Steuerreform 2027

  • Videokurs – Finanztip Academy
    Steuern sparen bei der Geldanlage
    Recht & Steuern 10 Kapitel

    Steuern sparen bei der Geldanlage

    Recht & Steuern 10 Kapitel
  • #490

    Du weichst schon wieder zum bequemsten Strohmann aus. Niemand fordert linkssozialistische Planwirtschaft. Dieses Gespenst holst du nur hervor, weil du auf soziale Demokratie keine gute Antwort hast. Es geht nicht um Gleichmacherei, nicht um Staatsvergötterung und nicht um „alle bekommen dasselbe“. Es geht darum, dass Macht kontrolliert werden muss. Und private Marktmacht ist nicht harmloser, nur weil sie keine Behörde ist. Sie ist oft gefährlicher, weil sie sich demokratischer Kontrolle weitgehend entzieht.
    Dein Misstrauen gegenüber dem Staat ist selektiv. Politiker, Beamte und Behörden hältst du für anfällig für Eigennutz, Macht und Lobbyismus. Geschenkt. Aber ausgerechnet Unternehmen, Vermögende, Immobilienfonds, Monopole und Kapitalmärkte sollen dann plötzlich bessere, gerechtere Ergebnisse produzieren? Ernsthaft? Der Staat ist wenigstens an Verfassung, Gesetze, Gerichte, Gewaltenteilung, Wahlen, parlamentarische Kontrolle und öffentliche Rechtfertigung gebunden. Kapital ist das nicht. Kapital muss sich nicht rechtfertigen, es muss Rendite bringen. Unternehmen sind nicht dem Gemeinwohl verpflichtet, sondern ihren Eigentümern. Genau deshalb brauchen wir demokratische Kontrolle. Nicht, weil der Staat heilig ist, sondern weil unkontrollierte Macht immer nach oben füttert und nach unten frisst.

    Und dieses ewige „erst muss erwirtschaftet werden, was verteilt wird“ ist kein Argument, sondern eine Binsenweisheit. Natürlich muss Wohlstand erwirtschaftet werden, niemand bestreitet das. Die eigentliche Frage ist, wer ihn erwirtschaftet, wer ihn besitzt, wer ihn abschöpft und wer am Ende mit der Rechnung dasteht. Wohlstand entsteht nicht allein durch Eigentümer, Aktionäre oder Unternehmermut. Er entsteht durch Arbeit, Bildung, Infrastruktur, öffentliche Forschung, Gerichte, Sicherheit, Gesundheitssystem, Straßen, Stromnetze, Verwaltung und Millionen Menschen, die jeden Tag ihre Lebenszeit verkaufen. Ohne diese öffentliche und gesellschaftliche Vorleistung gäbe es auch die glänzende Privatwirtschaft nicht, die du hier so romantisierst.

    Außerdem wird längst verteilt. Immer. Jeden Tag. Nur nennst du es nicht Verteilung, wenn Geld nach oben fließt. Löhne sind Verteilung. Gewinne sind Verteilung. Mieten sind Verteilung. Zinsen sind Verteilung. Dividenden sind Verteilung. Erbschaften sind Verteilung. Bodenwertsteigerungen sind Verteilung. Wenn Arbeit hoch belastet wird und Besitz geschont bleibt, ist das auch Umverteilung, nur eben nach oben. Sobald man ein paar Brösel zurückholt, schreist du „weg mit mehr Staat“. Wenn nach oben durchgereicht wird, nennst du es Markt.

    Normale Menschen werden nicht mit goldenen Kellen aus dem Leistungstopf gefüttert. Sie zahlen hohe Abgaben auf Arbeit, hohe Mieten, steigende Lebenshaltungskosten und sollen zusätzlich privat vorsorgen, weil angeblich für alles kein Geld da ist. Gleichzeitig bleiben große Vermögen, Erbschaften, Immobiliengewinne und Kapitalerträge politisch auffällig gut geschützt. Das ist keine neutrale Marktwirtschaft. Das ist Klassenpolitik zugunsten derer, die bereits besitzen.
    Auch dein Gerede von gleichen Chancen ist ne leere Phrase, solange du die Startlinien ignorierst. Wer Vermögen erbt, Eigentum besitzt, gute Bildung kaufen kann, in sicheren Wohnlagen lebt und Kapitalerträge kassiert, startet nicht im selben Rennen wie jemand, der mit Miete, Niedriglohn, unsicherem Job und hoher Abgabenlast kämpfen muss. Ohne Umverteilung sind „gleiche Chancen“ nur ein hübsches Statement ohne Substanz.

