Umverteilung bei US-Krise innerhalb eines Welt-ETFs

  • Hallo,

    was würde im Falle eines extremen wirtschaftlichen Abschwungs in den USA, beispielsweise durch einen Bürgerkrieg mit einem Welt-ETF wie dem FTSE All World oder dem IMI passieren? Konkret: wie lange würde eine Umgewichtung des Index und somit Erholung eines solchen ETFs dauern? Gibt es dazu Simulationen? In die Vergangenheit - nach Japan - gucken, wäre sicherlich ein Ansatz.

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  • was würde im Falle eines extremen wirtschaftlichen Abschwungs in den USA, beispielsweise durch einen Bürgerkrieg mit einem Welt-ETF wie dem FTSE All World oder dem IMI passieren? Konkret: wie lange würde eine Umgewichtung des Index und somit Erholung eines solchen ETFs dauern? Gibt es dazu Simulationen? In die Vergangenheit - nach Japan - gucken, wäre sicherlich ein Ansatz.

    Wann ist was in Japan passiert?

    In Japan gab es zu Beginn der 90ger Jahren des letzten Jahrhunderts einen starken wirtschaftlichen Abschwung, der sich über viele Jahre hingezogen hat.
    Zu dieser Zeit gab es aber weder einen "FTSE All World" Index und zu dieser Zeit gab es auch keine ETFs.
    Von daher ist diese Vergangenheit keine Vorlage für aktuelle oder gar zukünftige Probleme.

    ETFs sind Anlagen, die durch die weltweite Streuung der Anlagen die Risiken, die du bei direkten Aktienanlagen immer hast, möglichst weit reduzieren sollen.

  • Die Gewichtung verändert sich automatisch über die Börsenkurse. Das geht sehr schnell. ABER: natürlich würden nahezu alle Werte in den Keller rutschen, weil alles mit allem zusammen hängt. Es würde vermutlich 20 bis 25 Jahre dauern, bis du dann wieder in der Gewinnzone bist.

  • Die Gewichtung verändert sich automatisch über die Börsenkurse. Das geht sehr schnell. ABER: natürlich würden nahezu alle Werte in den Keller rutschen, weil alles mit allem zusammen hängt. Es würde vermutlich 20 bis 25 Jahre dauern, bis du dann wieder in der Gewinnzone bist.

    Ich halte einen Bürgerkrieg in den USA für möglich. Der Sturm auf das Capitol fällt mir dazu ein. Ist Finanztip mit seinen Empfehlungen etwas blauäugig? Wäre es dann nicht sinnvoll von einer Mindesthaltedauer von 20 bis 25 Jahren zu schreiben.

  • Ist Finanztip mit seinen Empfehlungen etwas blauäugig?




    Ich glaube, du bist da „etwas blauäugig“.

    Bitte nicht falsch verstehen.

    Du kannst selbst entscheiden wie und wie stark du dich am Aktienmarkt der in den USA notierten Aktiengesellschaften beteiligen möchtest.

    Wenn dir in einem Welt-ETF der Anteil, der in den USA beheimateten Aktiengesellschaften zu hoch ist, kannst du dir im „Bastl-Wastl“ Thread oder anderen interessanten älteren Threads Anregungen holen. Siehe das Zitat oben.

    Das ist ein weites Feld. Finanztip hat, nicht ohne Grund, die einfache 1-ETF-Lösung als Empfehlung für alle Einsteiger:innen parat.

    Es kommt nämlich eigentlich gar nicht so genau darauf an, wie hoch der USA-Anteil ist, sondern dass man überhaupt über einen Zeitraum von 20 oder 30 Jahren konsequent etwas anspart.

    Meine Frau beschäftigt sich beruflich mit Finanzwissenschaft und globaler Assetallocation.
    Wie ich schon öfters schrieb, plädiert sie konsequent für einen USA Anteil von 42 % im Portfolio.

    Obige Kombination ergibt witzigerweise auch ca. 42 %.
    Das ist natürlich alles auch eine Glaubenssache. Da sich der S&P 493 quasi in einem andauernden Bärenmarkt befindet, mag das aus finanzwissenschaftglicher Sicht alles richtig sein.
    Die Themen sind mir allerdings analytisch zu hoch.
    Vielen geht es in Wirklichkeit gar nicht um den USA-Anteil direkt, sondern um die unglaubliche Dominanz, einiger weniger Tech-Titel.

  • Was würde im Falle eines Meteoriten Einschlag mit dem Welt ETF passieren?

