Rentenversicherung behalten?

  • Ich habe jetzt nach reiflicher Überlegung beschlossen die beiden Rentenversicherungen zu behalten.

    Ich kann kann Deine Entscheidung durchaus nachvollziehen, aber...
    Die Steuern bzw. die Besteuerung im Alter wird nicht Deine Baustelle sein! Die Vorposter weisen ja auch schon auf die Inflation hin.
    Nur zu Deiner Information: Stand 2026 zahlst Du bis zu einem Jahreseinkommen von 12.348€ gar keine Steuern. Bis 2041 dürfte auch dieser steuerfreie Grundfreibetrag weiter steigen.

    Die Bankberaterin "meines Vertrauens" (:D) hat mir erklärt wie meine Lebenslange Rente versteuert wird - der Einfachheit halber hier der Text von Google:

    Die Rentenversicherung läuft bis 41 - da bin ich 65 - mein Ertragsanteil wäre dann 18%.

    Das bedeutet dass "nur" 18% von dem Betrag mit meiner Einkommensteuer besteuert wird.

    Solche Leibrenten werden in der Auszahlungsphase i.d.R. nicht erhöht. Stand 2025 hast Du einen garantierten Rentenanspruch aus Deinen Rentenversicherungen von 788€/Monat.
    Bei der von der EZB angestrebten Inflationsrate von 2% p.a. wird die Kaufkraft dieser 788€ bis 2041 bei heutigen 574€ liegen.
    BTW: Aktuell liegt die Inflationsrate in der Eurozone oberhalb von den angestrebten 2% p.a.! Über die letzten 60 Jahre lag die Inflationsrate in Deutschland so bei 2,7% p.a.

    Und wenn 2041 die Rentenzahlung beginnt wird die Kaufkraft Deiner Leibrenten jedes Jahr weiter sinken. Auf 20 Jahre Rentenbezugszeit werden dann aus kaufkraftbereinigten 574€ 2041 bis zum Jahr 2061 noch 386€ in heutiger Kaufkraft. Und das wohlgemerkt bei der gewünschten Inflationsrate.
    Bei der GRV kannst Du zumindest aus heutiger Sicht davon ausgehen, dass es eine regelmäßige Anpassung geben wird um die Kaufkraft der gesetzl. Rente in etwa zu erhalten.

    Und nochmal mein Rat. Schau Dir auf jedem Fall das kommende Altersvorsorgedepot an und bleib da am Ball was Finanztip in dieser Hinsicht empfiehlt.


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  • Ich glaube mein Beitrag war etwas missverständlich - ich habe beschlossen die RV weiter laufen zu lassen, nicht aber ob ich mir ab 2041 die Rente oder die Einmalzahlung auszahlen lasse - für die Entscheidung hab ich noch 15 Jahre Zeit :)
    Ich meine aber herauszulesen dass ihr die Einmalzahlung für besser haltet?

    Die Rentenversicherungen kalkulieren nicht nur sehr defensiv (zu Lasten des Anlegers) sondern sie schichten das Depot in Richtung risikoarme Anlagen um.

    Bin mir nicht sicher ob ich das verstehe - meinst du dass die eh schon schlechte Rendite warscheinlich noch schlechter wird? Also dass die Rentenzahlung die gesammt Laufzeit bis zum Tod vermutlich nicht oder nur sehr gering steigen wird?

    Stimmt, der typische FT-Forenuser bleibt bis zum Sterbetag geistig fit und kann mit 110 noch seine Finanzen so managen, dass er sich auch dann noch eine Rente in der geplanten Höhe auszahlen kann...

    Ich gehe davon aus dass Du das ironisch meinst, verstehe aber leider nicht worauf Du hinaus willst...?

    Und nochmal mein Rat. Schau Dir auf jedem Fall das kommende Altersvorsorgedepot an und bleib da am Ball was Finanztip in dieser Hinsicht empfiehlt.

    Das wird definitiv gemacht - ich verfolge die Beiträge von FT mit großem Interesse!

  • Das würde ich bei der Versicherung erfragen. Umschichtungen auf 0 % Aktien wären vermutlich nicht ungewöhnlich. Schließlich muss man ja ein Risiko absichern.

    Ich habe in dem Gespräch mit der Bankberaterin gefragt wo / wie das Geld angelegt ist - Sie wußte es nicht und ihrer Aussage nach kann man das auch nicht nachschauen!
    Demnach dürfte die Frage ins leere gehen...

  • Ich meine aber herauszulesen dass ihr die Einmalzahlung für besser haltet?

    So generell würde ich das nicht sagen. Es hängt von der Rendite der RV ab und davon wie viele sichere Einnahmen Du im Alter bereits hast. In der Regel lohnt es sich eher nicht.

