BaV fondsgebundene Rentenversicherung

  • Liebe Community,


    nachdem ich für mich bereits durch die hier vorhandene Expertise wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen treffen konnte, möchte ich auch für meine Freundin mit euch ein Produkt kritischt begutachten. Ich nehme an, dass auch hier unser Finanzberater nicht ausschließlich unsere wirtschaftlichen Interessen im Blick hatte.

    Ihr Alter: 41 Jahre

    BaV Volkswohlbund, Tarif FGR.


    Monatsbeitrag: 317 €

    Arbeitgeberzuschuss: 26 €

    Summe der gezahlten Beiträge: 3.941 €

    jährliche Abschluss- und Vertriebskosten: 547,48 €

    einbehaltene Verwaltungskosten: 312 €

    Vertragsguthaben. 3245 €

    Leistungen im Falle einer Kündigung: 3022 €

    Fonds: Amundi MSCI World SRI Climate Paris Aligned IE000Y77LGG9


    Rentenbeginn 01.03.2052

    Mindestens Monatsrente: 166 €

    Kapitalabfindung, mindestens 80 % der Hauptversicherungsbeiträge: 82500 €


    Erachtet ihr das als sinnvolles Produkt, das man so weiterlaufen lassen kann?

    Oder sollte/muss/kann man das kündigen und in einen FTSE All World stecken?


    Vielen Dank bereits im Voraus für eure Zeit und das Teilen eures Erfahrungsschatzes.

  • Liegst Sie mit ihrem Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze (8450 € mtl.) für die Rentenversicherung? Dann würde sich das nicht negativ auf deine gesetzliche Rente auswirken.

    Wenn doch ist es noch schlimmer.

    Dein Arbeitgeber muss mindestens 15 % zusteuern.


    Wenn ich 26 Jahre über 300€ einzahle und nur eine Rente von gerade mal der hälfte garantiert bekomme muss ich diese Rente über 50 Jahre beziehen. Klingt für mich nach einem sehr schlechten Deal.


    Schnelles Fazit: Beitragsfrei stellen. ASAP.

    Im Beispiel von Hartmut Walz heißt die Person Petra:

    bAV - Betrübliche Altersversorgung - Prof. Dr. Hartmut Walz

  • Erachtet ihr das als sinnvolles Produkt, das man so weiterlaufen lassen kann?

    EiEiEi,
    das ist ja mal wieder eine ganz tolle 'Versicherung'.
    Monatlicher Beitrag heute 317€ und dann eine garantierte Rente von 166€. =O
    Dagegen ist ja selbst meine stillgelegte bAV ein Traumprodukt. ;)

    Ich würde erstmal prüfen, ob eine vorzeitige Kündigung überhaupt möglich wäre. Bei meiner bAV war eine vorzeitige Kündigung nicht möglich und mein Geld 'gammelt' da noch bis 2037 vor sich hin.
    Ich schließe mich Horst Talski an. ASAP weg damit oder beitragsfrei stellen.

    Ab 2027 gibt es das neue Altersvorsorgedepot. Unbedingt bei Finanztip schauen welche Anbieter da zukünftig empfohlen werden! Und bei noch > 25 Jahren bis zur Rente kann man auch risikoreich anlegen. Also keinesfalls ein Produkt mit 80% Garantie wählen.
    Und natürlich das eigene ETF-Depot besparen. Gern mit dem FTSE All World.

  • Wenn ich 26 Jahre über 300€ einzahle und nur eine Rente von gerade mal der hälfte garantiert bekomme

    Auch, wenn ich Deiner sonstigen Schlussfolgerung folge, woher sollen die 300€ kommen? Das sind 317€ Brutto. Mal unter den Annahme, dass dies kein Minijob ist, sind auf diese 317€ Steuern und Sozialabgabne zu zahlen. Da bleiben wohl höchstens 200€ Netto für den privaten ETF übrig.

    Trotzdem wären mir die Kosten hier viel zu hoch. Der AG Anteil ist zu gering (sogar unter den Gesetzlichen 15%).

    Wenn am Ende eine Rente gewünscht ist, kann man sich später im Jahr (nicht heute, es sind noch keine Konditionen bekannt) das AV-Depot ansehen. Sonst halt das Netto in den genannten FTSE All-World stecken, dies genauso konsequent durchhalten wie die BAV-Beiträge, davon ausgehen, dass man nie Grundsicherung beziehen wird und sich am Ende halt selber darum kümmern, dass man sich eine lebenslange Rente auszahlt.

  • Hallo.

    Der Vertrag scheint sich für Dich nicht zu lohnen.

    Besteht der Zuschuss durch den AG ggf. aus vermögenswirksamen Leistungen und Du sparst aktuell gar keine SV-Beiträge ein? Ansonsten macht das Verhältnis 26 : 317 keinen Sinn.

  • Moin Captain_Tsubasa

    Aus eigener Erfahrung bin ich kein Freund der bAV (mehr).

    Vorteile (vielleicht)

    • Ggf. ordentlicher Zuschuss vom AG (für mich hier überschaubar)
    • Steuerliche Anreize: Senkt Brutto, damit auch Steuer, damit aber Einzahlung in die DRV
    • Versicherung: lebenslange Rente

    Nachteile

    • Häufig hohe Kosten
    • Unflexibel, gerade bei AG Wechsel oder gar Arbeit i Ausland
    • Häufig keine gute Rendite

    Am Ende gibt es mMn doch recht viele.Stellschrauben, die es bei einem Abwägen für oder gegen das Produkt zu einer komplexen Berechnung machen.

    Für mich ist v.a. die Unflexibilität und die im Vergleich zum DIY Portfolio magere Rendite ein Argument: eher nicht weiter.

  • Ja, das hat geklappt

    Interessant.
    Ich frage mich dann, warum überall steht, dass eine bAV nur in Ausnahmefällen gekündigt werden kann? Mir hat die Versicherung seinerzeit ganz klar mitgeteilt, dass ich nur beitragsfrei stellen kann und eine vorzeitige Kündigung und Auszahlung nicht möglich ist. :cursing:

    EDIT: Habe gerade gesehen, dass es ja um unter 4.000€ geht. Da greift wahrscheinlich die Bagatellgrenze.

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