weniger im ACWI bringen es auch nicht.

    Und wenn ich an meinen Plan denke 5 Jahre vor Rente 100k in den Geldmarkt zu investieren, würden mir die 10k dort ja quasi fehlen.

    Zudem versuche ich ja regelbasiert zu investieren. Dort lautet die Regel: Je näher an der Rente, desto weniger Risiko. Ich würde damit das Gegenteil tun.

    Und wie gesagt: was sind 10k bei 560k Gesamtdepot.

    Es ist am Ende Jacke wie Hose. 10k hin oder her bei solchen Größenordnungen sind schlicht egal, mach es, wie Du Dich wohler fühlst!

  • Es ist am Ende Jacke wie Hose. 10k hin oder her bei solchen Größenordnungen sind schlicht egal, mach es, wie Du Dich wohler fühlst!

    Regelbasiert sollte nach und nach eher den Puffer aufbauen, wurde hier auch schon empfohlen. Das werde ich allerdings erst 5 Jahre vor Renteneintritt tun.

  • Vermögensaufbau ist inzwischen auch mein etwas krankes Hobby geworden.

    Und ich dachte schon ich wäre alleine :-). Wird vermutlich schwer werden das Geld auch sinnvoll auszugeben.

    Vielleicht ein Anfang

    Das Buch hat mir einige Anregungen und Impulse geben. Allerdings ist es für die Situation hier in Deutschland nicht ganz so gut. Mir gefällt nicht, dass es von einem Millionär geschrieben wurde (meist nicht die normale Lebensrealität behandelt) und zu 90% die speziellen amerikanischen Gegebenheiten adressiert. Die Hauptaussagen "verpasse nicht den Punkt des entsparens und wandle so gut es geht das Geld in Erinnerungen um" lassen sich m.E. auf 2 oder 3 Seiten zusammenfassen.

    Level 1 Asset Allocation bei uns (Meiner Frau und mir) aktuell

    • Immobilien (Selbstbewohnt und vermietet) 49% -> Ziel 35%
    • Aktien in ETFs 20% -> Ziel 35%
    • GRV, PRV, Pensionskasse (Barwert) 26% -> Ziel 20%
    • Liquide Mittel wie Giro und TG Konto 4% -> Ziel 5%
    • Gold, Silber, Krypto 1% -> Ziel (max. 5%)

    Bei uns ähnlich (Ziel):

    30% Aktien

    30% Immobilien

    30% Renten

    10% Liquide Mittel und sichere Anlagen

  • Es gibt seit einiger Zeit money+mind. Hatte den Newsletter mal zwei Monate abonniert. Er passt perfekt zum Thema hier. Da ich über die Jahre schon vieles gelesen habe, waren mir die Inhalte weitgehend bekannt. Ist gut gemacht.

  • Und ich dachte schon ich wäre alleine :-). Wird vermutlich schwer werden das Geld auch sinnvoll auszugeben.

    Ich nenne das gern umgekehrte Spielsucht. Wenn man verinnerlicht, dass ein Cappuchino eigentlich viel mehr kostet als die 3,5 € im Café. Sondern auch die über Jahre eingebüßte Rendite auf das Geld, kann es zu Knauserigkeit führen.

    Ein gesunder Mittelweg wäre richtig.

  • Ich nenne das gern umgekehrte Spielsucht. Wenn man verinnerlicht, dass ein Cappuchino eigentlich viel mehr kostet als die 3,5 € im Café. Sondern auch die über Jahre eingebüßte Rendite auf das Geld, kann es zu Knauserigkeit führen.

    Ein gesunder Mittelweg wäre richtig.

    Ja, das geht mir ähnlich. Ich müsste mir kein Essen ins Büro mitnehmen. Aber warum sollte ich nicht? Allerdings habe ich bei uns erkannt, dass wir logisch betrachtet das kumulieren einstellen müssten. Aber es ist wie Du geschrieben hast eine Sucht, es ist Selbstzweck und wurde über die Jahre zum Teil der eigenen Persönlichkeit. Das sparen perferktioniert.

    Aber wir versuchen das für uns Möglichste ^^, z.B. mehr Urlaube zu machen mit den (fast) erwachsenen Kindern, mehr bewusst für die Gesundheit auszugeben, Steuerberater zu nehmen, nicht mehr alles im und ums Haus selber zu machen, sondern auch mal nen Handwerker kommen lassen, beim neuen Auto jetzt auch mal mehr anzukreuzen, als vielleicht notwendig.

    Die Erkenntnis ist da, aber müssen noch üben, das Geld auch jetzt sinnvoll zu verwenden und für´s Erste nicht noch mehr anzuparen.

  • Ich nenne das gern umgekehrte Spielsucht.

    Du magst teilweise nicht ganz unrecht haben. Allerdings bin ich lieber auf der Seite, dass ich jeden Tag schaue, wo ich evtl. noch etwas sparen kann, als auf der Suche nach Geld zu sein, um beispielsweise einen Spielautomaten zu füttern.

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • Aber wir versuchen das für uns Möglichste ^^ , z.B. mehr Urlaube zu machen mit den (fast) erwachsenen Kindern, mehr bewusst für die Gesundheit auszugeben, Steuerberater zu nehmen, nicht mehr alles im und ums Haus selber zu machen, sondern auch mal nen Handwerker kommen lassen, beim neuen Auto jetzt auch mal mehr anzukreuzen, als vielleicht notwendig.

    Klingt nun aber nicht nach einem extrem verzichtvollen Lebensstil. Aber klar, es ist alles relativ. Statt einem Haus kann man auch eine Villa bewohnen und statt einem Auto mehrere oder noch nen Jet dazu haben.

    Du magst teilweise nicht ganz unrecht haben. Allerdings bin ich lieber auf der Seite, dass ich jeden Tag schaue, wo ich evtl. noch etwas sparen kann, als auf der Suche nach Geld zu sein, um beispielsweise einen Spielautomaten zu füttern.

    Ich weiß auch wie es sich anfühlt zwingend Geld zu brauchen, aus Studienzeiten. Geld ist wie eine Droge. Ich bin mir sicher, man würde viel tun, wenn man zwingend Kohle benötigt. Nicht umsonst gehen manche Frauen auf den Strich und Männer werden zu Mördern. Kein Geld zu haben kann das mit dir machen. Ich möchte auch nicht arm sterben oder als Rentner Flaschen sammeln müssen.

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