    Ist es nicht etwas blauäugig überhaupt in irgendwas zu investieren?

    Wenn du so etwas meinst wie im Standardwerk zu dem Thema, dem Roman 'Luzifers Hammer', wird man dann ganz andre Probleme haben.

    Bist du darauf angewiesen, regelmäßig Medikamente einzunehmen?


  • Ich glaube, du bist da „etwas blauäugig“.

    Inwiefern? Und Gerd Kommer dann auch?

    “Fazit

    Wer sein Depot „ultrastabil“ machen will, der denkt auch an Schwarze-Schwan-Risiken, die vielleicht nur alle 20 bis 40 Jahre auftreten und die nicht kalkuliert oder prognostiziert werden können. Eines dieser „Tail Risks“ besteht darin, dass ein Land mit einem besonders großen Aktienmarkt aus eigenem innerem Versagen oder aus äußeren Gründen in eine plötzliche oder allmähliche Malaise gerät, die die anderen 194 Staaten der Erde nicht in gleicher Weise trifft. Dieses Risiko könnte für einen passiven Aktienanleger heute in Bezug auf die USA bestehen, weil das Land in einem Market-Cap-gewichteten Portfolio ein Gewicht von ca. 65% einnimmt. Eine rationale Methode, dieses Risiko und andere Ausprägungen von Klumpenrisiko im Portfolio abzumildern, besteht in der BIP-Gewichtung oder in einer Kombination von BIP- und MC-Gewichtung – so wie wir das im L&G Gerd Kommer Multifactor ETF(WKN WELT0A) umsetzen.”

    https://gerd-kommer.de/blog/marktkapitalisierung-vs-bip/

  • Ich halte einen Bürgerkrieg in den USA für möglich.

    Selbst wenn... ist noch lange nicht gesagt, dass der die komplette USA überzieht.
    Wenn doch, hat die Welt ein ganz anderes Problem.

    Vielleicht, da Du Dir ja scheinbar Sorgen machst, kannst Du massiv in China (Weltmacht) investieren :S oder welches Land mit solch einer Wirtschaftskraft fällt Dir sonst ein?

    Ich halte das Szenario für Schmarr'n.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Dieses Risiko könnte für einen passiven Aktienanleger heute in Bezug auf die USA bestehen, weil das Land in einem Market-Cap-gewichteten Portfolio ein Gewicht von ca. 65% einnimmt. Eine rationale Methode, dieses Risiko und andere Ausprägungen von Klumpenrisiko im Portfolio abzumildern, besteht in der BIP-Gewichtung oder in einer Kombination von BIP- und MC-Gewichtung – so wie wir das im L&G Gerd Kommer Multifactor ETF(WKN WELT0A) umsetzen.”

    https://gerd-kommer.de/blog/marktkapitalisierung-vs-bip/

    Dann mach es doch so.

  • Ich halte einen Bürgerkrieg in den USA für möglich.

    Klar. Hatten wir ja auch schon mal (1861-1865).
    Nur, wie z.B. ein Indexfonds darauf reagieren würde, kann niemand vorhersehen. Was ist, wenn die US-Börsen möglicherweise über Jahre geschlossen würden die US-Aktien also nicht mehr handelbar wäre? Würde die USA dann auch aus den Indizes ausgeschlossen (analog Russland 2022)?
    Wir wissen es einfach nicht.

    PS: Was ist, wenn es einen Bürgerkrieg in Deutschland gibt und Du auf Grund von Kapitalzugriffsbeschränkungen nicht mehr an Deine Bankkonten/Broker heran kommst?

    Wäre es dann nicht sinnvoll von einer Mindesthaltedauer von 20 bis 25 Jahren zu schreiben.

    Wir können nur mit den Daten der Vergangenheit versuchen einen Blick in die Zukunft zu wagen. Und danach war es bisher immer so, dass Du nach 15 Jahren mit einem marktbreiten Aktieninvestment in der Gewinnzone warst. Allerdings ist das Datenmaterial auch höchst unvollständig. Den einen globalen Aktienindex seit 200 Jahren gibt es eben überhaupt nicht. Daten des MSCI World gibt es zurück gerechnet seit 1970.
    Am längsten sind noch die Datenreihen aus dem USA verfügbar. Möglicherweise hat es ja sogar einen guten Grund, warum die Anleger offenbar der Wirtschaft der USA einen größeren Vertrauensvorschuss gewähren als z.B. der europäischen Wirtschaft? :/

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