    Bin mir nicht sicher ob ich das verstehe - meinst du dass die eh schon schlechte Rendite warscheinlich noch schlechter wird?

    Ja das halte ich absolut für möglich. Daher würde ich vor der finalen Entscheidung schriftlich bei der Versicherung anfragen.

    Also dass die Rentenzahlung die gesammt Laufzeit bis zum Tod vermutlich nicht oder nur sehr gering steigen wird?

    Oft genug steigt da gar nichts, weil nur Überschussanteile für Erhöhungen verwendet werden. Ob es solche geben wird, hängt stark von der Marktentwicklung ab.

  • Ich würde das jetzt auch liegen lassen.

    Später Rente oder Kapitalzahlung muss man dann sehen. Der Rentenfaktor von 39 ist jetzt nicht ganz so übel.

    Der Rentenfaktor der GRV ist noch besser (>40). Ggf. macht es Sinn ein wenig mehr in die GRV einzuzahlen. Bist du als Selbständiger freiwillig oder pflichtversichert in der GRV? Sprich kannst du selber bestimmen, was du dort einzahlst? Die bisherige Einzahlung sieht nicht so dolle aus...

  • Ich gehe davon aus dass Du das ironisch meinst, verstehe aber leider nicht worauf Du hinaus willst...?

    Nein, es war aber nicht auf Dich sondern auf mein Zitat bezogen.

    Ich erwarte bei solchen Entscheidungen (egal, ob der eigene Abschluss einer privaten RV oder das Weiterführen einer vorhandenem wie bei Dir) eine gewisse Absicht.

    Also entweder die Einrechnung der lebenslangen, für den Rentenbezieher aufwandsfreien Rente, in den benötigten Finanzbedarf im Alter oder die Einbeziehung der Einmalzahlung zu einem fixen Termin ebenfalls in diese Planung der Alterseinkünfte.

    Dass von einigen (nicht von Dir) hier immer wieder bereits bestehende Renteversicherungen grundsätzlich abgelehnt werden, weil eine eigene ETF-Lösung mehr Rendite bringen könnte, halte ich schlicht für falsch. Um daraus eine höhere Rente zu erwirtschaften, reicht es nicht, einfach nur alles irgendwo einzuzahlen und stur x% zu entnehmen (außer X ist so klein, dass die Rentenversicherung mehr zahlen würde).

    Daher folgt für mich der Aufwand, sich bis zu seinem Lebensende um eine Auszahlung zu kümmern ohne dass das Depot pleite geht oder man sich weniger auszahlen kann (oder will) wie es die RV getan hätte.

    Ich meine aber herauszulesen dass ihr die Einmalzahlung für besser haltet?

    Es hängt von Deiner Finanzplanung für Deine Rente ab Deiner Lust, Dich mit Entnahmestrategien zu beschäftigen und niemanden vertrauenswürdigen zu haben, der das (kostenlos) für Dich macht.

    Meine private RV dient zur Abfederung einer Pleiterisikos zu Rentenbeginn. Anstatt kurz vor Entnahmebeginn genügend Aktien-ETFs umzuschichten oder meine Sparrate lange vorher in festverzinsliches Umzuleiten, nutze ich meine pRV dazu. Diese liefert aktuell mehr Zinsen wie jedes längerfristige Tagesgeld, ein Geldmarktfonds oder 10-jähriges Festgeld.

    Ich habe vor kurzem geschluckt, als mit einer Verwandte sagte, was sie mit einem Erbe machen wird. Für sie ist die Lösung mit einer Sofortrente aber die viel bessere Lösung, womit der zusätzliche Kostenaufwand mehr wie gerechtfertigt ist.

  • Daher folgt für mich der Aufwand, sich bis zu seinem Lebensende um eine Auszahlung zu kümmern ohne dass das Depot pleite geht oder man sich weniger auszahlen kann (oder will) wie es die RV getan hätte.

    Korrekt. Deshalb halten die Versicherungen in Deutschland eine vielfältige Palette an Versicherungen bereit, um Menschen zu „unterstützen“ und ihnen zu helfen, wenn sie nicht in der Lage oder nicht Willens sind, das Geld selbst anzulegen.

    nutze ich meine pRV dazu. Diese liefert aktuell mehr Zinsen wie jedes längerfristige Tagesgeld, ein Geldmarktfonds oder 10-jähriges Festgeld.

    10-jährige Festgelder (dürften selten nachgefragt werden) liegen derzeit bei ca. 3 %. Ich finde es gut, dass DEINE Rentenversicherung DIR das erwirtschaftet. Wieder ein Beweis für die Effizenz der Versicherungswirtschaft, die oft kritisiert wird.
    10-jährige Bundesanleihen rentieren derzeit bei etwa 3,1 %.
    Man nehme z.B. die DE000BU2Z072. Dies nur, falls andere auch mal eine Bundesanleihe kaufen wollen.

