60:40 Depot

  • 60% All World Aktien ETF

    40% Tagesgeld/Geldmarkt ETF

    60:40 scheint gegenwärtig „state of the art“


    Hier im Finanztip Forum sind wir alle viel risikoreicher unterwegs.


    Sind wir „over confident“ hier beim Finanztip Forum?


    Sind die Investoren mit 60:40 mehr resilient?

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  • Ich bin im Aktien/Geldmarktbereich mit 60/40 unterwegs - und finde mich da schon sehr mutig.

    Haus und Hof, Einkommen durch meinen Job, einen möglichen Firmenverkauf und eine Rente in ein paar Jahren betrachte ich unabhängig davon.

  • Foren-Communities neigen tendenziell zu höherer Risikobereitschaft, weil sich dort oft eher erfahrene, oft jüngere Anlegys mit langem Zeithorizont austauschen. Das kann zu einer Verzerrung (“Survivorship Bias” plus Selbstselektion) führen: Wer stark in Aktien investiert und zufällig in einer guten Marktphase unterwegs war, schreibt eher begeistert darüber, während konservativere oder ängstlichere Anlegys seltener posten.


    Nur: bei Finanztip.de gibt es offenbar eine etwas andere Foren-Community.

  • Die Antwort hängt davon ab, wie viel Prozent des Gesamtvermögens Aktien und Tagesgeld ausmachen. Sind es 100%, dann ist das Risiko anders zu bewerten als wenn der Anteil nur 10% des Gesamtvermögens beträgt.

    In meinem Fall beträgt der Aktienanteil gerade mal 15%, eine Entnahmestrategie habe ich auch als Rentner nicht, weil ich das Geld nicht benötige. Selbst wenn es einen 50%-Crash gäbe, würde das meine finanzielle Situation nicht wesentlich beeinflussen.

  • Die 40% Allokation ist „Risikofrei“ oder niedrig Risiko

    Genau, deshalb steht dieser Teil auch langfristig im Feuer der Inflation...


    Wer etwas Bemerkenswertes entdeckt hat, kann das bitte auch schreiben :)

    Lesen finde ich auch besser. Wenn es Dich interessiert, kannst Du die Grundlage hier nachlesen.
    Kern ist, dass Anleihen langfristig riskanter als Aktien sind, weil sie nicht den Erholungseffekt von Aktien nach einem Crash haben und langfristig die Inflation ein sehr viel größeres Risiko darstellt als das Volatilitätsrisiko von Aktien. (Zumindest wenn man als Anleger:in nicht zu Panikattacken in Crash-Szenarien neigt).

    Im Video wird darauf hingewiesen, dass die optimale Asset Allocation ex ante nicht zu bestimmen sei und diese nur in der Rückschau und abhängig vom jeweiligen Datensatz der Betrachtungsgrundlage herausgearbeitet werden kann.

    Für die oben verwendeten Datensätze der Vergangenheit wird aber gesagt, dass ein Bondtent zum Eintritt in den Ruhestand hilfreich gewesen sei – aber nur bei einer festen Entnahmerate (wie anfänglich 4% + jährl. Inflationsanpassung).
    Bei einer dynamischen Entnahmerate wäre ein 100% Aktien Portfolio besser gewesen.

    Deshalb würde ich 60:40 gegenwärtig nicht pauschal als "State of the art" bezeichnen. (Empfiehlt auch Finanztip nicht).
    Das war früher sicher anders. Bei einem zweistelligen Leitzins haben Anleihen aber auch ein deutlich größeres Kursgewinnpotential durch erhoffte Zinssenkungen als gegenwärtig bei einem Leitzins minimal über dem Inflationsziel.

    Er scheint 100% Aktien zu empfehlen

    Nein, er spricht keine pauschale Empfehlung aus.
    Er sagt, dass seine Kunden tendenziell bei 70% Aktien landen würden.
    Daraus lässt sich aber auch nichts allgemeines ableiten, weil die Aktienquote des Portfolios eine individuelle Fragestellung ist. (Ebenso wie die Frage, ob man sein Portfolio überhaupt mit Quoten aufstellt oder bspw. eher in Töpfen denkt).

