Depot Verschmelzung - Buy and Hold oder vereinfachen

  • Hallo,

    ich habe vor einigen Jahren mit einem Robo (bei Quirion) meine Geldanlage begonnen und war damit auch soweit zufrieden. Da mich das Thema Geldanlage aber interessiert hat , habe ich mittlerweile auch ein weiteres Depot was ich selber verwalte. Da ich mir das nun selber zutraue, Gebühren sparen kann und das ganze Vereinfachen möchte , werde ich den Robo auflösen und die Depots zusammen führen.

    Dabei kommen jetzt insgesamt so um die 30 Wertpapiere zusammen. Die Frage ist nun - was würdet Ihr machen:
    - Das Depot vereinfachen und die zum Teil sich überlagernden ETFS (z.B. Kommer , Amundi Prime Global usw) verkaufen, auch wenn das steuerlich nicht so doll ist
    - oder einfach alle Papiere soweit halten und nur noch die besparen, die den Kern ausmachen sollen, auch wenn es dadurch unübersichtlicher ist

    Intern sind allle Wertpapiere 3 Töpfen zugeordnet (siehe Beck) und ich befinde mich noch in der Ansparphase. Esrt in 10 Jahren soll dann ggf je nach Bedraf aus den verschiedenen Töpfen entnommen werden.


    Bin auf Eure Meinungen gespannt

  • auch wenn es dadurch unübersichtlicher ist

    Die Frage ist, was ist tatsächlich dann unübersichtlicher. Mehr Vorabpauschalen im Januar, mehr Abrechnungen von evtl. Ausschüttungen, mehr Einträge im Depot... und was macht das tatsächlich für einen Mehraufwand, wenn man irgendwas händisch noch irgendwo einträgt (divvidiary o.ä.). Ich habe 20 ETFs, die alle noch "leben" und auch etwas Aufwand verursachen, weil ich mir diesen Aufwand selber noch dazu mache. Es ginge auch ohne. Ich sehe da keine fehlende/schwierige Übersicht. Und nur, weil irgendwelche Firmen in mehreren ETFs vorhanden sind, würde ich nicht zum Verkauf raten. Dieses "Überlagern" ist für mich kein stichhaltiges Argument. Bei mir würden die alten Positionen eher liegenbleiben, sofern es keine absoluten Exoten sind. Sowas wächst auch gerne noch weiter, ohne das man sich drum kümmert.

  • - Das Depot vereinfachen und die zum Teil sich überlagernden ETFS (z.B. Kommer , Amundi Prime Global usw) verkaufen, auch wenn das steuerlich nicht so doll ist

    Was meinst du mit „überlagernd“? Dass beide weltweit anlegen und die Portfolios sich überschneiden? Das finde ich blasentechnisch weniger tragisch als wenn da mehrere Sektor-ETFs bei sind, die zu einer Übergewichtung führen.

    Oder meinst du, dass du in beiden Depots Anteile hast? Die würde ich einfach per Übertrag zusammenführen.

    Poste doch mal eine Liste der Wertpapiere, dann wirst du konkretere Anreize bekommen.

  • Au wieviel Positionen besteht dein selbst gebautes Depot, ein Aktien-ETF oder mehrere?

    Wie viele Positionen hat das Robo-Depot?

    Gibt es dort 1-2 Hauptpositionen, die behaltenswert sind und ordentlich im Plus stehen, sodass ein Verkauf ärgerlich wäre?

    Gibt es einige Positionen mit geringem Wert/Gewinn, sodass du deinen Freibetrag nutzen kannst beim Verkauf?

    Würde sich dadurch die Gewichtung von Regionen etc. verschieben in eine Richtung, die du nicht möchtest?

    Sind ggf. auch Anleihe-/Renten-/Geldmarkt-ETF dabei, deren Umschichtung deine Asset Allocation risikoarm vs. risikoreich ändern würde?

    Je nachdem, wie deine Antworten ausfallen, würde ich nach und nach das Kleinzeug verkaufen und in deine Haupt-ETF umschichten.

  • Was meinst du mit „überlagernd“? Dass beide weltweit anlegen und die Portfolios sich überschneiden?

    Ja, zum Beispiel vier ETFs mit nahezu identischem Exposure (Industrieländer, Large/Mid Cap):

    • Amundi Prime Global (IE000QIF5N15)
    • UBS Core MSCI World (IE00B7KQ7B66)
    • Global Core Equity (IE000EGGFVG6)
    • Kommer

      und bei den Anleihen:

      Xtrackers Eurozone Government Bond 1-3 (LU0290356871)
    • Vanguard EUR Eurozone Government Bond (IE00BZ163H91)
    • Invesco Euro Government Bond 1-3 Year (IE00BGJWWY63

    • Um was für eine Summe (in Euro) geht es denn? Wegen ein paar Tausend Euro Steuern, die du irgendwann ohnehin bezahlten musst, würde ich mir keinen Kopf machen. Bei mehreren 100.000 Euro Steuern vermutlich schon.
    • Warum verwendest du das Beck-System bereits in der Ansparphase? Das hatte er doch für die Entnahmephase vorgestellt.:/
  • Ich würde dann an deiner Stelle von jeder Kategorie, die du behalten willst, einen ETF aussuchen und die anderen in diesen überführen. Das kann der günstigste sein (TER), der mit der besten Performance/höchsten Steuerlast oder der, der dir aus sonstigen Gründen am besten gefällt.