    Und ja, linke Politik scheitert manchmal am Menschen. Aber der Markt scheitert ebenfalls am Menschen, nur brutaler und mit weniger Kontrolle. Gier, Eigennutz, Lobbyismus und Machtmissbrauch verschwinden nicht, sobald man sie privatisiert. Dann heißen sie nur Effizienz, Rendite, Standortpolitik oder unternehmerische Freiheit. Genau deshalb ist dein Menschenbild kein Argument gegen soziale Demokratie, sondern ein Argument für sie.
    Der Unterschied zwischen uns ist daher nicht, dass du Freiheit willst und ich Staat. Der Unterschied ist, dass du private Macht willst und sie als Freiheit verkaufst. Ich sehe Macht auch dann als Problem, wenn sie im Konzern, im Immobilienfonds, im Erbvermögen oder am Kapitalmarkt sitzt. Ein demokratischer Staat ist nicht automatisch gerecht. Aber er ist korrigierbar, kontrollierbar und abwählbar. Private Vermögensmacht ist das nicht. Deshalb geht es nicht um mehr Staat um des Staates willen, sondern um einen Staat, der endlich aufhört, Arbeit zu bestrafen und Besitz zu schonen. Wer das nicht sehen will, verteidigt nicht Freiheit, er verteidigt Privilegien und predigt die Ungleichheit.

  • was so mancher Neoliberale hier einen unglaublich großen Aufwand betreibt. Zeitlich und vor allem in der Länge der Beiträge.

    Die Einlassung eines Protagonisten, der es in nur rund 20 Monaten auf über 11.000 Beiträge gebracht hat ... ^^ (eine geschätzte Kollegin würde in dem Fall die Formulierung "abgesondert" präferieren) ...

    Und dabei diverse Male das linke Nischenblättchen "taz" erwähnt oder verlinkt hat ...

    Ich die taz präferiere.

    Ich informiere mich bei taz (absolut cool)

    Weder in meinem Studium (u. a. VWL + BWL) noch in meiner beruflichen Praxis (über 35 Jahre im Bereich Consulting) ist mir jemals in dem Kontext (Reformen und Wirtschaft) die Terminologie oder das Kriterium "cool" oder gar "absolut cool" begegnet ... ?


    Für meinen Teil (siehe schon Nr. 481) bin ich übrigens kein "Neoliberaler" sondern überzeugter Anhänger der "Sozialen Marktwirtschaft" - allerdings einer, die funktioniert und die beide Anteile adäquat berücksichtigt. Und zwar so, daß die internationale Wettbewerbsfähigkeit bestehen bleibt und somit der hierzulande sehr weit ausgebaute Sozial- und Wohlfahrtsstaat im Grundsatz erhalten werden kann und langfristig nicht stark und zwangsläufig erodiert.

  • #503

    Das Komische ist doch, dass du ernsthaft der Meinung bist, der Staat sei in den letzten Jahrzehnten überwiegend neoliberal unterwegs gewesen, während ich genau das Gegenteil sehe und ihn als immer stärker linkssozialistisch geprägt wahrnehme. Wie kann das sein? Wir leben schließlich im selben Land unter derselben politischen Führung. :/

    Genau deshalb wiederhole ich mich gerne: Der eigentliche Schwachpunkt ist nicht das System, sondern der Mensch. Menschen handeln nicht objektiv oder neutral. Jeder bringt seine eigenen Überzeugungen, Interessen und Ideologien mit und ist überzeugt, auf der „richtigen“ Seite zu stehen. Genau deshalb wird auch der Staat nie „fair“ handeln können, egal welche Partei an der Macht ist. Er wird immer die Wertvorstellungen derjenigen widerspiegeln, die gerade Macht ausüben.

    Eins steht nur fest, je mehr Aufgaben und Entscheidungskompetenzen der Staat an sich zieht, desto stärker hängt das Leben aller Bürger von genau diesen subjektiven Entscheidungen ab. Deshalb plädiere ich für einen Staat, der einen klaren rechtlichen Rahmen setzt, Eigentum schützt, Wettbewerb sichert und Monopole begrenzt, sich aber nicht permanent als besserer Unternehmer, Investor oder Umverteiler versteht.