    Für sie ist die Lösung mit einer Sofortrente aber die viel bessere Lösung, womit der zusätzliche Kostenaufwand mehr wie gerechtfertigt ist.

    Absolut korrekt. Die Dame vertraut sich der seriösen Versicherungswirtschaft an und bezahlt den Service eben, wie es sich gehört.
    Sie bezahlt die Menschen bei der Versicherung und fördert den Gewinn der Versicherung.
    Wenn es für die selbst aber die beste Lösung ist …..warum denn nicht ?

  • Bin mir nicht sicher ob ich das verstehe - meinst du dass die eh schon schlechte Rendite warscheinlich noch schlechter wird? Also dass die Rentenzahlung die gesammt Laufzeit bis zum Tod vermutlich nicht oder nur sehr gering steigen wird?

    Deine Eltern haben für Dich vor 20 Jahren private Rentenversicherungen abgeschlossen. Diese RV beinhalten natürlich eine Kalkulation der Versicherung, die sich auf die Daten der Versicherung von 200x beziehen.
    Seinerzeit lag der sog. Höchstrechnungszins (Garantiezins) bei 2,75%. Mit diesem Wert hat die Versicherung Deine Verträge bis zum Deinem (voraussichtlichem) Lebensende 'durchkalkuliert' (z.B. Rentenfaktor).

    200x wussten die Versicherungen natürlich nicht, dass es eine jahrelange Nullzinsphase geben würde. Insofern erzielst Du mit Deinen Verträgen eine vergleichsweise hohe Rendite verglichen mit gleichartigen heutigen Verträgen.
    Nur ist die Chance, dass Du mit Deinen alten Verträgen in den nächsten Jahren/Jahrzehnten einen Überschuss erzielen wirst, extrem gering. Das würde nur passieren, wenn die Versicherungen längerfristig eine höhere Rendite als Deine Garantie erwirtschaften würde.
    Das ist extrem unwahrscheinlich, zumal dann davon auszugehen ist, dass es parallel dazu eine entsprechende langfristige hohe Inflation geben würde. Und die würde dann die möglichen Überschüsse gleich wieder auffressen.

    Ich habe eine 2013 stillgelegte bAV mit einem Garantiezins von 2,75%. Seit der Vertrag stillgelegt wurde, habe ich in keinem Jahr einen Überschussanteil erzielt! D.h. meine Rentengarantie von xxx€/Monat gilt unverändert seit 2013 mit dem identischen Eurobetrag. Allein die Jahre seit 2022 haben die Kaufkraft meiner möglichen bAV-Rente kräftig schrumpfen lassen.

    Daher würde ich auch nicht davon ausgehen, dass Deine Renten im Laufe der Rentenbezugszeit groß steigen werden (sofern Du Dich für eine Rente entscheidest). Und von einem Inflationsausglich würde ich nicht mal träumen.

  • Ich habe eine 2013 stillgelegte bAV mit einem Garantiezins von 2,75%. Seit der Vertrag stillgelegt wurde, habe ich in keinem Jahr einen Überschussanteil erzielt! D.h. meine Rentengarantie von xxx€/Monat gilt unverändert seit 2013 mit dem identischen Eurobetrag. Allein die Jahre seit 2022 haben die Kaufkraft meiner möglichen bAV-Rente kräftig schrumpfen lassen.

    Daher würde ich auch nicht davon ausgehen, dass Deine Renten im Laufe der Rentenbezugszeit groß steigen werden (sofern Du Dich für eine Rente entscheidest). Und von einem Inflationsausglich würde ich nicht mal träumen.

    Danke für diesen sehr wichtigen Hinweis, den man immer wieder geben muss.

    Siehe auch Beitrag 46, der wieder eine individuelle Einzelfallkonstellation als positiv hervorhebt.

  • Ich meine aber herauszulesen dass ihr die Einmalzahlung für besser haltet?

    Das ist m.E. immer eine Frage der eigenen Einstellung und Möglichkeiten. Wer bereits durch eine gute Renten/Pension einen regelmäßigen Einkommenstrom erzielt, der die Basiskosten des eigenen Lebens abdeckt, kann natürlich ganz anders planen als jemand dem jedem Monat 500€ fehlen um die eigenen Basiskosten zu decken!

    Für mich ist das stellt das Kapital aus meiner alten KLV und meiner stillgelegten bAV einen Cashpuffer dar um mich (uns) zum Rentenbeginn unabhängig von den möglichen Turbulenzen im Depot zu machen.