  • Zum einen ist es sehr individuell, zum anderen hier im Forum verzerrt und 60% empfinde ich und glaub auch Saidi eher als Minimum. Glaub es heißt eher 70%.

    Aber ich würde da eher nicht prozentual gehen sondern so viel Geld (in €) brauch ich bar/verfügbar, Rest kann in den ETF.

    Und wer es aushält und bei dem finanziell in nächster Zeit nichts ansteht der kann auch fast 100% Aktienquote fahren. Natürlich bei entsprechendem Cashpuffer.


    Ich bin sogar samt minimal Cashpuffer bei knapp 100%, ist auch mein ganzes Vermögen, also nicht noch Haus und Hof oder so. Mental hab ich mit den 100% im Crash lediglich ein Problem… ich hätte gern mehr Geld frei um günstig nachzukaufen 😅 - Mindset halt.

  • 60:40 war früher eine praktische Daumenregel, wobei die 40 % in Anleihen steckten. Historisch betrachtet hat man damit in den USA gute Renditen eingefahren. In den letzten Jahrzehnten, war die Mischung nicht mehr so erfolgreich.

    Für die individuelle Anlageentscheidung ist die persönliche Situation entscheidend. Wie lange will ich anlegen? Wann brauche ich wie viel Geld? Wie komme ich mit Schwankungen klar? Will ich vererben oder alles selbst verkonsumieren und wann? Muss ich zusätzliche Risiken abdecken?

    Irgendwo fließt da natürlich auch das individuelle Alter mit rein. Aber auch ein junger Anleger, sollte keine hohe Aktienquote haben, wenn er in 1-3 Jahren eine Immobilie kaufen will. Wer kurz vor der Rente steht, will sich vielleicht ein Wohnmobil leisten und braucht dafür eine höhere Cashquote. Ein ehemals Selbständiger ohne stabile Altersvorsorge muss sein Vermögen anders aufstellen als ein Pensionär mit einer guten Pension. So viele Möglichkeiten und ein Vielfaches an individuellen Lösungen.

  • Seitdem ich Scott Cederburg entdeckt habe - bin ich auch 100% investiert.

    Du hast also kein Notgroschen und kein Geld auf den Girokonto, um nicht auch noch das Bargeld einzurechen, das einige mit sich herum tragen, falls mal das EC-Terminal an der Tankstelle ausfallen sollte oder der Paketbote immer noch keine Kartenzahlung akzeptiert.

    60:40 scheint gegenwärtig „state of the art“

    Für welchen Lebensabschnitt?

    Seitdem ich Scott Cederburg entdeckt habe - bin ich auch 100% investiert.

    Das hängt wohl zunächst vom Bezugspunkt ab. Wenn ich keine größeren Ausgaben plane, das Geld für den Lebensunterhalt (und mehr) sicher jeden Monat reinkommt, dann gibt es für mich in der Phase des Vermögensaufbaus keinen Grund, auf 60/40 zu gehen.

    Seit ein paar Tagen hat sich die Verteilung meinwa sofort zugreifbaren Vermögens von ca. 92/8 zu 84/16 geändert. Das hat aber nichts mit meiner Risikobereitschaft zu tun, sondern einfach mit dem aktuell zugeflossenen Geld und dem Wissen, dass einiges davon in "naher" Zukunft wieder ausgegeben wird.

    Wollte ich aber mit den aktuellen Möglichkeiten einen einfachen Entnahmeplan für meinen Lebensunterhalt realisieren, läge die Verteilung eher bei 60/40 und ein automatischer Entnahmeplan überweist mir daraus den Lebensunterhalt. Alles andere wäre mir zu risikoreich, wenn ich von dem Geld leben müsste und mich nicht ständig darum kümmern wollte.

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