    Macht muss begrenzt werden, da sind wir uns sogar einig. Ich möchte sie nur nicht vom Markt in den Staat verlagern, weil dort am Ende dieselben Menschen sitzen, die denselben Schwächen unterliegen.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Das Komische ist doch, dass du ernsthaft der Meinung bist, der Staat sei in den letzten Jahrzehnten überwiegend neoliberal unterwegs gewesen, während ich genau das Gegenteil sehe und ihn als immer stärker linkssozialistisch geprägt wahrnehme. Wie kann das sein? Wir leben schließlich im selben Land unter derselben politischen Führung.

    Vielleicht liegt das daran das du auch bei anderen Themen eine sehr selektive Wahrnehmung hast und deine Sichtweise immer sehr verklärt siehst, während du auf direkte Fragen fast immer versuchst auszuweichen und Strohmänner aufstellst.

  • Das Komische ist doch, dass du ernsthaft der Meinung bist, der Staat sei in den letzten Jahrzehnten überwiegend neoliberal unterwegs gewesen, während ich genau das Gegenteil sehe und ihn als immer stärker linkssozialistisch geprägt wahrnehme. Wie kann das sein? Wir leben schließlich im selben Land unter derselben politischen Führung. :/

    Ich finde das genauso erstaunlich nur andersrum. Ich wiederhole das jetzt nochmal im dem Thread, aber um mal von Meinungen und Strohmännern auf Zahlen zu kommen. Wie erklärst Du, dass bei einer Deiner Meinung nach linkssozialistischen Politik, das Produktivitätswachstum und die realen Lohnsteigerungen in den letzten Jahren so weit auseinander klaffen? Hätten wir eine linkssozialistische Politik, wäre das Ergebnis doch genau andersrum.

  • Vielleicht liegt das daran das du auch bei anderen Themen eine sehr selektive Wahrnehmung hast und deine Sichtweise immer sehr verklärt siehst, während du auf direkte Fragen fast immer versuchst auszuweichen und Strohmänner aufstellst.

    Vielleicht liegt es aber auch daran, dass du eine sehr selektive Wahrnehmung hast und deine Sichtweise immer sehr verklärt siehst? – Und jetzt? Wahrnehmung gegen Wahrnehmung. Und was machen wir nun daraus? Genau, es führt zu nichts. Du bist der Meinung, dass du auf der „richtigen“ Seite stehst, ich bin der Meinung, dass ich auf der „richtigen“ Seite stehe.

    Daher plädiere ich ja dafür, subjektive Entscheidungen im Rahmen einer bestimmten Ideologie möglichst klein zu halten. Abbau von staatlichen Strukturen, hinter denen immer Menschen einer bestimmten Ideologie stehen. Der Markt regelt das von ganz alleine, ganz objektiv.


    Wie erklärst Du, dass bei einer Deiner Meinung nach linkssozialistischen Politik, das Produktivitätswachstum und die realen Lohnsteigerungen in den letzten Jahren so weit auseinander klaffen? Hätten wir eine linkssozialistische Politik, wäre das Ergebnis doch genau andersrum.

    Das habe ich doch weiter oben bereits geschrieben. Linkssozialistische Politik klingt in der Theorie oft gut. Das Problem ist nur, dass sie in der Praxis immer am Menschen scheitert. Schau dir die Geschichte an. Egal welches System wir betrachten, DDR, Sowjetunion, Kuba... am Ende haben sich immer neue Eliten gebildet, die ihre Macht und ihre Privilegien auf Kosten der Bevölkerung ausgebaut haben. Die Theorie war soziale Gleichheit, die Realität waren Funktionäre mit Sonderrechten, die versucht haben, den Machtbereich des Staates kontinuierlich auszuweiten. Gerade diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit zieht sich wie ein „roter Faden“ (Wortspiel!) durch die Geschichte solcher Systeme.

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Dann hau doch mal konkrete Zahlen raus, ansonsten bleibt es ohne Substanz.

    Hier hab ich ne Grafik für Dich gegoogelt:

    https://makroskop.eu/05-2026/produktivitat-und-lohne/

    Das zeigt sehr schön, dass sich Reallohnwachstum und Produktivität entkoppelt haben und die Zugewinne die letzten Jahrzehnte eigentlich fast ausschließlich in der Unternehmerhand gelandet sind. Eine linke Politik hätte hier für einen Ausgleich gesorgt. Hätten die Arbeitnehmer den Anteil an Ihren Produktivitätssteigerungen erhalten, müssten wir über viele Probleme, angefangen bei den Renten, heute garnicht diskutieren.