  • Hallo,

    ich habe vor einigen Jahren mit einem Robo (bei Quirion) meine Geldanlage begonnen und war damit auch soweit zufrieden. Da mich das Thema Geldanlage aber interessiert hat , habe ich mittlerweile auch ein weiteres Depot was ich selber verwalte. Da ich mir das nun selber zutraue, Gebühren sparen kann und das ganze Vereinfachen möchte , werde ich den Robo auflösen und die Depots zusammen führen.

    Dabei kommen jetzt insgesamt so um die 30 Wertpapiere zusammen. Die Frage ist nun - was würdet Ihr machen:
    - Das Depot vereinfachen und die zum Teil sich überlagernden ETFS (z.B. Kommer , Amundi Prime Global usw) verkaufen, auch wenn das steuerlich nicht so doll ist
    - oder einfach alle Papiere soweit halten und nur noch die besparen, die den Kern ausmachen sollen, auch wenn es dadurch unübersichtlicher ist

    Intern sind allle Wertpapiere 3 Töpfen zugeordnet (siehe Beck) und ich befinde mich noch in der Ansparphase. Esrt in 10 Jahren soll dann ggf je nach Bedraf aus den verschiedenen Töpfen entnommen werden.


    Bin auf Eure Meinungen gespannt

    Ich würde die alten Brocken einfach liegen lassen, die automatische Wiederanlage von Ausschüttungen deaktivieren und ab sofort stur nur noch in deine eins bis zwei Kern-ETFs investieren. Das wird zwar am Anfang im Depot-Frontend ein bisschen unübersichtlich, aber nach ein paar Jahren sind die alten Positionen im Vergleich zum neuen Kern so klein, dass sie kaum noch ins Gewicht fallen. Steuerlich ist das "Liegenlassen" eigentlich fast immer die schlauere Wahl.

  • Ja, zum Beispiel vier ETFs mit nahezu identischem Exposure (Industrieländer, Large/Mid Cap):

    Amundi Prime Global (IE000QIF5N15)
    UBS Core MSCI World (IE00B7KQ7B66)
    Global Core Equity (IE000EGGFVG6)
    Kommer

    und bei den Anleihen:

    Xtrackers Eurozone Government Bond 1-3 (LU0290356871)
    Vanguard EUR Eurozone Government Bond (IE00BZ163H91)
    Invesco Euro Government Bond 1-3 Year (IE00BGJWWY63

    • Für mich wäre es nicht kritisch, dass ich z.B. 4 Welt-ETFs hätte. Je nach Anlagevolumen und wann Geld investiert wurde, kannst du diese ETFs für das Umgehen/Schieben des FIFO-Prinzips nutzen. Sie bilden das gleiche ab und aus rechnerischer Sicht ist es nahezu ähnlich ob du 4x 25.000 € investiert hast oder 1x 100.000 € da die ETFs eine nahezu ähnliche Gewichtung haben. Somit ist prozentual gesehen gleich "viel Klumpen". Das einzige was heraussticht ist der Investmentansatz durch den Kommer-ETF. Diesen würde ich als "Satellit" bei dir sehen, nicht als Core. Es hat einen Grund, warum du diesen gekauft hast und du diesen Investmentansatz gegenüber der reinen Marktkapitalisierung bevorzugst oder ergänzt hast.
    • Welche Wertpapiere hat der Roboadvisor?
      In meinem VWL-Roboadvisor Depot ist aufgrund einer ETF-Umstellung es mittlerweile so, dass dort 12 ETFs drin sind ?(
      Je nachdem wie viel Gewinne dort aufgelaufen sind und wie viel du im eigenen Depot hast, ist die Steuerfrage relativ. Bei 1.000 € Steuern: Go for it - Gebühren sparen und deine Struktur vereinfachen. Bei 30.000 € Steuern würde ich mir das genauer überlegen gehen und z.B. die Kosten vom Roboadvisor vs. Do-It-Yourself-Portfolio vergleichen und was es bedeuten würde, die Steuern zu zahlen -> wie lange die Amortisation von Steuereffekt vs. Gebühren ist. Da wäre ich dann eher für halten und nicht weiter einzahlen, dafür dein eigenes Portfolio weiter besparen.

    Allgemein, wenn du mit der Gesamtstruktur unzufrieden bist, ist vielleicht psychologisch die saubere Struktur für dich wichtiger als "Steuern zahlen". Das musst du für dich entscheiden.

  • Noch bist du fit und interessiert am Thema. Grundsätzlich schadet es nicht, mehrere ETFs auf ähnliche Anlageschwerpunkte zu haben. Die "Doppelung" führt nicht zu einem nennenswerten Ungleichgewicht.

    Wenn Du in zehn Jahren anfängst zu entnehmen ist es früh genug sich von der einen oder anderen Position zu trennen.

    Lediglich der Rentenfonds von Vanguard gefällt mir persönlich nicht so gut. Sollten die Zinsen in nächster Zeit wegen Inflation, Trump oder sonst was steigen, geht der in den Keller.

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