    Meine private RV dient zur Abfederung einer Pleiterisikos zu Rentenbeginn. Anstatt kurz vor Entnahmebeginn genügend Aktien-ETFs umzuschichten oder meine Sparrate lange vorher in festverzinsliches Umzuleiten, nutze ich meine pRV dazu. Diese liefert aktuell mehr Zinsen wie jedes längerfristige Tagesgeld, ein Geldmarktfonds oder 10-jähriges Festgeld.

    Genau so sieht auch meine (unsere) Planung aus. Daher ist eine mögliche Verrentung für mich überhaupt kein Thema.

  • Die Rentenversicherungen kalkulieren nicht nur sehr defensiv (zu Lasten des Anlegers) sondern sie schichten das Depot in Richtung risikoarme Anlagen um. Bei einer Auszahlungsphase von 20-25 Jahren nicht optimal.

    Ja. Das gibt es auch. Das nennt sich „Ablaufmanagement“. Dem kann jedoch in vielen Verträgen widersprochen werden.

    Das Hauptproblem bleibt die Verrentung an sich. Die ist ungünstig, weil von einem sehr hohen Langlebigkeitsrisiko ausgegangen wird. Auch erfolgt der Vorgang intern fast nur über festverzinsliche Anlagen.

  • Versicherer trennen intern strikt zwischen Anspar- und Auszahlungsphase, weil sich die Haftung grundlegend ändert. In der fondsgebundenen Ansparphase trägt der Kunde das Marktrisiko selbst, weshalb das Geld chancenreich in Aktien-ETFs fließen kann (wenn der Kunde das möchte). In der Auszahlungsphase (Verrentung) garantiert die Versicherung dagegen eine lebenslange, feste Zahlung; wegen dieser harten Haftung zwingt die BaFin den Versicherer über strenge Eigenkapitalregeln dazu, das Kapital fast vollständig in sichere, festverzinsliche Anleihen umzuschichten.

  • In der fondsgebundenen Ansparphase trägt der Kunde das Marktrisiko selbst, weshalb das Geld chancenreich in Aktien-ETFs fließen kann (wenn der Kunde das möchte).

    So wie ich Copperplate verstanden habe, handelt es sich bei seinem Rentenversicherungen um klassische Kapitallebensversicherungen.
    Also nix Ablaufmanagement und Umschichtungen. Das Kapital war/ist immer risikoarm angelegt gewesen.

  • Es hängt von der Rendite der RV ab und davon wie viele sichere Einnahmen Du im Alter bereits hast.

    Naja - Rendite wird es ja warscheinlich keine mehr geben...

    Was die sicheren Einnahmen angeht: Die staatliche Rente. PUNKT. (Gott ich hoffe die IST sicher...)
    Demnach wäre ein - wenn auch sehr kleiner - zusätzlicher sicherer Betrag aus den RV nicht schlecht oder?

    Mit etwas Glück reicht der Betrag für die Nebenkosten und Grundnahrungsmittel - alles darüber hinaus müssen meine ETFs liefern.

    Anstatt kurz vor Entnahmebeginn genügend Aktien-ETFs umzuschichten oder meine Sparrate lange vorher in festverzinsliches Umzuleiten, nutze ich meine pRV dazu

    Du hast vor umzuschichten? Also ETFs verkaufen (und damit Steuern zahlen) und dann in festverzinsliches reinvestieren? Bitte entschuldige wenn ich überrascht bin - ich hatte Saidi so verstanden dass man alles so beibehält wie es ist (um eben KEINE Steuern auf gleich alles zahlen zu müssen), lediglich den Sparplan stopt und von da an nur 3% pro jahr verkauft.
    Hab ich was falsch verstanden?

    Damit kannst Du sehr wohl recht haben, aber ich würde sicher gehen wollen, wenn ich in seinen/ihren Schuhen stecken würde.

    Wie gesagt: Nicht mal die Bankberaterin hatte die Möglichkeit nachzusehen wie mein Geld angelegt ist!

  • Wie gesagt: Nicht mal die Bankberaterin hatte die Möglichkeit nachzusehen wie mein Geld angelegt ist!

    Ich bekomme zumindest von der Allianz mit jeder Wasserstandsmeldung ein Beiblatt aus dem Hervorgeht, wie mein Geld in der KLV so angelegt ist. Natürlich auch keine konkreten Produktangaben/Prozentwerte.

    2024 sah das so aus:

    Aber wenn ich ehrlich bin, spielt es auch keine Rolle für mich. Ich erwarte 2031 nur die Garantiesumme aus meiner KLV. Wenn es mehr werden würde, würde es mich überraschen.

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