  • Hier hab ich ne Grafik für Dich gegoogelt:

    https://makroskop.eu/05-2026/produktivitat-und-lohne/

    Das zeigt sehr schön, dass sich Reallohnwachstum und Produktivität entkoppelt haben und die Zugewinne die letzten Jahrzehnte eigentlich fast ausschließlich in der Unternehmerhand gelandet sind. Eine linke Politik hätte hier für einen Ausgleich gesorgt. Hätten die Arbeitnehmer den Anteil an Ihren Produktivitätssteigerungen erhalten, müssten wir über viele Probleme, angefangen bei den Renten, heute garnicht diskutieren.

    Danke für die schöne Grafik.


    Wie erklärst Du, dass bei einer Deiner Meinung nach linkssozialistischen Politik, das Produktivitätswachstum und die realen Lohnsteigerungen in den letzten Jahren so weit auseinander klaffen? Hätten wir eine linkssozialistische Politik, wäre das Ergebnis doch genau andersrum.

    Ich weiß es natürlich nicht, aber ich würde vermuten, dass die Ursachen eher in der Globalisierung, Automatisierung, Digitalisierung, der internationalen Arbeitsteilung und dem deutlich gestiegenen Wettbewerbsdruck seit den 1980er-Jahren liegen.

    Gleichzeitig unterstellst du mit deiner Behauptung, dass eine noch linkssozialistischere Politik automatisch zu höheren Reallöhnen geführt hätte. Dem würde ich vehement widersprechen. Ich habe den Blick auf die Geschichte jetzt mehrfach angesprochen. Aus meiner Sicht spricht die historische Erfahrung eher dagegen. Meine Vermutung wäre daher genau die gegenteilige, bei einer noch konsequenteren linkssozialistischen Politik wären am Ende sowohl die Produktivität als auch die Reallöhne niedriger ausgefallen. Denn bevor etwas verteilt werden kann, muss es zunächst einmal erwirtschaftet werden. Und genau daran sind sozialistische Systeme historisch immer wieder gescheitert. – Dass die beiden Kurven aber näher beieinander liegen würden, will ich gar nicht bestreiten, allerdings muss man sich die Frage stellen, was besser ist:

    • 344 % Produktivität + 190 % Reallöhne oder
    • 200 % Produktivität + 140 % Reallöhne

    Ob es so wäre, wissen wir beide nicht, es sind nur Vermutungen von uns beiden.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Dann hau doch mal konkrete Zahlen raus, ansonsten bleibt es ohne Substanz.

    Auch wenn ich zum Glück (da sei Gott vor) nicht Newb bin ...:

    In den letzten Jahren jedenfalls dürften die Reallöhne hierzulande ziemlich gestiegen sein (relativ hohe Tarifabschlüsse). Für die Zeit davor (vermutlich ab den 80ern) könnte/dürfte das eher anders aussehen (Lohnentwicklung bleibt (etwas) hinter der Entwicklung der Produktivität zurück).

    Wobei beim Thema "Reallöhne" auch Themen wie Steuer- und Abgaben (Brutto- versus Nettoeinkommen) sowie die Entwicklung der Inflation zu berücksichtigen wären.

    Zentral bleibt aber die Frage: Wenn es (vermeintlich) so lukrativ ist, hierzulande zu investieren, warum sind die privaten Investitionen (übliches Verhältnis rund 90% private Investitionen und rund 10% staatliche Investitionen) schon länger derart schwach, daß fast von einem privaten Investitionsboykott gesprochen werden kann (eher muß) ... ?

    Erinnert mich an die Vermieter, die sich vermeintlich "goldene Nasen" verdienen und "Überrenditen" erzielen...

    Wenn vermietete Immobilien ("Vermietungsüberschuß") so lukrativ sind, dann müßte es doch längst ein ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf dem Mietwohnungsmarkt geben (oder sogar ein Überangebot) - erst recht in nachgefragten Gegenden (Stichwort: Ballungsraum Rhein-Main-Gebiet - um nur ein Beispiel aus vielen zu nennen ) ... ?

    Immobilien entfalten - hierzulande jedenfalls - in der Gesamtschau (inklusive der Berücksichtigung des Mietrechts und der ständigen immer häufigeren Eingriffe des Gesetzgebers sprich der Politik) nur noch einen Sinn, wenn dabei zum einen steuerliche Aspekte berücksichtigt und genutzt werden und zum anderen auch mit Kredithebeln gearbeitet wird (Leverage-Effekte auf das eingesetzte Eigenkapital).

    Ansonsten gäbe es ein Überangebot an Wohnraum oder zumindest einen halbwegs ausgeglichenen Markt. Es gibt aber in praxi eine große Lücke zwischen Angebot und Nachfrage - in meiner Region (Ballungsgebiet mit mehreren Großstädten und zwei Landeshauptstädten) seit mehr als 15 Jahren. Wobei diese Lücke statt kleiner eher tendenziell immer noch größer wird ...

    Auch bei dem Thema "private Investitionen" und "Lohnquote in Bezug zur Produktivität" dürfte der Knackpunkt hierzulande viel eher in der Gesamtschau (Setting/Rahmenbedingungen) liegen: Bürokratie und EU-Regulatorik-Kosten, sehr hohe Energiekosten, eher geringer Grad der wirtschaftlichen Freiheit, schon lange nicht mehr international wettbewerbsfähige Unternehmensbesteuerung (letzte Reform stammt hier aus dem Jahr 2008 ...), hohe Steuern- und Abgaben (für die meisten Unternehmen (80% +) ist die Einkommenssteuer die relevante Besteuerung), wenig flexibler bis starrer und damit nicht sehr dynamischer Arbeitsmarkt aufgrund der gesetzlichen Regelungen (im Gegensatz zum erneuerten "Flexicurity-Ansatz" in Skandinavien), geringes Arbeitsvolumen usw.

    Da dürften auch die Gründe zu suchen und zu finden sein, warum sich seit etwa bereits dem Jahr 2009 ff die Scherenhälften der Schere beim "erwirtschafteten BIP pro Kopf" (inkl. Wachstum der Wirtschaft in Prozent per annum) im Vergleich beispielweise "Deutschland vs USA" immer mehr und weiter zu Gunsten der USA und zum Nachteil Deutschlands aufgeht.

    Es dürfte wenig sinnvoll bis sinnbefreit sein, bei der Beurteilung eines Standorts (internationale Wettbewerbsfähigkeit) nur einen einzigen Aspekt herauszugreifen (Reallohnentwicklung) und alle anderen die Rahmenbedingungen bestimmenden Aspekte komplett unberücksichtigt zu lassen.

    Der Blick auf die Liste der wertvollsten Unternehmen der Welt und deren Sitz vor dem Jahr 2009 und nunmehr spricht hier Bände.

    2 Mal editiert, zuletzt von Sovereign (7. Juli 2026 um 15:31)

  • Ob es so wäre, wissen wir beide nicht, es sind nur Vermutungen von uns beiden.

    Wenn wir uns mal davon lösen Politik in Schubladen zu kategorisieren, können wir uns ja erstmal darauf einigen, dass die wesentlichen Zuwächse an Produktivität seit Mitte der 70er Jahre zum sehr wesentlichen Teil nicht bei den Arbeitnehmern gelandet sind? Das ist eine Ja oder Nein Frage ;).

  • Vielleicht liegt es aber auch daran, dass du eine sehr selektive Wahrnehmung hast und deine Sichtweise immer sehr verklärt siehst? – Und jetzt? Wahrnehmung gegen Wahrnehmung. Und was machen wir nun daraus? Genau, es führt zu nichts. Du bist der Meinung, dass du auf der „richtigen“ Seite stehst, ich bin der Meinung, dass ich auf der „richtigen“ Seite stehe.

    Daher plädiere ich ja dafür, subjektive Entscheidungen im Rahmen einer bestimmten Ideologie möglichst klein zu halten. Abbau von staatlichen Strukturen, hinter denen immer Menschen einer bestimmten Ideologie stehen. Der Markt regelt das von ganz alleine, ganz objektiv.


    Das habe ich doch weiter oben bereits geschrieben. Linkssozialistische Politik klingt in der Theorie oft gut. Das Problem ist nur, dass sie in der Praxis immer am Menschen scheitert. Schau dir die Geschichte an. Egal welches System wir betrachten, DDR, Sowjetunion, Kuba... am Ende haben sich immer neue Eliten gebildet, die ihre Macht und ihre Privilegien auf Kosten der Bevölkerung ausgebaut haben. Die Theorie war soziale Gleichheit, die Realität waren Funktionäre mit Sonderrechten, die versucht haben, den Machtbereich des Staates kontinuierlich auszuweiten. Gerade diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit zieht sich wie ein „roter Faden“ (Wortspiel!) durch die Geschichte solcher Systeme.

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Also scheitert der Staat immer am Mensch und der Markt nicht, obwohl die selben Menschen den jeweiligen ausfüllen?🤔

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen